Ausgabe 
16.6.1933 Frühausgabe
 
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S.J.Jpori

Oufstbekämpfung beim Sport.

-6on £)r.X Zänecke.

Nichts ist quälender, nichts seht die körperliche Leistungsfähigkeit mehr herab als Durstgefühle, besonders dann, wenn beim Sport hohe Anfor­derungen an den Organismus gestellt werden. Durst entsteht dadurch, dah dem Gewebe Wasser entzogen wird, und die Salze und kristalloiden Stoffe im Blute vermehrt werden. Diese Anhäu­fung der Salze wirkt auf das Durstzentrum im Zwischenhirn, und von hier aus erfolgt die Re­gulierung durch Wasserausnahme.

Beim Sport tritt der Durst in den verschieden­sten Stärtegraden auf. je nachdem, ob das Wet­ter besonders schwül und drückend ist, oder ob etwas Wind für Abkühlung sorgt. Die Stärke des Durstes richtet sich nach der Art des Sportes und kann endlich auch noch wesentlich herabgesetzt werden durch hygienische und zweckmäßige Klei­dung. Die Menschen leiden nicht alle gleichmäßig unter Durst, vielmehr durstet der etwas zur Kör­perfülle neigende leichter, als der magere.

Durch eine systematische Gewöhnung und Er­ziehung kann man den Durst ziemlich weitgehend beherrschen lernen. Der Sportler muß auspro­bieren, mit welcher Menge Flüssigkeit er aus­kommen kann; er muh stark gewürzte und allzu fette Speisen meiden und muh mit Energie gegen Durstgefühle angehen, denn allzu große Flüssig- kecksaufnahme seht die Leistungsfähigkeit der Körpermuskulatur herab und belastet den Kreis­lauf unnötig.

3n leichten Fällen von Durst kann man sich da­mit helfen, daß man den Mund spült und so die trocken gewordenen Schleimhäute des Mundes und Rachens erfrischt oder indem man Kaugummi, Pfefferminzplätzchen, Mentholbonbons oder dgl. zu sich nimmt. Saftiges Obst hat neben der Durststillung noch den Vorteil der Zuführung von Vitaminen und Rährstoffen und erfreut sich da­her ebenso wie Tomaten großer Beliebtheit in allen Sportkreisen.

Ist der Durst allzu groß und kann der Sport­ler nicht ohne Flüssigkeitszufuhr auskommen, dann sind neben Milch und Kaffee vor allem Frucht­säfte und alkoholfreie Obstgetränke sowie frucht­haltige Limonaden (Brauselimonaden) zu emp­fehlen, weil sie neben Fruchtsäuren und erfrischen­der Kohlensäure _auch leicht verdaulichen Zucker enthalten, der vom Körper ausgenommen und in Kraft umgcsetzt wird. Auf der Erfahrung, dah Zucker die Leistungsfähigkeit der erschöpften Kör­permuskulatur zu steigern imstande ist, beruhen erfolgreiche Versuche, den Sporttreibenden Trau­benzucker in leicht verdaulicher Form zuzuführen.

Wichtig ist auch die Temperatur der Getränke bei der Durstbekämpfung. Zu kalt genossene Flüs­sigkeiten köcknen zu Magen- und Darmkatarrhen, sowie Vieren- und Blasenschädigungen führen, da­gegen wirken Getränke von normaler Temperatur

eher durststillend und sind nicht gesundheitsschäd­lich.

Die Frage der Durstbekämpfung sollte alle maß­geblich beim Sport interessierten Kreise mehr noch als bisher beschäftigen. Rur dann kann es gelin­gen, Schäden zu verhüten und Leistungen zu stei­gern.

Heinz Loh feiert 50. Steuermannssieg.

Line Ehrung bei der Gießener Rudergesellschaft.

Auf allen Regattaplätzen, die die Gießener Ruder- gesellschaft 1877 besucht hat, ist Heinz Loh eine be­kannte Persönlichkeit. Er ist nahe dabei, in die Reihe berühmter und bekannter Steuerleute" eingruppiert zu werden. Gefürchtet ist er heute schon dort, wo die Regattabahn nicht ganz gerade verläuft und an die Stunft des Steuermanns große Anforderungen ge­stellt werden. Er genießt deshalb, und wegen seiner Leistungen überhaupt, das größte Vertrauen der Mannschaft, die sich restlos auf ihn verläßt und wäh­rend ihrer Rennen willig seinen taktisch richtigen Anweisungen folgt. Daß Loh seine oft schwierigen Aufgaben immer als echter Sportsmann gerecht ge­worden ist, geht aus der Tatsache hervor, daß er bei seinen fast 100 Starts noch kein einzige! Mal wegen Benachteiligung einer anderen Mannschaft ausgeschlossen worden ist.

Die Freude über seinen Jubiläumssieg war daher allgemein, als sich zur Feier dieses Anlasses am gestrigen Abend der Vorstand der Gießener Ruder­gesellschaft am Bootshaus einfand. Der Vorsitzer empfing die Achter-Mannschaft nach ihrer ersten Trainingsfahrt seit der Regatta in Mainz-Kastel an der Anlagepritsche, beglückwünschte sie nochmals zu ihren großen Erfolgen am vergangenen Samstag und Sonntag und sprach den besonderen Glückwunsch dem Steuermann Heinz Loh aus, der bei dieser Gelegenheit seinen 5 0. Steuermannssieg er­rungen hatte. Diese Zahl zu erreichen sei ihm als erstem Mitglied seit dem Bestehen der Gesellschaft gelungen. Da sei eine gewaltige Leistung, die aber noch überboten werden könne, nachdem sich auf den letzten Regatten gezeigt habe, daß die Mannschaften berechtigte Hoffnungen auf weitere Siege hegen können. Der Vorsitzer würdigte sodann die beson­deren Verdienste des Steuermanns, lobte vor allem die enge kameradschaftliche Verbundenheit mit seiner Mannschaft und übermittelte die besten Wünsche und Hoffnungen auf die Zukunft. Nach seiner Ansprache verlieh er dem Steuermann auf Beschluß des Vor­standes die goldene Ehrennadel des Ver­eins. Heinz Loh dankte mit bewegten Worten.

3m Anschluß daran ehrten die Ruderer ihren lieben Kameraden und gemeinsamen Kämpen durch die Ueberreichung eines Lorbeerkranzes mit Wid­mung. Eine kurze Ehrenfahrt im Achter beschloß den feierlichen Akt. Bei dem folgenden gemeinsamen Abendessen tauschte man Erinnerungen aus. Eine größere Feier fand nicht statt, da das strenge Trai­ning und die großen Aufgaben, die sich die Mann­schaften gestellt haben, Sonderoeranstaltungen nicht zulassen.

Wie Stuttgart rüstet...

Oer Gesundheitsdienst während des Turnfestes.

Wer die Zahlen von Stuttgart hört: 200 000 Tur­ner und Turnerinnen, davon 120 000 Festzugsteil­nehmer, 70 000 Freiübungsturner und Turnerinnen, über 400 000 Festbesucher insgesamt, wird dem Ge­neralstabsarzt a. D. 2r. Reiste, dem Vorsitzenden des Sanitätsausschusses für das 15. Deutsche Turn­fest in Stuttgart, Recht gegeben, wenn er sagt, daß die Vorbereitungen für dieses Fest nicht geringer sein dürften, als bei dem Aufmarsch einer großen Armee. Er muß es wissen, denn er hat die entsprechende Er­fahrung. Es ist gewiß, daß ein friedliches Turnfest für die Besucher keine persönlichen Gefahren bringen kann, und daß deshalb ängstliche Gemüter keine Ge­fahren zu fürchten brauchen. Immerhin hat die Er­fahrung gelehrt, daß die Ansammlung gewaltiger Menschenmassen den Arzt stets zu bestimmten Vor­sichtsmaßnahmen zwingt. Davon ist kein Fest, auch nid): die Schützenfeste, Volksfeste usw., ausgenom­men.

Die Maßnahmen, die der Arzt angesichts des 15. Deutschen Turnfestes zu ergreifen hat, zeugen davon, welche ungeheure organisatorische Arbeit der Hauptfestausschuß in Stuttgart zu leisten hat. Der Gesundheitsdienst hat schon seit Monaten fleißige Vorbereitungsarbeit geleistet, zusammen mit dem Wohnungsausschuß.

Die Unterbringung von 200 000 Festteilnehmern, soweit diese in Massenquartieren, wie Schulen

und Sälen, erfolgt, erfordert genaueste gesund­heitliche Ueberwachung.

Diese erstreckt sich aus die Wasserversorgung, Ent­wässerung usw. und nicht zuletzt auf die Verpfle­gung. Eine Selbstverständlichkeit ist es, daß auch der Gesundheitszustand der in den Massenquartieren Untergebrachten einer sorgfältigen Ueberwachung bedarf, wobei nach dem Grundsätze verfahren wird: Verhüten ist leichter als heilen."

Für die erste Hilfe bei plötzlichen Erkrankungen hat sich die gesamte Aerzteschast Stuttgarts zur Ver­fügung gestellt. Beratungsstellen sind vorgesehen. Die erstklassigen Stuttgarter Krankenhäuser werden in allen Einzelheiten Vorkehrungen treffen, um für jeden Fall gewappnet zu fein. Bei einem Arbeits­feste, wie dem Deutschen Turnfest, muß auch an den Unfalldienst gedacht werden. Bekanntlich find die Unfälle beim 14. Deutschen Turnfest in Köln sehr gering gewesen.

Es wird ganz von den Wettkämpfern und Wettkämpferinnen abhängen, durch ihr ver­hallen zur Vermeidung irgendwelcher Unfälle beizutragen.

Die jeweilige Einstellung der einzelnen Pqrson spielt dabei eine große Rolle. Körperliche und geistige ^rische, Aufmerksamkeit, Nüd)temheit, Willenskraft, Ehrgeiz, Tollkühnheit usw. sind dabei ausschlag­gebend.

Die Teilnehmer sollen indessen die Gewißheit haben, daß auf dem Festplatze und in der Stadt für alles gesorgt ist. So werden sich auf dem Festplatze zwei Hauptverbandsplätze für Turner und Turne­rinnen befinden und zwei Hilfsplätze im Zeltlager und je ein Hilfsplatz in der Hauptkampfbahn, in der Tribüne der Festwiese, in der Post und bei den Spielplätzen. Eine Hilfsapotheke wird außerdem in der Nähe des Eingangs errichtet. Insgesamt werden zehn Sanitätskolonnen mit 600 Mitgliedern bereit stehen, die aufs beste ausgerüstet fein werden. Die sanitären Einrichtungen, soweit sie den Turnerinnen zur Verfügung stehen, unterstehen der Aufsicht einer erfahrenen Stuttgarter Aerztin

Eine große Aufgabe erwächst dem Sanitätsaus- fchuß durch den Feftzug am Sonntag. Namentlich wenn in der inneren Stadt bei großer Hitze sich die Menschen zu Hunderttausenden in den Straßen drängen, dann müssen am Wege des Festzuges Vor­kehrungen durch Nettungsposten, Erfrischungsstellen und Verbandsplätze getroffen werden. Es ist dafür schon ein fest umriffener Plan ausgestellt, an dessen Durchführung der Landesverband vom Roten Kreuz und die Aerzteschast Groß-Stuttgart beteiligt fein wird.

*

Kleine Tnrnfestnachrichien.

Aufgehoben ist die Polizeistunde über die ganze Dauer des 15. Deutschen Turnfestes in Stutt­gart.

150000 Turner und Turnerinnen ha­ben den Festbeitrag für das 15. Deutsche Turnfest bereits bezahlt. Bestimmt wird sich diese Zahl der tätigen Turner auf 200 000 erhöhen. Dies ergibt bei einer Ausgabe von 50 Mark in fünf Tagen 10 000 000 Mark. Am letzten Samstag und Sonntag

wird über die doppelte Anzahl von Feftbefuchern in Stuttgart erwartet.

Zweieinhalbtausend Briefe gingen am 1. Juni bei der Geschäftsstelle für das 15. Deutsche Turnfest ein.

3000000 Fahrkarten müssen gedruckt wer­den für die verschiedenen Sonderzüge anläßlich des 15. Deutschen Turnfestes in Stuttgart.

Zu den besten Kunden der Reichspost zählt die Geschäftsstelle für das 15. Deutsche Turn­fest in Stuttgart, lieber 50 000 Mark Porto sind bis­her gebraucht worden. Der Portobedarf nimmt von Monat zu Monat zu. Im Mai waren es nahezu 12 000 Mark.

Von 229105 Turnerinnen in der Deut­schen Turnerschaft werden an dem 15. Deutschen Turnfest in Stuttgart etwa 20 000 tätig teilnehmen.

lieber 1000 Schwimmer und Schwim­merinnen werden an den Wettkämpfen beim 15. Deutschen Turnfest in Stuttgart beteiligt sein.

Lokalkampf Sp.-Vg. 1900 gegen VfB. 1:0 (0:0) abgebrochen.

Das letzte Spiel vor der Sperre lockte noch einmal eine ansehnliche Zuschauermenge auf den Waldsport- platz. Zu Beginn entwickelte sich ein hochinteressanter Kampf, der jedoch erstmals in der Geschichte der Lokalkämpfe zwischen 1900 und VfB. ein vor­zeitiges Ende nahm. Undiszipliniertes Verhalten eines Teiles der Zuschauer trug letzten Endes dazu bei, daß es zum Spielabbruch kam. Durch einen Zusammenprall zweier Spieler kam es zu heftigen Szenen. Bericht folgt.

Wirtschaft.

Einzelhandel und Würiiembergische Metallwarenfabrik.

Berlin, 15.Juni. (WTB.) Die vielfach in der letzten Zeit beobachtete Tendenz der Württembergi- schen Metallwarenfabrik, Geislingen, neue Ver - faufs ft eilen einzurichten, hat in dem beteiligten Facheinzelhandel große Beunruhigung hervorge­rufen. Um die Gegensätze, die zwischen der Würt- tembergischen Metallwarenfabrik und dem Einzel­handel bestehen, auszugleichen, hat der Deutsche In­dustrie- und Handelstag beide Parteien am 14. Juni 1933 zu einer eingehenden Aussprache eingeladen. Man kam überein, dem Deutschen Industrie- und Handelstag von beiden Seiten formu­lierte Vw rschläge einzureichen, die eine Zu­sammenarbeit zwischen den beiden Parteien ermög­lichen soll. Der Deutsche Industrie- und Handelstag wird diese Vorschläge zur Prüfung enkgegennchmen und seinerseits einen Vermittlungsplan ausarbeiten. Die Verhandlungen sollen spätestens bis 30. Juni zu Ende geführt werden.

* Die LagederKvaftfahrzeugindu- st r i e. Mit der steuerlichen Entlastung ist auf dem Kraftfahrzeugmarkt ein grundsätzlicher Umschwung eingetreten. Mit arbeitstäglich 419 Einheiten la­gen die Zulassungen fabrikneuer Personenkraft­fahrzeuge um rd. 107 Prozent über den Zulas­sungen im Mai v. I. und um rd. 15 Prozent über denen im Mai 1931. Gegenüber den Zulassungen im Mai 1930 blieben die diesjährigen nur noch um zirka 9 Prozent zurück. Gegenüber dem Vor­jahre hat sich auch der Markt für Vutzfahrzeuge weiter gebessert. Die Steuerfreiheit für Ersatzbe­schaffung dürste auf dem Automobilmarkt einen neuen Anreiz bieten, überalterte Fahrzeuge durch neue zu ersehen.

* Die Sage in der Schuhindustrie. Nach dem Tätigkeitsbericht des Reichsverbandes der Deut­schen Schuhindustrie sank im abgelaufenen Ge­schäftsjahr die Ausnutzung der Produktionsfähigkeit dieses Industriezweiges auf einen Monatsdurchschnitt von 54,5 (57,4) Prozent. Bei der Zugrundelegung der Bevölkevungsziffer des Deutschen Reiches mit 64,9 Millionen Einwohnern würde auf den Kopf der Bevölkerung im Durchschnitt 0,91 Paar Lederschuh­werk i. I. 1932 entfallen fein. (1931: 0,96, 1930: 1,04). Die Preisentwicklung auf dem Schuhmarkt zeigt eine ständig fallende Tendenz. Von Mitte 1928 bis April 1933 ist ein Rückgang des amtlichen Groß­handelsindex für Schuhzeug um 44,5 Prozent zu ver­zeichnen. Die Gesamtproduktion der deutschen Leder- sd)uhindustrie betrug 1932: 60,21 Mill. Paar gegen 65,61 Mill. 1931, was einen Rückgang um 8 Pro­zent bedeutet.

* Hapag-Lloyd-Union, Hamburg. Der Generalversammlung soll vorgeschlagen wer­den, den im Jahre 1932 eingetretenen Verlust, der sich nach Vornahme des vertraglichen Aus­gleichs auf je 13 0''993 Mk. beläuft, aus den im Vorjahre zu diesem Zwecke gebildeten Sonder-

rücklagen von je 24 Millionen Mark zu decken. Abschreibungen auf die Flotten sind mit Rücksicht auf die außerordentlichen Abschreibungen im Jahre 1931 nicht für erforderlich erachtet worden. An Stelle von Dr. Philipp Heineken, der sein Amt als Aufsichtsratsvorsitzender vor kurzem niedergelegt hat, wurde Karl Lindemann zum Vorsitzenden des Aufsichtsrates des Rorddeutschen Lloyd gewählt. Anton Bretje wurde zum ordentlichen Vorstandsmitglied ernannt. Die Generalversammlung der Hapag soll auf dcn 26. Juli in Hamburg, die des Rorddeutschen Lloyd auf den 27. Juki in Bremen einberufen werden.

* Abschlüsse b et bayerischen Groß­kraftwerke. Die Bayernwert AG., Mün­chen, schließt das Geschäftsjahr 1931/32 (30.9.) nach insgesamt 2,0 Mill. Mark Abschreibungen und 0,16 Mill. Mark Rückstellungen unter Berücksichtigung einer Zuweisung aus dem Reservefonds von 0,95 Mill. Mark und nach Verrechnung des Gewinnvor­trages aus dem Vorjahre ohne Gewinn und Verlust ab. (Der vorjährige Reingewinn von 35 574 Mark wurde vorgetragen.) Die M i 111 e r e I s a r AG. München schließt nach Abschreibungen von 1,73 Millionen Mark unter Berücksichtigung einer Zuweisung aus dem Reservefonds von 0,64 Millionen Mark und nach Verrechnung des aus dem Vorjahr vorgetragenen Reingewinnes von 30 529 Mark gleichfalls ohne Saldo ab. Auch die Walchenseewerk AG. München schließt nach 0,664 Mill. Mark Abschreibungen sowie 0,099 Mill. Mark Rückstellungen unter Berücksichtigung einer Zuweisung aus dem Reservefonds von 0,55 Mill. Mark und nach Verrechnung des Gewinnoor- trages von 23 577 Mark ohne Gewinn und Ver­lust ab.

Frankfurter Abendtörfe still.

Frankfurt a. M., 15. Juni. Die Frankfurter Börse war auch im Abendverkehr außeror­dentlich still. Die durch die Londoner Kon­ferenz auferlegte Zurückhaltung machte sich weiter bemerkbar, und auch die schwächeren Auslands­börsen hielten vom Geschäft ab. Indessen war die Stimmung nicht unfreundlich, AEG. notierten 0,25 Prozent höher, und JG.-Farben blieben be­hauptet. _

Auch der Rentenm arkt hatte gut gehal­tene Verfassung, Alt- und Aeubesihanleihe waren um eine Kleinigkeit höher. Im Verlaufe blieb die freundliche Tendeirz bestehen, und es traten meist leichte Befestigungen bis zu 0,5 Proz. ein. Don Jndustrieobligationen zogen Stahlverein­bonds 0,5 Prozent an. Altbesih 76,88, Reubesitz 12,25, Stahlverein-Bonds 65,25, Schutzgebiete 8,05, Mexikaner Irrigation 5,75, Deutsche Bank und Diskonto 59, Reichsbank 137,50, Mannesmann 68,75, Rheinstahl 94,25, Phönix 40,88, Akkumu­latoren Berlin 183,50, Aku 39,75, Chade 170,75. Scheideanstalt 171, Gesfürel 93, Holzmann 57,50, Rütgers 59,37, Siemens & Halske 164,50, Reichs­bahn-VA. 99,38, Rodlloyd 18,38, Hapag 17,50.

Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse.

Diebinter Den Papieren angeführten Ziffern geben Die Hohe der zuletzt beschlossenen Dividende an. Reichsbankdiskont 4 o. H Lombordzinsfuß 5 o. H.

;<ranHuii u. «Dt.

Berlin

Schluß« furd

Echlußk. Abend- börle

Schluß­kurs

Gchlußk. Wittag» börse

Datum

14-6.

15.6.

14.6

15.6

6% Deui'che Retchsaniethe v. i9zi

84,25

84,5

84,5

84,4

6% ebem.7% Dl.ReichSanl. v. 1929

90,5

90,75

90,75

90,75

5'/z% ?)oiinn Anleihe von 1930 .

77.5

77,13

77,25

77,13

Deuklche Anl.°AblöI..Sckuld mf

AuSloj..Reckten ...........

76,5

76,9

76,4

76,8

Dekgl. ohne Auslos.-Rechte.....

12.4

12,25

12,4

12,2

6% ehern. 8% Hess. Voltes,a<N 1929

irückzahlb. 102%)...........

79,5

79,5

Oberhessen Provinz-Anleihe mi

Auslos.-Rechten ............

68

68

_

6% Heil. Landesbank Darmstadt

Gold R. 12......

82,25

82.25

82

6/,% Heil'. Lande? Hvpolhekcn-

banl Darmstadt Cfqul

86.25

85,5

__

_

Dentjche Komm. Sainmelab I.An

leihe Seriel mit Auslos.-Rechten

70,25

69,9

70

70,13

6% ehem. 8% Franks. Hnp.-Äam

Gvldvse. 15 unkündbar bis 193"

83,5

83,25

6% ehem. 7% Rrnuff. Hnp-Ban

Goldvse. 16 unkündbar bis 1936

83.5

83

6'/,% ehem. 4'/2% Franks. Hyp.

Bank-Ltqu.-Pfandbriefe .....

85

85

bVi% ehem. 4'/,% Rheinische Hyp.-Bank-Liau.-Goldpsc. ...

6% ehem. 8% Pr. Landespsand

86

85,75

briefanflall, Pfandbriefe R. 19

84

85

85

6% ehem. 7% Pr. Landespsand

briesanklall. Pfandbriefe R. 1>

84,5

84,5

84

Verrechnungskurs

85,7

85.75

85,7

85,75

4% Oesterreickiicke Goldrenie...

-

_

17,75

4,20% Lesterreichische Eilberrenü

1,2

1,4

4% Ungarische Goldrente.......

4% Ungarische Staatsrente v. 191( 4V,% besgl. von 1913.........

6% obgeil. Goldmexikaner von 99

_

11,5

11,5

11,25

11,5

4% Türkische Zollanleihe von iSi

6.4

6,45

6,45

6,45

4% Türkische Bagbadbahn-Anleih'

"Serie I.....................

6,25

6,4

6,45

strankluri a.M.

Berlin

Schluß­kurs

Schlußl. Abend- btfri-

Schluß« kurs

Scklußk. Miliag- bflric

Datum

14.6.

15.6.

14.6.

15.6.

4% desgl. Serie II ............

6% Rnmän. Vereins,. Rente v. 1903 4'/r%Rumän.veretnh.Renlev.l913 4% Rumänische vereinh. Rente .

3%% Anatolier ..............

Hamburg-Amerika-Paket ..... ,

Hamburg-Südam. Dampfschiff. o Hansa Dampfschiff...........o

Norddeutscher Lloyd .........o

A.G. für Verkehrswesen Akt. .. o

Berliner Handelsgesellschaft.... 4

Commerz- und Privat-Bank... 0 Teutsche Bank und Disconto-

Gesellickast................c

Dresdner Bank..............<>

Reichsbank ................. ,

A.E.G..................... 1

Elektt. LiesemngSgesellschaft... Licht und Kraft .............,

stellen & Guilleaume ........0

Gesellschaft für Elektrische Unter- nehmungen............... 4

Rheinische Elektrizität ........6

Cchuckert L Co..............0

Siemen« & Halske...........;

LahmeyerLEo..............10

Buderus ...................

Deutsche ErdSl .............4

Geilenkirchener..............0

Harpener...................0

Hoeich EllenKöln-Neuelien.. 0 alle Bergbau ...............7

rilfe Bergbau Genüsse ........7

Klöcknerwerkc ...............0

Mannesmann-Rühren........0

6,25

6,1

5

28

17,75

18,65

51,5

51

59

48

138

25,25

92

111.5

56

93

97

113

165

125,25

75,25

118,5

63

104 75

160

122

-9,25

69,5

6,4 5,75

4,9

28

17,5

18,4 50

51

59 47,5

137,5

25,13

92

111

55,75

93 96,75 113,5 164.5

124

75,25 117,75

62,75 104,_l

156

121.5

59 68,75

6,5* 6

5

28

17,75

26 18,5 51,5

91

51,5

59,25

48

138

25,4

92,5 111,25

56

93,4

97

113 165,65 125,75

76 118,25 62,75 104,25

69,4

160 123,25 59,13

69

6,6

10,5 5 28,25

17,5

25

18,5 50,25

91

51,5

59 47,5 137,65

24,9

92

110,5

56

93,13

95.5 113,25 164,65 124,25

75,5

117 62,65 104,75 68,65 157,5

122

59

68,9

strantsuri a. Ml.

Berlin

Schluß« kurs

Schlußl. Abcnd- börle

Schluß« lurs

Schlußk. Mittag- börse

Datum

14.6-

15-6.

14.6-

15.6.

Mansfelber Bergbau.......

.. 0

25

25

25,5

25,75

Kokowerte ...............

.. 0

83,5

83

Phönix Bergbau...........

.. 0

41

40,9

40,9

40,75

Rheinische Braunkohlen ....

..1"

210,5

208

210

208

Rheinliabl ...........

.. 0

94,25

40,5

94,25

40,13

94,75

40,4

94,5

40,13

Bereinigte Stahlwerke......

.. 0

Ltavi Minen .............

.. 0

18,25

18

18,25

13.4

Kaliwerke Aschersleben......

.. 6

130,65

132

131

132

Kaliwerke Westeregeln......

Kaliwerke Salzdetfurth.....

.. 6

.. 9

131,5

176.5

132,5

176

132,5

176

175

.3 G. starben.Jndllstrte.....

erfielbeanftalt.............

.. 7

132,9

132,13

132,75

132,25

..10

170,75

171

Goldschmidt .............

51,5

39,5

51,5

59 4

51,13

59

Rütgerswerke .............

.. 0

59^4

Metallgesellschaft...........

39

39,13

39,25

38,5

Philipp Holzmann.........

Zementwerk Heidelberg ....

Cemenlwerk Karlstadt.......

. 0

58

57,5

58

58

:;

80

78

79,5 79

Schultheis Payenhoser......

. 0

124,5

40.25

48

50,5

21

116,13

30,25

48,5

125,75

40

49,5

50,5

115,75

Mu (Allgemeine Kunstseide) .

Bemberg.............

. 0

40

48

51

22

39,75

49,5

51

22

Zellstost Waldhos..........

ßellstoss AschassettLurg .....

Dessauer Gas ...........

. 0

. 0

. 7

Daimler Motoren..........

30,25

48,5

Deutsche Linoleum ........

48,25

30

Crenfteln & Koppel .......

. 0

48,13

Leonhard Tietz............

Chade....................

23,5

170,5

23 170.75

23,25

48,25

23,4

170

171,5

Gritzner.........

27,5

70

27,5

27,5

Mainkraftwerke Höchst a.M. .

: 4

70

Süddeutscher Zucker ........

154,5

155,5

155,25

Devisenmarkt Berlin Frankfurt a. 2H.

14 Juni

15-3unl

Amtliche Notierung

Geld | Brie

Amtliche Notierung

Geld | 23ric"

Helsingior».

Wien......

Prag......

Budapest ...

Sofia .....

Holland ....

Oslo.......

6,339 46,95

12,64

3,047

170,08

72,38

63,89

73,78

14,34 0,903

3,506

59,09

22,07 16,61

81,62 36,06 82,52 0,894

0,229

5,195

13,05

6,351 47.05

12,66

3,053 170,42

72,52 64,01

73,92 14,38 0,907 3,514 59,21

22,11 16,65

81,78 36,14

82,68 0,896 0,231

5,205

13,07

6,339 46.95

12.64

3,047 170,08

72.48 63,84

73,68 14,33 0,908 3,506 59,04 22,07 16,62 81,67 36,06 82,52 0,894 0,229 5,195 13,05

6,351 47,05 12,66

3,053 170,42

72,62 63,96 73,82

14,37 0,912 ?,514 59.16 22,11

16,66 81,83 36,14 82.68 0,896 0,231

5,205 13,07

Kopenhagen. Stockholm... London .....

Buenos Airee Reuyork...

Brüssel-----

Italien.....

Paris .....

Schweiz... Spanien.... Danzig.... Japan.....

Rio de Jan.

Jugoslawien Lissabon....

Banknoten.

Berlin, 15.Jun:

Geld

Brief

Ameritanticke Roten..............

3,47

3,49

Belgische Roten..................

58,88

59,12

Dänische Noten ...............

63,47

63,73

Englische Noten .................

14,29

14,35

stranzöjische Nolen...............

16,58

16,64

Holländische Noten...............

169,71

170,39

Italienische Noten...............

Norwegische Noten ..............

21,95

72,31

22,03

72,59

Deutsch Oesterreich, i 100 Schilling

Rumänische Noten...............

2,46

2,48

Schwedische Noten...............

73,50

73,80

Schweizer Noten.................

81,49

81,81

Spanische Nolen................

35,93

36,07

Ungarische Wetee................