Ausgabe 
20.4.1933 Erstes Blatt
 
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Gesetzliche Maßnahmen gegen 0ennationalen" Kitsch.

Berlin, 19. April. (CNB. Funkspruch.) Gewisse Streife in Industrie und handel versuchen gegen­wärtig in stärkerem Maße die Begeisterung der nationalen Erhebung für ihregeschästlichen Zwecke auszunützen und bringen die un­sinnigsten K i t s ch a e g e n st ä n o e , die auf die nationale Erhebung in irgendeiner Form Bezug haben sollen, auf den Markt. So gibt es jetzt sogar fd)°n einSpiel der nationalen Erhebung", das jeder Deutsche" besitzen müsse. Eine Bleistiftfabrik ^^ngt Bleist,fte heraus, auf denen das Horst- Wessel-Lied verzeichnet ist. Weiter kann man Haken- kreuz-Housstuben und Fridericus-Tanzhäuser sehen.

Amtlich wird erklärt, daß die Regierung sich der­artigen Kitsch nicht länger ansehen und in schärf st er Form dagegen vorgehen wird. Im Rohmen der Osterbesprechungen zwischen dem Reichskanzler und dem Reichspropagandaleiter Dr. Goebbels in Berchtesgaden sind auch Verhandlungen darüber geführt worden, in welcher Form gesetz­liche Maßnahmen getroffen werden können, die derartigen Kitsch unterbinden. Amtlich wird die Mahnung an die Oeffentlichkeit gerichtet, sich nicht mit solchen Dingen in Unkosten zu st ü r z e n , da die Regierung nicht zögern wird, von heule auf morgen mit Verboten vorzugehen.

Das Ziel des Kampsbundes für den gewerblichen Mittelstand.

Essen, 19. April. (ERB.) Eig. Meld. Der Kreis Esien des Kampfbundes des gewerblichen Mittel­standes veranstaltete eine Kundgebung, auf der das geschäftsführende Mitglied des Hauptvorstan­des des Einzelhandelsverbandes, Dr. Paul 5) t l- land - Berlin, u. a. erklärte: Als erstes Boll­werk fei die Hauptgemeinschaft des deutschen Einzelhandels genommen worden, deren Bereini­gungen heute bis zu 90 Prozent im national­sozialistischen Sinne gleichgeschaltet worden seien. Der Kampfbund wolle die 2 u d e n zwar nicht gänzlich aus den Verbänden ent­fernen, sie ober unter verschärfteKon- trolle nehmen. In allernächster Zeit soll ein völliges Zugabeverbot und eine Sperre für neue Geschäfte auf die Dauer von zwei Jahren durchgeführt wer­den. Die Reichsregierung werde die Waren­häuser zunächst einmal mit einer Steuer be­lasten, die diese Unternehmen auf das gleiche Selb st ko st en Niveau mit dem Einzel­handel stelle. Der Kampfbund werde seinen Kampf weiter auf die Werkskonsumver­eine richten, wenn diese nicht selbst vorzögen, das Feld zu räumen. Auf steuerlichem Gebiete fordere der Kampfbund vor allem den gänz­lichen Fortfall der ungerechten Hauszins st euer. Alle diese Bestrebungen liefen im Endziel auf die Einführung des vom Nationalsozialismus erstrebten Stände st aa- t e s hinaus, der keinerlei Klassenunterschiede mehr kenne. Ausschlaggebend solle immer wieder die Persönlichkeit sein. Oberstes Gesetz des Kampf- bundes sei und bleibe das Wort:Gemeinwohl geht vor Eigennutz.' Arbeit und Brot für alle!"

Oie erstefeierlicheMensur in Heidelberg

Heidelberg, £0 April. (TU.) Auf histori­schem Boden, aus der alten traditionellen Men­surstätte in der Hirschgasse, fand am Mitt­wochnachmittag nach achtjähriger Ver­botszeit in Anwesenheit zahlreicher Wafsen- studenten, des Rektors der Universität sowie verschiedener Professoren und zahlreicher Ver­treter der nationalen Verbände und der Be­hörden der erste Mensurtag statt. Die historische Rolle des ersten öffentlichen Pauk- tages war den LandsmannschaftenTeutonia" undZaringia" sowie den TurnerschaftenGhim- bellingia" undRheno-Palatia" zugefallen. Der älnparteiische der ersten Mensur, Privatdozent Dr. Buh, sprach der badischen Regierung im Ramen des Waffenstudententums den Dank dafür aus, daß sie die Studentenmensur wieder freigegeben habe. Anschließend fand ein Kommers statt, bei der der Rektor Dr. An- deas eine längere Rede hielt, in der er be­sonders des bevorstehenden Geburtstages des Reichskanzlers gedachte, dem der erste Salamander gebühre. Spontan wurde das Horst- Wessel-Lied gesungen. Schließlich wurde noch an den Reichskanzler ein Telegramm gerich­tet, in dem dem Führer unverbrüchliche Treue gelobt wird.

Reform des Geschichtsunterrichts in den Schulen.

Braunschweig, 19. April. (TU.) Am kom- menden Samstag werden sich die Unter- richtsminister aller deutschen Län­der hier zu einer Konferenz vereinigen, auf der dre Herausgabe einheitlicher, für ganz Deutschland geltender Bücher für den Geschichtsunterricht in den Schulen durchberaten werden soll. Der Konferenz gehen Besprechungen voraus, die bereits ihren Anfang genommen haben. Reben diesen Be- strebunaen zur Schaffung eines einheitlichen Ge­schichtsbuches gilt die Zusammenkunft weiter auch der Aufstellung neuer einheitlicher Erziehungs­und Unterrichtsliniem

Oer falsche SA.-Mann Orlowski.

Düsseldorf, 19. April. (TU.) Wie berichtet, wurde am Sonntagnachmittag in der Umgebung H'Krs auf dem Obersalzberg ein falscher SA. Mann verhaftet, der sich Unterarzt z. D. Paul Orlowski aus Schweidnitz nannte. Rach Feststel­lungen in Schweidnitz ist dort lediglich ein .Kran­kenpfleger und Chemiker" Paul Orlowski, geboren am 28. Dezember 1896 in Düsseldorf-Gerresheim ge­meldet. Bei dem Verhafteten scheint cs sich um den in Düsseldorf geborenen Orlowski zu handeln. Wie nun dieVolksparole" meldet, stand Orlowski seit langem mit der Sowjethandelsoertre- tung Berlin in Verbindung und lieferte dorthin lange Jahre hindurch M a t e r i a l f ü r d i e K P D. Im Frühjahr 1929 wurde er mehrfach bestraft, u.a. wegen Fälschung von Rezepten zum Nachteil der Allgemeinen Ortskrankenkasse. Don Beruf ist Orlowski Chemiker und hat sehr viele Verbindungen mit Rauschgifchändlern. Er selber ist M o r p h i n i st. Oie Verlobung des Prinzen Wilhelm ohne Wissen des Familienoberhauptes

und der Eltern.

Berlin, 20. April. (CNB. Funkspruch.) Die ®_e neralverwaltung des ehemaligen königlichen Hauses teilt mit, daß die in der

Presse veröffentlichte Verlobung des Prinzen Wil­helm von Preußen, des ältesten Sohnes des Kron­prinzen, mit Fräulein von Salviati ohne Vor­wissen des Familienoberhauptes und der kronprinzlichen Eltern erfolgt ist.

Kleine politische Nachrichten.

Am 18. April 1933 wurde der Ministerialrat bei der hessischen Vertretung in Berlin, Dr. Edward, zum stimmführenden Bevollmächtigten des Volks st aates Hessen im Reichsrat ernannt.

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Reichskommissar R u st hat den Führer der Deutschchristen, Pfarrer Hossenfelder, ins preußische Kultusministerium als Hilfsreferent berufen.

Der Herzog von Sachsen, Koburg und Gotha ist als Mitglied der NSDAP, bei­getreten.

Auf Weisung des Reichskommissariats für Luft­fahrt geht das größte Flugschiff der Welt, d i e zwölfmotorige Do X, in den Betrieb der Lufthansa über. Die Do X wird in diesem Jahre einen Europa-Rundflug unternehmen.

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Der Gesamtausschuß des Reichsver­bandes der landwirtschaftlichen Ge­nossenschaften Raiffeisen, wählte ein­stimmig als Präsidenten den agrarpolitischen Be-

auftraaten des Reichskanzlers und Vorsitzenden der Reichsführergemeinschaft des deutschen Bauernstan­des R. Walter Darr 6. Als weitere Präsidenten wurden gewählt der mecklenburgische Ministerpräsi­dent G r a n z o w, Verbandsdirektor Berg- Darm- I stadt und Generalsekretär Trumpf-Hannover. Dem Präsidium wurde die Ermächtigung erteilt, die entsprechende Gleichschaltung auch in den Pro­vinzen und Ländern durchzuführen.

Da sich herausgestelll hat, daß verschiedene Per- sonen die liechtensteinische Staatsbür­gerschaft aus offenbar unlauteren Motiven er­worben haben, hat die Regierung die Abände­rung der Einbürgerungsbestimmun- a e n erwogen. Bis zum Inkrafttreten des neuen Gesetzes wird die Regierung Einbürgeruimsbeschlüsse liechtensteinischer Gemeinden nicht genehmigen, so daß bis auf weiteres die Aufnahme in das liechten­steinische Bürgerrecht gesperrt ist. Seit dem Jahre 1920 haben sich rund 120 Ausländer inklu­sive Staatenlose in Liechtenstein eingebürgert; hier­von sind etwa ein Viertel Reichsdeutsche, ein Viertel Ausländsdeutsche.

Die spanische Regierung hat mit Wirkung vom 20. April 1933 den Sichtvermerks- Zwang f ü r deutsche Reichsangehörige wieder eingeführt. Aus Gegenseitigkeitsgründen sind auf Anordnung des Reichsministers des Innern spanische Staatsangehörige für die Ein­reise nach Deutschland von dem genannten Tage ab gleichfalls dem deutschen Sichtvermerkszwang unterworfen.

Lebensmittel außer Kartoffeln im Vorjahre erklärt sich aus dem vergangenen reichen Obstjahr. Beson­ders erfreulich ist, daß die Liebesgaben an Brenn- ' material über das Dreifache und die Liebesgaben an Kleidung über das Doppelte der vorjährigen Winterhilfe erreicht haben! Aus diesen Zahlen ist ersichtlich, daß 450 000 Haushalle durchschnittlich mit je zwei Zentner Kartoffeln und 1,3 Millionen Fa­milien mit je drei Zentner Brennmaterialien durch die Winterhilfe versorgt werden konnten. Die Zah­len sind nur ein mäßiger Ausschnitt besten, was überhaupt vom Opfersinn der Bevölkerung trotz stei­gender Not durch die örtlichen Sammlungen und die Spenden von Mensch zu Mensch an Winterhilfe in Deutschland im letzten Winter geleistet worden ist. Die Reichsbahn bat sich bereit erklärt, auch noch während des April Liebesgaben an Lebensmitteln frachtfrei zu befördern. Ihre große Spende durch die frachtfreie Beförderung erreichte bei der dies­jährigen Winterhilfe die Summe von 1,86 Millionen RM. gegen 693 000 RM im Vorjahre.

Der Rheinlandflug der Deutschen Verkehrs-Fliegerschule.

Der Rheinlandflug der Deutschen Ver­kehrsfliegerschule wurde planmäßig beendet. Zu der letzten Etappe starteten die Flugzeuge in Friedrichshafen und flogen über Frankfurt a. M. nach dem Heimathafen Braunschweig. Das Er­gebnis des Rheinlandfluges wird von der Leitung der Deutschen Verkehrssliegerschule dahingehend zusammengefaßt, daß das Unternehmen sowohl unter dem Gesichtspunkt der Ausbildung und der Sammlung von Erfahrungen als auch unter dem der Werbung für den deutschen Luftfahrtgedanken voll befriedigend ift

Aus aller Well.

Starker Schneefall in München.

Ein jährer Temperatursturz ist in München in der Rächt vom Dienstag zum Mitt­woch erfolgt. Während am Dienstagmittag noch 17 Grad Wärme festgestellt wurde, sank das Thermometer in der Nacht auf den Gefrierpunkt. Gleichzeitig ist starker Schneefall eingetreten. 2m Tal liegt eine Schneedecke bis zu 10 Zenti­meter.

Jungflieger Schwabe im afrikanischen Sandsturm.

Der auf dem Heimweg befindliche deutsche 2ungflieger und Luftglobetrotter K. Schwabe, Partenkirchen, hatte auf seinem Rückflug in Afrika eine Reihe von schwierigen Situationen zu be­stehen. Auf dem Flug von Khartum nach Wadi Halfa geriet er in einen Sand sturm und hatte gegen so schweren Gegenwind anzukämpfen, daß er für die Strecke von 30J Kilometer mehr als vier Stunden brauchte. Er kam aber mit seinem kleinen Touristit-Flugzeug gut durch. Schwabe wird, dem Laufe des Rils folgend, seinen Flug nach Luxor fortsehen.

Eine Schnupftabaksdose Friedrichs des Großen in Reuyork gestohlen.

2n einer der letzten Rächte zertrümmerte ein Einbrecher mit einen in Papier gewickelten Backstein das Schaufenster eines Iuwellergeschöfts in der 5. Avenue in Reuhork und raubte eine dort ausgestellte Schnupftabaksdose Friedrichs des Großen. Die Dose, die vor einiger Zeit nach den Vereinigten Staaten verkauft worden war, ist mit 10 000 Dollar ver­sichert. Der tatsächliche Wert des Stücks ist je­doch bedeutend höher. Es handelt sich um eine Dose aus Gelbgold mit einem grünen 2ade- stein, acht großen Diamanten, 24 Marquis-Dia­manten und 1866 kleinen Diamanten. Bemerkens­wert ist, daß der Einbrecher lediglich diese Dose gestohlen hat, obwohl das Schaufenster zahl­reiche andere wertvolle Stücke enthielt.

Jahrestagung der Deutschen Landsmannschaft zu Pfingsten.

Die Deutsche Landsmannschaft hat in diesen Tagen ihren Hauptausschuß an ihrem ständigen Tagungsort Coburg versammelt, um ihre Iahrestagung zu Pfingsten vor­zubereiten. Es wird beabsichtigt, der allgemeinen Rotlage wegen nur eine reine Arbeitstagung abzuhalten. 2m Vordergründe der Verhandlun­gen wird die Lage des Studiums und der Studierenden stehen und insbesondere die Lage der Deutschen Studentenschaft als der Kultur­gemeinschaft an Deutschlands Hohen Schulen. Da­neben werden organisatorische und wirtschaftliche Fragen behandelt werden: Weiterer Ausbau der in heutiger Zeit besonders segensreichen Linker- stühungskasse, der Berufsberatung und Stellen­vermittlung, Bereitstellung von Geldmitteln für den Wehrsport, die Grenzlandarbeit und die übrigen Arbeitsgebiete der DL. Reden und Vor­träge werden im Zeichen der nationalen Erhe­bung und der Aufrichtung des nationalen und sozialen Staates stehen, für dessen Durchsetzung und Entwicklung die Landsmannschaft von An­beginn in vorderster Linie der völkischen Bewe­gung mitgekämpft hat.

Bunbeefagung der Inspektoren und Amtmänner der Reichspost.

Der Bund der 2nspettoren und Amtmänner der Deutschen Reichspost begann in Berlin seine dresiahnge Dundestagung. Zur Eröff­nungssitzung waren als Vertreter des Reichs- Postministeriums Oberregierungsrat H e n s ch und für das Reichspostzentralamt Oberpostrat Do- "°.^^^5,Eenen. il. a. sah man die national- '^allMschen Relchstagsabgeordneten 2entzen und Kunkel und die Abgeordneten H a r - monh und Laverrenz von der DRVP. Der Vorsitzende verwies in seiner Ansprache auf die nationale Revolution und betonte, daß sich der Bund freudig zur Mitarbeit an dem Wieder­aufbau bekenne. Der Dundesvorsihende Ober- Postinspektor Schäfer-Barthold erstattete den Geschäftsbericht, wobei er mitteilte. daß der Bund seinen Wiedereintritt beim Deutschen De- amtenbund angemeldet hat. Der Vertreter des Hamburger Bezirks gedachte des Reichspräsiden, ten und seiner vier engsten Mitarbeiter Hitler, Papen Hugenberg und Seldte. Die Versamm­lung stimmte begeistert in die Heilrufe ein. Der Bundestag hat als Treuegelöbnis für die Re- glerung der nationalen Erhebung einstimmig eine t?tJ)Llcun8 angenommen, in der es u a peibt: .Der 27 Bundestag des Bundes der 2n- hjenoren und Amtsmänner der deutschen Reichs- Post betrachtet als seine vornehmste Auf- gave, namens aller im Bunde vereinigten Be­amten zu erklären, daß er geschlossen hinter der Regierung der nationalen Erhebung steht. Er begriißt freudig die von ihr ergriffenen Maß- nahmen der Gleichschaltung der Beamtenorgani- sattonen und deren Befreiung von dem schäd­

lichen parlamentarisch-demokratischen System." 2m Sinne dieser Kundgebung wurden Begrü- ßungstelegramme an den Reichspostminister und an den Führer des Deutschen Beamtenbundes, Reichstagsabgeordneten und Reichskommissar Sprenger abgesandt.

Einordnung

des Speditionsgewerbes in die nationale Front.

Die mehr als 50 Jahre bestehende Spitzen ver­tretung des deutschen Speditionsge- w e r b e s, der Verein Deutscher Spediteure EV., Reichsoerband des Deutschen Spediteurgewerbes, hat in der Vollsitzung des Erweiterten Gesamtvor­standes in Berlin in Anwesenheit und unter maß- gebender Mitwirkung der beauftragten Vertrauens­leute der NSDAP, die Einordnung des Speditions- Ejeroerbes in die nationale Front vollzogen. Vor­land und Ausschüße des Vereins Deutscher Spe- iteure sind dementsprechend zusammengesetzt. Eine R e s o l u t i o n , in der zum Ausdruck gebracht wird, daß sich der Verein als die allein berufene Standes- uertretung des gesamten deutschen Speditionsgewer­bes geschlossen hinter die Politik der nationalen Re­gierung stellt, wurde an den Reichskanzler, den Reichsverkehrsminister und den Reichswirtschafts­minister übersandt.

Kommunistenüberfall auf SA -Leute. Ein Schwerverletzter.

In Hüls bei Recklinghausen wurden in einer der letzten Nächte drei SA.-Leute von Kommuni­sten überfallen. Der SA.-Mann Heinrich Popp aus Hüls erhielt mit einem Beil mehrere wuchtige Schläge auf den Kopf und brach schwer verletzt zusammen. Ein anderer SA.-Mann wurde mit Zaunlatten mißhandelt und mit einer Pistole bedroht. Die Polizei, die sofort die Ermitt­lungen aufnahm, konnte bereits drei der Täter fest - nehmen. Sie wurden ins Polizeigefängnis ge­bracht. Die Verletzungen des SA.-Mannes Popp sind sehr schwerer Natur.

Lin Jahr neun Monate Gefängnis wegen Gotteslästerung.

Das Große Schöffengericht Dessau verurteilte den 23 2ahre alten Schriftsetzer Franz Bauer wegen Gotteslästerung zu einem 2ahre neun Monaten Gefängnis. Unter Bauers Lei­tung war im März vorigen 2ahres im .Tivoli" zu Dessau durch dieRote Fanfare", eine Ab­teilung der Sozialistischen Arbeiterjugend, das Tendenzstück .Pfaffenspiegel" aufgeführt worden, wodurch die Einrichtungen und Diener der Kirche und des Staates in ungeheuerlicher Weise ver­lästert wurden.

Riesige Fänge der neufundländischen Seehundsjäger.

Die neufundländischen Seehundsfänger haben in diesem 2ahr eine ganz ungewöhn­lich reiche Ausbeute gehabt. 2n dem Hasen von St. 2ohns auf Reufundland ist der Fangdampfer2mogene mit 56 0)0 Fellen, die hoch an Deck aufgestapelt waren, eingelaufen. Dies ist der größte Fang, der bisher von einem Dampser gemacht wurde. Der .Eagle" hat 26 000 Felle entladen. DieLlngava" nähert sich mit einer fast gleichgroßen Ladung dem Hafen. Die Gesamtausbeute beläuft sich bis jetzt auf 160 000 Pelze gegenüber 48 000 Fellen im Vorjahr. Die 14 Seehundjäger des2mogcne" haben an einem Tage 11 498 Seehunde ge­schossen. Ein Mann allein hatte eine Strecke von 931 Seehund n Am gle ch.n T ge, dem 11. April, sollen die Fänger derLlngava" 15 000 See­hunde geschossen haben. Seit vier 2ahren haben die Besatzungen der Fangdampfer nicht mehr der­artig ungeheure Mengen von Seehunden gesehen wie jetzt.

Lin halbes Dorf in Siebenbürgen niedergebrannt.

2n der Gemeinde Turda bei Klausenburg brach nachts ein Brand aus, der infolge Wasserman­gels rasch um sich griff und mehr als die Hälfte des Dorfes zerstörte. Eine Frau wurde vor Schrecken wahnsinnig, eine andere fiel vom Schlage getroffen t o t nieder.

Der Abschluß der Winterhilfe.

Bei der Deutschen Liga der freien Wohlfahrts­pflege liegen jetzt die Abschlußzahlea über die Lie­besgaben vor, die von den großen Sammelbecken wie Laichwirtschaft und Gruben von der Reichs- bahn frachtfrei in die Verteilungsgebiete für die diesjährige Winterhilfe befördert worden sind. Es sind dies von Steptember 1932 bis Ende März 1933 insgesamt rb. fünf Millionen Zent­ner gegen rb. zwei Millionen Zentner im Vor- Jaljre oder 25 000 Wagaons, die einer Zuglänge von etroa 225 Kilometer entsprechen. Im einzelnen waren von diesen Liebesgaben 900 000 Zentner (583 640 Zentner tm Vorjahre) Kartoffeln, 144 000 (156 000) Zentner andere Lebensmittel wie Obst, Gemüse Drotgetreide, Mischsendungen, Fleisch und Fett usw., 3,9 Millionen (1,2 Millionen) Zentner Kohlen, Bri ketts und Holz unb über 4 000 (über 2 000) Zentner Kleidungsstücke, Die größere Spendenmenge der *

Kunst und Wissenschaft.

Adolf Stolhe f.

3n Frankfurt a. Main verschieb Aböls S t o l h e , der weit über die Mauern seiner Hei­matstadt hinaus bekann'.e Frankfurter Lokallichter. 2m Sommer dieses 2ahres hätte er seinen 91. Ge­burtstag feiern können.

75. Geburtstag

des Nobelpreisträger» Professor Max Planck.

Der berühmte Berliner Physiker Geh. Rat Profes­sor Dr. Max Planck, Nobelpreisträger von 1918, begeht am 23. April feinen 7 5. Geburtstag. Reichskommissar Rust richtete aus diesem Anlatz folgenden Glückwunsch an den greifen Gelehrten: Zur Vollendung Ihres 75. Lebensjahres spreche ich Ihnen meine besten Glückwünsche aus. Ich gedenke dabei in aufrichtiger- Dankbarkeit Ihrer für Staat unb Wissenschaft geleisteten Dienste.

57. Tagung der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie.

Die 57. Tagung der Deutschen Gesell­schaft für Chirurgie wurde im Langcn- beck-Virchow-Haus in Berlin durch den Vorsit­zenden, Prof. Röpke aus Wuppertal, unter star­ker Beteiligung eröffnet. Der Vorsitzende wies in feiner Begrüßungsansprache darauf hin, daß die diesjährige Tagung im Zeichen einer verheißungs­vollen und Glück verkündenden Zeit stehe: er wünschte, daß allen, die die Führung haben, in dieser zur Einigkeit und Größe Deutschlands füh- renden Zeit, und die ihr Streben und ihre ganze Kraft für dieses Werk eingesetzt haben, der Segen von oben nicht fehle, daß ihnen voller Erfolg be- schieden sei. Prof. Röpke erinnerte ferner an sei­nen früheren Lehrer. Bernhard Riedel aus 2ena, den er als Vorbild des deutschen Chirurgen in all seiner Bescheidenheit und Wahrhaftigkeit hinstellte, dessen Wirken nur dem Wohle des Pa­tienten gewidmet gewesen sei. 2n schar,en Worten wandte er sich gegen die immer mehr zunehmende Zersplitterung auf den Gebieten der Medizin unb betonte, daß die Einzelfächer nur Wert haben, insoweit sie den Boden mit ihrer Mutter, der all­gemeinen Chirurgie, nicht verlieren. Die frucht­bringenden Gedanken in den Spezialgebieten, z. B. in der Orthopädie und der Anfallheilkunde, seien immer von Chirurgen ausgegangen: eine weitere Befruchtung sei nur möglich durch enges Zusam­menarbeiten mit der Chirurgie. Der Vorsitzende gedachte der verstorbenen Mitglieder und er­mahnte die Anwesenden trotz der zur Verfügung stehenden bescheidenen Mittel nach wie vor der deutschen Chirurgie die führende Stellung zu er­halten. Freudig begrüßte er es, daß die Farben des alten Reiches, unter denen in glorreicher Zeit bie Deutsche Gesellschaft für Chirurgie gegründet sei, sowie das Zeichen des erwachten Deutschland die Teilnehmer an der diesjährigen Tagung grüß­ten. An die Begrüßungsrede schlossen sich Fach- vorträge.

Oie Klagenfurter pfingsttagung des VOA.

Die diesjährige Haupttagung des VDA. findet in der deutschen Südmark, in Klanen- furt, in Kärnten, statt. Reben den üblichen Ver­anstaltungen und Arbeitssitzungen wird eine Ge­denkfeier für die um die Befreiung Kärntens gefallenen S e l b st s ch u tz m p f e r stattfinden. Bei der religiös-nationalen Morgenfeier werden hohe geistliche Würdenträger der beiden Bekennt­nisse das Wort ergreifen. Der Festzug gewinnt in diesem 2ahre dadurch einen besonderen Charak- II ter, daß aus allen Gebieten des Kärtner Landes II die Bewohner inihren Trachten teil- n nehmen und der anläßlich des Abstimmungssieges durchgesührte Festzug wiederholt wird. Besichti­gungsfahrten und Tagesausflüge werden in das seinerzeit umkämpfte Gebiet unternommen. Die Teilnahme aus dem Reich wird durch Sonder- züge mit halbem Fahrpreis und darüber erleich­tert.

Wettervoraussage.

Obwohl sich die Luftbruckgegensätze etwas aus­geglichen haben, bleibt unsere Wetterlage weiterhin im Zeichen ber aus nördlichen Breiten zufließenden kühlen Luft. Infolgedessen behallen die Temperatu­ren ihre verhältnismäßig niedrigen Werte bei unb kommen nacht» noch etwas unter den Gefrierpunkt ZU liegen. Die Kaltluft wird fortgesetzt wechselhafte Bewölkung mit zwischenzeitlicher Aufheiterung ver- ankiffen und dürfte vereinzelt auch zu leichten Schauern führen.

Aussichten für Freitag: Ziemlich un- freundlich unb kühl bis zu leichten Nachtfrösten, wechselnb wolkig nUt Aufheiterung, stellenweise leichte Schauer.

Aussichten für Samstag: Noch keine wesentliche Aenberung ber Wetterlage.

Lufttemperaturen am 19. April: mittags 6,2 Grad Celsius, abenbs 0,5 Grab: am 20. April: morgens 0,9 Grab. Maximum 6,7 Grad, Minimum5 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 19. April: abenbs 12 Grad: am 20. April: morgens 4,1 Grad. Sonnenscheindauer 9>j Stunden.

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Längst vergessene x kn uns ein. Wie war dieses Lied m der < haarigen Gesangslehrei t-on allem Zweifel, iu trauen, fo fangen to; M Liedes, ahnten i nis nun in den Ohren Md Wahner zu gleich: gar oft in der Schule ches noch nicht verstehe Leben würde uns v:e. auch geschehen. Am für Liede.

Es ist auch gut, dah hören, dah es in der & es acht dem Lied wic Ehrlich währt am längj Wahrheit, die ewig bei

Man sage nicht: 3n i solche Gedichte nicht me M solche Mahnungen n glauben, unsere Menn it den Dind schlagen. 1 frtn Rinim noch nach Leben, wenn sie dielleich verführerische Lage kom ihnen das Lied zurusen: lieb immer Trei bis an dein kühlet uno welche teur von Gottes Weg Der militärisch $ Ergänzung unseres Frischen Zapfenstreich de, Reichskanzlers witjuteilcn, daß der @rc Wuit an der Sicher k JSJJ folgende S, s'.< Ludwigsplah, Ne eelfersmeg, Westanlage $ durch die Neu ^rrch die WaUtorstraße zu wtrag gebrach, der Leu

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