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19.8.1933 Erstes Blatt
 
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Samstag, 19. August O33

183. Jahrgang

Nr. 193 Erstes Blatt

Em Mchsgesetz zur Zekämvsung des Lärm, eine Forderung der Volksgesundheit.

fand- Bewahren wir den beflügelten und feier­lichen Geist dieser Wochen, wir werden ihn nötig hoben in den nächsten wahren- Harte Prüfungen stehen uns erst noch bevor, und es wird vornehmlich der Geist jener gemeinsamen groben Erlebnisse, jener zusammenverbrachten Feierstunden eineS un­geheuren seelischen Aufschwunges sein, der uns befähigt, Volk und Nation zu bleiben, wenn die Stunde der großen Prüfung gekommen ist.

August 1914 ... unendlich nahe der Erinnerung, unendlich ferne und eingegangen in den MythoS der Nation. Wir fühlen uns Deinem Geiste und Deiner Kraft ehern verpflichtet, und wir geloben im Gedenken der feldgrauen Millionenkamerad­schaft, die damals unter der blauen Kuppel deS sonnendurchglühten Himmels dem Feinde ent­gegenmarschierte: unser letzter Tropfen Blut, unser ganzes Denken und Tun sei künftig nur einem geweiht: der Revolution der deut­schen Seele, die im August 1914 begann, und dem ewigen Reich der Deutschen,- das die Er­füllung und Sinngebung unserer Revolution zu sein hat.

Revolution, denn in diesen Tagen trat für jeden, der sich zur Nation bekannte, das verpflichtende Gesetz der Gemeinschast an die Stelle des selb­stischen Zweckes und des privatenIch". Das W i r". das in allen Epochen der deutschen Ge­schichte alle Männer von Rang unlöslich ihrem Volke verkettet hatte, schuf aus Einzelnen ein Volk, aus Individuen eine Nation. Dom August 1914 datiert, wie einst von Dalmy an, ein neuer Abschnitt der Weltgeschichte. Unö wiederum können wir wie Goethe damals, voller Stolz von uns bekennen:W ir sind dabei gewesen!"

Ein Volk hat feierliche, hat stolze und hat bittre Tage. Stolze Tage sind uns Tannenberg und Skagerrak, Sedan und Leipzig. Leuthen und Fehrbellin. Bittere und schwarze Tage sind der 8. August und der 9. November 1918, sind Jena und Dersailles. Tage des feierlichen Glanzes aber sind die ersten Wochen des August 1914, in denen das beste und heldenmütigste Heer aller Zeiten auf die Entscheidungsfelder der deut­schen Zukunft marschierte und sind uns die März­wochen des Jahres 1933, da das Wollen dieses Heeres und das Erbe der Gefallenen Erfüllung

in den Herzen und Seelen zu vollenden hat. im August 1914 begann. Damals erwiesen sich geschichtliche Kernsubstanz und die Kräfte des Blutes allen materialistischen Überlagerungen überlegen, mit denen eine allzu lange und allzu glückliche Friedenszeit das deutsche Dolk über­schwemmt hatte. Dor der Sprache des Blutes und dem Appell an das ewige Soldatentum im deutschen Menschen verblaßte das elende Ge­schwätz der internationalen Parteien und das kalte Dernünfteln mit abstrakten Theorien. Die Scheinwerte versanken in einer Welt, in welcher ein billiger, unverpflichtender Patriotismus ebenso wesenlos war wie der Glaube an die Interntationale oder an die Allmacht des Geldes. Die Oberhoheit der Nation über alle Werte und Wünsche des Einzelnen also die Grundidee des Nationalsozialismus schmolz bereits damals das Dolk in eine Schicksalsgemeinschaft um, die zwar zerbrochen werden konnte, deren Kern aber das Gemeinschaftserlebnis der Front untilgbar ist und sich von Jahr zu Jahr stärker als geschichtsbildende Macht erwies. 2m August 1914 begann die nationalsozialistische

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Die Großmächte und Oesterreich

Beschränkung auf wirtschaftliche und finanzielle Hilfe?

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d i e Arbeitskraft und - leistung erheb­lich schwächen. Es zeigt sich immer deutlicher, daß mit örtlichen Polizeimaßnahmen nur wenig zur Abstellung dieser Uebelstande getan werden kann, da die eigentliche Handhabe fehlt. Es ist daher durch den Staat einer volksgesundheitlichen Forderung Erfüllung zu verschaffen: Ein ReiHsgeietz zur Bekämpfung des Lärms, das die Ausr-uffgeräusche von Motorfahrzeugen a u f eine bestimmt meßbare Größe festsetzt. Ein Rcichsgesctz zur Bekämpfung des Lärms würde sich nicht nur als ein B e i t r a g z u r E r h ö h u n g der Volksgesundheit besonders in den Schluchten der Großstädte und zur Leistungssteige­rung darstellen, sondern es birgt auch eine wirt­schaftliche Möglichkeit: Ein Anstoß zum Fort­schreiten der Motorisierung. Denn was weite Bevölkerungskreise davon abhält, sich der Kleinkraftfahrzeuge zu bedienen, ist die natürliche Abscheu vor der außerordentlichen Lärmentwicklung dieser kleinen Maschinen.

Die Straft aber, die dieses damalige Dolk der Parteien und Stände und Klassen über Nacht zur gewaltigen Einheit des Erlebens und Wollens zusammenschweißte, jene ungeheuerliche Erhebung einer ganzen Nation aus der Stumpfheit des unverbindlichen Alltags in die grelle Feuer- -robe eines Wcltcnbrandes, dieser seelische Gleichllang und dieses Ineinanderschlagen von 70 Millionen Herzen, dies alles ist uns unendlich ferne, auch wenn wir es bewußt erlebt haben, denn es gehört nun einmal nicht mehr dem Er­lebnis des Einzelnen an, sondern ist Mythos, ist Sage aus grauer Heldenzeit geworden, ist cingeqangen in das unveräußerliche Seelentum des ganzen Dolkes samt seinen Toten von der Schlacht im Teutoburger Walde an bis zu dem Sterben der kriegerischen Auslese in den ein­samen Abwehrschlachten im Herbst 1918 und bis ju den Toten der Sturmkolonnen unserer Revo- lution.

August 1914 ... Erlebnis der Einzelnen und Mythos der Nation, gleichermaßen nahe und ferne herzbeklemmende Verpflichtung angesichts der deutschen Zukunft, die wiederum einen Kampf aeqen die ganze Welt zu verheißen droht wir rufen, August 1914, Deinen Geist auf, um Stärke zu empfangen für das Werk, das vor uns liegt.Es sind Klügler und Schwäher auf* gestanden ...". so beginnt eine flammende An­klage Ernst Moritz Arndts gegen die Zer- reder und Zerdenker aller großen Taten und aller großen Ideen. Jawohl, es w a r e n Klug- | ler und Schwäher aufgestanden, die haben Dem deutschen Dolle einreden wollen, der europäische Dulkanausbruch vom August 1914 sei das bös­willige und vorsätzliche Werk einer Clique von verbrecherischen Staatsmännern gewesen die aus materialistischen Beweggründen das deutsche Dolk in eine äußerliche Begeisterung hineingehetzt hätten, um Absatz für Industrien zu schassen und um Erzbecken und Seehäfen zu erobern. Das Dolk ist inzwischen aufgestanden und hat diese Schänder der deutschen Ehre hinweggefegt, aber es hat dieses Hinwegfegens nicht erst bedurft, um uns zu jeder Stunde bewußt sein zu lassen, daß wie das Brausen des Sturmes und das Zucken des Blitzes, wie Erdbeben und Sturmflut nicht Werke aus Menschenhand sind, ebensowenig die Erhebung vom August 1914gemacht" war. Gewiß, die Augustbegeisterung hielt nicht vor, wie ailch der Revolutionsrausch vom Frühling 1933 niemals zum Dauerzustand werden kann: aber aus der über alle Maßen gewaltigen Der- schwendungssucht des ganzen Dolles, aus diesem schicksalhaften Opfer, das von der Blute des deutschen Mannestums im August 1914 dem Genius der Nation dargebracht wurde, entstand im Hammerwerk des großen Krieges die schwel» genöe Verbissenheit und die stählerne Pflicht- erfüllung, die uns gegen das Material des qaiuen Planeten durchhalten lieh. Ohne fen? Flamme, die im August 1914 lodernd empor- uhr, wäre niemals der Funke der duschen Revolution durch die lange Nacht der Schande und der Selbstentmachtung nach 1918 gerettet toDjöem das heilige WortRevolution" nicht zum Schlagwort geworden ist der bekennt voll tiefer Ergriffenheit, daß die deutsche Revolution, die sich ebenso im Staat und in der Wirtschaft wie

Nach einer Berechnung des Statistischen Reichs­amts hat die Zahl der beschäftigten Ar­beiter gegenüber dem saisonmäßigen Tief­punkt im Januar d. 3. bereits um 1 5 Prozent zugenommen. Die Gesamtzahl der tatsächlich geleisteten Arbeitsstunden hat sich sogar um 25 Prozent erhöht. In vielen Betrieben konnte näm­lich von der Kurzarbeit wieder abgegangen wer­den. Infolgedessen ist die durchschnittliche täg­liche Arbeitszeit des deutschen Industriearbeiters, die im Januar nur noch 6,7 Stunden betrug, wie­

der auf 7,2 Stunden im Juni gestiegen. Es unter­liegt also keinem Zweifel, daß in Deutschland durch die Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen der Reichs­regierung eine echte, konjunkturelle Bes­serung der Wirtschaftslage erreicht worden ist. Diese beschränkte sich keineswegs auf die Verbrauchsgüter herstellenden Industrien. Vielmehr ist auch in einem großen Teil der In­dustrien, die Träger der Anlagetätigkeit sind und deren Beschäftigung nur geringen saisonmäßigen Schwankungen unterliegt, eine Zunahme der Pro­duktionstätigkeit sestzustellen.

So haben z. B. die Klöcknerwerke über eine Besserung des Absatzes von Roh­eisen und Roh stahl gegenüber dem Vor- jahr sowie ferner über eine Steigerung des Abrufs von Kohle berichtet. Allerdings bc- schränkt sich auch bei diesem Montanunternehmen die Geschäftszunahme auf den Binnen­markt, und es wird ausdrücklich betont, daß die erhoffte Belebung im Exportgeschäft noch nicht eingetreten sei. Sogar die Maschinen- Industrie, die besonders stark am Export inter­essiert ist, berichtet über ein Ansteigen des Auf­tragseingangs aus dem Inland e, die nun­mehr für die unbefriedigende Gestaltung des Auslandgeschästs einen vollen Ausgleich bot. Hervorgehoben wird, daß die neuen Aufträge nicht lediglich unmittelbar auf die Arbeits­beschaffungsaktion der öffentlichen Hand zurück­zuführen, sondern teilweise auch von privaten Bestellern erteilt worden seien. Besonders leb­haft war das Geschäft in Landmaschinen, in Maschinen und Apparaten für die chemische In­dustrie sowie in Verbrennungsmotoren. Trotz alledem war der deutsche Maschinenbau freilich

I Ende Juni nur mit 35 Prozent feiner Leistungs­fähigkeit beschäftigt, und es werden in dieser Industrie noch immer -.0 ) 000 Arbeitslose ge­zählt, obwohl die Gesamtbelegschaft in den letzten Monaten um 2 bis 3 Prozent vermehrt werden konnte.

Der allgemeine Stimmungsumschwung in der deutschen Wirtschaft kam besonders deutlich in einer Rede des Oberbaurats Heck in der Ge­neralversammlung der Dessauer Continen­tal-Gas-Gesellschaft zum Ausdruck. Die deutsche Wirtschaft könne, so hieß es in dieser Verwaltungserklärung, mit Gewißheit einen neuen Aufstieg in dem von dem Vollskanzler ge­führten Deutschland erhoffen. Freudig begrüßte Oberbaurat Heck besonders die Förderung der Slnternehmungslust durch staatliche Maßnahmen wie z. B. den nunmehr in Angriff genommenen Bau der großen Magdeburger Zinkhütte. Er­wähnung verdient ferner die Feststellung, daß der vorjährige llprozentige Rückgang der elek­trischen ctromabgabe jetzt völlig verschwunden, im Gegenteil sogar wieder eine Zunahme des Elektrizitätsverbrauchs einge re- len sei. m .. .

Allem Anschein nach hat auch der Rückgang der deutschen Ausfuhr nahezu den Tief­stand erreicht. Diese hat im Monat Juli sogar eine kleine Zunahme erfahren, da die Verminderung der Ausfuhr von Textilfertigwaren und Maschinen durch eine Steigerung des Exports von Stein­kohlen, Koks, elektrotechnischen Erzeugnissen usw. reichlich ausgeglichen wurde. Allerdings hat die Einfuhr wertmäßig noch stärker zugenommen als die Ausfuhr, so daß der deutsche Ausfuhrüberschuß abermals von 28 auf 25 Millionen Mark sank. Wenn der Rückgang auch nicht mehr bedeutend ist,

Paris, 19. Aug. (ENB. Funkspruch.) Der offi­ziösePetit Parisien" will berichten können, daß sich in dem Meinungsaustausch zwischen Paris, London und Rom über die österreichisch-deutsche Spannung eine gemeinsame Linie ergeben habe. Ein endgültiger Beschluß fei' zwar noch nicht gefaßt, doch denke man an eine sofortige wirtschaftliche und finanzielle Aktion zugunsten Oesterreichs. Das Blatt begrün­det diesen Entschluß auf weitergehende Absichten mit der Erwägung, daß man im gegenwärtigen Augen­blick nicht versuchen dürfe, sich mit ehrgeizigen Plänen für eine Neuordnung in Mitteleuropa zu beschäftigen: das würde zuviel Zeit beanspruchen und sicher allerhand Befürchtungen (gemeint ist wohl die Rivalität der Großmächte) auslösen. Selbst wenn die in Aussicht genommene schnelle Unterstützung für Oesterreich eine behelfsmäßige Maß­nahme wäre, würde sie dennoch dem österreichi-

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sehen Volk nicht nur beweisen, daß es die moralische Unterstützung der Großmächte habe, sondern auch, daß diese, ebenso wie die Kleine Entente, fest ent­schlossen seien, Oesterreich lebensfähig zu machen. Damit würde Oesterreichs Vertrauen in die Zukunft und zu sich selber wiedergegeben wer- den. Es gäbe, so fügt das Blatt wie zur Entschul- digung vor der immer noch auf hochpolitische Ak­tionen vorbereiteten französischen Oeffentlichkeit hinzu, kein besseres Mittel, gleichzeitig die Autorität der Regierung zu festigen.

Em Fußballverein als Opfer der Oollfußjustiz.

Innsbruck, 18. Aug. (TLI.) Der Inns­brucker Fuhballverein trug kürzlich in Kufstein gegen den dortigen Spielklub ein Wettspiel aus. Auf der Rückfahrt benutzten die Spieler und

Wo steht die deutsche Wirtschaft?

ckSprozeniigeZunahme derBeschäfiigien.Das Exportgeschäft aus dem Tiefpunkt.Besserung des Maschinenabsatzes. - Steigender Kohlen- und Elektrizitätsverbrauch. - Türken und Japaner kaufen deutsche Waren.

August 1914.

Don Friedrich Wilhelm Heinz GOS.

3n diesen Tagen, da das goldene Korn der (Ernte entgegenreift und das deutsche Volk nach vollendeter Revolution in eine Epoche heroischster Anspannung aller Kräfte eintritt, geziemt es sich. 5er Geburtsstunde unserer deutschen Revolution u gedenken Der Ausbruch zur Revolution ist j immer Mythos, ihr Zustand ist immer em An- ' soorn, ihre Zukunst ist ebenso groß und ebenso ' tunfcl wie das Schicksal- Solange jedoch unserm | Marsch in das Morgen der Stern der ersten Stunde strahlt, ist uns um diese Zukunst nicht

j Bange.

iln« Front- und Marschsoldaten des Krieges I unb der Revolution liegt der August 1914 unend­lich nahe, und er liegt uns gleichzeitig unendlich ferne Wir lassen die Stadt hinter uns und shreiten über Aecker und Wiesen, wir streifen 1 Lurch die Wälder und verweilen auf den Hängen, ton denen der Blick weit hinausreicht in deutsches Heimatland: prall glüht die Sonne vom Himmel, j Lessen blaue Kuppel den Horizont überspannt, Lie Flüsse dampfen in der Mittagsglut und wie eine blasse Sichel hängt der Mond am östlichen Horizont. Der Sommer steht in seiner höchsten fiüllc, heute wie vor 19 Jahren, da sich das | Volk zum erstenmal erhob- Was wir sehen und s toas die Erinnerung bewahrt, das ist und bleibt unä nahe: der unerhörte Schwung der ersten ? Begeisterung, die exakt-preußische Mobilmachung : Ler Armee, der Aufbruch desVolles in Waffen l Lie langen sangerfüllten Züge durch Tag und ! Nacht hinter der rauchenden Fahne der Loko- I xnotiDen, das Ausladen und das fiebernd er- toartctc erste Sturmsignal, der hetzende, rast­lose Vormarsch über flimmernde, staubüberwehte Straßen, das sirrende Pfeisen der ersten Ge­schosse über Wiese, Hang und Weizenfeld, der Lröhnende Aufschrei aus heiseren Kehlen, das tausendfache Sinken der Kameraden ringsum. Der seelenzersprengende Waffenstol) über die Kette herrlichster Siege, und dies alles unter der clutcnben Sonne und inmitten der hochsommer­lichen Landschaft des August, jawohl dies alles ist und bleibt uns unendlich zeitnahe, unver­gessen, niemals auszulöschen, heute und immer. August 1914.

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so beweist er doch, daß die Aussichten auf eine Besserung der deutschen Devisenlage und damit auf eine Stärkung der deutschen Trnnsserfähigkeit zu­nächst keineswegs groß sind. Mancherlei Anzeichen einer Besserung der deutschen Handels­beziehungen mit einzelnen Ländern verdienen jedoch immerhin Beachtung. So ist z. B. der An- teil Deutschlands ap der türkischen Einfuhr von 20 Prozent im Vorjahr auf 25 Prozent gestiegen. Deutschland hat im ersten Halbjahr 1933 für 18!, Millionen Mark Waren nach der Türkei exportiert. Ebenso scheinen sich auch die deutsch -japani­schen Wirtschaftsbeziehungen zu vertiefen. Japan hat einen erheblichen Teil der für die wirtschaftliche Entwicklung des neuen Mandschukuo - Staates erforderlichen Jndustrieaufträge nach Deutschland gelegt und z. B. soeben den größten Teil der Ma­schinen für das neu errichtete große Stahlwerk in Mandschukuo in Deutschland gekauft.

Einen ausgezeichneten Eindruck hat in allen Wirt- schastskreisen des In- und Auslandes die Kölner Rede des Reichswirtschaftsministers Dr. Schmitt gemacht. Denn in dieser Rede wurde die Lage ohne Schönfärberei fo dargestellt, wie sie dem Wirtschafts­praktiker erscheint. So warnte der Wirtjchastsminifter insbesondere nach verschiedenen Seiten hin auch vor einem Zuviel und unterließ es nicht, auf die Ge­

fahren hinzuweifen, die den deutschen Wirtschafts­ausstieg hemmen oder gefährden könnten. Bedenklich sind in dieser Hinsicht.namentlich die hier und da zu beobachtenden übertriebenen Preissteigerungsten- denzen In manchen Landesteilen, so z. B. in Ost­preußen, haben staatliche Behörden bereits Gegen- maßnahmen ergriffen. Auch in dem obenerwähnten Bericht des Vereins Deutscher Maschinenbauanstal- ten wird gesagt, daß auf manchen Gebieten der Roh- und Halbfabrikate sowie der Hilssstofse Prelssteige- rungen von 30 bis 100 v. H. cingetrelen seien, und cs wird gefordert, daß solchen Tendenzen tatkräftig entgegengetreten werde. Die Mahnung Dr. Schmitts, bei allem Wagemut und allem berechtigten Optimis- mus nur das zu tun, was wirtschaftlich ver­nünftig ist, kommt hier gerade zur rechten Zeit.

Der Saatenstandsbericht des Deutschen Landwirt- schastsrats berechtigt zu der Erwartung, daß der diesjährige Ernteausfall im allgemeinen dem vorjährigen gleichen wird. Auch die Landwirt­schaft bedarf aber des Schutzes gegen Ausfchreitun- gen der Spekulation. Der angeordnete Umbauber Berliner Produktenbörse ist daher zu begrüßen. Die Börsen dürfen niemals Selbstzweck sein, sondern sie müssen Instrumente der Wirtschast bleiben, und nur soweit sie dieser dienen, haben sie eine Existenzberechtigung.

Stuttgart, 18. August. (ERB.) DerNS.- Kurier" hebt die Notwendigkeit eines Reichsgesetzes zur Bekämpfung des Lärms hervor. Das Blatt schreibt u. a.: Die A u s p u s f g e r ä u s ch e der Kraftfahrzeuge stellen eine Lärmgröße dar, die die Neroenkraft des Menschen er­heblich schwächt. Insbesondere in den Städten erreicht diese Lärmgröße ein Ausmaß, daß selbst die Verkehrspolizei ihre Aufmerksamkeit darauf rich­tet, jedoch mit vergeblichem Bemühen, da ein allgemein gültiges Gesetz fehlt. Nur den schlimmsten Auswüchsen aus diesem Gebiet kann sie entgegentreten. Die Stadtbewohner blei­ben dem Geknatter jedoch ohne Schutz preisgegeben. Die schlimmsten ßärmqueUen sind die sogenanntenK l e i n st f a h r z e u g e", Motorräder, Personen- und Nutzsahrzeuge, die durch ihre normale Auspuff - Leistungen nachts den Bürger aus dem Schlaf schrecken,, die bei Tag den Aufenthalt in den unteren Stockwerken der Häuser zur Dual machen, die das Wohlbefinden und, wie die Untersuchung namhafter Autoritäten zeigen,

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