Ausgabe 
16.5.1933 Frühausgabe
 
Einzelbild herunterladen

Aus aller Welt

l»

Rudolf Poeschmann, Dresden,

Li

<

ohne Reiz, nicht über-

koloristisch aber für unser Gefühl zeugend.

Professor Rudolf Hellwag. Berlin, zeigt mit drei Ausnahmen lauter Landschaften; vorwiegend aus Süddeutschland. Hirschhorn am Neckar, Cber- bach, Heidelberg und Freiburg heißen die wich­tigsten Stationen. Diese Malerei bemächtigt sich ihres Borwurfs mit einem gesunden Realismus, unbeschwert und unproblematisch hingegeben an die Dinge der Amwelt. Sie erfaßt die Land­schaft samt der reich und vielfältig sich einglie­dernden Architektur mit ruhigem Blick und festem Zugriff und behandelt beides, Ratur und Bau­werk, in kräftigen, ziemlich trocken aufgetragenen Farben als geschlossene Einheit, als einen von festen Konturen begrenzten, kompakten Dildaus-

General Hermann von Francois t*

General Hermann von Francois ist in Berlin- Lichierfelde im Alter von 77 Jahren gestorben. Francois war ein Sohn des 1870 bei Spichern ge­fallenen preußischen Generals Bruno v. Fr. Er wurde im Kadettenkorps erzogen und 1874 Offizier im 1. Garde-Regiment zu Fuß. Seine weitere Lauf­bahn verlief hauptsächlich im Generalstab. Bon 1905 bis 1908 befehligte er das Königin-Elisabeth- Garde-Grenadier-Regiment. Er hatte dann eine Brigade in Darmstadt, die 13. Division in Münster und trat 1913 an die Spitze des 1. Armeekorps in Ostpreußen. So war er berufen, gleich nach Kriegs­ausbruch im August 1914 einen ersten kräftigen Offensiostoß gegen die andrängenden Russen auszu­führen, die er bei Stallupönen und Gumbinnen schlug. Ebenso führte er sein Korps erfolgreich in der Schlacht bei Tannenberg. Später kämpfte er an der Spitze des 7. Armeekorps, vorwiegend im Westen. Bor Verdun befehligte er im Sommer 1916 die Maas-Gruppe West und leitete deren schwere Kämpfe am Toten Mann und um die Höhe 304. Rach dem Krieg nahm er den Abschied. Den Vor­gesetzten nicht immer bequem, war F. einer der verantwortungsfreudigsten Führer im Weltkrieg.

Oie burschenschastlichen Sorben.

Bon der Bereinigung der Alten Burschen­schafter wird uns geschrieben: 3n dem Kampfe gegen das System des Novembers 1918 wurde anläßlich der langersehnten Wiedereinführung der ruhmreichen Farben Schwarzweihrot als Reichsfarben in Wort und Schrift das alte Schwarzrotgold der Burschenschaft in Ankenntnis der wahren Zusammenhänge oft herabsetzend und kränkend dem Schwarzrotgelb der Weimarer Republik gleichgesetzt. Die Deutsche Burschenschaft, die aus dem Geiste der Be­freiungskriege und deren Farben Schwarzrotgold aus den Lühower Farben entstanden, hat stets in vorderster Kampflinie für völkische Freiheit und deutsches Bolkstum gestanden. Sie hat sich in den Nachkriegsjahren wiederholt unzweideutig und öffentlich dagegen gewehrt, wenn die Wei­marer Republik das burschenschaftliche Schwarz­rotgold zur Begründung der Einführung der Farben Schwarzrotgelb als Reichsfahne heran­gezogen hat. Die Deutsche Burschenschaft be­grüßt dankbar die Wiedereinfüh­rung der schwarzweißroten Reichs­farben, weil damit dem burschenschaftlichen Schwarzrotgold ein ihm von wesens- und willens­fremder Seite auferlegter Makel genommen wird. Die Deutsche Burschenschaft handelt im Geist ihrer

Kleine politische Nachrichten.

Die Reichsleitung des NS. - Lehrerbundes teilt mit: Die in der 5. Folge der nationalsozialisti­schen Lehrerzeitung vorn Mai 1933 erschienene Be­kanntmachung, daß nur Parteigenossen in Zukunft Aufnahme in den NS.-Lehrerbund finden, beruht auf einem Irrtum. Dio Mitgliedschaft im NS.- Lehrerbund kann nach wie vor jeder deutsche Lehrer zu erwerben suchen.

Der Breslauer Polizeipräsident Obergruppenführer Edmund Heines wurde zum Führer der Obergruppe I der NSDAP, ernannt. Obergrup­penführer Manfred o. K i l l i n g e r, der als sächsi­scher Ministerpräsident vor neue Aufgaben gestellt ist, hat das Recht zum Tragen der Uniform eines Obergruppenführers erhalten.

Zur Sicherung der Ruhe und Ordnung int Wirtschaftsleben haben die Reichskommissare für die.Wirtschaft Dr. Peter Adrian v. Renteln zum Präsidenten des Industrie- und Handelskammertages ernannt. Das bis­herige Präsidium tritt zurück. Dr. v. Renteln be­ruft bis zur Durchführung des ständischen Auf­baues zu feiner Anterstühung einen Beirat.

ab und traf um 10.20 Ahr fahrplanmäßig tm Hamburger Hauptbahnhof ein, von wo er gleich darauf nach Altona weiterfuhr. Die Rückfahrt erfolgt ab Altona 14.58 Ahr, ab Hamburg 15.16 Ahr und die Ankunft in Berlin 17.36 Ahr. Der Doppelwagen war leider nur zum Teil be^ setzt. Bon den etwa 75 vorhandenen Plätzen waren nur 53 verkauft worden.

Weltrekord im Rückenflug.

Der italienische Fliegerleutnant Gugliemo D o - c o l a hat einen neuen Weltrekord im Rück e nf lug aufgestellt. Er flog eine Stunde und sechs Minuten in Rücken­lage. Der alte Rekord, den der Fliegerkapitän C o l a c i c ch i hielt, betrug 41 Minuten. Docola erklärte, der Zweck des Fluges sei das Studium der physiologischen Wirkungen des Rückenfluges gewesen. Die Aerzte stellten fest, daß die lebens­wichtigen Organe des Fliegers nach dem Rücken­fluge durchaus in Ordnung waren. Es wurde le­diglich eine leichte Zunahme der Zahl der Herz­schläge festgestellt.

Lastauto verunglückt. 18 55.-£eute verletzt.

Ein Lastauto mit etwa 60 Mann der Greizer SS. stieß auf der Fahrt nach Jena gegen einen Chausseebaum und stürzte eine 1,5 Meter hohe Böschung hinab auf eine Wiese. Sämtliche SS.-Leute wurden aus dem Wagen geschleudert, wobei 18 von ihnen verletzt wur­den, darunter drei schwer. Der Chauffeur gab an, die Steuerung habe versagt, doch wird an­genommen, daß er übermüdet war und am Steuer eingeschlafen ist, wodurch das Anglück verursacht wurde.

Schnee im Riesengebirge.

Im Riesengebirge ist, wie aus Hirschberg gemeldet wird, ein Rückfall des Winters eingetreten. Seit Sonntagabend schneit es im Hochgebirge. Am Montagvormittag lagen duf dem Kamm gegen 20 cm Neuschnee bei 2 Grad Kälte.

Der Vesiechungsskandal bei der Postkrankenkasse.

In der Korruptionsaffäre bei der Berliner Post- krankenkasse hat die Staatsanwaltschaft gegen den Postsekretär Kugler und den Dentisten Willi Griebel Anklage wegen fortgesetzter schwerer aktiver und passiver Beste ch.u n g im Amt und wegen Betrugs zum Nachteil der Rejchspost- behörde erhoben. Die Ehefrauen Kugler und Griebel werden der Beihilfe zur Beamtenbestechung beschul­digt. Griebel erhielt im. Laufe der Zeit bei der Post- krankenkasse eine Monopolstellung, die ihm in den Jahren 1926 bis 1932 die ungeheuere Summe von über 900 000 RM. einbrachte: er zahlte dafür als Gegenleistung an Kugler Bestechungssummen von insgesamt 75 000 RM. Nach den Feststellungen der Staatsanwaltschaft wurde ferner durch Ausslel- lung falscher Rechnungen fortgesetzter Betrug an der Reichspost verübt.

kleine, selbsterfundene Geschichten; der Japaner ist der geborene Geschichtenerzähler. Seine Phantasie soielt immerwährend; nichts wäre hier besser zu be­weisen; man braucht nur im alten Hüttenviertel von Tokio, Jokohama, Nagasaki und Joschiwara den Bettlern zuzusehen, die, Künstler in ihrer Art, aus kleinem Holzwerk, Elfenbein, blauen Lasuren Kunst­werke schaffen, deren Sinn sie, was sie der Natur abgelauscht, in Symbolen wiedergeben. Phantasie und Geduld: die Tugenden Japans.

Stundenlang können sie in diesem Boote sitzen, scheinbar teilnahmslos und in die blaue, orange­farbene, mattgraue und kirschblütengelbe Seefeme schauen, indessen ihnen der Himmel, das Meer, die Segelboote, die Dampfer und die Ewigkeit der Ferne, der Wolken Erzählungen zuflüstern. Unbe­grenzt kannst du in deinem Schaukelboot sitzen, vor einem kleinen See oder, wie hier am Meere, dein Spiel der Fische zusehen, und du wirst entdecken, daß es ungezählte Dinge gibt, von denen du dir nie etwas hast träumen lassen.

, ein Schüler von Dantzer, entrollt ein kleines Aquarellpano-

Set r bund^ mit e-f

Ä ner m3 durch ali

im wird dur selblteMef |inS&

nahm! 2 schriftliche Wittel ero terM d üt den

lang- Dal werdet wv

ur

Der Kc leiten i deutsche y einer Ort Cafe Ebel leisteten.

3m Wi trag von Kurz doi ner führte deutsche S deutschen Ziel des ! der Techr will. Der Technik i NSDAP deutschen stehen. 3 Sammln scheu Ai national wie der Staats­soll fern Architekt Ständest, handenen national!' unseres will also Geiste de Sittenges ist ari|d)i sige noti. Bildung ledjnitum Offij/ere, nisch infer Die Dege, der intenfi tlärungsai erstreben Erze, hol heimischer ausländis Jugend i bildungss scheu 2lu-

Di'e @ daß etwa men werd Zührer u wurde die

6i

Oberhessischer Kunstverein. |

Moderne Malerei und Graphik.

Die am Sonntag eröffnete neue Ausstellung umfaßt Arbeiten von fünf zeitgenössischen Künst­lern. Den beherrschenden Eindruck vermittelt eine Kollektion von etlichen zwanzig Gemälden des in Breslau geborenen, in Berlin lebenden, be­kannten und seit langem geschätzten Malers Professor Eugen Spiro. Die hier von ihm gezeigten Gemälde geben ein ebenso interessantes wie vielseitiges Bild seiner künstlerischen Persön­lichkeit. Spiro ist, wie man mit feinen Beispielen belegt findet, zunächst ein ausgezeichneter Por­trätist; seine Bildnisse sind mit Temperament gemalt, haben Charakter und individuellen Amriß und halten den lebendigen Ausdruck des Dar- gestellten höchst unkonventionell und mit zwin­gender Aeberzeugungskraft fest. Besonders auf­schlußreich scheinen uns in diesem Sinne die drei nebeneinanderhängenden Damenporträts (Mäd­chenbildnis";Dame in Schwarz";Im Cafe") in ihrer auf die menschliche Eigenart der Mo­delle feinsinnig eingehenden malerischen Haltung. Ferner die verschiedenen Selbstbildnisse und vor allem die drei großen und repräsentativen Por­träts von Gerhart Hauptmann, Dr. Eckener und Albert Bassermann; dessen Bildnis zumal ist eine bestechende Arbeit, die das Wesen dieses Grand­seigneurs unter den deutschen Schauspielern un­mittelbar auf den Beschauer überträgt. Sehr pikant in ihrer Gruppierung und ihrem farb­lichen Reiz präsentieren sich Akte und Halbakte. Einige der feinsten Stücke der gesamten Kollek­tion. obwohl von intimerem Ausdruck, finden sich unter den Landschaften, von denen insbesondere Sie Straße" und3m Hafen von Martigues" mit den sparsam aufgesetzten, zarten Pastelltönen von lichtem Grün und Rosa eine überaus deli­kate Wirkung erzielen.

X Ac (2- fior. «ei, Br, Oberlirche "Bild aus Gedenken 9Mgenen Hahnia 5är, Lj Ateilun Mitarbeit vvteneii $ einem st Mai Teilziel' . Äarrc öas The der Seit neue Z» Nabr Ttotig ist xr Vers Schicksals Sie auch draktische ^diguno Se un h Ents Mons «US > Arl, ff soll blei' Gebets w;

Aeinb ZMor A°Sisc *2- bis L S zur tb Aaot I >iter:' iu.rth Sen). Siche Mert, K°Mer ix "Hin!

wünschter Personen, die unmittelbare Beeinflus­sung der Preisgestaltung und direkte Eingriffe in das Geschäftsleben. Diese Aufgaben sind den Staats- und Gemeindebehör­den sowie den Reichskommissaren für die Wirt­schaft und deren Stellvertretern und Beauftrag­ten übertragen. Es wird deshalb allen Dienst­stellen des Kampfbundes aufs strengste untersagt, eigenmächtig irgendwelche Maßnahmen der vor­bezeichneten Art zu treffen. Zuwiderhandlungen werden von nun an gesetzlich bestraft.

gez. Dr. Wagener, Reichskommisfar für die Wirtschaft und Leiter des Wirtschaftspolitischen Amts der NSDAP.

gez. Dr. v. Renteln, Reichskampfbundführer.

Eine Anordnung des NSBO.-Leiters Walter Schumann.

Berlin, 14. Mai. Der NSBO.-Leiter Walter Schumann hat folgende Anordnung erlassen:In den letzten Tagen haben verschiedene Belegschaften eigenmächtig Eingriffe in die Be­triebsführungen vorgenommen, die teilweise zur Stillegung der betroffenen Betriebe führ­ten. Dieses unverantwortliche Vorgehen ist geeignet, schwerste Erschütterungen hervorzurufen. Ich ver­biete hiermit allen NSBO. - Mitglie-

Eine aparte Sammlung von Aquarellen hat auch die Frankfurter Malerin Elfe L u t h m e r beigpftcuert: eine Mappe voll sanft getönter Farbskizzen, leichten 3mprefsionen von angenehm weiblicher Haltung, motivisch bestimmt vom Reiz eines flüchtigen, nuancenreichen Augenblicksein­druckes. Neben etlichen, graziös und empfindsam b.cngetupften Orchideengebilden deutsche und süd­liche Landschaften; Segelboote auf der Havel; und, nicht zu vergessen, der schöne Blick auf den Frankfurter Dom vom Sachsenhäuser Afer.

Das malerische Bild der Ausstellung wird durch eme Sammlung von Radierungen und Holz- i*r7-l^en, öom Graphischen her ergänzt und ge- fallig abgerundet: die Arbeiten des jungen Her» bert Knorr, Braunschweig, fesseln den Be- schauer sowohl durch die ruhige Sicherheit und technische Reife ihrer Faktur als auch durch

Phantasievolle Vielfalt ihrer motivischen Möglichkeiten. Anter diesen Blättern gefielen uns am besten die liebevoll ausgearbeiteten Tier­porträts (Tiger, 3ungkater, Esel und Ziegenbock) neben ein paar stillen, befriedeten Landschaften, die ebenso an Thoma erinnern wie die quellende Fülle der kleinen Enaelbübchen, in dicken Scharen vom Himmel schwebend über einerHeiligen Familie". _y _

rama aus dem schönen Deutschland; er zeigt Städtebilder vor allem aus Sachsen und Süd­deutschland, architektonische und landschaftliche Berühmtheiten von mehr oder weniger volkstüm­licher Geltung: alles freundlich, einladend, sau­ber und für Aquarell verhältnismäßig starktönig gemalt; vielfältig verlockender .Anreiz für eine fommerliche Reife. Wir nennen einige der hüb­schesten Stücke: die berühmte Mainbrücke und den Vierröhrenbrunnen von Würzburg, das mit romantischen Motiven gesegnete Malerparadies Rothenburg, die Dresdener Frauenkirche, Salz­burg, Alm und Tegernsee.

b er n aufs ft r e n g ft e, sich an diesen Aktionen zu beteiligen. Ich fordere von allen NSBO.-Mitglie- bern in jedem Betriebe, derartige Versuche im Keime äu ersticken. Ich erwarte von der Disziplin und Ein­sicht aller bewährten Betriebspioniere der NSBO., daß sie versteckte marxistische Sabotageversuche an der nationalsozialistischen Aufbauarbeit klar erkennen. Ich erkläre, daß jeder Parteigenosse und jedes NSBO.-Mitglied, das sich nicht dieser Anordnung fügt, rücksichtslos aus der NSBO. und Partei entfernt wird."

Wahrung des Arbeitsfriedens.

Berlin, 13. Mai. (WTB.) Verschiedene Vor­gänge im Wirtschaftsleben veranlassen den Reichs­arbeitsminister, erneut daraus hinzuweisen, daß für die notwendige Uebergangszeit die b e - stehenden Lohn- und Arbeitsbedin­gungen in Geltung bleiben müssen und daß es die Pflicht aller Beteiligten sei, die in den Tarifverträgen getroffene Regelung, soweit sich ihre Aenderung nicht als unumgänglich notwendig er­weist, zunächst aufrechtzuerhalten. Die Reichsregie­rung hat mehrfach betont, daß der Umbau der Ao- zialverfafsung organisch erfolgen solle und daß in der Zwischenzeit Angriffe unberufener Kreise oder sonstige Beunruhigung der Betriebe vermieden werden müssen.

schnitt. Den stärksten Eindruck machte uns die große Ansicht von Forbach im Murgtal, Frei­burg und Neckar-Steinach. Von den Porträts scheint und das Selbstbildnis die interessanteste und reifste Arbeit zu sein;Tommy Brown Eyes" scheint uns zu sehr Ton in Ton gemalt, undFrau Professor Hellwag als Merry Wifc ot Windsor zwar motivisch nicht

1

Oie Neuregelung bei den Konsumvereinen.

B e r I i n , 15. Mai. (WTB.) Der Führer der deut­schen Arbeitsfront Dr. Ley hat eine Anordnung über die Neuregelung bei den Konsum- vereinen erlassen, in der es heißt:

Die Deutsche Arbeitsfront hat heute die Füh­rung über d i e Konsumvereine über­nommen. Die vertretungsberechtigten Geschäfts­führer der Großeinkaufsgesellschaft Deutscher Kon­sumvereine m. b. H., Hamburg, und des Reichsver­bandes Deutscher Konsumvereine, Köln, haben sich bedingungslos und vorbehaltlos unterstellt. Der Lei­ter der Wirtschaftsunternehmungen der Deutschen Arbreitsfront Pg. Bankdirektor Müller über­nimmt auch die Leitung der Konsumvereine.

Die Aktion selbst ist eine Abwicklungsak­tion. Das besagt, daß ein weiterer Ausbau nicht geduld et wird, daß schon jetzt alles Faule und Belastende in kürzester Zeit abgestoßen und daß im Einvernehmen mit den Vertretungen des Mittel­standes ein gerechter Ausgleich schon jetzt angebahnt wird. Die Dienststellen der NSDAP, wer­den ersucht, ihre feindliche Einstellung den Konsum­vereinen gegenüber abzulegen. Denn sie können ge­wiß sein, daß von der Führung alles getan wird, was dem Wohle des Volkes und dem Wohle Deutsch­lands nützt.

DiezukünftigeOrganifationderKon- fumvereine ist folgende:

Beide großen Reichsverbände der Konsumvereine werden in einen Reichsoerband übergeführt und zusammengefaßt. Dadurch wird in der Verwaltung große Ersparnis erzielt werden. Grund­sätzlich wird in keiner Organisation mehr a b g e ft i m m t, sondern der Leiter Pg. Müller, ist von mir ernannt, und er ist bevollmächtigt, wei­tere Leiter der einzelnen Bezirke und Ortsvereine zu ernennen. Der Verwaltungsrat, der dem Pg. Müller beigegeben ist, wird dieKleineKammer sein. Außerdem wird eine Große Kammer ge­bildet werden, um das Verhältnis zwischen dem neuen ständischen Aufbau und den Konsumvereinen endgültig zu klären und um die Abwickelung so sicher und organisch gestalten zu können.

Anordnung des Reichskomrrriffars für die Wirtschaft.

Berlin, 12. ^Mai. (TA.) Der Neichskom- miffar für die Wirtschaft hat folgende Anordnung erlassen: Die Organisation des Kampf» bundesdes gewerblichenMittelstan- d e s ist ein 3nstrument zur Durchführung be­stimmter wirtschaftspolitischer Aufgaben, die ihm ausschließlich von der Reichskampfbundführung ge­stellt werden. Keinesfalls gehören zu diesen Aufgaben die Einsetzung vonKommissa» ren, die Gleichschaltung in Verbänden und Betrieben, die Beseitigung und Ersetzung uner-

völkischen Aeberlieferung und Gesinnung, wenn sie der wiedereingeführten schwarzweißroten Reichsfahne und dem neuen Siegeszeichen, dem Hakenkreuzbanner, die gleiche Treue hält, wie dem schwarzrotgoldenen Bande ihres großdeutschen Bundes.

Berliner Tagung des Reichsbundes Deutscher Referendare.

Vom 19. bis 21. Mai 1933 findet in Berlin die erste Reichstagung deutscher Referendare statt. Schulungsvorschläge von Regierungsrat Schraut, dem Reichsleiter der rechtspolitifchen Abteilung des Bundes nationalsozialistischer deutscher 3uristen, dem Aniversitätsprofessor Emge, 3ena, Dr. v. Leers, Oberstaatsanwalt Frhr. v. Steinaecker und Rechtsanwalt Neubert, dem Präsidenten der Anwaltskammer Berlin, sollen ein Bild der neuen Rechtsgestaltung geben. 3n zwei Massenversammlungen werden 3ustiz- minister Kerrl, Ministerialdirektor Dr. Freisler und Reichsjustizkommissar Dr. Frank II. sprechen. Die Tagung schließt mit einem bei Kroll statt- sindenden großen Sommerfest mit Vorführungen, Tombola und Tanz, zu dem auch der Krollgarten zur Verfügung steht.

Der ZdA. gleichgeschaltel.

Wie der Zentralverband der Angestellten, Be­zirksgruppe Lahn-Dillkreis, mitzuteilen bittet, ist er der NSBO. unterstellt worden. Die vom Beauftragten der NSBO. vorgenommenen Kafsen- &rüfungen beim Verband, seinen wirtschaftlichen nternehmungen und der Krankenkasse ergaben im allgemeinen, daß die Bücher sich in Ordnung befanden und die Kassenbestände und Wertob­jekte des Verbandes vorhanden find. Dem­gemäß konnte der Beauftragte der NSBO, Karl Gröndahl, einer Kundgebung feine Zustim­mung geben, in der die Mitglieder des ZdA. auf­gefordert worden find, den Verband nicht im Stich zu lassen. Die Mitglieder des ZdA. haben die Pflicht, die für sie geschaffenen Wohlfahrtseinrich­tungen dieses Verbandes durch pünktliche Beitragszahlung aufrechtzuerhalten. Im üb­rigen wird der ZdA. sich natürlich der von dem Aktionskomitee für deutsche Arbeit durchzuführen­den Reform des Gewerkschaftswefens vollständig anpaffen.

DerFliegende Hamburger" in Betrieb.

Mit dem 3nkrafttreten des Sommerfahrplans der Reichsbahn hat auch derFliegende Hamburger" feine erste regelmäßige Fahrt zwischen Berlin und Hamburg durchgeführt. Er fuhr 8.02 Ahr vom Lehrter Bahnhof in Berlin

Selbst mitten im Land, tief in den japanischen Landschaften, wenn du unter Schirmföhren träumend, den gleichmäßigen und geschmeidigen Flug der Wildganse verfolgst, indessen die große, orangefarbene Kugel des Frühmondes über den klaren, fcharfgezeichneten Rücken des fernen Berges klettert, dann wirft du, von den Liedern des Schil­fes umflüftert, abermals ungezählte Dinge erleben, die du nicht erwartetest. Es kommen Beobachtungen ganz kleiner und winziger Erlebnisse hinzu, sonder- bares Tun und Lassen, das etwas fernab von unse­rem Alltag liegt, das zart und zierlich ist, man möchte fast sagen im Leben stilisiert. Und dennoch ist alles von einem gewichtigen Dasein erfüllt, und in scharfem Gegensatz dazu stehen die harten, nüch­ternen realen Gesetze, steht der unerbittliche Kamps der Männer, stehen Zweikämpfe und ein Heroismus, dessen Größe selbst wir Menschen in Europa kennen und bewundern. Welch ein Gegensatz!

*

Die Buchenwälder stehen deutlich und fein ge- zeichnet am Ufer des Sees. Zwischen dem roten Blattwerk der Ahorne schwingen sich Vögel mit lan­gen Schnäbeln und dünnen Flügeln. Im behaglichen Mondlicht sitzen die Mädchen und Frauen vor ihren Zimmern auf der breiten Terrasse und sie erzählen sich ihre Geschichten mit dünnen, raschen Stimmen, lieber dem See steigt ein Boot mit vollen, runden Segeln auf, der Mond glänzt darin. Es wird still. Sicher denken sich diese Menschen jetzt etwas, das wie ein Gedicht erklingt. Und es ist doch nichts an­deres als der Händler, der von feiner Reife über den See in bezaubernder Bootfahrt zurückkehrt nach Jokohama,

reichs feien Kriegsvorbereitungen zu beobachten. In vielen Städten habe man Luftschutzübungen oorgenommen. Obgleich keine Propaganda für den Verkauf von Gasmasken gemacht werde, würden doch Kurse über Hilfeleistung bei Gas­vergiftungen abgehalten. Es wird besonders auf die beabsichtigte Vereinheitlichung der bestehen­den Zivillustfahrtlinien hingewiesen, die auch nur aus militärischem Interesse angeftrebt werde. Vor allem in der Nähe der Rhein- und Alpen­grenze würden außerdem in aller Eile Not­landungsplätze angelegt. Ferner würden Eisenbahnlinien ausgebaut, vor allem die mit der Grenze parallel laufenden in Eile ver­bessert und befestigt. Schon seit Monaten würbe außerdem auf der Pariser Westbahn allnächtlich regelmäßig Kriegsmaterial und Muni­tion verladen. Man spreche von Bekannt­machungen über die Mobilisierung, die an alle Autobesitzer bereits verteilt worden seien. Alle diese Maßnahmen würden lediglich zur Vor­sicht getroffen. Die offiziellen Reden der französi­schen Minister für den Frieden und die Verständi­gung der Völker müßten geradezu lächerlich wirken. Die Aufgabe des Buchs beim ....

Abend in Japan.

Don Ulrich Terlinden.

Der frühe Abend steht blau vor Jokohama. Zag­haft, dunstumhaucht, still und traumhaft wiegen sich die kleinen Inseln. Die Silhouetten der Küste wer­den scharf gezeichnet sichtbar, wachsen aus Der See und kommen näher. Dann ist der Hafen da.

Das Eigenartige und bisher Unerlebte des An- tommens und Einfahrens in den Hafen von Joko­hama ist das Spiel des Lichtes. Transparent und ferndurchleuchtet klingen Meer, Erde und Himmel ineinander, Gläsern, allem Irdischen entrückt, von allem Groben, Harten befreit, gleichsam von sorg­fältiger Hand mit seinen Pinseln auf durchsichtiges Pergament gezeichnet, steht das Bild klar vor dem Blick.

_ Nun stopft der DampferTajima Maru" in der Segarnibucht, knapp vor den Molen, und eilig schie­ßen die kleinen Dampfboote herbei, die Reifenden an das Land zu bringen. In weitern Bogen stehen die Wellenbrecher gebaut, mit den Fluten kämpfend, die Springfluten dämmend und zersplitternd. Das seltsame Spieb der Lichter flimmert über den Tu­mult des Hafens. Hochgeworfene Segelboote gleiten eilfertig durch das Gewimmel kleiner Fahrzeuge; Flaggen, weiß mit roten, blauen und goldenen Kugeln werden vom Winde entfaltet, Flaggen mit Drachen, Sonnen und blauen Mondgesichtern stehen im Abendlicht. Dieses Abendlicht kommt blausilbern von den fernen Bergen herüber, indessen sich leichtes Gewölk wie ein kostbarer Fächer aus Paradiesreiher entfaltet. Ich sehe die milchweiße Kuppe des alten erloschenen Feuerberges Fujiyama wie eine zusam­mengefaltete Silberblüte im fernen Abend stehen. Sein Spiegelbild steht klar und deutlich in der ovalen Bucht, hinter den Schiffen, dort, wo die See regungslos und ruhig ist. Das ist auch die Stelle, wo man des Morgens hinausrudern muß, in einem kleinen japanischen Schaukelboot, wo man still hal­ten muß, um eine Handbreit unter dem Wasser­spiegel die schimmernden grotesken und märchenhaft schön bemalten Fische beobachten kann, die manch­mal in Gemeinden regungslos beisammenstehen, ober wie silberne und stahlblaue Blitze aus der Tiefe heraufschießen, oder in unbekümmerter Lust in der goldenen Flut der Sonne spielen.

*

Stundenlang vermagst du es, in einem breitge­schwungenen Boote zu sitzen. Der alte japanische Zischer hat dir seidene Kissen geschenkt, die weich wie Flaum sind, die Sonnengötter und Glücksräder tra­gen und mit echten Goldfäden gezeichnete Bilder ab­sonderlicher. Tiere, über welche dir der Alte endlos kleine Geschichten erzählen kann. Es sind meist