Ausgabe 
16.2.1933 Erstes Blatt
 
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Wirtschaft.

Berlin etwas freundlicher.

Berlin. 16. Febr. (WTB.-Funkspruch.) Nach der Beruhigung in Amerika zeigte sich auch in Berlin eine etwas freundlichere Grund- st i m m u n g. Zu den Anfangskursen war aller­dings teilweise noch etwas Ware da. so daß verschiedentlich Rückgänge zu verzeichnen waren, denen aber auch Besserungen gegenüberstanden. 3n Erwartung der politischen Weiterentwicklung herrscht noch immer starke Zurückhaltung. Die Hoffnungen auf eine Reichsbankdiskontsen­kung erhielten sich, Hlus der Wirtschaft lagen Rachrichten von Belang nicht vor.

Die Abweichungen gegen den Bortag betrugen zu Beginn des Verkehrs zumeist nur Bruchteile eines Prozentes. Auffallend war eine Steige­rung der Wintershall-Aktien im Freiverkehr um mehr als 5 Prozent, zumal dieses Papier in den letzten Tagen schon beachtliche Besserungen erzielt hatte. Hier regten Dividendenhoffnungen und die vorgeschlagene Einziehung von 20 Mil­lionen Reichsmark Aktien an. Auch Ilse stellten sich bei nicht sehr großen Llmsähen 4,5 Prozent höher. Weiter waren Contilinoleum, Felten, Hamburger Elektrische Werke und Bayerische Motorenwerke 1 bis 1,5 Prozent gebessert. An­derseits lagen Reichsbank, Aktiengesellschaft für Verkehrswerke, Deutsche Erdöl, Harpener. Rhei­nische Braunkohlen, Kali-Chemie, Westeregeln, Akkumulatorenfabrik und Chadeaktien 1 bis 2,5 Prozent gedrückt. Im Verlaufe waren Bayerische Motorenwerke weiter stark gefragt und um 3 Pro­zent gebessert. Auch verschiedene anddre Werte

zogen bis zu 1,5 Prozent an, während sich im allgemeinen nur kleinere Erhöhungen ergaben. Das Geschäft wurde etwas lebhafter.

Deutsche Anleihen tendierten freundlicher. Altbesitz zogen im Verlaufe etwa 0,50 Prozent an. Variable Industrieobligationen zeigten kein ganz einheitliches Aussehen. Reichsschuldbuchforderun­gen waren etwa 0,50 Prozent höher. Die übri­gen festverzinslichen Werte schienen eher etwas angeboten zu sein.

Am Geldmar kt blieb Tagesgeld mit 4,39 Prozent bzw. 4,25 Prozent an der unteren Grenze unverändert. Da die Tranche Reichsschatzanwei­sungen per 15. September ausverkauft ist, ist eine neue Tranche per 16. Oktober ausgegeben wor­den, für die sich ebenso wie für Privatdiskonten und Reichswechsel per 15. Mai Interesse zeigte.

Sranffurf freundlich.

Frankfurt, 16. Febr. (WTB. Drahtmeldung.) Das Kennzeichen bei Beginn der heutigen Börse war zwar größte Geschäfts st ille, doch war eine freundlichere Tendenz unverkennbar, zumal weder aus der Politik, noch aus der Wirt­schaft ungünstige Nachrichten Vorlagen und auch die amerikanischen Bankschwierigkeiten wegen ihrer mehr lokalen Bedeutung kaum noch beachtet wur­den. Im Hinblick auf die weitere Entwicklung der innen- und außenpolitischen Verhältnisse bestand jedoch noch Zurückhaltung. Ausschlaggebend für die freundlichere Tendenz waren kleine Aufträge sei- tens der Kundschaft, denen sich die Kulisse nach den Abgaben der beiden letzten Tage mit einigen Deckungen anschloß.

Bei kleinem Umsatz zeigten die ersten Notierun­gen überwiegend Erhöhungen von 0,25 bis 0,75 v. H.

Vereinzelt ergaben sich noch einzelne Abschwächun­gen, so bei Deutsche Erdöl mit minus 1 v. H., Reichs­bank mit minus 0,75 v. H. und Licht und Kraft mit minus 0,50 v. H. Montanwerte eröffneten auf Käufe des Rheinlandes etwa von 0,25 bis 0,65 v. H. höher. Am Elektromarkt standen Siemens im Vor­dergrund des Interesses; nachdem bereits an der Abendbörse entgegen der Allgemeintendenz eine Erhöhung von 1 v. H. zu verzeichnen war, lag der Kurs erneut 0,50 v. S). fester. Gesfürel zogen 0,40 o. H. an, AEG., Bekula, Reichsbank und Schuckert waren behauptet. IG. eröffneten mit 107,50 v. H. 0,25 v. H. höher und zogen später auf 108 v. H. an, wie überhaupt im Verlaufe die Umsatztätigkeit et­was belebter war und die Kurse durchweg leicht anzogen. Siemens gewannen 1,25 v. H.

deutsche Anleihen und späte Reichsschuldbuch­forderungen wurden etwas belebter umgesetzt, wo­bei Besserungen von 0,25 v. H. bis 0,50 o. H. zu ver­zeichnen waren. Jndustrieobligationen lagen meist unverändert, ebenso ergaben sich für Staats- und Stadtanleihen keine nennenswerten Verschiebungen. Der Pfandbriefmarkt lag sehr still, es bestand eher etwas Nachfrage, ohne daß aber die Kurse wesent­lich verändert waren.

Im weiteren Verlauf blieb die feste Stim­mung bestehen, die erhöhten Kurse blieben gut behauptet. Die Umsatztätigkeit war denkbar gering. Deutsche Anleihen und späte Reichsschuldbuchforde­rungen bröckelten leicht ab. Tagesgeld war zu 3,75 o. H. etwas gesucht.

frankfurter Schlachtviehmarkt.

Frankfurt a. M., 16. Febr. Auftrieb: 128 Stück Rinder, 903 Kälber. 246 Schafe, 458 Schweine. Es wurden notiert: Kälber, beste Mast- und Saugkälber 35 bis 39, mittlere Mast- und

Saugkälber 30 bis 34, geringe Kälber 25 bis 29: Schafe, Mastlämmer und jüngere Masthämmcl. Weidemast, 24 bis 26, mittlere Mastlämmer, äl­tere Masthämmel und gut genährte Schafe 21 bis 23. fleischiges Schasvieh 17 bis 20; Schweine, voll­fleischige Schweine von zirka 200 bis 240 Pfd. Lebendgewicht 40 bis 42, desgl. von zirka 160 bis 200 Pfund Lebendgewicht 40 bis 42. Markt­verlauf: Kälber und Schweine rege. Schafe ruhig, ausverkauft.

Büchertisch.

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Zwangsversteigerung 8,K31

Arn Donnerstag, dem 9. März 1933, vormittags 9 Uhr, wird im Arntsgerichis- gebäude zu Gießen, Zimmer 107, das nach­stehende im Grundbuche von Gießen

1. der Jakob Happel Witwe, Luise geb.

Herbert in Gießen zu %,

2. dem Hans Wilhelm Emil Happel in Gießen zu %

zugeschriebene Anwesen Große Mühlgasse Ar. 30 750D

Flur 1, 31t. 980 -- 183 qm hofreite

Flur 1, Jlt. 986 = 583 qm hofreite. geschätzt zusammen 27 540 Reichsmark, ver­steigert.

Die amtsgerichtliche Verfügung ist an der Ortstafel, Bergstraße 20, Stadthaus, zur Einsicht ausgehängt.

Gießen, den 30. Januar 1933.

I. A. des Hessischen Amtsgerichts Gießen: Leo, Ortsgerichtsvorsteher.

Bekanntmachung.

Offenlegung der Wählerliste für die Reichstagswahl am 5. Mär; 1933. Die Wählerliste für die zur Reichstags­wahl in der Stadt Gießen mit Gemarkung Schiffenberg und Herrnwald stimmberech­tigten Personen liegt vom Sonntag, dem 19. Februar 1933, bis einschließlich Sonn­tag, den 26. Februar 1933, im Wahlamt im Stadthaus, Bergstraße 20, Zimmer 14, werktags von 8 bis 13 Uhr und 15 bis 18% Uhr, Samstag, den 25. Februar 1933, von 8 bis 13 Uhr, an den beiden Sonn­tagen von 9 bis 13 Uhr zu jedermanns Einsicht offen. 1146C

Einsprüche gegen die Richtigkeit der Wählerliste sind innerhalb der Offen­legungsfrist bei Meldung des Ausschlusses bei dem Wahlamt schriftlich oder mündlich zu erheben. Soweit die Richtigkeit einer Behauptung nicht offenkundig ist, sind Be­weismittel beizubringen. Wird ein Ein­spruch nicht sofort für begründet erachtet, so entscheidet über ihn der Kreisausschuß endgültig.

Gießen, den 16. Februar 1933. Bürgermeisterei Gießen. I. D.: Dr. Selb.

Bekanntmachung.

Sehr.: Baulandumlegung Wilhelmstraße AulwegWartweg der Gemarkung Gießen. 1134C

Nachdem das Ministerium der Finanzen, Abteilung für Bauwesen, den Plan für die Neueinteilung und den Antrag auf Um­legung der Grundstücke Flur V Nr. 167u/ioo, 168°/.°, 172/173, 174, 175, 1756/io, 176, 177, 1776/io, 1783/io, 178/io, 1788/io, 1786/io, 1787/io, 178"/.°°, 17823/.oo, 178'°/.°°,

178-7/i°°, 179/180, 181, 182, ISS1/.«, 183°/.°, 1841/.°, 185'/.°, ISS1/.», 188°/.°, 189, 190'/.°, 233, 236, 237, 238, 239, 240, 24V/.O, 241°/.°, 242V.o, 2423/i°, 242°/.°, 2427/.», 242°/.» 243, 244, 245, 246, 247, 250°/.°, 251, 253°/.°, 256, 257, 258, 259, 260, 3551/.», 355°/.°, 356, 3561/.°, 357, 358, 360, 361, 368, 369, 372 der Gemarkung Gießen genehmigt hat, liegen die Vorarbeiten in der Zeit vom 20. Februar 1933 bis ein­schließlich 28. Februar 1933 während der Dienststunden im Stadthaus, Bergstraße Vermessungsamt, Zimmer 15, offen. Wir bringen dies gemäß Artikel 21 des Gesetzes über die Umlegung von Bauland vom 15. Oktober 1927 mit der Aufforde­rung zur' öffentlichen Kenntnis, daß Ein­wendungen während dieser Zeit bei der unterzeichneten Stelle schriftlich oder zu Protokoll erhoben werden können. Mieter und Pächter, denen ein vorbezeichnetes Grundstück auf Grund des Miet- oder Pachtverhältnisses überlassen ist, werden aufgefordert, etwaige Ansprüche aus dem Miet- oder Pachtverhältnis geltend zu machen.

Gleichzeitig fordern wir hiermit die Be­teiligten auf, die Einträge der Eigentums- und sonstigen Rechtsverhältnisse in den öffentlichen Büchern, insoweit sie den be­stehenden Verhältnissen nicht mehr ent- prechen, innerhalb einer Frist von einem Monat bei dem zuständigen Amtsgericht berichtigen ober ergänzen zu lassen, damit die bestehenden Rechtsverhältnisse beim Umlegungsverfahren berücksichtigt werden können.

Gießen, den 14. Februar 1933. Bürgermeisterei Gießen. I. V.: Dr.

Zwangsversteigerung 126/32

Am Donnerstag, dem 23. Februar 1933, vormittags 9 Uhr, wird im Amtsgerichts- gebäude zu Gießen, Zimmer 107, das im Grundbuche von Gießen dem Wilhelm Dippel und Ehefrau Auguste, geb. heute, in Gießen zugeschriebene Anwesen Kaiser­allee 40 411D

Flur 3, 3Xr. 293 - 246 qm Grabgarten

-- 116 qm Grasgarten

Flur 3, Nr. 294 = 399 qm hofreite geschätzt 15 800 RM., versteigert.

Die amtsgerichtliche Verfügung ist an der Ortstafel, Bergstraße 20, Stadthaus, zur Einsicht ausgehängt.

Gießen, den 16. Januar 1933.

3.21. des Hessischen Amtsgerichts Gießen: Leo, Ortsgerichtsvorsteher.

Brennholzversteigerung im Markwald Dettenhausen am Montag, dem 20. Februar, Anfang vormittags 9% Uhr, an der Waldecke der Straße Betten­hausenMuschenheim. 1150D

Scheitholz: Buche 180 rm, Eiche 40 rm, Kiefer 12 rm, Fichte 5 rm. Knüppel: Buche 40 rm, Eiche 25 rm, Kiefer 15 rm. Stöcke: Buche 84 rm, Eiche 4 rm. Reisig: Buche: Durchforstung 300 rm, Buche IH.Kl. 75 rm, Eiche: Durchforstung 100 rm, Eiche und Fichte: Schlagreifig 75 rm. Fichte: Stangen in Schichthaufen 40 rm.

Bettenhausen, den 15. Februar 1933. Roth, Markvorsteher.

Nutz- und

Brennholzversteigerung

Dienstag, den 21. Februar L 3., vorm. 10 Uhr anfangend, werden aus dem Ge­meindewald Wohnbach versteigert: (1151D

Stämme:

Eiche, N: 1. Kl. 81 St. = 6,35 fm (Deichseln) Kirschbaum: 1. und 2. Kl. 2 St. = 0,79 fm Hainbuche: 8 St. -- 2,25 fm

Eiche, N: 1. Kl., 4. und 5. Kl. 8 St. = 10 fm Derbstangen: 1. bis 3. Kl. = 72 Stück Reisstangen: 4. bis 7. Kl. = 325 Stück Ruhscheiter: Eiche, 2,50 m lang (Garten­pfosten) -- 31,8 rm

Scheiter, rm: Buche 82,5, Eiche 13,2, Kiefer

20, Fichte 22,2

Knüppel, rm: Buche 36, Eiche52, Fichte 10 Reisig, rm: II. und III. Kl.: Buche 122 Reisig, rm: I. Kl.: Buche 3, Liche 8 Stöcke, rm: Buche 6.

Zusammenkunft am Waldeingang Straße WohnbachMünzenberg.

Wohnbach, am 15. Februar 1933.

Hessische Bürgermeisterei Wohnbach.

Kratz.

Rutz- und Brennholzversteigerung aus dem Gemeindewald Salzböden.

Am Donnerstag, dem 23. d. M., vormit­tags von 10 Uhr ab, wird im Saale der Gastwirtschaft Weisbrod, dahier, das nach­stehende Holz öffentlich meistbietend ver- steigert: 1149D

L Ruhholz.

8 Eichenstämme mit 1,81 fm

24 rm Eichennutzscheit

6 Eichenstangen 1. Kl.

4 Buchenstämme mit 2,22 fm

35 Fichten tämme mit 8,27 fm

58 Fichten langen I. und II. Kl.

II. Brennholz.

140 rm Eichenscheit und -knüppel

398 rm Eichenreiser

563 rm Buchenscheit und -knüppel

1482 rm Buchenreiser

Zahlungsbedingungen für auswärtige Käufer vor der Abfuhr, spätestens am 1. Juni 1933.

Das Holz liegt in den Distrikten Rain­bach, Greuse und Hardt.

Salzböden, den 14. Februar 1933.

Der Gemeindevorsteher Bodenbender.

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