Ausgabe 
17.6.1933 Frühausgabe
 
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fir. 159 SrühauSgabe

185. Jahrgang

Samstag, 17. Juni 1935

Gießener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberheffen

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Dr. Friede. Wilh. Lange. Derantworllich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange: für Feuilleton Dr.H.TKyriat; für den übrigen Teil Ernst Dlumfchein und für den An» Seigenteil LT.Ib.fiümmel sämtlich in (Biegen.

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Führung und Führerium.

Reichskanzler Hiller spricht über die Grundsätze der Führerauslese im neuen Staat.

Berlin, 16. Juni. (TU.) Die Reichspressestelle der NSDAP, teilt mit:

Zum zweiten Male ergriff Adolf Hitler auf der Führertagung der NSDAP, heute vor­mittag das Wort. 3n seiner oon ganz großen Ge- fichtspunklen getragenen Rede behandelte der Führer das Problem Führung und Führertum und seine Bedeutung für das Leben der Nation. Er entwickelte zunächst grundlegend den Begriff der Führung überhaupt und erläuterte im einzelnen die Grundgesetze, nach denen die natürliche Füh­re r a u s l e s e sich aus jedem Gebiet des nationalen Lebens gesondert vollzieht. So sei schon die Be­rufswahl des jungen Menschen, der instinktive Entscheid des Einzelnen im Sinne seiner natürlichen Veranlagung. Insgesamt gesehen werde das Volk, das am besten verstehe, jeden Volksgenossen auf den Platz zu stellen, für den er gewissermaßen geboren ist, die größte Leistung im Völkerleben Hervox. bringen.

Der Führer untersuchte in diesem Zusammenhang die Gründe, weshalb im d e u t s ch e n V o l k e, ob­wohl es auf fast allen anderen Gebieten eine Füh­rungshierarchie heroorgebracht habe, sich ein po­litisches Führertum bisher nicht ent­wickeln konnte. Der Grund sei darin zu suchen, daß das vergangene Jahrhundert die po­litische Führung mehr und mehr einer aus rein wirtschaftlichen Erfolgen heraus entwickelten Gejell- fchajtsschicht anvertraute.

Die politische Fähigkeit fei wesentlich eine organisatorische und unterscheide sich durchaus von der Befähigung auf wirtschaft- Nchem Gebiet. Man habe die politische Führung einer Schicht übertragen, die auf Grund ihrer rein ökonomischen Bedingt­heit nicht nur keinerlei Fähigkeiten auf politischem Gebiet besaß, sondern im Gegenteil dauernd bewies, daß gerade sie auf diesem Gebiete unfähig ist.

Je weniger man das Gefühl der politischen Führer­tätigkeit besaß, desto mehr pflegte man die innere Unsicherheit durch äußeres Auftreten zu verbergen. Es sei deshalb wohl auch kein Zufall, daß gerade aus diesen Schichten die kleinen Tyrannen gekommen seien. Der Staat sei in diesem Jahrhun­dert fast ausschließlich regiert worden nach Maxi- men, mit denen man Aktiengesellschaften regierte. Die Ergebnisse dieser Entwicklung hätten wir ge- sehen. Äit geradezu innerer Gesetzmäßigkeit habe das Volk begonnen, sich gegen diese Art von Füh­rung zu wehren.

Der Führer entwickelte nun in großen Zügen grundlegende Gedanken über die Gestaltung d e r politischen F ü h r e r a u s l e s e inner- halb des neuen Deutschlands. Es müsse eine Schule des praktischen Lebens aufgebaut wer­den, die nicht nur gewissen Gesellschaftsschichten, sondern für alle offen stehen, die sich zum Po­litiken Kampf berufen fühlen. Eine Bewegung, die sich bewußt sei, daß sie eine große Mission zu er- füllen hat, habe dafür zu sorgen, daß Einrichtungen geschaffen würden, die es verhindern, daß in die politische Führung sich Menschen einschalten, die nicht ihrem innersten Wesen nach dafür bestimmt sind. Wie etwa ein Magnet aus einer vielgestaltigen Masse nur die Stahlspäne herausziehe, so führe auch eine ausschließlich auf politischen Kampf ein- §cfteUte Bewegung die dazu berufenen politischen iührernajuren zusammen.

Es sei die Aufgabe der nationalsozialistischen Be­wegung, parallel der Führung des kulturellen und wirtschaftlichen Lebens nun auch ein politisches Führertum organisch aufzubauen. Eine Ration, die sich nach klarer und fähiger politischer Führung sehne, zu führen, dazu fei immer nur eine füh­rende Minorität bestimmt, wer diesen Gedanken der organischen Führerauslese in den Vordergrund stelle, denke geschichtlich, wenn wir so handelten, handelten wir nicht nur aus dem Gesichtspunkt der Gegenwart heraus, sondern so, daß auch die Nachwelt zugeben müsse, daß diese Männer Grundlagen schufen, die das Leben der nachfolgenden Generationen auf Jahrhunderte garantiert.

Das sei unsere Generation auch ihren Gesalle- nen schuldig. Wir konnten uns nicht mit vor der Geschichte nicht zu verantwortenden Halbheiten begnügen, sondern müßten ganze Arbeit leisten. Es gebe nur eine Toleranz, die Toleranz gegenüber dem ewigen Leben un­seres Volkes, nicht gegenüber den Parteien, älnfeie Ausgabe sei es, in Deutschland eine po­litische Führungshierarchie aufzubauen, die sich den Grundgesetzen des nationalen Lebens einfüge. Wenn wir die Führung denen gäben, die ein na­türliches Recht auf sie hätten, dann er­füllten wir damit ein Gesetz der höchsten Vernunft und der höchsten Gerechtigkeit. Die deutsche Re­volution sei erst dann abgeschlossen, wenn das ganze deutsche Volk völlig neu gestaltet, neu organisiert und neu aufgebaut sei. Wir würden aus dem Volk eine Führerschaft herausziehen, die hart sei wie Stahl. Wenn das Volk in diesem Sinne richtig in seiner politischen Führung erzogen werde, dann werde es auch den sozialenGeist zur Gel­tung bringen. Denn wer nur in wirtschaftlichem

Denken lebe, werde niemals wirklich sozial den­ken und handeln können. Wenn eine Dewegung sich so den Staat erobert habe und ent­schlossen sei, nach den Gesehen des Führertums die Wacht zu halten, dann könne dieser Staat durch nichts mehr gestürzt werden. Wie die Führung sei, so sei das Volk und sein Schick­sal. *

Neichsstaithalter Sprenger Ehrenpräsident des Deutschen Beamtenbundes.

Hermann Neef sein Nachfolger als Führer des Bundes.

Berlin, 15. Juni. (TU.) Wie der Zeitungsdienst meldet, wurde in der Führersitzung des Deutschen Beamtenbundes am Donnerstag eine für die Ge­schicke der Beamtenschaft und des deutschen Beamten­bundes wichtige Entscheidung gefällt. Der bisherige Führer des deutschen Beamtenbundes, Sprenger, legte in Anbetracht seiner Ernennung zum Reichs­statthalter von Hessen und der damit verbundenen

umfangreichen Amtsgeschäste sein Amt nieder und bestimmte zu seinem Nachfolger den bisherigen Organifationsleiter des Deutschen Beamtenbundes, Hermann Neef. Der Führerrat begrüßte diese An­ordnung einstimmig und mit Befriedigung.

Angesichts der hohen und in der ganzen Beamten­schaft anerkannten Verdienste Sprengers trug ihm der neue Führer auch im Namen des Füh­rerrates die mit besonderen Rechten ausgestattete Ehrenpräsidentschast der Deutschen Beamtenschaft an. Reichsstatthalter Sprenger hat die Ehrenpräsidentschaft angenommen.

Ministerpräsident Göring in Stockholm

Stockholm, 16. Juni. (TU.) Ministerpräsident Göring traf Freitag nachmittag mit einem Flug- zeug oon Schloß Rockelstad kommend im Stock- holmer Flughafen ein. Minister Göring führte sein Flugzeug selbst. Vom Flughafen aus be­gab er sich in die Stadt und besuchte im besonderen das Grab seiner verstorbenen schwedisch-gebürtigen Gattin auf dem Kirchhof Lovö. Minister Göring kehrt Freitag abend nach Schloß Rockelstad zurück, um am Samstag der Hochzeit seiner Nichte, der Gräfin Brigitta oon Rosen, beizuwohnen.

Oie Ausschüsse der Londoner Konferenz beginnen ihre Arbeit.

London, 16. Juni. (TU.) Die beiden Hauptausschüsse der Weltwirtschaftskon­ferenz (Währungsausschuh und Wirtschaftsaus­schuß) traten am Freitag zu öffentlichen Sitzungen zusammen. Sie v e r t a g t e n sich nach kurzen for­mellen Besprechungen bis auf Montagvormittag. Aus der Sitzung des Wirtschaftsausschusses, in dem Deutschland durch den Hamburger Bürger­meister Krogmann, der Vizepräsident des Ausschusses ist, und den Reichswirtschaftsminister Hugenberg vertreten ist. erklärte der Aus- schußpräsident C o l i j n (Holland), er würde sich freuen, wenn auf den Sitzungen keine Reden all­gemeiner Art gehalten würden, da solche bereits auf der Dollkonferenz gehalten worden seien.

Auf dem Gebiet der Handelspolitik wür­den folgende Einzelsragen zu behandeln sein:

a) Normalisierung des Handels, Bereitstellung von Devisen für die Einfuhren, schrittweise Unter- drückung von Einfuhrverboten und Kontingenten.

b) Zölle und Tertragspolitik, einschließlich der Meistbegünstigungvtlausel und möglichen Ausnah­men.

Unter dem zweiten Abschnitt (Maßnahmen, die den internationalen Handel betreffen, mit Aus­

nahme von Zöllen) würde folgendes behandelt werden:

Tier- und pflanzenärztliche Fragen, direkte und in­direkte staatliche Wirtschaftsunterstützungen.

Das 3.Gebiet (Koordination oon Erzeu- gungundAbfatz) umfassen Probleme des Wei- zcns und anderer Nahrungsmittel sowie der Roh­stoffe und Jndustrieerzeugnisse.

Der 4. Fragenkomplex (öffentliche Arbei - t e n) würde wahrscheinlich von beiden Ausschüssen erläutert werden.

Der englische Handelsminister R u n c i m a n regte u. a. die Einsetzung eines Sonderausschusses für die Untersuchung der staatlichen Wirtschaftsunterstützun­gen an. Präsident Colijn erklärte, er wolle im Laufe des Tages Anregungen für die Tagesordnung des Ausschusses entgegennehmen, die am Samstagabend veröffenlicht werden soll.

Der Währungsausschuß, auf dem Deutsch­land durch den Reichsfinanzminister G r a f S ch w e- rin v. Krosigk, den Reichsbankpräsidenten Dr. Schacht und den Ingenieur Wilhelm Keppler vertreten ist, vertagte sich nach kurzer Zeit bis Mon­tag, um den Bericht eines Unterausschusses über die Ausstellung weiterer Ausschüsse entgegenzu­nehmen.

Oie Voraussetzungen für den Wiederaufbau der Weltwirtschaft.

Eine grundlegende Denkschrift Hugenbergs.

London, 16. 3uni. (2M.) Auf einer Sitzung am Freitag hatte der wirtschaftliche Aus­schuß der Weltwirtschaftskonferenz beschlossen, eine allgemeine Aussprache nicht stattfinden zu lossen, um baldmöglichst die Erörterung der ein­zelnen Fragen in den Tlnterausschüssen aufneh­men zu können, hatte es aber dafür den beteilig­ten Staaten freigestellt, ihren Standpunkt schriftlich einreichen zu können. Darauf­hin hat der deutsche Reichsminister Dr. Hugen­berg eine Denkschrift übergeben lassen, in der es u. a. heißt:

Wenn die Welt wieder gesund werden soll, muß sie uns zunächst gestatten, wieder ge­sund zu werden. Wir sind jetzt Experten in bezug auf die Krankheit, deren Heilung der Zweck dieser Zusammenkunft ist. Wir haben alles durch- gemacht und durchgeduldet, was zu dieser Krank­heit gehört.

Es muß hier ganz deutlich klargestellt werden: Weltwirtschaft ist das Rebeneinander- be stehen selbständiger nationaler Wirtschaften, Weltwirtschaft ist der wech­selnde Warenaustausch zwischen den einzelnen kon­stanten Rationalwirtschasten. Die Weltwirtschaft kann deshalb nur dann wieder in Ordnung kommen, wenn jede einzelne National­wirtschaft zunächst sich selber wieder in Ordnung bringt

Durch die internationale Schulden- verflechtung sind die einzelnen National­wirtschaften eine nach der anderen in Unord­nung gekommen. Die internationale Schuldver­flechtung bildet den Hauptgrund der Zerrüttung aller Märkte und der Zerstörung der Kaufkraft der Völker. Man hatte geflissentlich vergessen, daß Kapi­taleinfuhr Mareneinfuhr bedeu­tet, daß Mareneinfuhr Einfuhr fremder Arbeit heißt und daß die verzinfung und Tilgung der auferlegten und aufgenommenen

Schulden ebenfalls nur auf dem ID e g der Wareneinfuhr und Arbeitsein­fuhr möglich ist.

Es ist selbstverständlich und eine durchaus gesunde Entwicklung, daß in allen Staaten die Tendenz da­hin geht, zunächst durch Befriedung und Entwick­lung der Jnnenmärkte die eigene Wirtschaft soweit wie möglich von den zerrüttenden Folgen internationaler Schuldverpflichtungen zu befreien. Ich darf feststellen, daß gerade Deutschland a l s letztes aller Länder diesen Weg betreten hat.

Daraus ergibt sich zweierlei:

1 .Nur durch Gesundung der einzelnen natio­nalen Volkswirtschaften kann die Weltwirtschaft wieder gesund werden. Nur durch Wiederherstellung der Bin­nenmärkte kann die Aufnahmefähigkeit der Länder für fremde waren und damit der Welthandel wieder gehoben werden.

2 . Voraussetzung dafür ist eine entsprechende Regelung der internationalen Schulden.

Die gesamte Wirtschaft wird getragen von einem wirtschaftlichen Grundgesetz. Dieses Grund­gesetz lautet: FreierLeistungsaustausch. Freier Lcistungsaustausch besagt, daß jeder Lei­stung eine Gegenleistung entsprechen muß. Wird dieses wirtschaftliche Grundgesetz auf irgend­einem Gebiet durchbrochen, so stürzt schließlich die Wirtschaft zusammen. Will man aus der Welt­wirtschaftskrise herauskommen, so muß man den freien Leistungsaustausch in der Weltwirtschaft wiederher st eilen. Das heißt nicht Frei­handel zwischen den selbständigen Völkern. Das kann man bei der geschilderten Lage nicht durch die Niederlegung der internationalen Zollschran­ken erreichen oder durch ähnliche Mittel rein han­delspolitischer Natur. Das kann man nur errei­chen durch Beseitigung der den freien Leistungs­austausch hemmenden und zerstörenden Grund­ursachen. Das besagt aber wiederum, daß die

Lösung des weltwirtschaftlichen Austauschpro­blems schlechthin abhängig ist von einer sachge­mäßen Echuldenregelung. Daran haben nicht nur die Schuldner, sondern auch die Gläu­biger ein Lebensinteresse.

Politische Kredite oon Volk zu Volk nehmen und geben ist eine Versündigung an d e r W i r t s ch a f t der Völker. Es liegt im Gesamt- Interesse der Welt, wenn rechtzeitig zwischen den Gläubigerländern und den Schuldnerländern eine vcrnünstige Vereinbarung zustandekäme, die es den Gtäubigerländern ermögliche, nach und nach zu ihrem Kapital zu kommen und den Schuldnerländern ihre Schulden zu tragbaren Bedingungen abzutragen. Es sollte in der Zukunft Gläubiger- und Schuldnerländer nur auf der alten soliden Grundlage der Hergabe von Kapital für große Werke des Friedens geben. Sind aber falsche Kredite gegeben und sollen sie zurückgezahlt wer- den, so ist die Zurückzahlung der gleiche wett- wirtschaftliche Fehler wie die Hingabe.

von Deutschland aus gesehen gäbe es bei einer klugen und friedfertigen Zusammenarbeit zwi­schen Gläubiger- und Schuldnerländern noch zwei vorurteilslose Schritte, durch die Deutschland wieder in seiner internationalen Zahlungsfähigkeit gehoben werden könnte. Der eine dieser Schritte bestände darin, daß man Deutschland wieder ein Kolonialreich in Afrika gebe, von dem aus in diesem ganz neuen Kontinent große Arbeiten und An­lagen ausführte, die sonst unterbleiben würden. Der zweite Schritt wäre der, daß demVolk ohne Raum Gebiete eröffnet würden, in denen es feiner tatkräftigen Raffe Sied­lungsraum schaffen und große werke des Friedens aufbauen könnte.

Oie Abgrenzung der Wirtschaftsgebiete für die Treuhänder der Arbeit.

Berlin, 16. Juni. (VDZ. Funkspruch.) Der Reichsarbeitsminister hat in einer Durchsührungs- Verordnung zu dem Gesetz über die Treuhänder der Arbeit die Abgrenzung der Wirt­schafsgebiete verfügt, in denen die einzelnen Treuhänder ihres Amtes walten werden. Danach umfassen die einzelnen Wirtschaftsgebiete u. a. fol­gende Gebietsteile: das Wirtschaftsgebiet W e.st - fa len die Provinz Westfalen, den Regierungs­bezirk Düsseldorf, die Kreise Attenkirchen und Dil­lenburg, sowie die Freistaaten Lippe und «chaumdurg-Lippe.

Das Wirtschaftsgebiet Rheinland die Rhein- Provinz (ohne den Regierungsbezirk Düsseldorf und ohne den Kreis Attenkirchen) vom Kreise St.-Goars- Hausen die Orte Oberlahnstein, Niederlahnstein Braubach, Friedrichssegen, Nievern und Fachbach, den Unter weste rwaldkreis und den olden- burgischen Landesteil Birkenfeld.

Das Wirtschaftsgebiet Hessen den Freistaat Hessen, die Provinz Hessen-Nassau (ohne die Kreise Dillenburg und Herrschaft Schmalkalden und ohne die im Kreise St. Goarshausen in das Wirtschafts, gebiet Rheinland einbezogenen Orte sowie ohne den Unterwesterwaldkreis.

Das Wirtschaftsgebiet Südwestdeutschland den Freistat Baden, den Freistaat Württemberg und Hohenzollern.

Bundesführer Schrader übernimmt wieder den Stahlhelm-Landesverband Braunschweig.

_/®,* r J *n -16. Juni. (ERB.) Das Bundesamt des Stahlhelm, B. d. F., teilt mit: Der Bundesführer des Stahlhelms, Reichsarbeitsminister Franz oelbtc, spricht seine Freuds aus über die feilens des Herrn braunschweigischen Ministerpräsi­denten Klagges ausgesprochene A m n e st i e zu Gun­sten der Stahlhelm Kameraden Schrader, Nowack, -eidel und Meinecke und erhofft mit dem Minister­präsidenten Klagges von dieser Maßnahme eine wertvolle und wesentliche Beruhi- gu n g im Lande Braunschweig. Da nach Auffassuna des Bundesfuhrers nichts so geeignet ist, um die Be- ruhigung im Lande Braunschweig dauernd zu sichern und das enge Einvernehmen zwischen Stahlhelm und nationalsozialistischer Bewegung für alle Dauer ,?u verbürgen, hat der Bundesführer den Kameraden Schrader gebeten, den Landesverband Braunschweig wieder zu übernehmen.

Verbot und Auflösung der ».Baden-Wacht".

Karlsruhe, 16. Juni. (TL.) Wie die P r essestellebeimStaatsministerium mitteilt, hat der Minister des Innern mit An­ordnung Dom 16. 3uni d i eBaden-Wacht" für den Bereich des Landes Baden aufgelöst und verboten. 3n der amtlichen Verlaut­barung wird darauf hingewiesen, daß diese poli- ttsche Kampforganisation des Zentrums in dcn letzten Wochen durch ihr provozierendes Auf­treten nahezu in allen Teilen des Landes leb­hafte Llnruhe erregt habe. DieBaden- Wacht" habe die ßß.-ilniform nachgeahmt und durch Vertrieb von Hehpostkarten übelster Art jegliche loyale Einstellung zum neuen Staat vermissen lassen. Sie habe sich nicht gescheut, ihrer gegen die Natio­nale Dewegung ausgesprochen feindlichen Ein­stellung nach außen dadurch Ausdruck zu der-