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16.12.1933 Drittes Blatt
 
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Kr. 295 Drittes Blatt Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen)8amstag, 16. Dezember 1955

Der Zesuch des ReichMatthalters beim Gießener SWerlorps.

Am Donnerstag weilte wie gestern schon berichtet der Herr Reichsstatthalter Gauleiter Spren­ger in Begleitung des Herrn Staats­ministers Jung und einiger wei­terer Herren als Gast beim Offizier­korps des 1. Bataillons Infanterie- Regiments Rr. 15 in Gießen. Unser nebenstehendes Bild zeigt den Herrn Reichsstatthalter inmitten des Offi­zierkorps. Vordere Reihe von rechts nach links: Staatsminister Jung, der Bataillonskommandeur Major von Wachter, Reichsstatthalter Gauleiter Sprenger, General­major a. D. Fritz, der Landes- Polizeiführer Oberstleutnant I a ° e o b s e n , der Personalreferent Di­rektor L o e w e r. (Aufnahme: Photo-Pfaff, Gießen.)

deren Träger sind die der Technischen Nothilfe auf das schärfste abgegrenzt. Ueberschneidungen sind da­durch vermieden. Durch Belassung der Technischen Nothilfe für bestimmte technische Aufgaben ist am besten eine sachgemäße Arbeitsleistung gewährleistet, verfügt sie doch über die praktischen Einsatzersahrun- gen, die benötigten zuverlässigen Fachkräfte und die in mühsamer Arbeit geschaffenen organisatorischen und technischen Einsatzunterlagen.

Trotz der äußeren Trennung der Organisation von den Organen des Staates und den nationalen Ver­bänden ist die Zusammenarbeit in allen wichtigen Fragen gewährleistet. Ihr

Verhältnis zum Staat ergibt sich aus der Bestimmung in den Richtlinien, in' denen das Aufsichtsrecht des Herrn Reichsmini­sters des Innern über die Technische Nothilfe und das Recht der dafür zuständigen staatlichen Organe geregelt ist, den Einsatz der Technischen Nothilfe anzuordnen und über den Umfang des Einsatzes zu entscheiden. Mit der Bezeichnung der Technischen Nothilfe alsMachtmittel des Staates" wird sie zu der Staatsführung in ein besonders starkes und enges Verhältnis gebracht.

Gleichzeitig ist aber für die f e ft e V e r a n k e - rung in ben nationalen Ä reifen, bie im Sinne bes nationalsozialistischen Staates als zuver­lässig gelten, gesorgt. Da nur Deutsche arischer Ab­stammung Nothelfer werben können, bie nach Ge­sinnung unb bisheriger Betätigung bie Gewähr da- für bieten, baß sie jeberzeit rückhaltlos für den na­tionalen Staat eintreten, ist eine innige Wechsel­beziehung zwischen ber Technischen Nothilfe unb bis­sen nationalen Kreisen geschaffen. Gerabe diese Be­stimmungen tragen wesentlich bazu bei, bie Tech­nische Nothilfe durch beren personelle Verankerung in ben nationalen Kreisen zu einem brauchbaren und unbebingt zuverlässigen Instrument bes national­sozialistischen Staates zu machen.

*

Oie Stellung der TN. im national­sozialistischen Staate.

Von pg. Dr. £. Röthenmeier, Reichswerbeleiier der Technischen Nothilfe.

Nachdem durch den vor kurzem erfolgten Erlaß neuer Richtlinien unter die Entwicklung der Tech­nischen Nothilfe' ein Schlußstrich gezogen ist, ist es angebracht, einmal die Stellung ber Technischen Nothilse im öffentlichen Leben und im national­sozialistischen Staate, wie sie sich jetzt nach der Neuregelung der Verhältnisse zeigt, klar zu um» reißen. Dabei kommt es darauf an, die für die Praxis entscheidenden Tatsachen kurz aufzuzeigen.

Zunächst ist festzustellen: in dieser, wie über­haupt in jeder anderen Beziehung, stellen die neuen Richtlinien den bedeutungsvollsten Markstein in der vierzehnjährigen Entwicklung ber Technischen Not- Hilfe bar. Die früheren Grunbsätze ber Neutralität unb Ueberparteilichkeit, die mit ben Zwecken ber Technischen Nothilfe im neuen Staat unb ihrer eigenen inneren Einstellung nicht vereinbar finb, sinb endgültig über Bord geworfen Wörden und an ihre Stelle die selbstverständliche

Unterordnung unter die Staatsführung und

Einordnung in ben Organismus des neuen Staates gesetzt worden.

Sichergestellt ist, daß in jeder Einzelfrage in Zu­kunft die Entscheidung durch die Erfordernisse der nationalsozialistischen Weltanschauung bestimmt wird.

Klares, bedingungsloses, mutiges Eintreten für den nationalsozialistischen S it ist die Vorbedin­gung für den weiteren Fortbestand der TN., engste innere Verbundenheit mit den nationalsozialistischen Kämpfern unb Zielen bie Voraussetzung für ihre erfolgreiche zukünftige Arbeit.

In biefem Sinne geht bie TN. im neuen Staate frisch ans Werk, ihrer befonberen Stellung unb

ihrer Verantwortung voll bewußt. Sie kann es um so leichter unb freubiqer, als bie nationale Einstel­lung ber in ihr oe^.nigten Kräfte trabitionett ist. Vom ersten Tage an ftanb sie im Kampfe gegen ben Bolschewismus, bestaub ihr Zweck in ber Be­seitigung von Notstänben, bie ihre Ursache in dem vom Marxismus geprebigten unb geförberten Klas­senkampf unb bem baburch heraufbeschworenen Kamps aller gegen alle hatten; verfolgte sie bas Ziel bes Wieberausbaues einer starken, selbstbewuß­ten deutschen Nation; verrichtete sie Dienst am Volk 14 Jahre hindurch und trat mit Wort unb Tat ein für bie vom Führer roieber zu Ehren gebrachten

Grundsätze.-Einer für alle, alle für einen" undGemeinnutz geht vor Eigennutz".

Wo die Technische Nothilse früher tatsächlich stand, steht mithin unverrückbar fest. Ihr Platz war dort, wo die nationalgesinnten Kräfte standen, wo der Wille zur Ordnung und Sauberkeit zu finden war, wo die aufbauwilligen deutschen Volksgenossen sich gegen die Kräfte der Zerstörung zusammenfanden. Mit ihren stets im Prinzip gleichgebliebenen Auf­gaben, Zwecken und Zielen ist

die TTL automatisch unb organisch als festes, dauerhaftes und zuverlässiges Glied der Staatssührung in den nationalsozialistischen Staat hineingewachsen.

Sie ist ein vom Staat beaufsichtigter, ihm unter­stellter, vom Vertrauen der nationalgesinnten Volksgenossen getragener, vom nationalsozialistischen Geist erfüllter, leistungsfähiger Faktor des öffent­lichen Lebens zur Beseitigung von nicht vorauszu- sehenden, das Leben der Bevölkerung ober bie Exi­

stenz des Staates bedrohenden öffentlichen Not­ständen. Was aber sagen die

Richtlinien der Technischen Nothilse darüber? Welche Funktion haben sie der Technischen Nothilfe im öffentlichen Leben und im neuen Staate zugewiefen?

Eindeutig und klar sind die Aufgaben festgelegt. Sie bestehen in der Beseitigung öffentlicher Not­stände in lebenswichtigen Betrieben einerseits unb in bem Gas- unb Lufschutzdienft andrerseits. Wenn es auch auf ben ersten Blick und bei oberflächlicher Betrachtungsweise so scheint, als ob ben ersteren

Aufgaben im neuen Staat keine befonbers große Bebeutung mehr zukomme unb bas Schwergewicht auf den letzteren liege, so entspricht eine solche Ansicht nicht dem Ergebnis einer gründlichen Prüfung. Wenn man von den laufenden, der Erhaltung und Festigung der Schlag- fertigten der TN. dienenden Vorbereitungsarbeiten absieht, so ist es außer Zweifel, daß keine der obigen Aufgaben deshalb an Bedeutung verliert, weil sie nicht laufend zu leisten sind. Man müßte sonst aus den gleichen Gründen die Notwendigkeit der Reichs­wehr ober gewisser Teile ber Polizei ober ber Feuer­wehr ober ber Sanitätskolonnen verneinen. Nicht durch die nicht regelmäßige ober nicht ununterbro­chen sich vollziehenbe Einsatztätigkeit wirb ber Wert unb bie Bebeutung ber Technischen Nothilfe be­stimmt, sondern durch die Tatsache, daß der, wenn auch vielleicht selten eintretende, Notfall einen für bas Leben ber Bevölkerung unb bie Existenz bes Staates entscheibenben Fall darstellt. Eine Daraus- schauenbe unb verantwortungsbewußte Staatsfüh­rung wirb es deshalb als ihre felbstverstänbliche Pflicht unb als eine unerläßliche Notwenbigkeit be­trachten, sich gegen solche Eventualitäten bestmög- lief) zu schützen. Was aber bas Aussetzen ber lebens­wichtigen Betriebe bebeutet, bas nicht nur durch Streiks ober Unruhen ober Sabotageakte ober höhere Gewalt verurfacht zu sein braucht, weiß jebermann. Unb ber Gas- unb Luftschutzbienst ist eine unbestreit­bare nationale Notwenbigkeit erster Drbnung.

Gegenüber anberen staatswichtigen Aufgaben unb

Weiteste Kreise ftanben bisher unb stehen auch heute hinter der Technischen Nothilfe. Gerade In Fachkreisen genoß und genießt sie den besten Ruf. In der jüngsten Zeit von den verschiedensten ILehür- den, Betrieben, Verbänden, Organisationen und Kor­porationen abgegebene Urteile lassen erkennen, daß nicht nur die rückliegende erfolgreiche Tätigkeit dank­bar anerkannt wird, sondern die Ueberzeugung vor­herrscht, daß die Technische Nothilfe auch im neuen Staat notwendig ist.

Die große Vertrauensstellung der IN. In der Öffentlichkeit

wurde durch diese Urteile dokumentiert. Ihr großer Wert ist darin zu erblicken, daß alle diese Kreise und an erster Stelle die Reichsregierung darin einig sind, daß man alle wesentlichen Voraussetzungen bei der Technischen Nothilfe als gegeben ansieht: rationelles Arbeiten, höchste Leistungsfähigkeit und größte Zu­verlässigkeit!

Oberfoeffen.

40 Jahre Kriegerverein Albach.

* Albach, 15. Dez. Der Äriegeroereln Albach feierte am Sonntag sein 40. S t i f t u n g s- f e ft. Nach dem Kirchgang brachte Pfarrer D ö ll in einer Ansprache zum Ausdruck, daß der Verein vier Jahrzehnte hindurch die Treue zu Volk und Vaterland gewahrt und an der alten Tradition festgehalten habe. Anschließend legte der 1. Der» einssührer, Lehrer Groh, am Denkmal einen Kranz nieder unb gebachte in Treue der für uns gefallenen Helden bes Weltkrieges.

Am Abenb fanb bei Gastwirt Will eine Feier statt, zu ber zahlreiche Gäste unb Freunbe erschienen waren Der 1. Vereinsführer begrüßte bie Teilneh­mer, bankte befonbers ben Herren aus Gießen, Be- zirksfllhrer Prof. Kraemer, Albin Klein fen. unb jun., sowie Kam. Bonharb für ihre Teil­nahme an ber Feier. Er schilderte die Entwicklung des Vereins unb bankte befonbers ben noch leben­den sechs Gründern für das Zusammenhalten wäh­rend der langen Reihe der Jahre. Während einer

Kuchenbacken.

Von Zelix Riemkasten, GOS.

Wenn Mutti einen Kuchen backt für die ganze Familie, bann backt Mananne baneben einen «ei­nen Privatkuchen für sich. Der Kuchen, ben Mutti backt, wirb entroeber so einer ober so einer, aber Manännes Kuchen wirb jedesmalSdnbtorte", benn Sanb ist einer ihrer Hauptzutaten. Natürlich nimmt sie ben Sanb nicht in ber groben, alltäglichen Form, in der er überall vorkommt, fonbern sie nimmt ihn fein gepulvert, unb sie nimmt ihn nicht aus ber Büchse unb nicht von ber Erbe, fonbern er gerät in jener Erscheinungsform, bie man lanbläufig Dreck" nennt, ganz von selbst in den Kuchen.

Es kommt noch viel mehr hinein. Zucker und Salz, Eier und Schmalz, auch Milch, alles über­haupt, was hineinzukommen hat in einen Kuchen. Auch ein paar Kindertränen kommen hinein und geben nachher den feinen, rounbermilben Beige­schmack Mananne nämlich meint es so gut, unb ihr Eifer ist so groß, baß Mutti gewiß nicht ohne Schelten auskommen kann, unb bann rennen ber gute Eifer unb ber löbliche Wille so bitter weh auf bie Schelte, unb bazu kommen bann noch bie Einsicht und die Ungeduld und die niederschmet- terne Erkenntnis der immer noch dick gelagerten Tolpatschigkeit, daß aus dem Zusammenprall so vieler Gefühle in einem so kleinen Brüstchen, un- fehlbar Tränen hervorgehen müssen. Und bie kom­men in ben Kuchen, in ben großen Familienkuchen.

Es ist eine Um t von bem Mäbel", schimpft Mutti, aber Vati hat Verstänbnis für unhyaienische Backmethoben. Er selber, in einer sehr viel früheren Zeit, hat immer Kirschenwasser fabriziert, unb zwar gern unb oft. Die Quetsche, mit ber er bie Kirschen zerquetscht hat, war bie weit verbreitete Natur- Unioersal-Hanbquetsche gewesen, bie aus Daumen unb Zeigefinger bestaub, unb mindestens der Dau­men hatte damals stets eine dicke, schwerlösliche Auflage aus dunkelgrauen Substanzen getragen.

Nun also backt das Kind Mananna neben Muttis großem Kuchen ihren kleinen Privatkuchen und Vati sitzt dabei und raucht wohlwollend Pfeife.

,Daß mir bloß nichts von der Asche in den Ku- ^Als"Ä das ein Unglück wäre. Man braucht es doch nur etwas gründlicher zu verehren Man soll aber Frauen, die beim 'Kuchenbacken find, niemals reizen. Dati kneift also nur das linke Auge tief zu und guckt mit dem rechten Auge zu Mananne hinüber, die auf dem Stuhle kniet 'uni) den halben

Bauch über den Tisch gelegt hält, auf dem ge­hörten wird.

Früher hat Dati sich beim Kuchenbarten einge­mischt. Er versteht nichts davon, und es ist ihm auch höchst egal, aber die Frauen freuen sich, wenn man ihnen etwas fagt, das nach Anteilnahme aus­sieht. Heute sagt Vati nichts mehr. Mutti würde sonstwild" werden. Nur Mananne redet immer noch sehr viel beim Kuchenbarten. Sie muß dies alles doch wissen, sie muß es doch lernen. Nach ihrer Ansicht müßte alle fünf Sekunden etwas an- deres getan werden.

Nu, Mutti, nu, soll ich nu Milch reingießen?" Oder:Mutti, mach' doch mehr Zucker zu, ja?"

Nein, nichts. Das ist schon bald langweilig. Aber gerade jetzt nimmt Mutti ein Ei, haut es an die Tischkante und kippt es in den Teig. Und noch ein Ei!

Und noch ...

Ach, Mutti, laß mich ...!"

Denn das wäre entzückend, das wäre geradezu Glück im Winkel, das ist ja so ... nein, Mutti, nun laß mich doch!

Nein", schätzt Mutti,du machst mir nur eine aröße Ferkelei." Aber immerhin ist sie doch un­sicher in ihrem Entschluß, denn soviel Glückshunger kann sie nicht tottreten.

.Schön", sagt sie,bann kannst bu es mal ver­suchen. Aber bu haust es nicht auf, bu kippst es nur hinein. Sieh mal, so, nun ist es auf. Nun los, nun kipp' rein!" .

Das kann bestimmt nicht gut gehen. Ware sie kaltblütiger, blasierter, ja, wäre sie auch nur drei Monate älter, so möchte es vielleicht gehen, so aber geht es gewiß nicht gut. Und siehe, das Ei lauft nicht in den Teig hinein, sondern in ben Aermel, unb jetzt steht ber schweigsame, weise, beherrschte Vati stumm auf unb sucht zur Küche hinauszukom­men, bevor ihm das Gelächter noch aufplatzt. Er läßt sogar bie Tabakspfeife liegen, sie fällt schwäch­lich um unb gibt ein bißchen Asche an bie Butter ab, unb draußen schießt ihm das Gelächter aus Mund und Nase zugleich heraus. In der Küche aber erhebt sich Geschrei.

Als Vati wieder hereinkommt mit einem Gesicht, als sei nichts gewesen, steht das Kind an ber Was- ferleitung. Mutti aber sagt nichts, benn tn Ma­riannes Gegenwart will sie nichts sagen, nur ihre grüngefärbten Blicke sprechen. Kurzum eskrib­belt" in ihr. Unb bieganze Butter ist voll Asche. Eine Behauptung, über bie Vati sich empört, sich gerechterweife empört, unb währenb er sich em­pört unb fast nichts fagt, steht bas Kinb Mananne unglücklich unb teuflisch an ber Wasserleitung unb

blinzelt ihm zu:Du unb ich wir beibe, wir kriegen es auf ben Kopf!"

Es ist besser für alle, baß Vati nun roieber hin­ausgeht. Seine Tabakspfeife nimmt er mit.

Unb bie Zeit geht hin, bie Stunbe verrinnt, am Enbe buftet es herrlich gut aus ber Küche, und zwei Kuchen stehen im Backofen, ein großer Ku­chen für die Familie und ein kleiner für Mananne extra. Und obwohl Mutti wütend ist auf Dati und sehr schwach in den Nerven gegen Mananne, so versöhnt sie sich gleichwohl mit Dati aus eine heim­liche, leisetretende, schlangenlistige Art. Sie kommt e klein und weichmütig irgendwie mit ihm zu- nen, unb nachbem sie einige Wörter miteinan- ber gesprochen haben unb somit eine Brücke ge­schlagen haben, bringt sie bie große Frage an, bie ihr sonst bas Herz abbrürfen würbe.

Was meinst bu wohl, ob der Kuchen geraten wird?"

Oh ja, das kann man wohl meinen. Die Haupt­sache ist nur, Mananne davon abzuhalten, immerzu das Ofenloch aufmachen zu wollen, um nach­zusehen, ob ber Kuchen ... nämlich ber Kuchen, ob ber nämlich schon fertig ist?

Unb bann schließlich ist er fertig. Ein wunder- barer unvergleichlich schöner Kuchen für die Fa­milie, unb ein kleines, brutzliges buntelbraunes Ding baneben, knüppelhart, schwärzlich unb ver­murkst Da ist Mananne traurig, ba staunt sie unb fragt, wie bas habe kommen können. Unb sehr niebergefdjlagen ist sie. Bis bann Mutti ihr ein liebliches Wunber vorweist: ein tabellos gerate­ner ganz kleiner, ganz lieber Kuchen, ein Küchlein nur, ein wahres Puppenküchlein, aber er ist für Mananne ganz allein.

Denn so ist bas: wenn Mutti auch schelten muß, lieb ist sie trotzbem, unb sie kennt nicht nur bie Zutaten, bie einen Kuchen gut unb lecker machen, fonbern sie kennt auch all bie kleinen, feinen Zu­taten, bie ein Kinberherzchen glücklich machen.

Zeitschriften.

Der Naturforscher" vereint mitNatur unb Technik". Bebilberte Monatsschrift für bas ge­tarnte Gebiet ber Naturwissenschaft unb ihre An- roenbung in Naturschutz, Unterricht, Wirtschaft unb Technik. Herausgeber: Dr. Oskar P r o ch n o w , Jahrgang 10, Heft 9: 36 Seiten, zwei Tafeln unb 52 Textabbilbungen, Preis vierteljährlich 2,50 Mk., einzeln 1 Mk. Hugo Bermühler Derlag, Berlin- Lichterfelbe.Mensch ober Affe?" Unter Dor- anfteUung biefer Frage äußert sich Universitäts- Professor Dr. Hans Weinert über das Rätsel des

Eoanthropus", besMorgenröte-Urmenschen" von Piltbown. Er entscheibet sich bafür, baß ber Eoanthropus" schon nahe an ber Stufe bes Homo sapiens, bes jetzigen Menschen, ftanb unb im wesentlichen nur im Untertiefer urtümliche Merk­male hatte. Treffliche Bilder von Einschlüssen im Feuerstein bringt in großer Fülle Dr. O. Wetzel und gibt damit eine schöne Ueberfidjt über die Formenmannigsattigkeit der Einschlüsse in diesen bei uns häufigen Steinen. Daß bie im letzten Jahr­zehnt so sorgfältig erforschten Gurwitsch-Strahlen immer noch bes eigentlichen physikalischen Nach­weises trotzen, zeigt Dr. K. Kuhn. Grünblich unter­sucht Forstmeister Scheibter bie Reizwirkungen der Prozessionsspinnerraupen und zeigt an trefflichen Bildern, daß es die feinen, kleinen Haare der Raupen sind, die die so gefürchtete Reizwirkung auf bie Haut ausüben. Dem Freunb ber Vögel wirb bie Untersuchung Dr. O. Helnroths über bie Frage befonbers wertvoll fein, ob man Beobach­tungen an gefangenen Tieren wissenschaftlich ver­werten könne. Die Antwort: Zur Verwertung von Gefangenschaftsbeobachtung gehört viel Erfahrung. Wer bie aber hat, kann an feinen Tieren viel mehr beobachten als ber Felbbeobachter, der nur feiten so an die Tiere herankommt und sie in allen Lebenslagen so genau vor sich hat, wie der, der sie aufzieht. Doch müssen sich beide Beobachtungen er- gänzen. Zahlreiche kleine 'Beiträge und Berichte über neue Forschungsergebnisse beschließen das wie immer mit viel schönen Bildern ausgestattete unb hervorragend gedruckte Heft.

Die deutsche Frau und ihr segensreiches Wir­ken und Schaffen, das ist das Thema, um das sich die diesjährige Weihnachtsnummer der 111 u st r i r- t e n Zeitung (I. I. Weber, Leipzig) rankt. Die Entwicklung des deutschen Frauenlebens vom Mit­telalter bis in bie moberne Zeit schildert bann Valerian Tornius in anschaulicher Weise, unb in zahlreichen Bilbbeispielen, zusammengetragen aus ben Kunstschätzen ber vergangenen Kulturepochen, vollzieht sich vor unseren Blicken noch einmal bie ganze Evolution ber beutschen Frau. Gullao Frenssen singt bas Hohelieb auf bie beutfdje Mutter als den Schoß unb ben Ursprung bes beutschen Volkes, unb bie moberne beutfdje Frau, bie sich In ber Geschichte ber Frauenbewegung einen Namen gemacht hat, tritt uns in einem Beitrag von Dr. Ilse Reicke entgegen, bem auch eine große Zahl von Porträts bebeutenber Frauen beigegeben ist. Ein boppelfeiliges Tableau zeigt Vertreterinnen ber Der- schiebenen beutschen Stämme mit ihren charakteristi­schen Gesichtszügen.