Ausgabe 
17.8.1933 Erstes Blatt
 
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Wirtschaft.

Oer Reichsbankstaius Mitte August.

Berlin, 17. Aug. (WTB. Funkspruch.) Nach dein Ausweis der Reichsbank vom 15. 21 u g u ft hat sich in der verflossenen Bankwoche die gesamte Kapitalanlage der Bank in Wech­seln und Schecks, Lombards und Effekten um 56,0 Millionen auf 3417,5 Millionen Mark verrin- §e r t. Im einzelnen haben die Bestände an Han- elswechfeln und -Schecks um 52,1 Millionen Mark auf 3008,8 Millionen Mark, die Lombardbeftände um 1,04 Millionen auf 77,5 Millionen Mark abgenom­men, die Bestände an Reichsfchatzwcchfeln um 6,2 Millionen auf 1,29 Millionen und die Effektcnbe- ftände um 0,3 auf 320,3 Mill. Mark zugenommen.

2ln Reichsbanknoten und Rentenbankscheinen zusammen sind 48,5 Millionen Mark in die Kassen der Reichsbank zurückgeflossen, und z oar hat sich der Umlauf an Reichsbanknoten um 50,1 Millionen auf 3327,9 Millionen Mark ver­ringert, derjenige an Rentenbankscheinen unt 1,6 Millionen auf 383,9 Millionen Mark erhöht. Der Umlauf an Scheidemünzen nahm um 43,9 Millionen auf 1409,3 Millionen Mark ab. Die Bestände der Reichsbank an Rentenbankscheinen haben sich dementsprechend auf 25,1 Millionen Mark verringert, diejenigen an Scheidemünzen unter Berücksichtigung von 103 000 Mk. Reu- ausprägungen auf 267,9 Millionen Mark erhöht. Die fremden Gelder zeigen mit 353 Millionen Mark eine Zunahme um 21,5 Millionen Mark.

Die Bestände an Gold und deckungs-

sähigen Devisen haben sich um 9,0 Mill. Mark auf 344,7 Mill. Mk. erhöht. 3m einzel­nen haben die Goldbestände um 10,3 Mill. Mk. «auf 270,4 Mill. Mk. zugenommen und die Bestände an deckungsfähigen Devisen um 1,3 auf 74,3 Mill. Mark abgenommen.

Die Deckung der Roten betrug am 15. August 10,4 Prozent gegen 9,9 Prozent am 7. August. Die Erhöhung der sonstigen Passiven um 48,2 Mill. Mk. erklärt sich größtenteils aus durch­laufenden Buchungen: in Höhe von 21,9 Mill. Mk. beruht sie auf der Einzahlung der am 10. d. M. fällig gewesenen Tilgungsrate des Lieber- brückungskredites des Reiches, deren Transferie­rung aus den bekannten Gründen nicht möglich war.

*

* Säuberung an der Berliner Börse. Wie der Amtliche Preußische Pressedienst mitteilt, hat der preußische Minister für Wirtschaft und Ar­beit nunmehr auch an der Berliner Produk­tenbörse eine Säuberung angeordnet, nach­dem bereits Anfang Juli d. I. eine grundlegende Bereinigung bei den Maklern der Berliner Wert­papierbörse begonnen wurde. Bei dem Handel mit dem wichtigsten Produkt für die Volksernährung, dem Brotgetreide, kann noch weniger als bei dem Wertpapierhandel eine Vermittlertätigkeit unzu­verlässiger Personen geduldet werden. Alle Zulassungen der Makler und Agenten an der Ber­liner Produktenbörse erlöschen daher am 31. Okto­

ber 1933. Wieder zugelassen werden nur biejenlaen, die einer Prüfung aus Ehrenhaftigkeit und Ver­trauenswürdigkeit standhalten und den oorgeschrie- benen sachlichen Anforderungen genügen.

Frankfurt geschästslos.

Frankfurt a. M., 17. Aug. (WTB.-Drahtmel- düng.) Die zu Beginn der heutigen Börse vorliegen- den Aufträge hatten in ihrem Umfang noch nicht zu­genommen. Verschiedentlich tauschte die Kulisse kleine Aktienposten gegen Renten ein, da man für diesen Markt mehr zuversichtlicher gestimmt war. Neuengagements wurden jedoch kaum vorge­nommen, so daß die Tendenz in Aktien knapp be­hauptet war, während festverzinsliche Werte im all­gemeinen gut gehalten waren. Eine gewisse Stütze hatte der Aktienmarkt in verschiedenen Nachrichten aus der Wirtschaft, ferner wurde der Reichsbankaus­weis mit feiner gestiegenen Golddeckung günstig be­urteilt.

Am Montanmarkt zeigte Buderus 1,25 Prozent, Klöckner um 1 Prozent und Rheinstahl um 0,65 Prozent befestigt, dagegen waren Harpener 0,75 Prozent, Marisfelder 0,13 Prozent und Mannes­mann 0,25 Prozent niedriger. IG. fetzten 0,40 Pro­zent unter gestern abend ein. Von Elektrowerten büßten Schuckert 1,13 Prozent, AEG. 0,40 Prozent ein, Siemens blieben behauptet. Reichsbank notier­ten 0,40 Prozent, 21 tu. 0,50 Prozent, Daimler 0,25 Prozent schwächer, Zement Heidelberg 0,40 Prozent gebessert. Nach den ersten Kursen kamen Gesfürel 0,25 Prozent, Phönix 0,40 Prozent niedriger zur Notiz, während am Schiffahrtsmarkt Hapag 0,13 Prozent gewannen.

Am Rentenmarkt setzten Altbesitz 0,25 Prozent höher ein, Reubesitz waren gehalten, späte Reichs­

schuldbuchforderungen eine Kleinigkeit freund­licher. Bon Industrieobligationen gaben Stahl­vereinbonds 0,13 Prozent nach. Der Pfandbrief­markt lag nicht ganz einheitlich, in Goldpfand­briefen der Rheinischen Hypothekenbank herrschte eher kleines Angebot, während die Werte der Frankfurter Hypothekenbank gesucht und bis 0,25 Prozent höher lagen. Stadtanleihen waren ohne Almsatz, von Staatsanleihen blieben Hessen von 1928 bei geringem Geschäft unverändert. Ain Markte der Auslandswerte gaben 4prozentige Rumänen wieder 4 Pf. nach, Zolltürken exkl. Koupon gewannen im gleichen Ausmaß.

3m Verlaufe lagen von Montanwerken Rhei­nische Braunkohlen 1,25 Prozent, Stahlvereins­aktien 0,25 Prozent niedriger. 3lse Genuß er­schienen behauptet. Scheideanstalt lagen 0,75 Pro­zent und Deutsche Erdöl 0,5 Prozent freundlicher. Am Elektromarkt waren Lahmeyer 1,25 Prozent, Bekula 0,25 Prozent gedrückt. Frankfurter Hypo­thekenbankaktien erschienen mit Minus-Zeichen.

Frankfurter Schlachtviehmarkt.

Frankfurt a. M., 17. Aug. Auftrieb: 101 Rin­der, 858 Kälber, 160 Schafe, 640 Schweine. Es wur­den notiert: Kälber: beste Mast- und Saugkälber 38 bis 42 Mark, mittlere Mast- und Saugkälber 32 bis 37, geringere Saugkälber 27 bis 31 geringe Saugkälber 22 bis 26; Schafe: beste Schafe 25 bis 28 mittlere Schafe 21 bis 24, geringe Schafe 18 bis 20; Schweine: vollfleischige Schweine von etwa 240 bis 300 Pfund Lebendgewicht 43 bis 45, von etwa 200 bis 240 Pfund 42 bis 45, von etwa 160 bis 200 Pfund 41 bis 44 Mark. Marktverkauf: Kälber und Schafe mittelmäßig, Schweine ruhig, aus­verkauft.

Statt Sparten.

August 'Wallenfels und 3rau 8lse, ge6. find danken herzlichst, auch im SY amen der Stiern, für die Glückwünsche und <57uf merksamkeiten zu ihrerVermählung.

Gießen, im Slugust 1933.

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Der verehrten Kundschaft von Gießen und Umge­bung zur gefl. Kenntnis, daß ich mit dem heutigen Tage die von meinem Schwiegervater Herrn Metz­germeister Ludwig Weber betriebene Metzgerei übernommen habe. Danke bestens in seinem Namen für das ihm dargebrachte Vertrauen und bitte, sel­biges auch weiterhin auf mein Unternehmen über­tragen zu wollen. Es soll mein Bestreben sein, meine werte Kundschaft stets zufrieden zu stellen. Um ge­neigten Zuspruch bittet

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Montag, den 21., und Dienstag, den 22. August 1933, soll das Grummetgras von den städtischen Wiesen öffentlich meist­bietend versteigert werden, und zwar:

IRonlag, den 21. August 1933:

8% Uhr (Zusammenkunft am Schlachthof) von den Wiesen im Neustädter Feld, bei dem Schlachthof, Hohleiche und Aus der Insel.

9% Uhr (Zusammenkunft an der Marbur­ger Straße, Schwarzlachweg) von den Wiesen in der Schwarzlach'in 7 Ab­teilungen.

10% Uhr (Zusammenkunft in der Restau­ration von Georg Schrimpf, Kaiser- allee 4) die Wiesen an der Throm|chen Fabrik, eine Wiese hinter der Klär­anlage, von den Wiesen am Weiher, am Ohleberg, im Heegstrauch und am Alten Steinbacher Weg.

14 Uhr (Zusammenkunft in der Restaura­tion Philosophcnwald) von den Wiesen im Wiesecktal und an der Eselswieje.

Dienstag, den 22. August 1933:

8% Uhr (Zusammenkunft an Ort und Stelle) an der Anneröder Straße von den Wiesen am Altentisck und Uters- brunnen, anschließend an der Rödgener Straße von den Ochsenwiesen und den Wiesen im Stolzenmorgen.

11 Uhr (Zusammenkunft an Ort und Stelle) von den Wiesen des Gas» und Wasser­werks in den Gemarkungen Rödgen und Grohen-Buseck. 5123C

Steigliebhaber, welche die Wiesen zu be­sichtigen wünschen, wollen sich an den städtischen Wiesenmeister Klos, Bücking- straße 4, wenden.

Gießen, den 16. August 1933.

Bürgermeisterei Gießen. I. V.: Dr. Selb.

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Heuprobe ist vorzulegen.

Kelsterbach, den 15. August 1933. Hessische Bürgermeisterei. Bamberger

Ankauf von Heu.

Die Gemeinde Kelsterbach beabsichtigt, zirka 80 Zentner gutes wiesenheu für den Faselstall anzukaufen.

Angebote pro Zentner frei Faselstall wollen bis Mittwoch, den 23. August 1933, bei der Bürgermeisterei abgegeben werden.

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Der vom Gemeinderat durchberatcne Voranschlag der Gemeinde Lang-Göns für das Rj. 1933 liegt vom 18. August d. 3. eine Woche lang auf dem Amtszimmer des Bürgermeisters zur Einsicht der In­teressenten offen. Innerhalb dieser Frist können Einwendungen schriftlich oder zu Protokoll oorgebracht werden. 5144D

Lang-Göns, den 17. August 1933.

Bürgermeisterei Lang-Göns.

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