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16.11.1933 Drittes Blatt
 
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Nr. 269 Drittes Blatt

Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Donnerstag, 16. November 1933

der Marne

dem vom

Aus dem Gau Noroheffen.

Leinberger nimmt seine Lehrarbeit auf.

Werte gekämpft? Und sein Blatt will man wohl haben, doch vermanscht soll es werden, versüßt! Nein, nein, Wien hat sich seit Mozart, Beelhoven und Schubert im Taumel der Zeiten dem Klinge klangkitsch verschrieben, es ist ein anderes Wien, als er es suchte! Auf den Bühnen tänzelt man nach Rossinis Melodienbrei, in den Sälen, auf den Ge­sellschaften und in Konzerten regiert der Walzer, der Walzer, der Walzer das ist zuviel der dünnen Musik und will zu der Herzensherbe des Robert Schumann nicht paffen!

Es kommt ein früher Wintertag, und er > hin­ausgewandert vor die Stadt, nur in Gefellfchait feiner Gedanken. Hart beißt ihn der Frost an, und chließlich wird es zu kalt, er möchte irgendwo em» kehren. Ein stilles Gasthaus liegt am Wege, er tritt ein. Niemand ist darin, als ein «unges Model, so hübsch, wie er keine seit seinen Stubenten,ähren in Heidelberg gesehen: blondzöpng, mit roeitem, wippendem Rock und zierlich geschnürten Stöckel- schuhen, mit roten Lippen und strahlendenLaugen die sich senken, wenn er m ihr Gesicht blickt. Sie bringt ihm Speis' und Trank und der Wortlose setzt sich hernach ans Klavier und läßt hervorklmgen unter seinen Händen, was da mag, und m-mn er es auch nicht mag, es kommen ein naar Walzer­takte hinein, und etwas Süße aus Wien ^tmo- nade! pflegt er sonst zu wettern - ^umt mit und gewinnt durch die B-ndung an d.e gütige nn re Durchdringung der Töne. Einmal stockt er, als em Mißklang sich einschleicht, beginnt von vorm stockt roiebcr da summt es neben ihm ein Dutzend Takte weiter, so. wie sie wohl sein konnten,wie er sie nicht sand. Mit Bleistift und Papier sind d.e ofpid) festgehalten, er wendet ßch: do steht das Mädel, die Hände in die Husten gestemmt und wiegt sich im Takt wie frisch wm Sana. Erschrecke und Röte gehen über ihr Gesicht, ste w'll zum Schanktisch fliehen, doch Schumann lächelt he so aut an. daß sie bleibt und meint: -Scho" 'pielen können Sie - so, wie ro<mn s von Schubert wai . Aber ich kenn all seine Lieder und Klavierparts --es ist nicht von ihm!"

Nein, nein!" muß er lachen und erhebt sich,es ist nicht von ihm - und fetzt hoben Sie mir gar neholfen, schönes Kind, es zu Ende m brinoem Berzweifelt bin ich fortaeaanaen aus Wien, ieM ist meinem Herzen froh! Nun fehlt mir nur noch - ja, ich fna'9- ein Kuß von diesen L'vvenI Was er- röten Sie? Mama und Bavo sind ,o doch nicht Da. und niemand wird es wissen'"

Wann hat der Rodert Schumann ein hübsches Mädel nicht in den Arm genommen, wenn es so Zierlich nnr ihm fMnh 'md mnn«ti­

Oer ungeküßte Kuß

Kleine Geschichte um Robert Schumann, oon Walter perfid).

Im Oktober 1838 kommt der deutsche Musiker Robert Schumann mit weitem Herzen und ehrlichen Hoffnungen nach Wien, seiner geliebten Zei schnst zur Pflege deutscher Musik eine neue Entfaltungs­möglichkeit und sich eine Wirkungsstätte zu suchen, die es ihm ermöglichen soll, endlich, endlich Klara Wieck, und sei es auch gegen den Willen des starr­köpfigen Papa Wieck, zu ehelichen.

Was alles hat ihm die Reife von Sachsen bis zur Donaustadt an Glanz und Lockung vorgegaukelt, wie hofft er, empfangen zu werden, hat er doch den Wiener Herren Verlegern in ausführlichen Briefen feine Ankunft dargetan und auf die Werke hingewiefen, die er ihnen bringen werde! Doch als die Postkutfche auf dem Holperpflaster der barocken österreichischen Residenz hält, steht er allein, wie es überall sein Schicksal ist! Keine Hand streckt sich ihm zur Begrüßung entgegen, kein Verleger stürzt auf ihn zu, drückt ihn ans Herz, jubelnd:Meister Wien erwartet Sie mit Ungeduld!" Ein Ver­sehen, sagt sich Schumann, ein paar Versehen! Einer der Verleger wird erkrankt fein, ein anderer mag meinen Brief verkramt haben, einen dritten hat sein Buchhalter vergessen zu erinnern, und der vierte wird die Zeit verschlafen haben. Unglückliche Zufälle spielen mir gern einen Tort! Also geht er erhobenen Hauptes zum Gasthof. Hier hat man ihn erwartet, das .immer ist gerichtet, die Fenster blicken hinab auf einen malerischen Winkelzug der Donau, die späte Herbstsonne golbet über Nuß­baummöbel und mit Stolz klappt der Kellner das Piano auf und zieht sich (Verbeugung) zurück.

Ans Klavier zieht es Schumann, seine Hande oleiten über die Tasten und das Glück, ein neues Leben beginnen zu dürfen, füllt den Raum mit tönen Schnell sind Feder und Papier hergekramt und das Scherzo Opus 32 perlt hinaus und hmab, über alle Passagen...

Doch so übergoldet bleiben die Wiener Tage nicht. Die Herren Verleger bedauern, den deutschen Musi­ker nicht empfangen zu können, wichtige Konferen­zen - manche lassen grob sagen, sowas interessiere Ke nicht. Wenn er ein paar flotte Walzer und Ländler liefern wolle, die zu prüfen werde man immer bereit sein. Tanzschmarrn! sch'mpft Schu­mann vor sich hin-, hat er dafür in ferner Zeitschrift all die Jahre für die Gestaltung der deutschen Musik, der Spönne ans h<*m fn"«--n. f"r erolaen

dornigen Pfad Schritt für Schritt, allein, ohne Un­terstützung der Eltern weitergeht, das hat die große Erzählerin mit Wärme und Leidenschaft erzählt, und niemand wird die kleine Heldin vergessen können.

Zwei FUeger-Bücher.

Gunther Plüschow. Deutscher Seemann und Flieger. Don Jsot Plüschow. Das Lebens­bild des Fliegers von Tsingtau. Mit einem Vor­wort von Bruno Loerzer, Präsident des Deutschen sport-Verdandes. 300 Seiten mit 31 Tafeln. Ganz­leinen 5,80 Mark. Verlag Ullstein, Berlin (452) Gunther Plüschow hat das Buch seines letz­ten Feuerland-Fluges nicht mehr schreiben können. Der Tod erreichte ihn inmitten der Eisberge des Landes, dem er die letzten Jahre seines Lebens ge­widmet hatte. Nun hat Frau Jsot Plüschow, ihres Gatten treuester Kamerad, aus Berichten, Tage- büchern und Notizen des Toten das Leden Gunther Plüschows von der Kindheit an zu einem umfas­senden Bild zusammengefügt. Das konnte nur der Mensch schreiben, dessen Leben Gunther Plüschow ganz erfüllt hat. Noch einmal wird uns Plüschow in seiner

Min. Mannschaft: Linsemann, Dbergren. Reitz, Pe- ters und Baumstieger.

Stabhochsprung: Jung an 3. Stelle mit 3,52 Meter und Unterfelbro. Steines (1. Komp. JR. 15) an 6. Stelle mit 3,35 Meter-, Drei­sprung: Jung an 17. Stelle mit 12,50 Meter; Kugel st oßen. Unterfelbro. Gugel (1. Komp. JR- 15) an 3. Stelle mit 14,32 Meter, und Kilo an 18. Stelle mit 13,02 Meter; Diskuswerfen: Kilo an 5. Stelle mit 42,70 Meter; Schleuder» b a 11 ro e r f e n : Unterfelbro. Gugel an 11. Stelle mit 54,88 Meter; S t e i n st o ß e n: Unterfelbro. Gugel an 9. Stelle mit 8,96 Meter.

Leibesübungen für Frauen und Mädchen in der Deutschen Arbeitsfront.

Wie bas VdZ.-Büro meldet, hat das Amt für Frauensachen im Gesamtverband der deutschen Ar­beiter, der Arbeitersäule der Deutschen Arbeitsfront, jedem Arbeiterverband eine Turn- und Sportlehre­rin zugeteilt. Die Notwendigkeit der körperlichen Er­tüchtigung der Frau, insbesondere der im Beruf stehenden Frau hat auf diese Weise eine wesent- liche Unterstreichung und Förderung erfahren. Dio chaffenden Frauen im Gesamtverband der deutschen Arbeiter sind bei der Erstrebung der nun erreichten Organisierung körperlicher Ertüchtigung der Frauen von dem Gesichtspunkt ausqegangen, daß die körperliche Ertüchtigung des Mannes allem nicht ausreichend fei, wenn die Frau als Trägerin der kommenden Generation ihren Körper ver­nachlässige. Die körperliche Kräftigung sei ebenso er­forderlich auch für die Verhütung von Berufsschäden, wie die Körperübung notwendig wäre für Beseiti­gung schon vorhandener Schäden. Das hohe Ziel fei die Gesunderhaltung des gesamten Organismus nach der Erkenntnis, daß nur in einem gesunden Körper ein gesunder Geist bestehen könne.

Die nun erfolgte Regelung, daß jedem Arbeiter« verbände eine Turn- und Sportlehrerin zugeteilt wurde, werde sich in der Praxis wie folgt aus- wirken: Es werde nicht nur die für die jeweilige Berufsarbeit richtige Ausaleichgymnaftik feftgeftettt und gepflegt werden, sondern es sollen auch auf allen anderen für die Frau geeigneten Sportgebieten Surfe eingerichtet werden. Die Sportabteilung des Amtes für Frauenfachen richtet an die Frauen der deutschen Arbeiterschaft den Appell, in der Freizeit in den Sportgrupppen des Berufsverbandes Gym­nastik, Spiel und Sport zu treiben, in die schöne Umgebung der Städte hinauszuwandern, um da­durch gesund, elastisch und lebensfroh zu bleiben. Die Leibesübungen sollen gleichzeitig für Erhaltung unbber Ölal sind. Lange Zeit waren diese gewaltigen Bewegungen der Bewohner des Wassers in völliges Dunkel gehüllt. Erst in neuerer Zeit hat geduldige und mühselige Forschung i i diese verwickelten Ver­hältnisse einiges Licht gebracht, wenngleich wir von einem völligen Verständnis dieser Encheinungen noch weit entkernt sind. Was uns bisher bekannt ist, hat in meisterhafter Form der Biologe Louis Boule in einem kürzlich englich erschienenen Werk .Fische, ihre Reiftn und Wanderungen" dargestellt. Besonders eingehend beschälligt er sich mit den Lachsen und Aalen, die einem organischen Rhythmus ihrer Vatur folgend, in Millionen und Abermillionen alljährlich durch die Meere ziehen, die Lachse aus dem Dunkel der tiefen Abgründe des Ozeans zu den Oberläufen unserer Ströme und Flüsse, die Aale in grade ent­gegengesetzter Richtung aus den Teichen und anderen Gewässern des Inlands nach den Tiefen der 6ar- gasio-See im Atlantischen Ozean, wo kein Auge bis­her das endgültige Ziel ihrer Zährten beobachten tonnte. Bei diesen Fischen und bei vielen anderen Act n. wie dem Hering, dem Thunsisch, dem Kabel­jau, der Sardine u w., deren Wanderungen kürzer und weniger großartig sind ist der Antrieb, ber ibie ungeheuren Bewegungen leitet und regelt, der dort- pslanzungsdrang. Pros. Roule. der die einze nen Reisestraßen der Fische genau veriolgt bat, versucht auch eine wisienschafllict e Erklärung der zahlreichen Fragen, die mit diesen Wanderungen Zusammen­hängen Seine Hauptantwort ist die, daß ein orga- niicher Instinkt in dem einzelnen Fisch zweifellos zusammenarbeitet mit dem unwiderstehlichen Be ehi der nutzeren Umwelt, und daß die vollkommene Zu­sammenarbeit zwischen diesen beiden Kräften, Die ai gleicher Zeit von autzen und von innen wirken, die riesigen Unternehmungen d.r Fischvölker per- anlatzt und die Erhaltung der Arten sichert. Er führt aus, datz der La c:S in Der Zeit, da er leine Wand er­fahrt antritt, ein stärkeres Atmungsbedürfnis em­pfindet und mehr Sauerstoff in fan Blut aufnehmen will; dadurch wird er dazu getiieben, Gewässer auf­zusuchen deren Sauerstoff-Gehalt von ihm in grö­beren Mengen ausgenommen werden kann, als es in den Tiefen des Ozeans möglich ist. Diese neue Lebensbedingungen sind von größter Bedeutung kur den Ausbau einer gesunden Aachlommenschalt Wenn also Diele Wanderungen in gewisser Hinsicht auto­matisch erfolgen, so lehnt do o Pros. 8pule eine all^u mechanistische Lösung dieses grohen Rätsels ab. In dem harmonischen Ineinandergrei en von Instinkt und äuberem Drang steht er die Offenbarung eines Geistes in der Ratur, der sich in allen Einzelheiten wunderbar zweckvoll entfaltet

Politik und Geschichte.

_ Heinrich von Trcitschke: Deutsche Geschichte im 19. Jahrhundert. Mit einer Einführung von Alfred Rosenberg. Heraus­gegeben und bearbeitet von Klaus Gundelach. Mit vielen zeitgenössischen Bildern, Ganzleinen 4,80 Mark. Safari-Verlag GmbH., Berlin W 57. (454.) Treitschkes grundlegendes Werk preußisch- deutscher Geschichtsüberlieferung ist in einbändiger, reich mit Bildern ausgestattete'r Volksausgabe her- ausgebracht worden. Treitschke ist, wie Alfred R o» f e n b c r g in seiner Einführung ausdrücklich betont, als ein Vorläufer des Nationalsozialismus anzu­sehen. Als ein Vorbild nationaler Gesinnung kann er mit feinerDeutschen Geschichte" die Aufgabe für sich in Anspruch nehmen, befruchtend auf die heutige und die kommende Generation einzuwirken. Sein stolzes Nationalbewußtsein, sein Kampf ge­gen den Liberalismus und gegen den Einfluß des Judentums und (ein heißer Wunsch auf Ablösung der unseligen Kleinstaaterei durch einen starken Einheitsstaat stimmt mit den im neuen Reich ver­tretenen Anschauungen von Volk und Staat völlig überein. Die vorliegende, von Klaus Gunde lach bearbeitete, nur von nebensächlichen Zeiterscheinun­gen entlastete Ausgabe enthält im Lexikonformat über 832 Textseiten, zu denen sich viele zeitgenös­sische Abbildungen hinzugesellen. Trotzdem betragt der Verkaufspreis für die Ausgabe nur 4,80 Mark. Dadurch wird erreicht, daß dieses klassische Geschichts­werk, das die Aufgabe hat, das deutsche Volk, ins­besondere auch die junge Generation, mit der Ge­schichte ihrer Väter vertraut zu machen und das die Mission zu erfüllen hat, am großen Erziehungs» werk des deutschen Volkes mitzuhelfen, die wün­schenswerte Verbreitung in allen Volkskreisen (in-

Neues für den Bücherüsü,

den wird. _ , ,

Erich Czech - Jochberg: Deutsche Geschichte nationalsozialistisch ge = sehe n. Ganzleinen 4,80 Mark. Philipp Reclam jr., Verlag, Leipzig, und VerlagDas neue Deutsch­land", Leipzig. (460.) Dieses Werk ist nicht Gelehrtenarbeit, sondern künstlerische Gestaltung des deutschen Schicksals aus dem Weltbild und Wollen des Nationalsozialismus. Es will nicht bloß beleh­ren sondern aufrütteln und packen in einer lebendi­gen, farbigen Erzählung, die alle Phasen unserer Geschichte die Zeiten des Glanzes und der Größe, des Niedergangs und der Schmach zum erschütternden Erlebnis werden läßt. Die Grund­sätze, die Reichsminister Dr. Frick für die geschicht­liche Erziehung unseres Volkes aufgestellt hat, sind hier lebendig angewandt. Czech-Jochderg, der Autor vieler erfolgreicher nationalsozialistischer Bücher, schuf hiermit ein Werk von größtem Umkreis: Von der germanischen Vorgeschichte bis zur nationalen Erhebung unserer Tage spannt sich der Bogen deut­schen Schicksals, von Hermann dem Cherusker bis auf Adolf Hitler sind alle Führer Der deutschen Ge­schichte in lebensvollen Charakteristiken durchleuch­tet Viele Ereignisse und Gestalten erfahren Dabei eine neue Wertung. Den breitesten Raum nimmt Die Darstellung Der neuesten Geschichte seit Bis­marck ein, da sie ganz unmittelbar unsere heutige Lage verstehen lehrt. Die politische Vorgeschichte des Weltkrieges, der Weltkrieg selbst in Jelnem politischen und strategischen Verlauf schlacht gilt ein besonderes Kapitel, die Friedens Verhandlungen, dieRevolution" von 1918 und Cie 3cit der deutschen Erniedrigung bis zum Sieg des Nationalsozialismus all das wirkt im Zuge die­ser Schilderung wie ein gewaltiges Drama vom Niedergang und Aufstieg eines Volkes.

Dr JosephGoebdels, RevolutionDer D e u t s ch e n, 14 Jahre Nationalsozialismus. Goeb­belsreden mit einleitenden Zeitbildern von Hem Schlecht (Referent in Der Reichspropagandaleltung Der NSDAP.) (Verlag Gerhard Stallmg, Oldenburg i O Mit 7 Bildtafeln. Kartoniert 3,80 Mk., in Ganzleinen 4,80 Mk.) (466). - Das Werk entha di- historisch bedeutsamsten politischen Reden, mit

seltenen Mischung von abenteuerlichem Draufgänger­tum und strengem Pflichtbewußtsein nahegebracht. Zum Vorbild für die Heranwachsende Jugend, zur freudigen Erinnerung für die 700 000 Freunde seiner Bücher.

Elly Beinhorn - 1 8 0 6 t u n D e n ü b et Afrika Mit 51 Abbildungen in Kupfertiefdruck. Kart. 2,75 Mark. (353) Ein temperament­volles Büchlein, in dem Elly Beinhorn von ihrem großen Afrikaflug erzählt. An abenteuerlichen und heiteren Erlebnissen ist kein Mangel. Riesige Storch­schwärme gefährden ihren Flug. Eifrig stellt sie Giraffen, Nashörnern, Elefanten, Löwen und son­stigem Getier mit Gewehr und Kamera nach. Sie besucht die Goldsucher am Lupa-River, die Karakul­schaf-Farmen in Südwest, nimmt an einer Sonnen» roenDfeier der dortigen Pfadfinder teil, wird in Casablanca wegen Tabakschmuggels bestraft, sieht sich in der Regenzeit zu langer unfreiwilliger Rast in unwirtlicher Gegend genötigt, kommt aber schließ­lich, allen Hindernissen zum Trotz, wohlbehalten mit ihrer kleinenHeinkel" nach Berlin zuruck. Ein schneidiger Flug! Eine Tat, die allgemeinen Bei­fall gefunden hat und Die befonDers Der deutschen Jugend ein Ansporn sein möge.

gen wird.

1900 mit 4 Staffel- und 14 Einzel- Leistungen in derBesten-Liste des WSV.

Die dieser Tage veröffentlichte Lifte Der 20 Besten im ©airoerbanb des WSV. (Westdeutscher Spiel- oerbanD) rückt die 1900er Leichtathletik wieder ins günstigste Licht. Die Statistik zeigt auf, daß Die Spieloereinigung 1900 zur ersten Klaffe Der west- Deutfchen Leichtathletik-Vereine zählt und in der Gesamtwertung eine Reihe bekannter Großstadtver- eine hinter sich läßt. Eine höchst erfreuliche Tatsache ist dabei, daß 1900 nicht nur eine sehr ansprechende Zahl von Einzelkönnern stellt, sondern daß auch die Leistungen von vier Staffelmannschaften Be­rücksichtigung finden konnten. Ein schönes Zeugnis von Gemeinschaftssinn und ein guter Beweis für Das vorhandene Leistungsniveau. Nachstehend Die einzelnen in Frage kommenden Wettbewerbe mit Der Rangangabe:

Stauen:

4X100-Meter-Staffel: ll.Stelle mit 56,3 Sek. Mannschaft: Frl. Nickel, Frl. Lippert, Frl. Diehl und Frl. Hublitz.

Männer:

200 Meter: Eidracher 15. mit 22,6 Sek.; 5000 Meter: Schaaf 20. mit 16:24,4 Min.; 10 000 Meter: Gerhardt 6. mit 34:17,9 Min.; Marathon: Gerhardt 2. mit 3:00:55,1 Stdn.; 400 Meter Hürden: Jung «6. mit 58,8 Sek.; 3000 Meter Hindernis: Baumstieger 8. mit 10:28,4 Min.

4X100 Meter: 19. Stelle mit 44,8 Sek. Mannschaft: Felsing, Eldracher, Tietz und W. Mül­ler- 4 X 400 Meter: 20. Stelle mit 3:42,2 Sek. Mannschaft: Peters, Baumstieger, Bepperling und Jung; 4 X 1 500 Meter: 13. Stelle mit 18:26 lustig, wie er sie anblickt, seine kluge Stirn ist überglänzt vom Sinn des Schalks, Doch seine Zuge fragen trotzdem ihren inneren, stillen und unnenn­baren Ernst und schon Die leisen Zeichen Der schlummernDen Schwermut. Er spürt, Daß wohl noch niemand dies Dem Mädel da sagte nun, umso verlockender ist es, Der erste zu fein, der diese anften Lippen auf Die seinen sich pressen fühlt, und er will auf Die Erschreckte zugehen unD ihr zeigen, Daß sie nicht Angst zu haben braucht, daß ein Kuß eine heiße, brennende Gabe ist da klingt ein leiser Ton Durch Den Raum, ein vergesse­ner' Ton, ein Ton, Der bei Der eben verzeichneten Passage fehlte quillt auf unter langen HänDen, Die Schumann fo gut kennt, Die jeDe Taste be­herrschen, als sei unter dem Elfenbein ein ganzes Orchester verborgen: Klara Wiecks Hände sind es, Die geliebten, verehrten, und er muß dem Ton nacheilen ihn nicht wieder zu verlieren! Schon steht er am Klavier, schlägt an, gleitet nochmals die Passage auf und ab, ja, es ist gut, es klingt wie Hfcr Zauber er zeichnet die Note auf das Paoier und wendet sich aurafmenb um zu dem Mädchen, Die Diesen seltsamen Menschen nun gar- nicht mehr versteht, nur gepackt ist von seinem fremDen, unDeutbaren Genius.

Er lächelt ihr entgegen, kommt langsam unD brüderlich näher, nimmt wortlos ihren schöngeform- ten Kopf in Die HänDe und küßt sie sanft auf die Stirn. . ..

Sie sind so verlockend schön", sagt, er, ihr in Die tiefen Augen blickend,daß es Sünde wäre, den ersten Schmelz von Ihnen fortzukussen! Dazu hat nur ein Recht, wer sein ganzes Leben dafür f eben ft! Das mein» gehört mir nicht mehr Frau Musika und ein Mädchen in Leipzig besitzen mein ganzes Herz. Und so mögen Sie vielleicht, wenn ich rorher fort bin, noch dann und wann einen kleinen G-- danken zu mir senden, wenn Sie die Arabeske hören ober spielen werden, die ich hier komponierte. Dann denken Sie an Robert Schumann!"

So ist es gekommen, daß die große Wiener Ent- täufchung Robert Schumanns ihn doch mit schönen Melodien -beschenkte, in denen leise die Wiener Walzer mitklingen, denen er so böse war und die ihn doch insgeheim bezauberten!

Mlkerwanderunge der Z.sche.

Wir willen, daß viele Fifcharten zu bestimmten Jahreszeiten erstaunliche Wanderungen unterneh­men mit dem einzigen Ziel, ihre Art svrtzupffa 'gen. Wir willen auch, datz die Fische, derenVölker- wandern na en" am großartigsten verlaufen, der Lack>^

denen Dr. Goebbels als Reichspropagandaleiter der NSDAP, in den vergangenen Kampftahren im Brennpunkt der politischen Entscheidungen stand und die revolutionären und in der nationalsozialistischen Weltanschauung begründeten Parolen Der neuen Staatsführung zum Ausdruck bringen. Es erstehen noch einmal alle Phasen des Kampfes, den Der Na­tionalsozialismus im Ringen um das neue Deutsch- lanD zu bestehen hatte. Die ReDen schlugen der Idee die Bresche und führten die entwurzelten Arbeitec- maffen zur Nation zurück. In verbindenden Zeit­bildern hat es der Herausgeber verstanden, die Pec- onlichkeit von Dr. Goebbels so zu schildern, wie sie vierzehn schwere Jahre hindurch auf Den Barrikaden Der Deutschen Revolution stand und wie sie von Der alten Garde des Nationalsozialismus miterlebt wurde.

Gottfried Neeße. Brevier eines jun­gen Nationalsozialisten. Verlag Gerhard Stalling, Oldenburg i. O., Preis 1,20 Mk. (375).Ueber- zeugt von der Notwendigkeit, aus der Jugend des Nationalismus Nufer und Künder zu weitem gibt Der Herausgeber DerSchriften an Die Nation" hier einem Zweiundzwanzigjährigen Das Wort zum Be­kenntnis Der neuen geistigen Haltung, Die Dieser Ju­gend Ziel und Gebot ist. In der Dreiheit von Na­tionalismus, Sozialismus und Idealismus formt sich der neue konservative Gedanke, gegründet auf Wille, Glaube und Gelöbnis.

Aus fremöen Literaturen.

Gunnar ©unnarffon: Die Eid- drüber Roman ber ersten Jslanbsiebler. Aus Dem Dänischen übersetzt von Erwin Magnus. Leinen- 4,80 Mark. Verlag Albert ßangen/Oeorg Müller, München. 1933. (391.) Voll Humor unb frischer Kraft erzählt bieser Roman vom alt- norbischen Volks- unb Seefahrerleben: bie Bluts- brüderschaft zweier Häuptlingssöhne, Jugendstreiche, abenteuerliche Wikingerfahrten, Kampf zwischen Götterglaube unb Christentum unb bie Besieblung Islands burch bie aus Norwegen Vertriebenen. Ingolf unb Leif, Helga unb Halveig, vier blutvoll lebenbige Gestalten sinb bie Hauptträger ber Hand­lung: Der stolze, besonnene Ingolf, ber bie Würbe seines Geschlechtes maßvoll und tapfer wahrt; der tollkühne Leif, den ein abenteuerliches Blut in Die FremDe und in jähe Gefahren treibt; Die heimat­verwurzelte, hingehende Helga, die nur in der Liebe zu Leif lebt; und Die ruhige, felbstbeherrfchte Halveig, die aus ihrem mütterlich-fraulichem Wesen tiefe und beständige Kraft ausstrahlt aus alle, Die um sie sind sie verkörpern, jedes auf seine Weise, , Die ewigen Wesenszüge germanischen Menschen­tums. Eine bis in Einzelheiten historisch g treue Kenntnis des Alltagslebens jener Zeit ist mit un­auffälliger Kunst in das Geschehen hinemverwoben. Wir sehen Die Sklaven und Unfreien bei ihrer täg­lichen Arbeit, Die freien Männer auf JagD und Beutefahrt und bei fröhlichem Umtrunk in Der Halle, wo auf Dem Hochsitz unter Den Götterbildern Der Häuptling thront, wir nehmen teil an den Kampfspielen, Den Opfer-festen unD Totenbestattun­gen. Die tausendjährige Ueberlieferung Islands wird in allem Geschehet, in allen Gestalten leben- Dag; Die alten Sagen Des isländischen Volkes, bas in Gunnarsson seinen gegenwärtigen Dichter ge­funden hat, leben in diesen Helden unb grauen, bie lautere Urbilder germanischen Wesens sind.

Jo van Ammers-Küller. Der hornige Pfab. Ein Buch für junge Menschen. Aus bem Hollänbischen übertragen von Herrn. W. Michaelsen. Leinen geb. 3,60 Mk. Carl Schünemann, Verlag, Beinen. (496). Von ber Begeisterungsfähigkeit, ber Dpferfreubigteit ber Jugenb hanbelt biefes Buch, bas beu dornigen Pfad einer jungen, begabten Künst­lerin beschreibt. Wie sich diese Lucy Kooistra aus der Enge ber Kleinstabt unb den hausbackenen An­schauungen ihrer Familie losreißt und sich ent­schließt, Künstlerin zu werden, wie sie in den Jnfla- tionstoumel von Berlin aerät und hier, mitten im Bohemeleben ber Weltstadt, weiterkämpft und den

Der Exfürther Ludwig Leinberger steht Gau XII (Nordhessen) des DFB. in der Zeit 3. bis 19. Dezember zur Lehrtätigkeit zur Verfü­gung. Der erste Kursus wird in Kassel abgehalten unb zwar steht Leinberger vormittags erwerbs­losen Spielern Der Gauliga unD Bezirksklasse, nach­mittags Den Jugenblichen unb abenbs ben Spitzen­spielern ber Gauliga unb Bezirksklasse zur Verfü­gung. Um Kosten zu sparen, findet fein Zusammen­ziehen von Spielern auf bestimmte Zeitbauer statt. Den Abschluß ber Lehrkurse bilbet ein Spiel ber besten Teilnehmer, bas am 20. Dezember ausgetra-