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Wer erhält Ehestandsdarlehen?
Don DerwaltungS'Amimann Keiher in Gießen.
Im großen Rahmen ihres Arbeitsbeschaffungsprogramms hat die Reichsregierung im Geietz zur Verminderung der Arbeitslosigkeit vom 1. Juni 1933 unter anderem die Gewährung von Ehestands- .Darlehen vorgesehen. Im Hinblick auf die große volkswirtschaftliche und bevölkerungspolitische Bedeutung dieser Maßnahme sollen in Folgendem wm Zwecke der allgemeinen Orientierung einige Ausführungen gemacht werden.
Der kreis der Empfänger.
Ehestandsdarlehen können nur deutschen Reichsangehörigen gewahrt werden, die nach dem 3. Juni 1933 die Ehe schließen oder bereits geschlossen haben. Die Ehefrau muß in der Zeit vom 1. Juni 1931 bis 3 1. Mai 1 933 mindestens 6 Monate lang in einem Arbeitnehmeroerhältnis gestanden haben. Das Gesetz spricht zwar nicht von einem oersiche- rungspflichtigen Arbeitnehmeroerhältms, es ist je- doch bestimmt, daß wenn Zweifel bezüglich der Richtigkeit der Angaben über die Beschäftigung der Arbeitnehmerin bestehen, die Bescheinigung der Krankenkasse gefordert werden kann. Daraus wird zu folgern sein, daß ein oersicherungspflichtiges (im Sinne der Reichsversicherungsordnung) Arbeitsverhältnis Vorgelegen haben muß. Arbeitnehmertätigkeit im Haushalt oder Betrieb von Verwandten aufsteigender Linie (Eltern, Großeltern) oder Adoptiveltern oder Stiefeltern kommt nicht in Betracht.
Die Qlüliigt zui .. .. ----- ^.,^)ließung
muß durch standesamtliches Aufgebot nachgewiesen werden. Die künftige Ebefrau muß spätestens bei der Eheschließung ihre Tätigkeit als Arbeitnehmerin aufgeben. Ferner hat sie sich zu verpflichten, eine solche Tätigkeit solange nicht wieder aulzunehmen, als ihr Gatte Einkünfte von mehr als 125 Mark monatlich bezieht und das Darlehen nicht völlig zurückbezahlt ist.
Die Gewährung des Darlehens ist ausgeschlossen:
Wenn einer der beiden Ehegatten nicht im Besitz der bürgerlichen Ehrenrechte ist:
Wenn nach der politischen Einstellung eines der beiden Ehegatten anzunehmen ist. daß er sich nicht jederzeit rückhaltlos für den nationalen Staat einsetzt:
Wenn einer der beiden Ehegatten an vererblichen geistigen oder körperlichen Gebrechen leidet, die seine Verheiratung nicht als im Interesse der Volksgemeinschaft liegend erscheinen lassen.
Wenn nach dem Vorleben oder dem Leumund eines oder beider Ehegatten anzunehmen ist, daß die Ehegatten ihrer Verpflichtung zur Rückzahlung des Darlehens nicht nachkommen werden.
Die örtliche Zuständigkeit.
Das Darlel>en wird nur auf Antrag gewährt. Der Antrag ist bei derjenigen Gemeinde zu stellen, in deren Bezirk der künftige Ehemann seinen Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt hat. Oertlich zuständig ist hiernach zunächst die Gemeinde des Wohnsitzes. Wenn ein solcher nicht vorhanden ist, Die Gemeinde des gewöhnlichen Ausenthaltes. Der deutsche Gemeindetag hat seinen Mitgliedern die Anregung gegeben, aus Zweckmäßigkeitsgründen die Wohlfahrtsämter mit der Bearbeitung zu beauftragen. Für den Bezirk der Stadt Gießen ist dementsprechende Anordnung ergangen. Die Anträge sind eingehend dahin zu prüfen, ob alle gesetzlichen Voraussetzungen für die Gewährung des Darlehens erfüllt sind. Kann hiernach ein Darlehen nicht gewährt werden, so ist er ohne Angabe des Grun
des abzulehnen. Gegen den ablehnenden Bescheid ist kein Rechtsmittel zugelassen. Bestehen nach Aufsassung des Wohlsatzrtsamtes gegen die Gewährung des Darlehens keine Bedenken, so ist er mit einer gutachtlichen Aeuherung über die Höhe des zu gewährenden Darlehens an das Finanzamt weiterzugeben, in dessen Bezirk das Ehepaar seinen Wohnsitz nehmen wird. Dieses Finanzamt entscheidet endgültig, ob und in welcher Höhe ein Darlehen gegeben wird.
Ein etwaiger Wohnungswechsel ist dem Finanzamt zu melden.
Die höhe de» Darlehn».
Das Darlehen darf höchstens 1000 Mk. betragen. Die Gewährung erfolgt in Form von Dedarfs- deckungsscheinen, die in Beträge von 10 Mk. und 100 Mk. gestückelt werden. Sie werden vom Finanzamt bar eingelöst.
Die Verkaufsstellen.
Die Dedarfsdeckungsscheine berechtigen zum Erwerb von Möbeln und Hausgerät in solchen Verkaufsstellen, die zur Annahme von Bedarfs- deckungsscheinen bereit sind. Als solche Verkaufsstellen kommen nicht nur Ladengeschäfte, sondern auch solche Schreinereien und Handwerksbetriebe in Betracht, die offene Ladengeschäfte nicht unterhalten. Die Gemeindebehörden haben zu bestimmen, welche Verkaufs- (teilen zugelassen werden. Die diesbezügliche Entscheidung wird Aufgabe der städtischen Körperschaften sein. Bis zum 1. August 1933 ist dem Finanzamt eine Liste der im Bezirk der Gemeindebehörde belegencn zugelassenen Verkaufsstellen zu übersenden. Den Inhabern der Verkaufsstellen, die um Zulassung nachzusuchen beabsichtigen, Jei daher empfohlen, diesbezügliche Anträge unverzüglich bei der Gemeindebehörde zu stellen.
Die Tilgung.
Das Ehestandsdarlehen ist unverzinslich. Es ist jedoch in monatlichen Raten von 1 v. H. zurückzuzahlen. Bei dem Darlehnsgeschäft entsteht ein privates Schuldenverhält- n i s zwischen Fiskus und Darlehnsnehmern, bei dem zwar die Eheleute gesamtschuldnerisch haften, die Abtragung der DarlehnLschuld aber sehr wohl durch Dritte erfolgen kann. Die Eltern bzw. Schwiegereltern der Eheleute haben damit die beste Gelegenheit, in wirtschaftlich erträglicher Form einem jungen Haushalt aus die Beine zu helfen. Das Gesetz sieht hinsichtlich der Tilgung noch folgende Milderungen vor, deren Ausnutzung den Darlehnsnehmern nachdrücklichst empfohlen sei:
Bei der Geburt jedes in der Ehe lebend geborenen Kindes werden 25 v. H. des ursprünglichen Darlehnsbetrages erlassen. Kinder die zwar vor der Ehe geboren, aber nach der Eheschließung der Eltern als ehelich legitimiert werden, wie auch Adoptivkinder bedingen diese Erleichterung nicht, ebenso nicht solche voreheliche Kinder, die den Familiennamen ihres Stiefvaters erhalten. Rach der Geburt eines Kindes kann das Finanzamt aus Antrag die Tilgung des Darlehens bis zu 12 Monaten aussehen. Die Geburt eines Kindes ist dem Finanzamt durch Vorlage einer Geburtsurkunde nachzuweisen.
Auf die heutige Bekanntmachung sei besonders hingewiesen.
Oer große Licher Gommermarkt
Siaatskommiffar Dr. Wagner spricht über aktuelle Bauernfragen.
Der Reichsernährungsminister DarrL habe in Wetzlar gesagt, daß es nicht allein darauf ankomme, die Preise zu bessern, sondern wichtig sei es,
ein Bauernrecht zu schaffen, das auch den Enkeln ein Recht auf den Hof sichere.
Das Recht des Bauern auf seinen Hof habe gefestigt werden müssen. Hand in Hand damit gehe die Preispolitik. Die Aufgaben in dieser Hinsicht seien nicht leicht zu bewältigen. Rur ein kleiner Kreis geschulter Landwirte können die bisher getroffenen Maßnahmen ganz verstehen. Es sei nicht damit getan, die Preise für Milch und für Schlachtvieh einfach zu erhöhen, obwohl diese Notwendigkeit vollkommen eingesehen werde. Der Weg sei aber bereits — er erinnere an die Bildung der Rhein-mainischen Milchabsatz-Genossenschaft beschritten. Es gehe besonders darum, dem Bauern einen höheren Milchpreis zu verschaffen, der für größere Zeiträume feststehe.
Die gesamte Milchproduklion müsse verkauft werden können.
Jeder müsse sich der Milchabsatzgenossenschaft an- schließen, wenn er in Zukunft seine Milch verkaufen wolle. Der gleiche Weg müsse auf dem Gebiete der Schlachtviehoerwertung eingeschlag^n werden. Die Metzger dürften nur noch beim christlichen Diehhandel oder bei den Genossenschaften kaufen. Dazu sei allerdings noch eine große Erziehungsarbeit notwendig.
Die Milchfrage sei aerobe für Oberhessen sehr wichtig. Es bedürfe besonders einer Kontrolle in der Werkmilch - und der Frischmilch- Verarbeitung. Die Molkereien dürften nur noch entweder Werkmilch- oder Frischmilchverarbei- tungsbetriebe sein. Diese Regelung müsse nicht zum Wohle für andere Kreise, sondern für den Bauern getroffen werden.
Regelungen grundsätzlicher Art müßten noch in der Frage des Frühkartoffelpreises, des Brotpreises, des Backlohnes usw. getroffen werden. Das alles seien aber w nur Maßnahmen von augenblicklicher Wirkung.
Hauptsache sei, daß in Zukunft verhindert werde, daß ein Bauer von seinem Haus und Hof vertrieben werden könne. Die Schuldenlast aus bäuerlichen Höfen müsse erleichtert werden. Damit der Bauer frei auf freiem Grund sei.
Die Schuldenlast müsse tragbar gestaltet werden.
14 Jahre lang sei das deutsche Volk ausgebeutet und das Steueraufkommen leichtfertig verschleudert worden. Nun aber werde es anders. Adolf Hitler sei zum Siege gekommen und dieser Sieg bedeute Wendung nicht nur im deutschen Geschick, sondern auch eine Wendung in Europa, wenn nicht sogar in der ganzen Welt. Die große Tat, die Beseitigung des Parteienstaates sei nur gelungen, weil dem Führer Hunderttausende deutscher Männer zur Seite standen, die selbst ihren Leben für die Bewegung zu
* Lich, 19.Juli. Unser Städtchen prangte heute nicht nur im Glanze der Sonne eines prächtigen Sommertages, sondern auch im Schmuck der Flaggen des neuen Reiches, die von allen Häusern wehten. Festliche Stimmung herrschte in allen Straßen und Gassen. Aus weitem Umkreis waren die ober- hessischen Bauern gekommen. Die Bevölkerung der Stadt selbst nahm lebhaften Anteil.am diesjährigen Sommermarkt, der als Kreistierschau aufgezogen war und im Zusammenhang damit verschiedene andere Veranstaltungen brachte. Im Mittelpunkt des Interesses stand am Vormittag die eigentliche
ttreistierschau,
zu der die Bauern ihre Tiere in stattlicher Anzahl aufgetrieben hatten. Rinder, Kühe und Bullen des Hessischen Fleckviehs und der Vogelsberger Rasse waren in hochwertigsten Qualitäten vertreten. Außerdem wurden auch Ziegen zur Schau gestellt und gleich den Kühen, Rindern und Butsa« prämiiert Ai-geüchts des ausgezeichneten Materials hatten die Preisrichter ein schweres Amt. Aufgetrieben waren insgesamt 201 Rin- der, Kühe und Bullen. Gleichzeitig fand eine Eberschau, sowie eine Schafbockoersteigerung statt. Ein Ferkelmarkl, zu dem etwa 430 Tiere angefahren waren, fand ebenfalls viel Interesse. Der Krämermarkt war bei guten Umsätzen sehr stark besucht. Im Turnhallen- ?arten wurde eine Ausstellung Neuzeit- icher landwirtschaftlicher Maschinen und Geräte gezeigt, die von der Firma Georg Schiefer st ein (Lich) hergerichtet waren, in der Turnhalle selbst wurde eine Ausstellung des Vereins für Handel und Gewerbe viel beachtet. In der Zeit von 13.30 bis 14 Uhr wurde von der Kapelle der Freimilligen Feuerwehr ein Platzkonzert gegeben, das viele dankbare Zuhörer fand. Im Anschluß daran fand im Schatten der Bäume vor d"r Kirche eine
Kundgebung
statt, die durch Bürgermeister Geil eröffnet wurde. Bürgermeister Geil begrüßte insbesondere den Staatskommissar für die Hessische Landwirt- schäft, Dr. Wagner, die SA.-Kameraden, ferner den Vertreter des Kreisamtes Gießen, Regierungsrat Schmidt, und die vielen Teilnehmer der Kundgebung auf das herzlichste. Im Anschluß daran sprach
SiaaiSkommiffar Dr. Wagner
über aktuelle- Fragen des Hessischen Bauernstandes. Der Redner führte u. a. aus:
Wenn er heute nach Lich gekommen sei, so sei es wegen der Kreistierschau, die seit 1926 wieder die erste Tierschau im Kreise Gießen sei. Die Tierzucht im Kreise habe einen bedeutenden Aufschwung genommen.
geben bereit seien. SS. und SA. hätten der Be- wcgung zur Siege verhalfen, nur mit ihrer Hilfe sei der Gegner niederzuringen gewesen. Solange SS. und SA. marschierten, regiere der Nationalsozialismus. Wer aber nicht inmitten der Bewegung stehe, fei deshalb nicht ausgeschlossen van der Arbeit am Aufbau des Staates. Das deutsche Dalk müsse sich nur umstellen. Damit es eines Tages nur nach ein einiges Reich im Nationalsozialismus gebe. Wenn dieses Ziel erreicht sei, werde man nicht nur Sieger im Inneren sein, sondern Deutschland werde bann auch roieber bie erste Ralle unter ben Völkern der Erbe spielen. Jetzt sei im hessischen Rieb mit einer großzügigen Melioration begonnen worben.
Die Landesplanung werbe auch in Oberhessen burchgeführl.
In einem Jahre werbe Oberhessen frei van Arbeits- lasen sein". Die Arbeitslosigkeit müsse aber burch vollbezahlte 21 r be i t behoben werben, denn bann werbe auch bem Bauern auf die Beine geholfen sein.
14 Jahre lang habe man die Riedentwässerung versucht, und die Bauern seien zwecklos belastet worden. Während zweier Jahre sei aber in aller Stille von den Nationalsozialisten an einem durchführbaren Plane für dieses Kultivierungsprojekt gearbeitet worden. Das Projekt sei bereits vom Reiche genehmigt, bie Arbeit habe schon eingeletzt, am 1. August würben 2500 Mann bafür eingesetzt. Die Schulbenlast, bie heute ben Bauern brücke, fei nicht burch besten schlechte Wirtschaft entftanben, sondern burch falsche Maßnahmen ber Regierung unb burch zu hohe steuerliche Belastung.
5er Hugenbergsche Entschulbungsplan sei nicht nach bes Reichsernährungsministers Geschmack. Der Ertrag ber Ernte von 1933 müsse so verwertet werben, baß im nächsten Jahre eine noch größere Ernte ermöglicht werbe. Das Deutsche Reich müsse, so sage ber Führer Adolf Hitler, ein Bauern-Reich sein unb bürfe nicht vergehen wie bas Reich der Staufen und Hohenzollern.
Der Bauernstand habe die Aufgabe, die Städte mit seiner unverfälschten Volkskraft zu regenerieren, denn der Bauernstand sei der einzige Stand, der einen 25prozenligen Geburtenüberschuß aufzuweisen habe.
Wenn der Geist bes Nationalsozialismus von allen aufgenommen sei, wenn jedermann wisse, was Adolf Hitler wolle, bann werbe bie Nation zu einer unwiberstehlichen Kraft gelangen und dann sei der deutsche Aufstieg gesichert. In der Notzeit aber dürfe keiner nach seinen Rechten fragen, sondern er müsse der Pflichten eingedenk sein gegenüber dem Vaterland, den Eltern, der Bewegung, den zukünftigen Geschlechtern, gegenüber den Vorgesetzten und auch gegenüber ben Untergebenen. Erst bann könne man von seinen Rechten sprechen. Der Geist der Uneigennützigkeit, ber Freiheit, ber Brüberlichkeit und der Geist, der in den Worten „Gemeinnutz geht vor Eigennutz" lebendig fei, gehe rot. Es müsse ber Zeitpunkt kommen, zu bem keiner mehr sage, er sei Bayer, Hesse ober Preuße, sonbern jeder sagen könne, er sei Nationalsozialist. (Lebhafter, anhaltender Beifall.)
Mit bem Gesang Des ersten Verses bes Horst- Wessel-Liebes würbe die Kundgebung geschlossen.
Nach dieser Kundgebung begaben sich bie Teilnehmer zu bem Wiesenplan außerhalb ber Stabt, auf dem eine
Flugsporlwerbeveranslaltung
vorbereitet war. Der Flugtag, der von der Süd- westdeutschen Sportfliegervereinigung Gießen im Einvernehmen mit dem Derkehrsverein unb ber Stabt Lich, sowie mit Unterstützung bes S21.«Sturmbannes veranstaltet würbe, vereinigte eine große Zu- schauermenge auf der Wiese am Fuße bes Harbt- berge» neben ber Wetter beim Hof Kollnhausen. Neben großen Scharen von Erwachsenen hatten auch zahlreiche Schulen aus ber Umaegenb von Lich unter Führung ihrer Lehrer Aufstellung genommen, um bem sehenswerten Schauspiel beizuwohnen. Die Darbietungen ber Flieger würben allenthalben mit außerorbentlich starkem Interesse verfolgt unb mit herzlichem Beifall belohnt. Ein besonders bemerkenswertes Ereignis war bie Ankunft bes Luft- fchleppzuges mit anschliehenbem Seaelslug, nachdem bas Segelflugzeug sich aus bem Schlepp bes Motorflugzeuges gelöst hatte. Beibe Flugzeuge, insbesondere auch bas Segelflugzeug, lanbeten mit präziser Sicherheit inmitten bes Flugplatzes, von ber großen Menschenmenge mit herzlichem Beifall begrüßt. Das Segelflugzeug würbe von bem Segelflieger Erich Wiegmayer gesteuert. Anschließenb folgten interessante unb sportlich hervorragende Flüge bes Erbprinzen z u Solms-Hohensolms- Lich, bes Fluglehrers Lubwia Maier unb des Fliegers Albert Dietrichs. Hierbei wurden u. a. Loopings, Trudeln, Rückenflüge ufro. in schneidiger Durchführung gezeigt, die sämtlich von den Besuchern mit großer Spannung verfolgt wurden unb mit Recht lebhaften Beifall auslöften. Ballonjagb- flüge bes Erbprinzen z u Solms-Hohen- solms-Lich, sowie eine interessante Gasschutzübung, die von ber SS. Lich im Zusammenwirken mit zwei Fliegern mustergültig burchgesührt wurde und starke Aufmerksamkeit ber Menschenmenge fanb, gaben ben Vorführungen noch eine befonbers interessante Note. Ein weiterer Höhepunkt war der von bem Flieger Erich Wiegmayer aus einem von Fluglehrer Maier gesteuerten Flugzeug ausgeführte Fallschirmabsprung, ber ausgezeichnet gelang unb ben Flieger dicht neben dem yluggelänbe zu Boden kommen lieh. Am Schlüsse der flugsoort- lichen Darbietungen fanden noch ausgeloste Freiflüge, ferner Passagier Rundflüge statt, Die den Teilnehmern viel Vergnügen bereiteten. Die Feuerwehrkapelle L i ch wartete während der Veranstaltung mit guter Konzertmusik auf. Die S 21. von Lich versah in trefflicher und umsichtiger Weise den Absperrdienst. Die gesamte flugsportliche Veranstaltung, bie auf hohem sportlichen Niveau staub, bedeutete für Lich unb Umgegend ein bemerkenswertes Ereignis, das den Veranstaltern zur Ehre gereicht unb von ben Besuchern sicherlich in bester Erinnerung gehalten werben wirb.
Der Verlauf des ßither Sommermarktes, ber von einem einheitlichen Geiste getragen war, darf als sehr harmonisch bezeichnet werden unb wirb noch lange in ber Erinnerung Der Teilnehmer lebenbig bleiben.
Oberhessen.
SO-Zahrfeier der evangelischen Kleinkinderschule Laubach.
D Laubach, 17. Juli. QIm Sonntag konnte die hiesige Kleinkinderschule auf ihr bOjähriges Bestehen zurückblicken. Bei dem am Vormittag abgehaltenen Festgottesdienst hielt der Vorsteher des Clisabethenstifts in Darmstadt Pfarrer Hickel die Festpredigt. Um 18 Uhr fand ein besonderer Gottesdienst für die Kinder statt. Anschließend traf sich jung und alt im Stiftsgarten zur Rachfeier, die sich ebenfalls wie alle Veranstaltungen des Festes eines großen Besuches erfreute. Auch von jenen war eine große Anzahl erschienen, die als erste im Gründungsjahr 1883 die Kleinkinderschule besucht hatten. Die von den Kleinen gezeigten Spiele fanden großen Beifall. An die Versammelten hielten Pfarrer Hickel (Darmstadt), Dekan i. R. V o l p und der derzeitige Leiter der Kinderschule Pfarrer Kornmann Ansprachen, die auf den großen Wert und die segensreiche Tätigkeit dieser Einrichtung hinwiesen. Rach den Darbietungen wurden die Kleinen mit gestiftetem Kuchen und Kaffee bewirtet. Bei der Verlosung, deren Ertrag für die Zwecke der Kleinkinderschule bestimmt ist, kamen etwa 500 gestiftete Gewinne zur Verteilung. Die Rachfeier wurde durch die Mitwirkung der Kapelle des Laubacher Musikvereins verschönt.
Schadenfeuer in Friedberg.
WSR. Friedberg. 19. Juli. Auf dem Löwenhof bei Oberroßbach brannte heute eine große Feldscheune mit großen Strohvorräten nieder. Auch wurde eine Anzahl wertvoller landwirtlicher Maschinen ein Raub der Flammen.
Evangelisches Jugendtreffen in Heidelbach.
* Heidelbach, 18. Juli. Lanbesjugendpfarrer Lic. v. b. A u, ber Amtswalter Der evangelischen Iugenb in Hessen unD zugleich auch im Stabe ber Hitlerjugend, hielt, diesmal schon im fünften Jahre, ein evangelisches Jugendtreffen für bas nördliche Oberhessen ab. Im Vergleich zu früheren Jahren erfreute, sich dieses (Jugendtreffen eines besonders starken Besuches. Trotz des un- beständigen Wetters strömte Jugend zu Fuß und zu Rad nicht nur aus dem Kreise Alsfeld, sondern aus weitem Umkreis nach Heidelbach. Da der Fest- gottesdienst wegen plötzlich einsetzenden Regens nicht auf dem Festplatz stattfinden konnte und die Kirche die Besucher nicht faßte, muhte rasch ein Parallelgottesdienst in einem Gasthaussaal eingerichtet wer- den.
Im Mittelpunkt stand Die PreDigt von Herrn Pfarrer Lic. v. d. A u. Ausgehend von Dem im Aufbruch Der Nation neuerwachten Drängen hin zu Kirche unD Religion, zeigte er in überzeugenden Worten, daß Kirche unb Volk nicht nebeneinander, sondern mit- und ineinander leben müßten. Der innere Aufbau, eben das Ausrichten, könne nur durch die Kirche geschehen: Kirche aber seien eben bie, bie ihren Gott kennten. Die Iugenb als bie Zukunft unseres Volkes könne nur in evangelischer Mann- Hastigkeit Mitarbeiten am Aufbau unseres Volkes. Umrahmt war ber Gottesbienst von den Klängen des Posaunenchores Holzburg, Wechselgesängen in- nerhalb ber Oemeinbe unb Kanons eines jugenblichen Thores, bie Herr Pfarrer v. b. A u unb Pfarrer Kalbhenn rasch unb sicher eingeübt hatten. Dekan Unverzagt überbrachte bie Grüße der kirchlichen Obrigkeit, bes Prälaten und des Superintendenten.
Auf dem Festplatz sammelte man sich unb lernte zunächst noch unter leichten Regenschauern nach der Weise des Wilhelmusliedes ein Lied des Deutschen. Pfarrer H i l l - Heidelbach grüßte sodann die versammelte Gemeinde. Eine Vogelsberger Spielschar zeigte ein Spiel: „Wem ist das Land?" von Amts- walter K. D e u ch e r t-Altenschlirf, welches allgemeinen Beifall fand. Burschen und Mädchen aus Stum- vertenrod zeigten schöne Volkstänze. Mädchen des Alsfelder BdM. boten eine Aufführung von Volks- lieberreigen, unb Die Heidelbacyer Schulkinder erfreuten mit reizenben Lieberreigen. Maulbacher Mädchen unter Leitung von Pfarrer Kalb h en n ließen liebliche alte Weisen mehrstimmig erklingen, bis bann nur zu rasch ber Tag ausklang in einem Schlußwort von Pfarrer K a l b h e n n - Maulbach.
Landkreis Gicsten.
s. Hungen, 19. Juli. Der Bezirk Hungen Des N ationalsoziali st ischen Lehrerbundes hielt im „Solmser Hof" eine Versammlung ab. Der Obmann, Lehrer Arnold (Utphe), erstattete zunächst Bericht über bie Hessische Erziehertagung in Darmftabt und roürbigte ihre Bedeutung. Lehrer Dr. Kammer (Villingen) hielt einen Vortrag über „Die Grunbzüge Der Krieck sehen Pädagogik". Es schloß sich eine kurze Abschiebsfeier für Lehrer Müller an, Der von seiner bisherigen Wirkungsstätte Nonnenroth nach Gießen versetzt wurde. — Die Lehrer des Bezirks Hungen haben für bie Spenbe zur Forderung der Arbeit Den ansehnlichen Betrag von 118 Mark gezeichnet.
s. Trais-Horloff, 20. Juli. Kurz nach dem Krieg hat sich hier auf dem Wohnhause des Landwirtes Hermann Beltzer ein Storchenpaar eingenistet, das seitdem alljährlich wiedergekehrt ist und regelmäßig gebrütet hat. In diesem Jahr aber hatte es mit fremden Störchen Kämpfe »u bestehen, wobei das Gelege zerstört wurde. Infolgedessen hat das Storchenpaar diese Brutstätte verlassen und sich ein neues Rest auf einem Baum außerhalb des Dorfes gebaut.
Kreis Büdingen.
w. Nidda, 20. Juli. Am kommenden Sonntag, 23. Juli, hält Reichsstatthalter Sprenger in der Turnhalle vormittag um 9.30 Uhr eine Kreis- arntswalter-Tagung ab. Um 10.30 Uhr findet ein Appell der gesamten SA. Des Kreises Büdingen statt.
Kreis 2llsscld.
* Schadenbach, 19. Juli. Gestern hat Lehrer Döll unser Dors verlassen und ist nach seinem neuen Wirkungsort Rieder-Ohmen übergesiedelt. Ungern sah man diesen allzeit freundlichen und pflichttreuen Erzieher von hier scheiden, der es in der Zeit seiner Tätigkeit an der hiesigen Schule verstanden hat, nicht nur die Sympathie seiner Schüler, sondern der ganzen Gemeinde zu gewinnen. BlihschlagineineMissionSversammlung
WSR. Biedenkopf, 19. Juli. Während eines im Freien abgehaltenen Missionsfestes in Oberasphe schlug bei der Predigt des Pfarrers der Blitz in Die unter Den Bäumen sitzenden Zuhörer unb traf Den Schuhmachermeister Lind und seine Frau aus Sintshausen. Beide, die unter einem Regenschirm dicht zusammensahen, wurden einige Meter weit fortgeschleuderL Die Frau hat schwere Brandwunden erlitten, der Mann liegt noch besinnungslos darnieder, obwohl er am Körper keine Verletzungen aufweist.
Verantwortlich für Lokales, Provinz, Wirtschaft unD Sport: I. D.: H. L. Neuuer.


