OfHetbinflS ist me
Wer Vögel »erfolgt, schädigt das Gesamlwohl!
Aus Oer Provinzialhaupistadt
Brot,
Großmann behält die Kreisleitung Oppenheim
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** Das Fest der silbernen Hochzeit
als Stabsleiter in das Gaukommissariat I berufen und zu seinem persönlichen Adjutanten ernannt. Pg.
** Kreisleiter Großmann Gaukommissar-Adjutant. Der Gaukommissar I, Ministerialrat Ringshausen, hat den Kreisleiter des Kreises Oppenheim, Paul Großmann, Nierstein,
getretener Einmietebetrüger wurde in unserer Stadt festgenommen und dem Amtsgericht zugeführt.
Buntes Allerlei.
Bildersprache für Babnhöfe.
Es ist ein peinliches Erlebnis, wenn man in einem fremden Lande, dessen Sprache man nicht kennt, mf dem Bahnhos stehl und nicht weiß, wohin man sich wenden soll, falls man zum Speisesaal oder gar zu einem noch wichtigeren Ort gelangen will. Um in dieser Not dem Relsenden beizustehen, hat die Jnter-
Oas Los zu einer Mark.
Nicht Reich, nicht Länder allein schaffen Dir Du selbst muht lindern die Arbeitsnot, Du selbst, und sei's mit einer einzigen Mark, Mit einem Los machst Du andere stark!
Bornotizen.
— Tageskalender für Mittwoch. Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Das Abenteuer der Thea Roland".
Hessische Personalien.
Das Hessische Personalamt gibt bekannt:
Auf Grund des § 4 des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums vom 7. April 1933 (Deichsgesetzblatt I Seite 175) wurde aus dem hessischen Staatsdienst entlassen: Am 5-August 1933 der ordentliche Professor in der Philosophischen Fakultät der Landesuniversität Gießen, Dr. Friedrich Lenz, mit Wirkung vom 1. August 1933 an.
3n den Ruhe st and verseht wurde auf Rachsuchen: Am 5-August der Stadtschulrat bei dem Sladtschulamt Mainz, Dr. Georg Rein, unter Anerkennung seiner dem Staate geleisteten Dienste mit Wirkung vom 1. August 1933 an.
Der Oberarzt, Medizinalrat Dr. Iosef Peters bei der Landes-Heil- und Pflegeanstalt „Philippshospital" bei Goddelau wurde mit Wirkung vom 26. 3ult 1933 auf Grund des § 4 des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berussbeam- tentums vom 7. April aus dem Hessischen Staatsdienst entlassen.
Dem Berufsschullehrer Johannes Z e h f u ß zu Mainz wurde am 4. August 1933 mit Wirkung vom 16. August 1933 an die Leitung der allgemeinen Abteilung der Berufsschule zu Mainz übertragen.
Bericht der Staatspolizeistelle Gießen
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nationale Eisenbahn-Nnion einen praktischen Dor» schlag gemacht, auf dem Dr. j). Müller in der „Umschau" hinwcist. Es soll nämlich die mangelnde Sprachkenntnis durch allgemein verständliche „Sinn"» Bilder ersetzt werden. Und zwar würde ein Fragezeichen bedeuten: Auskunftsbüro; einige Münzen: Wechselbüro; ein Schirm und ein Stott Fundbüro; Messer und Gabel: Speisesaal; ein Stühlchen: Warte- soal; ein Häuschen: Zoll; eine Fahrkarte: Fahrkar- tenschaUer; ein Bries: Postamt; eine Hand, die auf einen Zug weist: zu den Zügen; ein osfenstehendes Tor mit einem Pseil: Ausgang usw. Diese „Bilderschrift" könnte natürlich noch reich ausgestaltet werden und würde für den Fremdenverkehr sehr nützlich fein.
Ser älteste englische Weltkriegsveteran.
Wie aus Bulawajo in Rhodesien berichtet wird, ist zu Monze in Rord-Rhodesien der älteste Soldat gestorben, der im Weltkrieg unter den britischen Fahnen gefochten bat. Es war ein alter Krieger John McGee, der fast 100 Jahre alt geworden ist. Während des ersten Duren-Krieges war er als englischer Soldat nach Südafrika gekommen und nahm dann an den verschiedenen Kämpfen teil. Rach Ausbruch des Weltkrieges stellte er sich freiwillig bei 6cn in Ostasrika kämpfenden englischen Truppen und gab fein Alter mit 57 Jahren an. Wie sich später herausstellte, war er aber damals schon 80 Jahre. Er nahm an zahlreichen Gefechten teil, wurde nach einem Jahr verwundet und kehrte nun nach Rord-Rhodesien zurück, wo er sich auf einer Farm anstedelte und feinen Lebensabend verbrachte.
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Dom menschlichen Standpunkt aus betrachtet, gibt ?s nützliche und schädliche Lögel. Im Haushalt der Natur kennt man diese Unterscheidung nicht. Selbst die Böget, die nach dem Bogetschutzaesetz der Verfolgung freigegeben sind, haben ihre Ausgabe zu erfüllen. Heben doch die als schädlich angesehenen Raubvögel unter dem Wild in Forst und Flur die Gesundheitspolizei aus. Den Männern des edlen Weidwerks ist es bekannt, daß sich schwere Seuchen in der freien Wildbahn nur bann ausbreiten können, wenn sich vor allem Habicht und Bussard zu sehr verringert haben. Denn in erster Linie sind es die kranken Hasen, Rehe, Rebhühner und Fasanen, die dem Raubzeug zum Opfer fallen. Dieses ist des- halb nur „kurz zu halten", wie der Jäger sagt, aber nicht ausrotten. Selbst gegen schädliche Böget darf sich kein Mensch eine Grausamkeit erlauben. Es sind fühlende Wesen wie wir, und sie haben es nicht oer- schuldet, daß sie der Schöpfer auf diesen Posten qe- stellt hat.
Erst recht aber muß jeder gute Mensch auf den Schutz der nützlichen Vögel bedacht sein. Alle unsere kleinen Sänger sind dem Menschen von Nutzen. Sie vertilgen Millionen von Fliegen, Raupen, Mücken, Käsern, Blattläusen, Würmern und Jnsekteneiern. Einzelne Arten der Vögel sind auf dieses, andere auf jenes Ungeziefer eingestellt. Bei manchen Vögeln ist der Tisch in Ritzen und Spalten gedeckt, einige suchen ihr Futter in Geheck und Gestrüpp an Blättern, Blüten und Zweigen, wieder andere schnap- pen es in der Luft, oder scharren es unter Müll und Laub aus der Erde hervor.
Unseres besonderen Schutzes bedürfen die Standvögel, also diejenigen Vogel, die das ganxe Jahr über bei uns bleiben. Dazu zählen vor allem die
G l a u b e r g und einer aus Nieder-Florstadt wegen Vorbereitung zum Hochverrat der Staats- F anwaltschaft Gießen vorgesührl, die Haftbefehl be= • antraqte, der auch erlassen wurde. Der Kommunist aus Nieder-Florstadt-hatte hochverräterisches Material von einem Kurier am Sportplatz daselbst erhalten, dieses nach Glauberg geschafft und einem Kommunisten übergeben und ins Bett gesteckt.
Im weiteren Verfolg der Sache wurde auf Veranlassung der Staatspolizeistelle Gießen ein aus Ober» Hessen stammender und in Frankfurt a. M. wohnhafter Kommunist durch die politische Polizei in Frankfurt a. M. festgenommen und nach Gießen transportiert.
Ende Juli wurde die aus Anlaß des Geburtstages des Herrn Reichskanzlers in Mittel-Seemen gepflanzte Hiller-Linde durch unbekannte Täter beschädigt, indem die Linde in einer Breite von 12 Zentimeter rund um den Stamm abgeschält wurde. Wegen der gemeinen Tat wurden fünf Personen aus Mittel-Seemen, die im Kampf gegen die nationale Erhebung in vorderster Linie gestanden hatten, in bas Konzentrationslager Osthafen überführt. Unter ben Festgenommenen befindet sich auch ein Mann, ber sich bei der Agitation für die kommunistischen Lauernkomilees (sog. Logelsberg-Nothilse) als Nationalsozialist ausgab und auch als solcher unterschrieb, um dem Komitee den Anstrich einer unparteiischen Einrichtung zu geben.
Dienstag vormittag wurden sechs Personen aus Dießen unb Umgebung wegen ihres antinationalen Verhaltens in das Konzentrationslager Osthofen überführt. Ein ehemaliger Reichsbannermann aus Großen-Linden hatte Waffen nach Gießen zu seinem Bruber aeschafft, um sie der Beschlagnahme zu entziehen. Bei einer Durchsuchung unter Zuziehung von Angehörigen bes Sonberfommanbos wurden die Waffen in Gießen in einem Keller oor- gefunben unb beschlagnahmt. Strafverfahren ist eingeleitet.
Ein langjähriger Marxist hat gestern in einer Wirtschaft in Staufenberg die SA. schwer be= leibigt unb wurde deshalb festgenommen. Er kommt voraussichtlich unter Haftbefehl.
Weiter wurde ein Kommunist aus Gießen fest- genommen, weil er im Verdacht steht, trotz Verwarnung heute noch mit seinem Motorrad indirekt für Ke KPD. tätig zu sein.
BerichtderKriminalpolizeistelleGießen
Don der Kriminalpolizei stelle Gießen wird mit- geteilt:
In der Rächt zum 15. August wurden von einer in der Rahe des Dorfes Röthges (Kreis Gießen) aufgestellten Dreschmaschine 2 Bindeapparate und 2 Treibriemen im Gesamtwert von etwa 630 Mk. entwendet. Einer der Riemen ist 4,90 Meter lang, 60 Millimeter breit, der ankere 3,70 Meter lang und 80 Millimeter breit. Personen, die sachdienliche Angaben machen Föirre n, werden gebeten, diese der Kriminalpolizei- slelle Gießen oder der Gendarmeriestation Grünberg mitzuteilen.
In der Rächt zum 8. Mai wurde in der Lud- wigstraße eine Sturmlaterne sichergestellt. Da dieselbe bisher ihren Eigentümer noch richt gefunden hat, wird erneut darauf aufmerksam gemacht.
Ein in auswärtigen Städten wie! erholt auf-
Sippe ber Meisen. Bald kopfoben, bald kopfunten turnen sie durch das Geäst ber Obstbäume, unb kein Gelege bes Ringel- unb Schwammspinners, keine Larve bes Apfelwicklers unb fein Gespinstmottennest entgeht ihren scharfen Blicken. Dabei vermögen sie auch mit ihren spitzen Schnäbelchen auf ben unter ben Borkenschuppen sitzenben, überaus schwer zu be- tämpfenben Blülenstecher Jagb zu machen. Eine Meise verzehrt an einem einzigen Tag über 3000 Eier bes gefährlichen Kiefernspinners. Ein Sogei- paar braucht für sich unb feine sechs bis zehn Jungen täglich neben Insekten allein 300 Raupen. Welche Mengen gibt bles in ber ANungszeil bei burchjchnittlich zwei Bruten! Wieviel Blätter, Blüten unb Früchte wären durch bas Heer ber Schädlinge vernichtet worben! Nach ben Untersuchungen ber Biologischen Reichsanstalt in Berlin-Dahlem vertilgt ein Meisenpaar im Lause eines Jahres mit seinen Nachkommen 1,5 Zentner Insekten, b. i. 120 Millionen Jnsekteneier, ober 150 Tausenb Raupen. Wenn man babei bebentt, baß mehrere Hunbert Ker- feneier 1 Gramm wiegen unb ein Vöglein täglich bis zum eineinhalbfachen seines Körpergewichts an Nahrung benötigt, vermag man ben Nutzen erst recht zu ermessen.
Ueberaus groß ist ber Nahrungsbebarf ber Schwalbe. Ein Forscher hat festaestellt, baß ein Scywalbenpaar zur Atzung seiner Brut unb zu seiner eigenen Ernährung in einem Monat nahezu 300 Tausenb Insekten verzehrt. In ber Zeit ohne Brut verbraucht ein Paar täglich 1200 Mücken, Fliegen unb Käfer. Dabei ist zu berücksichtigen, baß bie Futterfuche mit täglich 16 Stunden zu be- messen ist.
NG.-Lehrerbund.
Kreis (ließen.
Lelr.: Spende zur Förderung ber nationalen Arbeit.
Es wird erwartet, daß jeder deutsche Erzieher 1 o. H. seines Bruttogehaltes an die Spende der nationalen Arbeit für die Zeit vom 1. August 1933 bis einschließlich 31. Dezember 1933 abführt Die Bezirksobleute haben das Ganze innerhalb ihres Bezirks zu überwachen, damit auch die Nichtmitglieder des NSLB. diesem Beispiel folgen. Alle Lehrer und Erzieher des Kreises Gießen melden bis zum 20. August an den B e z i r k s o b m a n n ihres Bezirks den Betrag, ben sie monatlich (erstmalig für August) abgeführt haben. Die Bezirksobleute reichen bie Verzeichnisse alphabetisch geordnet bis spätestens 25. August bei mir ein.
Der Kreisobmann: Dr. H e n ß.
Rheuma, das Volksübel.
Von ber öffentlichen Sozialversicherung forbert bie Bekämpfung der rheumatischen Krankheiten bas Dreifache des Unkostenbetrages, ber zur Behandlung ber Tuberkulosekranken aufgewandt wirb. Ungefähr ein Sechstel aller Kranken finb heute Rheumatiker. In ben Arbeitsverlusten kommen bie beträchtlichen Ausmaße, bie ber Rheumatismus als Volkskrankheit angenommen hat, gleichfalls beutlid) zum Ausdruck. Wesentlich ist an dieser starken Ausbreitung der Umstand schuld, daß man die Gefährlichkeit ber rheuma tischen Krankheiten lange unterschätzt hat. Man gab sich bamit zusrieben, „daß an Rheumatismus noch keiner gestorben ist"; baß ber Rheumatismus jedoch für den Einzelnen Folgen nach sich ziehen kann, bie sich von ben Auswirkungen einer zuletzt tödlich verlaufenden Krankheit nicht viel unterscheiden, das hat man nicht immer bedacht. In wenigen Jahren laßt sich natürlich nicht wieder gutmachen, was man jahrzehntelang verabsäumt hat. Bei dieser Lage der Dinge konnte es auch nicht ausbleiben, daß man bei der Bekämpfung des Rheumatismus, trotz der dreimal höheren Aufwendungen, wesentlich weniger erreicht hat als im Kampfe gegen bie Tuberkulose. Als ausschließliche Entstehungsursachen bes Rheumas sah man lange Zeit Durchnässung unb Erkältung an. Zweifellos spielen Witterungseinslüfse, klimatische Eigenheiten unb feuchte, *ingefunbe Wohnungen in recht erheblichem Umfange mit. Nach und nach hat man aber erkannt, baß noch eine Reihe anderer Einflüsse in Betracht zu ziehen sind. Rheuma Fant* zum Beispiel a^ch durch Berufs- und Erwerbsarten, bie an die körperliche Leistungsfähigkeit zu große Ansprüche stellen, hervorgerufen, werden, um so mehr, als ber Rheumatismus in nicht unerheblicher Weise Herz unb Gelenke in Mitleidenschaft zieht. Besonders klar zeigen sich die Zusammenhänge' zwischen Herzleiden unb Rheuma in Englanb. Jeder achte Engländer fällt einem Herzleiden zum Opfer. Nach den ärztlichen Feststellungen tragen annähernd 50 Prozent dieser Herzkrankheiten rheumatischen Charakter. Heute weiß man, daß rheumatische Erkrankungen auf eine Skala der mannigfachsten Grundleiden hinbeuten können. Nur zu oft schon hat sich bewiesen, baß bie Beschwerden, die man als ein harmloses Reißen ausfaßt, die Symptome einer in der Entwicklung begriffenen Aderverkalkung sind ober mit einem heranschleichenden Gallensteinleiben in Verbindung stehen. Auch einem hartnäckigen Unterleibsleiben können rheumatische Erscheinungen vorausgehen.
Zahnbehandlung schon im frühen Kindesalter!
Professor Hans P i ck l e r weist in einer klinischen Wochenschrift auf ein Gebiet hin, bas feiner Ansicht nach bisher vielfach vernachlässigt worben ist: auf die Zahnpflege und Zahnbehandlung im frühen Kindes- alter, die als Vorbeugung gegen Erkrankungen eine besonders wichtige Aufgabe zu erfüllen habe. Was in diesem frühen Stadium für die Zähne getan werde, sei bedeutsamer unb ausschlaggebenber als alle Arbeit im späteren Leben zusammengenommen. Sicherlich sei bie Schulzahnpflege die günstigste Gelegenheit, möglichst breite Volksschichten zu erfassen, leider lasse sich aber nicht verkennen, daß bie hier geleistete Arbeit manchmal schon zu spät komme. Bisweilen sogar sehr zu spät. Da bie Frage einer gleichsam obligatorischen Zahnbehanblung des Kleinkindes noch nicht der Verwirklichung näher gekommen sei, erwachse dem Kinderarzt eine wichtige Aufgabe, vor allem in ber Richtung, bie regelmäßige zahnärztliche Untersuchung unb Behanblung überall dort zu veranlassen, wo es auf eine oorbeugenbe Behanblung gegen Milchgebißerkrankungen ankommt. Dabei ist die besondere Aufmerksamkeit bestimmten Krankheiten, wie beispielsweise der Rachitis, zuzuwenben, die nicht selten zu Stellungsveränderungen bes Kiefers führt, so zur Voroerlagerung ber unteren Schneibezähne und zur Rüttwartsver- lagerung des ganzen Unterkiefers. Gerade bei der Rachitis finb derartige Ißerbilbungen um so eher möglich, als burch ben erweichten rachitischen Kieferknochen dem weiteren Verbiegen der Kieferknochen Vorschub geleistet wird. Sogar ein verspäteter ober ein unregelmäßiger Zahnburchbruch genügt, um solchen Anomalien aufzuhelfen. Zu ben gleichen Folgen kann bie verfrühte Einbuße ber Milchzähne fsthren. Die neuzeitliche Zahnheilkunde weist zur Behebung der Anomalien eine Reihe von Wegen. Irgend etwas muß jedenfalls geschehen, allein schon, um die Störungen der Nasenatmung zu beseitigen. Allerdings kann mit einer solchen Behandlung, wie jeder Kinderarzt weiß, auch ein Nachteil verknüpft fein, nämlich bann, wenn es sich um appetitschwache Kinder handelt. Ein derartiges Behandlungsverfahren kann dann leicht zur Vertiefung der Eßunlust beitragen. Deshalb müßte alles getan werden, daß es erst gar nicht zu Kieseroerbildungen kommt, um so mehr, als sich bei rechtzeitiger vorbeugender Behandlung mit ganz einfachen Mitteln (Muskelubungen, billigen technischen Vorrichtungen usw.) bas Auftreten öüh Verbildungen verhüten läßt.
Was gibt es Neues in der Medizin?
Don Dr. p. Wölffel.
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Höhenflug
und WiUensbeschränkung.
Hnfere Erkenntnisse über den Einfluß großer Höhen auf bie Atmung und den Stoffwechsel des Menschen sind neuerdings durch experimentelle Untcrfud)ungen von Dr. H. Fronius (Institut für Leibesübungen der Hamburger UniDerfität) in wertvoller Weise ergänzt worden. Dr. Fronius berichtet gemeinsam mit Professor Dr. Knoll über die Ergebnisse. Die Erweiterung unseres Wissens über die Lebensvorgänge in großen Höhen ist um so wichtiger, als die Luftfahrt günstigerer Luftströmungen wegen wohl in naher Zukunft schon Höhen bis zu 12 000 und 14 000 Meter aufsuchen wird. Die Versuche von Dr. Fronius erstreckten sich vorläufig auf Höhenflüge bis zu 6000 Meter, und zwar standen für die Experimente trainierte und untrainierte Personen zur Verfügung. Abgesehen von Ausstößen, das sich bei untrainierten Personen in 3500 bis 4000 Meter Höhe zeigte, war bis zu 4500 Metern bei sämtlichen Versuchspersonen das Wohlbefinden unbeeinträchtigt. In etwa 5000 Meter stellte sich wachsendes Unbehagen ein, dem sich in ungefähr 5500 Meter zunehmende Ermüdung beigefelltc. Für bie Maximalhöhe waren deutliche Willens- beschränkungen sehr typisch, Folgeerscheinuggen, die in bestimmten Fällen wohl auch forensisch berücksichtigt werden müssen, um so mehr, als die Veränderungen sich nicht nur in Vergeßlichkeit, verminderter Geschicklichkeit und Fehlhandlungen auswirken, sondern auch zur Ausschaltung des Vewußtseins führen können. Auffällig war in der Maximalhöhe weiter, und zwar bei sämtlichen Versuchspersonen, eine besondere Lieberempfindlichkeit des Gehörs, für die in erster Linie die Tonveränderung des Motorgeräufches verantwortlich zu machen ist. Ging das Flugzeug von 5000 Meter auf 3000 Meter herunter, dann stellten sich bei den Untrainierten Ohrenschmerzen ein, die bei den späteren Versuchen allerdings nachließen. Außerdem machten sich nach dem Landen ein leichtes Schwindelgefühl und Ohrensausen bei den Untrainierten bemerkbar. Die Veränderungen hinsichtlich der Atemfrequenz und der Atemtiese nahmen bei den Trainierten nach und nach die Form von Anpassungserscheinungen an. Die bekannten Symptome der Höhenkrankheit traten bei ben Trainierten nur noch schattenhaft hervor. Iedenfalls reichten biefe Symptomandeutungen nicht aus, um störende Einflüsse, wie etwa bezüglich der Wetterbeobachtung, hervorzurufen. Vei wiederholten Flügen gingen auch bei den untrainierten Versuchspersonen die Erscheinungen der Höhenkrankheit allmählich zurück, so daß sich auch da also von einer Art von Angleichung sprechen läßt.
Aufwechem Ohr hören wir mehr?
Versuche, die von dem Mediziner Klemm angestellt wurden, brachten das interessante Ergebnis, daß die meisten deutschen Versuchspersonen auf dem linken Ohr über ein besseres Gehör verfügen, als auf dem rechten. Diese Feststellung ist besonders deshalb recht bemerkenswert, weil die an Ausländern Dorgenommenen Versuche das gegenteilige Resultat erzielten. Die ausländischen Versuchspersonen hörten also auf dem rechten Ohr besser als auf dem linken. Diese Erscheinung gehört zu dem schon früher aufgetauchten Fragenkomplex, ob es etwa die bewußte Absicht der Ratur war, durch solche und ähnliche Llngleich- heiten eine Art von Unterscheidungsmerkmalen unb Lokalzeichen für links und rechts zu schaffen. Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang besonders auch die Feststellung, daß durch das Aufnahmevermögen beider Ohren nicht etwa eine Addition, eine Summierung des Schalls stattfindet. Auf Grund wissenschaftlicher Versuche läßt sich beim Vergleich von einohrigem unb doppelohrigem Hören ein Verhältnis von ungefähr 1:4 annehmen. Ebensowenig besteht eine Gleichmäßigkeit bezüglich der Hörschärfe. So sehr man vielleicht auch versucht sein könnte, eine nach allen Richtungen hin konstante Gleichmäßigkeit für wahrscheinlich zu halten, so sind doch wesentliche Unterschiede unzweifelhaft. Im übrigen bedarf die Frage der Beziehungen unserer beiden Gehörorgane zueinander auch heute noch weitgehender Untersuchungen, das Problem ist beträchtlich schwieriger, als man vermuten könnte. So viel Ungeklärtes zur Zeit auch noch der Lösung harrt, so werden bie Hemmnisse, bie sich bisher ber restlosen Erforschung bstEgegengestellt haben, doch überwunden werden müssen; völlige Klärung ist auch für bie Raum- und Elektroakustik von Wichtigkeit. Wenn im Tonfilmtheater heutzutage der Ton häufig aus einer falschen Richtung, beispielsweise von unten her, kommt, so liegt das daran, daß die komplizierte Frage der Zusammenarbeit unserer beiden Gehörorgane noch nicht vollständig geklärt ist und daß die Raumakustik bzw. die technische Angleichung infolge besten noch nicht zur Vollendung gebracht werben konnte.
feierten am gestrigen Dienstag bie Eheleute Heinrich Repp, Kleine Mühlgasse 7.
* Straßensperrung, mitgeteilt vom Oberhessischen Automobil-Elub e. D., (QI. v. D.), Gießen: Der zwischen Wetter H. R. unb Schlag- Pfütze gelegene Teil der Lanbstraße von Marburg nach Frankenberg ist bis auf weiteres für den gesamten Verkehr gesperrt. Die Umleitung des Verkehrs von Wetter nach Schlag- Pfütze erfolgt ab Wetter über Mellnau, während der Verkehr von Schlagpfühe nach Wetter über Sirntshausen—Riederasphe—Treisbach—Amönau umgeleitet wird.
Weihe des Bad-Aauheimer Kriegerehrenmals.
Bad-Nauheim, 14. Aug. (WSN.) Am Sonntag empfing das Bad-Nauheimer Kriegerehrenmal seine Weihe. Nachdem am Vortage auf den Friedhöfen der Gefallenen des Krieges von 1870/71 und des Weltkrieges gedacht worden war, begann der Sonntag, von strahlendem Wetter begünstigt, mit einem F e sta o 11 e s d i e n st. Dann zogen die Tausende von Teilnehmern — zu der Weihe waren u. a. die Stürme der gesamten SA.- Standarte in Stärke von über 5000 Mann erschienen — zum Johannisberg, auf dessen Höhe das Ehrenmal errichtet wurde. Es ist nicht nur den Bad- Nauheimer Gefallenen des Weltkrieges errichtet, deren Namen an der Ehrenhalle in Stein gemeißelt wurden, sondern auch den Kämpfern für Deutschlands Ehre und Freiheit in den Nachkriegsjahren, denen ein Schlageter-Kreuz und ein H a - k e n k r e u z mit entsprechenden Aufschriften gewidmet wurden. So kann Bad-Nauheim auf dieses einzige Ehrenmal, das ben Weg aus ber Zeit des Eisernen Kreuzes zu unserem unter dem Hakenkreuz stehenden Deutschland zeigt, mit besonderem Stolz blicken Der Schöpfer des Denkmals, Regierungsbaurat Metzger, übergab es in die Obhut des Bad-Nauheimer Bürgermeisters Dr. Ahl, der es seinerseits der ganzen Bevölkerung weitergab. Als Vertreter der hessischen Staatsregierung weihte Staatssekretär Jung, Darmstadt, das Ehrenmal als schlichter Frontsoldat, wie er ausführte, ein. Das Unrecht, das dem Frontsoldaten 1918 zugefügt wurde, habe der unbekannte Gefreite des Weltkriegs, Adolf Hitler, wieder gutgemacht, indem er der deutschen Jugend das Fronterlebnis begreiflich machte und den Frontsoldaten durch Uebertra-- aung hoher Staatsämter wieder zur Geltung brachte. Für die Bad-Nauheimer Vereine sprach Stubienrat Dr. Knierim einen Treueschwur an alle für Deutschlands Freiheit Gefallenen. Es folgten ber gemeinsame Gesang bes Horst-Westel-Liedes und des Deutschlandliedes, Kranzniederlegungen (der erste Kranz war vom Reichsstatthalter in Hessen) sowie ein Vorbeimarsch der SA., SS., des Stahlhelms und der Militärvereine. In einer nationalsozialistischen Kundgebung am Nachmittag sprach außer den Kreisleitern Seipel, Friedberg, und Z ü r tz, Darmstadt, der neuernannte Leiter ber Lanbesstelle Darmftabt für Volksaufklärung unb Propaganda, Trefz. Abenbs bilbete eine Aufführung von Hanns I o h st s „Schlageter" im Kurhaus ben Ausklang bes Tages.
ilmäbdjen mpfflieger erschossen. lüdefall ereignete ber Ibemfc-Tlimbunii
Schulmädchen buich ies englischen Äampu
Das vpser \\\ Äoan älteren Schwester auf um ben abgetriebenen >r auszusischen. Als die teter von ber Küste eni- .schwaber von fünf eng- ran und eröffnete 'Knauf eine Reihe von ier verwechfelte anschei- ielboje unb schoß daraus. |en wurde von mehreren rt getötet, während ihre Leden dovonlam und Mdrachte.___
(: Ernst Blumichm.
Don ber Staatspol-zsiftelle Gießen wirb mit-/ auch weiterhin bei. geteilt: ** *• - <*-<«•
Am 11. August würben zwei Kommunisten aus


