Mittwoch, Januar,Y3Z
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)
yr. 15 Zweiter Blatt
Aus Natur und Technik.
Bogen die Presse verlassen konnte.
ließ sich
miemengen gewinnen laf-I fügt, ebensowenig die Rede sein wie von eine« damit alle Maschinen der rationellen Gewinnung riesenhafter Mengen
merung elektrische Ener,
Aiomzerirümmerung und was nun?
Hon Dr. Emil SarthouS.
Färben, einziger
elektrischer Energie. Zwar kann bei der Qltom- zertr ümmerung — wobei das den Atomkern treffende Geschoß darin stecken bleibt — ein Teil der inneren Energie des Kernes frei werden, doch ist das nicht immer der Fall. Mehr noch fällt es aber in wirtschaftlicher Beziehung in die Waagschale, daß nicht jedes Geschoß — jeder Kanalstrahl — einen Atomkern trifft und zertrümmert bei dem wahllosen Hineinschiehen in die der Atomzertrümmerung ausgesetzte Materie. Schießt man mit Alphastrahlen, die, wie gesagt, nicht das Durchdringungsvermögen der Kanalstrahlen besitzen, hinein, so kann man auf nur einen Treffer unter 10 000 bis 10 000 000 jener Geschoss«
Lj»»«- Friedrich König, der Begründer der weltbekannten Maschinenfabrik König & Dauer bei SfiXbura-Die von Frerich König erfundene erste Buchdruck-Schnellpresie der Welt, 6 8 die vor allem für das Zeitungswesen von entscheidender Bedeutung wurde.
strahlen vorliegen, auf dieses Atomgitter schießen, so wäre auf 10 000 000 Geschosse vielleicht em Treffer zu erwarten, alle anderen Geschosse aber würden durch das Gitter fliegen. Run liegen aber bei der Anordnung der Atome im Raume — um bei der bildlichen Vorstellung zu bleiben — schier unzählige Gitternetze dieser Art hintereinander, die so gegeneinander verschoben scheinen, daß Geschosse, welche durch das erste Gitternetz hindurchgehen. mit einiger Wahrscheinlichkeit auf einen Atomkern eines dahinterliegenden aufpral- len. — 2e tiefer also die Kanalstrahlen mit voller Kraft in die der Atomzertrümmerung aufgesetzte Materie eindringen, um so mehr erhöht sich die Zahl der Treffer.
Wit Hilfe dieses Deschleunigungsverfahrens gelang es vor einigen Monaten den englischen Physikern W a l t o n und E o k r a f t, eine Atomzertrümmerung mit der überraschend geringen Spannung von 125 000 Volt durchzuführen. ES handelt sich dabei um die Atomkerne eines Leichtmetalls, nämlich des Lithiums, und später bei Spannungen von 150 000 bis 300 000 Volt um solche des Vors und Kohlenstoffs. Die deutschen Physiker Lange und Drasch, die mit weit größeren Spannungen arbeiteten, erzielten dann noch größere Zertrümmerungsefsekte. Sie brachten es durch jeden Cntladungsstoß des von ihnen konstruierten Apparates zum Zerfall von einigen Millionen Atomen. Auch gelang es den Berliner Forschern sogar, die Atomkerne von Blei, dessen Atomgewicht (207,1) doch sehr hoch ist, zu zertrümmern.
Wie wertvoll auch die Ergebnisse dieser Versuche für die Wissenschaft sein mögen, so ist doch durch die bis heute bekannten Methoden der Atomzertrümmerung das Problem der praktischen Verwendung der Atomenergie ebensowenig gelöst wie das der Umwandlung der chemischen Grundstoffe (Elemente) für wirtschaftliche Zwecke. Würde doch ein mit den besten Hilfsmitteln aus zertrümmerten Atomkernen des Quecksilbers herausgefchossenes Gramm Gold auf nicht weniger als 6 000 000 Mark zu stehen kommen.
Zwei Männer standen an der Presse. Der eine trug mit runden „Ballen" die Farbe auf die Formen, den vom Setzer gefertigten Satz. Der zweite Gehilfe hatte währenddessen das Papier zu befeuchten, für die Farbe empfänglich zu machen und auf dem Rahmen aufzulegen. Dann klappte man den Rahmen um (in den das Papier eingelegt war, damit es auf den eingefärbten Satz zu liegen kam) und schob das Ganze, wegen seiner Beweglichkeit „Karren" genannt, unter Die eigentliche Preßoor- richtung. Durch einen energischen Zug am „Schwcn- gel" kam dann der eigentliche Druck zustande. Dann zog man den „Karren" wieder heraus, öffnete ihn, enrnahm den gedruckten Bogen — und die 2Irbeit konnte von neuem beginnen. Dieser cherstellungs- prozeß von Druckwerken nahm natürlich sehr viel Zeit in Anspruch. Anfangs vermochte man nur 300 Bogen am Tage berzustellen — immerhin ein Fortschritt gegenüber der Handschriftenvervielfältigung. Schwerste Arbeit galt cs an der Presse au leisten. Jeder Bogen mutzte gesondert behandelt werden. Drei Arbeitsgänge: Papierauslegen, Drucken — waren zu verrichten, ehe ein
Der Erfinder der Schnellpresse
3u Friedrich Königs 100. Todestage.
von Dr. Otto Bergmann.
fen, die hinreichten, um------------,
Welt zu treiben und das Eis am Mord- und Südpol der Erde zum Schmelzen zu bringen.
Um aber die Atomkerne zu zertrümmern, müssen mit außerordentlicher Schnelligkeit und Wucht auf sie prallende Partikelchen anderer chemischer Grundstoffe oder Atomkerne in sie hineingeschos- sen werden. Zuerst verwendete Rutherford als solche Geschosse die schnellen, in strahlende Materie verwandelten Teilchen erster Ordnung oder Alphateilchen der mit ihren ungewöhnlich großen Atomkernen und selbst zerfallenden radioaktiven chemischen Grundstoffe (Radium, älran usw.), die von diesen mit Sekundengeschwindlg- keiten bis zu 20 000 Kilometer abgestohen wer- den. Mit ihrer Hilfe gelang es dem englischen Forscher schon, Zertrümmerungen von Atomkernen chemischer Grundstoffe mit sehr geringem Atomgewicht, wie des gasförmigen Heliums, her- beizuführen. Da sich aber die von der Matur gelieferten Alphastrahlen nicht schnell und stark genug erwiesen, um mit ihnen auch bei der Zertrümmerung von den mehr kompakten Atomkernen solcher chemischen Grundstoffe, dl« ein größeres Atomgewicht besitzen, sichtliche Erfolge zu erzielen, ersetzte man sie durch die sogenannten Kanalstrahlen. Es sind das elektrische Ent- ladungen von einer Spannung bis zu mehreren Millionen Volt, die aus einem Rohr von besonderer Konstruktion, das etwa 20 Prozent der in es hineinversehten elektrischen Energie m Form von Strahlung abgibt, gegen die Atonckerne ab- geschvssen werden. Jedes Geschoß zertrümmert den Atomkern, auf den es aufprallt und recht von ihm Teile los. Das bewirkt meistens die Umwandlung des Atomkerns m den eines anderen Grundstoffs, wie z. D. die vielbesprochene, lang schon erträumte Umwandlung von Quecksilber in Gold.
Don einer wirtschaftlich lohnenden Umwandlung der chemischen Elemente auf dem Wege^der Atomzertrümmerung kann aber, so lange die -Lech- I nil nicht über vollkommenere Hilfsmittel ver-
Am Abend des 28. November 1814 entstand im Druckersaal der „Times" zu London eine mächtige Bewegung. Die hastige eintönige Arbeit an den Handpressen wurde unterbrochen. Drucker und Setzer verliehen ihre Plätze und rotteten sich in Gruppen zusammen im Gefühl, dah etwas auherordentliches letzt geschehen müsse Seit Tagen hatte man halb neugierig, halb mißtrauisch die Aufstellung einer mysteriösen Maschine im Nebenhause des Zeitungsgebäudes verfolgt. Jetzt hörte man, wie sie in Tätigkeit trat. Die nächste Morgenummer der „Times", vom Dienstag, dem 29. November, gab der staunenden Welt Kunde von der Revolution, die unbemerkt in dieser Nacht sich vollzogen hatte: Der Leitartikel des Blattes berichtete, daß die „Times" nicht mehr mit der alten Handpresse hergestellt sei. Eine wunderbare Maschine habe in kürzester Frist den Druck vollendet — rascher und zuverlässiger, als Menschenarbeit es je vermocht hätte
prozesse des Färbens, des Papierauflegens, und Druckens in einem Gang zusamrnenzufaffen. so daß sich durch einen Handgriff alles erledigen ließ. In jungen Jahren schon ist König zu dieser Idee vorgedrungen. Ais einfacher Setzer und Drucker hatte er während seiner Lehrzeit bei Breitkopf und Hörtel in Leipzig viele Monate an der Presse ge- standen und mag so aus eigener Erfahrung heraus die Notwendigkeit ihrer Reform erkannt haben. Seit 1803 ist er dann mit Konstruktionen beschäftigt und bald findet er einen Weg, das Einfarben, den Schub der Karren und das eigentliche Drucken durch einen zentralen Mechanismus zu bewerkstelligen. Er versucht in Deutschland seinen Plan zu realisieren. Als das nicht griingt wendet er sich nach England und findet hier zunächst bereitwillige Unterstützung. 1810 wird die erste Presse Königs patentiert. 400 Drucke stellt sie selbsttätig in der Stunde her. Was bisher der Ballenmeister mühsam erledigte, wird jetzi durch eine mechanische Dorrichtung besorgt. Ein System von Walzen verteilt die Farbe und trägt sie auf die Typen auf, ber Karren wird vorwärts getrieben und kommt für die zum Drucken notwendige Zeit zum Stillstand.
In den nächsten Jahren wurde die Maschine weiter vervollkommnet. Diese Fortschritte überzeugten auch den Inhaber der „Times", der anfangs sich
versuche hat Bauer unternommen, doch die Zeit war noch nicht reif, um seine kühnen Pläne zu verstehen und zu würdigen. Trotz einer Tauchzeit von beinahe sieben Stunben, die Bauer mit seinem letzten für Rußland erbauten Boot erreichte, fand er schließlich von keiner Seite mehr Mittel. Er starb 1875 arm in München, nur durch ein Gnadengehalt d-' bayrischen Königs vor dem Verhungern gerettet.
französische Flotte war die erste, die systematische Versuche anstellte, ein brauchbares Tauchboot herauszubringen. Nach Frankreich machte sich Holland daran und gewann gleich einen weiten Vorsprung, weil jetzt als Antriebskraft Erplofions- motoren eingebaut wurden. Aber die Schnelligkeit und die Manövrierfähigkeit der Boote aller Länder waren noch immer nicht sehr groß. Erst als — um 1910 — die mit Del gespeisten Dieselmotoren die alten Dampfmaschinen ablösten, begann die rapide Entwicklung des Unterseebootes. Der Dclmotor hatte vor dem Benzinmotor ganz wesentliche Vorteile. Vor allem war die Explosionsgefahr geringer.
Unter Wasser werden die Delmotorcn nicht benutzt, weil zu ihrem betrieb sehr viel Luft gebraucht wird und Luft bei einem untergetauchten Boot der kostbarste Artikel ist. Die Unterwasserfahrt bewerkstelligen Elektromotoren, deren Kraft- ström von Akkumulatorenbatterien geliefert wird. Wegen des größeren Wasserwiderstandes ist natürlich die Fahrt unter Wasser erheblich langsamer als auf dem Wasser. Beim Untertauchen muß das Deplacement des Bootes verringert werden: dazu wer- den die zwischen der inneren und äußeren Hülle liegenden Tanks mit Wasser gefüllt.
fuhr und tauchte. Aber wie das so ist: als nun Bauer das große laudjboot bauen wollte, hatte man es sich inzwischen wieder anders überlegt. Man gab dem bayerischen Korporal nicht nur kein Geld, sondern befahl ihm noch obendrein, das Modell, das ja aus Staatsgeldern (dreißig Taler) erbaut worden war, abzuliefern.
Aber eine Sammlung, vom Obersten seines Regiments angeregt, brachte doch ein paar tausend Taler zusammen. Damit wurde in Kiel das Unterseeboot gebaut. Nicht genau nach den Angaben Bauers, denn die Schiffbauingenieure verstanden doch mehr als ein einfacher Artillerist. Daß sie glaubten, mehr zu verstehen, wurde dem Boot allerdings zum Verhängnis. Man stellte die Bootswände schwächer her, und anstatt eines fest eingebauten Kiels legte man Bleiplatten auf den Boden des Schiffs. Bei einem zweiten Versuch 1851 im Kieler Hafen — die dänische Flotte hatte sich be- teils vor diesem „Brandtaucher" respektvoll zurückgezogen — wurden die Bootswände von dem steigenden Wasserdruck zusammengebogen, das 35- Tonnen-Boot stellte sich schief, der lose Ballast rutschte nach vorn und stellte es auf die spitze. Bauer wartete mit zwei Kameraden, kaltblütig überlegend, bis das langsam eindringende Wasser die Luft im Boot so zusammengepreßt hatte, daß sie alle drei durch die aufgestemmte Luke aus zwanzig Meter Tiefe wie Geschosse durch die Preßluft an die Oberfläche geschleudert wurden. Der Mut zum Ausharren war ihre Rettung.
Bauer lieh sich nicht entmutigen. Deutschland wollte ihn nicht hören, aber England, Rußland, Oesterreich waren bereitwilliger. Rund 130 Tauch-
liehen Prioritätsstreit einwandfrei als der Erfinder der Schnellpresse. Sein Name wird wenig genannt. Wer von Erfindungen auf dem Gebiete des Buchdrucks spricht, denkt meist an Johann Gutenberg. Ohne die geniale Tat des Mainzer Patriziers einzuschränken, muß festgestellt werden, dah Gutenberg nicht im strengen oinne der Erfinder des Drucks gewesen ist. Drucken konnte man schon vor ihm. Man schnitt Figuren und Worte (eh langer Zeit negativ ins Holz, rieb diesen „Block" mit ijarbc ein und erzeugte durch Druck mittels Reiber von der Presse Abzüge, ,Holztafeldrucke". Gutenberg übernahm aller Wahrscheinlichkeit nach nur diese Presse mit geringen Abänderungen. Neu erfunden hat er dagegen den Typenguß.
Die Presse Gutenbergs hat bann auch weiterhin durch die Jahrhunderte kaum eine prinzipielle Fort- dildung erfahren Eine unsäglich mühevolle, langwierig Arbeit hatten mit ihr Die Drucker zu leisten. Gerade diesen Druckprozeß muß man sich oergegen- roärtigcn, will man in vollem Maße das Verdienst Friedrich Königs würdigen.
^Man hat versucht, durch sehr hohe elektrische Spannungen von 600 000 bis 5 0Ö0 000 Volt in den Entladungsrohren für Kanalstrahlen die Zahl der Treffer zu erhöhen, kam dabei wegen der zu geringen Intensität der Strahlen jedoch mcht zu den gewünschten Ergebnissen. Das hat zu einem ganz neuen Verfahren angeregt, um 2ltt>m- zertrümmerungen in großem Mahstabe durchzuführen.
Man geht dabei von verhältnismäßig geringen elektrischen Spannungen aus und sucht den bu«h sie hervorgebrachten schnellen Teilchen der leuchtenden Materie durch wiederholten Antrieb mit Hilfe eines besonderen Verfahrens so große Schnelligkeit zu verleihen, daß sie recht tief in die der Atomzertrümmerung ausgesetzte Materie einbringen. Daburch muß Die Zahl ber Treffer unter den gegen die Atomkerne gerichteten Geschosse — Kanalstrahlen — viel größer werden.
Hm bas zu verstehen, stelle man sich bie ber Wirklichkeit nahekommenbe Gruppierung der die Materie aufbauenden Atome unter dem Bilde eines sehr weitmaschigen Gitternetzes vor. An den Kreuzungspunkten der Fäden dieses Metzes ist dabei je ein Atomkern anzunehmen, dazwischen aber liegt leerer Raum. Würden wir mit schr kleinen Geschossen, wie sie in den Kanal-
Die rasche Herstellung hoher Auflagen . mit dieser alten Holzpresse nicht ermöglichen. Seit dem Ende des 18. Jahrhunderts wuchs aber der Bedarf an Druckschriften immer stärker: das Volk war durch die Ereignisse der französischen Revolution wach geworden und politisch stärker interessiert — jeder wünschte über die neuesten Ereignisse möglichst rasch unterrichtet zu werden. Nur durch eine we- (entliehe Verbesserung ber bisherigen Presse ließ sich bas ermöglichen. Hierfür traten gerabe in dieser Epoche oerschiebene Vorschläge hervor. Man beginnt in ber Schweiz, in England und Amerika mit dem Bau von E i s e n p r e s s e n , die aller- dings noch bis tief in das 19. Jahrhundert hinein die alte Holzpresse nicht ganz verdrängen können.
Erst Friedrich König aber gelang dieser ent- scheidende Schritt. Er versuchte die drei Arbetts- Prozesse des Färbens, des Papieraufleg
Diese Mitteilung bedeutet einen Markstein nicht nur für die Geschichte des Buchgewerbes. Sie bezeichnet einen Wendepunkt unseres ganzen kulturellen Lebens. Sie ist gleichsam die Geburtsanzeige einer neuen Wettmacht, der WeltmachtPresse. Seit dem 28. November 1814 gibt es die moderne Zeitung! Durch die Schnellpresse, deren Laufbahn hier beginnt, wurde es möglich, das gedruckte Wort in einer Auflage von vielen Taufenden zu vervielfältigen und zu verbreiten. Taufende von Abdrucken liehen sich rasch erzielen, deren Herstellung auf der Handpresse Wochen gedauert hätte. Nicht plötzlich und zufällig ist diese geniale Erfindung ans Tageslicht getreten. In härtester Arbeit vieler Jahre ist sie erdacht und erprobt worden. Die Segnungen des neuen Instruments sind dabei in solchem Maße zur Selbswerständlichkeit geworden, daß man darüber den Mann fast vergaß, der sie erdachte. 3rieb- rid) König gilt heute nach manchem unerquick-
Sie Entwicklung des Tauchbootes
Son ‘-Dr. Hellmuth Thomasius
Als Deutschlanb im Krieg gegen eine Welt von Feinden kämpfte, zu Wasser, zu Lanb und in ber Luft, würbe — außer ber Luftwaffe — zum ersten Male von Unterseebooten Gebrauch gemacht. Sellen ha: eine Waffe einen fo schnellen Entwicklungsweg zurückgelegl, in vier Kriegs>ahren würbe sie bis zur höchsten Vervollkommnung getrieben, über Ozeane hinweg flößte sie Panik unb Schrecken ein, fügte sie Den Feinben unermeßlichen Schaben AU, machte sie die Männer, bie biese neue Waffe bebienten, zu unvergeßlichen Helden. .....
Rur bie mobernste Technik war fähig, eine so komplizierte Waffe zu schaffen, als bie sich die Tauchboote im Verlause des Krieges erwiesen. Man mochte glauben, auch bie Ersinbung ber Unlerwas- er-Fahrzeuge könnte nur bem Gehirn eines modernen Erfinbers unb Technikers entsprungen sein, aber bieser Gebanke ist schon Jahrhunberle alt, unb so unwahrscheinlich es Hingt, schon vor fast hunbert Jahren hat es bereits eine U-Boots-Katastrophe gegeben, bei ber bie Insassen bes Tauchbootes nur wie burch ein Wunber mit bem Leben bavonkamen. Die Sage erzählt, bah sich Alexa n ber ber Große einmal in einer Taucherglocke auf bem Meeresdoben verborgen gehalten habe. Diese Taucherglocke in ber Fama ist nichts anberes als ber Wunsch, wie ein Fisch auch im Wasser leben zu können, unb seil sich Römer unb Karthager mit Galeeren unb Rammschiffen, unseren späteren Torpedobooten vergleichbar, vernichtende Seeschlachten lieferten, ist ber Gebanke lebenbig, auf irgenbeme Weise auch unter Wasser, bem Blick bes Feinbes verborgen, sich heranzupirschen unb bem Gegner unversehens Schaben zuzufügen.
Die Verwirklichung bieses Gebankens lieh lange auf sich warten. Der Grunb ist in ber noch unentwickelten Technik au finben. ßeonarbo da Bind ber grohe Maler ber italienischen Renaissance, gleicherweise auch ein hervorragender Kriegs- Ingenieur, ber Flugapparate unb mächtige Belagerungsmaschinen entwarf, Hal einige Pläne zu Unterwasserfahrzeugen ausgearbeitet. Ein holländischer Arzt, Cornelius von D red bei, Hal angeblich schon im Jahre 1620 auf der Themse ein Tauchboot, das aus Holz war, mtt gefettetem Leder überzogen unb in zwölf bis fünfzehn Fuß Tiefe von Greenwich nach Westminster fahren lassen. Dieses Boot wurde von Ruderern fortberoegt. lieber das wichtigste Problem ber Luftzufuhr unb ber Sufterneuerung ift leiber nur bie Aussage bes Schwiegersohns Dieses hollänbischen Arztes bekannt, ber oon fluffiger Luft spricht. Aber es ist sehr wenig wahrscheinlich, baß Drcbbel damals schon ein Verfahren kannte, mit bem man Sauerstoff ber Luft verflüssigen unb gewisserrnahen einwecken konnte ,
Erst hunderlsünfzig Jahre spater, im amerifani- schen Unabhängigkeitskrieg gegen bie ®nUa"öcr> würbe ein Tauchboot unter em englisches Kriegs- (rfiiff gebracht, um es mit einer Pulverlabung in bie Luft zu sprengen Ader bieser Minierungsoer- such rnihlang. Auch ber Wunber ber Dampfschiff- fahrt der Amerikaner Robert Fulton, Hal sich mit einem Unterseeboot hervorgetan, bas geeignet gewesen wäre, ber Weltgeschichte von N a p o - leone Zeil an ein anberes Gesicht zu geben, wenn Napoleon, bem noch ber Steg über England im Kranz seiner Siege fehlte, nach ber ersten gegluckten Probefahrt bes Fullonschen Unterfeebootes tm Hafen von Brest, auch weiterhin ben Amerikaner unterstützt unb geförbert hätte.
Das erste Unterseeboot, bas manövrierfähig war unb längere Zeil unter Wasser bleiben konnte hat ein Deutscher erfunben und gebaut: Wilhelm Bauer aus Dillingen. Ein bayerischer Artillerie- Unteroffizier, 1822 geboren, ift ber eigentliche Vater ber U üerfeebootsroaffe. Als Dauer im Krieg zwi- (chen bem Deutschen Bunb unb Dänemark 1848-50 mit feiner Batterie oben nach Schleswig-Holstein kam unb fah, wie sich bie Danen auf ber Insel Asien verschanzt hatten flog ihm ber Gebanke au, man müßte unter Wasser zur.^(«1 gelangen, b Brücken sprengen unb bie dänische Flotte, bie bie Küsten blockierte, von unten her angreifenundver, Nichten. Er legt den Kommandoftellen feine Plane vor, sie werben gut beurteilt, man bewilligt äem Unteroffizier breifeig Taler für ben Bau emes Modells. Das Modell, von einem Uhrwerk angetrieben,
Wie früher die Astronomie die wissenschaftliche Welt durch die Entdeckungen, die sie im unendlichen Weltall machte, in Verwunderung versetzte, jo jetzt die Wissenschaft der Physik durch den Einblick, den sie durch geniale Apparaturen und Llntersuchungsmethoden in den Mikrokosmus, den Aufbau der Materie in ihren aller- kleinsten Teilen, ermöglicht.
Durch die von dem englischen Physiker Rutherford angebahnten Forschungen wissen wir heule daß das Atom, das früher als kleinster Bestandteil alles Stofflichen angesehen wurde, aus einem mit positiver Elektrizität geladenen Kern und ihn umkreisenden, elektronegativen Stoffteilchen oder Elektronen besteht. Diese bilden in ihrer Gesamtheit eine dünne Hülle um den in Vergleich mit ihnen außerordentlich kom- Pakten oder massiven Atomkern. Dieser aber besitzt eine außerordentlich große abstoßende Kraft, die schon bei dem leichtesten aller chemischen Grundstoffe, dem Wasserstoff, 300 000 Volt beträgt: beim Uran sich aber auf 15000 000 Volt beläuft. In den Atomkernen ist also eine ungeheuere Kraft aufgespeichert, deren Größe sich mit ziemlicher Genauigkeit ermitteln läßt. Gelingt es. diese Kraft durch die Zertrümmerung der Atomkerne frei zu machen, so erzielt man von jedem Kilogramm der dadurch strahlend oder radioaktiv gewordenen Materie eine Energiemenge von mehreren Millionen Kilowattstunden. Das will gewiß sehr viel besagen; denn — um mit Bekannten zu vergleichen — gewinnt man aus einem Kilogramm Steinkohle beim Verbrennen durch- schnittlich nur sieben Kilowattstunden und aus einem Kilogramm Benzin etwa zwölf Kilowattstunden. Wenn sich dem nicht vielleicht für immer unbehebbare Schwierigkeiten entgegenstel- ten» würden sich auf dem Weg« der Atomzertrüm- I nil nicht


