Dienstag, 16. Mai 1955
185. Zahrgang
Nr. 115 SeühattSsabe
Deutscher Protest in Wien
3n dem Schreiben heißt es zur Begründung des Vorschlages u. a.: In den letzten Wochen ist eine Sucht ausgebrochen, führende Männer der Wirtschaft von ihren Arbeits- | stellen wegzuholen und dem Staatsanwalt zu beliefern, weil gegen sie der Verdacht vorliegt. in den Jahren der marxistischen Herrschaft in Deutschland sich der Steuerhinterziehung oder der Kapitalverschiebung schuldig gemacht zu haben.
Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, daß in vielen Fällen nicht der Ruf nach Gerechtigkeit der Antrieb ist, Männer großer wirtschaftlicher Verantwortung vor Gericht zu ziehen, sondern persönliche Gefühle Einzelner, bei denen zum Teil kleinliche Momente, zum Teil sogar Schadenfreude und Rache die Triebfedern des Handelns sind.
Auch für den Reuaufbau der Wirtschaft ist es ein Hemmnis, wenn die Persönlichkeiten, mit denen ich zusammen den Aufbau durchführen muß, in ihrer Entschlußfähigkeit behindert sind, weil sie dauernd erwarten müssen, aus Grund irgendeiner Anzeige in das Gefängnis abgeführt zu werden. Selbst für die Finanzierung einer großzügigen Arbeits- beichaffung ist es ein Hindernis, wenn gerade diejenigen Vertrauen und Zuversicht verlieren, die nun einmal zu den Hauptkreditträgern gehören. Selbst wenn wir davon überzeugt sind, daß die Auswirkungen der von uns geplanten großen wirtschaftlichen Matznah m e n zum unbedingten Ziel führen, rechtfertigt diese Lieberzeugung es nicht, auf die R e tz b a r - machung auch der letzten Kräfte persönlicher und finanzieller Art zu verzichten. Wir , sind es vielmehr dem gesamten deutschen Volk und dem deutschen Arbeiter schuldig, alles, bis auf den letzten Mann und bis auf den letzten Groschen, zur Mitarbeit heranzuziehen.
nung schafft. Gr hat dort gründlich ausgeräumt. Wir glauben, daß sich auch in seiner neuen Stellung diese goldene Rücksichtslosigkeit bewähren wird.
Durch die Einführung des Einministersystems wurde der Etaatsminister Dr. Müller zu anderweitiger Verwendung frei. In Anerkennung der hervorragenden Fähigkeiten unseres Pg. Dr. Müller hat Rcichsstatthalter Sprenger gebeten, eine Oberbürgermeisterstelle zu übernehmen. Gerade unsere großen Städte bedürfen ja so dringend hervorragender Finanzfachleute. Pg. Dr. Müller ist der Mann dazu.
In den bisher vom Rcichsstatthalter getroffenen Maßnahmen zeichnen sich für alle, die tiefer blicken, die Grundsätze ab. nach denen in Zukunft der hessische Staat geführt werden wird. Sie zeigen klar, daß es — neben der Wiederherstellung eines sauberen Verufsbcamtentums und feiner Tugenden — die feste Absicht des Reichsstatthalters ist, den Staatsapparat bis ins einzeln st e zu überprüfen. Für uns alle ist klar, daß daraus eine bedeutende Vereinfachung entspringen wird. Es kann sein, daß dabei Schwierigkeiten und Härten auftreten — aber wann wären Rationalsozialisten jemals davor zurückgescheut? Ein Gedanke ober wird über dem allem stehen: alles, was geschieht und geschehen muh, dient der Rettung und dem Heile des Volkes, und freudig werden wir alle Maßnahmen des Reichsstatthalters begrüßen, die diesen Zweck verfolgen. Das Hessenvolk wird es ihm zu danken wissen.
setzung des v o l k s d e u t s ch e n Kampfes auf. Sie erwartet, daß jetzt jeder deutsche Student und jeder studentische Verband das Seine tut, um gerade in Oesterreich eine Politik herbeizuführen, durch die unser Volk seiner Einigung entgegengeführt wird. Die Deutsche Studentenschaft hat im Kampf für ein großdeutsches Reich immer in vorderster Front gestanden. Besonders aber gilt dies von der Deutschen Studentenschaft O e st e r r e i ch s. Sie muß daher an den C. V., als dem größten katholischen Korporationsverband, die Forderung richten, daß er sofort die Einheit einer großdeutschen Studentenschaft in Oe st erreich wiederherstellt und sich daher mit allen Mitteln für die Wiedererrichtung der Deutschen Studentenschaft Innsbruck einsetzt.
Zur Unterstützung des Ringens ihrer Kameraden in Oesterreich, «udetendeutschland und Danzig und zur Förderung des Grenzkampfes ihrer Volksgenossen errichtete die Führung der Deutschen Studentenschaft eine „Grenzland ft iftung der Deutschen Studentenschaft". Einzahlungen werden erbeten auf das Postscheckkonto Berlin 151 34 Grenzlandstiftung der Deutschen Studentenschaft. Von jedem deutschen Studenten wird von diesem Semester ab ein Zwangsbeitrag von 10 Pf. für die Grenzlandstiftung erhoben werden.
MeilMchaffimgsanleihe und Anmesiie.
Ein Vorschlag des nationalsozialistischen ReichswirtschafiSkommiffars.
Var msladl, 15. Mai. (IDS7L) Der f)err \ Reichsstallhaller von Hessen, Pg. Spren- ger, Hal feinen Amtssitz in Darmstadt genommen. Vorläufig sind alle Zuschriften nach Darmstadt, Rheinstrahe 48, zu richten. Der Reichsstatt- Halter hat den Pg. Professor Dr. Werner zum Ministerpräsidenten und Staotsmi- nister von Hessen, den seitherigen Präsidenten des hessischen Landtag», Pg. Rechtsanwalt Jung, zum Staatssekretär und stellvertretenden Staatsminister ernannt
Da nunmehr nur noch e i n Staatsminister vorhanden ist. wurde Staatsminister Dr. Mutter zur anderweitigen hervorragenden Verwendung frei. wird ihm ab sofort eine Oberbürgermeister, ft e 11 e übertragen, da gerade diese Stellen hervorragender Finanzsachmänner bedürfen.
Berlin, 15. Mai. (ERB.) wie wir erfahren, ist die deutsche Gesandtschaft in Wien heute mittag angewiesen worden, wegen der bekannten Vorfälle, die sich während des Besuches des Reichsjustizkommissars Dr. J r a n L des preußischen Iustizministers 6 e t r l und des Ministerialdirektors Freister ereigneten, bei der österreichischen Regierung schärfsten Protest zu erheben. Dieser Protest bezieht sich in erster Linie auf den unfreundlichen und ungewöhnlichen Empfang der reichsdeutschen Herren auf dem Flugplatz in Aspern.
Eine Erklärung der Deutschen Studentenschaft.
Berlin, 15. Mai. (TU.) Die Deutsche Sluden t e n s ch a f t veröffentlicht folgende Erklärung:
„Die Regierung Dollfuß glaubt in Oesterreich den Großdeutschen Gedanken mit allen Mitteln bekämpfen zu müssen. Durch die Rücknahme der Einladung zur Klagenfurter ^DA.-Tagung und die Auflösung der Deutschen Studentenschaft Innsbruck hofft sie, zwei entscheidende Schlage gegen den Anschlußgedanken geführt zu haben.
Die Führung der Deutschen Studentenschaft ruft in dieser Stunde zur unbeirrten Fort-
Oie Grohdeutsche Volkspartei hinter Hitler.
Wien, 15. Mai. (TU.) Dcr nationalen Front, die kürzlich durch die Kampfgcmein- schäft zwischen dcr RSDAP. und dem steierischen Heimatschuß geschlossen wurde, hat sich nun auch die Großdcutfchc Vvlkspartc, angcglic- dcrt. Parteiamtlich wird darüber eine Verlautbarung herausgegeben, in der es u. a. heißt: Im Hinblick auf gemeinsames program ma« tischcs Ideengut — in nationaler Hinsicht rückhaltloses Bekenntnis zu Großdcutschland. in sozialer Hinsicht Volksgemeinschaft statt Klassenkampf — schließt sich die Großdeutsche Volkspartei unter Wahrung ihrer Selbständigkeit der von der RSDAP. mit dem deutsch-österreichischen (steierischen) Heimatschuh abgeschlossenen K a m p s g c - meinschast an. Der unbedingte Anschlußwille an das heutige Deutschland ist ein Bekenntnis der Großdeutschen Volkspartei zum n e u e n D e u t s ch l a n d. Dieses aber schließt in sich die Anerkennung AdolfHitlersalsdesFührersdesge- samten deutschen Volkes.
Deutschland bleibt dem österreichischen Alpenstug fern.
Berlin, 15. Mai. (ERB.) Der Aero- Llubvon Deutschland sandte heute an den österreichischen Aero-Club in Wien das nach-
Berlin, 15. Mai. (TU.) Wie die National- ozialistifche Parteikorrespondenz meldet, hat der Rcichswirtschaftskommissar Dr. Wagener an den Reichsjustizminister Dr. Gärtner ein Schreiben gerichtet, in dem er unter Hinweis auf die dringende Notwendigkeit der energischen Bekämp- ung der Arbeitslosigkeit folgenden Vorschlag macht:
Ich schlage vor, daß für alle Falle der Steuerhinterziehung und der Kapilalver- f ch i e b u n g , bei denen nicht auch noch andere strafbare Handlungen mitsprechen, unter der Bedingung eine Amnestie verkündet wird, daß die Missetäter e i n e n T e i t i h r e s f t üs- figen vermögens und insbesondere das ins Ausland verschobene Kapital für eine großzügige nationale Arbeilsbe- fchaffungsanleihe zur Verfügung stellen. Die Arbeilsbeschafsungsanleihe, die selbstverständlich nur mit einem niedrigen Zins - s a h zu verzinsen ist, soll den Grund stock für den großen Akt der Arbeitsbeschaffung und der Wiedereingliederung der Aermflen unseres Volkes, auf denen der Fluch der Fehler der vergangenen Regierung lastet, in den wirtschaftsoorgang bilden. — wer also das Kapital, das er durch Verletzung der Vorschriften des von uns gestürzten Systems gerettet hat, zur Verfügung stellt, um damit an dem wirtschaftlichen Wiederaufbau unserer Ration zu arbeiten, soll nicht mehr verfolgt werden. wer aber diese letzte Gelegenheit, den Gemeinnutz vor den Eigennutz zu stellen, vorübergehen läßt, soll in Zukunft a l s Landes- und Voiksverräter von der ganzen Schwere des Gesetzes getroffen werden.
Neuordnung der Regierungsgewalt in Heften
Reichsstatthalter Sprenger führt das Ein Minister-System ein.
Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher.
Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig. Playvorschrist 2011, mehr.
Chefredakteur:
Dr. Friedr. Will). Lange. Derantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr. H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschcin undfÜrdenAn- gcigcnteil i.D.Th.Kümmel sämtlich in Gießen.
Dazu schreibt das Gaupresseamt der RSDAP. : r r ,
Die obige Meldung bringt die ersten Maßnahmen des Reichsstatthalters in Hessen, Matznah- men, wie wir Rationalsozialisten sie seit Jahren gefordert und von unserem Statthalter auch erwartet haben, denn als vor wenigen Tagen durch die Presse die Rachricht ging, daß der Führer unseren Gauleiter zum Statthalter in Hessen ernannt habe, da war es für alle, die Sprenger kennen, klar, daß diese Ernennung über das Persönliche hinaus für Hessen und das hessische Volk von schwerwiegender Bedeutung sei.
Darin liegt gerade das Große dieser Schaffung von Statthalterschaften, daß die Statthalterschaft nicht eine reine Formsache ist — wie viele erst dachten: daß der Statthalter nicht nur eine äußerliche Macht darstellt, sondern auch eine persönliche — mit einem Wort: daß der Statthalter nicht nur Vertreter des Reichskanzlers, sondern auch Vertreter des Führers i st ! Aus diesem Gesichtspunkt heraus verstehen jetzt auch viele, die sich über die Statthalterfrage den Kopf zerbrachen, warum die Wahl des Führers gerade auf Jakob Sprenger fiel, denn diese An- gehörige sterbender bürgerlicher Parteien wissen noch nicht, daß nichts aus der Welt eines ersetzen kann: die unbedingte, widerspruchslose, eherne Treue gegenüber dem Führer und das Erlebnis des Ratio- nalsozialismus, und gerade wir in Hessen, die wir fcen Gauleiter persönlich kennen, wissen, daß dieser Mann nur einen Willen, nur eine Ausgabe, nur ein Lebensziel hat: den Willen des obersten Führers bis in die M e i n ft e Klein ig- feil durchzuzwingen. Gerade dieses Unbedingte seines Wesens, diese Klarheit und Harte des Willens waren es, vor allem aber feine Einfachheit, was diesen Mann an die Spitze gerückt hat. Sem Erfolg als Gauleiter beruht nicht zum wenigsten auf der Tatsache, daß er es verstanden hat alles aus die einfachste Formel zu bringen Das hervor- stechendste Merkmal der von ihm geschaffenen Dr- ganisation war vielleicht das: jede Stelle auch die kleinste, war nötig, vollbeschäftigt und voll verantwortlich. So wuchs aus der Vollkommenheit der kleinsten Teile das vollkommene Große. Was aber der Gauleiter Sprenger als erfolgreich erprobte — das darf der Reichsstatthalter mit Fug und Recht auf den Staat übertragen. Dies ist nicht nur eine Möglichkeit, sondern "eine Notwendigkeit, gefordert von den ehrlich Schaffenden, von den Steuerzahlern, oen dem ganzen streng richtenden Volk. Diese Notwendigkeit wird nur von einer bestimmten Clique gefürchtet: den Uederflüssigen. Aber gerade das beweist die Richtigkeit der getroffenen Maß- nahmen. Wir Nationalsozialisten wissen, daß die Mehrzahl von uns Hessen erfreut waren wissen aber auch, daß durch verschiedene Amtsstuben der Schreck geisterte, als es hieß: Sprenger ist «tat - Halter! Es liegt in der Persönlichkeit des Statthalters begründet, daß er rücksichtslos gegen sich selbst und die andern immer das tut, was die «tunde von ihm fordert. So sind auch di- heutigen Maßnahmen Dinge, die schon seit langer Zeit der Wunschtraum vieler Einsichtiger waren. D a s E i n - Mini fter- System wurde ja gerade in letzter Zeit in einem Teil der Presse lebhaft er- neut gefordert. Es ist bekannt, daß dieser (Bebaute schon vor dem Krieg -rortert wurde. W r Nationalsozialisten haben diesen Vorschlag verschärft aufgegrisfen und ihn auch seinerzeit m unferen 12 Punkten verankert. Und was wir versprechen das halten wir auch, denn dafür sind wir National
sozialisten. .
Daß als Ministerpräsident und StaatsmiUlster von Hessen nur unser Pg- Prof- Dr. Werner in Frage kam, bedarf wohl keiner Erörterung. Die Ernennung ist nur die offizielle Bestätigung eines bereits bestehenden Verhältnisses. Wir Ra tionalsozialisten Hessens glauben, daß wir rn dem Reichsstatthalter Sprenger unö_ dem Ministerpräsidenten Dr- Werner eine «uh- rergemcinschast haben, die vorbildlich ist. Der Staatssekretär und stellvertretende Staatsminister Pg. Jung ist im Hessenland >a auch kein Tlnbekannter- Pg- Jung ist einer der Vorkämpfer des Rationalfozialismus in Hessen, wurde zunächst Landtagsabgeordneter und ist heute Landtagspräfident. Als Staatskommissar bat er in Mainz bewiesen, daß zielbewußtes' Handeln auch in dem größten Wirrwarr Ord-
stehende Telegramm:
Ziehen hiermit deutsche Nennungen z u m A l P e n s l u g z u r ü ck. Wünschen den Veranstaltungen Oesterreichischen Aero-Elubs guten Verlaus des Wettbewerbs und entsenden die besten Grüße der deutschen Sportflieger an ihre österreichischen Fliegcrkameraden. Heil Hitler!
Aero-Club von Deutschland."
Die Gründe für diesen Schritt liegen in der politischen Lage, die durch den deutschen Ministerbesuch in Wien und die damit in Verbindung stehenden Rachrichten aus der österreichischen Hauptstadt geschaffen ist. Sowohl die drei vom Aeroklub von Deutschland gemeldeten Flugzeuge, wie auch die beiden Sportmaschinen, die von den akademischen Fliegergruppen genannt waren, waren in ihren technischen und sonstigen Vorbereitungen für denWettbewerbvoll ständig fertig. Die Flugzeuge standen auf dem Flughafen Staaken startbereit. Die Besatzungen, die schon seit Wochen ausgcwählt waren, befanden sich bereits in Berlin und waren nach Wien reisefertig, fo daß keinerlei technische oder sportliche Gründe für das Fernbleiben vom Wettbewerb vorliegen.
lieber 2300 Nationalsozialisten festgenommen.
Wien, 15. Mai. (WTB.) Wie ein Spätabend- j blatt meldet, sind gestern in ganz Oesterreich I im Zusammenhang mit Kundgebungen gegen d>e Heimwehr und Zusammenstößen mit ihnen insgesamt 2 3 3 4 Nationalsozialistei'. f e ft genommen worden, die teils zu Geld-, tells zu Ar- reftftrafen verurteilt wurden. In gerichtlicher Haft sollen sich zur Zeit noch 300 Personen befinden. Die Innsbrucker Landesregierung hat heute 5 4 reichsdeutsche Studenten, die bei den letzten Unruhen in Innsbruck verhaftet wurden, a u s g e w i e - sen und sie aufgefordert, Oesterreich binnen 24 Stunden zu verlassen.
Oie Behandlung der privaten Auslandsschulden.
Berlin, 15. Mai. (WTB. Funkspruch.; Reichsbankpräsident Dr. Schacht hat an den als Verbindungsmann zurückgebliebenen Reichsbankdirektor R o r d h o s f in der Frage der privaten Auslandschulen folgenden Funkspruch gerichtet:
„Kein Vorschlag über Herabsetzung privater Auslandsschulden oder Suspendierung der Zahlungen oder Ver - Minderung der Zinsen wird von der Reichsbank gemacht werden. Wir beabsichtigen, die Kreditoren in jeder Hinsicht zu schützen. Kein Moratorium für die Markzah- lungen der Schuldner wird gefordert werden. Alleiniges Problem ist, wie diese Mark in ausländische Valuten umgewandelt werden kann, da an diesen Mangel herrscht infolge des dauernden Schrumpfens des Außenhandels. Ferner wird von unserer Seite kein Vorschlag kommen, bezüglich einer Unterscheidung zwischen Gruppen von Gläubigern. Wir wünschen nur, die Lage mit allen Gruppen zu besprechen und Ratschläge zu erhalten."
„Das wahre Gesicht Frankreichs"
Rom, 12. Mai. (CNB.) Unter der Ueberschrift I „Das wahre Gesicht Frankreichs" berichtet der Pariser Korrespondent der „Ga zetta del Poss o l o" über die Besorgnis erregenden R ü ft u n * gen Frankreichs, die man beinahe als M o - bilifierung ansprechen könne. Die Bilanzen der französischen Maschinenindustrie ließen unfchwer erkennen, daß sie f ü r d i e f r a n z ö s i s ch e n M 11 -- lärmagazine arbeiteten, denn trotz der Krise seien die Verdienste in ständigem Steigen. Das Blatt weist auf Iru pptnoe rtabungen nach ber deutschen Grenze hin, wo die Truppen in den neuen während der letzten fünf Jahre errichteten Befestigungswerken untergebracht seien. Die aanze Rheingrenze habe in der letzten Zeit Trup* penoerftärtungen, Befestigungswerke und Maschi- I nengewehrnester erhalten. Auch im Innern Frank-
Erscheint täglich,außer Sonntags und Feiertag» Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätt,/ Heimat im Bild Die Scholle monattiBejngspreU:
Mil 4 BeilagenT TL 1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr.. , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt.
zernsprechanschliifte unter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger •itfitn.
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General-Anzeiger für Oberhesfen
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Reichsstatthalter (Sprenger an die katholische Kirche.
WER. Darmstadt, 15.Mai. Reichsstatt» Halter Sprenger hat auf die Glückwünsche der katholischen Kirche folgendes Dankschreiben an den Generalvikar Dr. Mayer in Mainz gerichtet: , ,
„Sehr geehrter Herr Gcneralvikar! Ich danke Ihnen für die als Stellvertreter des Hoch- \ würdigen Herrn Bischofs anläßlich meiner Ernennung zum Rcichsstatthalter in Hessen dar gebrachten besten Glückwünsche. Wie die katholische Kirche zu allen Zeiten die gesetzmäßige weltliche Obrigkeit anerkannt und geachtet und mit ihr zum Wohl der Völker zusammengearbeitet hat, so werde ich verantwortungsbewußt meine Amtsführung immer so halten, daß die Einrichtungen und Segnungen der christlichen Kultur allezeit erhalten und gefördert werden.
In vorzüglicher Hochfchähung bin ich Ihr sehr ergebener Sprenger.
SPD. bleibt der Landtagssitzung fern
WSR. Darmstadt, 15. Mai. Aus zuverläs- figer Quelle wird uns mitgeteilt, daß die Landtagsfraktion der SPD. an der morgigen Landtagssihung nicht teilnehmen
I wird. Aus derselben Quelle verlautet, daß die nichtteilnehmenden EPD.-Abgeordneten als entschuldigt gelten.


