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20.10.1933 Erstes Blatt
 
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Nr. 246 Erster Blatt

183. Jahrgang

Keitag, 20. Moder 1933

Erschein» täglich, anfca Lonnings und Feiertag». Beilagen: Die Illustriert« Girtzener FamilienblLtter Heimat im Bild Die Scholl«

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Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Or.H.THyriot; für den übrigen Teil Crnst Dlumschein undfürdenAn« zeigenteil L V.TH.Kümme! sämtlich in Gießen.

Oie Wahrheit über Deutschland.

Oer Reichskanzler durchbricht die Lügenblockade des Auslandes.

London, 19. Okt. (TU.) Der Sonderkorrespon­dent derDaily Mai l", Ward Price, wurde vom Reichskanzler Hitler empfangen. Der Korre­spondent erklärte: Es könnte Ew. Exzellenz inter­essieren, daß Anzeichen in London dafür vorhanden sind, daß Ihre persönliche Popularität beim britischen Publikum seit letztem Samstag außerordentlich zugenommen hat. Lord Rothermere, mit dem ich gestern .abend telefonierte, erzählte mir, daß, als Ihr Bild in der Wochenschau der Londoner Kinemato- zraphentheater am Montagabend gezeigt wurde, es mit lebhaftem Beifall begrüßt wurde. Es ist indessen eine Tatsache, daß innerhalb ge­wisser Kreise der britischen Oeffentlichkeit und Presse Lurch Deutschlands plötzlichen Austritt aus der Ab- -rüstungskonferenz erhebliches Mißtrauen und Beunruhigung geweckt worden ist. Unter­staatssekretär im Kriegsministerium, Duff Coo­per, sagte, daßkein Volk in der Geschichte der Welt sich jemals mit derartiger Begeisterung f ü r den Krieg vorbereitet habe, als das deut­sche Volk es zur Zeit tue". Es wäre nutzlos, zu Deftreiten, daß diese Ansicht in England weit ver- Lreitet ist.

Antwort: Ich war einst am 4. August 1914 tiefunglücklich darüber, daß nunmehr d i e beiden großen germanischen Völ­ker, die durch alle Irrungen und Wirrungen der menschlichen Geschichte so viele hundert Jahre friedlich nebeneinander lebten, in den Krieg getrieben wurden. Ich würde glücklich fein, wenn endlich diese un­selige Psychose ihr Ende fände und die beiden verwandten Rationen wieder zur alten Freundschaft zurückfinden könnten.

Die Behauptungen, daß das deutsche Volk sich mit Begeisterung auf den Krieg vorbe­reite. ist eine uns einfach unfaßbare Verkennung des Sinnes der deut­schen Revolution, wir Führer der natio­nalsozialistischen Bewegung sind fast ohne Aus- nähme Frontsoldaten gewesen. Ich möchte den Frontsoldaten sehen, der mit Be­geisterung sich für einen neuen Krieg vorbe­reitet. Wir hängen in fanatischer Liebe an unserem Volke, genau so wie jeder anständige Engländer an dem feinen hängt, wir erziehen die deutsche Jugend zum Kampf gegen die inneren Laster und in erster Linie zum Kampf gegen 61e kommu­nistische Gefahr, von deren Gröhe man in England allerdings keine Vorstellung hatte, und wohl auch heute noch nicht besitzt. Unsere Revolutionslieder sind keine Lieder gegen die anderen Völker, sondern Lieder, für die Brüderlichkeit im Innern, gegen Klassen­kampf und Eigendünkel, für Arbeit und Brot und für nationale Ehre. Der beste Beweis da­für ist, daß bis zu unserem Regierungsantritt unsere ausschließlich politische SA. vom Staat auf das furchtbarste verfolgt war, ja, daß un- t fere Anhänger nicht nur nicht zum Heere ge­nommen wurden, sondern nicht einmal in einer |! - heeresstätte ass Arbeiter beschäftigt werden durften.

Frage: Der Verdacht, daß Deutschlands letzte Ziele kriegerische sind, beruht auf folgenden Er­wägungen: Man glaubt, daß das deutsche Volk von ber nationalsozialistischen Regierung dazu erzogen worden ist, daß es ein tiefes und echtes Zerwürfnis mit Frankreich hat und daß Keses nur durch einen deutschen Sieg wieder gutgemacht werden kann.

A n>t w o r t: Die nationalsozialistische Bewegung crzieht nicht das deutsche Volk zu einem echten oder tiefen Zerwürfnis mit Frankreich, sondern einfach zur Liebe zum eigenen Volk und zu einem Bekenntnis für die Begriffe von Ehre und Anständigkeit. Glauben Sie, daß wir unsere Ju­gend, die unsere ganze Zukunft ist und an der wir alle hängen, nur erziehen, um s i e dann auf i>em Schlachtfelde z u s a m m e n s ch i e ß e n z u lassen? Ich habe schon so oft betont, daß wir keinen Grund haben, uns militärisch der Lei­stungen unseres Volkes im Kriege zu schämen. Wir haben daher auch hier gar nichts gut zu wachen. Das einzige, über das wir uns schäm­ten, waren die Männer, die in der Zeit unserer schlimmsten Rot das Vaterland im Stich gelassen hatten. Diese Personen fr d restlos beseitigt. Daß die deutsche Jugend wieder ein Ehrgefühl besitzt, erfüllt mich mit Freude. Ich sehe aber nicht ein, wie so ein anderes Volk dadurch be­droht sein soll. Und ich sehe erst recht nicht ein, wieso eine sonst so fair denkende Ration wie die englische uns dies innerlich verübeln könnte. Ich bin Überzeugt, daß, wenn England dasselbe Unglück betroffen hätte, das Deutschland traf, eher noch mehr Engländer National- oz i allsten wären, als dies bei uns der Fall st. Wir wollen mit Frankreich keinZerwürfnis andern eineaufridjtige Serftänbig ung , allerdings auf der Basis, die ein Volk von Ehr­gefühl akzeptieren kann. Und außerdem wollen wir leben können.

Frage: Ein großer Teil der deutschen Jugend wird dur Zeit in Arbeitslagern oder als

Mitglieder der SA. oder anderer Formatio­nen zur militärischen Disziplin erzo­gen. Selbst wenn die deutsche Regierung nicht beabsichtigt, diese Ausbildung für den Kriegsfall durchzuführen, herrscht in Frankreich und zum Teil auch in England die Befürchtung, daß es die Entwicklung eines militärischen Gei­stes unter den jungen Deutschen zur Folge haben könnte, die eines Tages verlangen werden, daß die militärischen Kenntnisse, die sie jetzt erwerben, praktisch ausgenutzt werden.

Antwort: Die deutsche Jugend wird weder in den Arbeitslagern, noch in der SA. und den unterstehenden Formationen mit militärischen Kenntnissen versehen, die sie anreizen könnten, diese einst auszunühen. Wieviel mehr könnte sich demgegenüber Deutschland beschweren, daß in den anderen Ländern Jahr für Jahr Millionen an Rekruten eine wirk­lich militärische Ausbildung er­fahren. Unser Arbeitsdienst ist eine unge­heure soziale Einrichtung, die zugleich klassenversöhnend wirkt.

Eine Armee von jungen Leuten, die früher auf den Landstraßen verkommen sind, haben wir zu nütz­licher Arbeit zusammengefaßt. Hundert­tausend andere, die in den Großstädten schon in jungen Jahren verdorben worden sind, erziehen wir in unseren Jugend- und SA.-Formationen zu an­ständigen Mitgliedern der menschlichen Gesellschaft. Während vor uns die deutschen Straßen und Plätze vom Kommunismus beherrscht worden sind, das ganze Volk unter dem blutigen Terror dieser Mord­brennerbande litt, haben wir jetzt die Sicherheit, Ruhe und Ordnung wieder hergestellt. Das ist der Erfolg meiner SA.

Frage: Ferner ist die Ansicht weit verbreitet, daß Deutschlands Rüstungen schon viel weiter fortgeschritten sind, als amtlich zugegeben wird. Es wird z. B. behauptet, daß die deutsche Regie­rung in Schweden, Holland und anderen Ländern Munitionsfabriken erworben habe, in denen große Vorräte von Kriegsmate­rial auf Lager gehalten werden, um bei Entstehen einer Kriegsgefahr sofort über die deutsche Grenze befördert zu werden.

Deutschland hat keine Waffen- oder Munitionslager im Ausland.

Antwort: Diese Ansichten sind lächerlich. 1. W o sind denn die Fabriken in Schweden, Holland und anderen Ländern, die wir als Munitions­fabriken erworben haben sollen?

Ls würde doch den findigen Nachrichtendiensten nicht schwer sein, heraus zu bekommen, in wel­cher holländischen oder schwedischen Fabrik für Deutschland Munition fabriziert und auf Lager gehalten wird. Denn es mühten dann immerhin ziemlich umfangreiche Lager fein. Und das bleibt den Augen der forschenden Mitwelt ver­borgen? Und außerdem sollen wir vermutlich im Kriegsfälle diese Munition nachts auf dem Luftwege nach Deutschland schaffen oder würde Frankreich unseren Schiffen Geleitbriefe aus- stellen? Rein! Das ist ja alles zu lächerlich, aber leider Gottes genügend, um ein Volk, das nichts will als fein Recht, in einer Welt anzu- fchwärzen, die tatsächlich überhaupt nur eine einzige Rüstungsfabrik ist.

Frage: Obwohl die Anwendung schwerer Feldartillerie durch den Friedensvertrag ver­boten wurde, wird in Frankreich behauptet, daß Artilleristen der Reichswehr in schwerer Artillerie an den deutschen Küstenbefestigungen ausgebildet worden sind. Diese Vorwürfe werden möglicherweise in den nächsten Wochen offiziell geltend gemacht werden.

Antwort: Glauben Sie wirklich, daß wir uns den Luxus erlauben, von den 100 000 Mann unserer Armee die Artilleristen an der schweren

Artillerie der Küstenbefestigungen ausbilden zu lassen, damit sie dann mit den Feldkanonen schießen können? Wir haben in der Festung Königs­berg eine lächerlich beschränkte Anzahl schwerer Geschütze genehmigt erhalten und selbstverständlich werden dafür auch Leute ausgebildet. Im übrigen hat die Armee leider nur eine ungenügende Feldartillerie und wir bilden schon lieber die Leute an dem Geschütz aus, an dem f i e kämpfen müßten als an Geschützen, die wir gar nicht haben.

Frage: Eine weitere Ursache der Besorgnis ist die Auffassung, daß Deutschlands zugegebene Absicht, eines Tages den polnischen Korridor wieder zu erlangen, mit der Erhaltung des Friedens unvereinbar ist.

Antwort: Es gibt überhaupt keinen vernünf­tigen Menschen, der die Lösung des Korridors als besonders überwältigende Leistung der Frie­denskonferenz bezeichnen könnte. Der Sinn dieser Lösung konnte nur fein, Deutschland und Polen für ewige Zeiten zu ver­feinden. Niemand von uns denkt daran, mit Polen wegen des Korridors einen Krieg zu be­ginnen. Wir möchten aber alle hoffen, daß die beiden Nationen die sie betreffenden Fragen dereinst leidenschaftslos besprechen und verhandeln werden. Ls kann dann der Zu­kunft überlasten bleiben, ob sich nicht doch e i n fürbeide völkergangbarerWeg und eine für beide tragbare Lösung findet.

Volk ohne Raum."

Deutschlands Mederzulaffung zu kolonialer Betätigung niemals ein durch Krieg zu lösendes Problem.

Frage: Der AusdruckVolk ohne Raum" hat gewisse Unsicherheit erregt. Auf welchem Wege erblickt der Herr Reichskanzler eine Möglichkeit für die räumliche Ausdehnung Deutschlands? Bildet die Wiedererlangung von früheren deutschen Kolonien eines der Ziele der Re­gierung? Wenn ja, welche Kolonien kommen in Frage und würde ein Mandatssystem Deutschland genügen oder würde Deutschland volle Souveräni­tät verlangen?

Antwort: Deutschland hat zu viele Men- fdjen auf feiner Bodenfläche. Es liegt im Interesse der Welt, einer großen Nation die erforderlichen Lebensmöglichkeiten nicht vorzu­enthalten. Die Frage der Zuteilung kolonialer Gebiete, ganz gleich wo, wird aber niemals für uns die Frage eines Krieges fein. Wir sind der Ueberzeugung, daß wir ge­nau fo fähig sind eine Kolonie zu verwalten und zu organisieren, wie andere Völker. Allein wir sehen in all diesen Fragen überhaupt keine Probleme, die den Frieden der Welt irgendwie berühren, da sie nur auf dem Wege von Verhandlungen zu lösen sind.

Frage: In gewissen Kreisen in England erwartet man, daß die jetzige Regierung sich als ein Vor­spiel zur Restauration der kaiser­lichen Familie Herausstellen wird. Wäre es möglich, daß der Herr Reichskanzler seine etel- lungnahme zu dieser Frage definiert?

Antwort: Die Regierung, die heute in Deutsch­land tätig ist, arbeitet weder für die Mon­archie noch für die Republik, sondern ausschließlich für das deutsche Volk Wohin wir blicken, überall sehen wir nur Not und Elend, Arbeitslosigkeit, Verfall und Zerstörung.

Dies zu beseitigen ist die von uns gewählte Mission.

Frage: Seit der Machtübernahme durch die Re­gierung Eurer Exzellenz ist die Weimarer Verfassung de facto in einzelnen Punkten ab­geändert worden, obwohl sie nicht förmlich außer Kraft gesetzt ist. Beabsichtigt der Herr Reichskanzler eine Verfassungsänderung auf neuer Grundlage durchzuführen.

Antwort: Ich habe einst erklärt, nur mit legalen Mitteln kämpfen zu wollen. Ich habe diese Erklärung auch gehalten. Die gesamte Umgestaltung Deutschlands ist auf verfassungsmäßig zulässigem Wege geschehen. Es ist selbstverständlich möglich und auch wahrscheinlich, daß wir bas Ge­samtergebnis der sich vollziehenden Umwälzung dereinst als neue Verfassung dem deut­schen Volke zur Urabstimmung vorlegen werden, wie ich denn überhaupt betonen muh, daß es zur Zeit keine Regierung gibt, die mit mehr Recht als die unsere behaupten könnte, von ihrem Volke beauftragt zu fein.

Frage: Sieht der Herr Reichskanzler den Völkerbund als eine Einrichtung an, die ihren Nutzen überlebt hat oder kann er sich bestimmte Bedingungen vorstellen, unter denen Deutschland eine Rückkehr in den Völkerbund zu erwögen geneigt wäre?

Antwort: Wenn der Völkerbund sich so wie in der letzten Zeit immer mehr auswächst zu einer Interessengemeinschaft bestimmter Staaten gegen die Interessen ande­rer, bann glaube ich nicht an seine Zukunft. Deutschland wird jedenfalls niemals mehr einer internationalen Vereinigung bei treten oder sich an einer solchen beteiligen, wenn es nicht a l s vollkommen gleichberechtigter F ak-

Die Deutsche Arbeitsfront sagt in einem Aufruf u. a.: Unbeirrbar geht der Führer den Weg, der zur nationalen Befreiung und damit zur Hebung der Lebenshaltung aller deutschen Volksgenossen führt. Unter der Führung der NSBO. wird die größte Organisation 8es deutschen Volks, die Deutsche Arbeitsfront, den Wahlkampf führen, um gemein­sam mit den anderen Kräften des deutschen Volks jenen Sieg zu erkämpfen, der der Welt durch sein gewaltiges Ausmaß eindrucksvoll beweisen wird, daß der Führer das ganze Volk hinter sich hat. Vom heutigen Tag bis zum 12. Novem­ber gilt jeder Gedanke, jede freie Minute und jeder Pfennig nur der Vorbereitung des Siegs am 12. November. Es lebe der Kampf um die nationale und soziale Befreiung der deutschen Nation un­fein herrlicher Führer in diesem Kampf Adolf Hitler!

Der Arbeiterverband des Bergbaues (Sitz Bochum) sagt in einem Aufruf u. a.: Wir deutschen Arbeiter wollen arbeiten, unser Aus­kommen und ein gemütvolles Familienleben haben. Wir denken nicht daran, andere Staaten anzu­greifen. Aber wir können es nicht zulassen, daß man unser Volk in seiner friedlichen Entwicklung hemmt. Jetzt fordern wir Gleichberechtigung, um wenigstens unsere Arbeitsstätten schützen zu können. Soll her deutsche Arbeiter dauernd unter den be­schränkten Lebensbedingungen des deutschen Volkes leiden? Soll es für ihn keinen Aufstieg zu einem höheren Lebensniveau geben, wo er sich hinsichtlich feiner Allgemeinbildung mit den Arbeitern aller Nationen messen kann. Nein und nochmals neinl Wir wollen mit unseren Nachbarn in Frieden leben, aber wir wollen auch leben, wollen frei sein. Jetzt gilt es, dem Auslande unsere Einmütigkeit zu zeigen. Es aebt um unser aller Schicksal. Es qibt nur eine Wahl:Für oder gegen Deutschland . Kleinliche Bedenken müssen zurücktreten. Ein ge- wattiges Bekenntnis soll allen Völkern kund tun, was wir wollen. Friede, Freiheit und Brot.

f o r anerkannt ist. Wir sind Männer genug, ein- Zusehen, daß man nach einem Krieg, den man verliert, man mag nun schuldig fein oder nicht, selbstverständlich die Folgen zu tragen hat. wir haben sie getragen. Daß wir aber nun als Volk von 65 Millionen Menschen dau­ernd und immer wieder aufs neue entehr! und geöemütigt werden sollen, ist für uns unerträglich. Solange ich lebe, werde ich niemals meine Unterschrift als Staatsmann unter einen Vertrag sehen, den ich als Ehren- mann auch im privaten Leben niemals unter­schreiben würde. Was ich unterschreibe, halte ich. Was ich nicht halten kann, werde ich niemals unterschreiben.

Frage: hält Deutschland sich somit für be­freit von den bestehenden interna­tionalen Verpflichtungen mit der Be­gründung, daß es nicht gleichberechtigt behandelt worden ist?

Antwort: Was wir unterzeichnet haben, werden wirnachunsererbestenFähig- keit erfüllen.

Die Schlußausführungen des Reichskanzlers gal­ten dem ungeheuren Kampf gegen Arbeits­not und Wirtschaftselend in Deutschland, gerade auch im Hnblick auf den bevorstehenden Winter, wobei der Reichskanzler der Wett erneut ins Gedächtnis rief, daß es bisher dank dem Versailler Friedensvertragso war, daß sich im Durchschnitt in Deutschland jährlich rund 20 000 Menschen aus Not und Verzweiflung frei­willig das Leben nehmen mußten.Sie werden verstehen", so beschloß der Kanzler die Unterredung, daß eine Regierung und ein Volk, die vor solchen Aufgaben stehen, gar keinen anderen Wunsch haben können, als den nach Ruhe und Frieden und damit endlich auch nach Gleichberechtigung.

Deutschlands Austritt aus dem Völkerbund vollzogen.

Berlin, 19. Ott. (TU.) Wie wir hören, hat die Reichsregierung die amtliche Noti­fikation an den Völkerbund gehen lasten, durch die Deutschland feinen Austritt aus dem Völkerbund erklärt.

NeueKundgebungen derTreue für die Reichsregierung.

Berlin, 19. Okt. (WTB.) Folgende Organisatio­nen haben sich in Treu-Kundgebungen voll und ganz hinter die außenpolitischen Maßnahmen der Regierung gestellt: Die Spitzenvertretung für den gewerblichen Kraftverkehr, der Reichsverband deut­scher Kaufleute des Kolonialwaren-, Feinkost- und Lebensmittelhandels e. V. Berlin, der Reichsbund der Kinderreichen, der Leiter der NSBO. Walter Schumann, Krupp v. Bohlen und Halbach namens der deutschen Industrie, der Deutsche Sparkassen- und Giroverband, die Deutsche Sport-Behörde für Leichtathletik, der Deutsche Genossenschaftsverbano (gewerbliche Genossenschaften), der Wirtschaftsver­band Mitteldeutschlands, der Zentraloerband des Deutschen Bank- und Bankiergewerbes, der Deut­sche Philologenverband, die Deutsche Turnerschaft und der Deutsche Athletik-Sportverband sowie die Bremische Kaufmannschaft.