Nachdruck verboten!
und
Statt besonderer Anzeige.
Gießen, 15. August 1933.
513qD
Die trauernden Hinterbliebenen
Klein-Linden, den 16. August 1933.
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1.
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Reparaturen gewissenhaft u. preiswert
5140 D
jetzt das
12. Fortsetzung.
heute nacht nach langem, schwerem Leiden im 69. Lebensjahre in die Ewigkeit abzurufen.
Dem Herrn über Leben und Tod hat es gefallen, unseren lieben Vater, Schwiegervater. Großvater. Bruder, Schwager und Onkel
Die Beisetzung findet in aller Stille statt Beileidsbesuche dankend verbeten.
wald;
4. in Gemarkung wieseck.- 4 Uhr nachmittags in der Wilhelm Dorfeldschen Wirtschaft in Wieseck, Gießener Straße. Zur Versteigerung gelangen die gleichen Lose wie bei der diesjährigen Heugrasversteigerung.
Gießen, den 15. August 1933.
Hessisches Forstamt Gießen.
Die Beerdigung findet Freitag, den 18. August, nachmittags 21/, Uhr, vom Sterbehause, Frankfurter Straße 80 aus statt.
stimmen?"
Man vereinbarte die Zeit zwischen siebzehn achtzehn Uhr und trennte sich dann.
9. Kapitel.
„Die gnädige Frau hat angeordnet, daß sie unter keinen Umständen gestört wird!" sagte
Stubenmädchen, „darum wage ich nicht, selbst Frau Baronin zu melden!"
Lilo war verblüfft. Was hatte Magussi vor? Etwa gar Kleideranprobe? Sie wollte den Grund erfahren.
„Aber Fanny, Sie wissen doch, daß für mich die gnädige Frau zu jeder Tageszeit zu sprechen ist!"
„Verzeihen, Frau Baronin, aber ich muß nach meinem Auftrag handeln."
Unverschämt von dem Mädchen, ihr das zu bieten! Sollte sie unverrichteter Sache wieder heimgehen.
Unser Geschäft befindet sich jetzt gerade gegenüber dem seitherigen Laden im Anwesen von Brüder Schmitt
Heute ist nach längerem Leiden mein lieber Mann, unser treuer, gütiger Vater, lieber Schwiegersohn
Geheimer Medizinalrat
In tiefer Trauer:
Gertrud Poppert, geb. Naumann
Ingeborg Poppert
Dieter Poppert
Naumann, Oberst a. D.
Herrn Philipp Lenz VIII
Küfer
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Mahnung.
Die rückständigen Beiträge für den Mo- nat Juli 1933 können noch bis zum 25. August 1933 ohne Kosten bezahlt werden. Nach Ablauf dieser Frist erfolgt Kostenberechnung evtl. Beitreibung. 5131D
Die Einzahlung kann täglich von 8 bis 12Uhr, außer Samstag, an unsere Kasse oder auf unser Postscheckkonto Amt Frankfurt a. M. Nr. 10833 erfolgen.
Allgemeine Ortskrankenkasse Giehen-Stadt H i n k l e r, Rechner.
Professor Dr. Peter Poppert
Direktor der Chirurgischen Universitäts-Klinik
sanft entschlafen.
Das Wunder der Magussi Weiser Roman von Fr. Lehne. Urheberschutz durch E. Ackermann, Stuttgart.
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„Mich trieb das Interesse her, zu erfahren, wie es bei der Fürstin war, welche Lieder du singen wirst. Du hast eben mit dem Kapellmeister geübt? Was ist er für ein interessanter Mensch mit den großen, schwarzen Augen und dem Künstlerkopf!"
„Das weiß ich wahrhaftig nicht", lächelte Ma- gussi, ich weiß nur, daß er ein sehr bedeutender Künstler ist, den die Fürstin ungemein schätzt."
Wie ein Wasserfall überstürzten Lilos Fragen die Freundin, die geduldig und ein wenig abwesend antwortete. Lilo saß wie festgebannt.
Sie dachte auch noch nicht daran, sich zu verab- schieden, als Eduard Weiser nach Hause kam, und eifrig sprach sie auf ihn ein, als habe sie all das, was Magussi ihr erzählt, selbst erlebt, — „Gott, wie werden Sie um Ihre reizende Frau beneidet, Herr Weiser. Welche Triumphe wird Magussi morgen abend feiern, — werden Sie da nicht stolz sein — und eifersüchtig? — Ich bin stolz auf meine Freundin. Den Daumen werde ich dir halten und tüchtig klatschen. Und Baron Langen, der mir meinen Platz besorgt hat, will dich Hervorrufen!"
„Bitte, Lilo, keine Uebertriebenheiten! Es wäre mir sehr peinlich."
Magussi war unangenehm berührt von dieser unechten Ueberschwenglichkeit, hinter der sie doch ganz deutlich Neid und Mißgunst spürte.
Die Zeit, das Abendessen einzunehmen, war längst überschritten, und noch immemr machte Lilo keine Anstalt, zu gehen. Aber Magussi hätte die Freundin heute abend nicht länger ertragen können. Außerdem liebte Eduard, wenn er müde aus dem Geschäft heimkam, seine Ruhe und Bequemlichkeit und das Allein- sein mit seiner Frau.
„Nicht wahr, Lilo, du bist mir nicht böse, wenn ich dich heute nicht bitten kann, mit uns zu essen?" bemerkte Magussi, „ich bin doch etwas abgespannt und möchte bald schlafen gehen, um morgen recht frisch zu sein."
Lilo tat ganz entsetzt und sprang sofort auf.
„Mein Gott, wie ungeschickt von mir! Ist es schon so spät? Ich bin untröstlich, daß ich die Herrschaften so lange gestört habe; doch die Zeit verplaudert sich hier immer so schnell! Auf Wiedersehen morgen!" Sie küßte Magussi auf beide Wangen, — „und wenn du übermorgen aufwachst, Liebste, bist du berühmt!" — Aber das Herz voller Groll, ging sie. —
Mit ihrer scherzend hingeworfenen Bemerkung hatte Lilo recht gehabt — als Magussi am Morgen nach dem Konzert erwachte, war ihr Name in aller Munde.
Es war ein Erfolg ohnegleichen für sie gewesen, — der berühmtesten Sängerin hätte man nicht mehr zujubeln können. Die junge Frau Magussi Weiser hatte sich als eine ganz große Künstlerin gezeigt; das hatte man wirklich nicht gedacht, — es war ein Erlebnis gewesen.
(Fortsetzung folgt.)
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Donnerstag, den 24. August 1933, wird das Grummetgras von den staatlichen Wiesen versteigert, und zwar: 5136D
in Gemarkung Staufenberg und Daub- ringen, Zusammenkunft vormittags 8 Uhr am Bahnhof in Daubringen; von der Rinderwiese in Gemarkung Allen-Vuseck, Zusammenkunft vormittags 10 Uhr an Ort und Stelle;
in Gemarkung Gießen, Zusammenkunft mittags 1 Uhr im Philosophen-
nicht sagen sollen? Erstens war es seine lieber« zeugung; zweitens stärkte es ihr Selbstvertrauen, dachte er.
Allerlei Gedanken jagten ihm durch den Kopf. Seine Lieder, — sie mußte seine Lieder singen, — feine Oper, die noch nicht aufgeführt, — eine idealere Heldin als sie hätte er sich nicht wünschen können. Denn diese feine junge Frau, die ganz Melodie und Rhythmus war, mit einer seltenen Musikalität begabt, von glühendster Hingabe an die Kunst beseelt, — sie schien ihm das richtige Instrument, das am reinsten seinen Wünschen und Absichten folgen würde. Sie auf feinem Wege neben sich zu haben, wäre der größte Glücksfall für ihn, — sie als seine Muse — als sein Weib! Ein günstiger Stern hatte ihm diese Frau in seine Bahnen geführt; höhere Fügung war es, — sie gehörte also zu ihm! Hindernisse und Hemmungen kamen darum für ihn nicht mehr in Betracht, selbst die größte nicht; daß sie nicht mehr frei war! —
Mit feinen kühnen Plänen und Wünschen durfte er allerdings vorläufig diese empfindsame Frau nicht beunruhigen, — das mußte sich alles von selbst fügen, — langsam und vorsichtig, Schritt für Schritt. Was ihm das Schicksal lockend gezeigt, darauf würde er aber nicht verzichten! —
Noch ganz erfüllt von der vergangenen Stunde, ging Magussi in ihr Wohnzimmer. Sie schreckte-förmlich aus ihren Gedanken, als sie dort Lilo erblickte, die sich tief in einen Ledersessel gekuschelt hatte; ein feiner, bläulicher Zigarettenrauch schwebte im Zimmer.
„Du, Lilo?"
Nein, die Freundin war ihr jetzt nicht willkommen, da sie das Erlebte erst in sich verarbeiten mußte. Was hatte diese Stunde ihr gegeben! Endlich einen Menschen, der sie in ihrem Sehnen und ihrer Begeisterung begriff und sie in das Land führen konnte, dem ihre ganze Sehnsucht galt. Wieviel Neues hatte sie schon in dieser einen Uebungsftunbe bei ihm gelernt! Und wie streng er war! Er hatte nicht die geringste Schwankung durchgehen lassen — um so mehr hatte sein Lob sie beglückt.
Sie dachte an ihn ja nur als an den Künstler, nicht an den Mann! Und ahnte nicht, daß ihre lichte, blonde, keusche Schönheit einen Feuerbrand in seine leidenschaftliche, empfängliche Künstlerseele geworfen.
Lilo war aufgesprungen; sie breitete scherzend die Arme weit aus, — „ja, ich bin,5, Magussi, in Lebensgröße! — Hoffentlich störe ich nun nicht mehr; denn die Uebungsftunbe ist ja vorbei. Wie ein Cerberus hat Fanny deine Türschwelle gehütet. Denke, nicht mal mich hat sie einlassen wollen — mich, deine Freundin."
„Allerdings hatte ich Auftrag gegeben, daß ich für niemand zu sprechen sei", bemerkte Magussi etwas zerstteut; sie hatte Mühe, sich mit ihren Gedanken in die Wirklichkeit zurückzufinden.
wo sie so voller Neugier war? Es fiel ihr gar nicht ein; nun blieb sie erst recht. Sie zwang sich zu einer gewissen Liebenswürdigkeit.
„Ist gnädige Frau krank? Nein? Ah, dann ist schon Besuch —"
Einen Augenblick fuhr es Lilo durch den Sinn: Kurt von Langen! Doch dann verwarf sie diesen Gedanken sofort wieder, — dies war kein Grund, andere Besucher abweisen zu lassen.
„Gnädige Frau üben die Lieder, die gnädige Frau morgen abend fingen werden, darum wünscht sie bis achtzehn Uhr nicht gestört zu werden!" bemerkte das Mädchen nachdrücklich, als Lilo noch immer nicht ging, — „wenn Frau Baronin vielleicht nach achtzehn Uhr wiederkommen wollten?"
„Ah, darum!" Lilo blickte auf ihre Armbanduhr, „aber es ist ja gar nicht mehr weit von achtzehn. Ich werde warten und die gnädige Frau nicht stören."
„Gnädige Frau sind nicht allein."
„Ah, die Frau Professor —"
„Nein, Frau Baronin! Herr Kapellmeister Halling ist da."
„Zu Ihrer Beruhigung, Fanny: ganz still werde ich mich im Wohnzimmer verhalten, bis der Herr Kapellmeister gegangen ist."
Wie hartnäckig die Baronin war! Fanny ärgerte sich darüber. Sie konnte doch aber der Freundin ihrer Gnädigen nicht die Tür verschließen, wenn die sich förmlich an ihr oorbeidrängte und mir nichts dir nichts nach dem Wohnzimmer ging! Es war ihr — Fanny — gar nicht recht, um so mehr, da sie die Baronin Konsilius nicht leiden mochte und nicht begriff, daß ihre gnädige Frau sich gerade zu dieser Freundin so hingezogen fühlte.
Lilo machte es sich im Wohnzimmer mit dem Recht einer Hausgenossin bequem, suchte sich etwas zu lesen und brannte sich dann die unvermeidliche Ziga- rette an.
Deutlich hörte sie Klavierbegleitung und Magussis wundervolle Stimme aus dem Empfangsraum herüberklingen, der durch das Eßzimmer vom Wohnzimmer getrennt wurde.
Ein spöttisches Lächeln zuckte über ihr Gesicht. „Mein Gott, der Eifer!" dachte sie.
Kurz, nachdem die große Standuhr im Eßzimmer die achtzehnte Stunde angezeigt, hörte der Gesang und das Klavierspiel auf. Sie lauschte auf die Stimmen draußen; der Kapellmeister hatte wohl nicht die Absicht, noch zu bleiben.
In der Diele sprach der Kapellmeister die letzten verabschiedenden Worte, — „wenn gnädige Frau morgen so bei Stimme und von dieser schönen Sicherheit sind, dann sind Sie das Ereignis des Abends, — ich darf es mit ruhigem Gewissen behaupten."
Ein Freudenglanz leuchtete in Magussis wunderschönen Augen auf. — Warum hätte er ihr das
„Nicht nur diese Rollen, Kapellmeister", knüpfte lebhaft Frau Schülein an seine Worte an, „ich wage zu behaupten, daß ein entzückenderer, schelmischerer Cherubin Ihrem Taktstock wohl kaum je gefolgt ist!"
„Hoffentlich habe ich Gelegenheit, dessen Arien auch einmal von Ihnen zu hören, liebe kleine Frau", bemerkte die Fürstin, „heute möchte ich Sie nicht weiter bemühen und stelle lebhafte Wünsche für mich zurück, damit Sie sich für morgen recht schonen. Doch gleich nach dem Konzert erwarte ich Sie zum Tee, und es wird mir ein Vergnügen fein, wenn unsere Professorin Sie zu redjt vielen Liedern begleitet."
Rot vor Freude sank die stattliche Dame in einer tiefen Verneigung zusammen bei diesen liebenswürdig an sie gerichteten Worten.
„Noch eins, meine liebe kleine Frau, —Ihr Vorname Magussi, ich habe ihn noch nie gehört."
„Durchlaucht, ich heiße eigentlich Maria Augusta, nach meinen Eltern, meine Mutter heißt Maria, der Vater August; da diese Namen ober so feierlich und altmodisch klingen, hat man sie zusammengezogen und mich als Kind schon Magussi genannt, und das ist dann so geblieben."
Die Fürstin hatte ihre Gäste verabschiedet, und die drei gingen noch ein Stück des Weges zusammen, die soeben verlebte Stunde nochmals durchsprechend.
Da sagte Bruno Halling: „Gnädige Frau, ich möchte nicht aufdringlich sein, dennoch muß ich Sie bitten, mir heute nachmittag einen Besuch zu gestatten, damit wir die gewählten Lieder nochmals durchüben, — wollen Sie mir daher eine Zeit be-
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