Ausgabe 
17.7.1933 Frühausgabe
 
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Aus der Provinzialhauptstadt

Seit

Blick auf die umgestaltete Gartenseite des Reichspräsidenten-Palais.

Oie Wahlen zu den kirchlichen Körperschaften in Hessen.

Gemäß Vereinbarung zwischen der Reichsregie, tung und den Bevollmächtigten der deutschen Lan­deskirche finden vom 23. Juli bis 31. August die Neuwahlen zu allen kirchlichen Kör­perschaften statt. Die unmittelbaren Wahlen des Kirchenvolks müssen am 23. Juli sein. Alle vorberei- tungen dazu müssen von den Kirchenvorständen um­

gehend getroffen werden. Abwesende können durch Bevollmächtigte wählen. Infolge der besonderen Lage sind die Wahlsristen abgekürzt, auch sonstige Aenderungen im wahlversahren von den bestehen­den Gesehen mit Rücksicht aus die Kürze der

Hindenburgs neues Haus.

Das umgebauie Reichspräsidenten-Palais in der Wilhelmstraße.

Saarbrücken, 53. Die Abwanderung vom Lande zur Großstadt und die Abschwächung und Umkehrung dieser Bewegung sind durch die Volkszählung nicht nachzuwciscn. Fast alle Großstädte Deutschlands ha­ben seit der letzten Volkszählung von 1925 noch zu­genommen. mit Ausnahme von Bochum, das von 310325 auf 305 488 Einwohner, und Gelsenkirchen das von 326791 auf 326677 Einwohner zurückging' Seit 1925 sind drei deutsche Städte neu in den Rang einer Großstadt aufgerückt, und zwar Bcutbcn mit 100357 (1925: 86755), Gleiwitz mit 110727 (94860) und Würzburg mit 101790 (93726 Ein­wohnern. Beben den beiden Millionenstädten des Reiches. Berlin (4202050) und Hamburg il 092423), haben noch acht Städte mehr als eine halbe Mil­lion Einwohner, und zwar Köln (750182). München (726111), Leipzig (702050), Essen (650304). Dresden (642989). Breslau (623754), Frankfurt a. M 548476 und Dortmund (534794). Fast jeder dritte Reichs­deutsche lebt heute in einer Großstadt, nämlich 30,1 v. H.: 1925 war es nur jeder vierte. Die Gesamt­bevölkerung aller Großstädte des Reiches beträgt 19662143 gegen 18603343 Einwohnern im Jahre 1925. .

Wanderklubs von Blinden.

Der Verlust des Augenlichtes bedeutet heute nicht mehr den notgedrungenen Verzicht aut jede Anteil­nahme am Leben, sondern die Blinden fugen sich mehr und mehr als nützliche Mitglieder in die Ge­sellschaft ein, betätigen sich im Geschäfts- und poli- tifchen Leben, treiben sogar Sport. Der neueste Fort­schritt auf diesem letzteren Gebiet besteht nach dem Bericht einer Londoner Wochenschrift in der Grün­dung eines Wanderklubs für Blinde in Manchester. Die Vereinigung hat schon 40 Mitglieder, die sich allwöchentlich treffen Bei diesen Zusammenkünften werden große Ausflüge verabredet, und von sehen­den Führern begleitet, wandern sie weite Strecken, sogar in gebirgigen Gegenden. Dix Ausdauer der blinden Wanderer ist sehr groy, und ein Marsch von 25 km ist für sie ein Kinderspiel. Aehnliche Wander- klubs von Blinden sollen jetzt auch in andern eng­lischen Städten geschaffen werden, und zweifellos wird dadurch die Tragik der Blindheit weiter ge­mildert.

nTabweienbe, m die - ten eingetragene Mhlberechlize me durch ein mit offenthd) be­icht versehenes wahlbereq ihrer Ortskirchenge- en lassen.-

mgsMimmungen preußische Union.

MW) Für die Durchsüh- ahlen, die endgültig aus ben )orben sind, hat der evange- chenrat in Berlin für ben "preußischen Lanbes- nroeifungen erlassen.

i g t sind alle evangelischen Se- mWahltageminbestens sind und die Boraussetzungen lrechtes erfüllen. Ilm ihr Wahl- üssen die Wähler jedoch in bit hlerlisten eingetragen le ist bis zum 20. Juli, 'nmeibungen geöffnet. tüffen bei bem Vorsitzen- inbetird)enrates ober schriftlich eiM-cüchi ob« v

>rben.

ze fvnb Webenensalls bis y. Juli, 15 Uhr, einzu- , lnierschristen genügen. Min­der Borgeschlagenen brauchen werden.

[jung her Wahlvorschläge wird 21. Juli entschieden.

nblung selbst am 23. Juli ,m Anschluß an den S°'- innen und um 18 Uhr chere wird für jede Gemeinde

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die Fundamente verstärkt werden mußten, obwohl also hier ganze Arbeit in Umbau und in der Siche- rung des Hauses geleistet wurde, gelang es doch den Bemühungen aller Beteiligten, vom Bauherrn bis zum Zimmermann, das Deckengemälde vollständig zu erhalten. Als Ersatz für die vielen Bilder, die nun ihren ursprünglichen Platz in der Galerie des Südflügels wieder einnehmen, wurden im Treppcn- hause vier Landschaften aus den ehemaligen könig­lichen Schlössern zur Verfügung gestellt.

Ebenso ist vom Arbeitszimmer in das Schlafzim­mer des Reichspräsidenten hinaus nun ein Fahr­stuhl in das Haus eingebaut worden. Im allgemei­nen aber bestätigt der Rundgang durch das umge­baute Reichspräsidentenpalais, daß die große ein­fache Linie des Hauses in allen feinen Einzelheiten vollständig gewahrt worden ist. Ein flüchtiger Be­schauer merkt gar nicht, wieviel mühsame Arbeit hier aufgewandt worden ist. Rur die Zugänge, die aus dem Ehrenhofe und der Gartenseite zum Mittel­bau führen, wurden neu ausgebaut. Kleine Ver­änderungen weisen die Treppenzuführungen aus, ebenso haben manche Ueberbauten ein neues, zweck­entsprechendes Gesicht erhalten, ohne daß aber da­durch dem ehrwürdigen Heim des großen alten Mannes von Deutschland ein allzu neues Aussehen aufgezwungen worden ist.

Es ist noch bemerkenswert, daß rund 1500 Rech­nungen für Einzelfirmen ausgeschrieben wurden. Man hat so viel Unternehmer, große und kleine, wie nur möglich mit der Verteilung von Aufträgen be­rücksichtigt: so viel wie möglich ist dadurch dem tiefe­ren Sinn der A rbeitsbeschaffung auch hier Gerechtigkeit wiederfahren.

Den stärksten Eindruck über alle baulichen Ver­änderungen und technischen Feinheiten hinweg aber hinterlassen das Arbeitszimmer und das Schlafzim­mer des Reichspräsidenten. Ein mächtiger Schreib­tisch und an den Wänden der Kopf von Marschall Blücher und Schlachtenbilder aus der Zeit Fried­richs des Großen, zu Seiten noch die Köpfe des Alten Fritz, Bismarcks und Goethes. Und das Schlaf­zimmer es ist so einfach, wie es der Natur des großen Soldaten und großen Deutschen Hindenburg entspricht.

Heute noch freilich liegt die Hand des Arbeits­mannes an Wänden und Dielwerk, liegt Staub und Mörtel herum, aber schon in Kürze wird das ehr­würdige Reichspräsidentenpalais in der Wilhelm­straße auf seinen Herrn warten, und es wird allen Deutschen eine große Genugtuung sein, zu wissen, daß Hindenburg so wohnen wird, wie er selbst es sich wünschte: preußisch einfach. S.F.

1072 Anteilen. Die Gesamteinlagen betrugen am 1.1.1932 1 627 700 RM., am 30. 6. 1932 1 194 240 RM., am 31.12.1932 1288540 RM. Der Vorsitzende des Prüfungsausschusses, Lehrer Gaß- Duten­hofen, stattete Bericht über die Prüfung der Finan- zen. Er wies besonders darauf hin, daß die allge­meine Unkostensenkung im letzten Jahre auf 1,4 Prozent durchgeführt worden sei. Das Geldinstitut des Verbandes stehe durchaus gesund da.

Die Generalversammlung der Hauptgenossenschaft wurde von dem Vorsitzenden des Aufsichtsrates Bür­germeister Wolf- Kordorf eröffnet. Den Geschäfts­bericht erstattete Direktor Steinert. Die Zahl der Mitglieder betrug am 31.12.1932 745 Genos­senschaften mit 787 Anteilen. Der Gesamtumsatz betrug in 1930 1 849 563 Zentner im Werte von 9 299 352 RM., in 1931 2 121 730 Zentner im Werte von 9 659 526 RM in 1932 1 882 239 Zent- ner im Werte von 9 124 914 RM.

Wiederherstellung der Kreise Usingen und Biedenkopf.

WSN. Frankfurt a. M., 16. Juli. Wie der Amtliche Preußische Pressedienst mit- teilt, hat das Preußische Staatsministerium am 15. Juli ein Gesetz verabschiedet, durch das u. a. die Kreise Obertaunus und Dillenburg wieder aufge­teilt werden. Damit werden die Kreise Ufingen und Biedenkopf wiederhergestellt.

Der Gauvorsteher des DHV. piske nach Berlin berufen

WER. F r a n k f u r t a. M., 15. Iuli. Der Der- bandsvorsteher des DHB., August Haid, hat als Dezirksvorsteher des Bezirks Brandenburg im Deukschnationalen Handlungsgehilfenverband Walter Piske, bisher Frankfurt a. M., und als stellvertretenden Dezirksvorsteher Heinrich Auer­bach, früher ebenfalls in Frankfurt a. M., berufen.

Buntes Allerlei.

Oie deutschen Großstädte.

Rach den Ergebnissen der letzten Volkszählung gibt es im Deutlichen Reich 52 Großstädte, mit der Hauptstadt des noch abgetrennten Saargebietes,

bürg) gefunden worden. Finderin ist die Schülerin Elsbeth Kimp in Seeheim. Der als Preis aus­gesetzte Freiflugschein kann auf dem Flughafen bei der Südwestdeutschen Sportfliegervereinigung abgeholt werden. Weiter ist eine Anzahl Post­karten zurückgelommen. die von den Absendern aus dem Flughafen Gießen abgeholt werden können.

** Der Deutsche Technikerverband in der Deutschen Arbeitsfront, Ortsgruppe Gießen, konnte am Donnerstagabend, wie man uns berichtet, in feiner ersten Vollversammlung einen sehr guten Besuch aufweisen. In den einlei­tenden Begrüßungsworten wies der Ortsgruppen­leiter Dr. Coburger in kurzen Worten auf den notwendigen inneren Ausbau der deutschen Ange­stelltensäule, die durch den Deutschen Technikeroer­oerband eine wirksame Unterstützung erfahren solle, hin. Jeder deutsche Techniker solle die Arbeitsfront stärken. Tätige Mitarbeiter verlange der heutige Staat. Pflicht eines jeden Mitgliedes fei es, nach bestem Können mitzuarbeiten. Anmeldungen erfolg­ten durch den Werbeobmann Dr. G o e r e s - Gie­ßen, Bahnhofstraße 40, und durch den Ortsgruppen­leiter Dr. Coburger- Gießen, Bleichstraße 32. Um den auswärtigen Mitgliedern Rechnung zu tra­gen, finden die Vollversammlungen jeden 1. Sams­tag im Monat statt. Mit einemSieg-Heil!" au Öen Führer Adolf Hitler und den Führer der Deut­schen Arbeitsfront, Dr. Ley, schloß Dr. Coburger die erste Vollversammlung.

** Warnung vor ungesetzlichen Dersicherungsabschlüssen. J!n letzter Zeit ist beobachtet worden, daß Vertreter auslän­discher Gesellschaften, die nicht in Deutschland zu­gelassen sind, versuchen, Versicherungen auf deut- fchem Gebiet abzuschließen. Bekanntlich müssen alle aufsichtspfltchtigen Versicherungsgesellschaf­ten, die in Deutschland arbeiten wollen, vom Reichsaufsichtsamt für Prioa Versicherung zuge­lassen sein. Vertreter nicht xuaelassener Gesell­schaften, die trotzdem in Deutschland Versicherun­gen abschließen, machen sich strafbar. Jedem, der eine Versicherung eingehen will, kann deshalb nur dringend geraten werden, sich zu überzeugen, ob die Gesellschaft auch in Deutschland zugelassen ist. Er muß sonst mit unliebsamen Weiterungen rech­nen und macht sich unter älmständen auch selbst wegen Steuerhinterziehung strafbar.

Flugzeugabsturz in Darmstadt.

WER. Darmstadt, 15. Iuli. Das Motor­flugzeug D 1450 des Deutschen Forschungsinstituts für Segelflug, eineFlamingo", trudelte heute mittag südlich vom Griesheimer Exerzierplatz, ver­mutlich infolge einer starken Fallboe, aus 200 Meter plötzlich steil ab und ging beim Aufschlagen vollständig in Trümmer. Der Flugzeugführer Häuser, Student an der Technischen Hoch­schule Darmstadt, ein bewährter Pilot, erlitt einen Schädel- und Beinbruch und verstarb bald dar­aus im Krankenhaus. Zum Glück konnte der Führer des angehängten Segelflugzeugs seine Maschine rechtzeitig lösen, sonst wäre er mit in die Tiefe gerissen worden. Er landete glatt in der Rähe der Startstelle.

Dor dem Darmstädter Soudergerichi.

WSR. Darmstadt, 14. Iuli. Das Son­dergericht verurteilte einen Arbeiter aus Friedberg und einen weiteren aus Groß- Steinheim wegen Beleidigung der nationalso­zialistischen Bewegung und ihrer Führer zu einem Monat bzw. drei Monaten und einer Woch« Gefängnis. Ein Melker aus Staden hatte sich einen Revolver gekauft und ihn versteckt, wo­für er eine Strafe von fünf Monaten Ge­fängnis antreten muh. Wegen schwerer Be­leidigung des Reichskanzlers wurde ein junger beilsloser z u einem Iahr Gefängnis ver­urteilt. Das Oberlandesgericht schickte den Schlos­ser Iakob Der nh aröt aus Mühlheim a. M. wegen Vorbereitung zum Hochverrat auf ein Iahr i n s Gefängnis.

Sechs Jahre Zuchthaus für den Griesheimer Höhlenbewohner Darmstadt, 14. Juli. (WSN.) Ein bereits mehrfach schwer vorbestrafter Dieb, der monatelang im Griesheimer Wald bei Darmstadt in einer Höhle gehaust und mit feinen Freunden Ueberfälle auf einzelne Personen ausgeführt hatte, erhielt von der hiesigen Großen Strafkammer wegen Stra­ßenraubs und dreier schwerer Diebstähle im Rückfall 6 Iahre Zuchthaus und fünf Jahre Ehrverlust. Zwei Freunde, die an den Straftaten beteiligt waren, erhielten 2 Jahre 3 Monate bzw. 1 3 a 1) r (9e - f ä n g n i s. Ein mitangeklagtes Ehepaar erhielt wegen Hehlerei zwei Wochen Gefängnis mit beding­ter Bewährungsfrist.

Das Wormser Stahlhelmtreffen abgesagt.

WSN. Worms, 15.Juli. Das für den 15. und 16. Juli festgesetzt gewesene Stahlhelmtreffen ist bis auf weiteres abgesagt worden.

DerbandStag des Ländlichen Genoffenfchafisverbandes Raiffeisen.

Frankfurt a. M., 13. Juli. Der ländliche Ge- nossenschaftsverbandRaiffeisen e. V. hielt dieser Tage im Dolksbildungsheim zu Frankfurt a. M. seine Haupttagung ab. Sie wurde eröffnet von dem Ver­bandspräsidenten Metz, der von den Genossen­schaften Dienst am Bauernstand und Volk forderte. Dem bisherigen Verbandspräsidenten Dr. No Id en überreichte er zum Andenken für 38jährige treue Genossenschaftsarbeit das Bild Adolf Hitlers.

Verbandsgeschästsführer Beck erstattete dann den Jahresbericht für das verflossene Geschäftsjahr. Aus ihm ist das folgende zu entnehmen: Dem Ver­bände gehörten am 31.12.1932 919 Genossenschaf­ten an. Der Verband hat in 1932 418 Revisionen durchgeführt, ferner 13 Buchführungs- und Beleh­rungskurse. Die Abteilung für genossenschaftlichen Absatz hat ihre Tätigkeit in 1932 weiter entwickelt. Durch Vermittlung der landwirtschaftlichen Fach­beratung des Verbandes wurden 56 Vorträge ge> halten über rationelle Düngung; 31 Kalidüngungs­versuche wurden durchgeführt. Der Derbandspräsi- dent teilte dann noch mit, daß die Reichsgenossen­schaftshilfe genehmigt sei und jetzt zur Ausschüt­tung gelange.

Nach einem gemeinsamen Mittagessen fand die dritte ordentliche Generalversammlung der genossen- schaftlichen Zentralkasse statt. Sie wurde von dem Vorsitzenden des Aufsichtsrates Dr. Nolden er­öffnet. Direktor I o l k erstattete den Geschäftsbericht und die Rechnungsablage. Die Zahl der Mitglieder betrug am 31. 12. 1932 699 Genossenschaften mit

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Der große Umbau des Reichspräsiden­ten p a l a i s in der Wilhelmstraße in Berlin ist nun, wenn man von den letzten notwendigen Hand­griffen absieht, beendet, so daß Reichspräsident von Hindenburg nach seiner Rückkehr aus Ost­preußen sein altes Heim wieder beziehen wird.

Ein Rundgang, der der Presse unter der Voraus- etzung geboten wurde, daß jeder Deutsche gern wissen will, wie Hindenburg wohnt, beweist, daß glücklicherweise innenarchitektonisch auf den Wunsch des Reichspräsidenten selbst fast gar keine Verände­rungen vorgenommen worden sind. Die zum Teil ehr mühevollen Arbeiten beschränkten sich durchweg auf die Behebung der Baufälligkeit des chon über zweihundert Jahre alten Gebäudes. Be- andere Aufmerksamkeit wurde von den Leitern des Baues, Oberregierungsrat Voß und Regierungs­baurat L i st m a n n, emmelader völligen Wiederher- tcllung des recht baufällig gewordenen Dachgeschosses und zum anderen der Erhaltung der durch den Um­bau gefährdeten Wandgemälde des früheren Akademiedirektors Rode zugewandt. Im Mittelbau des Dachstuhles erfolgte ein Eiseneinbau von nicht weniger als 160 Tonnen. Ferner wurden die Frem­denzimmer und die Personalräume, die in der Mon­arde des Mittelbaues lagen, durch eine Erhöhung des Fußbodens um 170 Zentimeter vollkommen neu ausgebaut, und der durch diese Höherlegung gewon­nene Raum wurde dazu benutzt, die Rohranlagen ür fließendes Wasser unterzubringen. Ebenso wurde »adurch die Heizung und die elektrische Stromver- orgung des Hauses leicht vervollkommnet. Mit be= anderer Genugtuung wird es alle erfüllen, daß die alte Galerie im Südflügel des Palais vollkommen unverändert geblieben ist, die Wandgemälde Rodes haben ihren alten Platz wieder eingenommen.

Eine besondere Schwierigkeit bereitete die Siche­rung der Decke des großen Festsaales im Oberge- choß, der infolge seiner Höhe weit in das Mansar­denteil des Hauses hineinreichte. Es hatte sich unter der sorgfältigen baulichen Beobachtung herausge- tellt, daß das gesamte Dachgebälk ebenso wie ein jrofjer Teil des Mansardengefchosfes durch Käser- raß, Trockenfäule und sogar durch Schwamm sehr stark vermorscht war. Es bestand die große Gefahr, daß bei der Sicherung des Bodens im Mansardengeschoß die darunter liegende Decke des großen Festsaales in Mitleidenschaft gezogen würde. Diese Decke nämlich trägt das wertvolle Deckengemälde Rodes, welches Apollo im Son­nenwagen und ferner Dädalus und Ikarus darstellt. Obwohl eine vollständig neue massive Steindecke aufgehängt wurde, zu deren Sicherheit im freier

vorgenommen.

Die Standarte 116 vor dem neuen Führer.

Bei prächtigstem Sonnenschein traten gestern zu früher etunöe die Stürme der Standarte auf dem Trieb an. Nachdem die Stürme Ausstellung genom­men hatten, schritt der Standartenführer Luther, der vor kurzem das Kommando über die Standarte 116 übernommen hatte, .die lange Front ab. Die Mannschaften machten in ihrer disziplinierten Hal- tuna einen guten Eindruck.

Hitze Durst

Durst und Hitze gehören zusammen. Durch die erhöhte Außentemperatur wird der menschliche Körper überhitzt: da er indessen eine Ueberhihung nicht vertragen kann, so sucht er sich dagegen durch vermehrte Wasserabgabe, d. h. durch Schwitzen und die durch die Verdunstung des Schweißes ent­stehende Abkühlung zu schützen. Infolge der ver­mehrten Wasserabgabe stellt sich dann bei den Menschen das Gefühl des Durstes ein.

Selbstverständlich vermag das Trinken, insbe­sondere kalter Flüssigkeiten, das oft quälende Durstgefühl zu beseitigen, aber meist wird dabei nach zwei Richtungen gesündigt. Einmal wird ge­wöhnlich zu viel getrunken, ,d. h. durch die Auf­nahme großer Flüssigkeitsmengen wird nicht nur das momentane Durchgefühl beseitigt, sondern der Körper gezwungen, von neuem und in erhöhtem Maße Schweiß abzusondern. Das beste Mittel gegen Durst wäre also zu dursten. Da man dieses aber niemanden zumuten kann, sei allen durstigen Seelen empfohlen, bei der Löschung des Durstes sparsam zu sein mit der Flüssigkeitsaufnahm4. Auch vermeide man hastiges Trinken eiskalter Ge­tränke. Besonders wenn der Magen leer ist, können eiskalte Getränke leicht Reizerscheinungen der Ma­genschleimhaut, Magen- und Darmkatarrhe und dergleichen mehr verursachen.

Das billigste Mittel zur Stillung des Durstes ist und bleibt natürlich Wasser, aber auch hier darf eine gewisse Vorsicht nicht außer acht ge­lassen werden: denn Wasser unbekannter Herkunft birgt nicht selten Krankheitskeime in sich, die zu Magen- und Darmerkrankungen, ja selbst zu Typhus oder Paratyphus führen können. Der Ge­nuß reinen Quellwassers im Gebirge ist unbedenk­lich Von sonstigen durststillenden Flüssigkeiten sei besonders auf den Genuß von kalten Tee oder Kaffee, sowie auf die verschiedenen alkoholfreien Getränke, auf die durch gärungslose Früchtever­wertung hergestellten Obstweine und dergleichen verwiesen Mit dem Genuß kalter Milch muh man auch im Sommer vorsichtig sein. Gekochte Milch genieße man gekühlt, möglichst gleichzeitig mit etwas Brot, um die besonders bei starker Körper­erhitzung leicht eintretende Verkäsung im Magen zu verhindern. Schließlich sei noch darauf auf­merksam gemacht, daß warme Getränke den Durst oft besser löschen als kalte.

Die Ausgrabungen der Befestigungs­anlage auf dem Glauberg.

Mit Hilfe des Freiwilligen Arbeitsdienstes (Gruppe Büdingen) wurde zur Zeit von dem Denkmalpfleger von Oberhessen, Privatdozent Dr. Richter, eine der größten und wichtigsten Aufgaben der Heimatforfchung in Angriff aenommen, nämlich die Ausgrabung der vorgeschichtlichen Befestigungsanlage auf dem Glau­berg bei Büdingen. Die bisherigen Arbeiten ergaben, daß es sich schon um eine steinzeitliche, un­gefähr 2000 v. Chr. entstandene Anlage handelt, die längere Zeit nach ihrer Zerstörung von bronzezeit­lichen Völkern (Urnenfelder- und Hallstattkultur) erneuert wurde, die in der frühen Eiszeit, ungefähr um 500 o. Chr., von keltischen Völkern besetzt und ausgebaut wurde, und die ihnen jedenfalls als Zu­flucht bei den Einfällen der nach Süden vordringen­den Germanen gedient hat Daß die Wallburg nach der Verdrängung der Kelten von den Germanen benutzt wurde, ist wahrscheinlich, daß sie in den ersten nachchristlichen Jahrhunderten von den Rö­mern besetzt war, konnte schon festgestellt werden und ebenso ihre Benutzung in der nachrömischen Zeit bis in die mittelalterliche Zeit. Die Ausgra­bung hat schon eine Fülle von wertvollem Material geliefert und verspricht einen großartigen Einblick in die Entwicklung unseres Volkstums.

Taten für Montag, 17. Juli.

1860: Die Schriftstellerin Klara Viebig in Trier geb. 1917: Unabhängigkeitserklärung Finnlands. 1918: Erschießung des Zaren Nikolaus II. in Je­katerinburg. 1924: Der italienische Politiker Ri- ciotti Garibaldi in Rom geft.

Daten für Dienstag, 18. Juli.

1811: Der englische Schriftsteller William Thacke- ray in Kalkutta geb. (geft. 1863). 1853: Der nie­derländische Nobelpreisträger für Physik H. A. Lo­rentz geb. 1864: Die Dichterin Ricarda Huch in Braunschweig geb. 1865: Der Geograph Robert Gradmann in Lausten am Neckar geb. 1870: Ver­kündigung .des päpstlichen Unfehlbarkeitsdogmas auf dem Vatikanischen Konzil in Rom. 1884: Der Geologe und Reisende Ferdinand o. Hochstetler in Oberdöbling geft. (geb. 1829).

L . raunzen.

Tageskalender für Montag. Licht­spielhaus (Bahnhofstraße):Die Nacht im Forst- haus" mit Hermann Spielmans und Camilla Spira.

** Ergebnis des Ballonwettbewerbs auf dem Flughafen Gießen. Bei dem während der Luftfahrt-Werbewoche auf dem Flug­hafen Gießen veranstalteten Dallonwettbewerb hat der von der Schülerin Erna Huch, Gießen, Bleichstraße 10 I, abgesandte Ballon die weiteste Strecke zurückgelegt. Er ist bereits am 1. Iuli 1933 bei Seeheim, Kreis Bensheim (Provinz Starken-

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