Hreitag, 15. Dezember 1955
Nr. 294 Zweites Blatt
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen-
Ser Arbeitspaß des Freiwilligen Arbeilsdienlies
Außen- und Innenseite des Passes, der in Zukunft allen im Freiwilligen Arbeitsdienst tätig Gewesenen bei der Enllassung ausgehändigt wird, und der ihnen dann als Legitimation bei der Arbeitssuche dient.
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$Bcr unter diesem Zeichen diente, hat dewiefen, datz er bereit ist, zu Wirten für den Wrikderausd.nl unseres Vaterlandes!
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Das geflügelte Blatt.
Deutscher, spiele deutsche Kartenspiele? - Oer Skat ist das „Nationalspiel des Deutschen".
Von K. £ NorShausen
Als Nationalspiel des Deutschen gilt der S k o t. Wer in Flandern, in Rußland, auf dem Balkan oder sonst irgendwo an der Front stand oder im Lazarett lag, wird bezeugen, daß der Skat zuvor die Freizeit des deutschen Soldaten ausgefüllt hat, und daß die „Spielchen" anregten, daß sie begeisterten, daß ihnen die volle Eingabe der „Skatbrüder" gehört hat. — Diese Hingabe erklärt sich dadurch, daß Skat ein ungewöhnlich anregen- des, gei st reich es und edles Spiel ist, das den deutschen Volkscharakter widerspiegelt. Der Ernst und die Ausdauer des deutschen Menschen finden in diesem anspruchsvollen Spiel ebenso ihren Ausdruck wie die Vielseitigkeit, die Entflammtheit des Deutschen für alle ernsten Dinge.
Der abgehetzte Amerikaner spielt das behagliche Golf beim Schlendern über sattgrüne Rasenflächen, dem heißblütigen Spanier ist der Stierkampf Nationalspiel, der Sinn des Engländers fand im Fußballspiel seinen Ausdruck — und der Deutsche hat den Skat, bei dem er nach alter deutscher Sitte mit Gleichgesinnten und Gleichgestimmten zusammenhocken, Zusammengehörigkeitsgefühl betonen und sich in einem anregenden Meinungsaustausch unterhalten kann.
Für die Gründlichkeit unserer Nation spricht, daß es über dieses verbreitetste deutsche Kartenspiel nicht weniger als 10 0 Lehrbücher,Nach- schlagebllcher usw. gibt. „Die Kunst des Skatspiels" umfaßt allein 224 Seiten.
Goeihe-Bund.
Zweiter Tichteravend: Agnes Miegel.
Der zweite literarische Vortragsabend dieses Winters war dem Werk der ostpreußifchen Dichterin Agnes Miegel gewidmet, die Börries, Freiherr von Münchhausen, gleich ihr der Akademie angehörend,, vor nicht langer Zeit als die bedeutendste, gegenwärtig lebende Meisterin der deutschen Ballade gewürdigt hat. Agnes Miegel stellte, mit einer Hellen, klaren Stimme und kaum spürbaren mundartlichen Anklängen lesend, eine Auswahl aus den Gedichten, älteren und neuen, an den Anfang. Diese Auswahl war so beschaffen, daß in ihr die volle Spannweite der Stil- und Gestaltungsmogllch- keiten innerhalb einer von festen Gesetzen beherrschten Kunstgattung angedeutet — von der reinen Lyrik bis zur großen Ballade, die als das eigentliche, meisterlich bestellte Feld der Miegel gelten dars und dementsprechend auch in der Gedichtfolge den breitesten Raum einnahm. Allen diesen Versen gemeinsam waren aber Herkunft und Grundton: sie sind ohne Ausnahme geschöpft und gespeist aus den unversieglichen, heute vielfach erst wieder neu entdeckten und zum Leben erweckten Quellen heimatlicher Landschaft und eigenen Volkes.
„Der Garten" zum Beispiel, den man in den „Balladen und Liedern" findet, beschwört im gelassenen Fall der Verse die zarte Erinnerung an die geliebten Schauplätze der Jugend in der alten Stadt im Osten. Im „Herbstgesang" verbindet sich ein lebendig und gegenwärtig empfundenes Bild mit dem eigenen frühen Erlebnis. „Agnes Bernauerin" nimmt den berühmten und echt balladesken Vorwurf des Volkslieder und der Hebbelfchen Historie wieder auf und bringt das alte Motiv, fast lyrisch, auf eine ganz einfache Formel. In den „Nibelungen" aber steigert sich am Stoff des berühmtesten Epos des deutschen Mittelalters der Balladenstil, breit ausströmend, zu vollem Prunk und Glanz. Dunkel, leidenschaftlich und gleichsam blutgefüllt rollen die Strophen daher, die Gunter und Kriemhild, Volker und Hagen von Tronje heroisch besingen in einem beherrschten und ganz männlichen Rhythmus. Eine Naturballade großen Ausmaßes ist „Die Braut" mit dem meisterlich abbrechenden Kehrreim „So freudevoll...". Eines der schönsten G-dichte dieses Abends hieß „Die unschuldigen Kindlein", ergreifende Vision eines kleinen Kreuzzuges, die dem alten, weihnachtlichen Motiv eine »efe Deutung verleiht. •
Im Mittelpunkt der Vorlesung, eingeschlossen von Gedichten, stand das Prosastück „Meine alte Lina ,, eine ostpreüßische Lebensgeschichte, der Erinnerung
Leider werden trotz der alten deutschen Skatausdrücke beharrlich französische Ausdrücke gebraucht und „französische" Karten benutzt. Dabei handelt es sich um ein deutsches Spiel, das von einem Deutschen erfunden wurde (1817 zu Altenburg) und fast ausschließlich und leidenschaftlich in Deutschland von Millionen Männern und Frauen gespielt wird; ja, auch von Frauen, tm engen Familienkreis, wie häufig beobachtet werden kann.
Im Jahre 1817 führte der königlich sächsische Hofadvokat Friedrich Ferdinand Hampel zu Altenburg das neue Spiel ein. Schon damals zuckten diejenigen, die das Spiel nicht kannten und sich nicht die Mühe gaben, es zu begreifen, die Achseln über das Spiel und die Hingabe der Spieler.
Damals wie heute gab es außer dem Skat leichtere, reine Zufalls- und Unterhaltungsspiele, und die ausländischen, zumal solche mit klangvollen Namen, waren und sind besonders beliebt. Es ersetzt indessen den äußeren Glanz durch inneren Wert. Es verlangt scharfe Auffassung und geistige Beweglichkeit, da sich jedes Spiel auf die mannigfachste Weise spielen läßt, so daß tatsächlich von einer „K u n st des S k a t { p i e I s" und von einem geistreichen Spiel gesprochen werden Fann.
Nur eine Zahl als rein äußerliches Merkmal mag hier genannt werden: die Verteilungsmöglichkeit der 32 Blatt der Skatkarte und die Möglichkeit der Farben-, Groß- und Nullspiele ergibt eine Ber
an die alte litauische Amme und Kinderfrau der Dichterin gewidmet. Eine einfache, vom Herzen kommende Geschichte, bis an den Rand gefüllt mit Erinnerung an frühes Glück und frühes Leid. Duft und Glanz der heimatlichen Landschaft umschweben die von lebendiger Anschauung, warmem Gefühl und schmerzlichem Gedenken getragene Erzählung, die gleichermaßen für den Menschen wie die Dichterin Agnes Miegel zeugt.
Im Anschluß an diese klare und durchsichtige Prosa gelesene Strophen nahmen die dort angeschlagenen Akkorde in ihre eigene Weise auf und ließen den Abend ausklingen. Aus den Kirchen im Ordensland" hörten wir die machtvolle, mit vielen Bildern geschmückte Verklärung der alten, ehrwürdigen Denkmäler einer großen hanseatischen Vergangenheit: des Domes zu Königsberg und der Danziger Marienkirche; lange, schwingende Verse, fromm und festgefügt. Ganz zuletzt noch eine sehr schöne Gabe: „Die Erde spricht"; hier kam noch einmal, überzeugend und eindrucksvoll, die fast mythische Verbundenheit der Dichterin mit den ewigen volkbildenden Kräften der heimischen Landschaft zu nachhallendem Ausdruck.
Der große Raum hätte weit besser besetzt sein dürfen. Die andächtige Hörerschaft dankte mit herzlichem Beifall für die starken Eindrücke, die der Abend gebracht hatte. —y—
Oos Lapanbäumchen.
Von Sofie v. Llhde
Copyright 1933 by I. L. A., Wien.
Das sind so recht seltsam exotische Gäste, die wir uns da in die Stuben stellen, diese kleinen, verwachsenen, verkrümmten japanischen Zwerg-Kryptome- rien mit den dicken, rissigen, uralten Stämmen und den breiten, schwarzgrünen, gefächerten Kronen Welch dekorative Zimmerpflanze! denken wir leichthin und stellen sie auf den Flügel oder auf ein Tischchen vor einen farblich feinen Hintergrund, wo sie ihre Wirkung tut — gut so! Aber bald werden wir inne, daß dieser merkwürdig greisenhafte Gast da sehr viel mehr ist, als nur eine dekorative Pflanze, o wieviel mehr: eine ganze Landschaft und ihr Geist.
Auf meinem Schreibtisch steht feit einigen Tagen solch ein kleiner Fremdling, der vor kurzem erst aus Japan gekommen ist. Vielleicht stand er vordem in einem Garten von Nikko ober von Enoshima, zwischen Pflaumeyblüten und Goldregen, zwischen wilden Miniaturwgsierfällchen und roten, winzigen Lackbrücken. Da lebte er, jahraus, jahrein, auf-
schiedenheit von 10 Septillionen Spielen, d. i. ein 38ftellige Zahl.
Die Zahl von über 100 Skatbüchern findet ihr Gegenstück in einem Denkmal für das deutsche Nationalspiel Skat. Im Jahre 1903 wurde in der deutschen Skatstadt Altenburg in Thüringen, auf dem Brühl, gegenüber dem früheren Secken- dorfschen Palais, ein Skatbrunnen errichtet. Da hocken die vier Buben (Wenzel) der Skatkarte in ihrer, jedem Kartenspieler vertrauten Gestalt im gegenseitigen Kampf. Im Volksmund heißt der Skatbrunnen der „Prügelbrunnen".
Sodann besteht in der behäbigen ehemaligen Residenzstadt Altenburg ein Skat-Museum. Das Hochliegende Altenburger Schloß, das von feinem hohen grauen Wartturm überragt wird, birgt dieses einzige Spielkarten-Museum der Welt. Die Schau des geflügelten Blattes zeigt in reichhaltiger Sammlung alte Kupferstiche, Stahlstiche und Holzschnitte von Kartenspielen aller Zeiten und Völker, die Werkstatteinrichtung eines alten Kartenmachers und reicht bis zur ehrwürdigen Skatkarte unserer Feldgrauen, die sie sich selbst im Schützengraben gefertigt hatten, und mit denen sie manche Stunde anregend ausgefüllt haben mögen.
Der Skat hat feine Hundertjahrfeier hinter sich. Er ist ein altes Spiel. Man hat das Fest in Alten- bürg damals groß gefeiert. Skatlieder wurden dabei gesungen, Skatmärsche beim Umzug gespielt, Skat-Bühnenstücke aufgeführt. Aber außer den bei dieser Gelegenheit und auch zu anderen Zeitpunkten tagenden Skat-Kongressen besteht ein S f a t» geriet in Altenburg, das jeder bei Entscheidungen über Spielregeln und Wettbewerbe anrufen kann als höchste und letzte entscheidende Stelle.
Die Dichter haben den Skat verherrlicht, das Spiel mit dem geflügelten Blatt, das fo anregend, fesselnd und ergötzlich ist, daß Dauer-Skacer entstanden und Kiebitze gebannt den spannenden Skatkämpfen zuschauten.
Da singt ein Dichter:
„Greise, germanischer Mann, nach des Tages Geschäften und Sorgen Gern zum geflügelten Blatt, misch es und richte den Skat;
Aber der Zeitverlust —
Nie werd' er zur Zeitvergeudung!
Spiele Du s e l b st mit dem Spiel, Nimmer das Spiel doch mit Dir!"
Und über die „Skater um jeden Preis", jene, die an jedem Ausflugsort, beim Lagern im Walde, auf den Dampfern, sogar im Eisenbahnabteil, statt zu schauen oder zu rasten, dem Skatspiel frönen, schreibt Johannes Trojan, nachdem er in heite- ren Versen die drei skatspielenden Männer im Seebadwasser, in der Baumannshöhle und auf des Faulhorns Höh' bedichtet hat und die Drei bei der Flucht ins Schattenreich auch antrifft:
„O sagt, wohin kann der Mann noch gehn, um nicht drei Männer beim Skat zu sehn?"
Wer vom Dauer-Preis-Skat und derartigen Auswüchsen des edelsten Kartenspiels hörte, mag bebenden, daß es überall Auswüchse gibt ober gegeben hat. Eines ist inbessen sicher, baß wenig Spiele überhaupt, bestimmt kein anberes Kartenspiel, in gleichem Maße zum Nachbenken anregen, zur Ent- schlußfreudigkeit bestimmen unb im Rechnen uns üben wie gerade das Skatspiel, das Nationalspiel der Deutschen!
S.Jt.-fport
Goldene Ankerplakette verliehen.
lieber die erste Verleihung der erst vor kurzem geschaffenen Goldenen Ankerplakette ist sich der Führer des Deutschen Wassersport-Verbandes schnell schlüssig geworden Kapt. Lt. a. D. Jasper zeichnete in besonders herzlicher Weise bei der Siegesfeier des Deutschen Outbord-Clubs in Treptow den Weltrekordmann Clemens B a a tz zum erstenmal mit der Plakette aus. Dieser erste Träger der Goldenen Ankerplakette, ein junger SA.-Mann, hat am 8. und 22. Oktober auf dem Nernsdorfer Kanal zwei Schnelligkeits-Weltrekorde in den Dutborb- Klaffen A unb B ausgestellt. Diese Leistung steht tatsächlich im Jahre 1933 an der Spitze des deutschen Wassersports.
Gvo^tpflicht der Eisenbahner.
Die sportliche Betätigung der Eisenbahner, der die Verwaltung schon immer besondere Forderung zuteil werden ließ, wird jetzt bekanntlich allen Reichsbahnbediensteten zur Pflicht gemacht. Im einzelnen wird vorgeschrieben, daß jeder Eisenbahner bis zum 3 5. Lebensjahr einer Sportorganisation als tätiges Mitglied angehören soll, wobei Zugehörigkeit zur SA., SS., Stahlhelm usw befreit. Auch ältere Eisenbahner, soweit sie nicht ein körperliches Gebrechen behindert, sollen sich einer Sportart anschließen, die ihrer Rüstigkeit entspricht. Schließlich wird erwartet, daß möglichst viele Familienangehörige der Eisenbahner dem Turnen und Sport zugeführt werden. Die Reichsbahndirektionen werden angewiesen, innerhalb ihrer Bezirke die Abhaltung von SBerffpori- f e ft e n auf nationaler Grundlage zu fördern. Im Einverständnis mit dem Reichssportführer von Tschammer und Osten werden die bisherigen Verbände aufgelöst und die Eisen- bahn-Turn- unb Sportvereine ben zuständigen Fachsäulen eingegliebert. Zur Zeit bestehen rund 350 Eisenbahn-Tum- unb Sportvereine mit 70 000
merksam nach innen gekehrt, und fein Stamm wurde alt und oerknorrt und seine ernsthafte Aeste- roelt wurde dunkel und zwerghastweise.
Dann trat er in einem kunstvoll und schon geflochtenem Korbe die große Reise an übers Meer, fort aus dem heimatlichen Garten, aus dein Reich der Papierhäuschen unb ber bunten Lampions unb ber fingenben Mäbchen mit ben lackschwarzen Haaren, fort aus bem grünen Insellanb.
Wie betreten und erschrocken mag er gewesen sein, der kleine Baum, als er in seinem dunklen Verließ das gewaltige Brausen des Ozeans vernahm und sein verdächtiges Schwanken ihn unliebsam an sein erdbebenreiches Vaterland erinnerte! Und sein peinliches Erstaunen mag nicht geringer geworden fein, als er sich schließlich in Potsdam sah — ausgerechnet! —, zwischen ben hohen, steinernen Häusern unb ben großen Gärten, in denen nach seinem Begriff alles so erschrecklich gewaltig unb unpersönlich ist.
Von bort hat eine liebe Hanb ihn auf meinen Schreibtisch gestellt, zwischen Konversationslexikons, Photographien von Männern, Pferben unb Hun- ben, Briefbeschwerern unb Notizblocks, unb all bies mag ihn nicht minber befremben als bie Barock- pulten Potsbams. Damit er meinen guten Willen sieht, feine Exterritorialität hochzuhalten unb ihm ein wenig Heimat vorzutäufchen, habe ich ihm ein kleines, bronzenes Tempeltor unter feine Zweige gestellt; aber ich glaube fast, er hat bies gar nicht nötig.
Denn feit es nun hier atmet, biefes geheimnisvolle, stumme, nach Walbesbunkel buftenbe Leben, ist bas neuzeitliche Schreibzimmer bes Berliner Westens in bie zeitlose, sanfte, weise, uralte unb dennoch ewig kindliche Landschaft Japans hinüber» geflossen.
In diesem kleinen Baum ist der ganze Wald non Nivpon — all diese tausendjährigen Kryptomerien- roälber, schwarzgrün, dämmerdunkel, Aufenthalt der lächelnden, reglosen, golbfcbimmemben Gotter unb ber fanfgeäugten, sanftgefleckten Rehe.
So oft ich ihn ansehe, bissen burch bie Sternen- nächte unb bie Sonnengluten, burch bas Brausen und burch bie Stille ber Meere zu mir gekommenen Frembling sehe ich bie Tempelwälber von Nara roieber, biefes Reich aus Geheimnis unb Schweigen, in bem es nur eine Stimme gibt: jene, bie Seelen erftbütternbe, bie Tempel burchhallende, bie Wälder ausschreckende Stimme ber gewaltigen Bronzeglocke.
Wenn sie erklingt, blicken bie Götter in ben Tempeln auf; unb burch bie Lotosblumen, auf denen ihre Füße ruhen, gehen die holden Schauer ber Empfängnis.
Wenn sie erklingt, treten die kleinen, hellgefleck-
Mitgliedern, denen eigene Sportplätze, Turnhallen, WafsersportanlaKn usw. in großer Zahl zur Verfügung stehen.
Geratemannschaftskampf in Krofdorf.
Der erstmals zum Austrag kommende Kamps der Vereine Leihgestern, Treis a. d. Lda., Launsbach und Krofdorf mußte infolge einer wichtigen Tum- tagung auf Sonntag, den 17. Dezember, verlegt werden. Der Kampf kommt bestimmt an diesem Tag zum Austrag.
Kurze Gportnotizen.
Im Tennis-Länderkampf siegte die Schweiz in Oslo über Norwegen mit 7:1 Punkten. Den einzigen Punkt für die Norweger holte F. Smith heraus, der den Schweizer Ellmer in zwei Sätzen 6:1, 6:4 abfertigen konnte.
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Der Verband der Berufsreiter und Berufsfahrer Deutschlands hat beschlossen, seinen gesamten Mitgliederbestand korporativ in den Reichsoerband Deutscher Turn-, Sport- und Gymnastiklehrer im NS.-Lehrerbund überzuführen. Der ehemalige Verband bildet im Reichsverband bie Fachgruppe Reit- und Fahrlehrer.
Die Weltmeisterschaft der Kunstflie- g e r findet am 9. und 10. Juni nächsten Jahres auf dem Flugplatz von Vincennes bei Paris statt. Man erwartet, daß zu dieser Weltmeisterschaft auch Amerika einen Vertreter entsenden wird. Deutschland dürste durch Gerhard Fieseier vertreten sein, Frankreich hat die Wahl zwischen Doret und Detroyat.
Beim Training verunglückt ist der Kölner Dauerfahrer Franz Dederichs. Als er einen Lastwagen Überholen wollte, geriet dessen Anhänger plötzlich ins Schleudern und drückte Dederichs gegen einen Baum. Der Kölner zog sich dabei Verletzun-
ten Hirsche und Rehe über die Schwellen der Tempel, wo sie freundlich die goldgelbgewandten Priester umringen, unb horchen aufmerksam und demütig-fromm in bie weise Walbeinsamkeit hinaus.
Wenn sie erklingt, geht der Mond auf über bem Berg von Mikasayama, und durch die tausend- jährige Nacht ber Kryptomerien strahlt silbern tausendjährige Weisheit.
Wenn sie erklingt verstummen die Menschen.
Doch wenn sie abermals erklingt, hebt die Morgenröte ihre freudigen Wimpern über den Bergen von Nippon.
Diese heilige Glocke klingt nun in meiner stillen Schreibstube; aus einem schwarz-grünen, greifen- haft-kleinen, seltsam fremden Wipfel Hingen Tod und Geburt und Wandel der Gestirne auf, einfältig frommes Lauschen der Tiere unb bie lädjelnbc, schweigsame, unbegreifliche, unbeirrbare Weisheit ber ©öfter.
Ich werbe bas Konversafionslerikon unb all die gelehrten Bücher von meinem Schreibtisch entfernen; denn wessen Wort hat noch Wert, wenn diese Glocke erklingt?
Zeitschriften.
— In der Schar der „Schwarzen Jäger", mit denen der Herzog von Braunschweig das napoleonische Joch abfchütteln wollte, kämpfte auch ein 17jähriges Mädchen. Ein direkter Nachkomme dieser jungen Heldin ist ber Schriftsteller Georg von ber Bring, ber nun — nach mehr als einem Jahrhunbert — nachgelassene Tagebücher unb Chroniken burchstobert unb bas Schicksal feiner Ahnin in ben Mittelpunkt eines Romans gestellt hat. Unter bem Titel „Schwarzer Jäger Johanna" beginnt biefe Säuberung aus tiefer Notzeit Deutfdjlanbs im neuen Heft Der „Berliner 9 (l u ft r i r t e n 3 e i t u n g".
— „Mutter unb K i n d", Zeitschrift für Ernährung, Pflege unb Erziehung bes Kinbes. Verlag Elwin Staube, Osterwieck a. Harz. Vierteljährlich (3 Hefte) Mk. 1,65 einschl. Porto. — Das De- zemberheft bringt biefer Zeit angepaßt eine Reihe interessanter unb lehrreicher Beiträge, die zum großen Teil durch Bilder erläutert werden. Einige dieser Beiträge seien hier genannt: „Altes Deutsches Spielzeug in neuem Gewände" von Dr. Charlotte Steinbrutfer, „Meine große Kinderstube" von Esther v. Kirchbach, „Mareks Weihnachtswunsch" von K. Friedrich, „Tante schenk mir was" von Georg W. Pijet, „Der Weihnachtsmann", „Was soll unser Kleinchen zum Ffst bekommen?", „Geschenke von Kinderhand" von Hanni Herzog, „Ein Kind lernt lesen^ usw.


