Ausgabe 
19.4.1933 Frühausgabe
 
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unzulässig ist. Der Landeswahlausschuß ist so­nach bei der Äb l e h n u n g der Verbindung DVP. und Christlich-Sozialer Volksdienst mit Recht davon ausgegangen, daß eine Verbindung der beiden Par­teien im Wahlkreis Hessen-Darmstadt bei der Reichs­tagswahl vom 5. März nicht bestanden hat.

Das Programm der Kabinettssitzung.

In München Besprechungen über GA. und Stahlhelm.

Berlin. 18. April. (EBB.) Wie wir erfah­ren, wird sich das Reichskabinett in seiner mor­gigen Sitzung auch mit dem Problem der U e b c r » fremdung deutscher Schulen undHoch- schulen beschäftigen. Es sollen auf diesem Gebiete Sicherungen getroffen werden. Außerdem wird das Kabinett die Bildung von Studen­tenschaften regeln. Man kann wohl anneh­men, daß sie nach dem Dorbilde der preu­ßischen Maßnahmen erfolgt. Schließlich sollen auch die Steuerausschüsse bei den Finanzämtern neu gebildet werden. Auch hierfür wird das Reichskabinett morgen die Vor- aussehungen schaffen.

Ob die Reichsregierung noch in dieser Woche weitere Kabinettsbelprechungen abhalten wird, läßt sich im Augenblick noch nicht sahen. Man weiß, daß der Kanzler seinen Geburts­tag am Donnerstag außerhalb Berlins verbringen wird. Am Samstag wird er in München fein. 3n diesem Zusammenhang ist bemerkenswert, daß dort am gleichen Tage Füh­rerbesprechungen der SA. und des Stahlhelms stattfinden, die sicher dem Pro­blem einer größeren Einheitlichkeit der nationalen Bewegung gelten.

Reichsarbeitsmeifter Seldte kommt erst mor­gen zur Kabinettssihung wieder nach Berlin zu­rück. Die Unterredung mit dem Reichskanzler, die in freundschaftlichem und kameradschaftlichem Geiste durchgeführt war, dürfte dann bereits praktische Ergebnisse zeigen. Es wird das in organisatorische Formen zu gießen sein, was die Führer jetzt erörtert Haven. Bereits allent­halben auch von unten her machen sich Ansätze zu einer Klärung der gegenseitigen Beziehungen beider Organisationen bemerkbar, die ein gegen­seitiges Miteinanderarbeiten verbürgen.

Oie Erneuerung des Beamtentums.

Eine Erklärung desStaatssckreiärsGrauert

Berlin, 18. April. (WTB.) Staatssekretär G r a u e r t, der neue Staatssekretär des preu­ßischen Innenministeriums, betonte in einer An­sprache an die Beamten, Angestellten und Ar­beiter des Ministeriums, die Rotwendigkeit des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeam- tentums im Interesse der staatlichen Erneuerung. Wem der Sinn und das Verständnis dafür fehlt, fuhr der Staatssekretär fort, das ein Beamter feine Stellung nicht dazu benutzen darf, ja schon den Schein vermeiden muß, sich eigene, materielle Sondervorteile zu ver­schaffen, auf den wird das neue Deutschland, auch wenn er noch so fachkundig fein sollte, leichten Herzens verzichten.

Richt fachliche Eignung allein genügt, sondern sie muß getragen fein von dem ehrlichen Willen, mitzuhelfen, unter Anerkennung des ungeheuer Großen, was nicht zuletzt auch durch die aufopfernde Tätigkeit des kleinsten SA.-Man- nes möglich wurde. Eine von heißem Herzen ge­tragene aufbauwillige Mitarbeit wird die Frage des Berufsbeamtentums allein lösen.

Rach einem Hinweis aus die bevorstehenden ge­setzlichen Maßnahmen gegen das De­nunziantentum erklärte der Staatssekretär: 3m neuen Deutschland läßt sich kein Vorgesetzter durch irgendeinen mit hauptamtlich bestellten, aus dem Beamtenberuf ausgeschiedenen Kräften gelei­teten Verband übertreffen in der Sorge um das Wohl und Wehe der ihm unterstellten Beam­ten. Es mögen sich die Beamtenvereine wie früher als wirtschaftliche oder kameradschaftliche Zusam-

Das Meil im Moskauer Saboiageprozeß.

Zwei und drei Lahre Gefängnis für die angeklagten Engländer.

London, 19. April. (WTB. Funkspruch.) 3m Moskauer Sabotageprozeß wurden von den eng- tischen Angeklagten Macdonald zu zwei Jahren, Thornton zu drei 3ahren Gefängnis ver. urteilt und Gregory f r e i g e s p r o ch e n. Die übrigen britischen Angeklagten wurden zur Lan­desverweisung verurteilt. Die gegen die rus­sischen Angeklagten verhängten Strafen liegen zwischen zehn und 1 Jahren Frei­heitsentziehung.

3n der Urteilsbegründung im Sabokageprozeß wird festgestellt, daß während einer Reche von 3ahren in großen Kraftwerken der Sowjetunion systematisch Sabotageakte vorgekom- men seien, die die Werke auf mehr oder weniger lange Zeit außer Betrieb setzten oder ihre Leistungssäsigkeit h rabgemindert hätten. Ursache der Beschädigungen |c. uie Tätigkeit kon­terrevolutionärer Gruppen gewesen, die aus Staatsange stellten der Kraft­werke bestanden hättep. Diese wieder hatten ge­meinsam mit einigen Angestellten der englischen Privatfirma Metro­politan Vickers operiert.

Der Gerichtshof stellte weiter fest, daß unter den Angestellten der Metropolitan Vickers Thornton eine führende Rolle bei der Aus­führung der Vergehen geführt habe. Unter seiner Leitung hätten 3ngenieure und Monteure der Firma ihre Schädlingstätigkeit in den einzelnen Kraftwerken betrieben. Durch diese Personen sei Thornton auch mit konterrevolutionä­ren Gruppen von Sowjetange st eil­ten in den Kraftwerken in Verbin­dung getreten. Thornton habe auch Staatsangestellte bestochen, damit sie

verbrecherische Handlungen Beginnen und er habe sich mit Militärspionage auf russischem Gebiet beschäftigt.

Dem Bevollmächtigten des Moskauer Kontors der Firma Metro Vickers Monkhouse sei die Schädlingstätigkeit Thorntons bekannt ge­wesen. Monkhouse habe an der Bestechung von Staatsangestellten der Kraftwerke und an der Verheimlichung von Defekten der von der Firma Metro Vickers gelieferten Einrichtung teilge­nommen. Die Vollstrecker der Schädlings­aufträge Thorntons seien Maedonald, Rordwall, Cushney und Oleinik gewesen, die Havarien or­ganisiert, Defekte an den Einrichtungen ver­heimlicht und geheime Militärnachrichten ge­sammelt hätten.

Erstes Echo in London

In London wird von einer Reihe von Blättern fast einhellig festgestellt, daß das Straf­maß leichter ausgefallen ist, als ur­sprünglich angenommen wurde.Morning Post" erblickt in der Milde einen Beweis dafür, daß die Sowjetregierung seit der Prozehaufnahme erkannt habe, daß sie auf dem eingetragenen Wege mehr verlieren als gewinnen -würde. Das Blatt nimmt jedoch an, daß die britische Regierung sich nicht so leicht zu­frieden geben werde, solange zwei britische Untertanen in einem russischen Gefängnis blie­ben. AuchDaily Mail" meint, die britische Öffentlichkeit würde niemals die jahre­lange Gefangenhaltung der Verur­teilten dulden.Rews Chronicle" schreibt, alles hänge von der Form der Schritte der britischen Regierung ab. Drohungen seien zweck­los.

menschlüsse erhalten. Für die eigentliche Tätig­keit und den Dienst der Beamten selbst werden wir sie nicht mehr brauchen.

Lügenmeldungen im Ausland.

Berlin, 18. April. (ERB.) Die sozialdemo­kratische Zeitung in Ruhig in BöhmenV olks­recht" behauptet, daß in Deutschland keine Arbeitslosen st ati st ik mehr veröf­fentlicht wird, und daß man das ungeheuer­liche Anschwellen der Arbeitslosen­ziffer verheimliche.

Amtlich wird dieser unsinnigen Rotiz gegen­über darauf hingewiesen, daß die Arbeitslosen­zahlen wie immer auch jetzt zweimal im Monat veröffentlicht werden und daß die letzte Veröffentlichung am 9. April nach dem Stande vom 31. März erfolgte. Die Zahlen haben einen erfreulichen Rückgang der Arbeitslosigkeit gezeigt. Die Ziffer ist von 5 935 000 auf 5 598 000 zurückgegangen. Es handelt sich bei dieser Rytiz um ein Muster­beispiel für die geradezu irrsinnige Hetze, die man gegen Deutschland treibt und der es auch an jeder geringsten tatsächlichen Grundlage fehlt. Auch die weitere Behauptung von einem An­wachsen der Konkurszahl ist völlig aus der Luft gegriffen. Die Zahl der Konkurse, die im 3anuar 539 betrug, ist im März auf 467 zurückgegangen.

Dreiwöchiger Lagerdienst für den juristischen Nachwuchs in Preußen.

Berlin, l^xApril. (TU.) Der Kommissar des Reiches für das preußische Justizministerium hat an die Oberlandesgerichtspräsidenten einen Erlaß ge­achtet, in dem er den Wunsch ausspricht, daß mehr als bisher schon im Vorbereitungsdienst bei den künftigen Richtern, Staatsanwälten und Rechtsanwälten auf die Entfaltung derjenigen An­lagen hingewirkt wird, die Entschlußkraft, Festigkeit, soziales Empfinden und B olksoerbunden h e i t verbürgen, die den zur

Mitarbeit an der deutschen Rechtspflege Berufenen erst die volle Eignung verleihe. Der Reichskommis- sar ersucht deshalb, mit tunlichster Beschleunigung zu prüfen, ob sich eine Anordnung des Inhalts emp­fiehlt, daß jeder Referendar, der sich nach dem 1. Oktober 1933 zur großen Staatsprüfung mel­det, einen mindestens dreiwöchigen La­ge rdi en st nachzuweisen hat, und daß von Refe­rendaren, deren Meldung nach dem 1. 10. 34 eingeht, ein Lagerdienst von mindestens zwei­mal drei Wochen zu erfordern ist.

Kleine politische Nachrichten.

Die Deutschnationale Volkspartei hat an ihre Organisationen und Mitglieder die Weisung gerichtet, am Geburtstage des Reichs­kanzlers als des Chefs der Reichsregierung Schwarzweißrot zu flaggen.

Zu dem Beitritt des Gauführers des Gaues Ruhr- Lippe des Stahchelms Polizeipräsident Nieder- h o f f zur NSDAP, ist zu sagen, daß Niederhoff selbstverständlich dem Stahlhelm treu bleibt und seine Führerposten wie bisher b e i b e h ä l t.

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Der frühere deutsch-völkische Reichstagsabge- vrdnete v. Graefe-Goldebee ist nach län­gerer schwerer Krankheit auf seinem mecklen­burgischen Gut Goldebee bei Wismar im Alter von 63 3ahren geworben.

G ra f von Arnim-Boi tz'enburg, der letzte Präsident des Preußischen, Herrenhauses, ist auf seinem Gut Boitzenburg in der Uckermark im Alter von 66 Jahren gestorben. In einem Natur­schutzpark hat er wertvolle Tiergattungen, so als besondere Seltenheiten eine Wisentherde und eine Biberkolonie gehegt.

3n ganz Bayern wurden der politischen Po­lizei bis zum 13. April etwa5400Personen als in Schutzhaft befindlich gemeldet.

Gießener Gtadttheater.

Hans Mahner-Mons:

Hasenklein kann nichts dafür!"

Dieser Schwank in drei Akten nebst Dor- und Rachspiel verdankt seinen Erfolg, den er allent­halben erzielt hat, der Tatsache, daß er außer­halb des für die Gattung der Schwänke üblich gewordenen Klischees gemacht ist. Er beschäftigt sich zwar mit Politik, aber er nimmt diesen aller» omgs ernsten und wichtigen Gegenstand mal aus­nahmsweise von der komischen Seite: der Ver­fasser, M a h n e r - M on s , hat sich einen 3ux gemacht, nichts weiter, und bereitet feinem Publi­kum einen unbefchwert heiteren Abend.

Das ist die Geschichte von dem Schneidermeister ^.rtus Hasenklein, der aus feiner Werkstatt in einem kleinen Landort eine Reise tut in die Hauptstadt des freien Volksstaates Waldenburg um Stoff einzukaufen und dabei feine Tochter zu besuchen, die dort als Stenotypistin in einer Automobilfabrik angestellt ist. Abends geht er aus, um einen Schoppen zu trinken, und es ist ein reiner Zufall, daß er in ein Lokal gerät, wo gerade eine Wahlversammlung abgehalten totrö. Weil aber das Glas, das man ihm hin- ftellt, nic^t richtig vollgeschenkt ist und obendrein eine Fliege im Bier schwimmt, läuft dem höchst unpolitischen Zeitgenossen Hasenklein die Galle über, er haut auf den Tisch und schreit: Ver­dammte Sauwirtschaft! Ratürlich kann er nichts Dafür, daß dieser elementare Ausbruch seines berechtigten Anwittens als zündender Zwischen­ruf in die Rede eines Wahlkandidaten aufgefaßt und entsprechend gewertet wird.

Richt genug, daß man solcherart auf den provinziellen Besucher aufmerksam geworden ist- am andern Morgen wird er, im Büro der Auto­fabrik, wo er doch nur eben feiner Tochter guten Tag sagen wollte, ehe er weiß, wie ihm ge­schieht, als Abgeordneter auf die Liste zur Land­tagswahl gesetzt, weil da an siebenter Stelle ein kleiner Handwerker fehlt, den man nicht auf» treiben kann, und weil fein mißverstandener Zwi­schenruf vom Abend vorher sozusagen wie eine 'Bombe im politischen Leben des freien Volks­staates Ungeschlagen hat.

Auch damit nicht genug: vor der ersten Sitzung tobt im Landtagsgebäude ein heftiger Kuhhandel

um die Besetzung des Ministerpräsidentenpostens. Einem aufgeweckten Journalisten, der überall die Finger dazwischen hat, gelingt es, den neu­gebackenen Llbgeordneten Hasenklein den strei- teiiden Parteien genehm zu machen: aus ganz unpolitischen Gründen noch dazu, nur weil er femern SrcunDe helfen will, Hasenkleins Tochter, die hübsche Stenotypistin, zur Frau zu kriegen. Da nämlich^ dieser Freund ein Sohn des aristo­kratischen Chefs der Staatskanzlei ist, muß der Vater der Braut eine möglichst angesehene Stet­ig bekommen, und das Amt des Minister­präsidenten ist gerade frei.

Natürlich geht das nur bis zur Antrittsrede ^^chatzt der unselige Hasenklein so gründ- lich, daß seinem Rücktritt nichts im Wege steht und er sich nach dem ereignisreichen Ausflug in b;e Landeshauptstadt alsbald auf dem ange- Schneidertisch im Kreise der Familie w.ederfindet. Seine kouragierte Tochter hat aber «riiS ^würdigen Sitzung nach Hasenkleins STI fD ergreifende Ansprache en'? öcr geheimrätliche Chef ^sJiJeirnm verliebten Sohn den Heiratskonsens nicht langer verweigern kann.

Ausführung dieses Schwankes steht und fallt mit der Besetzung Der Titelrolle. Die Be- fehung war ausgezeichnet: Herr Ludwig Link- svuher in Gießen, jetzt am Reichischen mnrRn ?era wurde gleich beim Aufgehen DDn einer großen Gemeinde treuer «übt bCrr Aedersehensfreude be-

grußt. ®r hat sein komisches Talent von dem früher hier viele schöne Proben erlebt haben /eisen lassen, gefestigt und ausgebaut. Sein trockener Witz und feine9 schal- lenbe Lache wirkten unwiderstehlich auf die Lach- SJ^ln öeä Publikums. Diese Rotte ist in allen ~eJen toie für ihn geschaffen: wenn er mit gekreuzten Beinen auf dem Schneidertisch fjht StL eifU4d')en in ^e ehrwürdige Kaffee- -$at -$on fo Mit wie gewonnen Wenn er einem kleinen Beamten Maß nimmt" JS ??ndtag betritt, wenn er. von L ©unft des Volkes auf den Thron gehoben den Staat regiert und Audienz erteilt und Dabei einen ehemaligen Kunden emtfffngen muß, Dann -der Hohe Der Situation unD des @e- unters kein Ende. Es war sehr heiter.

Auch sonst: ein wohlgelungener QlbenD. Herr Hehler führte witzig unD pointiert Regie. Herr Löffler hatte hübsche Bühnenbilder unD einen m:t vielen Anspielungen verzierten, überlebens­großen Bilderbogen als Szenenrahmen geschaf­fen. UnD es wurde auf der ganzen Linie mit Lust und Liebe angeregt gespielt. Herr Hauer und Fräulein Deling stellten mit verliebtem Eifer das junge Paar, Herr Wrede einen ge­riebenen Schmock, Herr Heys er den geschäftigen Generaldirektor, Herr Kühne einen seriösen Staatsmann von merkwürdiger Porträtähnlich, leit Als Volksbeauftragte wirkten Frau Wai­th er-Lederer, Die Herren Fassott, Mi­ch e l und Dieten mit lächerlicher Würde. Frau Sch über t- ngli n g als die Halenkleinsche Gemahlin und Herr Geiger als aufgeblasener Subalternbeamter seien nicht vergessen.

Der De-fall steigerte sich zu Ovationen für Den Gast des Abends, Der sich immer wieDer zei­gen mußte. hth.

Ein Arbeitstag Mussolinis.

Don Or. Gustav W. Eberlein, :Rom.

2K u f f o I i n i hat feinen gewohnten Morgen- ritt hinter sich, als er im Palazzo Chigi eintrifft.

ift 8 Upt.

Einer nach Dem anDern kommen Die hohen Staatsbeamten zum Rapport. Schon füllen fid. öie Vorzimmer. Doch braucht niemand lange zu antichambrieren, Der Bittsteller nicht länger als Der Minister, Denn Die Arbeitszeit des Tages ist auf Die Minute eingeteilt wie ein Fahrplan

Sür 9 Uhr war Der Besuch Des französischen Botschafters angeseht: Punkt 9 Uhr verabsch edet Der MinisterpräsiDent Mussolini Die Her­ren vom Vortrag unD empfängt als Außen­minister den Senator De 3ouvenel. Große Dinge stehen auf Dem Spiel, nicht mehr und nicht weniger als Der FrieDe Europas. Frankreichs Botschafter bleibt bis 9.45 Ahr.

5)er Ministerrat tritt zusammen. Den Vorsitz fuhrt Mussolini. Cs toirD 13 Uhr.

^^Luftsahrtminister Balbo ist inzwischen nach Genua geflogen, um MacDonalD unD uen englischen Außenminister Simon abzu- holen. Er steuert Das Flugzeug selbst unD setzt ?,?^?vlltlschen Gäste nach zweistündigem Flug pünktlich an Der Tibermündung ab. Mussolini wartet schon, er ist. in 20 Minuten nach Ostia ge°

Von diesen sind bis zum 13. April bereits 900 Personen wieder entlassen wor­den. Außerdem wurden am Gründonnerstag erneut r unD 7 30 Personen entlassen.

Aus aller Well.

Starter Oslerverkehr im Schwarzwald.

3m südlichen Schwarzwald war Der Frem­denverkehr über Die Ofterfeiertage sehr leb­haft. 3n Titisee waren Die Hotels sehr stark be­seht: in Badenweiler übertraf Der Verkehr alle Erwartungen unD war, toi e aus zuverlässiger Quelle verlautet, feit 3ahrzehnten nicht mehr so stark wie in Diesem 3ahre. Interessant ist in Die­sem Zusammenhang, daß Die Schweiz und Das El­saß ein großes Kontingent Der Fremden stellten. Unter ihnen befanden sich auch viele Reugierige, die sich selbst davon überzeugen wollten, was von den ©reuelmelDungen, die im Ausland über Deutschland verbreitet werden, wahr fei. Sie alle waren überrascht von der Ruhe und Dem an­genehmen Aufenthalt in Deutschland.

Auslralienslieger Bertram in Tempelhof gelandet.

Während des großen Osterflugtages landete Der bekannte Australienflieger Hans Bertram mit seinem 3unkersflugzeug von seiner letzten Flugetappe Athen kommend im Zentralflughafen Berlin-Tempelhof Bertram wurde stürmisch be­grüßt. Am Mikrophon gab Bertram sodann seiner Genugtuung Ausdruck, daß er den Flug trotz allen Gefahren und Entbehrungen glücklich beendet habe und dankte für den herzlichen Empfang. Bertram mußte bekanntlich auf seinem Australienflug eine Notlandung an der australischen Küste vornehmen und war lange Zeit mit seinem Begleiter Klaus- mann verschollen. Beide Flieger wurden seinerzeit kurz vor dem Derdursten von einer Hilfsexpedition gerettet.

Klausmann ist bereits im Dezember o. I. in Be­gleitung eines Arztes nach Deutschland zurückge­kehrt, doch hat «r sich von Den Folgen der erlittenen Strapazen noch nicht ganz wieder erholt, lieber feine weiteren Pläne äußerte sich Bertram, Daß er beabsichtige, in Deutschland Vorträge über seinen Flug zu halten und die auf der Reise gesammelten Erfahrungen praktisch zu verwerten.

Kunst uno WMenfchast.

Rücktritt

des Nobelpreisträgers profenor Dr. James Franck.

Der Direktor Des zweiten Physiralis^en 3nsti- tutes Der Göttinger -UrtLberfitat, Provisor 3ames Franck, hat Den Kultusminister geoeien, ihn von seinem .amte zu entomoen. Fcancr, oer- Difajer Avstammung ist, eruart in einem Briese an Den Rector Der llnioer|ität, Daß er von der Vergünstigung für juDifa>e Frontkämpfer keinen ©eDiauu) mauien tooiie. Pros. Francc yatte 19z5 wegen Der u-ntueuung Der Ge,eye uoer Den Zu- fanimenstoß von einem Elektron mit einem Atom zusammen mit Pro,efior Gustav Hertz Den Ro- oelpreis erhalten.

45. Kongreß der Deutschen Gesellschaft süc innere Vleoizin.

In Wiesbaden wurde der 45. K o n g r e ß der Deutschen Gesellschaft für innere AI e - d i z i n durch Professor «chittenhelm- Kiel er- öffnet. Es waren annäherno 1000 Aerzte anwesend. Die Eröffnungsrede von Prof. Schittenheim wurde zu einem persönlichen Bekenntnis und zu einem me­dizinisch-vaterländischen Programm. Die deutsche Aerzteschast wolle sich als aktives Glied Der deutschen Kulturgemeinschaft auch in die großen Fragen un­serer Fell einschalten. Bei aller Anerkennung Der Verdienste so mancher sremdstämmiger Mitglieder um Die Forschung begrüße Die Gesellschaft Die Säu­berung auf allen Gevieten auch vom eugenetischen und biologischen Standpunkt aus. Weiter begrüße sie die Neuregelung des Krankenkassenwesens und Die Berichtigung der falschen sozialen Einstellung. Mit besonderer Genugtuung stellte der Vorsitzende im Namen Der Gesellschaft fest. Daß im Programm Der Nationalsozialistischen Aerztevereinigung Die Stärkung Der Stellung Des Hausarztes gefordert werde. Nach den programmatischen Ausführungen des Vorsitzenden trat Der Kongreß in Die wissen­schaftlichen Arbeiten ein.

13 30 aiatürIi^ lauert er selbst. Die Uhr zeigt Der Rückweg nach Rom toirD auf Der über 20 Kilometer langen Autobahn so schnell zurück­gelegt, Daß Mussolini von 14 bis 15 Ahr Den Vortrag Der Herren vom Außenministerium ent­gegennehmen kann.

Wenige Minuten nach 15 Ahr erscheint der Korporationen Minister Mussolini ini Augusteum unD spricht zur großen Versammlung Der Geschäftsleute.

Es ist heute auch Kammersihung. Der 3 nnen- mi nist er Mussolini hört sich von 16 Ahr bis 16.30 Die große ReDe seines Anterstaatssekretärs A r p i n a t i an.

16.35 bis 18 erste Besprechung Des Staats­lenkers Mussolini mit MacDonalD unD Simon im Palazzo Venezia. Er greift in Das RaD Der Weltgeschichte.

Folgen Die üblichen Audienzen: 18 bis 20 Ahr. 3ebn Minuten sind im Durchschnitt vorgesehen. -Zehn Millionen Menschen mindestens glauben unbedingt Mussolini sehen, sprechen unD beein­flussen zu müssen.

Wenn Die Amtsstuben längst im Dunkel lie» 2kf)t &Cennt Arbeitszimmer Des Duce noch

Ein Arbeitstag einer Der vielen, Der end- lofen Arbeitstage. Mussolini ist ein Arbeiter, Der keinen Feierabend, keinen Sonntag, keine Ferien und keinen Urlaub kennt.

Zeitschriften.

Brasilien unD Die Deutschen SieDIungen in Wort und BilD. Eine neue Monatsschrift, Die in Porto Alegre erscheint unD es sich zur Aufgabe macht, ein wahres Bild Des Lebens unD Treibens auf Den Deutschen SieD- lungen, vornehmlich in Den SüDstaaten Brasiliens, lebenDig vor Augen zu führen. Die Zeitschrift ist m erster Linie für alle Die geDadjt, welche sich mit Auswanderungsgedanken tragen unD sich schon vor Der Ausreise aus Der alten Heimat, zuverlässig über Die Aussichten und Lebens-Bedingungen, welche ihnen in Brasilien bevorstehen, unterrichten wollen. Die Herausgeber, selbst Durch jahrzehnte­langen Aufenthalt mit Den Siedlungsverhältnissen des Landes bestens vertraut, haben sich Die Mit­arbeit von Männern gesichert, Deren Sachkenntnis und Erfahmng über jeden Zweifel erhaben ist. Verlag: Hugo Müller, Porto Alegre. Ausliefe­rung in Deutschland: Koehler & Volcknar A. ©. L Co^ Leipzig.