Ausgabe 
16.10.1933 Erstes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

ren

ton,

von

Der Lügenseldzug gegen Deutschland

zeichnen läßt, sondern daß dann die letzte Schuld am Kriege am ehesten noch aus dem Inhalt eines solchen Diktates festzustellen ist!

Das deutsche Volk ist zutiefst überzeugt

DeMland Zollwerk der europäischen Kultur gegen den Bolschewismus.

Des Reichskanzlers Appell an die Gutwilligen und Friedensliebenden in aller Welt.

Schuldlosigkeit am

Kriege. Ls mögen die anderen Teilnehmer an diesem tragischen Unglück ohne weiteres d i e gleiche Ueberzeugung hegen. Um wie viel notwendiger aber ist es dann, sich überall zu bemühen, daß aus einer solchen überzeugten Schuldlosigkeit aller nicht erst recht eine dau­ernde Feindschaft für immer wird, und daß die Erinnerungen an diese Katastrophe der Völker zu dem Zwecke nicht auch noch künstlich konserviert werden, da durch eine unnatürliche Verewigung der BegriffeSieger" undBe­siegte" eine ewige Rechtsungleich­heit entsteht, die die einen mit begreiflichem Hochmut, die anderen aber mit bitterem Grimm erfüllt.

Ls ist kein Zufall, daß nach einer auf so lange Zeit künstlich hinausgezogenen Erkrankung .der Menschheit gewisse Folgen in Erscheinung treten müssen. Einem erschütternden Verfall des wirt­schaftlichen Lebens folgte ein nicht minder bedroh-

Diese Welt aber, der wir nichts zuleide tun und von der wir nur eines wünschen, daß sie uns friedlich arbeiten lassen möge, verfolgt uns seit Monaten mit einer Flut von Lügen und Verleumdungen, während sich in Deutschland eine Revolution vollzog, die nicht wie die fran- zöfische oder russische Hekatomben an menschen abschlochtete, die nicht Geiseln ermordete, die nicht wie der Kommunardenanfstand in Paris oder die rote Revolution In Bayern und Un­garn Kulturbaulen und kunstwerle vernichtete, sondern bei der im Gegenteil nicht ein einziges Schauseuster zertrümmert, kein Geschoß geplün­dert und kein Haus beschädigt wurde, verbreiten gewissenlose Hetzer eine Jlut von GrevelmSr- <t*n, die nut verglichen werden können mit den von den gleichen Elementen fabrizierten Lügen zu Beginn des Krieges!

Zehntausende Amerikaner, Engländer und Fron- losen lind in diesen Monaten in Deutschland tu. mcjen und konnten mit eigenen Augen die Fcsl- ltellung treffen, daß cs fein Land der Welt gibt mit mehr Ruhe und mehr Ord­

nung als das heutige Deutschland, daß in keinem Lande der Welt die Person und das Eigentum höher respektiert werden können yls in Deutschland, daß allerdings auch vielleicht in fei­nem Lande der Welt ein schärferer Kampf geführt wird gegen diejenigen, die als verbreche- rische Elemente glauben, chre niederen Instinkte .zu ungunsten ihrer Mitmenschen frei austoben lassen zu können. Diese ukd ihre kommunistischen Helfers- Helfer sind es, die sich heute als Emigranten be- mühen, ehrliche und anständige Völker gegeneinan­der zu Hetzen. Das deutsche Volk hat keine Ver- anlassung, die übrige Welt um diesen Gewinn zu beneiden. Wir sind überzeugt, daß wenige Fahre genügen werden, um den ehrliebenden Angehöri­gen der anderen Völker gründlich die Augen zu öffnen über den inneren Wert jener unwürdigen Ele­mente, die unter der wirksamen Flagge des poli- tischen Flüchtlings die Gebiete ihrer mehr oder weniger großen wirtschaftlichen Skrupellosigkeit räumten.'

Was würde aber diese Welt wohl über Deutsch­land sagen, wenn wir h i e r e t w o zugunsten eines Subjektes, da» des britische Parlament in Brand -u stecken versucht hätte, eine

Jt t m e »e behauptet, daß der Kanzler mit den Methoden, mit denen er in der inneren Politik gu­ten Erfolg gehabt hat, in die auswärtigen Ange­legenheiten einzukehren versuche. Die Kundgebung an das deutsche Volk enthalte einige offenbare und allgemeine Wahrheiten, die jeder unterschrei- den könne. Aber das meiste falle nicht ins Gewicht angesichts der verhältnismäßig geringen Meinungs­verschiedenheiten. die in Genf erörtert wurden. Auch die Rundfunkansprache habe nichts enthalten, was einen Bruch gerade im jetzigen Augenblick gerecht- fertigt hätte. Die erste Pflicht des Völkerbundes sei, alles Gerede von einer drohenden Kriegsgefahr zu unterlassen.

Die Meinung in Washington.

Washington, 15. Oft (DTB. Funkspruch.) Regierungsbeamte drückten ihre Zustimmung dazu aus, eine zeitweise Aussetzung der all­gemeinen Abrüstungsbesprechungen zu empfehlen, aber einer endgültigen Vertagung sich entschieden zu widersetzen. Morman Davis sei ermächtigt, einer solchen Empfehlung zuzustimmen. Die zeitweilige Aussetzung wird als wünschenswert betrachtet, um die Staatsmänner in Stand zu setzen, eine Lösung auszuarbeiten, fall» sie über­haupt möglich sei. In offiziellen Kreisen ist man der Ansicht, daß Deutschland nicht, wenigstens nicht für längere Zeit, an den Verhandlungstisch der Abrüstungskonferenz zurückgebracht werden könne. Man hält es aber für notwendig, daß die Konfe- renz vor dem Zusammenbruch bewahrt wird, der den Beginn eines großen internationalen Wettrüstens bedeuten würde.

licher allgemeinpolitisck)er. Was hatte der Weltkrieg aber überhaupt für einen Sinn, wenn die Folgen nicht nur für die Besiegten, sondern auch für die Sieger nur in einer endlosen Reihe wirtschaftlicher Katastrophen in Er­scheinung treten? Die Wohlfahrt der Völker ist nicht größer und ihr politisches Bild und ihre menschliche Zufriedenheit sind wirklich nicht inniger und tiefer geworden! Erwerbslosenarmeen entwickelten sich zu einem neuen Stande der Ge­sellschaft. Und so wie wirtschaftlich das Gefüge der Nationen erschüttert wird, beginnt sich auch ihr aesellschaflliches allmählich zu lockern. Unter dielen Auswirkungen des Friedensoertrages und der da- durch bedingten allgemeinen Unsicherheit hatte am meisten Deutschland xu leiden. Die Zahl der Erwerbslosen stieg a u f e i n D r i t t e l der normal im Erwerbsleben der Nation stehenden Menschen. Das heißt aber, daß in Deutschland unter Ein- rechnung der Familienmitglieder rund 2 0 Mil- Honen Menschen von 65 Millionen ohne jede Existenz einer aussichtslosen Zu- unft entgegenstierten. Es war nur eine Frage der Zeit, wann dieses Heer der wirtschaftlich Enterbten zu einer Armee politisch und gesell­schaftlich der Welt entfremdeter Fa­natiker werden mußte!

I Untersuchungskomödle aufführen ließen, deren ein­ziger Sinn nur der sein könnte, die britische Justiz und ihre Richter unter den Wert eines solchen Halunken zu stellen. Als Deutscher und National- I sozialift hätte ich kein Interesse daran, in Deutsch- land für einen Ausländer einzutreten, der in Eng- I land den Staat und die dortigen Gesetze zu unter« I minieren versuch! oder gar der baulichen Äeprä. I sentation der englischen Verfassung mit Feuer zu- I leibegeht Und selbst wenn dieses Subic ft dann- welche Schande uns Goll ersparen möge ein Deutscher wäre, würden wir es nicht decken, sondern nur a u f das tiefste bedauern, daß uns ein solches Unglück treffen mußte, und nur Iincn Wunsch hegen, daß die brllische Justiz I me Menschheit unbarmherzig von einem solchen I «chadling befreien möge.

Wir besitzen aber auch umgekehrt Ehre genp^, um empört zu fein über da» Schauspiel, da», von obskuren Elementen angeregt der Beschä­mung und Entwürdigung de» obersten deutschen Gerichtshof» dienen soll. Und wir sind tief traurig bei dem Gedanken, daß durch solche m et hoben Völker verhetzt und entfremdet werben, von denen wir wissen, daß sie inner­lich turmhoch über diesen Elementen stehen, Völker, die wir achten wollen und mit denen wir in aufrichtiger Freundschaft Zu­sammenleben möchten.

Es ist diesen verderblichen und minderwertigen «udjekton gelungen, in der Well eine Psychose her« oorzurufen, deren innere krankhafte hysterische Zwie­spältigkeit geradezu klassisch aufgezeigt werden kann:

I Denn dieselben Elemente, die auf der einen Seite I über dieUnterdrückung" und ..Tyrannisierung" des armen deutschen Volke» durch die nalionalsozia- I listischen Machthaber jammern, erklären auf der anderen mit unverfrorener Unbekümmertheit, daß I die Beteuerungen der Friedensliebe in Deutschland I deshalb belanglos feien, weil sie nur ein paar I nationalsozialistische Minister oder der Reichskanz» | ler aussprächen, während im Volk der wilde Kriegs« Seist tobe. So ist es: Nach Bedarf wird das deutsch» lolk als bedauernswert unglücklich und unterdrückt, I bald wieder als brutal vnb angriffwütig der Welt oorgeftellt.

Ich fasse es als Zeichen eine» edleren Gerechttg« keitssinnes auf, daß der französische Ministerpräfl- dent D a l a b i e r in seiner letzten Rede Dort« des Geistes eines versöhnlichen Der« stehens gefunden hat, für die ihm unzählige Mll« lionen Deutsche innerlich dankbar sind. Das natic» nalsozialistische Deutschland hat keinen anderen Wunsch als den Wettlauf der europäischen Völker wieder auf die Gebiete hinzulenken, auf denen fto der ganzen Menschheit in der edelsten gegenfeitigen Rivalität Jene unerhörten Güter der Zivilisation, der Kultur und Kunst gegeben haben, die das Bild der Welt heute bereichern und verschönern. Ebenso nehmen wir in hoffnungsvoller Bewegtheit von der Versicherung Kenntnis, daß die französisch« Regierung unter ihrem jetzigen Chef nicht b e absichtigt, das deutsche Volk zu tre­ten oder zu demütigen. Wir sind ergriffen I bei dem Hinweis auf die leider nur zu traurige Wahrheit, daß diese beiden großen Völker so oft in der Geschichte das Blut ihrer besten Jünglinge und Männer auf den Schlachtfeldern geopfert haben. Ich spreche im Namen des ganzen deutschen Volkes, wenn ich versichere, daß wir alle von dem aufrichtigen Wunsche erfüllt sind, eine Feindschaft auszutilgen, die in ihren Opfern in keinem Verhältnis steht zu irgend­einem möglichen Gewinn. Das deutsche Volk ist überzeugt, daß seine Waffenehre in tausend Schlack), ten und Gefechten rein und makellos geblieben ist, genau so wie wir auch im französischen Soldaten nur unseren allen, ober ruhmreichen Gegner sehen. Wir und das ganze deutsche Volk würden alle glücklich sein bei dem Gedanken, den Kindern und Kindeskindern unseres Volkes das zu ersparen, was wir selbst als ehrenhafte Männer in bitter langen Jahren an Leid und Dualen ansehen und selbst er­dulden mußten.

Die Geschichte der letzten 150 Jahre sollte durch all ihren wechselvollen verlaus hindurch die beiden Völker über da» eine belehrt haben, daß wesentliche verändemngen von Dauer bei allem vluteinsah nicht mehr möglich sind. Al» Nationalsozialist lehne ich e» mit all meinen Anhängern aber au» unseren nationalen Prin­zipien heraus ab, Menschen eine» frem­den Volke», die uns doch nicht lieben wer­den. mit Blut und Leben derer zu gewinnen, die uns lieb und teuer sind. E» würde ein ge­waltiges Ereignis für die ganze Menschheit fein, wenn die beiden Völker einmal für im­mer die Gewalt au» ihrem gemein­samen Leben verbannen möchten. Da» deutsche Volk ist dazu bereit Indem wir frei­mütig die Rechte geltend machen, die uas nach den Verträgen selbst gegeben sind, will ich aber genau so freimütig erklären, daß es darüber hinaus zwischen den beiden Ländern keine territorialen Konflikte mehr für Deutschland gibt Rach der Rückkehr de» Saargebietes zum Reich könnte nur ein Wahn­sinniger an die Möglichkeit eine» Krieges zwi­schen den beiden Staaten denken, für den von uns aus gesehen, bann kein moralisch ober vernünftig zu rechtfertigen- ber Grunb mehr vorhanben ist. Denn nlemanb könnte verlangen, baß. um eine Kor­rektur ber derzeitigen Grenzen von problemati­schem Umfange und ebensolchem Wert zu er­reichen. eine Millionenzahl blühender Men­schenleben vernichtet würbe!

Wenn der französische Ministerpräsident aber fragt, warum bann bie deutsche Ju­gend marschiere und in Reih und Glied antritt, bann nicht um gegen Frankreich zu demon­strieren. sondern um jene politische Willensbildung zu zeigen und zu dokumentieren, die z u r N i e d e r- werfung des Kommunismus notwendig war und zur Niederhaltung des Kommunismus notwendig fein wird. Es gibt in Deutsch­land nur einen Waffenträger, und die» ist die Armee. Und es gibt umgekehrt für die national­sozialistischen Organisationen nur einen Feind, und dies ist der Kommunismus. Die Well muß sich aber damit ab finden, daß das deuftch« Volk für seine innere Organisation zur Bewahrung unseres Volkes vor dieser Gefahr diejenigen Fov- men wählt, die allein einen Erfolg gerantieren können. Wenn die übrige Welt sich in unzerstör­baren Festungen verschanzt, ungeheure Ftuggelcknoa- der baut, Riesentanks konstruiert, enorme Geschütz« gietzt, kann sie nicht von einer Bedrohung redei^ weil deutsche Nationalsozialist«« gänzlich was«

hätte es ihr nicht gelingen können, unser Volk vor der letzten Katastrophe zu retten. Sie ist diesem Ideengut nicht nur in der Zeit ihres Kampfes um die Macht, sondern auch in ber Zeit des Besitzes der Macht treu geblieben. Was immer sich an Verworfenheit, ehrloser Gesinnung, an Betrug und Korruption in unserem Volke seit dem unseligen Vertrage von Versailles angesammelt halte, wurde von uns angegriffen und bekämpft. Diese Bewegung verpflichtete sich der Aufgabe, ohne Ansehen der Person Treue, Glauben und Anständig­keit wieder in ihre Rechte einzusehen.

Seit acht Monaten führen wir einen heroischen Kampf gegen die kommunistische Bedrohung unse­res Volkes, die Verrottung unserer Kultur, Zer­setzung unlerer Kunst und Vergiftung unserer öffent- lichen Moral. Der Leugnung von Gott, der Be- schimpfung der Religion haben wir ein Ende ge- fefct 2ßir sind ber Vorsehung zu bemütigem Danke verpflichtet, baß sie unseren Kampf gegen die Not der Arbeitslosigkeit, für die Rettung des deutschen Bauern nicht erfolglos sein ließ. Im Zuge eines Programme, für dessen Durchführung wir vier Jahre errechneten, sind in knapp acht Mona- ten von 6 Millionen Arbeitslosen über 2,2 5 Millionen wieder einer nützlichen Produktion zugeführt worden.

Der beste Zeuge für diese ungeheure Leistung ist das deutsche Volk selbst. Es wird ber Welt be­weisen, wie sehr es hinter einem Regiment steht, bas kein anberes Ziel kennt als mit Werken fried­licher Arbeit und gesitteter Kultur mitzuhelfen am Wiederaufbau einer heute wenig glücklichen Welt.

m a ch t e p a k t e s auf die Befeitigung der Schmie- rigfeiten hinzuarbeiten.2JI o r n i n a $ o ft" er­klärt- Deutschland hatte das Gefühl, in der Frage der Gleichberechtigung von Europa zum Nar­ren gehalten xu werden, da ein Zugeständnis, bas acht Jahre aufgeschoben werden soll, wenig ober gar keinen Wert besitzt. Unter Hin- weis auf bie Erklärung be» Reichskanzlers, daß bie deutsche Regierung bereit ist, über die Regelung aller Meinungsverschiedenheiten mit den an- deren Nationen zu. verhandeln, sagt das Blatt: wenn die maßgebenden französischen Stellen ebenso klaren Kopf behalten wie früher, bann werden sie es vielleicht als e in e E r - leichterung empfinden, von den Umständlich, feiten ber Abrüstungskonferenz befreit und in der Lage zu sein, über realere Dinae zu ver­handeln. Wir hoffen daher, daß Herrn Hitlers Einladung angenommen werden wird. Musso- linis Viermächtepakt könnte als eine Grundlage dienen.

Der liberaleNews Ehronicle" schreibt: Herrn Hitlers friedbertige Erklärungen deuten of­ensichtlich darauf hin, daß die Tur nicht un­widerruflich geschlossen ift Folgende Dinge sind notwendig, solange es noch nicht zu pät ist: Die Abrüstungskonvention muß fertig- gestellt werden, die Stadien der Abrüstung müf- en festgesetzt werden, die verbotenen Waffen müf- en bezeichnet werden, bie Untersuchungskommis- ion muß ausgestellt unb bie vierjährige Probe- eii muß oerfunbet werben. Wenn dies geschehen ift, aber nicht vorher, wirb es für Deutschlanb nicht länger möglich sein zu sagen, baß bie anberen Mächte niemals haben abrüsten wallen, ober baß es eingekreist ift

Rom hofft auf Verständigung.

Rom, 15. Oft. (111.) In amtlichen italieni­schen Kreisen sind die Beschlüsse der deutschen Re­gierung zwar unerwartet gekommen, jedoch m i t größter Ruhe ausgenommen worden. Man leugnet nicht, daß bie Beschlüsse schwerwiegen­der Natur sind. Jedoch bleibe zu prüfen, wie man zu einer Verständigung gelangen könne. Die Rede iabolf Hitlers an das deutsche Volk schließe nicht alle Türen, da in ihr in kategorischer Werse auch der Wunsch ousgcdruckt werde, an ber friedlichen Zusammenarbeit teilzunehmen. In amtlichen italienischen Kreisen erkennt man, daß mit dem Austritt Deutschlands die Abrüstungs- konserenz chre Sitzungen nicht fortführen kann und daß ein Aufschub unerläßlich ist. unb zwar in ber Erwartung, d< sich bie notwendigen Be- bingungen wieder ergeben, da» gesamte Problem von neuem zu prüfen.

Londoner preffsstimmen.

London, 16. Oft. (WTB.-Funkspruch.) Die Morgenpresse bespricht bie Loge, bie burch Deutsch- lanbs Schritt entstanden ist, mit betonter Kaltblütig­keit. Sie zeigt bas Bestreben nach objektiver Be­trachtungsweise und nach Würdigung der deutschen Beweggründe. Vielfach wird auf die Möglichkeit hingewiesen, unter Benutzung des Vier-

Berlin, 14. Oft. (WTB.) Am Samstag sprach der Reichskanzler im Rundfunk über die Maßnah­men der Reichsreaieruna zum deutschen Volk unb zur Weltöffentlichkeit. Dabei führte er folgenbes aus:

SUs im November 1918 in vertrauensvoller Gläubigkeit auf bie in ben 14 Punkten bes Präsi­denten Wilson niebergelegten Zusicherungen bas beutsche Volk bie Waffen senkte, fanb ein unseliges Ringen sein Enbe, für bas wohl einzelne Staats­männer, aber sicher nicht bie Völker, ver­antwortlich gemacht werben konnten. Das beutsche Volk hat nur beshalb so helbenmütig gefochten, weil es heilig überzeugt war. zu Unrecht ange­griffen unb bamit zu Recht im Kampfe zu sein.

Von ber Größe ber Opfer, bie es bamals fast nur auf sich selbst allein gestellt bringen mußte, hatten die anberen Nationen feine Vorstellung. Hätte in biesen Monaten bie Welt in fairer Weise dem niebergefunfenen Gegner bie Hand gegeben, so würben vieles Leib unb zahllose Enttäuschungen ber Menschheit erspart geblieben sein. Die tiefste Enttäuschung erlitt bas deutsche Volk. Noch niemals hat ein Besiegter sich so redlich bemüht, an ber Heilung ber Wunben seiner Gegner mitzuhellen, wie bas deutsche Volk in den langen Jahren Der Erfüllung der iym auf- gebürdeten Diktate. Wenn all Diese Opfer z u kei­ner wirklichen Befriedung der Völker führen konnten, bann lag das nur am Wesen eines Vertrages, ber in bem Versuche ber Verewi­gung ber Begriffe Sieger und Be­siegte auch die Feindschaft verewi- Se n mußte. Die Völker hatten mit Recht erwarten ürfen, daß aus diesem größten Kriege der Welt­geschichte bie Lehre gezogen morden wäre, wie wenig besonders für die europäischen Nationen die Gröhe der Opfer zur Gröhe des möglichen Ge­winnes steht.

Al» daher In diesem vertrage dem deutschen Volke die Zerstörung seiner Rüstun­gen zur Ermöglichung einer allgemeinen Welt­abrüstung auf er legt wurde, glaubten unzählige, daß darin nur da» Zeichen für da» Umsich­greifen einer erlösenden Erkenntnis zu suchen wäre. Das deutsche Volk hat seine Waffen zer­stört. Bauend auf die Vertragstreue seiner ehe­maligen Kriegsgegner hat es selbst die Verträge in geradezu fanatischer Treue er­füllt. Zu Wasser, zu Lande und in der Luft wurde ein unermeßliche» Kriegsmaterial ab- gerüstet, zerstört und verschrottet. An Steve einer einstigen WiUionenarmce trat nad) dem Wunsche der Diktatmächte ein klei­nes Berufsheer mit militärisch gänzlich belangloser Ausrüstung. Die politische Führung ber Ration aber lag zu dieser Zeit in den fyän- ben von Männern, die geistig nur In der Welt ber Siegerstaaten wurzelten. Mit Recht konnte das deutsche Volk erwarten, daß schon au» die­sem Grunde die übrige Welt 1 h r Derfpre- chen so eintöfen würde, wie da» deutsche Volk im Schweiße seiner Arbeit unter taosend- fälliger Rot und unter unsagbaren (Entbehrun­gen an der Einlösung der eigenen

Vertragspflicht tätig war.

Kein Krieg kann Dauerzustand der Menschheit werben. Kem Friede kann die Verewigung des Krie- E* .^nmal müffen Sieger unb Besiegte ben nVuJ*1 ®cnyin*d,tW des gegenseitigen Verstäub- grauen» wieder finden. Anberchalb

h<V?6 deutsche Volk gehofft und

hn? k" Ende des Krieges endlich auch

h,r der Feindschaft werdc^

Allein der Zweck des Friebensverttages von Ber- Kn* n,d)t 8U kin' der Welt ben enb- Uchen Frieben zu geben, als vielmehr, sie in un- endlichem Haffe zu erhalten.

Die Folgen konnten nicht ausbleiben. Wenn das Recht endgultta der Gewalt weicht, wird eine dauernde Unsicherheit den Ablauf aller normalen Funktionen im Völkcrleben stören unb d-mmen. Man hotte bei der Abschließuna biefe» Vertrages völlig vergesten, daß der Wiederaufbau der Welt ntcht durch die Sklaoenarbctt einer ver­gewaltigten Nation, sondern nur durch die vertrauensvolle Zusammenarbeit aller gewährleistet werden kann, daß aber für diese Zusammenarbeit die Ueberwindung der Kriegs- psychose die allererste Voraussetzung ist Daß wei­ter die problematische Frage der Schuld am Kriege geschichtlich nicht dadurch geklärt wird, daß der Sieger den Besiegten als Einleitung ein. Friedensoertrage» sein Schuldbekenntnis unter-

faffung, daß die alle Mächte angehenden Verhand­lungen nur im Rahmen einer Konfe- n i fortgesetzt werden könnten und bürf- i, bei der auch die vereinigten Staaten und Sow- jetrußland vertreten seien.

(Eines der ältesten Kulturländer der heutigen zivilisierten Menschheit stand mit über 6 Wil- Honen Kommunisten am Rande einer Katastrophe, über bie nur der blasierte Unverstand hinwegzusehen vermag. Wäre erst ber rote Aufruhr als Jeuerbranb über Deutsch­land hinweggerast, so würde man wohl auch in den westlichen Kulturländern Europas eigt- fehen gelernt haben, daß es nicht gleichgültig ist. ob am Rhein und an der Rordsee die Vor­posten eines geistig-revolutionär expansiven asiatischen Weltreiches Wache stehen oder fried­liche deutsche Bauern und Arbeiter in ausrich- tiger Verbundenheit mit den übrigen Völkern unserer europäischen Kultur in redlicher Arbeit sich ihr Brot verdienen wollen.

Indem 6 i e nationalsozialistische Be­wegung Deutschlanb vor dieser drohenden Kata- trophe zurückgerissen hat, rettete sie nicht nur bas 'eutsche Volk, fonbern erwarb sich auch ein ge- chichtliches Berbienst um bas übrige Europa. Unb diese nationalsozialistische Revolution verfolgte nur ein Ziel: Wieberherstellung ber Drbnung in unserem eigenen Volk, Schaffung von Arbeit unb Brot für unsere fjungernben Massen, Pro­klamation ber Begriffe von Ehre, Treue unb Anständigkeit als Elemente einer sittlichen Moral, bie anberen Völkern keinen Schaben zu- fugen kann, scknbern höchstens allgemeinen Nutzen. Wenn bie nationalsozialistische Bewegung nicht bie Repräsentantin eines Ibealen Ibeengutes wäre.