ser Grundlage des Geschenkes eines neuen, wesens- , gemäßen Gottesoerhältnisses.
Noch einmal wird der deutsche Mensch vor das urchristliche Bekenntnis gestellt. Was bei Erasmus Programm war, wird bei Lucher Wirklichkeit durch ein dem Urchristentum gleichförmiges Erleben. Luthers Reformation ist Erfülluna der Sehnsucht des deutschen Menschen, der urchristlichen Botschaft ihren Sinn abzugewinnen (ogl. den Versuch des mittelalterlichen Heliand). Die seltenen Durchbrüche des paulinischen Evangeliums, wie sie schon vor der Reformation sich finden, nimmt Luther aus und vollendet sie. Der deutsche Geist, der sich in der Auseinandersetzung zwischen Kaisertum und Papsttum widerspiegelt, die eigentümliche, deutsche Erlebnisweise der Mystik ist mit der Verkündigung Gottes verbunden. In doppelter Weise bezeugt sich nach Luther Gott den Menschen: in harten Nacken- schlagen, daß der Mensch aus seiner Trägheit erwache, und in der unbegreiflichen Güte, daß der unwesentliche Mensch sein Leben fristen darf und Hilfe von Gott in seinem Lebenskampf erhoffen kann. So ist jeder Mensch hineingestellt in einen Kampf aus Leben und Tod, wie auch der „Mann ChristUnd das Kreuz ijt Zeichen der Niederlage und des Sieges zugleich. Kein Priester, keine Kirche hilft uns hier aus, sondern jeder ist für sich allein in den Tod gefordert. Das ist die Freiheit, wie sie Luther verkündet- der Mensch ist ungebunden von Menschen, aber gleichzeitig an Gott aebunden Die- ser reckenhafte Kampf ist nicht Mystik, nicht Kult der Weichheit oder Leidensseligkeit. An diesem Kern der Verkündigung bemißt sich alles das, worin Luthers Geist zu finden ist. Daher aud) das bewun- dernde Urteil Goethes: Luther hat die Menschheit von geistiger Borniertheit frei gemacht und das Christentum in seiner Reinheit erfaßt. Zwar hatten Renaissance und Humanismus auch eine Daseinsform gebracht, aber es war ein schlechter Er- satz für die des Mittelalters. Die Höhe einer Kultur bemißt sich nicht nach dem Maß der Freiheit, das sie verspricht, sondern nach der sittigenden Kraft der Normen, in die sie das Verhalten des Einzelnen in der Gemeinschaft zu zwingen weiß. Der Gedanke der Bruderliebe, die sich in der Liebe des Schövfers zur Kreatur gründet, ist damit das Wesentliche.
Luther hat nicht eine bestimmte Staatslehre, die auf menschlichen Bedürfnissen oder Grundrechten aufbaut, verkündigt, sondern bei ihm bricht ein Staatsgesühl auf, bas von der Wirklichkeit her bestimmt ist. Als solche Wirklichkeit hat Gott den Staat geschaffen, und daher steht der Staat vor und über dem Einzelnen. Aus der Tiefe des Glaubens erhält der Staat seinen Wert: für das deutsche Denken ist er unableitbare, fordernde, schicksalhafte Gewalt. Diese Auffassung läßt den enalischen Gedanken der Volkssouoeränität und den franzö- fischen der Gesellschaftsordnung in Deutschland nicht aufkommen. Nur ein Staatsgedanke der Reformationszeit geht auch von der Wirklichkeit aus: Ma- cchiavellis Gedanke des Machtstaates. Geht Macchia- velli dabei von der Härte des Lebens aus, so sieht Luther die Schöpfungsordnung als Grundlage an. Damit ist der Gegensatz zu Luther deutlich: bei Macchiaoelli entfaltet der Staat rücksichtslos seine Macht, bei Luther ist er in der Verantwortung vor Gott sittlich aebunden. Der ländersüchtige Jrnperio- lismus ist daher dem lutherischen Deutschland fremd
In der deutschen Haltung zum Kriege haben sich deutsches Wesen und Luthertum vermählt. Volks- kriege werden nie mutwillig und verantwortungslos geführt, sondern mit vollem Ernst. So sagt auch Luther: „Man soll nicht das Kriegeramt an- sehen, wie das die engen, einfältigen Kinderaugen tun, die dem Arzt nicht weiter zusehen, denn wie er die Hand abhaut oder das Bein absägt, sehen aber und merken es nicht, daß es um den ganzen Leib zu retten zu tun ist. Also muß man auch dem Kriegs- und Schwertamt zusehen mit männlichen Augen, warum es so würgt und greulich tut, so wird's sich's selbst beweisen, daß es ein Amt ist an ihm selbst göttlich und der Welt so nötig und nützlich, als Essen und Trinken, oder sonst ein anderes Werk." Die Lehre vom Strafkrieg, wie sie in Westeuropa oder in Amerika vertreten wurde, ist Deutschland fremd geblieben.
Der Kapitalismus ist Luther fremd und gegen reine Kreditgefchäste setzt er seinen Widerstand. Er hat das Scheinsystem der Geldwirtschaft tief durchschaut. 9m Gegensatz zu dem am Interesse des Städters orientierten Denken offenbart sich ihm, dem Bauernsproß, die völkische Einheit. 9n seiner Verwurzelung mit dem Ackerboden hat er volksbiologisch denken gelernt. Darum tritt er gegen das mönchische Ideal der Ehelosigkeit für die Ehe und Familie ein und sordert die Frühehe. Hier zeigt sich die Echtheit nationalsozialistischen Denkens, da es bis zu der Quelle der Reformation zurückreicht. Die Durchführung dieser Gedanken blieb Luther versagt: die tragische Spannung zwischen Kaiser- tum und Ausbruch der Nation hat sich lähmend hier ausgewirkt.
Um so machtvoller war der Einfluß Luthers auf dem Gebiet der deutschen Sprache. Schon vor Luther bestand eine sprachliche Einheit in den fürst- lichen Kanzleien und den Buchdruckereien. Aber die deutsche Bibel, die zugleich eine Neugeburt des Gotteswortes in deutschem Geiste ist, brachte die endgültige Einheit der deutschen Sprache. Was dann noch an Widerständen gegen eine einheitliche, deutsche Sprache da war, hat die klassische Dichtung beseitigt. Auch sie ruht nur auf dem Boden der Reformation, da hier erst sich die deutsche Dichtung von der artfremden Gesetzmäßigkeit der Antike losrang.
Es ist eine unleugbare Tatsache, daß Idealismus und Reformation sich entgegenstehen. Doch auch der Idealismus hat seinen Ursprung aus protestantischem Geiste. Nur auf dem Boden Luthers -'r- wächst die strenge Verantwortung des Ich Nur von Luther stammt der Gedanke, daß die Erfüllung des Gesetzes auf Liebe und Freiheit beruht. So bestimmt die '.Reformation dem Idealismus den Gang des Geistes. Die tapfere Bejahung der Welt durch Leibniz und Nietzfches Anschauung vom Uebermenschen weisen auf Luther zurück.
Worin aber liegt bei der Mannigfaltigkeit der Wirkungen die innere Einheit? Luther war der Erzieher des deutschen Menschen zur Wirklichkeit. Er brachte das Ende der formftrengen, lateinischen Kultur des Mittelalters. Er suchte nach tieferen Gesetzen in Religion, Staat, Wirtschaft, Sprache und Kunst und stellte den Menschen In die Schöpfungsordnung hinein So ist der Mensch viel tiefer !gegründet als durch irgendeine rationalistische Ron- iruftion. Deutsche Innerlichkeit ist ernstes und chweres Erbe der Deutschen, da sie mit starken Hemmungen verbunden ist Ader sie ist auch das Herzstück des deutschen Geistes und darum unter Stolz. Und wenn Schlieffen sagt: Mehr fein, als scheinen, so bat sich dies Wort in Luther erfüll«: die deutsche Innerlichkeit ist in ihm Gestalt geworden und bat aufs stärkste den deutschen Menschen mitgeformt. In dieser Tiefe ist Luther und der deut
sche Geist miteinander verwachsen, so steht LKtther immer mahnend und fordernd vor uns auf: Er ift wir selber, der ewige Deutsche
Lebhafter Beifall der Festversammlung dankte den gedankenre.chen, formvollendet vorgetragenen Ausführungen des Redners Dann betrat
Der Dekan der theologischen $atultät, Professor D. Rudolph
das Pult zur Verkündung von Ehrenpromotionen. Er erinnerte daran, daß der Reformator selber den theologischen Doktorhut getragen habe, wies auf die enge Verbundenheit der theologischen Wissenschaft nut Volk und Kirche hin und dankte in diesem Zusammenhang dem Reichsbischof für die Klarheit, die er darüber geschaffen habe, daß das im Alten und Neuen Testament ruhende Evangelium die einzige Grundlage des evangelischen Bekenntnisses sei. Dann vollzog er die Ehrenpromotionen Von den acht namhaften Gelehrten, denen vor fünfzig Jahren an Luthers 400. Geburtstage die Fakultät die Würde eines Ehrendoktors verliehen hatte, sind noch zwei am Leben, die Pro- fefforen Müller (Tübingen) und Budde (Marburg), denen die Fakultät am gestrigen Tage das Ehrendoktorat erneuerte Außerdem hat die Fakultät zu ihren Ehrendoktoren promoviert den Präsidenten der Hessischen Landessynode Pfarrer Berck (Roßdorf bei Darmstadt) und den Freiburger Historiker Prof. Dr. Gerh. R i 11 e r, der ebenso wie der greife Marburger Gelehrte Geheimrat Budde das Ehren-Doktordiplom aus den Händen des Dekans unter dem lebhaften Beifall der Festversammlung persönlich entgegennehmen konnte
Die wuchtigen Klänge des Reformationsliedes „Ein feste Burg ist unser Gott" beschlossen die würdige und erhebende Feierftunde.
0te neuen Ehrendoktoren.
In den Diplomen über die Ernennung d e r neuen Ehrendoktoren durch die theologische Fakultät der Ludwigs-Universität heißt es, daß
die Fakultät anläßlich der Feier zur 450. Wieder- kehrs des Geburtstages Martin Luthers „den Pfarrer zu Rohdorf bei Darmstadt, Landeskirchenrat Ludwig B e r rf, den rastlosen Führer des Evangelischen Bundes in Hessen, den Vorkämpfer für einen kirchlichen Aufbau im Geiste der großen
Geschichte der hessischen Kirche, den tatkräftigen Präsidenten der Hessischen Landessynode, ehren- halber zum Doktor der Theologie", ernennt,
ferner ,chen ordentlichen Professor für Geschichte an der Universität Freiburg Dr. Gerhard Ritter, den gelehrten Erforscher der mittelalterlichen Uni- oersitat und Theologie, den machtvollen Luther- biographen, den weitschauenden Deuter der Reformation und ihrer Wirkungen auf Staat und Geistesleben Deutschlands ehrenhalber zum Doktor der Theologie" ernennt.
Oie erneuerten Ehrendottor- ötpiome.
In diesen Diplomen heißt es: „Die Theologische Fakultät der hessischen Ludwigs-Universität gedenkt des Tages, an dem sie vor 50 Jahren bei der 400- Iahrfeier des Geburtstags Martin Luthers den Professor für Alttestamentliche Wissenschaft Herrn Geheimrat D. theol. Dr. phil. Karl Budde in Marburg, den scharfsinnigen und tiefdringenden Erklärer vieler Bücher des Alten Testaments, den feinsinnigen Darsteller der israelitischen Literaturgeschichte, den neue Wege weisenden Erforscher der hebräischen Rhythmik, oessen Erkenntnisie sich in 50 Jahren bewährt haben, den Ehrenretter und sprachgewaltigen Derdeutscher des Altniederländischen Dankgebets, den Künder der Kunst Ludwig Richters im deutschen Volke ehrenhalber zum Doktor der Theologie ernannt hat, und erneuert bei der Feier der 450. Wiederkehr des Geburtstages des Reformators in dankbarer Anerkennung das Diplom ,
ferner gedenkt die Theologische Fakultät des Tages, „an dem sie vor 50 Jahren bei der 400- Iahrfeier des Geburtstages Martin Luthers den Professor für Kirchengeschichte Herrn D. theol. Dr. phil. Dr jur. h. c. Karl Müller in Tübingen, Den Meister scharfsinniger Zergliederung und weitgespannter Darstellung, den Geschichtsschreiber von hoher Gerechtigkeit und verhaltener Leidenschaft, der durch fein welthistorisch ausgerichtetes Hauptwerk der Kirchengefchichte einen Ehrenplatz unter den Geschichtswissenschaften gesichert hat, ehrenhalber zum Doktor der Theologie ernannt hat, und erneuert bei der Feier der 450. Wiederkehr des Geburtstags des Reformators in dankbarer Anerkennung das Diplom."
Treue um Treue!
Eindrucksvolle Kundgebung der Burschenschaften im Lahngau für die Saardeutschen.
Am «Samstag abend veranstalteten die Gießener und die Marburger Burschenschaften gemeinsam mit dem Lahngau der Burschenschafter-Ortsgruppen und der Saarstelle des Westamtes Der Deutschen Burschenschaft eine Saarkundgebung im Saale Des Gießener Studentenhauses. Der Aufruf zu diesem Treuebekenntnis für unsere deutschen Brüder und Schwestern an Der Saar hattL starken Widerhall gefunden. Die Marburger Burschenschaf, ter kamen in großer Zahl mit ihren Fahnen kurz vor 20 Uhr in einem Sonderzug hier an, wurden von den Gießener Burschenschaftern am Bahnhof empfangen und marschierten dann durch die Bahnhofstraße, Kaplaneigasse, Gartenstraße und Ludwig- straße zum Studentenhgus. In großer Stärke traten auch die Gießener 'Burschenschaften an, außer- dem waren viele Ehrengäste erschienen. Der Saal des Studentenhauses war bis auf den letzten Platz von etwa gut 400 Personen besetzt.
Nachdem die Fahnen feierlich eingebracht waren, von der Dersammluna stehend mit dem deutschen Gruß empfangen, eröffnete
Schriftleiter Dr. Höder-Oießen
die Kundgebung mit kurzen Begrüßunasworten. Er betonte dabei u. a.: Wenn roir im Reiche Adolf Hitlers unserer Brüder jenseits der Grenzen gedenken, so tun wir das in der Gewißheit, daß heute das ganze Volk es weiß, daß Deutschlands Schicksal an der Grenze entschieden wird. Unser Augenmerk ist Dabei besonders hinübergerichtet auf das Saarland, das 1935 für sein Deutschtum eintreten wird.
llniversitälsprofefforDr Mayer Gießen sprach hierauf über das Thema „A u ß e n d e u t s ch- tum und Drittes Reich" Der Redner erinnerte zunächst daran, daß die Deutschen erst in den letzten Monaten ein Volk geworden sind und dadurch eine zweitausendjährige Sehnsucht der deut- scheu Nation in Erfüllung gegangen ist. Als ein deutscher Mann, der unmittelbar jenseits der deutschen Grenze zur Welt kam, schilderte er sodann die geistige und gefühlsmäßige Einstellung der Aus- landsdeutschen zum Reich Dabei machte er dem jetzt überwundenen politischen System des Deutsch- land vom November 1918 u. a. zum schwersten Vor- wurs, daß es die alten Burschenschasterfarben Schwarz-Rot-Gold in den Schmutz gezogen und zum Smnbol der volklischen Zersleischung und des float- lichen Niederbruchs gemacht bat. Trotz des verlorenen Krieges war das Gefühl der Zusammengehörig- keit der Ausländsdeutschen mit dem deutschen Volke nicht zu erschüttern, der Volkstumsgedanke wurde immer hochgehalten. Dieser Gedanke sei jetzt Im Dritten Reich zum Durchbruch gekommen, ebenso auch der Gedanke, daß jeder Deutsche in seinem Volk Immer das erste zu sehen habe, gegen das alles andere zurücktrete.
Das Auslandsdeulschtum habe eine große Dankesschuld an das Deutsche Reich abzutragen. Die Ausländsdeutschen hoffen aber jetzt aud), daß sie von den Deutschen im Reich als eine unbedingt zu ihnen gehörige Einheit betrachtet würden.
Es gehe jetzt ein Vernichtungskampf gegen alles Deutsche durch die Welt von einer Heftigkeit, wie es noch niemals vorher dagewesen sei. Aber gerade diese Art des Kampfes der Welt gegen uns zeige. Daß unser Ziel, ein geeintes starkes deutsches Volk, nicht mehr fern sei. Das letzte Stadium des Kampfes des Deutschtums um seine Weltstellung habe jetzt begonnen Die Deutschen im Reich müßten bähet unsere deutschen Brüder draußen mit aller Kraft unterstützen, Damit sie wissen, daß wir diese Vorposten des Deutschtums niemals fallen lasten werden. Wenn dieser Entschluß alle Deutschen durch- bringe, würden die Ausländsdeutschen nicht verzwei- feln. Sie würden gerne für ihr und unser Deutschtum kämpfen, wenn sie im Reich moralischen Rückhalt und starke Stütze bei allen deutschen Brüdern hätten
viel fei bei dem Kampf um das Saargebiet zu tun. weil cs sich dabei um einen wichtigen
Kampf um das ganze Deutschtum handle.
Die wunderbare Einheit und Geschlossenheit des deutschen Volkes, der starke einige Wille müsse auch in diesem Kampfe uns einen überwältigenden Sieg bringen, wie wir ihn am 12. November 1933 für die Deutsche Sache errungen hätten. Damit müsse die deutsche Einheit bekundet werden, die nie und nimmer gebrochen werden könne. (Stürmischer Beifall.)
Ein Redner aus dem Saaraebiet, dessen Name wir angesichts der Gewaltherrschaft der angeblich neutralen, in Wirklichkeit aber deutschfeindlichen Regierungskommission Des Saargebietes nicht nennen wollen, knüpfte in seinen oft von stürmischem Beifall unterbrochenen Darlegungen an Die Besuche Der Gießener Studenten im Saargebiet an, schilderte die starken Eindrücke, die diese Besuche bei den deutschen Brüdern und Schwestern in den Saardörfern Hinterlasten haben, und machte sich zum Sprachrohr der innigen deutschen Volksverbundenheit, die durch diese Studentenbesuche zwischen dem deutschen Volk an der Saar und dem großen deutschen Vaterland noch bedeutend enger und herzlicher geworden ist. Ergreifend war die Anklage des Redners, als er sagte:
Zwischen uns und den Studenten steht jetzt die Saarregierung. Diese gibt Obacht, daß kein Reichsdeutscher zu uns Saardeutschen herüber- kommt und uns berichtet, Daß im Dritten Reich Adolf Hitlers alles in bester Ordnung ist!
Trotzdem werde dafür gesorgt, daß diese Tatsache im Saarland bekannt werde, und dann wird es keinen deutschen Volksgenossen geben, der sich nach Westen wende. Der Redner wies bann auf die separatistische Wühlarbeit und die Machenschaften der Franzosen hin und erklärte, die Deutschen im Saargebiet wüßten genau, daß es im nächsten Jahr noch einen schweren Kampf geben werde. Schon jetzt gebe es von der Saarregierung Verbote auf Verbote. Aber der Saarländer wisse von der deutschen Volksgemeinschaft im Dritten Reich, und er habe die Ueberzeugung:
wir sind nicht allein. Daß deutsche Vaterland steht hinter uns!
Wenn die Deutschen im Reich und an der Saar immer fest zusammenstehen, kann der Franzose in unserem Saarland gar nichts machen. W i r st e h e n geschlossen wie ein Mann!
Deutsch bleibt die Saar immerdar!
Langanhaltender starker Beifall der Versammlung offenbarte dem Redner Die rückhaltlose Zustimmung, Die in dieser deutschen Volkssache allenthalben im Reiche als nationale Pflicht besteht. Stehend fang die Versammlung das Saarlied.
EinzweiterReonerausoemGaargebiet dessen Namen wir ebenfalls verschweiaen möchten, ging von dem Scho nddtt tat von Versailles aus und beleuchtete Das jahrhundertealte Streben der Franzosen nach der Rheingrenze sowie ihren Raubgriff nach den Kohlenjchagen der Saar Der militärische Gesichtspunkt und das wirtschaftliche Machtstreben seien für Frankreichs Haltung zum Saargebiet rich- tunggebenb Der Redner beridjtete dann ergreifende I Einzelheiten von dem ungeheuerlichen Druck, den | die französische Bergwerksverwaltung auf die deut- djen Bergarbeiter Der Saar ausübt, lediglich um sie für Frankreichs Intereste gefügig und Dem Deuteten VaterlanDe untreu zu machen, aber trotz aller üblen Mittet vergeblich ist, und betonte Dabei:
Der unbekannte Soldat des Endkampfes an her Saar, der das größte Heldenlied dieser Zeit verdient, ist der Bergmann! (Starker Beifall.)
Aufgebaut auf Der Lüge Clemenceaus von den 150 000 Saarfranzosen (ei Das Saargebiet für 15 Zcchre vom Deutschen Mutteriande abgetrennt worden. LanDiremde Menschen regieren Das Saar- lanD, ein Heer von fremden Beamten, Franzosen, Luxemburger usw., sitzt im Lande Alle deutschen Menschen werden in unerhörter Weise bedrückt, die Derorbnungen Der Saarregierung gegen alle nationalen deutschen Bestrebungen überschlagen sich Auf Der andern Seite kann sich der Separatismus in den verschiedensten Formen entfallen.
Die angeblich neutrale Regierungskommtsflon unterstützt mit ihren Verordnungen diese
Landesverräter.
Äommuntften und Schwerverbrecher ersiheinen immer metir auf der Bildfläche, noch niemals hatte das Saargebiet so viele schwere Verbrechen zu verzeichnen. wie jetzt. Seit dem 5. März ichieden sich die Geister. In bei deutschen Front unter Führung des nationalsozialistischen Staatsrats Spaniol steht alles Deutsche zusammen mit der Losung: Zurück zum Reich! Auf der andern Seite stehen Die Separatisten und Die übrigen oater- tanöslofen Elemente Der Redner erinnerte Dann an Die großen und erhebenden Ertebmste der Saar- deutschen auf dem Deutschen Turnfest in Stuttgart, an Die begeisterte Rede Des Führers unD Volkstanz- lers am Niederwalddenkmal, an die starke Förderung der nationalen Idee durch die Eindrücke beim Besuch in Trier anläßlich der Ausstellung des Heiligen Rockes Christi Er wies weiter auf die anschließenden Gewaltmaßnahmen der Saarregierung gegen die Saardeutschen und auf das R o l- (en der „goldenen Äugeln* Frankreichs hin. Dann erklärte er
Die Vorgänge Im Reich beobachten wir mit stärkster Anteilnahme. Das Ja-Wort am vorigen Sonntag vom gesamten deutschen Volke hat viele laufende im Saargebiet erobert, die bisher beiseite standen, heute schon stehl die Deutsche Front bestimmt zu 80 Prozent, bis 1935 werden es noch mehr sein, wir werden
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in Der Deutschen Front aufrecht stehen, weil wir wissen, daß heute ein Deutschland hinter uns steht, das kräftiger, stärker und mächtiger als je zuvor Ist. (Stürmische Zustimmung.) Der Kampf im Saargebiet wird außerordentlich schwer werden. Aber wir haben gelernt, die Zähne zusammenzubeißen. Das Versailler Diktat ift finanziell tot, es ift auch in anderen Teilen im Sterben, und wir werden ihm durch unsere Abstimmung den territorialen Todesstoß geben.
wir werden am neuen Deutschen Reich mit aller Kraft mitarbeiten, bis es wieder so Ist, wie wir es uns alle wünschen und wie wir es lieben!
Unsere deutsche Saarheimat, unser deutsches 'Vaterland, sein Oberhaupt Reichspräsident von Hindenburg, unser Führer und Volkskundler Adolf Hitler dreimal Sieg-Heil! Begeistert stimmte die Versammlung in die Rufe ein, gemeinsam wurde der erste Vers des Deutschland-Liedes gesungen. Stürmischer Beifall dankte dem Redner.
Llnwersitäts-Äibliothelar Dr DabrachGießen als Gauleiter Der Burschenschaften im Lahngau dankte den beiden Brüdern aus bim Saargebiet für ihre Ansprachen in herzlichen Worten. „D i e Saar i st deutsch und sie bleibt deutsch! Daß dies gefchehen wird, werden wir unserem Führer Adolf Hitler zu danken haben, der in wenigen Monaten uns ein Deutsches Reich geschaffen hat, wie wir es bisher nicht gekannt haben." Der Redner teilte bann mit, daß folgendes
Treugelöbnis an Öen Führer unö Volkskanzler telegraphisch übermittelt werde: „Die zu einer Saarkundgebung im Gießener Studentenhaus versammelten 400 Burschenschafter von Gießen, Marburg und Oberhessen geloben, getreu ihrem hundertjährigen Wahlspruch, für Ehre und Freiheit des Vaterlandes und seinen Ausbau in Frieden tätig mitAuarbeiten."
Weitere Telegramme würden an den Reichs- bevollmächtigten für das Saargebiet, Vizekanzler von Papen, Reichsstalthalter (Bauleiter Sprenger und an den Führer der Deutschen Burschenschaft Dr. Otto Schwab abgesandt. Die Versammlung stimmte lebhaft zu.
Mit dem gemeinsamen Gesang des Horst-Wessel- Liedes und dem feierlichen Ausmarsch der Fahnen fand die denkwürdige Kundgebung ihren Abschluß.
überbeffen.
Ehrung eines geborenen (HrünberaerS + ®rünberg, 19 Noo Studienrat Fritz Hille in Hildburghausen wurde kürzlich zum Dberftubien- direktor in Gotha und thüringischen Staatsrat ernannt. Weicher Wertschätzung er sich in ftilöburg- hausen erfreut, geht aus einem längeren Bericht der „Thüringer Landeszeitung" vom 13^ November hervor. Danad) ernannte ihn die Stadt zu ihrem Ehrenbürger ebenso erhielt eine neue Brücke, deren rasche Fertigstellung auf sein Betreiben erfolgte, ihm zu Ehren den Namen „Staatsrat-Frttz- Hille-Brücke^. Die Brückenweihe und die Ueberrel- chung der Ehrenbürgerurkunde fanden unter Be- teiligung der gesamten Bevölkerung Hildburghau- sens statt. In einem längeren Bericht würdigt die dortige Zeitung die Verdienste des Geehrten, wobei sie besonders auch auf (eine Tätigkeit als alter Kämpfer für die nationalsozialistische Bewegung hinroeift. Auch feine Geburtsstadt ® r ü n b e r g hat schon vor längerer Zeit eine Straße ihm zu Ehren „Fritz,Hille-Straße" benannt. Staatsrat Hille war zuerst einige Jahre als Volksschullehrer tätig u. a. in Lich und Lindenftruth. Nach dem Weiterstudtum an der Universität Gießen übernahm er eine Ober- lehrerftelle an der Aufbauschule in Hildburghausen. 3m Kriege, den er als Leutnant mitmachte, wurde er mehrmals verwundet; er ist heute noch schwer kriegsbeschädigt.
Oer Sad-Naubeimer (Stabtrof rein nationalsozialistisch.
WSN. Bad-Nauheim, 18. Noo. Durch Verfügung des hessischen Staatsministeriums »nd für die seit der Neuwahl des Stadtrats im Marz d. I. ausgeschicdenen vier StadtratsmitglieDer (zwet SPD. ein Zentrum, ein Kampffront Schwarz- Weih-Rot) vier neue Mitglieder ernannt roorDen Die fämtlid) Der NSDAP, angehören. Damit ift jetzt Der B a D - N a u h e i rn e r SloDt rat rein nationalsozialistisch zusammengesetzt.
Landkreis dienen.
• Lollar, 20.Nov. Heute kann Herr Ludwig Wissemann von hier siinen 7 0. ® e b u r . s • t a g feiern. Er hat über 52 Jahre im Dienste oek Buderusfchen Eisenwerke gestanden. Seine Ehe» frau Kath ©I Bemann, geb. Rain, hat bereit« im März d. I. ihr 70. Lebensjahr überschritten.
Kreis Büdingen
r R i d D a, 18. Noo. Dor kurzer Zeit wurde Der Fahrdamm Der mittleren und unteren Bah n h osi straßc dahier einer äußerst notwendigen (Erneuerung unterzogen. Im nächsten Jahr wird man wohl auch noch Den anderen Fußsteig mit Platten
Vie FamiU nvöiftrungs- ur Wd)6regi«rung ijqrr Lieber ,t‘n Lölkes L»e Mrt der Seit«., Familien, jjeung erfahren.
Vie Kirchens Sie (in)ige Ou Di« Airchenbehc Ntgt der werlr Sorgfalt inuhWn Lande >tgtn, Die von Q >tn, eine_ genaue ftird)tnbüd)trn t üodki hat sich h« zahlreiche ®tw ?,unidgtt)tn, wt nad) dn Zeil n magen erhallen Äi fragen aus au' Krund dies ämter in den le sich dabei gejeig bah das wiss die oolksbloli
"Der
8m jeftrigen [eatnb btn . Stabt ju tintm. oaren einige 8bti Junöes deutscher ■f dem Martst Beginn der
öffentlich« kijumohnen. Di N des Bannes eröffnet, wobei tyag an Tic Kandartensühv dinglichen Wo Krontsoidaten i and das dann und zu vollbn ! btn ftalionallo, Dor Bugen halt
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