Ausgabe 
19.7.1933 Frühausgabe
 
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Mr Ordnung im Staate - gegen Angebertnm!

Don der Hessischen Polizeidirektion Gießen werden wir um die Veröffentlichung des nachstehenden Erlasses des Reichskanzlers über Nachforschungen nach Vergehen aus früherer Zeit, der aut die Herren Reichsstatt* 'halter und an den preußischen Ministerpräsidenten ergangen ist, gebeten:

Nachstehend der Erlaß im Wortlaut:

An die Herren Reichsstatchalter und den Herrn preußischen Ministerpräsidenten!

Die Neuordnung des staatlichen und wirtschaft- lichen Lebens ist tatkräftig in Angriff genommen und in vollem Gang. Alle wichtigen Stellen und Einrichtungen in Staat und Wirtschaft sind gleichge* schaltet und folgen einem einheitlichen Aufbauwillen. Es gilt jetzt, die zum Sieg gelangte Staats- und Wirtschaftsauffassung in Ruhe zu festigen und zu stärken und von dieser Grundlage aus die wich­tigste wirtschaftliche Aufgabe der Gegenwart, die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit, mit allen Kräften in Angriff zu nehmen. Damit diese Aufbauarbeit nicht gestört wird, ist es erforderlich, daß die in den letzten Wochen beobachtete Sucht, überall Nach­forschungen nach Vergehen aus früherer Zeit anzu­stellen und die Schuldigen noch nach Jahren zur Verantwortung zu ziehen, aufhört und dem oerächt- lichen Angebertum, daß sich allenthalben breit ge­macht hat, entgegengetreten wird. Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, daß in vielen Fällen nicht

das Verlangen nach Gerechtigkeit der Antrieb ist, führende Männer der Wirtschaft vor Gericht ziehen, sondern oft persönliche Gefühle, vielfach so­gar Rachsucht und die Verfolgung eigener egoisti- scher Ziele, die Triebfeder des Handelns sind.

Wenn die Staatsanwaltschaft und die Polizei in jedem Falle, der zur Anzeige kommt, die vorläufige Festnahme verfügen, so wird auf der einen Seite jenes Angebertum gefördert, das den niederen In­stinkten der Menschen und nicht der sitllichen Er­hebung des Volkes entspringt, auf der anderen Seite entsteht mit der Zeit bei den Führern der Wirtschaft ein Gefühl der Dogelfreiheit, das geradezu die Läh- mung der verantwortlichen Leitung der wirtschaft­lichen Unternehmungen nach sich zieht. Die ruhige Entwicklung wird hierdurch ernsllich gefährdet.

Bedeutsame Fälle von Korruption und anderen strafbaren Handlungen müssen natürlich im Inter* esse der Reinigung des staatlichen und wirtschaft- lichen Lebens mit unnachsichtlicher Strenge geahndet werden, auch wenn die Vorkommnisse längere Zeit zurückliegen. In vielen Fällen aber sind die Ver­fehlungen weniger aus gemeinem Eigennutz als vielmehr im Ringen um die nackte Existenz und die Erhaltung der geschäftlichen Betriebe begangen wor­den. Gegenüber solchen Verfehlungen der Der- gangenheit ist eine großzügige Stellungnahme der staatlichen Organe am Platze.

Gez.: Adolf Hitler.

Aus -er Provinzialhauptstadt.

Gegen unbefugtes Tragen von Kriegsauszeichnungen.

Dom Reichswehrmini slerium wird mit- geteilt: Kriegsauszeichnungen und de­ren Ränder, sowie Uniformen der allen und neuen Wehrmacht, dürfen nur getragen werden, wenn die rechtmäßige Verleihung durch eine Urkunde nachgewiesen werden kann. Zuwiderhandlungen sind strafbar, Beförderungen, Lharaktererhöhungen und Unisormverleihungen f ü r Angehörige der alten Wehrmacht sind mit dem 1. Januar 1923, die Verleihungen früherer Auszeichnungen, einschließlich Verwundetenabzeichen, sind mit dem 31. Mai 1924 eingestellt worden. Eine Wiederausnahme solcher Verleihungen ist nicht möglich.

AS.-Reichssymphonieorchester in Mainz.

Das Gaupresseamt teilt mit: Am kommen­den Samstag, 22. Juli, wird das RS.-Reichsfym- phonieorchester unter Kapellmeisters Fran; Adam hcrborragender Leitung in der Stadthalle der rhein- mainischen Musikstadt Main; wirken. Das glän;ende Presseecho, welches dem Auftreten der nalionalfo;ia- ttftischen Künstlerschaft in diesen Tagen überall folgt, enthebt uns hier der Notwendigkeit einer besonde­ren Betonung des wertes und des hohen Genusses eine» solchen Abends, wir halten es für unsere Pflicht, jeden deutschen Volksgenossen in Stadt und Land darauf aufmerksam ;u machen, daß er die für wahrscheinlich längere Zeil letzte Möglichkeit, das Reichssymphonieorchester ;u hören, in Main; haben wird. Bekanntlich geht das Orchester demnächst ins Ausland, so daß allen deney, die mittelbar viel, aber unmittelbar noch nichts von diesem Orchester hörten, dringend ;u raten ist, die Gelegenheit, am kommenden Samstag ein deutsches und erhebendes Wochenende in Main; ;u erleben, nicht vorübcr- gehen ;u lassen. Die Unkosten einer hin- und Rück­fahrt werden auf jeden Fall durch die künstlerifchen Leistungen voll entschädigt. Ls sei daran erinnert, daß u. a. in Frankfurt a. M. der größte Raum ge­füllt wurde, als das Orchester hier kür;lich spielte. Oie Ausführungsverordnung zur Ver­ordnung über die Preisüberwachung.

Die Etaatsprefse stelle teilt folgende Bekanntmachung. die Ausführungsverordnung zur Preisüberwachung betreffend, vom 18.3uli 1933 mit:

2luf Grund des § 1 Absatz 1 der Verordnung des hessischen Ministerpräsidenten zur Preisüber* wachung vom 8. 3uli 1933 (Darmstädter Zeitung Olr. 158 vom 16. Juli 1933) wird bestimmt:

§ 1. Die Leitung der durch § 1 der Verord­nung zur Preisüberwachung vom 8. 3uü errich­teten Preisüberwachungsstelle obliegt dem Staats­sekretär oder dem von ihm bestellten Devoll- mächt^tcn.

Zu seiner Deratung kann der Staatssekretär sachverständige Personen im Benehmen mit den bestehenden wirtschaftlichen Verbänden und Ver­einigungen oder den berufsständischen Vertretun­gen von Händlern und Gewerbetreibenden sowie aus den Kreisen der Verbraucher heranziehen. Die Tätigkeit der Sachverständigen ist ehrenamtlich. Eine Vergütung von Auslagen aus der Staats­kasse findet nicht statt.

§ 2. Der Antrag auf Erteilung von Genehmi­gungen nach § 2 oder 3 der Verordnung vom 8. 3uli 1933 soll durch Vermittlung der zur Wahr­nehmung der besonderen 3nteressen der beteilig­ten Wirtschaftskreise gebildeten Verbände und Vereinigungen gestellt werden und ist an das zu­ständige Kreisamt zu richten.

Liegt ein solcher Antrag vor, so ist der einzelne Händler 'und Gewerbetreibende von der Pflicht zur Stellung eines Antrags befreit; dies gilt auch bann, wenn der Händler oder Gewerbepceibende dem Verbände nicht selbst angehört. Dem Antrag ist eine ausführliche Begründung, gegebenenfalls unter Hinzufügung von Unterlagen, beizuschliehen.

§ 3. Die Anwendungsvorschrift im § 2 Abs. 1 der Verordnung vom 8. 3uli 1933 über die Ge­nehmigung von Preiserhöhungen. Erhöhung von Preiszuschlägen und Preisspannen wird vorerst ausgesetzt.

Die in § 2 Absatz 2 vorgesehene Einholung der Genehmigung von Preiserhöhungen, Erhöhung von Preiszuschlägen und Preisspannen, die seit dem 1. Mai 1933 bis zum Erlaß dieser Verord- nung erfolgt sind, wird vorerst beschränkt auf Rog­genbrot, gemischtes Brot und Backlöhne.

§ 4. Das Antrags- und Genehmigungsverfah­ren vor der Preisüberwachungsstelle 'erfolgt ge­bührenfrei.

Der Staatssekretär: 3 u n g.

Milchbezug nur noch von den Milch- absatzgenoffenschasten.

Eine Bekanntmachung des Milchversorgungs­oerbands Hessen.

Nachdem bis zum 15. Juli 1933 laut meiner Be­kanntmachung betreffend die Bildung des Rhein- Mainischen Milcherzeugungsverbandes und die Er­richtung der Milchabsatzgenossenschaften vom 26. Juni 1933 (Darmstädter Zeitung Nr. 151 vom 1. Juli 1933) die Bildung der Milchabsatzgenossen- schosten im wesentlichen durchgeführt ist, verlieren alle einer Milchabsatz- bzw. Molkerei-Genossenschaft nicht angeschlossenen Milcherzeuger das Recht auf Milchlieferung. Die Milchabsatzgenossenschaften sind verpflichtet, vom 1. August d. I. ab den Verkauf der Milch für ihre Mitglieder an die Milchabnehmer (Milchhändler, Molkereien, Verbraucher) durchzu­führen.

Milchhändler, die Milch bisher von einzelnen Landwirten bezogen haben, dürfen von dem glei­chen Zeitpunkt ab diese nur noch von den Milch- absatzgenossenschaften ihres bisherigen Lieferkreises beziehen, lieber die spätere Absatzgestaltung erfolgt besondere Anordnung des Milchoersorgungsverban- des Hessen. Die Auszahlung und 23erred)nung des Milchgeldes hat nur noch über d i e Milch- absatzgenossenschaften zu erfolgen. Milch­händler, die unter Umgehung dieser Bekanntmachung und derjenigen vom 26. Juni 1933 weiterhin Don einzelnen Landwirten Milch beziehen, setzen sich der Gefahr des Entzuges ihrer Konzession aus. Der Verkehr mit Markenmilch wird Lurch die.se Bekannt­machung nicht berührt.

Frankfurt a. M. 14. Juli.

Milchversorgungsverband Hessen. Der Beauftragte: Birkenholz.

Daten für Mittwoch, 19. Juli.

1810: Königin Luise von Preußen in Hohen- zieritz qeft. (geb. 1776). 1839: Der Dichter Gott-" fried Keller in Zürich geb. (Qeft. 1890). 1859: Der Mediziner und Schriftsteller Karl Ludwig Schleich in Stettin geb. (gest. 1922). 1863; Der Schriftsteller Hermann Bahr in Linz an der Donau geb. 1870: Kriegserklärung Frankreichs an Preu­ßen. 1917: Friedensresolution des Deutschen Reichstages.

Dornotizen.

Tageskalender für Mittwoch. Licht­spielhaus (Bahnhofstraße):Die Nacht im Forst- haus". .

Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben:Die Vier Rachrichter" aus München mit ihrem Ensemble geben am Samstag, 22. 3uli, im Stadttheater Gießen ein einmaliges Gastspiel. Don ihrem ersten Besuch im Vorjahre her mit der ausgelassenen ZeitsatireHier irrt Goethe" dürften die Gäste noch in bester Erinne­rung sein. Trotz aller Anstrengungen einer täg­lich besetzten Gastspielreise dauerte es nicht lange, bis die Schöpferwut dieser jungen Theaterbesesse­nen wieder durchbrach. Es gibt ja tausenderlei Dinge, die zu Spott und satirischer Darstellung geradezu zwingen. Kein Wunder, daß bei der Lieberfülle dieser Art Geschehnisse dies sofort bei diesen lustigen Geistern lebhaften Widerhall fin­det. 3n diesem 3ahre bringen dieVier Rachrich* ter" ein Stück mit Musik in neun Bildern, betitelt Der Esel ist los" nach dem Altgriechischen des Dichters Plagiates zur Aufführung. Anfang 20.15 Llhr; Ende 22 Llhr. Vorverkauf ab Donnerstag täglich von 10 bis 13 Llhr; Samstag außerdem rroch von 16 bis 17 Llhr.

** V on der L ande suniversi t. Auf Grund des Gesetzes zur Wiederherstellung des De- rufsbeamtentums wurde der ordentliche Professor für Philosophie und Pädagogik an der hiesigen Landesuniversität, Dr. Ernst von Aster, mit Wirkung vom 11. 3uli aus dem hessischen Staats­dienst entlassen.

Oie Autobahn

Sronffurf - Mannheim - Heidelberg näher an der Bergstraße.

WSN. Von der Bergstraße, 17.Juli. Ur­sprünglich war geplant, die Autobahn Frank­furtM a n n'h e i mH e i d e l b e r g, die als erste der deutschen Reichsautobahnen ausgefuhrt werden soll, auf ihrer Strecke durch das Ried mit­ten durch den Wald laufen zu lassen, so daß die Aussicht auf die Bergstraße für die Durchreisenden durch den Wald versperrt gewesen wäre. Den Bemühungen der Verkehrsoereine und Städte an der Bergstraße soll es jetzt gelungen fein,

zu erfahren. Der Schaden dürfte sich auf etwa 50 000 bis 60 000 Mark belaufen.

durchzusetzen, daß die Bahn am Ostrande des Waldes entlang mit guter Sicht a u f die Bergstraße gezogen wird. Eine Zubrin­gerstraße von der Bergstraße soll zwischen 'Bens­heim und Heppenheim nach Lorsch abzweigen.

Oer Kreis B.edenkopf in neuer Gestalt

WSR. Dillenburg. 18.3uli. Wie wir in Ergänzung der gestrigen Meldung noch er­fahren, umfaßt der neue Kreis Biedenkopf ledig­lich den Kreiskem, der durch die Landkreisreform vom 1. August 1932 mit dem Dillkreis vereinigt wurde. Der Rodheimer Bezirk wird beim Kreise Wetzlar verbleiben und auch das ehemalige Amt Battenberg wird nicht wieder in den Verband des Kreises Biedenkopf zurückkehren. Der neue Kreis zählt neben der Stadt Biedenkopf 64 Land­gemeinden mit einer Gesamteinwohnerzahl von rund 38 000.

Großfeuer im Frankfurter Osthafen.

WSR. Frankfurt a. M., 18.3uli. Diens- tagnachmittag kurz nach 16 Llhr entstand im Frankfurter Osthafen ein Grohfeuer. Es brann­ten vier Lagerhallen nieder, in denen Teer,' Dachpappe, Schindeln, Zeitungspapier usw. gelagert waren. Die Feuerwehr rückte mit ins­gesamt fünf Löschzügen aus und es gelang hr nach schwerer einstündiger Arbeit, bei der ie von SA.-Leuten und Bahnbeamten unter- tüht wurde, des Feuers Herr zu werden. Lieber die Entstehungsursache war bisher nichts Räheres

Kunst und Wiffenschast.

Für dasHaus der deutschen Kunst" in München.

Eine große Reihe bekannter Persönlichkeiten der Politik, der Wirtschaft, der Kunst und des son­stigen öffentlichen Lebens in ganz Deutschland er­läßt einen Aufruf, zum großen Werk der Schaffung des Hauses der deutschen K u n st in München beizutragen. Es wird in dem Ausruf daraus hingewiesen, daß München mit der Brandkatastrophe des Glaspalastes sein Heim der lebendigen Kunst verloren habe. Es sei der Wunsch und Wille des Führers, München als wichtigste Stätte deutscher Kunst dem deutschen Volke zu er­

halten. Für die Errichtung eines neuen HauseS der deutschen Kunst habe der bayerische Staat und die Stadt München einen Teil der erforderlichen Mittel zur Verfügung gestellt. Zum Zwecke der Durchführung des Baues habe die Regierung eine Anstalt des öffentlichen Rechtes, das ..Haus der deutschen Kunst" ins Leben gerufen. Die Schirm­herrschaft über diese Anstalt habe der Reichs­kanzler persönlich übernommen, DaS ganze deutsche Volk wird aufgerufen, dem Führer die Erfüllung dieses neuen Lieblingswunsches als Ge­schenk darzubieten.

Vitamin oder Hormon?

(Eine Entdeckung zweier Göttinger Chemiker.

Wie Berliner Blätter aus Göttingen berich­ten, soll dem Chemiker Dr. B u t e n a n d t, der als Privatdozent an der Göttinger Llniversitüt lehrt, zusammen mit Dr. 3ac obh eine Ent­deckung von größter Bedeutung gelungen sein. Beide Gelehrten konnten, wie verlautet, durch Ex­perimente mit Palmkernen den Rachweis erbrin­gen, daß in Pflanzen dieselben Sexualhormone wirksam sind wie in tierischen Körpern. An diese Entdeckung schließen sich biologische Fragen von größerer Tragweite. Die Entdeckung ist zwar schon vor längerer Zeit gemacht und auch vor einem Jahr auf dem Raturforscherkongreß in Wiesba­den kurz bekanntgegeben worden. Dr. B u t e - nandt ist es inzwischen gelungen, die Sexual­hormone in der Pflanzenwelt rein oarzustellen und mit den bekannten Sexualhormonen chemisch zu vergleichen. Darüber hat er jetzt eine ausführ­liche Arbeit veröffentlicht.

Uraufführung des Oberammergauer Gelübdefpicles.

3m Passionstheater von Oberammergau sand die Llraufführung desGelübdespieles" von Leo Weismantel statt, das an die Pestzeit von 1634 und an das Gelöbnis, Passionsspiele auf­zuführen, erinnert. Dor dem ausverkauften Haus hielt Spielleiter Georg Lang eine Ansprache, in der er cs als Symbol deutete, daß das 3ubiläum der Passionsspiele mit dem Erwachen Deutschlands zusammenfällt, das den Bolschewismus, diesen Zerstörer von Religion, Kultur und Christentum abgewehrt hat, und nun wie die durch schweres Leid geläuterten Dorfahren den Weg finden wird zur Weltanschauung des Rationalsozialismus, zum Glauben an Dolk und Gott.

In Halle lebt ein alt Geschlecht..."

Oie Geschichte der Halloren, ein Hort deutschen Brauchtums.

In diesen Tagen stiftete die NSDAP, den Halloren in Halle a. d. S. eine Hakenkreuz­fahne, deren Weihe in einem aroßen Festakt feierlichen Ausdruck fand. Zahlreiche Bilder gingen durch die Presse und zeigten wieder die schönen, alte:* Trachten dieser Urbewoh­ner Halles. Im Folgenden geben wir einen Einblick in die seltsame Entwicklung der Salzwirkerbrüderschaft im Tal zu Halle".

Einmal im Jahr erscheinen die Halloren in der großen Öffentlichkeit. Wenn in der Wilhelrn- straße in Berlin die große Ausfahrt der Minister und Diplomaten vor dem Reichspräsidentenpalais zu sehen ist, kommen auch sie. In schmucker, alter Tracht, gekleidet wie die wohlhabenden Büraer der friderizianischen Zeit, besuchen sie das Reichsober­haupt, bringen Salz, Soleier und geräucherte Wurst. Dieser alte Brauch reicht weit zurück. In der Nach­kriegszeit wurde er für einige Jahre unterbrochen, aber als Generalfeldmarschall vonHindenburg an die Spitze des Deutschen Reiches trat, kamen auch die Halloren wieder zur Glückwunschcour. Ihre Huldigung in den Vorkriegsjahren galt immer nur dem preußischen König nicht dem deutschen Kai­ser in seiner Eigenschaft als Herzog von Magde­burg.

Ueber die Herkunft dieser bis auf den heutigen Tag mit allem Brauchtum übernommenenB r ü - derschaft" ist man sich nicht ganz im klaren. Man wird aber nicht fehlgehen, wenn man dem höllischen Geographen Professor Kirchhof folgt, der die verschiedenen Lesarten wie folgt zusamrnen- saßt:

Der alte Streit, ob die Halloren keltischer, sla­wischer oder deutscher Herkunst seien, möchte sich dahin schlichten lassen, daß sie ein jedes waren zu seiner Zeit. Fast kastenartig geschlossen, war diese Hallorenzunft wie keine andere Gewerkschaft in Halle; der Sohn verrichtete die Arbeit an der Salz­pfanne, wie er es vom Vater gesehen und erlernt hatte, ohne daß er gerade gehalten war, dies und kein anderes Handwerk zu üben. Das Handwerk und die streng nach ehrwürdigem Herkommen ge­regelt Lebensweise derBrüderschaft im Tale" bil­dete gleichsam die Hohlform, in die verschiedenarti­ges Erz im Lauf? der Zeit eingegossen wurde. Wohl plötzlich und unter wilden Kriegsstürmen, von denen uns jedoch nur der letzte, der von 806, etwas ge­nauer bekannt ist, wechselte die Stadtbevölkerung von Halle mindestens dreimal. Vorsorglich wird man bei jeder dieser Umwälzungen die kunstfertigen Wirker im Tale sich erhalten haben; doch allmäh­lich traten unausbleiblich Genossen der neuen Wir­kergilde ein, eheliche Blutmischung tilgte mehr und mehr die anfangs vielleicht aufrechterhaltene Stam- messchranke zwischen Neusassen auf der Stadthöhe und Altsassen am Fluß."

Demnach scheint die Salzwirkerbrüderschaft im Tal immer ein wirtschaftlicher Zusammenschluß ge­wesen zu sein. Die Talordnung stammte vom Erz­bischof Ernst aus dem Jahre 1482, die Betriebs­ordnung von Christian Wilhelm von 1615 und die Talordnung aus dem Jahre 1655. Hierin war das Verhalten im Dienst festgelegt, während die Ver­fassung und der außerdienstliche Betrieb durch die Brüderordnungen bestimmt wurden. Die älteste Brüderordnung aus dem Jahre 1699, von Kurfürst Friedrich HI. von Brandenburg unterzeichnet, wurde 1843 durch König Friedrich Wilhelm IV. erneuert und vor einiger Zeit durch die zuständige Bergbe­hörde modern gefaßt und neu bestätigt.

Niemals Besitzer der Saline, stets streng abge­grenzter Arbeiterstamm, sahen die Halloren ihre vornehmsten Aufgaben in der Unterstützung ihrer betagten Kollegen und der Frauen und Kinder ver­storbener Mitglieder. Ihr Tagewerk beschäftigte sie mit der Soleförderung, dem Soletransport, dem Salzsieden, der Salzverladung und der Salzver­packung. Außerdem stellten sie stets, wenn der Feind nahte, ihren Mann im Heeresdienst. Bekannt ist ihre Tapferkeit während des Dreißigjährigen Krieges. Damals gehörten die Talleute zu den Elitetruppen des Dänenfönigs Christian. In der Schlacht an der Dessauer Elbbrücke (1626) zeichneten sie sich hervorragend aus, erlitten aber schwere Ver­luste. Für Hilfe in Feuersnot waren sie, die ihrem Landesherrnzu Feuer und Wasser schworen" mußten, die tüchtigsten Leute. Brachte die Saale Hochwasser, sorgten die Bornknechte für Hilf» und

Schutz. So wurden die Halloren unentbehrliche Volkskräfte, auf die in jeder Not und Gefahr Ver­laß war.

Einig wie ein Mann, verbunden durch Ordnung und Strenge eigener Gesetze, schufen sie sich eine starke Stellung, die ihnen auch manche Vorrechte zugestand. Da ist zunächst ihr Recht auf Vogel- und Fischfang in den Grenzen des Psännergeheges. Be­reits im Jahre 1470 waren sie mit diesen Rechten ausgeftottet, und die preußischen Könige bestätigten den Halloren wiederholt das Privilegium des Ler­chenstreichens. Dafür mußte die Brüderschaft all- jährlicy elf Schock dieser Vögel an den Hof nach Berlin senden. Iedjährlich wurden dreihundert bis vierhundert Schock gefangen. Noch im Jahre 1883 konnte man vor dem Paagegebäude in Leipzig die Hallorenfrauen auf dem Lerchenmarkt sehen. Nach­dem aber nun längst bas Bogelschutzgefetz den Vo­gelfang verboten hat, bleibt das Recht des Fisch­fanges weiterhin in der Ausdehnung des Pfänner­geheges bestehen. Mit dem Wasser innig vertraut, sind die Halloren auch feit jeher als hervorragende Schwimmer bekannt. Und heute noch kann man überallB a d e h a l l o r e n" als Schwimmlehrer und Bademeister treffen.

Die damalige Technik der Salzgewinnung brachte weitere Vorrechte. So erhielten sie die Fleisch- und Wursträucherei zuerkannt und konnten auf diese Weise den lästigen Rauch- und Wasserdampf aus der Solepfanne nutzbringend verwenden. Auch die Soleier verdanken wir ihnen. In der brodelnden Solepfanne liehen sich die Eier herrlich sieden und gut aufbewahren.

Man sieht, diese Halloren sind ein rühriges Ge­schlecht, ein fleißiges Volk mit klugen Einfällen und treuer Pflichterfüllung. Kein Wunder, wenn man in ihrem Museum kostbarste Geschenke von Köni­gen und Bischöfen findet. Da sieht man Fahnen von König Wilhelm I. und Wilhelm II., weiter zurück König Friedrich Wilhelm IV., König Hieronymus von Westfalen, Administrator Augustus von Sach­sen, Silberbecher, die König AugustderStarke stiftete Fahnen mit dem Namenszug Friedrichs des Großen und vielen anderen mehr. Der Sil­berschatz der Halloren, der nur einmal im Jahr ans Tageslicht kommt, ist ein blinkendes Zeugnis für die Tüchtigkeit der Salzwirker von Halle.

Nach alledem versteht man die Beliebtheit der Halloren in ihrer engeren Heimat. Studenten z. B. stehen mit ihnen auf Du und Du. Man nennt sich gegenseitig Schwager, ein Brauch, der dprch die neue Brüderordnung vom 15. November 1P9 wie­der ausdrücklich festgelegt und sanktioniert wurde.

Ueber den Zeitpunkt, da der Brauch aufkam, den Herrscher in Berlin aufzusuchen und ihm die Neu­jahrswünsche der Brüderschaft zu übermitteln, ist nichts Genaues bekannt. Sicher weiß man, das Friedrich der Große bereits zu Neujahr die Glückwunschabordnung empfing. Freie Post wurde den Gratulanten zugesichert, außerdem erhielten sic von Friedrich dem Großen zehn Friedrichsdors. Der Brauch hat sich erhalten und lebte nach dem Krieg wieder neu auf. Schlackwürste, höllisches Salz, das in Pyramidenform aufgeschüttet ist und obenauf Soleier trägt, sowie ein Neujahrsgedicht, der Car­men genannt, sind die Geschenke der Gäste vom Saalestrand.

Ein eigenartiges Volk, aber zutiefst treu dem al­ten Brauche, eigenwillig in seiner Sonderstellung, die es sich über die Jahrhunderte erhalten konnte, weiß es stets seine ganze Kraft in den Dienst des Volkes zu stellen. Und wenn ihnen soeben von der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei die Hakenkreuzfahne zu ihren übrigen Vermächtnissen deutscher Geschichte geschenkt wurde, spricht aus die­ser Tatsache die dankbare Erkenntnis, daß die Hal- loren-Arbeiter stets mit Herz und Hand das deut­sche VolksgutTreue um Treue" gewahrt und wei­tergetragen haben.

Das alte Hallorenlied hat recht, wenn es singt: tIn Halle lebt ein alt Geschlecht von großen, starken Leuten.

Für Ehre, Vaterland und Recht wir alle mutig streiten ...

Und sind wir auch nach heut'gern Stand zur Arbeit nur geboren, so heißt es doch im Vaterland: die ehrlichen Halloren!"