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19.6.1933 Erstes Blatt
 
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Nr. HO Erstes Blatt

183. Zahrgang

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GietzenerAnzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

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Dr. Fnedr. Wilh. Lange. Derantroortlid) für Politik Dr. Fr. Wilh. Gange; für Feuilleton Dr H.IHyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein undfür denAn- geigenteil i. B. Th.Kümmel sämtlich in Gießen.

Großer Stahlhelmaufmarsch auf dem Schlachtfeld von Fehrbellin

Reichsminister Seldie spricht über die Stahihelmideaie im neuen (Staat.

Fehrbellin, 18.3uni. (6213.) Zu Ehren der Wiederkehr des Tages von Fehrbellin waren auf dem Gelände des Schlachtfeldes sämtliche Brandenburger Stahlhelm-Formationen mit ihren Fahnen-Kompanien erschienen, verschiedene For­mationen des Landesverbandes Berlin, ferner der Reiterverein Brandenburg, die Stahlhelm- Motorradstassel Brandenburg sowie das Reichs­wehrregiment Perleberg und verschiedene Krie­gervereine. Unter den Teilnehmern der Kund­gebung waren besonders zahlreich die Königin- Luise-Bündlerinnen vertreten. 3m ganzen waren etwa 10000 Mann aufmarschiert. Auch Ver­treter des Landesverbandes Braunschweig waren angetreten.

Der Gauführer des Havellandes v. S ch u l z hieh die erschienenen Ehrengäste willkommen. Mit dem Siege von Fehrbellin fei Brandenburg die Keimzelle von Preußen-Deutschland geworden. Die Mitglieder des brandenburgischen Stahl­helms wollten den brandenburgischen Geist ihrer Nachkommenschaft überliefern.

Reichsmmister Franz (Selöte führte sodann u. a. aus, wie damals die Dauern in Treue verbunden zueinanderstanden und so den Sieg über die damals bestorganisierte Ar­mee, die schwedische, erringen konnten, so müsse auch die Einigkeit und das Vertrauen die neue Zeit auszeichnen, damit die Einheit des deutschen Volkes repräsentiert werde. Die Zeit ist eine andere geworden. Aus dem Schmerz, der uns Frontsoldaten bei der Heimkehr von der Front erfaßte, erwuchs die Tat und genau so, wie unser junger Führer und Dolkskanzler Adolf Hitler begann, die süddeutschen Gaue aufzurütteln, so gründeten wir im Vörden in Brandenburg und Magdeburg auf dem Boden, wo die Männer des Groben Kurfürsten die Schlacht von Fehrbellin schlugen, den Stahl­helm, den Bund der Frontsoldaten.

Unser Kampf und unser Ziel sind die gleichen, wie die unserer Kameraden von der. Wir be­kennen uns stolz zu unserem Führer und deshalb müssen wir das betonen, wir sind keine Re­aktionäre, sondern wir sind das junge starke Deutschland, das bewußt unter Adolf Hitler in Reih und Glied mit der SA. um den Aufbau des neuen Reiches weiterkämpfen wird. Uns erfüllten damals wie heute d i e gleichen Gedanken: Die Ge­danken der Freiheit und die Gedanken des Einsatzes nicht ruhen und nicht rasten zu wollen, bis wir Deutschland wieder frei haben. Roch, meine Kame­raden, sind wir nicht am Ziel. Aber in einem sind wir weitergekommen. Der S o l d a k e n g e i st hat sich nun auch in unserer jungen Genera­tion restlos durchgefetzt, und das danken wir un­serem Volkskanzler Adolf Hitler. In dieser Feier­stunde begrüßen wir deswegen mit besonderer Herzlichkeit die Kameraden von der SA., die heute als Gäste bei uns weilen. Wenn wir zu- ^ammenhalten und nicht in unser altes Erb­übel verfallen, uns imgegenseitigen Kampf aufzureiben, dann wird unser Kamps gegen den inneren und äußeren Feind von Erfolg und bleibendem Wert sein. Der Stahlhelm fühle sich als Erbe der Fehrbelliner Tradition. Denn Tradi­tion, nicht Reaktion wolle der Stahlhelm. Nicht irgendwelche alten überlebten Ideen wolle er wieder aufleben lassen, denn das sei Reaktion, son­dern er wolle den guten Geist der Treue und der Gefolgschaft hochhalten, und das fei Tradition. Der Stahlhelm sei bereit, weiterhin alle seine Kräfte für Hindenburg und Hitler einzu- setzen, besonders seitdem mit der nunmehrigen Re- gierungs- und otaatsform ein Vorziel des Stahl­helms erreicht fei, nämlich die Verwirklichung der Volksgemeinschaft und der Durchbruch der soldati­schen Idee. Ich möchte mit einem Wort des Dankes an meine alten feldgrauen Kameraden schließen: Wenn es uns gelungen ist in soviel Jahren zusammen­zuhalten, dann muß erst recht in guten Jahren der Sieg unser fein, und das, was die nationale Re­gierung schaffen will, zu einem guten Abschluß führen. Frontheill

Nach dem Absingen der ersten und vierten Strophe des Deutschlandliedes erklärte Landesführer Morojzowicz das Wort Niemand habe ein Recht an dem neuen Staat, der nicht für seine Entstehung gekämpft habe Der Stahlhelm habe sich das Recht erkämpft, an dem Aufbau des heutigen Staates initwirken zu dürfen. In der Stunde der Gefahr werde auch der Stahlhelm zur Stelle sein. Mit einem mehr als einstündigem Vorbeimarsch vor dem Stahlhelmführer fand die Feier ihren Abschluß.

Bier Stahlhelm-Ortsgruppen in Braunschweig aufgelöst.

Eine Ltahlhelm-Knndgcbnng verboten.

Braunschweig, 17. Juni. (TU.) Das Braun schweigt sch eStaatsrnini st eriurn teilt u. a. mit: Veranlaßt durch die bekannten Vor- fälle im Gebäude der hiesigen Allgemeinen Orts- krankenkasse ist am 1. April d. I. gegen den Stahlhelm, B d. F., und seine Nebenorgani- fationen im Lande Braunschweig eine Aufnahme­sperre für neue Mitglieder bis zum 31. März 1934 verhängt worden. Das Staatsmini­sterium hat diese Angelegenheit durch die inzwischen verkündete A m n e ft t e aus der Welt geschafft. Sei­ner hat der Stahlhelm im Lande Braunschweig (wie

hervorgehoben werden muß, unter dem Einfluß der kiesigen Landesleitung) den Ernst der Lage in ver­schiedenen Ortsgruppen verkannt. Es ist einwandfrei festgestellt, daß in den Ortsgruppen Helmstedt, Königslutter, Schöningen und Wolfenbüttel das Verbot der Neuaufnahme von Mitgliedern in den Bund und feinen Nebenorganisationen offen in großem Umfange in verschiedenen Fällen übertreten ist ober das Verbot durch Verschleie- rungsmaßnahmen zu umgehen versucht ist. In Helmstedt sind 53, in Schöningen 33, in Königs­lutter und Wvlfenbüttel 29 Personen festgestellt, die verbotswidrig dem Stahlhelm zuge­führt worden sind.

ein Schreiben des Landesverbandes Braun­schweig tom 27. 4. 1933 an die Bezirks- u. Orts­gruppen des Stahlhelms beweist, so heißt es in der Darstellung weiter, daß die verbotswidrigen Ak­tionen der Slahlhelmorksgruppen beeinflußt sind durch das Bestreben der hiesigen Landesleitung, den Stahlhelm gegen die VSDAP., die SA. und SS. stark zu machen. Tei dieser Sache ist uner­läßlich, soll nicht die Dtaatsautorität Gefahr lau­fen. mit Vachdruck und Entschiedenheit gegen die verbotswidrigen Stahlhelmak­tionen ein zuschreiten. Es sind daher die Ortsgruppen des Stahlhelm Helmstedt, Königslut­ter, Schöningen und Wolfenbüttel und ihre Ve- benorganisationen auf Grund der Verordnung des Reichspräsidenten zum Schuhe von Volk und Staat mit sofortiger Wirkung aufgelöst. Die Wie­dererrichtung ist verboten worden.

Das Braunschweigische Staatsministerium hat fer­ner eine für den 25. Juni vorgesehene Veransta 1- t u n g des Stahlhelms inBraunschweig, an der auch der 1. Bundesführer des Stahlhelms,

Berlin, 19. Ium. (ENB. Funkspruch.) Der Hugenberg-Denkschrift ist auf der Londoner Kon­ferenz eine amerikanische Anregung ge­folgt, die gleichfalls als Sensation gewirkt hat, nämlich der Vorschlag einer lOprozentigen Herabsetzung sämtlicher am 12. Juni in Kraft befindlichen Zölle und einer entsprechenden Aus- lotferung der Einfuhrbeschränkungen wie Kontingente und Kompensatio­nen. Die Tragweite dieses Vorschlages erfährt eine bemerkenswerte Einschränkung durch ein am Sonn­tagabend von Reuter verbreitete Erklärung der amerikanischen Delegation, wonach es sich nicht um einen offiziellen Programmpunkt der Vereinigten Staaten, sondern lediglich um eine Anregung der Zollsachverständigen der amerika­nischen Delegation handell. Die sorgfältige Unter­scheidung zwischen den verantwortlichen Behörden in Washington und der nur zu Verhandlungen nach London entsandten Delegation, die allerdings von dem Staatssekretär Hüll geführt wird, ist in den letzten Tagen wiederholt heroorgetreten und scheint anzudeuten, daß die Vereinigten Staaten allen Be­schlüssen der Weltwirtschaftskonserenz gegenüber volle Handlungsfreiheit bewahren wollen

An sich liegt der Gedanke eines prozentualen ein» heitlichen Zollabschlages durchaus in der Linie der von Roosevelt verkündeten neuen Handelspolitik, die sich gegen den wirtschaftlichen Nationalismus des vorangegangenen Regimes wendet und die amerika­nischen Exportmöglichkeiten besonders nach Europa erweitern möchte. Schon anläßlich des Besuches von Norman Davis in Berlin Anfang April dieses Jahres wurde der deutsche Standpunkt in dieser Frage dahin zum Ausdruck gebracht, daß z u n ä ch st die Währungen wieder in Ordnung gebracht und die normalen Funktionen des internationalen Geld- und Kapitaloerkehrs gesichert fein müssen, ehe etwas zur Beseitigung der Handelshemmmsie getan werden kann. Sodann wird man zwischen I n - dustrie- und Landwirtschaftszöllen unterscheiden müssen. Im ersten Fall wird nicht ein schematischer prozentualer Abschlag oon den

Frankfurt, 18.Juni. (Tel.-Un.) Anläßlich der Verbandstagungen der Edeka und R e k o f e i in der großen Reichsausstellung in Frankfurt fand im Bachsaal des Messegeländes eine öffentliche Kund­gebung statt. Vor überfülltem Saale konnte der Präsident des Rekofei, Körner (Berlin) zahlreiche Gäste begrüßen.

Rcichskommisfar Dr. ID i en b e<f übermittelte die Grüße des Reichswirtschaftsmini­steriums. Eine zusammengefaßte Reichsmittelstands­politik sei zwar noch nicht erreicht, doch habe man vor allem zwei Dinge gefördert, die Herstellung des reellen Preises und die Dezentra­lisierung der Warenversorgung auf die dazu berufenen Hände. Vor dem Lebensmittel­einzelhandel stehe das große Problem der Wo- renhäuser und Konsumvereine. Der Ein­

Reichsarbeitsminister Jv-nz Seldte, seine Teil­nahme zu gesagt hatte, verboten. Das Staats» minifterium ist mit maßgebenden Stellen in Füh­lung getreten, daß diese Veranstaltung unter­bleibt und daß der Stahlhelm auch darüber hin­aus zur Zeit öffentliche Veranstaltungen im Lande Braunschweig unterläßt.

Auflösung von Eiahlhetm- Kormationen in Ostpreußen.

Zwei Führer verhaftet.

Treuburg (Ostpreußen), 18.Juni. (ENB.) Auf Anordnung des stellvertretenden Landrats und im Einvernehmen mit der Staatspolizeistelle Tilsit sind die Ortsgruppe des Stahlhelms in Schareyken sowie die Formationen des Stahl­helms in sechs weiteren Ortschaften auf- a e l ö ft worden, da, wie es in der Begründung heißt, durch die immer mehr wachsende Auf- nähme kommuni st ischer und marxistl- scher Elements in die Reihen des Stahlhelms die unmittelbare Gefahr einer Störung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung bestanden habe. Sämtliche Vermögensgegen- stände der Formationen verfallen der Be­schlagnahme. Der Ortsgruppenführer des Stahlhelms in Schareyken, Franz Ma 1 inka, und der Stahlhelm-Gruppenführer Hellmuth Kelch sind wegen dringenden Verdachts eines Vergehens gegen die Verordnung des Reichspräsidenten zur Abwehr heimtückischer Angriffe gegen die Regie­rung der nationalen Erhebung vom 31. März 1933 verhaftet worden.

gegenwärtigen Zöllen, jonbern ein Ausgleich der allgemeinen Zollhohe in den maß- gebenden Ländern das Ziel fein müssen. Die land­wirtschaftlichen Schutzmaßnahmen, so wurde damals erklärt, werden solange aufrecht erhalten werden müssen, als die Unordnung auf dem Geldmarkt in­folge der Überproduktion in den landwirtschaftlichen Exportländern andauert.

Der amerikanische Vorschlag, ob er nun von dem Weißen Haus oder zunächst nur von der Delegation in London verantwortlich eingebracht wurde, versucht zweifellos die Londoner Konfe­renz zu greifbaren Ergebnissen zu bringen; im Laufe der Auslprache, die sich darüber ent­wickeln wird, werden aber auch die Amerikaner erkennen, daß diese schematische Maßnahme nichts zu der äleberwindung der Krise beitragen, sondern im Gegenteil alle bestehenden Mißverhältnisse des internationalen Wirtschaftslebens geradezu sank­tionieren würde.

Amerika an feine Schuldner.

Washington, 18. Juni. (WTB.) In der Kriegsschuldenfrage überrascht und befriedigt der sehr scharfe Ton, den Unterstaatssekretär Phi­lipps in feiner Rote Frankreich gegenüber an- schlug Die amerikanischen Voten an Frankreich, Belgien und Polen stellen mit peinlicher Deut­lichkeit fest, daß diese Schuldner ihre ver­traglichen Pflichten nicht erfüllten, und zwar zum zweiten Male nicht er­füllten. Klar ersichtlich ist Roosevelts fester Ent­schluß, mit den Staaten, die ihre Dezemberrate nicht zahlen, keinerlei Revifionsver- handlungen zu führen, während er England und Italien eine Revision in Aussicht stellte. Rach Auffassung Washingtons haben die alliierten Schuldner durch einseitige Kürzung ihrer Zahlun­gen die Frage keineswegs einer baldigen Lblung nahegebracht, sondern Kongreß und öffentliche Meinung erneut stark verstimmt und den Be­fürwortern strengster Sicherung Wasser auf die Mühlen geliefert

zelhandel werde entsprechend dem Ziele der Reichs- regierung ausschließlich in die berufsmäßig gelern­ten Hände gebracht. Die gewaltige Macht von Warenhaus und Konsumverein müsse u m g e ft e 111 werden, damit der Einzelhandel seinem wirklichen Ziele nahegebracht werde.

Der Vizepräsident des Reichsverbandes des deutschen Vahrungsmillelgroßhandels, Otto

Pfäffle (München) sprach im heutigen Staate den Konsumver­einen und dem Warenhaus die Eristenz- berechtigung ab. Der Staat werde solange den Marrismus nicht niederringen können, so lange er nicht dessen wirtschaftliche Einrichtungen ver­nichtet habe. Kompromisse oder Gleichschaltung gebe es hier nicht Für die Filialbetriebe forderte Pfäftle eine Mindestumsatzsteuer von *

Amerikanische Anregungen für die Weltmirischafiskonferenz.

Teilmaßnahmen sind untauglich zur Behebung des Grundübels.

Ser Levensmittel-Smzelhandel im neuen Mich.

Kundgebung des Lebensmittel-Einzelhandels in Frankfurt am Main.

&

äs ,

Der Hamburger Bürgermeister K'rogmann wurde zum Vizepräsidenten des Wirt­schaftsausschusses der Weltwirtschaftskonfe­renz ernannt.

5 Prozent außerdem müßten alle seit anfang die­ses Jahres neu errichtete n F ilialenge­schlossen werden. Pfäsfle forderte weiterhin ein strafrechtlich begründetes 23er b ot des Be­triebes der Dersandgeschäfte durch Pensionäre und wandte sich gegen die Aus- wüchse des Haufierwesens und von Volks- und Erwerbslosen - Küchen. Bei letzteren müßte ein amtlicher Ausweis der 23c- dürftigkeit eingeführt werden.

Dr. oon Renkeln, der Präsiden! des Reichsstandes des deutschen Handels, sprach bann überDer Lebensmitteleinzelhandel im neuen Deutschland". Die kleine und mittlere fclb* [t ä n b i g e Cxistenz in der Wirtschaft verbürgt jenes Maß von Sicherheit an schaffenden Menschen, das die Voraussetzung ist für die Stetigkeit der wirt- schaftlichen Entwicklung und damit für den wirt- schaftlichen Gesamterfolg. Der Nationalsozialismus bat grundsätzlich d i e Wichtigkeit der freien Privatinitiative als eines kostbaren beut- fchen Seelen- unb Wirtfchaftsgutes erkannt unb tritt darum für sie ein. Nicht bas Interesse eines einzel­nen Staubes ist zu wahren, vielmehr müssen auch die Interessen der anderen Volksteile und Stände gefördert werden. Der deutsche Mittelstand hat Rechte für die Forderung bestimmter Dinge, weil er die Pflicht zur Ausübung gesunder, oolksbiologischer Funktionen im deutschen Volkskörper hat. UeberaU dort, wo sich der Handel in Form von (Einzel­betrieben vollzieht, die oon wirtschaftlich selbständigen Betriebsinhabern ge- führt werden, besonders dort, wo diese Betriebe klei- nerer und mittlerer Größe sind, ist diese Form rich­tig, und es ist nur dafür zu sorgen, daß sie ihrem Zweck, die Verteilung der Güter an die Verbraucher, bestmöglichst erfüllt. Grundsätzlich falsch sind jene Wirtschaftsformen des Handels, wo eine solche Ein- zelbetriebssorm nicht vorliegl, denn sie zerstören die volksbiologisch und wirtschaftlich notwendige Form des Einzelbetriebes.

Die Konsumgenossenschaften werden unter Wahrung und Sicherung der in ihnen inve- stierten Arbeitergroschen und ihres Vermögens in das Volksleben eingegliedert. Die Einkaufsge - nossenfchaften des Einzelhandels selbst haben nur Sinn unb Berechtigung in ber Hilfe, bie sie dem Einzelhandel gegenüber wirtschaftlich falschen Handelsorganisationen in früherer Zeit geleistet haben. Es bleibt ihnen künftig in Bezug auf die Be­treuung des Einzelhandels ein großes Maß von Be­tätigung übrig. Der Einzelhandel bedarf besonders in steuerpolitischer und kreditpolitischer Hinsicht einer Entlastung. Mit der Ramscherei und ber Unsitte ber Warenhäuser wirb aufgeräumt, diese werden entsprechend dem nationalsozialistischen Parteipro­gramm umgestaltet. Der Redner forderte die Waren- Hausbetriebe auf, die totsicher kommende Umgestal­tung von sich aus loyal zu unterstützen und nicht zu sabotieren, damit nicht die Warenhausleitungen sich schuldig machen an ber Gefährdung ber Existenz ihrer Angestellten, ihrer Lieferanten und deren Ar­beiter. Dazu gehöre auch, daß bie Warenhäuser bie nötigen Uebereinfommen mit den Spitzenorganisa- tionen des deutschen Handels treffen.

Der Einzelhandel habe das deutsche Volk zuver­lässig mit Waren von guter Qualität und preiswert zu bedienen. Im gegenwärtigen Zeitpunkt habe er vor willkürlichen Preiserhöhungen zurückzuschrecken.

Direktor Georg Berg (Darmstadt), der Präsident des Reichsoerbandes der £anb- wirtschaftlichen Genossenschaften (Raiffeifen) behandelte bie Zusammenarbeit zwischen Lanbwirt- schäft unb Einzelhanbel. Deutschland müsse von der Einfuhr landwirtschaftlicher Erzeugnisse unabhängig werden, die bei uns selbst genügend erzeugt werben könnten. Dabei falle dem Handel eine große Auf-