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Aus der Provinzialhauptstadt
Seit
Blick auf die umgestaltete Gartenseite des Reichspräsidenten-Palais.
Oie Wahlen zu den kirchlichen Körperschaften in Hessen.
Gemäß Vereinbarung zwischen der Reichsregie, tung und den Bevollmächtigten der deutschen Landeskirche finden vom 23. Juli bis 31. August die Neuwahlen zu allen kirchlichen Körperschaften statt. Die unmittelbaren Wahlen des Kirchenvolks müssen am 23. Juli sein. Alle vorberei- tungen dazu müssen von den Kirchenvorständen um
gehend getroffen werden. Abwesende können durch Bevollmächtigte wählen. Infolge der besonderen Lage sind die Wahlsristen abgekürzt, auch sonstige Aenderungen im wahlversahren von den bestehenden Gesehen mit Rücksicht aus die Kürze der
Hindenburgs neues Haus.
Das umgebauie Reichspräsidenten-Palais in der Wilhelmstraße.
Saarbrücken, 53. Die Abwanderung vom Lande zur Großstadt und die Abschwächung und Umkehrung dieser Bewegung sind durch die Volkszählung nicht nachzuwciscn. Fast alle Großstädte Deutschlands haben seit der letzten Volkszählung von 1925 noch zugenommen. mit Ausnahme von Bochum, das von 310325 auf 305 488 Einwohner, und Gelsenkirchen das von 326791 auf 326677 Einwohner zurückging' Seit 1925 sind drei deutsche Städte neu in den Rang einer Großstadt aufgerückt, und zwar Bcutbcn mit 100357 (1925: 86755), Gleiwitz mit 110727 (94860) und Würzburg mit 101790 (93726 Einwohnern. Beben den beiden Millionenstädten des Reiches. Berlin (4202050) und Hamburg il 092423), haben noch acht Städte mehr als eine halbe Million Einwohner, und zwar Köln (750182). München (726111), Leipzig (702050), Essen (650304). Dresden (642989). Breslau (623754), Frankfurt a. M 548476 und Dortmund (534794). Fast jeder dritte Reichsdeutsche lebt heute in einer Großstadt, nämlich 30,1 v. H.: 1925 war es nur jeder vierte. Die Gesamtbevölkerung aller Großstädte des Reiches beträgt 19662143 gegen 18603343 Einwohnern im Jahre 1925. .
Wanderklubs von Blinden.
Der Verlust des Augenlichtes bedeutet heute nicht mehr den notgedrungenen Verzicht aut jede Anteilnahme am Leben, sondern die Blinden fugen sich mehr und mehr als nützliche Mitglieder in die Gesellschaft ein, betätigen sich im Geschäfts- und poli- tifchen Leben, treiben sogar Sport. Der neueste Fortschritt auf diesem letzteren Gebiet besteht nach dem Bericht einer Londoner Wochenschrift in der Gründung eines Wanderklubs für Blinde in Manchester. Die Vereinigung hat schon 40 Mitglieder, die sich allwöchentlich treffen Bei diesen Zusammenkünften werden große Ausflüge verabredet, und von sehenden Führern begleitet, wandern sie weite Strecken, sogar in gebirgigen Gegenden. Dix Ausdauer der blinden Wanderer ist sehr groy, und ein Marsch von 25 km ist für sie ein Kinderspiel. Aehnliche Wander- klubs von Blinden sollen jetzt auch in andern englischen Städten geschaffen werden, und zweifellos wird dadurch die Tragik der Blindheit weiter gemildert.
nTabweienbe, m die - ten eingetragene Mhlberechlize me durch ein mit offenthd) beicht versehenes wahlbereq ihrer Ortskirchenge- en lassen. —-
mgsMimmungen preußische Union.
MW) Für die Durchsüh- ahlen, die endgültig aus ben )orben sind, hat der evange- chenrat in Berlin für ben "preußischen Lanbes- nroeifungen erlassen.
i g t sind alle evangelischen Se- mWahltageminbestens sind und die Boraussetzungen lrechtes erfüllen. Ilm ihr Wahl- üssen die Wähler jedoch in bit hlerlisten eingetragen le ist bis zum 20. Juli, 'nmeibungen geöffnet. tüffen bei bem Vorsitzen- inbetird)enrates ober schriftlich eiM-cüchi ob« v
>rben.
ze fvnb Webenensalls bis y. Juli, 15 Uhr, einzu- , lnierschristen genügen. Minder Borgeschlagenen brauchen werden.
[jung her Wahlvorschläge wird 21. Juli entschieden.
nblung selbst am 23. Juli ,m Anschluß an den S°'- innen und um 18 Uhr chere wird für jede Gemeinde
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die Fundamente verstärkt werden mußten, obwohl also hier ganze Arbeit in Umbau und in der Siche- rung des Hauses geleistet wurde, gelang es doch den Bemühungen aller Beteiligten, vom Bauherrn bis zum Zimmermann, das Deckengemälde vollständig zu erhalten. Als Ersatz für die vielen Bilder, die nun ihren ursprünglichen Platz in der Galerie des Südflügels wieder einnehmen, wurden im Treppcn- hause vier Landschaften aus den ehemaligen königlichen Schlössern zur Verfügung gestellt.
Ebenso ist vom Arbeitszimmer in das Schlafzimmer des Reichspräsidenten hinaus nun ein Fahrstuhl in das Haus eingebaut worden. Im allgemeinen aber bestätigt der Rundgang durch das umgebaute Reichspräsidentenpalais, daß die große einfache Linie des Hauses in allen feinen Einzelheiten vollständig gewahrt worden ist. Ein flüchtiger Beschauer merkt gar nicht, wieviel mühsame Arbeit hier aufgewandt worden ist. Rur die Zugänge, die aus dem Ehrenhofe und der Gartenseite zum Mittelbau führen, wurden neu ausgebaut. Kleine Veränderungen weisen die Treppenzuführungen aus, ebenso haben manche Ueberbauten ein neues, zweckentsprechendes Gesicht erhalten, ohne daß aber dadurch dem ehrwürdigen Heim des großen alten Mannes von Deutschland ein allzu neues Aussehen aufgezwungen worden ist.
Es ist noch bemerkenswert, daß rund 1500 Rechnungen für Einzelfirmen ausgeschrieben wurden. Man hat so viel Unternehmer, große und kleine, wie nur möglich mit der Verteilung von Aufträgen berücksichtigt: so viel wie möglich ist dadurch dem tieferen Sinn der A rbeitsbeschaffung auch hier Gerechtigkeit wiederfahren.
Den stärksten Eindruck über alle baulichen Veränderungen und technischen Feinheiten hinweg aber hinterlassen das Arbeitszimmer und das Schlafzimmer des Reichspräsidenten. Ein mächtiger Schreibtisch und an den Wänden der Kopf von Marschall Blücher und Schlachtenbilder aus der Zeit Friedrichs des Großen, zu Seiten noch die Köpfe des Alten Fritz, Bismarcks und Goethes. Und das Schlafzimmer — es ist so einfach, wie es der Natur des großen Soldaten und großen Deutschen Hindenburg entspricht.
Heute noch freilich liegt die Hand des Arbeitsmannes an Wänden und Dielwerk, liegt Staub und Mörtel herum, aber schon in Kürze wird das ehrwürdige Reichspräsidentenpalais in der Wilhelmstraße auf seinen Herrn warten, und es wird allen Deutschen eine große Genugtuung sein, zu wissen, daß Hindenburg so wohnen wird, wie er selbst es sich wünschte: preußisch einfach. S.F.
1072 Anteilen. Die Gesamteinlagen betrugen am 1.1.1932 1 627 700 RM., am 30. 6. 1932 1 194 240 RM., am 31.12.1932 1288540 RM. Der Vorsitzende des Prüfungsausschusses, Lehrer Gaß- Dutenhofen, stattete Bericht über die Prüfung der Finan- zen. Er wies besonders darauf hin, daß die allgemeine Unkostensenkung im letzten Jahre auf 1,4 Prozent durchgeführt worden sei. Das Geldinstitut des Verbandes stehe durchaus gesund da.
Die Generalversammlung der Hauptgenossenschaft wurde von dem Vorsitzenden des Aufsichtsrates Bürgermeister Wolf- Kordorf eröffnet. Den Geschäftsbericht erstattete Direktor Steinert. Die Zahl der Mitglieder betrug am 31.12.1932 745 Genossenschaften mit 787 Anteilen. Der Gesamtumsatz betrug in 1930 1 849 563 Zentner im Werte von 9 299 352 RM., in 1931 2 121 730 Zentner im Werte von 9 659 526 RM in 1932 1 882 239 Zent- ner im Werte von 9 124 914 RM.
Wiederherstellung der Kreise Usingen und Biedenkopf.
WSN. Frankfurt a. M., 16. Juli. Wie der Amtliche Preußische Pressedienst mit- teilt, hat das Preußische Staatsministerium am 15. Juli ein Gesetz verabschiedet, durch das u. a. die Kreise Obertaunus und Dillenburg wieder aufgeteilt werden. Damit werden die Kreise Ufingen und Biedenkopf wiederhergestellt.
Der Gauvorsteher des DHV. piske nach Berlin berufen
WER. F r a n k f u r t a. M., 15. Iuli. Der Der- bandsvorsteher des DHB., August Haid, hat als Dezirksvorsteher des Bezirks Brandenburg im Deukschnationalen Handlungsgehilfenverband Walter Piske, bisher Frankfurt a. M., und als stellvertretenden Dezirksvorsteher Heinrich Auerbach, früher ebenfalls in Frankfurt a. M., berufen.
Buntes Allerlei.
Oie deutschen Großstädte.
Rach den Ergebnissen der letzten Volkszählung gibt es im Deutlichen Reich 52 Großstädte, mit der Hauptstadt des noch abgetrennten Saargebietes,
bürg) gefunden worden. Finderin ist die Schülerin Elsbeth Kimp in Seeheim. Der als Preis ausgesetzte Freiflugschein kann auf dem Flughafen bei der Südwestdeutschen Sportfliegervereinigung abgeholt werden. Weiter ist eine Anzahl Postkarten zurückgelommen. die von den Absendern aus dem Flughafen Gießen abgeholt werden können.
** Der Deutsche Technikerverband in der Deutschen Arbeitsfront, Ortsgruppe Gießen, konnte am Donnerstagabend, wie man uns berichtet, in feiner ersten Vollversammlung einen sehr guten Besuch aufweisen. In den einleitenden Begrüßungsworten wies der Ortsgruppenleiter Dr. Coburger in kurzen Worten auf den notwendigen inneren Ausbau der deutschen Angestelltensäule, die durch den Deutschen Technikeroeroerband eine wirksame Unterstützung erfahren solle, hin. Jeder deutsche Techniker solle die Arbeitsfront stärken. Tätige Mitarbeiter verlange der heutige Staat. Pflicht eines jeden Mitgliedes fei es, nach bestem Können mitzuarbeiten. Anmeldungen erfolgten durch den Werbeobmann Dr. G o e r e s - Gießen, Bahnhofstraße 40, und durch den Ortsgruppenleiter Dr. Coburger- Gießen, Bleichstraße 32. Um den auswärtigen Mitgliedern Rechnung zu tragen, finden die Vollversammlungen jeden 1. Samstag im Monat statt. Mit einem „Sieg-Heil!" au Öen Führer Adolf Hitler und den Führer der Deutschen Arbeitsfront, Dr. Ley, schloß Dr. Coburger die erste Vollversammlung.
** Warnung vor ungesetzlichen Dersicherungsabschlüssen. J!n letzter Zeit ist beobachtet worden, daß Vertreter ausländischer Gesellschaften, die nicht in Deutschland zugelassen sind, versuchen, Versicherungen auf deut- fchem Gebiet abzuschließen. Bekanntlich müssen alle aufsichtspfltchtigen Versicherungsgesellschaften, die in Deutschland arbeiten wollen, vom Reichsaufsichtsamt für Prioa Versicherung zugelassen sein. Vertreter nicht xuaelassener Gesellschaften, die trotzdem in Deutschland Versicherungen abschließen, machen sich strafbar. Jedem, der eine Versicherung eingehen will, kann deshalb nur dringend geraten werden, sich zu überzeugen, ob die Gesellschaft auch in Deutschland zugelassen ist. Er muß sonst mit unliebsamen Weiterungen rechnen und macht sich unter älmständen auch selbst wegen Steuerhinterziehung strafbar.
Flugzeugabsturz in Darmstadt.
WER. Darmstadt, 15. Iuli. Das Motorflugzeug D 1450 des Deutschen Forschungsinstituts für Segelflug, eine „Flamingo", trudelte heute mittag südlich vom Griesheimer Exerzierplatz, vermutlich infolge einer starken Fallboe, aus 200 Meter plötzlich steil ab und ging beim Aufschlagen vollständig in Trümmer. Der Flugzeugführer Häuser, Student an der Technischen Hochschule Darmstadt, ein bewährter Pilot, erlitt einen Schädel- und Beinbruch und verstarb bald daraus im Krankenhaus. Zum Glück konnte der Führer des angehängten Segelflugzeugs seine Maschine rechtzeitig lösen, sonst wäre er mit in die Tiefe gerissen worden. Er landete glatt in der Rähe der Startstelle.
Dor dem Darmstädter Soudergerichi.
WSR. Darmstadt, 14. Iuli. Das Sondergericht verurteilte einen Arbeiter aus Friedberg und einen weiteren aus Groß- Steinheim wegen Beleidigung der nationalsozialistischen Bewegung und ihrer Führer zu einem Monat bzw. drei Monaten und einer Woch« Gefängnis. Ein Melker aus Staden hatte sich einen Revolver gekauft und ihn versteckt, wofür er eine Strafe von fünf Monaten Gefängnis antreten muh. Wegen schwerer Beleidigung des Reichskanzlers wurde ein junger beilsloser z u einem Iahr Gefängnis verurteilt. Das Oberlandesgericht schickte den Schlosser Iakob Der nh aröt aus Mühlheim a. M. wegen Vorbereitung zum Hochverrat auf ein Iahr i n s Gefängnis.
Sechs Jahre Zuchthaus für den Griesheimer Höhlenbewohner Darmstadt, 14. Juli. (WSN.) Ein bereits mehrfach schwer vorbestrafter Dieb, der monatelang im Griesheimer Wald bei Darmstadt in einer Höhle gehaust und mit feinen Freunden Ueberfälle auf einzelne Personen ausgeführt hatte, erhielt von der hiesigen Großen Strafkammer wegen Straßenraubs und dreier schwerer Diebstähle im Rückfall 6 Iahre Zuchthaus und fünf Jahre Ehrverlust. Zwei Freunde, die an den Straftaten beteiligt waren, erhielten 2 Jahre 3 Monate bzw. 1 3 a 1) r (9e - f ä n g n i s. Ein mitangeklagtes Ehepaar erhielt wegen Hehlerei zwei Wochen Gefängnis mit bedingter Bewährungsfrist.
Das Wormser Stahlhelmtreffen abgesagt.
WSN. Worms, 15.Juli. Das für den 15. und 16. Juli festgesetzt gewesene Stahlhelmtreffen ist bis auf weiteres abgesagt worden.
DerbandStag des Ländlichen Genoffenfchafisverbandes Raiffeisen.
Frankfurt a. M., 13. Juli. Der ländliche Ge- nossenschaftsverbandRaiffeisen e. V. hielt dieser Tage im Dolksbildungsheim zu Frankfurt a. M. seine Haupttagung ab. Sie wurde eröffnet von dem Verbandspräsidenten Metz, der von den Genossenschaften Dienst am Bauernstand und Volk forderte. Dem bisherigen Verbandspräsidenten Dr. No Id en überreichte er zum Andenken für 38jährige treue Genossenschaftsarbeit das Bild Adolf Hitlers.
Verbandsgeschästsführer Beck erstattete dann den Jahresbericht für das verflossene Geschäftsjahr. Aus ihm ist das folgende zu entnehmen: Dem Verbände gehörten am 31.12.1932 919 Genossenschaften an. Der Verband hat in 1932 418 Revisionen durchgeführt, ferner 13 Buchführungs- und Belehrungskurse. Die Abteilung für genossenschaftlichen Absatz hat ihre Tätigkeit in 1932 weiter entwickelt. Durch Vermittlung der landwirtschaftlichen Fachberatung des Verbandes wurden 56 Vorträge ge> halten über rationelle Düngung; 31 Kalidüngungsversuche wurden durchgeführt. Der Derbandspräsi- dent teilte dann noch mit, daß die Reichsgenossenschaftshilfe genehmigt sei und jetzt zur Ausschüttung gelange.
Nach einem gemeinsamen Mittagessen fand die dritte ordentliche Generalversammlung der genossen- schaftlichen Zentralkasse statt. Sie wurde von dem Vorsitzenden des Aufsichtsrates Dr. Nolden eröffnet. Direktor I o l k erstattete den Geschäftsbericht und die Rechnungsablage. Die Zahl der Mitglieder betrug am 31. 12. 1932 699 Genossenschaften mit
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Der große Umbau des Reichspräsidenten p a l a i s in der Wilhelmstraße in Berlin ist nun, wenn man von den letzten notwendigen Handgriffen absieht, beendet, so daß Reichspräsident von Hindenburg nach seiner Rückkehr aus Ostpreußen sein altes Heim wieder beziehen wird.
Ein Rundgang, der der Presse unter der Voraus- etzung geboten wurde, daß jeder Deutsche gern wissen will, wie Hindenburg wohnt, beweist, daß glücklicherweise innenarchitektonisch auf den Wunsch des Reichspräsidenten selbst fast gar keine Veränderungen vorgenommen worden sind. Die zum Teil ehr mühevollen Arbeiten beschränkten sich durchweg auf die Behebung der Baufälligkeit des chon über zweihundert Jahre alten Gebäudes. Be- andere Aufmerksamkeit wurde von den Leitern des Baues, Oberregierungsrat Voß und Regierungsbaurat L i st m a n n, emmelader völligen Wiederher- tcllung des recht baufällig gewordenen Dachgeschosses und zum anderen der Erhaltung der durch den Umbau gefährdeten Wandgemälde des früheren Akademiedirektors Rode zugewandt. Im Mittelbau des Dachstuhles erfolgte ein Eiseneinbau von nicht weniger als 160 Tonnen. Ferner wurden die Fremdenzimmer und die Personalräume, die in der Monarde des Mittelbaues lagen, durch eine Erhöhung des Fußbodens um 170 Zentimeter vollkommen neu ausgebaut, und der durch diese Höherlegung gewonnene Raum wurde dazu benutzt, die Rohranlagen ür fließendes Wasser unterzubringen. Ebenso wurde »adurch die Heizung und die elektrische Stromver- orgung des Hauses leicht vervollkommnet. Mit be= anderer Genugtuung wird es alle erfüllen, daß die alte Galerie im Südflügel des Palais vollkommen unverändert geblieben ist, die Wandgemälde Rodes haben ihren alten Platz wieder eingenommen.
Eine besondere Schwierigkeit bereitete die Sicherung der Decke des großen Festsaales im Oberge- choß, der infolge seiner Höhe weit in das Mansardenteil des Hauses hineinreichte. Es hatte sich unter der sorgfältigen baulichen Beobachtung herausge- tellt, daß das gesamte Dachgebälk ebenso wie ein jrofjer Teil des Mansardengefchosfes durch Käser- raß, Trockenfäule und sogar durch Schwamm sehr stark vermorscht war. Es bestand die große Gefahr, daß bei der Sicherung des Bodens im Mansardengeschoß die darunter liegende Decke des großen Festsaales in Mitleidenschaft gezogen würde. Diese Decke nämlich trägt das wertvolle Deckengemälde Rodes, welches Apollo im Sonnenwagen und ferner Dädalus und Ikarus darstellt. Obwohl eine vollständig neue massive Steindecke aufgehängt wurde, zu deren Sicherheit im freier
vorgenommen.
Die Standarte 116 vor dem neuen Führer.
Bei prächtigstem Sonnenschein traten gestern zu früher etunöe die Stürme der Standarte auf dem Trieb an. Nachdem die Stürme Ausstellung genommen hatten, schritt der Standartenführer Luther, der vor kurzem das Kommando über die Standarte 116 übernommen hatte, .die lange Front ab. Die Mannschaften machten in ihrer disziplinierten Hal- tuna einen guten Eindruck.
Hitze — Durst
Durst und Hitze gehören zusammen. Durch die erhöhte Außentemperatur wird der menschliche Körper überhitzt: da er indessen eine Ueberhihung nicht vertragen kann, so sucht er sich dagegen durch vermehrte Wasserabgabe, d. h. durch Schwitzen und die durch die Verdunstung des Schweißes entstehende Abkühlung zu schützen. Infolge der vermehrten Wasserabgabe stellt sich dann bei den Menschen das Gefühl des Durstes ein.
Selbstverständlich vermag das Trinken, insbesondere kalter Flüssigkeiten, das oft quälende Durstgefühl zu beseitigen, aber meist wird dabei nach zwei Richtungen gesündigt. Einmal wird gewöhnlich zu viel getrunken, ,d. h. durch die Aufnahme großer Flüssigkeitsmengen wird nicht nur das momentane Durchgefühl beseitigt, sondern der Körper gezwungen, von neuem und in erhöhtem Maße Schweiß abzusondern. Das beste Mittel gegen Durst wäre also zu dursten. Da man dieses aber niemanden zumuten kann, sei allen durstigen Seelen empfohlen, bei der Löschung des Durstes sparsam zu sein mit der Flüssigkeitsaufnahm4. Auch vermeide man hastiges Trinken eiskalter Getränke. Besonders wenn der Magen leer ist, können eiskalte Getränke leicht Reizerscheinungen der Magenschleimhaut, Magen- und Darmkatarrhe und dergleichen mehr verursachen.
Das billigste Mittel zur Stillung des Durstes ist und bleibt natürlich Wasser, aber auch hier darf eine gewisse Vorsicht nicht außer acht gelassen werden: denn Wasser unbekannter Herkunft birgt nicht selten Krankheitskeime in sich, die zu Magen- und Darmerkrankungen, ja selbst zu Typhus oder Paratyphus führen können. Der Genuß reinen Quellwassers im Gebirge ist unbedenklich Von sonstigen durststillenden Flüssigkeiten sei besonders auf den Genuß von kalten Tee oder Kaffee, sowie auf die verschiedenen alkoholfreien Getränke, auf die durch gärungslose Früchteverwertung hergestellten Obstweine und dergleichen verwiesen Mit dem Genuß kalter Milch muh man auch im Sommer vorsichtig sein. Gekochte Milch genieße man gekühlt, möglichst gleichzeitig mit etwas Brot, um die besonders bei starker Körpererhitzung leicht eintretende Verkäsung im Magen zu verhindern. Schließlich sei noch darauf aufmerksam gemacht, daß warme Getränke den Durst oft besser löschen als kalte.
Die Ausgrabungen der Befestigungsanlage auf dem Glauberg.
Mit Hilfe des Freiwilligen Arbeitsdienstes (Gruppe Büdingen) wurde zur Zeit von dem Denkmalpfleger von Oberhessen, Privatdozent Dr. Richter, eine der größten und wichtigsten Aufgaben der Heimatforfchung in Angriff aenommen, nämlich die Ausgrabung der vorgeschichtlichen Befestigungsanlage auf dem Glauberg bei Büdingen. Die bisherigen Arbeiten ergaben, daß es sich schon um eine steinzeitliche, ungefähr 2000 v. Chr. entstandene Anlage handelt, die längere Zeit nach ihrer Zerstörung von bronzezeitlichen Völkern (Urnenfelder- und Hallstattkultur) erneuert wurde, die in der frühen Eiszeit, ungefähr um 500 o. Chr., von keltischen Völkern besetzt und ausgebaut wurde, und die ihnen jedenfalls als Zuflucht bei den Einfällen der nach Süden vordringenden Germanen gedient hat Daß die Wallburg nach der Verdrängung der Kelten von den Germanen benutzt wurde, ist wahrscheinlich, daß sie in den ersten nachchristlichen Jahrhunderten von den Römern besetzt war, konnte schon festgestellt werden und ebenso ihre Benutzung in der nachrömischen Zeit bis in die mittelalterliche Zeit. Die Ausgrabung hat schon eine Fülle von wertvollem Material geliefert und verspricht einen großartigen Einblick in die Entwicklung unseres Volkstums.
Taten für Montag, 17. Juli.
1860: Die Schriftstellerin Klara Viebig in Trier geb. — 1917: Unabhängigkeitserklärung Finnlands. — 1918: Erschießung des Zaren Nikolaus II. in Jekaterinburg. — 1924: Der italienische Politiker Ri- ciotti Garibaldi in Rom geft.
Daten für Dienstag, 18. Juli.
1811: Der englische Schriftsteller William Thacke- ray in Kalkutta geb. (geft. 1863). — 1853: Der niederländische Nobelpreisträger für Physik H. A. Lorentz geb. — 1864: Die Dichterin Ricarda Huch in Braunschweig geb. — 1865: Der Geograph Robert Gradmann in Lausten am Neckar geb. — 1870: Verkündigung .des päpstlichen Unfehlbarkeitsdogmas auf dem Vatikanischen Konzil in Rom. — 1884: Der Geologe und Reisende Ferdinand o. Hochstetler in Oberdöbling geft. (geb. 1829).
L . raunzen.
— Tageskalender für Montag. Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Die Nacht im Forst- haus" mit Hermann Spielmans und Camilla Spira.
** Ergebnis des Ballonwettbewerbs auf dem Flughafen Gießen. Bei dem während der Luftfahrt-Werbewoche auf dem Flughafen Gießen veranstalteten Dallonwettbewerb hat der von der Schülerin Erna Huch, Gießen, Bleichstraße 10 I, abgesandte Ballon die weiteste Strecke zurückgelegt. Er ist bereits am 1. Iuli 1933 bei Seeheim, Kreis Bensheim (Provinz Starken-
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