Itr. 269 Erstes Blatt
183. Jahrgang Donnerstag, 16. November 1933
er|d)tint lagttch. aast« Sonntags und Feiertag, Beilagen: Dte Illustriert, ©ttRenei Familienblüttei Heimat >m Bild Die Scholl» monats.Besngsprets.
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Chefredakteur
Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr Fr. Wilh. Lange- für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil i. D. Th.Kümmel sämtlich m Gieren
teilt ferner mit: Unter
scheidungen wieder in zurückverlegt werden.
Der „Stahlhelm
Wird England sich zn einer Znitiawe auftaffe«?
Unzulttedenheit mit dem S.mon-Kurs.Kommt das Kabmeit zu einem Entschluh ?
London, 16. Jloo. (Funkspruch. Reuter.) Das britische Kabinett hielt gestern seine allwö- chentii^e Sitzung ab. 3m Vordergrund der Beratungen staud die Abrüstungssrage. wie verlautet, wurde als nächstes Ziel der Abrüstungsverhandlun- geu und als Voraussetzung für ein allgemeines Abkommen die Annäherung der Standpunkte Deutschlands und Frankreichs bezeichnet. 3n Regierungskceisen scheint man der Ansicht zu sein, daß es zweckmäßiger wäre, e i n st w e i - len aus Genf zu verzichten und die Abrüstungsfrage in direkten Vorbesprechungen zwischen den einzelnen Rationen, insbesondere zwischen Deutschland und Frankreich, zu erörtern. London wird als ein für solche Besprechungen geeigneter Ort bezeichnet, wobei man von dem Gedanken ausgeht, daß eine Zusammenkunft aller Rationen In Genf oder anderswo zwecklos sei, bevor nicht über die Frage der Deutschland versprochenen Gleichberechtigung eine völlige Klärung erzielt sei. Inzwischen steht die englische Regierung in Fühlung mit der französischen, der italienischen. der ameritanischen und — wie man glaubt — auch mit der deutschen Regierung, um einen weg zu finden, Deutschland wieder zu der Abrüstungskonferenz und zum Völkerbund zurückzubringen.
Bor Zusammentritt des Kabineits hatte die „Times" in einem bemerkenswerten Leitartikel geschrieben: Es bestehe ein beunruhigendes Gefühl darüber, daß die englische Regierung im letzten Augenblick einen Fehler mache, und daß gerade, als die Vollendung des Werkes in greifbare Nähe gerückt schien, ein in Paris gemachtes, unangebrachtes, englisches Zugeständ- n i s Deutschland den Vorwand für die Ablehnung des ihm gemachten Angebots gab. Die englische öffentliche Meinung habe niemals ganz verstanden, warum die englische Regierung sich mit einer A u f- schiebung des vollen Inkrafttretens des englischen Abrüstungsentwurfes einverstanden erklärt habe, der in Genf nach der Bildung der Hitler-Regierung e i n g e b r a ch t und der von der deutschen Regierung angenommen mar. Unter diesen Umstünden (ei eine neue unb eine unabhängigere englische Initia -
Seldles Dank an den Stahlhelm.
Berlin, 15. Nov. (WTB.) Der Bundesführer des Stahlhelms, Bund der Frontsoldaten, Reichs- arbeitsminister Franz S e l d t e, erläßt im „Stahlhelm" folgenden Aufruf:
„Allen Kameraden sage ich für ihre Mitwirkung an dem Erfolg des 12. November, am Siege des deutschen Volkes meinen kameradschaftlichen Dank. Ich danke allen alten Stahlhelm-Kame- - raden, ich danke auch den jungen Kameraden. Ich gedenke in Dankbarkeit der Treue, die Ihr mir vom November 1918 bis heute gehalten habt. Ich gedenke des opferoollen Einsatzes im S t a h lh e l m k a m p f um die innere und äußere Freiheit. Ich gedenke der Hunderte von Toten und Tausende von Verwundeten, die im Stahlhelm für Deutschland bluteten. Der Einsatz dieser Kameraden verpflichtet uns alle. Wir gedenken ihrer immer in tiefer Treue und Dankbarkeit. Um meine alten Mitkämpfer und Kameraden zu ehren, habe ich am 13. November, am 15. Jahrestag der Gründung des Stahlhelms, Bund der Frontsoldaten, ein besonderes Ehrenzeichen gestiftet, das jeder alte Kämpfer auf persönlichen Antrag erwerben kann. Für uns alle im Stahlhelm geht der Kampf um Deutschlands Ehre und äußere Freiheit weiter. Ich danke allen Kämpfern: aber der Dank besteht wie immer im Stahlhelm darin, daß neue Ziele angesprochen und angestrebt und neue Aufgaben auf die starken Schultern der alten Frontsoldaten gelegt werden.
Frontheil Hitler! gez. Franz Selbte."
Richtung auf die Gleichberechtigung neue Sicherheitsgarantien verlangt. Wenn die Sicherheit in der möglichst großen materiellen Ueberlegcn« heit über einen „möglichen Angreifer" bestehen soll und nicht in der Schaffung der rechtlichen und moralischen Grundlagen stabiler internationaler Beziehungen, die eine kriegerische Atmosphäre überhaupt nicht aufkommen lassen, so ist sie mit der auch von Frankreich grundsätzlich anerkannten Gleichberechtigung Deutschlands schlechterdings nicht zu vereinbaren. Sich auf einen übersteigerten, einseitigen Sicherheitsbegriff festlegen, hieße für Frankreich, die beginnende Diskussion auf das alte Gleis einer sich im Kreise drehenden Polemik über den Zusammenhang zwischen Sicherheit und Abrüstung schieben.
Die Gaarmission des Vizekanzlers.
Berlin, 15. Nov. (TU.) Die Ernennung des Vizekanzlers von Popen zum Reichsbeauftragten für die Saarfrage ist hie und da so aufgefaßt worden, als ob ein besonderes Saarministenum geschaffen würde. Das ist n i ch t der Fall. Vielmehr handelt es sich darum, daß die Arbeit der verschiedenen Ressorts zusammengefaßt und von einheitli- ch e n Gesicht spunkton geleitet werden
Oeutsch-and bleibt Gläubiger
Be lms An wort auf die französische Kammerdebat.e.
von Popen vereinigt.
Amerika an der Gp he der Klottenrüstungen.
London, 15. Nov. (TU.) lieber das neue amerikanische Flottenbauprogramm hat der Marinekorrespondent des „Daily Telegraph" folgende Einzelheiten von amtlicher, amerikanifcher Seite erhalten: Das Programm, dessen Durchführung zu Beginn des Jahres 1937 beendet fein wird, umfaßt folgende Bauten: zwei Flugzeugmutterschiffe „Porktown" und „Enterprise" von je 20 000 Tonnen, zwei Kreuzer zu je 10 OOO Tonnen mit einer Bestückung von je neun 20-Zenti- meter-Geschützen, vier weitere 10 000-Ton- nen-Kreuzer mit je 12 oder mehr 15-Zenti- meter-Geschützen, ein 850-Tonnen - Flotillen - Führerboot mit schwerer Bewaffnung, 24 Zerstörer zu je 1500 Tonnen, vier Unterseeboote zu je 1500 Tonnen und zwei große i Kanonenboote. Zu dieser Tonnage müssen eine An- | zahl weitere Schisse von früheren Programmen hinzugezählt werden, die zur Zeit noch im Bau sind.
Ferner wird die gesamte aus 15 Dreadnoughts bestehende amerikanische Schlachtflotte vollständig modernisiert, wobei für jedes Schiff eine Summe von rund 40 Millionen Mark aus- gegeben wird. Zu Beginn des Jahres 1937 werde Amerika eine allen anderen Staaten überlegene Flotte von annähernd ein 'r Viertelmillion Tonnen besitzen, die u. a. die modernsten Schlachtschiffe, das größte Personal und die größte Marine-Luftflotte umfassen werde.
tive notwendig. Alle neuen Vorschläge würden mit den Richtlinien des englischen Abrüstungsentwurfes in Uebcreinftimmung fteheti müssen. Man müsse sich schärfer der Talsache erinnern, daß b i e Gleichberechtigung Deutschland bereits versprochen worden sei, und daß sie nach der Auffassung der englischen öffentlichen Meinung jetzt 15 Jahre nach dem Kriege schon überfällig fei. Außerdem habe Hitler sich daraus fest- gelegt, daß er an internationalen Konferenzen nur unter der Bedingung einer völligen Gleichberechtigung teilnehmen könne, das deutsche Volk habe seine Haltung natürlicherweise und sehr deutlich bestätigt. Wieder einmal habe man sich den Erfolg einer Konferenz infolge Zauderns und Der- tagung entschlüpfen lassen.
Aus den Aeußerungen der heutigen Morgen- blätter geht noch nicht deutlich hervor, ob die Kabinettsitzung zu einem Beschluß darüber geführt hat, wie der tote Punkt in den Abrüstungsverhandlun- gen überwunden werden soll. Vielfach ist in der Presse von der Möglichkeit von Vi er möchte - besprechungen die Rede: es wird ferner an- gedeutet, daß die Abrüstungspolitik Sir John Simons nicht nur in der englischen Oeffenllich- keit, sondern auch bei einigen feiner Minister- kollegen Unzufriedenheit erregt habe. Ge- rüchte, daß der Staatssekretär des Aeußeren zurück t r e t e n wolle, wurden aber, wie „Daily Telegraph" zu berichten weiß, in Regierungskreisen für unbegründet erklärt.
In der „Daily Mail" heißt es: In politischen Kreisen und auch bei einigen Ministern herrscht das Gefühl, daß dem Foreign Office ein Teil der Verantwortung für Deutschlands Weg zufällt. Es wurde beschlossen, daß die britische Regierung sich bemühen soll, Deutschland wieder zur Teilnahme an den Abrüstungserörterungen zu veranlassen. Daß Sir John Simon sich mit der französischen Regierung auf eine Ausdehnung b e r „Bewährungsfri ft" geeinigt, wird als ein unkluges Zugestänb- n i s betrachtet. „Daily Herold" will wissen, das einzige Ergebnis bet langwierigen Kabinettsberatungen sei die Entscheidung gewesen, daß Sir John Simon entgegen feiner ursprünglichen Absicht am Freitag nicht nach Paris gehen soll und daß praktische Zugeständnisse an Deutsch- I ( a n b notwendig seien.
Berlin, 15. Nov. (CNB) Zu den gestrigen Erklärungen in der französischen Kammer schreibt die Deutsche Diplomatische Korrespondenz:
Der erste und am meisten befriedigende Eindruck ist die Tatsache, daß niemand unter de n Verantwortlichen eine Politik der Abenteuer will. Das war nach verschiedenen Äußerungen französischer Abgeordneten und Journalisten eine zeitlang durchaus nicht selbstverstano- lich. Es wurden bekanntlich Ideen und Plane erörtert und befürwortet, die eine unmittelbare Gefährdung der Ruhe Europas in sich schlossen. Um so erfreulicher ist es, daß die Minister und eine starke Mehrheit der Kammer sich eindeutig für eine Politik der Besonnenheit und des Friedens ausgesprochen haben. Die Bereitschaft zu V e r h a n d l u n g e n die Paul-Boncour und Sarraut ausgesprochen haben, ist im Jnteresie des Fortschritts der internationalen Beziehungen dankenswert. Die französischen Minister gehen aber von unrichtigen Voraussetzungen aus, wenn sie von Deutschland Vorschläge erwarten. Man ist in Frankreich offenbar von früher her gewohnt, in der Rolle des Gläubigers aufzutreten und von dem Schuldner Angebote über Art und Umfang der Erfüllung feiner Verpflichtungen zu erwarten. Die Situation in der Abrüstungsfrage ist aber u m g e k e h r t. Es ist keine Antwort auf die berechtigten deutschen Forderungen, wenn Frankreich für jeden Schritt In
Hinsicht so reibungslos wie möglich zu gestalten. Dabei wird naturgemäß auch die Verlegung der oicht der politischen Ent- I Zollgrenze eine Rolle spielen. Die Regelung all die Abrüstungskonferenz dieser Fragen ist also in der Hand des Vizekanzlers
dem 11. November 1933 hat der Stabschef Röhm gemäß dem Vorschlag der Bundesleitung d i e Gliederung der SA. -Reserve I grundsätzlich geregelt, die vom Stahlhelm aufgestellt wird. Die entsprechenden Befehle werden den Gliederungen in Kürze zugehen.
Entziehung des Dok orgrades.
Berlin, 15. Nov. (VdZ.) Der preußische Kultusminister Rust ordnet an, daß der Doktorgrad einer preußischen Hochschule denjenigen Personen wieder zu entziehen ist, die unter Verletzung der Treuepflicht gegen Reich und Volk feindseliger Propaganda gegen Deutsw» land Vorschub l e i ft e n, oder die das deutsche Ansehen oder die Maßnahmen der nationalen Regierung herabwürdigen. Die Wiederentziehung des Doktorgrades wird auch in den fallen ermöglicht werden, in denen durch gerichtliche Bestrafung bzw. Entziehung der b'irgcr- l i dj c n Ehrenrechte die Unroürbigtcit des Trägers des Doktorgrades gerichtsnotorisch wurde.
Die amtliche Mitteilung.
Empfang des neuen polnischen Gesandten beim Reichskanzler.
Berlin, 15. Rov. (TU.) Der Reichskanzler empfing am Blitlivochvormittag den polnischen Gesandten, der ihm feinen Antrittsbesuch machte. Die Aussprache über die deutsch- polnischen Beziehungen ergab volle Uebetein- ftimtnung beiber Regierungen in öer 21b- sjcht, die die beiden Länder berührenden Fragen a u f dem XDegeunmittelbarer Verhandlungen in Angriff zu nehmen und ferner zur F e ff i - gung des Friedens in Europa in ihrem Verhältnis zueinander auf jede Anwendung von Gewalt zu verzichten.
Was tagt man in Warschau.
Ein wichtiger Beitrag zur Wiederher- stellung des Vertrauens.
Warschau, 16.Rov. (WTB. Funkspruch.) Das von deutscher Seite über die Unterredung zwischen dem Reichskanzler Adolf Hitler und dem polnischen Gesandten in Berlin, Lipski, herausgegebene Kommunique, wird von der ossiziösen „G a ; e l a P o l - s k a" folgendermaßen kommentiert: Ein wichtiges Ereignis ist eingetreten. Die Wichtigkeit dieses Aktes ergibt" sich besonders aus der Tatsache, daß die welt- meinung in den Beziehungen zwischen Deutschland und Polen einen Störungssaktor erblickte, aus dem sich unerwünschte Verwickelungen ergeben konnten. Die Richtangriffs ecklärung ist eine feierliche Erklärung beider Parteien, keines- falls derartige Verwickelungen her- aufbeschwören zu wollen. Der Verzicht auf Gewaltanwendung zwischen Rachbarn ist ein Akt von großer Bedeutung. Der Locarnopakt enthält die gegenseitige Richtangriffsverpflichtung zwischen Deutschland und Frankreich, die gestrige Erklärung enthält ei ne solche zwischen Deutschland und Polen. Eine der hauptsächlichsten Lücken des Locarnovertrages ist gestern a u s gefüllt worden. Die Bedeutung der Aussprache vom 15. Rovember für den Frieden der Welt ist nicht zu leugnen. 3e mehr die tägliche Praxis in den Beziehungen der beiden Länder, je mehr die ganze E>n- fteUung der Blassen, denen der gestrige Akt den Frieden zu sichern wünscht, dem Buchstaben und dem Geist dieses den Frieden hervorragend dienenden Uebereinkommens, wie es die Richlangrifsserklärung darstellt, entspricht, um so bedeutungsvoller wird dieser Akt für die w i e d e r h er st e llu n g der 5 i- cherheit und des Vertrauens in Deutschland und außerhalb Europas fein. Die Erklärung des Kanzlers im Blai muß als erster Schritt in dieser Richtung betrachtet werden, in der die Richi- angrissserklärung der nächste undbestimm- te r e Schritt ist.
„Deutschland hat semenFnedms- ivillen bewiesen."
Interessantes Echo in Frankreich.
Paris, 16. Nov. (WTB. Funkspruch.) Das gestern in Berlin ausgegebene amtliche Kommunique über die deutsch-polnischen Beziehungen wird von der Presse als ein Ereignis bezeichnet, das von größter Bedeutung für die weiteren diplomatischen Verhandlungen nicht nur im Osten Europas, sondern ganz allgemein sein kann. Der Berliner Havas-Korrespondent hebt die Entspannung der deutsch-polnischen Beziehungen seit Uebernahme der Regierung durch die Nationalsozialisten hervor. Wenn die zwischen Polen und Deutschland aufgenommenen Derhand- iungen z u e i ne m Abkommen führen, wie das gestern ausgegebene Kommunique erhoffen lasse, dann werde ein großes Hindernis der Friedens st abilisierung in Europa beseitigt sein. Die Reichsregierung habe durch einen präzischen A k t ihren Friedenswillen bewiesen. „Le I o u r" schreibt: Es ist nod) viel zu früh, um die Stärke des aus dem Osten kommenden Paktes fellzufteNen. Ob die Demarche des polnischen Gesan.cen Lipski die Antwort auf bie Rede Paul-Boncours war oder nicht, ob Polen einem diplomatischen Abenteuer hat zuvorkommen wollen oder nicht, darauf kommt es nicht an. I e - der Europäer wird jedenfalls heute a u f a t m e n.
0er GWstand m Genf
Henderson sucht direkte Verhandlungen zu hintertreiben.
Genf, 15. Nov. (TU.) Der Präsident der Ab- rüstungskonferenz Henderson, hat an sämtliche Mitglieder der Abrüstungskonferenz eine offizielle Mitteilung über den gegenwärtigen aussichtslosen Stand der Verhandlungen gerichtet Die Mitteilung hat folgenden Wortlaut: . , ,,
;,3n der Sitzung vom 11 Jloucmbei hatte das Präsidium der Konferenz bestimmte einzelne
Aufgaben B e r i ch t e r st a t t e r n mit der Bitte übertragen, ihre Berichte dem Präsidenten einige Zeit vor dem Wiederzusammentritt des Hauptausschusses zu übermitteln. Die Berichterstatter muhten jedoch, als sie ihre Arbeit auf- nahmen, feststellen, daß gegenwärtig eine Reihe von Schwierigkeiten beständen, die ohne eine vorhergehende Lösung bestimmter politischer Fragen nicht geregelt werden konnten. Die Berichterstatter werden daher ihre Berichte e r st bann bem Präsidium oorlegen können, wenn sie mit b e n Führern ber einzelnen Aborbnungen bie Fühlung ausgenommen h a b e n. Der Vizepräsibent Politis unb ber Hauptberichterstatter Benesch haben sich bereit erklärt, auf Wunsch bes Präsibenten Henberson nach Genf zu kommen, sobald für sie bie Möglichkeit be-
Heue Grundlagen für die deutsch-polnischen Beziehungen, i MZZWWZ K 4, .< nen Ressorts und verschiedenen Ministerien sowohl
Beide Mächte verzichten auf ,ede Anwendung von Gewalt und werden ihr Verhältnis ßänbern ^rcu6en
zueinander in direkten Verhandlungen regeln. ÄS
I tungen für bie Volksabstimmung im steht, hier mit ben Führern ber Aborbnungen <5aar gebiet getroffen werben müssen. Die viel- zufammenzutreffen." fach auch in Frankreich zum Ausdruck gekommene
Diese Mitteilung Hendersons bezweckt, die Auf- Auffassung, baß eine Art V e r h a n b l u n g s f o m • merksamkeit auf bie Tatsache zu lenken, baß bie missar bestellt worden sei, ist unzutreffend. Die Abwesenheit verantwortlicher Vertreter ber Mächte Ernennung hat nichts mjt einer vorzeitigen zu einem vollstänbigen ©tillftanb ber Ab- Rückgliederung des Saargebiets zu tun, denn rüstungsverhandlungen geführt hat unb baß daher nach den Bestimmungen bes Versailler Vertrages bie vom Präsibium zuletzt beschlossenen Arbeiten mutz der V ö l k e r b u n b bie Rückgliederung regeln, nicht mehr weitergeführt werben könnten. Im Januar schon wird sich ber Völkerbundsrat mit Henberson will erreichen, baß bie Minister ber ber bevorstehenden Abstimmung befassen müssen. Es Großmächte unverzüglich nach Genf kommen, wird noch mancher Arbeit unb Vorbereitung behüt- um ber Abrüstungskonferenz einen neuen Auftrieb fen, um bie Rückgliederung bes Saargebietes vor zu verleihen. Zweifellos sollen hierburch etwaige allem in wirtschaftlicher unb verwaltungsmäßiger direkte b i p l o m a t i s ch e D e r h a n b l u n g e n zwischen ben Großmächten unter bun- ben unb bas Schwergewicht ber politischen Ent^


