Ausgabe 
19.9.1933 Frühausgabe
 
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Nr. 219 Erstes Blatt

185. Jahrgang

Dienstag, 19. September 1953

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GichenerAnzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

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Dr. Friedr. Wilh. Lange. Derantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Gange; für Feuilleton Dr Jg.lbtjriot; für den übrigen Teil (Ernft Dlumschein und für den An­zeigenteil L D.TH.Kümmel sämtlich in Bietzen.

SlaalsselrelärImg an Stelle von Är. Werner znm Slaals- minister und Vorsitzenden der hessischen Landesregierung ernannt

Oer Rücktritt des Minister­präsidenten Werner.

Die amtliche Mitteilung.

V a r m st a d l, 18. Sept, sw SN.) Der Reichsstait- halter in Hessen. Gauleiter S p enger, hat den hessischen Sfaalsminifter Dr. Werner feinem An­suchen entsprechend, von seinem Amte ent­hoben. An feine Stelle tritt unter Ernennung zum Staalsminister enb Vorsitzenden der Landesregierung

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Der neue hessische Staatsminister Jung.

der seitherige Staatssekretär der hessischen Regierung Philipp Wilhelm Jung. Das Gauprefseamt teilt hierzu noch mit, datz der Reichsstatihalter sich nur schwer und nur im Hinblick auf die wesentliche Ver­einfachung in der hessischen Staatsführung dazu ent- fchliehen konnte, diesem Ansuchen zu entsprechen. So­weit bis jetzt feststeht, sind auch noch einige sonstige Veränderungen im hessischen Per- sanatkörper bevorstehend. Der Reichsstatthalter empfing heute abend die Vertreter der Presse, um ihnen die Gründe milzuteilen, die ihn zur Ge­nehmigung des Rücktrittsgesuches des Ministerprä­sidenten oeranlatzt hätten. Er habe diesen Entschluß schweren Herzens gefaßt und dem Gesuch nur aus den Gründen stattgegeben, die schon bei der Bildung der letzten Regierung eine Rolle gespielt hätten, datz nämlich das Ministerium nur von einer Person be­seht sein solle.

Das Gaupresseamt gibt zu dem Rücktritt Dr. Werners folgenden Kommentar:

Das Positive fei vorweggenommen: Die den nationalsozialistischen Grundsätzen entsprechenden Bereinfachungsbe st re- bunge n in allen Verwaltungsstellen des Reiches und der Länder sind im Hessenlande um die Etappe eines be­deutsamen neuen Erfolges fortge- schritten.

Die Sendboten des Nationalsozialismus haben vor seiner Machtergreifung in zahllosen Versamm­lungen immer und immer wieder vor der Oeffent- lichkcit betont, daß die Opposition tum November- systern allein schon deswegen unaufhaltsam wachsen müsse, weil die höhe der Verwaltungskosten der schwarz-roten Regierungsbehörden einen geradezu hohnoollen Aufwand darstellten im Verhältnis zur allgemeinen Notlage der breiten Masse.

Somit mußte der zur staatlichen Verantwortung gekommene Nationalsozialismus nunmehr beweisen, daß er zu den herben Grundsätzen seiner 93er- sammlungskundgebungen zu stehen gewillt war. Und zwar nun nicht mehr in Worten, sondern in der entscheidenden praktisch-politischen Tat. Welche Opfer zur Durchführung und Realisierung solcher Taten unter Umständen nötig werden, hat in der Vergangenheit allein schon die Zahl der Toten der nationalsozialistischen Bewegung bewiesen.

Da gibt es keine falsche Rücksicht. Was wäre aus der deutschen Wiedergenesung geworden, wenn Adolf Hitler etwa aus Mitleid über das Opfer der vor der Münchener Feldherrnhalle gefallenen Frei- hettskämpfer feinen gigantischen Kampf für immer

eingestellt hätte? Wir haben seit dem Rücktritt des letzten deutschen Kaisers hinreichend gelernt, daß mit einer weichlichen Rücksichtnahme auf die poli­tisch eine andere Richtung Vertretenden das Staats­wohl nicht gefördert aber nur allzu leicht und ge­fährlich bedroht werden kann. Letzten Endes ist dieses Problem jedoch keine Angelegenheit der Schreibseder und der Zeitungsartikel, sondern eine weltanschaulich bedingte Grundsätzlichkeit. Sie ist naturgemäß nur der Generation der Frontsoldaten des Weltkrieges in Fleisch und Blut übergegangen und zur Slebstverständlichkeit geworden. Sie ist damit zu einer Generationseigentümlichkeit schlecht­hin in unser politisches Leben eingezogen. Eine Charaktersorm, welche weder durch guten Willen noch durch allerpersönlichste sonstige Verdienste an­geglichen oder angeeignet werden kann. Nicht per­sönliche Verdienste und auch nicht eine sonstwie noch so große Lebenserfahrung, sondern ausschließ­lich jenes aus dem in fast 20 Jahren Frontkampf geborene einzigartige Erlebnis des militärischen und politischen Kampfes um Sein ober Nichtsein und die damit verbundene Entschlossenheit des Ein­satzes aller persönlichen Kräfte ist das Fundament der neuen herrschenden Weltanschauung. Dies ist die bedingungslose harte Voraussetzung zur Durch­führung eines wirklich konsequent nationalsozialisti­schen Stadtsneubaus.

Der Geist dieser Weltanschauung wird in allen Fragen, deren Lösung rücksichtslose Härte erfordert, das allein richtige finden. Eine solche ist auch die in Hessen dieser Tage akut gewordene: Soll die Weitergestaltung des Nationalsozia­lismus wie etwa die Fortentwicklung der Ersparnismaßnahmen in der Ver­waltung trotz der überall bemerk­baren W i r t s ch a f t s b e l e b u n g und der allgemeinen Ankurbelung noch weiter fortgesetzt werden, als dies bereits geschah, ober soll man s i ch vorerst auf b i e neuen Erfolge st ü tz c n ? Soll man ausruhen, nur wirtschaftlich arbeiten, ober soll auch bie Politik weiter vor- getrieben werben.

Einfacher gesagt, ist bie Frage eben bie, ob ber Nationalsozialismus sich mit ber gewonnenen Macht schlechthin begnügen soll, ober ob bie Realisierung seiner Grunbsätze in ber Reichspolitik weiter fort­gesetzt wirb, Hemmungen müssen für ben, ber biefe Frage einfach positiv beantwortet, im Interesse bes Ganzen überrounben werben. Darum ist es zu be­grüßen, wenn alle, welche bieser ungestümen Kraft nicht zu folgen vermögen, einfach zur Seite treten unb bem Nationalsozialismus bie Bahn frei geben. Dazu gehört selbstverständlich menschliche Größe, wie sie nunmehr in Hessen wieber einmal bewiesen worben ist.

Die weltanschaulich bebingte neue Grundsätzlich- keit aber muß auf allen Gebieten beachtet werben. Der kulturellen unb politischen folgt bie wirtschaft­liche Entwicklung, bie ihrerseits roieberum ben vor- hanbenen Entwicklungsgesetzen im Rahmen ber Neugestaltung bes Reiches folgen muß, wenn bie praktische Arbeit, insbefonbere bie große Arbeits- beschafsungsoffensive so siegreich fortgesetzt werben soll, wie sie begonnen wurde.

Menschliche Größe hat einen Verzicht ausgespro­chen, und politisches Führertum hat ihn anerkannt. Das ist der Sinn dessen, was der Reichsstatthalter in Hessen, Gauleiter Sprenger, mit der Bestätigung des Rücktrittsgesuches des hessischen Ministerpräsi­denten und den damit verbundenen neuen Maß­nahmen vollzogen hat. Die Nachwelt wird ihm bas zu banken wissen, bas politische unb weltanschau­liche Verstehen bankt ihm schon heute.

Der neue heffische Staatsminister

Staatsminister Philipp Wilhelm Jung würbe am 16. September 1884 in Nieber - Flörsheim (Rheinhessen) als Sohn bes Volksschullehrers Abam Jung geboren. Er besuchte bort bie Volksschule unb anschließenb das Gymnasium in Worms. Nach dessen Verlassen studierte er an den Universitäten Heidelberg, München und Gießen Rechtswissenschaft. Als er die Berufung zum Richteramt erlangt hatte, ließ er sich in Worms als Rechtsanwalt nieder. Dem dortigen Stadtrat gehörte er oon 1926 bis 1933 an. Am 8. Dezember 1931 wurde er i n ben hessischen ßanbtag gewählt unb führte ben Vorsitz im zweiten Ausschuß. Vom 13. März 1933 bis au seiner Berufung zum Staats- fetretär war er Landtagspräsident und für die Zeit vom 15. März bis 13. April 1933 kom­missarischer Oberbürgermeister der Stadt Mainz. Seit dem 15. Mai, seiner Er­nennung zum Staatssekretär, leitete er un­mittelbar die Ministerialabteilung I und die Mi- nifterialabteilung für Arbeit und Wirtschaft, ferner noch das Personalamt. Während des Weltkrieges stand Staatsminister Jung von August 1914 bis Mitte November 1918 im Felde, war Leutnant im Feldartillerie-Regiment 25, war dann Abtei­lungsadjutant und vom Dezember 1916 ab Bat­terieführer.

Eine vorläufige Handwerkerkarte.

Berlin, 18. Sept. (Vdz.) Der Deutsche Hand- werks- und Gewerbekammertag hat den angeschlos­senen Kammern zwei Muster von Hand­werkerkarten übermittelt, von denen eine als eine vorläufige Handwerkerkarte in den Verkehr

eingeführt werden soll. Der Referent im Deutschen Handwerks- und Gewerbekammertag, Dr. Lechmann (Berlin), erklärte dazu, daß die Handwerkskammern sehr wohl Bescheinigungen über die Befugnis zur Führung des Meistertitels usw. erteilen dürfen. Allerdings werde kein Auftraggeber rechtlich daran gehindert, Aufträge solchen Handwerkern zu er­teilen, die eine Handwerkerkarte nicht besitzen. Generell lasse sich oon der Einführung eine gewisse Einschränkung der Schwarzarbeit er­warten sowie auch eine Einschränkung des Pfuschertums.

Keine Annäherung. Eden zur

Oie amtliche Verlautbarung.

Paris, 18. Sept. (TU.) Von amtlicher franzö­sischer Seite wird über die englisch-französischen Be­sprechungen folgende Verlautbarung veröffentlicht:

Ministerpräsident D a l a b i e r und Außen­minister Paul-Boncour haben am Mon­tag den englischen Botschafter in Paris, Lord T y r e 11, und ben ftänbigen Vertreter Eng- lanbs auf ber Abrüstungskonferenz, Unterftaats- fekretär Eben empfangen. Die Unterredung, die von 11 bis 13 unb von 15 bis 16.30 Uhr dauerte, galt der Prüfung ber Lage jo wie sie sich vor der Wiederaufnahme der Arbeiten der Abrüstungskon­ferenz darstellt. 3m Laufe des Meinungs­austausches, der im Geist des gegenseitigen vertrauens ftattfand, haben die Vertreter der beiden Länder die Auffassung ihrer Regierun­gen über die verschiedenen Fragen betannlge- geben mit dem Wunsche, eine Annäherung der beiderseitigen Thesen herbeizu­führen. Die englischen Vertreter werden ihrer Regierung das Ergebnis der Unterredung mit­feilen. Eine neue Zusammenkunft wird In aller kürze stattfinden."

In Kreisen, bie bem Quai b'Orsay nahestehen, glaubt man, baß Unterstaatssekretär Eben zunächst sich lediglich unterrichten wolle und zu Verhandlungen nicht berechtigt sei. hieraus erkläre sich auch die in der amtlichen Verlautbarung her- vorgehobene Tatsache, daß er vor der Weiterfüh­rung des Meinungsaustausches seiner Regierung Bericht erstatten werde. Im Verlaufe der Aussprache soll Paul-Boncour den Standpunkt Frankreichs ausführlich dargelegt und vor allem darauf hingewiefen haben, daß die französische Re­gierung unter den gegenwärtigen Umständen nicht

Paris, 19. Sept. (WTB. Funkspruch.) Die Pa­riser Morgenpresse hebt übereinstimmend hervor, daß die Pariser Verhandlungen nur eine Etappe sein könnten, die französische öffentliche Meinung soll darauf vorbereitet werden, oon den Pariser Versprechungen nicht mehr soviel zu er­warten, wie man es bisher immer wieder ange- kündigt hat. lieber den Stand der Verhandlungen lieft man im9 0 u r n a (", die erste Gegenüber­stellung der beiderseitigen Ansichten habe nicht eine s 0 vollständige Ueberein ft im­mun g und Annäherung herbeigeführt, wie man sie gewünscht hätte. Tiefgehende Mei­nungsverschiedenheiten bestünden sowohl hinsicht­lich der englischerseits geforderten Abschaffung der Offensiowaffen als auch hinsichtlich der französischerseits verlangten Sanktionen, die England ablehne. Unter Bezugnahme auf die Akten über bie angeblichen Rüstun - gen Deutschlands, die die französische Regie­rung während der Ferien der englischen Regierung übermittelt habe, hätten Paul-Boncour und Dala- dier erklärt, daß die jetzige Fühlungnahme Frank­reichs keine Rückzugsmöglichkeiten mehr biete und daß es jetzt das letzte Wort Frankreichs fei. Sie hätten hinzugefügt, daß der französische Standpunkt seitens eines anderen Unter­zeichners des Viermächtepaktes unzweideu­tige Zeichen der Billigung erfahren habe. Eden sei hiervon sehr beeindruckt gewesen und habe erklärt, es sei notwendig, daß er nach London z u r ü ck ke h r e und mit seiner Regierung Fühlung nehme. Eine neue Zusammenkunft sei er­forderlich.

Petit Journal" schreibt, Macdonald wolle die Frage der Konttolle erst bei Eintreten gewisser Vorfälle prüfen unb erachte die sogenannte Probezeit nicht für not» w en d i g. Ebenso habe sich England auch gegen­wärtig gegen eine Debatte in Genf über bie angeblichen Geheimrüstun- aen Deutschlanbs ausgesprochen. Der Ab- ftanb zwischen bem englischen unb bem französi­schen Standpunkt sei fo geringfügig, daß die größten

Oer Generalrat der Wirtschaft einberufen.

B e r l i n , 18. Sept. (TU.) Wie dieTelegraphen- Union" erfährt, tritt in dieser Woche zum e r ft e n- mal seit seiner Schaffung der Generalrat der Wirtschaft zusammen. Reichskanzler Adolf Hitler hat zu Mittwoch, den 20. September, die Mitglieder des Generalrates der Wirtschaft zu einer Sitzung in die Reichskanzlei einberufen. Es finden zwei nichtöffentliche Sitzungen statt, und zwar die eine um 10 Uhr und die andere um 18 Uhr. Die Bedeutung der Sitzung wird dadurch unterstrichen, daß an ihr die meisten Reichs mini st er, sowie die Reichs st aatssekretäre und auch Reichs­bankpräsident Dr. Schacht teilnehmen. Die Vor­mittagssitzung wird in Vertreteung des Reichs­kanzlers durch den Reichswirtschaftsmini- [ter geleitet, während Reichskanzler Adolf H i 11 e r die Nachmittagssitzung selbst leiten wird.

ÄaspariserAbrWngsgespräch wird verbrochen

Gedämpfter Optimismus.

Die pariser preffe zu den pariser Besprechungen.

Berichterstattung nach London.

an eine sofortige Abrüstung denken könne.

Die Agentur Havas gibt einen Kommentar, der den Eindruck bestätigt, daß noch große Mei- n u n g s v e r f ch i e d e n h e i t e n in der Sion- trollfrage bestehen. Die französische These habe, so wird erklärt, keine wesentliche Aenderung erfah­ren. Ministerpräsident Da lädier werde wahr­scheinlich am 25. September derBölkerbunds- tagung beiwohnen unb bei dieser Gelegen­heit die französische These barlegen. Frankreich lege Wert barauf, baß bie Abrii ft u n g von ber Schaf­fung einer internationalen ftänbigen, automatischen unb periobisch vorzunehmenden Kontrolle ab­hängig sei. Die>se Kontrolle werbe während vier oder fünf Jahre erprobt werden müssen, bevor eine effektive Rüstungs - Herabsetzung in Frage komme. Auch seien Sanktionen gegen diejenigen Länder vorzu­sehen, in denen Verstöße gegen das Abrüstungs­abkommen festgestellt werden würden. Bisher habe E n g l a n d sich g e g e n das automatische und pero- dische Funktionieren ber Kontrolle ausgesprochen unb do r allem auch gegen bie Sanktio­nen. Die englischen Delegierten hätten inbessen 93er- ftänbnis für bie französischen Besorgnisse gezeigt. Bei den heutigen Besprechungen mit Norman Davis werde man ein gewisses Zögern der Amerikaner zu überwinden wissen müssen, obwohl die Auffassung Roosevelts in der Adrüstungssrage der französischen These näher zu stehen scheine als die englische Einstellung. Havas weist auch darauf hin, daß gleichzeitig auf diplomatischem Wege mit der ita­lienischen Regierung verhandelt werde, und daß die-se Verhandlungen zu einem gewissen Optimismus berechtigten. Ob eine Aussprache mit dem Präsiden­ten der Abrüstungskonferenz Henderson, der mit Norman Davis aus London eingetroffen ist, ftattfinben wird, läßt Havas dahingestellt. Nur wenn er selbst den Wunsch äußern sollte, würde man dem Rechnung tragen.

Hoffnungen erlaubt seien. Auch hinsichtlich Ita­liens will das Blatt von einer Annäherung an die französische These sprechen können. AuchEcho de Paris" spricht, ebenso wiePetit P a r i- s i e n", von einer französisch-italienischen Annähe­rung hinsichtlich der Frage der Deutschland ver­botenen Waffenarten.E x c e l f i 0 r" meint, die englisch-französischen Meinungsverschiedenheiten be­zogen sich mehr auf die Organisation als auf die Notwendigkeit der Kontrolle, die anerkannt werde. O e u d r e" erklärt freimütig, daß England und Frankreich weder über die Form der Kontrolle noch über die Sanktionen einig seien.

Uneinheitliche Beurteilung in London.

London, 19. Sept. (WTB. Funkspruch.) Das Bild, das die Presse von den Pariser 9lbrüftungs- besprechungen gibt, ist nicht einheitlich. Im Gegen­satz zu dem zuversichtlichen Ton des Pariser (Kom­muniques istMorning Post" der Meinung, daß oon wirklichem Fortschritt kaum die Rede sein könne. In dem Bericht des Pariser Time s"-Korespondenten dagegen heißt es, daß ein befriedigender Fortschritt gemacht worden sei. ImDaily Herald" heißt es, die fran­zösischen Vorschläge müßten, wenn Frankreich dar­auf beharre, zumAbbruchderAbrüstungs- k 0 n f e r e n 3 führen.

NormanOavis beiMacdonald

Paris, 18. Sept. (TU.) Norman Davis be­suchte am Montagvormittag den Ministerpräsidenten Macdonald zum Frühstück unb blieb zwei Stunden bei ihm. Heber den Inhalt der Unter­redung ist sehr wenig in die Öffentlichkeit ge­drungen. Macdonald habe, so heißt es, zu verstehen gegeben, daß England keinen Wert darauf lege, die französischenVorschläge zur Untersuchung ge­heimer Rüstungen in Deutschland" und zu einer strafferen Rüstungskontrolle zu ermutigen. Er sei vielmehr daran interessiert, daß Fortschritte ge­macht werden, um zu einer Unterzeichnung der englischen Abrüstungsvorschläge zu gelangen.

Norman Davis erklärte vor seiner Abreise nach