fir. 159 SrühauSgabe
185. Jahrgang
Samstag, 17. Juni 1935
Gießener Anzeiger
General-Anzeiger für Oberheffen
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Führung und Führerium.
Reichskanzler Hiller spricht über die Grundsätze der Führerauslese im neuen Staat.
Berlin, 16. Juni. (TU.) Die Reichspressestelle der NSDAP, teilt mit:
Zum zweiten Male ergriff Adolf Hitler auf der Führertagung der NSDAP, heute vormittag das Wort. 3n seiner oon ganz großen Ge- fichtspunklen getragenen Rede behandelte der Führer das Problem Führung und Führertum und seine Bedeutung für das Leben der Nation. Er entwickelte zunächst grundlegend den Begriff der Führung überhaupt und erläuterte im einzelnen die Grundgesetze, nach denen die natürliche Führe r a u s l e s e sich aus jedem Gebiet des nationalen Lebens gesondert vollzieht. So sei schon die Berufswahl des jungen Menschen, der instinktive Entscheid des Einzelnen im Sinne seiner natürlichen Veranlagung. Insgesamt gesehen werde das Volk, das am besten verstehe, jeden Volksgenossen auf den Platz zu stellen, für den er gewissermaßen geboren ist, die größte Leistung im Völkerleben Hervox. bringen.
Der Führer untersuchte in diesem Zusammenhang die Gründe, weshalb im d e u t s ch e n V o l k e, obwohl es auf fast allen anderen Gebieten eine Führungshierarchie heroorgebracht habe, sich ein politisches Führertum bisher nicht entwickeln konnte. Der Grund sei darin zu suchen, daß das vergangene Jahrhundert die politische Führung mehr und mehr einer aus rein wirtschaftlichen Erfolgen heraus entwickelten Gejell- fchajtsschicht anvertraute.
Die politische Fähigkeit fei wesentlich eine organisatorische und unterscheide sich durchaus von der Befähigung auf wirtschaft- Nchem Gebiet. Man habe die politische Führung einer Schicht übertragen, die auf Grund ihrer rein ökonomischen Bedingtheit nicht nur keinerlei Fähigkeiten auf politischem Gebiet besaß, sondern im Gegenteil dauernd bewies, daß gerade sie auf diesem Gebiete unfähig ist.
Je weniger man das Gefühl der politischen Führertätigkeit besaß, desto mehr pflegte man die innere Unsicherheit durch äußeres Auftreten zu verbergen. Es sei deshalb wohl auch kein Zufall, daß gerade aus diesen Schichten die kleinen Tyrannen gekommen seien. Der Staat sei in diesem Jahrhundert fast ausschließlich regiert worden nach Maxi- men, mit denen man Aktiengesellschaften regierte. Die Ergebnisse dieser Entwicklung hätten wir ge- sehen. Äit geradezu innerer Gesetzmäßigkeit habe das Volk begonnen, sich gegen diese Art von Führung zu wehren.
Der Führer entwickelte nun in großen Zügen grundlegende Gedanken über die Gestaltung d e r politischen F ü h r e r a u s l e s e inner- halb des neuen Deutschlands. Es müsse eine Schule des praktischen Lebens aufgebaut werden, die nicht nur gewissen Gesellschaftsschichten, sondern für alle offen stehen, die sich zum Politiken Kampf berufen fühlen. Eine Bewegung, die sich bewußt sei, daß sie eine große Mission zu er- füllen hat, habe dafür zu sorgen, daß Einrichtungen geschaffen würden, die es verhindern, daß in die politische Führung sich Menschen einschalten, die nicht ihrem innersten Wesen nach dafür bestimmt sind. Wie etwa ein Magnet aus einer vielgestaltigen Masse nur die Stahlspäne herausziehe, so führe auch eine ausschließlich auf politischen Kampf ein- §cfteUte Bewegung die dazu berufenen politischen iührernajuren zusammen.
Es sei die Aufgabe der nationalsozialistischen Bewegung, parallel der Führung des kulturellen und wirtschaftlichen Lebens nun auch ein politisches Führertum organisch aufzubauen. Eine Ration, die sich nach klarer und fähiger politischer Führung sehne, zu führen, dazu fei immer nur eine führende Minorität bestimmt, wer diesen Gedanken der organischen Führerauslese in den Vordergrund stelle, denke geschichtlich, wenn wir so handelten, handelten wir nicht nur aus dem Gesichtspunkt der Gegenwart heraus, sondern so, daß auch die Nachwelt zugeben müsse, daß diese Männer Grundlagen schufen, die das Leben der nachfolgenden Generationen auf Jahrhunderte garantiert.
Das sei unsere Generation auch ihren Gesalle- nen schuldig. Wir konnten uns nicht mit vor der Geschichte nicht zu verantwortenden Halbheiten begnügen, sondern müßten ganze Arbeit leisten. Es gebe nur eine Toleranz, die Toleranz gegenüber dem ewigen Leben unseres Volkes, nicht gegenüber den Parteien, älnfeie Ausgabe sei es, in Deutschland eine politische Führungshierarchie aufzubauen, die sich den Grundgesetzen des nationalen Lebens einfüge. Wenn wir die Führung denen gäben, die ein natürliches Recht auf sie hätten, dann erfüllten wir damit ein Gesetz der höchsten Vernunft und der höchsten Gerechtigkeit. Die deutsche Revolution sei erst dann abgeschlossen, wenn das ganze deutsche Volk völlig neu gestaltet, neu organisiert und neu aufgebaut sei. Wir würden aus dem Volk eine Führerschaft herausziehen, die hart sei wie Stahl. Wenn das Volk in diesem Sinne richtig in seiner politischen Führung erzogen werde, dann werde es auch den sozialenGeist zur Geltung bringen. Denn wer nur in wirtschaftlichem
Denken lebe, werde niemals wirklich sozial denken und handeln können. Wenn eine Dewegung sich so den Staat erobert habe und entschlossen sei, nach den Gesehen des Führertums die Wacht zu halten, dann könne dieser Staat durch nichts mehr gestürzt werden. Wie die Führung sei, so sei das Volk und sein Schicksal. *
Neichsstaithalter Sprenger Ehrenpräsident des Deutschen Beamtenbundes.
Hermann Neef sein Nachfolger als Führer des Bundes.
Berlin, 15. Juni. (TU.) Wie der Zeitungsdienst meldet, wurde in der Führersitzung des Deutschen Beamtenbundes am Donnerstag eine für die Geschicke der Beamtenschaft und des deutschen Beamtenbundes wichtige Entscheidung gefällt. Der bisherige Führer des deutschen Beamtenbundes, Sprenger, legte in Anbetracht seiner Ernennung zum Reichsstatthalter von Hessen und der damit verbundenen
umfangreichen Amtsgeschäste sein Amt nieder und bestimmte zu seinem Nachfolger den bisherigen Organifationsleiter des Deutschen Beamtenbundes, Hermann Neef. Der Führerrat begrüßte diese Anordnung einstimmig und mit Befriedigung.
Angesichts der hohen und in der ganzen Beamtenschaft anerkannten Verdienste Sprengers trug ihm der neue Führer auch im Namen des Führerrates die mit besonderen Rechten ausgestattete Ehrenpräsidentschast der Deutschen Beamtenschaft an. Reichsstatthalter Sprenger hat die Ehrenpräsidentschaft angenommen.
Ministerpräsident Göring in Stockholm
Stockholm, 16. Juni. (TU.) Ministerpräsident Göring traf Freitag nachmittag mit einem Flug- zeug oon Schloß Rockelstad kommend im Stock- holmer Flughafen ein. Minister Göring führte sein Flugzeug selbst. Vom Flughafen aus begab er sich in die Stadt und besuchte im besonderen das Grab seiner verstorbenen schwedisch-gebürtigen Gattin auf dem Kirchhof Lovö. Minister Göring kehrt Freitag abend nach Schloß Rockelstad zurück, um am Samstag der Hochzeit seiner Nichte, der Gräfin Brigitta oon Rosen, beizuwohnen.
Oie Ausschüsse der Londoner Konferenz beginnen ihre Arbeit.
London, 16. Juni. (TU.) Die beiden Hauptausschüsse der Weltwirtschaftskonferenz (Währungsausschuh und Wirtschaftsausschuß) traten am Freitag zu öffentlichen Sitzungen zusammen. Sie v e r t a g t e n sich nach kurzen formellen Besprechungen bis auf Montagvormittag. Aus der Sitzung des Wirtschaftsausschusses, in dem Deutschland durch den Hamburger Bürgermeister Krogmann, der Vizepräsident des Ausschusses ist, und den Reichswirtschaftsminister Hugenberg vertreten ist. erklärte der Aus- schußpräsident C o l i j n (Holland), er würde sich freuen, wenn auf den Sitzungen keine Reden allgemeiner Art gehalten würden, da solche bereits auf der Dollkonferenz gehalten worden seien.
Auf dem Gebiet der Handelspolitik würden folgende Einzelsragen zu behandeln sein:
a) Normalisierung des Handels, Bereitstellung von Devisen für die Einfuhren, schrittweise Unter- drückung von Einfuhrverboten und Kontingenten.
b) Zölle und Tertragspolitik, einschließlich der Meistbegünstigungvtlausel und möglichen Ausnahmen.
Unter dem zweiten Abschnitt (Maßnahmen, die den internationalen Handel betreffen, mit Aus
nahme von Zöllen) würde folgendes behandelt werden:
Tier- und pflanzenärztliche Fragen, direkte und indirekte staatliche Wirtschaftsunterstützungen.
Das 3.Gebiet (Koordination oon Erzeu- gungundAbfatz) umfassen Probleme des Wei- zcns und anderer Nahrungsmittel sowie der Rohstoffe und Jndustrieerzeugnisse.
Der 4. Fragenkomplex (öffentliche Arbei - t e n) würde wahrscheinlich von beiden Ausschüssen erläutert werden.
Der englische Handelsminister R u n c i m a n regte u. a. die Einsetzung eines Sonderausschusses für die Untersuchung der staatlichen Wirtschaftsunterstützungen an. Präsident Colijn erklärte, er wolle im Laufe des Tages Anregungen für die Tagesordnung des Ausschusses entgegennehmen, die am Samstagabend veröffenlicht werden soll.
Der Währungsausschuß, auf dem Deutschland durch den Reichsfinanzminister G r a f S ch w e- rin v. Krosigk, den Reichsbankpräsidenten Dr. Schacht und den Ingenieur Wilhelm Keppler vertreten ist, vertagte sich nach kurzer Zeit bis Montag, um den Bericht eines Unterausschusses über die Ausstellung weiterer Ausschüsse entgegenzunehmen.
Oie Voraussetzungen für den Wiederaufbau der Weltwirtschaft.
Eine grundlegende Denkschrift Hugenbergs.
London, 16. 3uni. (2M.) Auf einer Sitzung am Freitag hatte der wirtschaftliche Ausschuß der Weltwirtschaftskonferenz beschlossen, eine allgemeine Aussprache nicht stattfinden zu lossen, um baldmöglichst die Erörterung der einzelnen Fragen in den Tlnterausschüssen aufnehmen zu können, hatte es aber dafür den beteiligten Staaten freigestellt, ihren Standpunkt schriftlich einreichen zu können. Daraufhin hat der deutsche Reichsminister Dr. Hugenberg eine Denkschrift übergeben lassen, in der es u. a. heißt:
Wenn die Welt wieder gesund werden soll, muß sie uns zunächst gestatten, wieder gesund zu werden. Wir sind jetzt Experten in bezug auf die Krankheit, deren Heilung der Zweck dieser Zusammenkunft ist. Wir haben alles durch- gemacht und durchgeduldet, was zu dieser Krankheit gehört.
Es muß hier ganz deutlich klargestellt werden: Weltwirtschaft ist das Rebeneinander- be stehen selbständiger nationaler Wirtschaften, Weltwirtschaft ist der wechselnde Warenaustausch zwischen den einzelnen konstanten Rationalwirtschasten. Die Weltwirtschaft kann deshalb nur dann wieder in Ordnung kommen, wenn jede einzelne Nationalwirtschaft zunächst sich selber wieder in Ordnung bringt
Durch die internationale Schulden- verflechtung sind die einzelnen Nationalwirtschaften eine nach der anderen in Unordnung gekommen. Die internationale Schuldverflechtung bildet den Hauptgrund der Zerrüttung aller Märkte und der Zerstörung der Kaufkraft der Völker. Man hatte geflissentlich vergessen, daß Kapitaleinfuhr Mareneinfuhr bedeutet, daß Mareneinfuhr Einfuhr fremder Arbeit heißt und daß die verzinfung und Tilgung der auferlegten und aufgenommenen
Schulden ebenfalls nur auf dem ID e g der Wareneinfuhr und Arbeitseinfuhr möglich ist.
Es ist selbstverständlich und eine durchaus gesunde Entwicklung, daß in allen Staaten die Tendenz dahin geht, zunächst durch Befriedung und Entwicklung der Jnnenmärkte die eigene Wirtschaft soweit wie möglich von den zerrüttenden Folgen internationaler Schuldverpflichtungen zu befreien. Ich darf feststellen, daß gerade Deutschland a l s letztes aller Länder diesen Weg betreten hat.
Daraus ergibt sich zweierlei:
1 .Nur durch Gesundung der einzelnen nationalen Volkswirtschaften kann die Weltwirtschaft wieder gesund werden. Nur durch Wiederherstellung der Binnenmärkte kann die Aufnahmefähigkeit der Länder für fremde waren und damit der Welthandel wieder gehoben werden.
2 . Voraussetzung dafür ist eine entsprechende Regelung der internationalen Schulden.
Die gesamte Wirtschaft wird getragen von einem wirtschaftlichen Grundgesetz. Dieses Grundgesetz lautet: FreierLeistungsaustausch. Freier Lcistungsaustausch besagt, daß jeder Leistung eine Gegenleistung entsprechen muß. Wird dieses wirtschaftliche Grundgesetz auf irgendeinem Gebiet durchbrochen, so stürzt schließlich die Wirtschaft zusammen. Will man aus der Weltwirtschaftskrise herauskommen, so muß man den freien Leistungsaustausch in der Weltwirtschaft wiederher st eilen. Das heißt nicht Freihandel zwischen den selbständigen Völkern. Das kann man bei der geschilderten Lage nicht durch die Niederlegung der internationalen Zollschranken erreichen oder durch ähnliche Mittel rein handelspolitischer Natur. Das kann man nur erreichen durch Beseitigung der den freien Leistungsaustausch hemmenden und zerstörenden Grundursachen. Das besagt aber wiederum, daß die
Lösung des weltwirtschaftlichen Austauschproblems schlechthin abhängig ist von einer sachgemäßen Echuldenregelung. Daran haben nicht nur die Schuldner, sondern auch die Gläubiger ein Lebensinteresse.
Politische Kredite oon Volk zu Volk nehmen und geben ist eine Versündigung an d e r W i r t s ch a f t der Völker. Es liegt im Gesamt- Interesse der Welt, wenn rechtzeitig zwischen den Gläubigerländern und den Schuldnerländern eine vcrnünstige Vereinbarung zustandekäme, die es den Gtäubigerländern ermögliche, nach und nach zu ihrem Kapital zu kommen und den Schuldnerländern ihre Schulden zu tragbaren Bedingungen abzutragen. Es sollte in der Zukunft Gläubiger- und Schuldnerländer nur auf der alten soliden Grundlage der Hergabe von Kapital für große Werke des Friedens geben. Sind aber falsche Kredite gegeben und sollen sie zurückgezahlt wer- den, so ist die Zurückzahlung der gleiche wett- wirtschaftliche Fehler wie die Hingabe.
von Deutschland aus gesehen gäbe es bei einer klugen und friedfertigen Zusammenarbeit zwischen Gläubiger- und Schuldnerländern noch zwei vorurteilslose Schritte, durch die Deutschland wieder in seiner internationalen Zahlungsfähigkeit gehoben werden könnte. Der eine dieser Schritte bestände darin, daß man Deutschland wieder ein Kolonialreich in Afrika gebe, von dem aus in diesem ganz neuen Kontinent große Arbeiten und Anlagen ausführte, die sonst unterbleiben würden. Der zweite Schritt wäre der, daß dem „Volk ohne Raum“ Gebiete eröffnet würden, in denen es feiner tatkräftigen Raffe Siedlungsraum schaffen und große werke des Friedens aufbauen könnte.
Oie Abgrenzung der Wirtschaftsgebiete für die Treuhänder der Arbeit.
Berlin, 16. Juni. (VDZ. Funkspruch.) Der Reichsarbeitsminister hat in einer Durchsührungs- Verordnung zu dem Gesetz über die Treuhänder der Arbeit die Abgrenzung der Wirtschafsgebiete verfügt, in denen die einzelnen Treuhänder ihres Amtes walten werden. Danach umfassen die einzelnen Wirtschaftsgebiete u. a. folgende Gebietsteile: das Wirtschaftsgebiet W e.st - fa len die Provinz Westfalen, den Regierungsbezirk Düsseldorf, die Kreise Attenkirchen und Dillenburg, sowie die Freistaaten Lippe und «chaumdurg-Lippe.
Das Wirtschaftsgebiet Rheinland die Rhein- Provinz (ohne den Regierungsbezirk Düsseldorf und ohne den Kreis Attenkirchen) vom Kreise St.-Goars- Hausen die Orte Oberlahnstein, Niederlahnstein Braubach, Friedrichssegen, Nievern und Fachbach, den Unter weste rwaldkreis und den olden- burgischen Landesteil Birkenfeld.
Das Wirtschaftsgebiet Hessen den Freistaat Hessen, die Provinz Hessen-Nassau (ohne die Kreise Dillenburg und Herrschaft Schmalkalden und ohne die im Kreise St. Goarshausen in das Wirtschafts, gebiet Rheinland einbezogenen Orte sowie ohne den Unterwesterwaldkreis.
Das Wirtschaftsgebiet Südwestdeutschland den Freistat Baden, den Freistaat Württemberg und Hohenzollern.
Bundesführer Schrader übernimmt wieder den Stahlhelm-Landesverband Braunschweig.
_/®,* r J *n -16. Juni. (ERB.) Das Bundesamt des Stahlhelm, B. d. F., teilt mit: Der Bundesführer des Stahlhelms, Reichsarbeitsminister Franz oelbtc, spricht seine Freuds aus über die feilens des Herrn braunschweigischen Ministerpräsidenten Klagges ausgesprochene A m n e st i e zu Gunsten der Stahlhelm Kameraden Schrader, Nowack, -eidel und Meinecke und erhofft mit dem Ministerpräsidenten Klagges von dieser Maßnahme eine wertvolle und wesentliche Beruhi- gu n g im Lande Braunschweig. Da nach Auffassuna des Bundesfuhrers nichts so geeignet ist, um die Be- ruhigung im Lande Braunschweig dauernd zu sichern und das enge Einvernehmen zwischen Stahlhelm und nationalsozialistischer Bewegung für alle Dauer ,?u verbürgen, hat der Bundesführer den Kameraden Schrader gebeten, den Landesverband Braunschweig wieder zu übernehmen.
Verbot und Auflösung der ».Baden-Wacht".
Karlsruhe, 16. Juni. (TL.) Wie die P r essestellebeimStaatsministerium mitteilt, hat der Minister des Innern mit Anordnung Dom 16. 3uni d i e „Baden-Wacht" für den Bereich des Landes Baden aufgelöst und verboten. 3n der amtlichen Verlautbarung wird darauf hingewiesen, daß diese poli- ttsche Kampforganisation des Zentrums in dcn letzten Wochen durch ihr provozierendes Auftreten nahezu in allen Teilen des Landes lebhafte Llnruhe erregt habe. Die „Baden- Wacht" habe die ßß.-ilniform nachgeahmt und durch Vertrieb von Hehpostkarten übelster Art jegliche loyale Einstellung zum neuen Staat vermissen lassen. Sie habe sich nicht gescheut, ihrer gegen die Nationale Dewegung ausgesprochen feindlichen Einstellung nach außen dadurch Ausdruck zu der-


