Ausgabe 
17.6.1933 Erstes Blatt
 
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SchutzpfaSe für den Wanderer.

Von Hermann Witter, Frankfurt a. M., Schriftführer des Reichsverbandes deutscher Gebirgs- und Wandervereine.

Allenthalben läßt letzt der Juni seine grüne Fülle prangen. Da will an schönen Tagen niemand mehr zu Hause bleiben. Allen Wanderern zur Seite schreitet im Geiste Eduard Mörike mit seinem ewig schönen Wort, das auch für die Tage des Juni Geltung hat:

Frühling läßt sein blaues Band, Wieder flattern durch die Lüfte, Süße, wohlbekannte Düfte ...

Da braust es heran mit schrillem Hupenton und ge. wattigem Brummen.Wohlbekannte Düfte" wallen auf, aber süß sind sie nicht. Auto oder Motorrad rajen vorüber, zerrissen ist die schöne Stimmung, und auch der winkende Schleier der eben vorbei­brausenden Benzinbraut vermag zunächst keine Besserung zu bringen. Wehmütig denkst du an die ungetrübten Wanderfreuden, die dir neulich ein Wanderer-Schutz-Pfad", abseits von der Fahr­straße, bescherte.

Nicht neu ist der Ruf der Wanderer nach solchen Pfaden. Heutzutage, wo an die Nervenkraft aller täglich gesteigerte Anforderungen gestellt werden, wo die Zusammenballung Zehntausender von Menschen in Industriestädten weite Kreise der Be­völkerung gesundheitlich gefährdet erscheinen lassen, ist es als ein dringendes Gebot der Notwendigkeit anzusehen, auf jede nur mögliche Weise den Ge­fahren entgegenzuwirken.

Da ist das wandern eine der besten Kraft­quellen deutscher Volksgesundheit, deutschen wesens und idealer Geistes- und Gemütsbil­dung, und das Wandererlebnis vermag ;u den wahren Tiefen der Heimat- und Vaterlands­liebe hinzuführen.

Eine außerordentliche Schädigung erfährt das Wandern in deutschen Gauen durch den stark an- gewachsenen und sich noch immer steigernden Ver­kehr von Kraftfahrzeugen. Der Fußgänger besitzt auf Grund des allgemeinen Landrechts das unbe­streitbare Recht auf Benutzung der Landstraßen. Bei Ueberlaftung der Straßen durch den Fährver­kehr muß ebenso grundsätzlich der Anspruch auf Anlegung getrennter Bahnen für den Fährverkehr und den Fußgänger erhoben werden. Für die Straße, die für den Wanderer ursprünglich be­stimmt war und ihm durch den Kraftverkehr auf weite Strecken tatsächlich entzogen wurde und im­mer mehr entzogen wird, muß er einen seinen Be­dürfnissen entsprechenden Ersatz bekommen. In ganz besonderem Maße muß für die deutsche I u - g e n d die Forderung erhoben werden, daß ihr das Wandererlebnis als Quelle reinen Genusses und deutscher Gesinnung nicht verkümmert wird. Die heute etwa bestehenden Sperrungen kommen für die Befriedigung dieses Bedürfnisses nicht entfernt in Betracht, wie es überhaupt undenkbar ist, durch vermehrte Sperrungen beiden Teilen wirklich ge­recht zu werden. Die Forderung, die der Reichs­verband der deutschen Oebirgs- und Wandervereine seit Jahren vertritt, geht deshalb auf die

Anlage von Wanderer-Schuhpfaden, d. h. Fuß­pfaden neben allen Strecken,

deren ruhige Benutzung durch die Wanderer der Kraftverkehr unmöglich macht, die aber für den Fußoerkehr nötig oder erwünscht sind. Was die technische Ausführung dieser Wanderer-Schutzpfade

anlangt, so kann es sich nicht um an der Straßen­seite hinlaufende Streifen (Banketts) handeln, da in diesem Falle die Belästigung des Fußgängers durch den Kraftverkehr in keiner Weife behoben würde, und die jährlich steigende Zahl von Perso­nen, die auch am Straßenrande von Kraftfahr­zeugen angefahren und verletzt oder gar getötet werden, gebieterisch verlangt, daß Mittel ergriffen werden, um den Fußgänaer überhaupt von der Landstraße wegzubringen. Und dieses Mittel ist zu erblicken in der Anlage einfacher Fußpfade, die in angemessenem Abstande neben den Landstraßen hinführen.

Bei der Berwirklichung des von der Regierung in Aussicht genommenen umfangreichen Straßen-

* Von Or. med.

Kleider sind vom Standpunkt der Hygiene aus gesehen, zumal in der warmen Jahreszeit, eine nicht gerade erfreuliche Begleiterscheinung der Zivilisa­tion. Halten doch dieseTrennungswände" die frische Luft fast völlig von großen Teilen der Haut fern, und hemmen und erschweren somit vielfach die Wärmeregulierung und Ausscheidungstätigkeit der Haut! Dabei ist zuzugeben, daß die Frauenkleidung immer noch gesünder ist als die gänzlich unhygie­nische Männertracht, in der die Haut gleichsam in eine tropisch-feuchte Atmosphäre eingehüUt arbeiten muß. Der Mangel an ausreichend frischer Luft gibt sich in Kopfschmerzen, Arbeitsunlust, Mattigkeit und sonstigen AUgemeinstörungen kund.

Zum Ausgleich sind regelmäßig genommene Luft­bäder hervorragend geeignet. Man beginnt mit Frei­luftbädern von etwa 5 Minuten Dauer, um sie spä­terhin auf etwa eine Stunde ausHudehnen. Im Herbst kann man die Luftbäder im Zimmer bei ge­öffnetem Fenster nehmen, um den Körper zu er­frischen, die Haut und den gesamten Organismus gegen Witterungseinflüsse widerstandsfähiger zu ge­stalten, ihn also abzuhärten.

Hierbei ist zu beachten, daß das Luftbad, sobald man anfängt zu frieren oder bläulich zu werden, unterbrochen und daß abgewartet werden muß, bis ,sich die Außentemperatur wieder erhöht hat. Vor allem ist dafür zu sorgen, daß das Wohlbefinden der Kinder im Luftbade nicht leidet. Spielen, Lau­sen, Turnen und rhythmisch-gymnastische Hebungen bilden eine vorzügliche Ergänzung des Luftbades. Auch für eine Reihe von Kranken ist das Luftbad sehr geeignet, zumal es von einem geschwächten oder leidenden Organismus weit besser vertragen wird als das Sonnenbad.

Auf der anderen Seite ist es allerdings sicher, daß es gewisse Kategorien von Kranken gibt, denen von den Aerzten Sonne zur Wiederherstellung ihrer Ge­sundheit verordnet wird. Vor allem sind ausgespro- ebene Heilwirkungen bei Knochen- und Gelenktuber­kulose zu beobachten; aber auch bei zahlreichen sonsti­gen Erkrankungen zeitigt die Sonnenstrahlung in Verbindung mit anderen klimatischen Faktoren gün­stige Heilerfolge. Unter dem Einfluß des Sonnen- baoes findet eine Vermehrung der roten Blutkörper­chen und des Blutfarbstoffes statt, die Lungenlüftung

bauprogramms sollte überall da, wo ein seither dem Fußverkehr dienender Weg zu einer Fahr­straße ausgebaut wird, bei der Planung und Ko­stenberechnung die Anlage eines solchen Wanderer­schutzpfades von vornherein vorgesehen werden. Dabei muß besonders darauf hingewiesen werden, daß bei der Herstellung solcher Pfade auch unge­lernte Arbeiter in großer Zahl eingesetzt werden können, und daß

die Verwendung von Arbeitskolonnen in der frischen Cuff des Waldes auch eine gesundheit­liche Förderung des Arbeitsdienstwilligen oder Arbeitsdiensfpslichtigen.

verspricht. Nach verschiedenen Richtungen hin also wäre die Anlegung von Wanderschutzpfaden von segensreicher Wirkung, und es erscheint als nicht nur dringliche, sondern auch lockende Aufgabe für Reich, Länder und Gemeinden, sich für die Ver­wirklichung des Gedankens der Wanderschutzpfade einzusetzen.

K K Schmidt.

wird vertieft, Stoffwechsel und Nervensystem werden angeregt und erfrischt. Wiederholte kühle Duschen bilden eine wohlige Erquickung.

Jedoch sind Sonnenbäder, in zu hohen Dosen ge­nommen, für Kranke wie für Gesunde schädlich, be­sonders wenn der unbekleidete Körper lange Zeit über der Sonne nicht ausgesetzt war. Hier muß man durch allmähliche Gewöhnung die Haut und den Or­ganismus zum schadlosen Vertragen großer Mengen von Sonnenstrahlen bringen. Die ersten Sonnen- bäder sollen nicht mehr als 10 Minuten dauern und dann langsam, je nach der Erträglichkeit, gesteigert werden. Herzklopfen, Augenflimmern, Schwindel- gesühle, Kopfschmerzen u. dgl. sind unbedingte An- Zeichen dafür, daß das Sonnenbad sofort unterbro­chen wird. Die der Sonne ungewohnte Haut beant­wortet die brüske und zu lang dauernde Einwirkung der Sonnenstrahlen mit einem Sonnenbrand, der allerdings meist erst Stunden nach Beendigung des Sonnenbades oder gar am folgenden Tage einfetzt. Eine allmähliche Steigerung der Sonnenbäder ge­währt der Haut die Zeit, um schützenden braunen Farbstoff au bilden, der das Auftreten heftiger Hautentzündungen verhütet.

Unbedingt Inuß das Gehirn im Sonnenbad durch Hüte, Tücher und dergleichen vor der unmittel­baren Bestrahlung geschützt werden. Ebensowenig darf man die Augen dem grellen Sonnenlicht aus- setzen. Beim Lesen im Sonnenbad lege man die Buchseite in den Schatten, oder man setze eine dunkel­farbige Brille auf. Wenn auch gesunde Menschen oernünftig betriebene Sonnenbäder ohne weiteres nehmen können, so sollten kranke Personen nur nach Einholung ärztlichen Rates Sonnenbäder nehmen. Und auch bei Kindern wird die Mutter besondere Vorsicht walten lassen müssen!

Wirtschaft.

Oer Reichsbankstatus Mitte Juni.

Berlin, 17. Juni. (WTB. Funkspruch.) Bach dem Auszug der Reichsbank vom 16. Mai hat sich in der verflossenen Bankwoche die gesamte Ka­pitalanlage der Bank lum Wechseln, Lom­

bards und Effekten um 38,5 Millionen auf 3480,5 Millionen Mk. verringert. Im einzelnen ha­ben die Bestände an Handelswechseln und Schecks um 17,6 Millionen auf 3041,6 Millionen Mk., die Bestände an Reichsschahwechseln von 24,2 Mil­lionen auf 40,8 Millionen Mk., und die Effek­tenbestände um 0,4 Millionen auf 319,9 Millio­nen Mk. abgenommen, die Lombordbestände um 3,7 Millionen Mk. auf 78,2 Millionen Mk. zugenom­men

An Reichsbanknoten und Renten­bankscheinen zusammen sind 86,2 Millionen Mark in die Kassen der Reichsbank zurückgeflossen, und zwar hat sich der Umlauf an Reichbanknoten um 88,6 Millionen auf 3284,0 Millionen Mk. ver­ringert, derjenige an Rentenbankscheinen um 2,4 Millionen auf 383,2 Millionen Mk. erhöht. Der Umlauf an Scheidemünzen nahm um 58,8 Mil­lionen auf 1379,1 Millionen Mk. ab. Die Be­stände der Reichsbank an Rentenbankscheinen ha­ben sich dementsprechend auf 25,7 Millionen Mk. ermäßigt, diejenigen an Scheidemünzen auf 297,5 Millionen Mk. erhöht. Die fremden Gelder zei­gen mit 404 Millionen Mk. eine Zunahme um 24,8 Millionen Mk.

Die Bestände anGold und deckungs- sühigen Devisen haben sich um 86,8 Mil­lionen auf 348,9 Millionen Mk. verringert. Im einzelnen haben bie Goldbestände um 87,4 Millionen auf 263,9 Millionen Mk. angenommen und die Bestände an deckungssähigen Devisen um 0,6 Millionen Mk. aus 85,0 Millionen Mk. zu­zugenommen. Die starke Abnahme der Deckungs­bestände hängt in der Hauptsache mit der Teil­rückzahlung aus dem über die deutsche Golddis­kontbank aufgenommenen Bereitschaftskredit zu­sammen.

Die Deckung der Roten betrug am 15. Juni nach Abzug der noch bestehenden kurzfristi­gen Devisenverpflichtungen in Höhe von 28 Mil­lionen Dollar 7,6 Prozent gegen 7,3 Prozent am Ende der Vorwoche.

Frankfurt still.

Frankfurt, 17. Juni. (WTB. Drahtmeldung.) An der Wochenschlußborse konnte sich infolge der nur schwachen Publikumsbeteiligung kein nennenswertes Geschäft entwiaecn, ooch war die Stimmung im An­schluß an die Abendbörse weiterhin etwas freund­licher, wobei der Abschluß der Stillhalteverhandlun- gen und die aktive Außenhandelsbilanz etwas nach­wirkten. Etwas Anregung ging auch von der festen Haltung der Reichsmark aus, daneben werden die Londoner Verhandlungen weiter optimistisch beur­teilt. Gegenüber der Abendbörse war die Kursgestal­tung zwar recht uneinheitlich, es überwogen aber meist leichte Besserungen von 0,50 bis 1 v. H. Schwächer eröffneten nur Akkumulatoren Berlin mit minus 3 v. H., während die übrigen Elektro­aktien durchweg etwas fester einsetzten. Bekula waren mit plus 1,13 v. H. mehr erhöht. Am Chemiemarkt lagen IG. 0,50 und Deutsche Erdöl 1 v. H. höher, wogegen Scheideanstalt 1 und Metallgesellschaft 0,50 o. H. anzogen. Montanaktien blieben vernachlässigt und lagen eher etwas niedriger, nur Harpener eröff­neten um 1,50 v. H. fester. Hoher lagen außerdem Reichsbank mit plus 1,25 v. H., Zement Heidelberg mit plus 1 o. H., Deutsche Linoleum und Conti- gummi mit je plus 0,50 v. H.

Am Rentenmarkt zeigte sich erneut Kauf- interejje für Deutsche Anleihen, besonders für die Altbesitz- und Schutzgebietsanleihe, die um 0,50 bzw. 0,30 v. H. fester lagen. Der Pfandbriefmarkt ten­dierte bei kleinsten Umsätzen uneinheitlich. »

Auch auf der 3 Tage Harz-Fahrt, der schwersten aller Zuverlässigkeits- und Geländeprüfungen, haben die bewährten Erzeugnisse der größten Auto­mobilfabrik Deutschlands aufs Neue ihre robuste Widerstandskraft, ihre unermüdliche Leistungsfähigkeit und erprobte Sicherheit bewiesen.

<o 3 \ Nil/

Bade in Lust und Gönne!

Die Verlobung ihrer Tochter

Ursula

mit Herrn

Dr. med. Günther Friedrich

geben bekannt

Major a. O.

Hans v. Eisenhart'Rothe und Frau Marga, geb. Tielecke

Gießen, Ludwigstraße 61

18. Juni

Meine Verlobung mit Fräulein Ursula v. Eisenhart-Rothe beehre ich mich anzuzeigen

Dr. med. Günther Friedrich

Assistenzarzt

am Pathologischen Institut Gießen

Gießen 1933 ........................ «019 D

Statt Karten!

Oie Verlobung ihrer Kinder

Edith und Rudolf

zeigen an :

Adolf Falkenftein u. Frau Fohanna, geb. Müller Studienrat

Professor Georg Äörftel und Frau Ottilie, geb. Lind

Gießen

18. Juni

Meine Verlobung mit Fräulein Edith Falkenftein beehre ich mich anzuzeigen Rudolf Äörftel staatlich geprüfter Dentist

Gießen

1933

Rodheim a. d. L. und Hohensolms

d68-D

Mariechen Rohrbach Franz Stroh Verlobte

Gießen, den 17. Funi 1933

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