Ausgabe 
16.12.1933 Zweites Blatt
 
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Aus Oer provlnzialhaupiftadf.

Adventsbräuche

Die Adventszeit ist als DorbereUunaszeit, als ein« Zeit froher Erwartung für das Weihnachtsfest an- zusehen. Um echte Weihnochtsstimmung in den -er­zen der Menschen zu erwecken, find die mannigfäl- tigsten Gebräuche entstanden, die in Stadt und Land, in -aus. Schule und Kirche immer mehr Ein­gang gefunden haben. Sie beschränken fick) meist auf eine Art Zimmerschmuck, der in den verschiedensten Arten vorkommt und nur geringe Vorbereitungen und Kosten erfordert.

Der bekannteste und am meisten zu beobachtende Adoentsschmuck dürfte wohl der Adventskranz sein, der aus Tannengrün am geeignetsten aus Edeltannen, da sie die Nadeln nicht fassen lassen hergestellt, mit roten Bändern umwunden und mit Perlen, Glocken, Tannenzapfen, Kerzen oder der­gleichen, je vier an der Zahl, verziert sind. An der Decke, ost auch über der Zimmerlampe aufgehängt, wird an jedem folgenden Adoentsonntag ein weite­res Licht gewöhnlich in der Zeit der Abenddämme­rung angezündet.

Neben den Adventskränzen kommen die A d - ventsständer und leuch ter von Jahr zu Jahr mehr in Gebrauch Ein einfaches, zweiarmiges

Das schönste Geschenk zu Weihnachten?

OieZrvölferkarte" zum Besuch des Stadttheaters!

-o-geftell wird mit Tannenreis zierlich umkleidet, aus dem fünf nach oben stehende Drahtenden hervor- schauen.Auf diesen werden Lichtchen befestigt,immer je zwei in der gleichen -öhe, das fünfte steht mitten am höchsten.

-ier und da kann man auch bei uns schon besonders ift dies aber in Norddeutschland der Fall beobachten, daß kleine Tannenbäumchen als A d ° ventsbäumchen in einen Blumentopf gepflanzt und mit Christbaumschmuck behängt sind. An jedem Abend erhellen die daran brennenden Lichtchen den Raum.

Eine weniger verbreitete, aber nicht minder stim­mungsvolle Adventssitte ist das Aufhängen einer aus Tiarienglas hergestellten, einer Christrose täu- schend nachgebildetei? Adventsrose. In ihrem Innern ist eine einfache Beleuchtungsvorrichtung an­gebracht, die gewöhnlich aus einer Kapsel, die mit Hartspiritus gefüllt ist, und einem Docht besteht. Wird der Spiritus anpejünbet, so erglüht die Ad­ventsrose und wirst einen eigenartigen Schein in das Zwielicht des Zimmers.

In manchen Gegenden werden heute noch große, rotbackige Aepfel mit roten Bändern auf Tannen- zweigen befestigt. Oben auf dem Apfel verteilt man vier ober fünf Chr stbaumlichter, bie man in gleich­mäßig verteilte Lecher senkt. Es bietet einen wunder­baren Anblick, wenn so viel Aboent säpfel auf dem Tische leuchten, als etwa Familienmitglieder vorhanden sind

Vielfach sieht man auch statt des Adoentskranzes, bcr Ständer ober der Aboentsrosen die sogenannten Adventshäuscheir, deren Fenster mit rotem Papier verklebt sind Die im Innern aufgestellten Kerzen finden in derselben Weise Verwendung, wie bei dem oben erwähnten Adoentsschmuck. Am -ei­ligen Abend wird das Tor des -äuschens geöffnet, und dahinter erscheint ein im strahlenden Lichter­glanz schimmerndes Weihnachtsbäumchen, das un­ter dem Gesang der allen, herrlichen Weihnachts­lieber von jung unb alt bie -erzen ber Kinber, wie auch der Erwachsenen erhellt. Die Adventsglocken klingen unb läuten bie beutsche Weihnacht ein!

Siehe, id) verkünoe Euch große ftrcuöc!*

So lautet bie roeltbcglüdenbe Engelsbotschaft, das ift ber Weihnachtsgruß! In unserem beutschen Vaterland gibt es aber manchen, dessen Ohren und -erz für diesen Gruß taub sind, denn ihn bedrücken schwere Sorgen um seine Familie, er hat noch keine Anstellung aefunben, er sucht noch verzwei- feit noch Verdienstmöglichkeit.

Arbeit, Arbeit'." Das wäre für ihn bie schönste Weihnachtsbotschaft. Unfer Volkskanzler hat alle möglichen Mittel unb Wege gesunden, um jedem auch noch so armen Deutschen eine frohe Weih­nacht zu schenken. Aber wollen wir da nur als Nehmende untätig zuschauen? Ist es nicht unsere heiligste Pflicht, unserem Führer bei seinem großen Werk in tätiger Mithilfe beizustehen?

Der einzelne kann vielleicht nicht viel zum Wohle des Ganzen beitragen. Aber da gibt es bie große nationalsozialistische Arbeitsbeschaffungs-Geldlotterie, die mit Eine-Mark-Losen es jebem leicht macht, sein helfenbes Scherslein zu spenben.

Was für fröhliche Weihnachten würben wir alle feiern können, wenn unseren noch arbeitslosen Brudern unb Freunden bie frohe Botschaft einer gutbezahlten Arbeitsmöglichkeit zuteil würbe?

Das Los bringt aber noch andere Freuden: Es kann den -auptgewinn von 1OOOOO Mark erzielen, 1,5 Millionen Mark werden verlost!

Ain 29 und 30. Dezember ist bie Ziehung, unb man versäume nicht biesen wichtigsten W e t h - nachtseinkaus!

13om Büchcrschenker.

Das große deutsche Schicksalsjahr 1933, das Jahr der Wende, ber Befreiung unb bes Aufbruchs be­schert uns zum erstenmal feit langer Zeit einen weihnachtlichen Gabentisch, auf bem sich d a s d e u t- I d) e Buch nicht eines Alchenbrödelbafeins zu schä­men braucht Die Kerzen des heiligen Baumes wer- den nicht über Angebinden von Prunk unb Reich- tum funkeln, aber in ihrem reineren Licht erweist es sich, bah wir dennoch reich geblieben, ki reich erst jetzt geworden sind: aus unserem Schicksal, aus 'm - au» unserem Glauben Die Bücher der Tucholsky, Feuchtwanger. -einrich Mann und ihresgleichen, die noch vor Jahresfrist breit und schmähend unter manchem Weihnachtsbaume lagen, entbehren wir mit Lust und Dankbarkeit. Zum erstenmal ist die weihnachtliche Bücherwelle nicht breit unb trübe, sondern wieder ein klarer, reiner Strom, ber zum -erzen fließen bars Die deutschen Verleger haben zu ihrer völkischen Verantwortung, die Dichter zu ihrer Berufung jurüdgrfunben. Nun liegt es an uns, diese neue Saat in die -erzen recht vieler Volksgenossen zu senken und ab tausendfäl­tige Frucht ber deutschen Wandlung auf geben zu Janen.

E» gibt kein anderes ©riehen t das mie das Buch immer und an «eben bargebracht werden kann, den nächsten Angehörigen, dem nahen Freund«, wie dem

Bitte der hessischen Regierung!

Das Staabpreifeamt Wit mit. Dl« gesamt« Be­völkerung Hessens, insbesondere derjenige Teil, der noch ein eiaigermaßen annehmbares Einkommen hat, wird herzlichst gebeten, sich zum weih- aachlsfeste der Aermsten der Armen, insbesondere der filaber dieser dadurch auzunehmen, daß ihnen am Weihnachtsabend ein mit weih- nachtsgebäck geschmücktes Bäumchen und viel­leicht warme Kleidungsstücke nfw. per­sönlich vom Geber oder seinen Kindern überbracht wird.

Wenn jede nationalsozialistisch eingestellte Jami­lle, die noch etwas von ihrem Einkommen erübrigen kann in erster Linie höhere und obere festbesol- bete Beamte, bnrch Nachfrage beim Winker- hilfswerk, bei ben Wohlfahrtsämtern, Fürsorgestellen (Gemeinbeschwester ufro.) sich eine bebürftige Jamllie namhaft machen läßt unb sich ber Mühe unterzieht, diese in ihrer Wohnung a u f; u s u ch e n , dann bin ich überzeugt, daß auf der Geber- und der Nehmerseite gleichgroße Freude erzeugt wird.

hier zeigt sich die wahre, von jedem Kastengeist befreite Nächstenliebe, die einen Eckpfeiler alles nationalen unb zugleich sozialen hanbelns bil­det und die die Grundlage für die Volksge­meinschaft Im nationalsozialistischen Staate darstellt. Deshalb bitte ich nochmals alle diejenigen Volksgenossen, bie eine echte Volksgemein­schaft im nationalsozialistischen Staate herbeiführen wollen, unmittelbar z u r Tat zu schreiten, froh aller zu lelffenben sonstigen Spenden, insbesondere für das Winterhilfswerk und die NS.-volkswohl- fahrt.

packt Weihnachtspakete!

Es wird an diesem Weihnachtsfest eine Selbstver­ständlichkeit sein, daß in jeder Familie der brennende Lichterbaum steht. Es muß aber auch selbstverständlich sein, daß unter jedem

hast du schon dein pakenkind? wenn nicht, bann melde dich sofort bei dem Winterhilfs­werk.

Denkt andenZwiltingspfennig! von jeder Mark gibt der Käufer unb Verkäufer mindestens einen Pfennig, wenn jeder auf die Durchführung achtet, kann wieder viel Not gelindert werden.

Baum eine Gabe liegt, unb wenn sie noch so klein wäre. Wißt Ihr noch, mit wieviel Sorgfalt Ihr während des Krieges Liebesgaben an die Front schicktet? So schickt auch jetzt Eure Weihnachtspakete an die Front der deutschen Not! Packt ein, was Ihr könnt! Lebensmittel, Kleider, Spiel­zeug alles was brauchbar und gut ift. Dann liefert Eure Pakete an bie Winterhilfe ab, ober laßt sie burch Eure Kinder überbringen, denen das eine große Freude macht. Vergeßt aber nicht, ein Inhaltsverzeichnis auf das Paket zu kleben, bamU die Winterhilfe weih, was darin ist, und die Pakete entsprechend verteilen kann. Denkt immer an die Parole: Jedem Deutschen eine Weihnachtsfreude l

Kundschaft und Verkäuferin.

23on d. Oulfer, Verband der weiblichen Angestellten.

Die wahre Gesinnung zeigt sich darin, wie man sich in den kleinen alltäglichen Dingen zu den Mit­menschen verhält! Dien st am Kunden ein oft gebrauchtes Wort, das eine Selbstverständ­lichkeit ausbrürft für jeden Stand, ber auf biefem ober jenem Gebiet zu tun hat. Am meisten ist bies wohl beim ftaufmannsftanb ber Fall.

Was ist hier nicht alles Dienst am Kunben: bie gefällige, übersichtliche Auslage im Schaufenster, die freundliche Frage nach bem Begehr beim Betreten bes Geschäftes, das bereitwillige -inführen zu den gewünschten Waren, bie Vorlage einer genügenben Auswahl, bie sachkundige Beratung, das geduldige Eingehen auf alle Wünsche unb Fragen unb schließ- sich auch eine verbinbliche Verabschiedung beim Nicht- Zustandekommen des Kaufes.

Das alles ist Dienst am Kunden, ohne den kein Kaufmann fein Unternehmen oorroärtsbringen kann. Seine Angestellten find in diesem Sinne geschult. Der kleinste Verstoß gegen diese Regeln des Kunden­dienstes rächt sich bei ihnen oft bitter.

wie ist es nun aber mit der anderen Seile, mH

der Kundschaft selbst, bestellt?

Ihr Verhalten beim Einkauf unterliegt keiner Kon­trolle, unb doch gibt es auch hier ungeschriebene Ge- etze, gegen bie eigentlich kein Käufer ungestraft ver- toßen sollte. Genugsam bekannt ist es, baß es Men- chcn gibt, bie ein Geschäft betreten, ohne überhaupt eine klare Vorstellung von bem zu haben, was sie kaufen wollen und stundenlang ben Gang des Ge­schäftes aufhalten, und andere wieder, bie sich zwar rasch entschließen, bie gründliche Ueberlegung aber erst nach dem abgeschlossenen Kauf zuhause folgen lassen und bann nach einigen Tagen roieber zum Umtauschen erscheinen.

Am unangenehmsten fallen aber gerade b i e Kunben und Kundinnen auf, die in der Verkäuferin einen Menschen zweiter Klasse sehen und sie danach behandeln Sie wissen nichts davon, daß sie es mit einem Menschen zu tun haben, der gewissenhaft seine Berufspflichten erfüllt, sie wissen nicht, was es heißt, den ganzen Tag unermüdlich auf den Füßen zu fein und der Kundschaft immer ein freundliches Gesicht zu zeigen, ein paar freundliche Worte zu sagen, ganz gleich wie der Betreffenden dabei innerlich zumute sein mag Sie wissen noch weniger, über welche Warenkenntnisse bie Verkäuferinnen verfügen, welche Schulung sie durchgemacht haben, um ihren Posten gut ausfüllen zu rönn n Dies alles wissen solche Menschen nicht Sie wissen nur bas eine, daß sie Geld im Portemonnaie haben, für das sie sich Ware kaufen können, bie ihnen gefällt. Der Mensch, der ihnen diesen Kaus vermittelt, geht sie nichts - an. Er ist dazu da, sie zu bedienen, und ihre jeweilige schlechte Laune vielleicht auch noch über sich ergeben zu lassen

Der neue Staat hat alle schaffenden Deutschen in der Deutschen Arbeitsfront zusammengeschlossen. Zu ihnen gehört auch die Verkäuferin, deren Stand genau so wie ber Stanb bes Arbeiters in der ver­gangenen Zeit unter einer allgemeinen Geringschät­zung zu leiben hatte. Auch heute noch treibt ber Standesdünkel gerade in der Begegnung zwischen Publikum und Verkäuferin die schönsten Blüten. Ihm gegenüber steht ber berechtigte Standesstolz der Verkäuferin.

Die gelernte Verkäuferin ist stolz auf ihren Be­ruf. Sie fühlt sich mit Recht als ein wichtiges Glied in der gesamten Volkswirtschaft, denn sie ist die Beraterin eines großen Publikums beim Wareneinkauf.

Ihre Sachkenntnis, ihr Urteil, sind meistens aus­schlaggebend dafür, daß die gute gediegen gearbeitete Ware anstelle besser scheinenden Tandes Eingang in die deutsche Familie findet, daß d e u t s ch e Er­ze u g n i s s e ausländischen vorgezogen werden. Die Verkäuferin liebt ihren Beruf um seiner Lebendigkeit willen. Sie liebt bas Kommen unb Gehen, das immer Gerüstetsein auf neue, an­ders geartete Ansprüche, die an sie gestellt werden. Ihr macht auch die Verwaltung der ihr anoertrau- ten Ware Freude, der sie ihre ganze hausfrauliche Sorge zuwendet. Aus dem Bewußtsein des Wertes ihrer Arbeit heraus verlangt die Verkäuferin mit Recht Achtung für ihren ganzen Stand, und das ganz besonders in der heutigen Zeit, die unser gan­zes Volksleben auf bie ©runblage ber Gemeinschaft gestellt hat.

Ls gibt noch immer allzuviele Menschen, die es noch nicht begriffen haben, daß ihre wahre Gesin- nung unb ihre Stellung zur Volksgemeinschaft sich nicht in lauten Kundgebungen und Versiche­rungen äußern, sondern in der Art, wie sie sich in der Erledigung der kleinen alltäglichen Dinge erweisen.

Dazu gehört auch der Wareneinkauf. Gerade in ben jetzigen Wochen vor Weihnachten werben viele Menschen häufiger Geschäfte betreten, als zu anberen Zeiten bes Jahres, unb die Kundschaft wird sich hier unb da etwas beim Einkauf gedulden müssen, aber niemand laste deshalb beim Umgang mit bcr Verkäuferin, die allen gerecht zu werben bestrebt ift, ben Grunbsotz der Verbundenheit aller in unserem Volke außer acht unb behanbele sie vor allem nicht so, wie er selbst niemals behandelt zu werben wünscht. Dies wirb allen gleichmäßig zu- gute kommen: der Kundschaft, bem Geschäft und ber Verkäuferin.

flüchtigen Bekannten, als Gabe der Verehrung und der Liebe. Am nächsten kommt ihm noch die Blume, aber ihr mangelt für bas Gefühl bes Beschenkten oft ber Wert, ben ein Buchgeschenk freilich auch bann erst ganz besitzt, wenn ber Schenkenbe es nicht Derftänbntslos wählt, sonbern wenn es von bem liebevollen Eingehen auf Geschmack, Bedürfnis und Wesensart des Beschenkten zeugt, -ierbei Be­rater und -elfer zu fein, betrachtet der verantwortungbewußte Buchhänd­ler als seine vornehmste Ausgabe, und niemand wird unzufrieden einen Buch­laden verlassen, der sich solcher -ilfe anoertrckut.

Mit dem geschenkten Buch können wer, ost besser al» mit Worten, einem anderen Menschen etwas von dem sogen, was wir zu liesst in uns tragen, und dem wir als wortgeworbener Erkenntnis auf einem Buchblatt begegneten, wenn es lange unaus­gesprochen in unserem Unterdewuhtsein schlummerte. Das Buch vermag zwei räumlich getretennte Men­schen so zu oerbinben, daß sie sich immer roieber darin begegnen, wenn sie es zur -and nehmen; es läßt, ausgetauscht in hin unb her roanbernber Kette Menschen, die Jahre lang getrennt leben, dennoch miteinander verbunden bleiben, ost mehr, als durch ben brieflichen Austausch von Togesklatsch bewirkt wird Mit bem Buchgeschenk können gereifte und starke Menschen schwächere, jüngere unmerklich und zart leiten, können Dinge gesagt werden, bie, von Mund zu Mund, ohne Verletzung zarter Schranken, stch oft nicht lagen lasten Da« geschenkte Buch kann Freude In trübe -erzen, Ernst in gar zu oberflädj- I liebe tragen, es kann bie engen Wände des Kran- I kenzmimer» fo weit machen, baß sie bie ganze West 1 umspannen, kann dem Reisefehnjüchttgen. ben das

Schicksal an der Erfüllung dieser Sehnsucht hindert, die ganze Welt aufschiießcn, und kann den heimat- fremd Geworbenen zurückführen in das Land und die Seele seiner Kindheit.

Das geschenkte Buch ist ein Zauberstab, ber alles vermag, wenn es sorgfältig ausgcroählt, nicht ge- dankenlos und lieblos gekauft wird Dann ift es ein Reichtum, ben wir gerabe zur Weihnachtszeit mit vollen -änden ausstreuen sollen und können, überall da, wo wir etwas schenken dürfen.

Weihnachten im (Stabttheater.

Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben:

Um ben Theatersreunben möglichst frühzeitig Ge­legenheit zu bieten, die Frage:Wie verbringe ich bie Festtage?" zu klaren, gibt die Intendanz bereits heute Den für die Weihnachtsfeiertage an- gesetzten Spielplon bekannt:

Sonntag, 24. Dezember, als Austakt zum Fest um 15 Uhr, das luftige Märchenspiel:Schnee­weißchen und Rosenrot" unter der Spielleitung von KarI B o I ck: musikalische Leitung Franz K erzi » nik, Beweaungs- und Tanz-Regie -annah Spohr. Ende Der Vorstellung: 17 30 Uhr Kleine Preise von 0,30 bis 1,50 Mk. Für ben ersten Weihnachts­feiertag, Montag 25. Dezember, hat bie Intendanz die (Erftaufführung der Operette:Anneliese von Dessau^ von Keßler und Winterberg angesetzt. Lei­tung: -ud Cu j< Spohr Die Erstauf­führung ist außer Abonnement und zu ermäßigten Dperettenpreifen Spieldauer von 19 bis 22 Uhr

Für den zweiten Weihnachtsfeiertag, Dienstag, 26. Dezember, steht ber Theater-Splelplan für 15 Uhr eine Wiederholung bes luftigen Märchen- spiel»schneeweißch'-n unb Rosenrot" vor zu klei­nen Preisen von 0,30 dis L50. Ende 17.30 Uhr.

Um 19 Uhr kommt bie Operette des Altmeisters Johann StraußWiener Blut" (Leitung W r e b e Cuje BäuIke) zum letzten Mal zur Auffüh» rung. Die Veranstaltung ist außer Abonnement und zu Deinen Preisen von 0,50 bis 2,50 Mk. Ende 2130 Uhr.

Der Kartenvorverkauf für bie Weihnachtsfeiertage beginnt ab Sonntag, 17. Dezember, während der Kassenstunden.

Achtung Bezugsscheine!

Vom Wohlfahrtsamt der Stadt Gießen wird uns milgeteilt:

Die Ausgabe der zweiten Rate der Bezugs­scheine für Braunkohlenbriketts für die Arbeitslosen- unb Krisenunterstützungsempfänger unb für bie verschämten Armen erfolgt am

Dienstag, dem 19. Dezember 1933, für die Buchstaben A bis K.

Mittwoch, dem 20. Dezember 1933, für die Buchstaben L bis Z.

in der Zeit von 8.30 bi» 12 Uhr unb von 15.30 bis 17 Uhr,

unb zwar nicht, wie bei ber ersten Ausgabe, Gar­tenstraße 2, Zimmer 13, sonbern im ehemaligen Säuglingsheim, Wetzsteingaste. Ausweise finb mit- zubringen.

Braugersten» und Weizenschauen.

Die Landesbauernschaft -esten-Nassau, -auptab- teilung II, teilt folgendes mit:

Die Qualitätsfrage bei Getreide gewinnnt mehr unb mehr an Bedeutung. Es ist daher notwendig, dieser Frage künftighin größeres Augenmerk zu schenken. Bei 'Braugerfte wurde die Qualität schon immer mehr berücksichtigt, al» bei allen übrigen ©e- treibearten, insbesondere wurde hier zur Beurtei­lung auch der Ciweihgehalt herangezogen. Nachdem es nunmehr bei Weizen gelungen ift, durch Anbau ertragreicher Sorten unb flächenmähige Ausdehnung des Anbaus den Bedarf vollkommen durch bi« In- landser,Zeugnisse zu becken, ist es an ber Zeit, auch hier die Qualitätsfrage mit in den Rohmen der Be­urteilung zu ziehen. Allerdings ist die Beurteilung der inneren Werteigenschaften bei Weizen nicht so einfach, wie bei Braugerste. Während bei Brau­gerste der quantitative E'weißgehalt bei bcr Be­urteilung allein ausschlaggebend ist, spielt bei Wei­zen bie Qualität bes Eiweises bzw. Klebers unb fein Verhalten beim Backprozeß eine welentliche Rolle.

Um bie Praxis mit ben Maßnahmen zur Quali­tätserzeugung unb den Anforderungen, die an Qua­litäts-Gerste bzw. -Weizen gestellt werden, oertraut zu machen, veranstaltet bie Landesbauernschaft -es- sen-Nassau, -auptabteilung II, im Einvernehmen mit ben zuständigen Stellen des -andels und der verarbeitenden Industrie im Laufe des kommenden Monats einige Braugersten» unb Weizenschauen, verbunden mit Preisbewerd Anschließend an die Schauen werden Vorträge über die einschlägigen Fragen erstattet.

Die Bauern fordern wir auf, sich durch Beschickung der Schauen recht zahlreich an ben Veranstaltungen zu beteiligen. Die für bie Schauen bestimmten Brau- gersten- bzw. Weizenproben (Winter- und Sommer- weizen), bie der Verkaufsware entsprechen mästen, sind mit dem VermerkBraugersten- und Weizen­schau" im Gewichte von 5 Kilogramm an die für die einzelnen Schauen nachbenannten Adressen bal­digst. spätestens bis zum 1 fjartunq (Januar) 1934 einzufenden. Jeder Probe sind folgende Anoaben beizufügen: Nome unb Wohnort bes Ausstellers, Sorte und Absaat des eingesandten Muster». Menge ber verfügbaren Verkaufsware.

Die Schauen finden statt: Für bie Provinz Starkenburg in Darm ft ab t. Ausstellunns- proben sind zu senden an: Landesbaueritichaft -es- sen-Nassau, -auptabteilung II, Landwirtschaftsamt Darmstadt.

Für die Provinz Oberhessen in Gießen. Ausstellunasproben sind zu senden an: Landes­bauernschaft -essen Nassau -auptabteilung N, Land- wirtichaftsamt Gießen.

Für die Provinz Rheinhessen in Alzey. Ausstellungsproben sind zu senden an: Landes- bauemfthaft -esten-Nassau, -auptabteilung H Landwirtschaftsamt Alzey

Genauer Zeitpunkt unb Lokal der jeweiligen Ver­anstaltung werben rechtzeitig noch bekanntgegeben.

Tie c Winker ab Neujahr.

Bekanntlich treten mit dem 1. Januar 1934 die neuen Bestimmungen über Fahrtrichtungsanzeiger in Kraft, nach denen insbesondere nur noch gelb­rotes Licht Verwendung finden darf, währ-nd bas Schluß- und Stopplicht rot bleibt Ferner sind nicht mehr zulässig die sog. Kapselwinker unb bie um eine mittlere Achse brehbaren Pfeile.

Zusammenfassenb ift, wie der Reichsausschuß der Kraftoerkehrswirtschaft <RAK. metteilt, zu lagen, daß der Winker hinsichtlich der Bauart in eingelchal- teiem Zustand an derjenigen Seite des Kraftfahr­zeugs erscheinen muß, nach der abgebogen werden soll, daß er in eingeschaltetem Zustand den Umriß des Kraftfahrzeuges verändern muß, unb daß er nur gelb-rotes Licht haben barf.

-insichtlich der Anbringung muß der Winker in eingeschattetem Zustand für den Fahrer unmittel­bar oder mittelbar (d H. z. B mit -ilfe eines Spie­gel») wahrnehmbar, in eingefthalt-tem Zustand von vorn und hinten sichtbar unb in ausgeschaltetem Zustand unsichtbar sein.

Gießener rsochenmarttpreise.

* Gießen, 16. Dez. Auf dem heutigen Wochen­markt kosteten. Landbutter, bas Pfund 1,40 Mark, Kochbuttcr 1,20 Mark, Matte 20 bis 25 Pf Käse, bas Stück 4 bis 10, Eier (inlänbische) 15, Wirsing das Pfund 12 bis 15 Weißkraut 8 bis 12, Rotkraut 12, Selbe Rüden 10 bis 12, Rote Rüben 10. Spinat 18 bis 20, Unterkohlrabi 6 bis 8, Grünkohl 15 bis 20, Rosenkohl 30 Pf., Feldsalat 1 bi» 1 20 Mark, Zwiebeln 8 bis 10 Pf. Meerrettich 30bis50, Schwarz­wurzeln 30, Aepfel 12 bis 20. Rüste 40 bis 45. junge -ähne 70 bi» 75, Suppenhühner 65. Gänse 70 bis 75. Tauben, das Stück 45. Blumenkohl 35 bis 50, Endivien 5 bis 15 Lauch 5 bis 10, Rettich 5 bis 20, Sellerie 10 bis 20 Pf.

Aornotizen.

Tageskalender für Sam » tagt Sladttheater, 20 bis 22.30 Uhr:Wiener Blut". Turmhaus am Brand. 16 bis 18.30 Uhr: Kunst­ausstellung. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, 14.15 Uhr:Rotkäppchen" unbDos Waldhaus": ab 16 Uhr:Die schönen Tage in Aranjuez". Astoria» Lichtspiele, Seltersroeg: .Lumpenkaoaliere"

Tageskalender für Sonntag: Stadttheater, 19 bis 22 Uhr:Die luftige Witwe". Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, 14 Uhr:Rot­käppchen" undDos Waidhaus": ab 15 UhrDi« schonen Tage in Aranjuez". Astorio-Lichtspieie, Seltersroeg: ..Lumvenkavaliere". Turmhaus am Brand. 11 bis 13.30 Uhr, Kunstausstellung. Bund für christlich-evangelische Erziehung in -aus