Ausgabe 
16.5.1933 Frühausgabe
 
Einzelbild herunterladen

Aus der Provinzialhauptstadt

Zeitfunk. 19: Reichssendung: Stunde der Ration: . 21.35: etu ,4)05 Glotzer Bergland". 20: Unterhaltungskonzert. | Nachtmusik.

Geschichten aus aller Welt

damit. Nun tritt seine be-

Denkt an dieStiftung für Opfer der Arbeit!

Einzahlungen an Reichskreditgesellschaft vcrlla W 8, Behrensstraße 21 22, sowie aus deren Reichs- bankgirokonlo und deren Postscheckkonto Berlin 120 unter Angabe der Kontobezeichnung:Stiftung fül Opfer der Arbeit".

21:Zwei Soldaten unterhalten sich: Mit der 76. SR, serv'e-Division durch Siebenbürgen und Rumänien Stunde der Kammermusik. 22.45 bis 2

Nein, dieser Monn ist kein Pendant zu jenem Manne mit der berühmten Rotweinnase, der den ver­dächtigen Farbton seines Riechorgans dem lang, jährigen und hingebungsvollen Genüsse des südsran- zösischen Produktes verdankt und der ihn ein schönes Stück Geld gekostet hat. Im Gegenteil. John Brown, um ihn handelt es sich hier, hat mit seiner Whisky- nase zeitlebens sehr viel Geld verdient, denn er ist der bekannteste und gesuchtesteWhiskyriecher" der Vereinigten Königreiche, und heute deshalb wieder in den Vordergrund des öffentlichen Interesses ge- rückt, weil er aus dem nun wiederfeuchten" Ame­rika ein großartiges Dollarangebot erhalten hat. Und die englische Presse tut alles, um den berühmten Mann im Lande zu halten.

Bevor die Fabrikanten des so geschätzten schotti­schen Whiskys ein neues Erzeugnis ihrer Brennerei- klinst in die Welt versenden, lassen sie erst Mister John Brown zu sich kommen, der sein fachmännisches Urteil über dies Produkt abzugeben hat. Gegen hohes Honorar, wie sich versteht. Ein kleines, saube­res Kristallflächchen wird von Brown selbst mit der neuen Whiskysorte gefüllt, und dann gießt er sich ein Portweinglas halbvoll _ . '

rühmte Nase in Tätigkeit. Dies auch rein äußerlich sehr ansehnlich ausgefallene Riechorgan wird in das Glas gesteckt, und Drown läßt nunmehr bedächtig und genießerisch erst einmal das Aroma hereinströ- men. Dann nippt er einen kleinen Schluck und läßt ihn schwelgerisch über die empfindsame Zunge hin- streichen. Ist dies vollbracht, so schüttet er sich em paar Tropfen in die hohle Hand, läßt sie durch die Körperwärme verdampfen, und diese unsichtbaren Wolken steigen wiederum in Browns Nase.

Nimmt sein Gesicht bei dieser Prozedur eine be- friedigte und wohlwollende Miene an, reibt sich der Fabrikant die Hände, erhöht den Preis gleich um einige Schillinge und kann sein Erzeugnis ruhig der Welt vorsetzen, denn er ist sicher, daß sein Whisky den Preis wert ist. Rümpft jedoch Mister Brown die Nase, so ist das ein untrügerischer Beweis, daß dos

Deutscher Tag" auf der Ronneburg.

Büdingen, 15. Mai. (WSN-) DerDeut­sche Tag" der SA. besJBübinger Lcmbes unb seines Nachbarbereiches am Sonntag auf ber Rönne- bürg hat einen vortrefflichen Verlauf genommen. Seine kirchliche Weihe erhielt ber Tag burch einen feierlichen Felbgottesbienst. Die Hauptkundgebung ging, besucht von schätzungsweise 2 bis 3000 Men­schen, nach vorherigen Konzertbarbietungen ber Wet- terauer Stanbartenkapelle ab 14 Uhr vor sich. Fah­nen, bie von ber Höhe bes Burgsriebs grüßten, zeig- len bem oberhessischen unb Hanauer Lanb bie Feier­lichkeit ber Stunbe an. Die Eröffnungsansprache hielt Stanbartenführer Schäfer aus Butzbach, ber namentlich ben hessischen Staatspräsibenten Dr. Werner begrüßte.

Staatspräsident Dr. Werner legte, an die heute erfolgte Weihe des Hitler-Steines im hohen Vo­gelsberg erinnernd und auf die große Vergangenheit der Ronneburg verweisend, dar, baß es unser Wich­tigstes sein müßte, ein Bekenntnis zum Volkstum unb seinen Überlieferungen abzulegen unb ben Ertrag unserer Arbeit zu sichern in volks- unb kulturpolitischem Sinne. Die konfessionelle unb politische Trennungslmie im Volk müßte ebenso ver- schwinben wie bas Zeitalter ber Demokratie unb ber Internationale. Scharf hob ber Rebner bie Verbienste bes Führers Abolf Hitler hervor, ben er als schöpferischen Geist mit ben großen Männern bes beutschen Volkes, mit Bismarck unb Richarb Wagner auf eine Stufe stellte. Nun, wo ber Marxismus tot sei, gelte es, im Sinne bes_ großen Führers bie Herrschaft über bie deutsche Seele zu gewinnen.

Als zweiter Redner der Tagung erinnerte 'Bürger­meister Haug, Darmstadt, an den seitherigen Komps unb ben Leibensweg ber nationalsozialistischen Be­wegung. Nicht etwa ber Intellektuelle, sonbern ber unbekannte braune Solbat habe Deutschland) frei gemocht unb aus Materialismus unb Marxismus herausgeführt. Stonbesbünkel unb Kastengeist müß­ten eüblich bos Grablieb gesungen werben.

Truppführer S t e i n s o t t hob gleichfalls H i t - l e r s große Verbienste um bie beutiche Volkseinheit hervor unb schloß seinen Appell mit ben Versworten: Wenn alle untreu werben, wir bleiben bir stets treu." Nach einem ben Sieg bes jungen Deutsch- lanbs feiernden Gedichtvortrag übermittelte der stell- vertretende Gauleiter H e y s e Grüße des Reichs­statthalters von Hessen, Sprenger, und rief dazu auf, jederzeit nach ben Grunbsätzen ber Partei zu hanbeln. Das Horst-Wessel-Lied schloß bie Kunb- qebung bei ftrömenbem Regen, ber jeboch bie starke Beteiligung nicht beeinträchtigen konnte.

Oie Ursache

des Mainzer Straßenbahn-Unglücks.

Mainz, 14. Mai. (WSN.) Nachbem in ben lrtz- ten zwei Tagen ber Unglückswagen des S t r a ß e n - dahnunglücks einer eingehenben Untersuchung durch Probefahrten von einer Reihe von Sachver- flänbigen unterzogen worden ist. steht einwandfrei fest, daß die Behauptungen des Wagenführers richtig sind und die Strombremfe verjagt hat. Da­durch war es dem Wagenführer unmöglich, den Straßenbahnzug auf ber steilen Strecke zum Halten zu bringen unb das Unglück zu verhüten.

Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten? Ein salomonisches Urteil.

z. S t o ck h o l m.

Ein Friedensrichter in Schweden verkündete kürz­lich ein salomonisches Urteil. Es handelte sich genau wie bei dem biblischen Urteil auch hier um zwei streitende Mütter, die mit Aufbietung aller Kräfte sich auf der Straße um das Besitzrecht auf em Hei­nes Wesen zankten. Dieses kleine Wesen aber war ein Hund, eigentlich ein Hündchen, struppig, klein, zerzaust, mit schief gehaltenem Kops und guten, treuen Augen. Das Tierchen hieß Rino. Der einen der beiden streitenden Frauen hatte Rino einstmals gehört. Eines Tages jedoch war er während eines Spazierganges mit seiner Herrin von einem geradezu krankhaften Wandertrieb befallen worden, Sehnsucht nach neuen, unbeschnüffelten Straßenecken und Haus­eingängen verlockte ihn, gaukelte ihm ein fernes Paradies vor, er gab sich dieser Lockung willig hin, trabte, seine kleine Schnauze immer auf bem Boben, begierig weiter, unb als seine Herrin sich nach einem interessanten Gespräch mit einer Bekannten über bie eventuelle Verlobung einer gewissen Jngrib an ihren Rino erinnerte, war biefes geliebte Tier nicht mehr zu erbürfen. .

Die Zeit heilt jebe Wunbe. Die Besitzerin Rinos hatte sich bereits innerlich mit bem Verbacht abge- funben, buchte schon baran, sich einen zweiten Rino anzuschaffen, als sie eines schönen Tages eben mitten auf ber Straße ihren Rino erblickte: klein, struppig, häßlich, zerzaust, aber mit guten, treuen Augen. Er tänzelte um eine nett aussehenbe Dame herum, bie mehr erschrocken als verärgert war, als bie alte Rino-Besitzerin laut und fordernd ihr Besitzrecht gel­tend machte. Rino begrüßte seine ehemalige Herrin mit vergnügtem Schwanzwedeln, sonst aber nahm er an dem immer lebhafter werdenden Streit der

7.15 Uhr: Frühkonzert 12: Mittagskonzert I. 13.30: Mittagskonzert II. 15.20: Stunde ber Jugend. 16.30: Nachmittagskonzert. 18:Reste altgcrmam. scher Sitten und Bräuche in unserer Zeit". 18.25:

Dieser Gaston saß an einem ber letzten Tage nul etlichen Freunben bicht am Wasser unb (ah den «ah­nen unb Pabbelbooten zu, bie an ihm uorbeifuhrcn.

Als Elvira, eine bildhübsche blonde Frau, in einem kleinen Kahn an bem Platz ber jungen Leute oor- überruberte, warf ihr Gaston eine Kußhand zu. die sic lustig lachenb akzeptierte. Gaston jah entflammt, sprang in einen Kahn unb ruberte ihr nach Zwei hunbert Meter weiter holte ber kühne Jager bas Wilb ein. Als das Wild von dem Jäger nichts wissen wollte, ergriff Gaston den Kahn Elviras und be gönn ihn zu schaukeln, damit er umtippen sollte. Vom Ufer aus sahen die Freunde Gastons diesem Kampfe lachend zu. Sie erstarrten aber buchstäblich, als die zarte blonde Frau mit der Hand Gaston ei griff, ihn am Kragen faßte, hochhob und ohne Mit­leid ins Wasser fetzte. Sie sahen, wie die junge Da ine unbekümmert weiterruderte, sie sahen, wie Gaston mühsam ans Ufer schwamm und pudelnaß an Land kletterte. Doch kam er nicht zurück. Der kühne Jager blieb verschwunden, lieber die blonde zarte junge Dame ist zu sagen, daß sie als Mitglied einer inter­nationalen bekannten Athletentruppe an einem ber größten Pariser Dariers gcrabc ein Gastspiel absol­vierte.

Das Ganze halt!

rt. B e r l i n.

Es wirkt wie ein kleines Märchen, aber es ist auch eine Geschichte, bie bas Leben geschrieben hat, wenn babei auch fein Mensch mitspielt, unb wenn babei auch keine großen Schicksale zur Debatte stehen.

Am Kurjürstendamm, oben an ber Gedächtnis- kirche. Der Spätnachmittagsverkehr hat in vollem Umfange eingesetzt. Rücksichtslos werben bie Minu ten ausgenützt. Lieferwagen unb Straßenbahnen, Autobusse unb Kraftwagen. Droschken unb Privat- limoufinen, Motorräber und Pserbefuhrwerle füllen ben Fahrbamm. Die Sehinbenjagb ber Weltstvbt ist auf ihrem Höhepunkt angelangt. In ununterbroche­ner Reihenfolge knattern bie Gefährte über ben polierten Afpholt

Plötzlich stockt olles. Mit grellem Quietschen bretn- sen bie in voller Fahrt befinblichen Autos, hort zie­hen bie Kutscher bie Zügel an, sogar eme Elektrische bleibt unvermittelt stehen. Zwei, Drei Sefunbcn unb ber Verkehr liegt still, als hätte sich öine gewaltige Honb erhoben unb jebe Weitersahrt untersagt. Heber ben Volants ber hinten liegenben Wogen recken sich neugierige Gesichter. Die Passanten bleiben stehen, alle, bie eben noch mit ihren Sefunbcn geizten, Chauffeure unb Kutscher, haben plötzlich Zeit, vor bem Meinen Wunber, bas bas Leben ihnen zeigt,

Aufruf zum Lustschutz.

Der neugegründete Reichsluftschutz- bunb wendet sich, wieBerliner Blätter melden, mit einem Aufruf an die Oefsentlichkeit. in dem die Ziele des Bunde« dargelegt werden. In dem Aufruf heißt es u. a.: Heber die Rot- Wendigkeit des zivilen Luftschutzes bestehen keine ' Zweifel mehr. Ss gilt aber, jahrelange Ber- säumnis gutzumachen. Deutschland ist infolge sei­ner militärisch ungünstigen Lage inmitten Euro­pas durch Luftangriffe wesentlich stärker gefähr­det als die anderen Großmächte, und der Reichs­luftschuhbund muß deshalb eine Volksbewegung im weitesten Sinne des Wortes werden. Er wird durch geringfügige Pflichtbeiträge, durch selbsteingefchätzte Beiträge und durch Spenden finanziert. _ f,

Deutsches Volk, deutsche Männer. deutsche Frauen, deutsche Jugend! Das Vaterland ruft euch, das Vaterland braucht euch alle ohne Aus­nahme! Wenn ihr auch Sorgen habt und wirt­schaftliche Röte, wenn ihr auch mühevoll die Mittel erarbeiten müßt für euren täglichen Un­terhalt : die Sorge für den Luftschutz, für den Selbstschutz bleibt euch euer Leben lang. Darum Heist dem Reichsluftschutz, darum werdetMitglieddes Reichsluftschuhbundes! Kampsbund der deutschen Architekten

und Ingenieure in Gießen.

Der Kampfbund der deutschen Archi­tekten und Ingenieure im Kampfbund für deutsche Kultur hatte dieser Tage zur Gründung einer Ortsgruppe Gießen eine Versammlung im Cafe Ebel einberufen, der etwa 120 Personen Folge leisteten.

Im Mittelpunkt der Versammlung stand em Vor- trag von Stabtratsmitglieb Oberingenieur Abolf Kurz vom KDAJ.-Stützpunkt Gießen. Der Web­ner führte u. a aus: Wenn ber Kampfbunb für deutsche Kultur sich bas Ziel setzt, die Werte des deutschen Wesens zu verteidigen, so ist das auch bas Ziel bes KDAI., ber barüber hinaus in ber Welt der Technik eine geistige Mobilmachung erreichen will. Der KDAI. will alle sammeln, bie an ber Technik interessiert sinb unb, ohne THtglkber ber NSDAP, sein zu müssen, auf bem Boben einer beutschen, nationalen unb sozialen Weltanschauung stehen. Die besonbere Aufgabe bes KDAI. ist bie Sammlung unb organisatorische Erfassung ber beut- schen Architekten unb Ingenieure zum Zwecke ihrer nationalsozialistischen Erziehung unb Schulung, so- wie ber Führerauslese für bie kommenben großen Staats- unb wirtschaftlichen Aufgaben. Der KDAI soll ferner bie berufsständische Gingliebcrung ber Architekten unb Ingenieure in ben kommenben Stänbestaat vorbereiten. Der KDAI. will bie not- hanbenen Fachvereine mit bem Geist bes jungen nationalsozialistischen Deutschlanb unb bem Geist unseres Führers Abolf Hitler durchbringen: er will also Technik unb Wirtschaft erfüllen mit bem Geiste beutschen Pflichtgefühls unb bes christlichen Sittengesetzes. Voraussetzung für die Mitgliedschaft ist arische Abstammung, guter Leumunb, zuverläs­sige nationale Gesinnung, abgeschlossene technische Bilbung einer Hochschule, Abgangszeugnis eines Technikums ober einer öffentlichen Bauschule: auch Offiziere, Volkswirtschastler, Jnbustrielle, bie tech- nisch interessiert sinb, können Mitglieder werben. Die Wege, bie ber KDAI. zu gehen hat, sinb bte ber intensiven Arbeit am Volk, unb zwar der Auf­klärungsarbeit durch Wort, Schrift und Bild. Zu erstreben ist bie Nutzung einheimischer Rohstoffe, Erze, Hölzer, Steine für Bauzwecke, ber Kauf ein- heimischer Maschinen unb Kraftwagen, auch wenn auslänbische billiger sinb: ferner bie Erziehung ber Jugenb in ben Technischen Hoch-, Mittel- unb Fort- bilbungsschulen, auch im Sinne einer wehrtechm- schen Ausbilbung.

Die Gründungsversammlung hatte ben Erfolg, daß etwa 60 Personen als Mitglieder ausgenom­men werben konnten. Mit einem Sieg-Heil auf ben Führer unb bem Gesang bes Horst-Wessel-Liebes würbe bie Grünbungsversammlung geschlossen.

Superintendentur-Konserenz

Produkt minberroertig ist.

Unb biefe hervorragende Kapazität soll vom Dol- larlanbe weggeschnoppt werben? Wir können ver- stehen, baß sich ber nationale Stolz Old-Englanbs gegen biefen Gedanken sträubt.

Gaston und Elvira.

l. Paris.

In diesen Frühlingstagen, bie über ber Seineftabt befonbers hell strahlten, machte sich sowohl auf ber Seine als auch auf den Meinen Wasserstraßen hinter bem Boulogner Wald unb auf Versailles zu allent­halben bie Lust am Wassersport bemerkbar. Die Restaurants unb kleinen Cafss hatten Tische unb Stühle schon im Freien stehen. Und die Pariser nahmen die Gelegenheit gern wahr, auf diese Weise Frühlingssonne aus erster Hand zu genießen. Unter ihnen auch Gaston. Gaston war ein junger Mann aus gutem Hause, er verfügte über Geld unb über den Glauben, daß keine Frau ihm widerstehen könne..

Frauen keinen Anteil.

Da die Pflegemutter sich mit aller Entschiedenheit weigerte, ihren Rino, ben sie halb verhungert unb total verwahrlost vor einem Vierteljahre gefunben hotte, roieber herzugeben, kam ber Fall vor ben Richter. Der Richter, ein alter, gütiger Herr, horte sich Grünbe unb Gegengrünbe beiber Parteien ruhig an, bann bat er bie Streitenben, Platz zu nehmen, er selbst nahm ben etwas unruhigen Rino lächelnb an bie Leine unb verließ bas Zimmer, wobei er Rino hinter sich her schleifen mußte. Noch einigen Minu­ten, Rino hotte inzwischen jämmerlich zu jaulen angefangen, kamen Richter unb Hunb roieber her- ein, Rino in biefem Falle an straff gespannter Seine brangenb vorne weg. Der Richter ließ bie Leine fah­ren, unb Rino jagte in tollen Sätzen auf seine Pflegemutter zu. Damit roar für ben Richter ber Fall entfliehen. Rino hatte selbst bestimmt, zu wem er gehören wollte.

Der Mann mit der Whistynase.

() London.

für Oberheffen.

X Rach Eröffnung durch Lied, Schriftlesung (2. Kor. 2, 14ff.) und Gebet von Dekan Vo­gel, Bruchenbrücken, begrüßte Superintendent Oberkirchenrat D. Wagner, Gießen, mit einem Vlick auf die Größe dieser Zeit unb ehrendem Gedenken der seit der letzten Konferenz Heimge­gangenen Pfarrer i. R. Kietz (AngcrSbach), Za tz mann (Friedberg-Fauerbach), Pfarrer Bär. Lindhcim. Lebhaft begrüßt wurde die Mitteilung, daß auch die -hessische Kirche unter Mitarbeit der durch die nationale Revolution ge­botenen Kräfte neu gebaut werden soll, wobei mit einem freudigen3a zur Eigenart Dc£ Hessen der Verwirklichung derGroßhessifchen Kirche als -Teilziel der Reichskirche zugestrebt werden soll.

Pfarrer Schäfer, Vad-Rauheim. behandelte das Thema: ..Die Rot unsrer Verkündigung in der Zeit geistigen Umbruchs." So günstig die neue Zeit für die Kirche ist, so groß ist die Gefahr, daß das Evangelium zu kurz kommt. Rötig ist für den Pfarrer mehr Theologie, weni­ger Verwaltungsarbeit: denn es geht um die Schicksalsfrage des Protestantismus: die Tyeolo- ate auch in ihrer neusten Entwicklung ist eine praktische Wissenschaft. Das -Was der Ver- kündigung ist wichtiger als das Wie . Die Sorge um den Inhalt der Verkündigung muh das Entscheidende sein. Moralisierung hat tm Religionsunterricht keinen Platz. Die Gemeinden verlangen heute nach umfassender Gesamtschau, die z. B in Vad-Rauheim lieber m Vortragen als in Bibelstunden entgegengenommen wurde. Der Arbeitsdienst eröffnet neue Möglichkeiten, hier soll der Pfarrer auf seinem eigensten Sc- biet bleiben. Mit der ernsten Betonung des Gebets schloß der als Appell an das Gewissen mit lebhaftem Dank aufgenommene Vortrag

QIn der Aussprache beteiligten sich die Pfarrer Rühl (Reichelsheim). Sattler (Wreseck), Weinberger (Friedberg). Lenz (®teöen), Professor D. Eordier (Gießen). 211s Gruß der theologischen Fakultät bot er für die ^age vom 12. bis 14. Iuni eine Schulungstagung zu Gießen an zur theologischen Besinnung auf Volkstum mrd Staat. Dieser Gruß fand ein sehr dankbares Echo. Weiter: Pfarrer K ö d d i n g (Eberstadt). Herr- f u r t b (Rodenbach), Dekan Vogel (Bruchen­brücken). Die Arbeit der Sjitlerjugenb und Die kirchliche Jugendarbeit wurden dabei besonders er­örtert. Pfarrer Linden st ruth (Butzbach). Pfarrverwalter Oster tag (Rodheim v. d. H-). 2 e n ä (Wohnbach). Weck (Ober-Eschbach tz C r u 11 (Trais-Horloff). Mit dem Lied»Ach bleib mit Deinem Segen" schloß die Tagung.

Borm»tizen.

Tageskalender für Dienstag: Oberhess. Kunstverein, Turmhaus am Branbplotz, 15 bis 17 Uhr, Ausstellung. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße:Liebe auf den ersten Ton".

Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Heute bleibt das Theater geschlossen. Morgen, Mittwoch, 17. Mai, 30. Vorstellung im Mitt- woch-Abonnernent das Lustspiel:Di£ deutschen Kleinstädter" von Kotzebue unter der Spielleitung von Peter Fassott mit Frau Auguste Prafch-Greven- berg, Ehrenmitglied des Meininger Landestheaters. Gewöhnliche Preise Anfang 20 Uhr, Ende 22 Uhr. Freitag, 19. Mai, letzte Ausführung des Lustspiels: Die deutschen Kleinstädter". 31. Vorstellung im Frei­tag-Abonnement. Gewöhnliche Preise. Spieldauer von 20 bis 22 Uhr.

* Maienblasen. Bei dem heutigen Maien- I blasen um 19 Uhr vom Turme der S t a d t k i r ch e I aus werden folgende Stücke zu Gehör gebracht. 1. I Choral:Sei Lob und Ehr dem höchsten Gut ; 2. Abenddämmerung" (Idylle von Ruh): 3. ,^)m I schönsten Wiesengrunde" (Volkslied).

Strafkammer Gießen.

* Gießen, 15. Mai. In der Strafsache gegen Frau Berta Schm, und Genossen wegen Betrugs fanden heute die Plaidoyers statt. Der Staats- I anwalt schilderte in 1» .stündigen Ausführungen Da« Treiben der verschiedenen Angeklagten. Er wies i"sbesondere darauf hin, daß sie sich straf­bar gemacht hätten, ganz gleichgültig, ob Die Erd- I schäft wirklich bestehe oder ob sie tatsächlich an ihr Bestehen geglaubt hätten. Denn auch Dann hatten sie Die Geldgeber dadurch getäuscht, daß sie ihnen unwahrerweise erzählt hätten, sie hätten die aus Geld Wertpapieren, Edelsteinen und Handbesitz bestehende Erbschaft gesehen und die Erbsc^ft werde bestimmt in kurzer Zeit ausbezahlt Vis heute sei noch nicht festgestellt, daß die Erbschaft bestehe: gesehen habe sie selbstverständlich nie- mand und ausgezahlt sei bis heute natürlich auch nichts. Der Staatsanwalt beantragte sodann Die Freisprechung des Angeklagten Otto R. mangels ausreichenden Beweises, da ihm eine betou&te 1 Täuschung von Geldgebern nicht einwandfrei nach­zuweisen sei. Im übrigen beantragte er folgende ©trafen: Frau Berta Schm, und Kaufmann Bruno R. je 1 Iahr 6 Monate Gefängnis, Opern- sänger H. 1 Iahr Gefängnis, Kaufmann Karl H. und Frau D. je 6 Monate Gefängnis.

Die Verteidiger der Angeklagten sprachen in längeren Ausführungen für ihre Klienten: sie hoben insbesondere alle die Umstände hervor, die für die Gutgläubigkeit der Angeklagten und für eine milde Beurteilung des Falles sprachen. Die Verteidiger der Frau Schm, und des Kaufmanns Bruno R. beantragten milde Bestrafung, der des Opernsängers H- feine Freisprechung.

Rach einer kurzen Entgegnung des Staatsan­walts hatten die Angeklagten das letzte Wort. Von ihnen beantragte Opernsänger H. in tempe­ramentvollen Worten seine Freisprechung, da er gutgläubig gewesen fei; den gleichen Antrag stellte Frau H., die anderen Angeklagten baten im Falle ihrer Verurteilung um eine milde Strafe. Der Kaufmann Otto R. gab keine Erklärung ab Die Verkündung des Urteil« wurde dann auf Dienstag, 16.. frühestens 12 Uhr, festgesetzt.

ehrfürchtig stillzustehen.

Vor der mächtigen Mauer der Fahrzeuge roonbert leise und vorsichtig eine große graue Katze über den Fahrdamm, sie trägt ein verlorenes junges Kätzchen im Maul und schleppt es ins Nest zurück, unbeküin- mert um das Weltstadtgetriebe und die Sekunden- jagd der nervösen Großstädter.

Unb das ist das Schöne an dieser Meinen Ge­schichte, die vor einigen lagen in Berlin passierte, daß der Weltverkehr am Kurfürstendamm plötzlich stockte, daß jeder Mensch, Passant ober Fahrer, sich vor bieser Liebe ber Katzeckniutter beugte, sie schwei­gend und ein wenig gerührt anerkannte.

Bulgarischer Bauernkrieg.

(br.) Sofia.

Ein eigenartiges Schriftstück ist unlängst bem bul­garischen Innenminister ^gegangen. Ein ganzes Dorf, Dragoeroo, beklagt sich barüber und bestätigt dies durch über 200 Unterschrieften, daß bie kriege rischen unb wohl auch räuberischen Einwohner des Nachbardorfes Bregowo es darauf abgesehen haben, die Leute von Dragoeroo auszuplündern, ja auszu- rotten. Eine Untersuchungskommission hat zwar die Ursache zu diesem seit zehn Jahren tobenden Bauernkrieg" nicht erkunden können, mußte aber feststellen, daß bie vorgebrachten Klagen begründet sind. Das Dorf Bregowo unterhält eine mit alten Militärgewehren ausgestatteteMiliz" von hundert Männern unb Burschen, bie alsLanbsturm" in un­ruhigen Zeiten als Hilfspolizei eingesetzt wird Der Bürgermeister ist amtlicher Oberbefehlshaber dieser Wehrmacht; er verwendet sie aber zu höchst ungesetz­lichen Zwecken. Bald wird einStoßtrupp" der Miliz in den Dorfwald von Dragoeroo entsandt, um das bereitliegenben geschlagene Holz der Nachbar- dörfler zurequirieren" unb wegzuschleppen, bald wird ein Angriff auf die Weide des geplagten Dorfes unternommen und ein paar Kühe werden fortge­führt. Wenn bie Leute von Dragoeroo bei der Ernte sind, stürmt ein Trupp der Miliz von Bregowo auf fünfen Pferderoagen heran, rar;t die Garben zusam­men und braust davon. Wer Widerstand leistet, wird niedergeschlagen, wenn nicht gar erschollen! Im Ver­laus des letzten Jahres haben die Miliztruppen von Bregowo fünfzehn bewaffnete Raubzuge gen Dxa- goewo ausgeführt, wobei zehn Personen bei den Schießereien getötet und über 50 verwundet wurden. DerSachschaden beläuft sich bisher auf etwa 2000Lewa für jedes Bauerngut des gebrandschatzten Dorfes. Selbst eine zeitweilige Verstärkung des Poli-.ri- postens und die Einquartierung von 30 Mann Mili­tär haben keine Abhilfe gebracht. Die Miliz von Bregowo, gut bewaffnet unb vom Bürgermeister, einem ehemaligen Felbwebel, geschickt geführt, fürch­tet sich weber vor Polizei noch Militär. Die Bauern von Dragoeroo wagen es nie, ben Machtbereich ihrer bösen Nachbarn zu betreten. Auch auf ben eigenen Feldern arbeiten sie nur imgroßen Verband" und stellen überdies noch bewaffnete Posten auf. Jetzt werden sogar die Dorfeingänge überwacht, denn man befürchtet einen Handstretch auf das Dorf. Die Regie­rung hat nun beschloßen, je eine Schwadron Kaval­lerie in bie beiden Dörfer zu legen, um Ruhe zu stiften. Den Bürgermeister und Bandenführer hot man verhaftet unb wegen Landfriedensbruch, Plün­derung, Raub und Anstiftung zum Mord unter An- . klage gestellt.

Rundsunkprvgramm.

Dienstag, 16. IIlaL

7.15 Uhr: Frühkonzert. 12: Mittagskonzert I 13.30: Mittagskonzert II. 15.20: Für die Hausfrau. 16.30: Nachmittagskonzert. 18: Der Himmel im Mai und Juni. 18.25:Die Bedeutung der deutschen My­stiker für unsere Zeit". 19: Reichssendung: etunbe der Nation: Die Thomaner singen. 20: Stunde der Wehrmacht:Aus der Welt des Soldaten". 21: Deutscher Almanach. 21.15: Unterhaltungskonzert.

Mittwoch, 17. Mai.