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16.11.1933 Erstes Blatt
 
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Der Führer und Reichsminister Dr. Goebbels, der Präsident der Reichskulturkammer, begeben sich in den Festsaal. Zur Rechten sieht man die Mitglieder des Reichskabinetts.

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mürbenden Schlaffheit, die vor dem Ernst des Le­bens kapitulierte, trat jene heroische Lebens-

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nun beglückende Wirklichkeit geworden ist.

Kraft Gesetzes übernehme ich die Führung Reichskulturkammer insgesamt. Kraft der mir Gesetz verliehenen Vollmachten ernenn« ich:

Gegen den Dilettantismus, für eine echte deutsche Kunst.

geistern die Schatten einer Zeit, die längst ver­gangen ist, während draußen auf den Strotzen das Volk anfsteht, um den Marsch ins leuchtende Leben anzutreten. Das ist die Tragödie des kulturschaffenden Menschen in Deutschland, der, an der wende zweier weltgeschichtlicher Epochen stehend, den Bruch mit der Vergangenheit zu vollziehen und den weg zur Zukunft zu finden, nicht den geistigen Mut ausbringt. Eine tödliche Krise, wenn sie von langer Dauer ist. Eine Zeit der Selbstbesinnung und des geistigen Um­bruchs. wenn der künstlerische Mensch die Kühn- heit besitzt, den luftleeren Raum, der sich zwischen dem Gestern und Morgen aufgetan hat, zu durch- stohen und mit festem Fuße das gewonnene

Neuland zu betreten.

Der Aufmarsch, den wir begonnen und vollendet haben, ist ein Aufmarsch der Gesinnung. Kein Volk der Erde hat heute mehr (Bruno als das deutsche, mit Vertrauen und fester Zuversicht in seine Zukunft zu schauen. An die Stelle einer zer-

Zurn Präsidenten: Rechtsanwalt Dr.

brauner Kolonnen klingt, die den Bauern begleitet, wenn er die Pflugschar durch die Ackerschollen zieht, die dem Arbeiter Sinn und höheren Zweck seines schweren Daseinskampfes zurückgegeben hat, die den Arbeitslosen nicht verzweifeln läßt unb die das grandiose Werk des deutschen Wiederaufbaues mit einem fast soldatisch anmutenden Rhythmus erfüllt. EsisteineArtvonstählernerRomontik, die das deutsche Leben wieder lebenswert gemacht hat, eine Romantik, die sich nicht vor der Härte des Dasein versteckt oder ihr in blauen Fernen zu ent­rinnen trachtet, eine Romantit, die den Mut hat, den Problemen gegenüber zu treten und ihnen fest und ohne Zucken In die mitleidslosen Augen hineinmschauen. Diese neue Gesinnung gibt Deutschland ein Tempo und eine Durchschladskraft seiner aufbauenden Arbeit, wie sie bis dahin für unmöglich gehalten wurden. Rur ein künstlerisches und kulturelles Bestreben, das sich von ihr willig und widerstandslos erfüllen läßt, wird oon Dauer fein und die Zukunft gewinnen

Feierliche Eröffnung der Reichskulturkammer.

Festsitzung in der Berliner Philharmonie tu Anwesenheit des Reichskanzlers.-Reichsminister Goebbels spricht überVie deutsche Kultur vor neuem Anfang".

Die Feier schloß mit dem ..Wacht auf*, Thor au* denMeistersingern oon Richard Wagner, ausge- führt vom Bruno Kittelschen Thor mit dem Phil­harmonischen Orchester. Kammersänger S ch l u * n u 6 fang auf Wunsch des Führers als Einlage noch ,Lu nei gung* von Richard Strauß: sowohl ihm, als auch dem Komponisten dankte der Führer persönlich.

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Scheuermann.

Zu Mitgliedern des Präsidialrates: Theodor Loos, Führer der Reichsfachschaft Film. Karl Auen. Direktor Dr. Franz Beelitz, Rechtsan­walt Dr. Walter Plügge, Ministerialrat Dr. Botho M ü l e r t, Ooerregierungsrat Arnold R a e t h e r.

Möge der deutschen Kunst und Kultur aus der neugegrünbeten Reichskulturkammer Segen und Förderung erwachsen Wir danken dem Füh­rer, daß er uns die Möglichkeit hierzu gab. Wir werden durch Fleiß, Hingabe und Bereitschaft die« sen Dank am wirksamsten abstatten Der kultur- schaffende Mensch in Deutschland hat hier den Weg zum neuen Staat gefunden. Möge er dabei die Beglückung erfahren, die uns alle erfüllt: Bahnbrecher, Formgeber unb Gestalter eines neuen Jahrhunderts zu fein. Unb nun: An die Arbeit unb Glückauf zum Meistersingen?*

das der Komponist selbst dirigierte, ergriff Reichsminister Dr. Goebbels zu feiner Die deutsche Kultur vor neuem Anfang" Wort.

Or. Goebbels spricht

Mein Führer! Meine Damen und Herren!

Berlin, 15. Roo. (III.) Der große Saal der Berliner Philharmonie ist fesllich geschmückt Auf gelbem Hintergrund hängen goldgeflochtene Tannen­gewinde an der Stirnwand herunter, die Mitte ziert ein herbstlaubumkronztes rotes Fahnentuch, dessen weißer «reis mit dem Hakenkreuz gleichfalls ein Herbstkranz ziert. Blumen unb Girlanden in grün unb zartgelb überall. Zahlreich sinb bie Gäste erschienen, so bas gesamte Reichskabinett, bie Staats­sekretäre Funk, Meißner, Lammers, sowie bie Staatssekretäre ber übrigen Reichsministerien, Ab- miral Dr. h. c. Raeder, Prinz August Wilhelm, ber Kommandant oon Berlin, General Schaum­burg. Reichsbischof Müller, Bischof Karow (Berlin), ber Reichs st atthalter in Hessen, bie Kultusminister ber Länder, alle Vertreter der Länderregierungen beim Reich, namhafte Vertreter der Wirtschaft, oon der Kunst, u. a. Gerhart Hauptmann, Richard Strauß, Hans Friedrich Blunk, Werner Krauß, Käthe Dorsch, Kraußneck, Paul Wegener, Heinrich George, Hermann Stehr, Pfitzner, Hanns Fohst, Beumelburg, Hans Grimm, ferner sämtliche Rektoren der Berliner Hochschulen. Auch das Diplomatische Korps war äußerst zahlreich vertreten.

Der Führer, der, geleitet von dem Reichs­minister Goebbels unb bem Staatssekretär Funk, den Saal betrat, wurde von allen Anwesenden durch Erheben oon den Plätzen und durch den deutschen Gruß geehrt. Der Führer begrüßte zuerst die Mitglieder des Reichskabinetts, dann Gerhart Hauptmann.

Unter der Stabführung von Wilhelm Furt­wängler spielte einleitend das Berliner Phil­harmonische Orchester bie Ouvertüre zuEgmont*. Friedrich K a y ß l e r sprach bann die Worte SchillersUeber das Erhabene*. Reicher Beifall dankte Schlusnus für fein LiedAn bie Musik* und besonders für Hugo WolffsHeimweh". Rach einem festlichen Präludium von Richard Strauß,

Zum Vizepräsidenten der Reichskultur­kammer: Staatssekretär Walter Funk.

$ür die Reichsmusiklammer:

Zum Präsidenten: Generalmusikdirektor Dr. Richard Strauß.

Zu Mitgliedern des Präsidialrates: Generalmusik­direktor Staatsrat Dr. Wilhelm Furtwängler, Professor Dr. Paul ® r a e n e r, Präsident ber Aka­demie für Musik, Profesior Dr. Fritz Stein, Pro­fessor Gustav Haoemann, geschäftsführendes Bor-

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soll ihnen jedes Gefühl trostloser Leere genom­men werden, dos sie bisher von der Ration und ihren treibenden Kräften trennte.

Die deutsche Kunst braucht frisches Blut. Wir leben in einer jungen Zeit, ihre Träger sind jung, die Zbeen, die sie erfüllen, sind jung. Sie haben nichts mehr mit der Vergangenheit, die hinter uns liegt, gemein. Auch der Künstler, der dieser Zeit Ausdruck geben will, muß empfinden and neugestalten. Nichts wäre irrtümlicher, als wenn die Gründung ber Reichskulturkammer, bie der Ent­wicklung unb nicht dem Stillstände dienen soll, so verstanden würde, als wäre damit dem Banaujen- tum die Bahn freigemacht und ber Jugend der Weg nach oben versperrt.

3m Rahmen ber Reichskulturkammer soll jede Konjunkturhascherei oon vornherein ausgeschlossen fein. Wir wollen einen deutschen Künstlertyp züch­ten, der bewußt unb offen, mit Stolz und (Eigen­art den Ausgaben dient, die die Zeit uns gegeben hak. Niemand fürchte, daß hier die Gesinnungs­hudelei eine Heimstätte finden könnte. Wir haben den Mut, großherzig zu sein, unb wünschen und hoffen, baß unsere Großherzigkeit burch gleiche Großherzigkeit seitens ber Künstler selbst belohnt wird, der wir unsere ganze Sorge und fördernde Pflege angebeiben lasten wollen.

was deutsch und echt i st, das soll die Welt aufs neue erfahren. Die deutsche Kunst, die zum Volke zurückführt, wird den Lohn dadurch empfangen, daß das Volk wieder zu ihr zurückkehrt. Dieser Wunsch und diese Hoff­nung steht am Anfang unserer gemeinsamen Arbeit. Ziehen wir unter die Vergangenheit, die wir mit dieser Rechcnschaftlegung hinter uns lassen, einen Strich und fangen wir mutig mit der Zukunft an. Jeder, der dem neuen Staat feine Kraft;u rVerfü­gung stellt, ist uns willkommen. Der Dank aber der Männer der Revolution gilt allen den deutschen Künstlern, denen die Gnade de» Schaffens in den vergangenen Jahren Trost in der Trübsal und Stärke im Kamps gab. Auch sie waren Wegbereiter des neuen Staates, der

Tagung der Evangelischen pfarrervereine.

Nürnberg, 14., Nov. (WTB.) Zum ersten Male tagte ber Verband Deutscher Pfar­rervereine in Bayern. Neben zahlreichen baye- rischen Geistlichen hatten sich Delegierte au» allen Teilen des Reiches eingefunden. 3n Anwesenheit des Kirchenministers Bischof Hossenlelder hielt der Verdandsoorsitzende Pfarrer D. Dr. Schä s er (Remscheid) ein Referat über das ThemaDie Pfarreroereine im Wandel der Zeit" Der liberale Staat habe sein Zdeal in der Trennung oon fliraje unb Staat gesehen. Der totale Staat könne diese Trennung nicht anerkennen, da sich auch der Mensch nicht in einen politischen, wirtschaftlichen unb reli­giösen Menschen trennen laste. Soweit die dDangt- lischt Kircht äußert Erscheinungsform sei, müsse fit sich diesem Wandel anpaffen. Unberührt bleibt nur ihre Verkündung der Botschaft von dem Reich, bas nicht oon dieser Welt fei. Die Pfarreroereine selbst müßten sich satzungsgemäß oon aller Politik and Kirchenpolitik fernhalten.

Pfarrer Kop erstattete den Tätigkeitsbericht, bem zu entnehmen ist, daß der Verband über 17 OOO Mitglieder zählt. - Dr Arpp (Thüringen) erstat­tete den Rechnungsbericht über bie Verbandskasse unb bie Kasse ber Amtsbrüderlichen Nothilfe Dr. Fahrenhorst dankte namens des Evange­lischen Bundes für bie wirksame Unterstützung ber österreichischen Geistlichen. Ein Vertreter des Gustav Adolf-Vereins sprach den Dank für die den evangelischen Geistlichen in Rußland gewährte Hilfe aus. ,

Kirchenminister H o s s e n f e l d e r bat rm Namen des Reichsbischofs um die Mitarbeit ber Pfarrer­oereine bei dem Aufbau der Reichskirche. Unser deutsches Volk müsse gegenwärtig eine Zeit bet Vereinsamung durchwachen, die auch die Kirche auf sich nehmen müsse. Der Reichsbischof werde künftig an einem Sonntag jedes Monats für alle Kirchen im ganzen Reich den gleichen Predigttext und das gleiche Lied anorbnen.

D Dr. Schäfer wurde einstimmig zum i. Vor­sitzenden wiedergewählt. Der bisherige 2 Vorsitzende Schnizer (Württemberg) wurde wm Ehrenmit­glied des Vorstandes ernannt. Den Schluß der Ta- gung bildete ein Vortrag von Pfarrer Kern (®og- gingen), des landeskirchlichen Beauftragten für Volksmifsion In Bayern über das ThemaVolks- Mission als Gebot der Stunde*.

Wechsel in der Berliner Govleitung der Deutschen Christen.

Barlin, 15.Noo (WTB) Zur Amtsenthebung des Berliner Gauobmanns ber OlaubtBfbe- roegung Deutsche Christen, bie an An­schluß an feine Rebe auf der Sport palastkundnebung am Montag dieser Woche erfolgte, gibt der Presse­dienst der Deutschen Christen d,e Stellung, nähme des Reichsl-iters Bischofs Hof. enjelbcr bekannt, die aus einem Brief an den bisherigen (Bauobmann Studienassessor Dr. Krause hervorgeht. Darin heißt es:

Nachdem ber Herr Reichsbfichos sie von Ihre» Sirchenämtern suspendierte, entbinde ich o<t hiermit ihres Amtes als Gauobman, der Glaubensbewegung Deutscher Christen Gm»

Revolution, die wir gemacht haben, hat alle Ge­biete des öffentlichen Lebens erfaßt unb von Grunb auf umgestaltet. Revolutionen haben ihre eigene Gesetzlichkeit unb auch ihre eigene Dynamik. Wenn sie eine bestimmte Phase ihrer Entwicklung über­schritten haben, entziehen sie sich der Macht ber Menschen unb gehorchen nur noch bem Gesetz, nach dem sie angetreten sind. Jede Revolution hat ein Ziel, bem sie mit leibenschaftlichern Bemühen zu­strebt. Ist es erreicht, bann muß sie eifersüchtig darüber wachen, bag es ausgebaut und gesichert wird. Der Sinn der Revolution, bie mir gemacht haben, ist die Volkwerbung ber deut­schen Nation. Das deutsche Volk, einst das zerrissenste der Welt, durch Parteien unb Meinun­gen fast atomisiert, in seine Bestandteile aufgelöst unb damit zur weltpolitischen Ohnmacht verurteilt, seit 1918 oyne Waffen, unb was schlimmer noch war, ohne Willen, sich unter ben anberen Völkern zu behaupten, erhob sich in einer einzig­artigen Demonstration seines nationalen Krastgc- fühls unb vollzog bamit eine Einigung, die vis dahin nur von wenigen starkgläubigen Menschen für möglich gehalten, oon allen anderen aber als unwahrscheinlich, gegen jede Erfahrung und Lehre der Geschichte gerichtet, belächelt und abgelehnt wurde.

Das System, das wir nieberroarfen, sand i m Liberalismus seine treffenbffe Charakteri­sierung. wenn der Liberalismus vom Indivi­duum ausgiug und den Linzelmenschen in das Zentrum aller Dinge stellte, so haben wir In­dividuum durch Volk unb Einzelmensch durch Gemeinschaft erseht. Freilich muhte dabei die Freiheit des Individuums insoweit eingegrenzt werden, als sie sich mit der Freiheit der Ration stietz oder in Widerspruch befand. Das ist keine Einengung des Freiheitsbegrifse» an sich. Ihn für das Individuum überspitzen, heißt die Freiheit des Volkes auf» Spiel sehen. Die Grenzen de» individuellen Freiheitsdegriftes liegen deshalb an den Grenzen des völkischen Freiheitsbegriftes. Je freier ein Volk ist, desto freier können sich seine Glieder bewegen. 3c eingeengter aber feine nationale Daselnsgrundlage, um so illusorischer eine ver­meintliche Freiheit, die seine Linder genießen. Das gilt auch für ben schaffenden Künstle r. Die Kunst ist kein absoluter Begriff; sie gewinnt erst Leben im Leben des Volkes Das war vielleicht das schlimmste Vergehen ber fünft- lerifd) schaffenden Menschen der vergangenen Epoche, daß sie nicht mehr in organischer B e - Ziehung zum Volke selbst ftairben unb ba­nnt die Wurzel verloren, die ihnen täglich neue Nahrung zuführte. Der Künstler trennte sich vom Volk; er gab dabei die Quelle seiner Fruchtbarkeit auf. Verliert ber künstlerische Mensch einmal den festen Boden des Volkstums, auf dem er mit bar­ten, markigen Knochen stehen muß, um ben Stür­men des Lebens gewachsen zu sein, bann ist tr damit den Anfeindungen ber Zivilisation preis­gegeben, denen er früher ober später erliegen wirb, 'hknn die Kunst nur noch für bie Kunst gilt, wenn ihre Gesetze nur noch dem künstlerischen Menschen verständlich sein sollen, dann verengert sich der Kreis ihrer Gläubigen in einem Umfang, daß ihre primitivste Existenttähigkeit auf bas tödlichste be­droht ist. Wenn die akuten Probleme des Lebens nicht mehr die großen Würfe sind, mit denen der künstlerisch schassende Mensch nach ber Unsterblich- keil zielt, bann hat er bereits seine eigentliche Sen- bung verspielt. Und es wird bann nicht mehr lange dauern, dis er sich in den Abwegen eines bloß artistischen Snobismus verirrt unb damit bem tätigen Leben für immer verloren geht

Der Künstler entfernt sich weiter unb weiter von ber Zelt unb ihren Menschen, die ihn bald ver­gessen. uw Ihn am Ende nur noch al» über­flüssig ober gar lächerlich ju empfinden. Gedichte werden belächelt. Bücher nicht mehr gekauft. Musik ist nicht mehr Bedürfnis, sondern ge­legentliche Abwechslung iro grauen Alltag Die Theater stehen leer, anb durch ihre 6beu Räume

ftanbsmitqlieb des Reichskartells ber Musiker, HetM 5 hIert.

$ür die Reichskammer der bildende» Künste:

Zum Präsidenten: Professor Eugen HSnia.

Zu Mitgliedern des Präsidialrates: Prvfesi» Franz Lenk. Profesior Paul Ludwig T r o o st. Professor August Kraus, Direktor Walter Hoff» mann, Thnifterialrat Otto von Äeubell, Weidenmann.

$ür die Reichstheatertammer:

Zum Präsidenten: Präsident ber Bühnengenost«» schäft. Ministerialrat Otto Laubinger.

Zu Mitgliedern des Präsibialrates: Berner Krauß, Kammersänger Wilhelm Rode, Reichs« bramaturg Dr. Rainer Schlösser, geschäst»« führenber Direktor des Deutschen Bühnenverein«» Dr. Otto L e e r s, Direktor Heinz Hilpert.

Jör die Isteichsschnsttumkammer:

Zum Präsidenten: Hans Friedrich B l u n ck.

Zu Mitgliedern des Präsidialrates: Dr. Hans Grimm, Präsident der Dichterakademie Hanns I o h ft. Verleger Dr. Friedrich Olbenbourg, Buchhändler Theodor Fritsch, Dr. Heinrich Wismann.

Für die Reichspreffekammer

Zum Präsidenten: Verlagsdirektvr Ma; Aman.

Zu Mitgliedern des Präsidialrates: Reichspresse- che) der NSDAP. Dr. Otto Dietrich, Verleger Willy Bischoff, Geheimrat Profesior Dr. Walter Heide. Ministerialrat Dr. Iahncke.

Sfir die Reichsrundfuntlammer:

Zum Präsidenten: Ministerialrat Kurt Horst Dreßler.

Zu Mitgliedern des Präsibialrates Direktor Eugen Habamowski, Intendant Walter Beumel­burg, Intendant Dr. Heinrich Glasmeyee. Rechtsanwalt Dr. Bernhard Knust.

$ür die Reichsfilmkammer:

Niemand von uns ist ber Meinung, bah Gesinnung Kunst ersehen könnte. Auch bei der Kunst kommt es nicht darauf an, was man will, sondern vielmehr darauf, was man kann. Die Gesetze der Kunst können niemals geändert werden, sie sind ewig und nehmen ihre Maße aus den Räumen der Unsterblichkeit. Rur geweihte Hände haben da» Recht, am Altar der Kunst zu dienen, was wir wollen, ist mehr al» dramatisierte» Parteiprogramm. Uns schwebt al» Ideal vor eine tiefe Vermählung des Geiste» der heroischen Lebensauffassung mit den ewigen Gesehen der Kunst, wir verstehen Tendenz in einem höheren Begriff; für uns zielt sie nach dem v o l k, in dessen Boden bie Wurzeln allen Schöpfertums liegen.

Nicmanb hat bas Recht, uns in ben Verbacht zu nehmen, daß wir aus Gründen tendenziöser Pro­paganda jenem Dilettantismus bas Feld freigeben wollten, ber noch immer bie wahre, eble Kunst zu Tobe geritten hat unb ba­mit auch einer echt oerstanbenen Propaganba nur Schaden zufügen konnte. Mag fein unb wahrschein­lich, daß ben zitternden Geburtswehen unserer neuen Zeit einmal bas ewige Genie entspringt, bas biefer Zeit auch ben mitreißenben künstlerischen Ausdruck verlecht. Bis bahin aber steht es uns nicht zu, ben großen Wurf bes Genies ersetzen zu lassen durch ben Herz- unb blutlosen Dilettantismus eines Heeres oon Nichtskönnern, bie ber Herr in seinem Zorn erschaffen hat. Niemand befiehlt, baß bie neue Ge­sinnung über bie Bühne ober Leinwanb marschiere. Wo sie aber barüber marschiert, da müssen wir eifersüchtig bafür sorgen, daß sie auch in ihrer künstlerischen Formung der Größe des hi st arischen Prozesses entspricht, den wir in der deutschen Revolution durchgeführt haben.

Darüber hinaus aber wollen wir nur bie gu­ten Schutzpatrone ber beutschen Kunst unb Kultur auf allen Gebieten sein. Der Hunger, der bas deutsche Volk erfaßt hat, erstreckt sich nicht allein auf ben Magen. Es ist ebenso ein Hunger ber Seele; auch ber will gefüllt werben. Wir haben bie schöpferischen Kräfte ber beutschen Nation roieber freigclegt; sie mögen sich ungehinbert ent­falten unb reiche Früchte tragen am Baurn eines neuerftanbenen Volkstums.

Da« ist auch der Sinn der Reichskultur­kammer, die wir dem Gesetz entsprechend heute feierlich eröffnen und konstituieren. Sie stellt den Zusammenschluß aller Schaftenden in einer geistigen knltureinheit dar. Sie beseitigt die nur noch mechanisch wirkenden Organ ifa- tioneüberblelbfel der vergangenen Zeit, die der freien Entwicklung nufere» kulturellen und künst- lerlfchen Lebens bloß im Wege standen. Die schaffenden Menschen sollen sich in Deutschland wieder al» eine Einheit empfinden: e»

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