Ausgabe 
15.12.1933 Erstes Blatt
 
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Dessauer über Förster empört ausgesprochen habe. Er sei davon überzeugt, daß Dessauer das Ausmaß der Verfehlungen Mühlons nicht gekannt habe.

Der Frankfurter Bankier Harlacher hält den Kaufpreis von nominell 105 000 RM. Anteilen der Carolus-Druckerei zu 90 000 RM. für ziemlich hoch und erklärt, daß er diese Papiere zur Anlage nicht hätte empfehlen können, da nach den ge­troffenen Vereinbarungen nicht mehr als 7 bis 7,5 v. f). Dividende verteilt werden durften. Die Frage des Vorsitzenden, ob der Kauf der Anteile hier etwa nur eine äußere Rechtsform war und ob es sich wirtschaftlich gesehen eigentlich um eine Verpfändung gehandelt habe, also darum, daß die Carolus-Druckerei dem Volksvereinsverlag Geld §ab und sich als Sicherheit die Anteile geben ließ, eantwortet der Zeuge dahin, daß dem Volks­vereinsoerlag für eine Frist von einem Jahr ein Rückkaufsrecyt zum gleichen Kurs eingeräumt wor­den fei. Aus einem Vergleich mit dem Kursstand anderer Papiere schließt der Bankier, daß ein Preis von 87,5 v. 5)., wie er, bankmäßig gesehen, von der Carolus-Druckerei an den Volksvereinsverlag gezahlt wurde, höher lag, als für andere Papiere bezahlt werden mußte.

Der von der Verteidigung geladene Sachverstän­dige Diplomkaufmann K r u m p e (Köln) bezeichnet den Preis von 90 000 RM. für die Anteile der Carolus-Druckerei als angemessen. Er erachte es für zulässig, bei der Bewertung der von Prof. Dessauer in der Inflation eingezahlten Gelder die Preise für Papier und die Druckerlöhne zugrunde zu legen, da mit dem eingebrachten Geld Arbeit und Papier bezahlt werden sollten. Das Unter­nehmen sei, wie sich aus den Bilanzen ergebe, früher unrentabel gewesen. Wenn es später Ge­winne herausgewirtschaftet habe, so liege das an der umsichtigen Leitung, da gleichgeartete Unter­nehmen wie dieGermania" und das Görreshaus dauernd mit Verlust arbeiteten.

©er äußere Aufbau der Reichspressekammer

Berlin, 13. Dez. (TU.) Der äußere Aufbau der Reichspressekammer ist nunmehr durchgeführt. Der Reichspressekammer sind folgende Verbände und Fachschaften eingegliedert:

1. Reichsverband der Deutschen Presse,

2. Verein Deutscher Zeitungsverleger,

3. Reichsverband deutscher Zeitschriftenver­leger,

4. Reichsverband der deutschen Korrespon­denz- und Nachrichtenbüros Berlin,

5. Reichsverband der evangelischen Presse und Fachschaft der katholisch.kirchlichen Presse, vereinigt in der Hauptfachschaft der kirchlich-konfessionellen Presse,

6. Reichsverband deutscher Zeitschriften­buchhändler,

7. Verband der Presse st enographen,

8. Fachschaft der Verlagsange st eilten,

9. Fachschaft der R e d a k t l o n s a n g e st e l l t e n.

Damit sind die im Presseberuf Mitwirkenden ent- sprechend den Bestimmungen des Reichskulturkam­mergesetzes und den Durchführungsverordnungen in der Reichspressekammer zusammengeschlossen.

Kleine politische Nachrichten.

Reichspräsident von Hindenburg hat den Leiter des Amtes für Kriegsopferoerforgung bei der NSDAP, und Reichsführer der NS.-Kriegs- opferversorgung, Reichstagsabgeordneten Ober- linbober, als ordentliches Mitglied in das Kuratorium der Hinoenburg-Spende berufen. Die Hindenburg-Spende wurde 1927 er­richtete als Fonds zur Unterstützung von Kriegs­opfern. Der Reichspräsident hat run die Möglich­keit geschaffen, daß auch der Führer der Einheits­organisation der deutschen Kriegsopfer im Kurato­rium dieser Spende mitwirken kann.

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Der italienische Unterstaatssekretär S u v i ch hat Berlin wieder verlassen. Vor seiner Rückkehr nach Italien wird er als Gast der Regierung noch einige Tage tn Köln und München ver­welken. Der Aufenthalt des italienischen Staats­mannes in Berlin bot der Reichsregierung Ge­legenheit zu einem Gedankenaustausch über die aktuellen politischen und wirtschaftlichen Fragen in dem freundschaftlichen Geist, der die Beziehungen zwischen den beiden Ländern auszeichnet.

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Reichswirtschaftsminister Schmitt stattete in Begleitung des deutschen Botschafters in London von Hoesch einen Besuch im Unterhause ab. Dort hatte er mit Premierminister Macdonald und dem Staatssekretär des Auswärtigen Sir John Simon kurze Unterredungen, die in sehr herz­lichem Ton verliefen.

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Das Preisgericht für den vom Reichspressechef der NSDAP. Dr. Otto Dietrich ausgefchriebenen Journalistenwettbewerb ist nunmehr fol­gendermaßen zusammengesetzt worden: Vorsitzender: Reichsminister Dr. Goebbels, Mitglieder: Dr. Otto Dietrich, Hauptmann a. D. Weiß, Führer des Reichsverbandes der Deutschen Presse, Chefre­dakteur Silex- Berlin (DAZ.), Chefredakteur Weise (Berliner Redaktion derRheinisch-West­fälischen Zeitung"), Chef vom Dienst der NSK. Hellmut Sündermann.

Aus oder Welt

Sechs Kinder Todesopfer eines schweren Eisenbahnung ücks in pofen.

Posen, 15. Dez. (WTB. Funkspruch.) vor den Toren der Stadt Posen ereignete sich heute morgen ein schwere» Eisenbahnunglück, dem mehrere L.en- schenleben zum Opfer gefallen sind, vor der Ein­fahrt zum Hauptbahnhof fuhr ein Perso­nenzug auf einen dort haltenden Zug, der n u r m i l Kindern beseh war. Drei Wagen des halten­den Zuges stürzten infolge des Zusammenstoßes d l e Böschung hinunter. Aus den Trümmern konnten bisher sechs Kinder als Leichen geborgen werden. 14 Schwerverletzte wurden festgestellt.

vier Todesurteile gegen die BvG-Räuber bestätigt.

Das Reichsgericht in Leipzig hat die vier Todesurteile gegen die Berliner BVG- Räuber bestätigt, die in den vergangenen Jah­ren nicht weniger als 13 Raubüberfälle ausgeführt hatten, u. a. auch den großen verwegenen lieber- fall auf den BVG.-Lohnaeldtransport am 15. Sep­tember 1932 vor dem Charlottenburger Rathaus. Die jugendlichen Räuber gehörten sämtlich fern- munistischen Organisationen an. Auch die übrigen

Der neue Zivilprozeß nachdemGesetzvom2I.Okt.4933.

Von Richard Schudt, Landgerichtsdirettor i. 3t

I.

Es ist im Rahmen eines Aufsatzes in einer Tages- Zeitung nicht möglich, umfassend und eingehend In- halt und Aufgabe der Novelle zur Zivilprozeßord­nung (ZPO.) vom 27. Oktober 1933 zu behandeln und einer Kritik au unterziehen. Nur einige Gedanken grundsätzlicher Art sollen behandelt und damit eine Darstellung der hauptsächlichsten Neuerungen Der- bunöen werden.

Die zur Zeit geltende ZPO. ist eines der ersten Justizgesetze des neuen deutschen Reiches und ist in der ursprünglichen Fassung am 1. Oktober 1879 in Kraft getreten. Sie ist anerkanntermaßen eines der besten Gesetze jener Zeit gewesen. Daß ein Gesetz, das vor mehr als fünfzig Jahren erlassen ist, im Laufe seiner Geltungszeit Aenderungen erfahren mußte, ist ganz selbstverständlich. Die Aenderung der wirtschaftlichen Verhältnisse, die Fortentwicklung der Rechtsprechung, der Prozeßwissenschast, der Rechts­anschauung überhaupt, auch die zwischenstaatlichen Beziehungen der Völker zueinander gaben Anlaß zu zahlreichen Novellen zur ZPO. Grundlegende Aen­derungen sind damit aber bisher nicht herbeigeführt worden und man kann auch nicht behaupten, daß durch die häufig ad hoc erlassenen Abänderungs­bestimmungen eine wirkliche Besserung erreicht wor- den wäre. Die Novellen waren Flickwerke und Not­behelfe, durch die Einzelheiten geändert, vielfach nicht einmal verbessert wurden. Diese zum Teil auf sog. Notverordnungen beruhenden Neuerungen sind vielfach nich^in die ZPO. eingearbeitet, sondern nur auf ihrem Stoff aufgeklebt worden.

Es ist deshalb verständlich, daß die Regierung des jetzigen neuen Reichs trotz der Veröffentlichung eines Entwurfs einer neuen ZPO. im Jahre 1931 dazu ge­schritten ist, alsbald nochmals eine Teilreform der ZPO. in Angriff zu nehmen. Das Gesetz vom 27. Ok­tober 1933 unterscheidet sich, wie der Direktor im Reichsjustizministerium, Volkmar, in der Juristischen Wochenschrift 1933, Seite 2427, ausführt, grundsätz­lich von den früheren Novellen zur ZPO. Es will, wie die Prozeßnooelle vom 13. Februar 1924, grund­sätzlich reformieren und den von dieser Novelle unternommenen Versuch, das Verfahren wesentlich schleuniger, lebensnaher und volkstümlicher zu ge­stalten, entschlossen zu Ende führen. Volkmar man darf annehmen, daß er wesentlichen Anteil an der Abfassung des neuen Gesetzes hat führt dazu weiter aus, daß der Abschluß der Gesamtreform des Zivilprozesses noch verhältnismäßig lange Zeit erfordere, daß aber mit der Durchführung der grund­sätzlich wichtigsten Reformen des Derfahrensteils der ZPO. nicht mehr gewartet werden könne. Denn die im Zuge der nationalen Revolution liegende Er­neuerung unseres Rechts, die unsere gesamten Rechts­einrichtungen volkstümlich gehalten und der neuen Staatsauffassung unpassen soll, könnten sich nicht auf das Gebiet des materiellen Rechts beschränken, auf dem sie schon so machtvoll eingesetzt habe. Sie müsse sich mit gleicher Kraft und vornehmlich auch auf das Zivilprozeßverfahren erstrecken, von dessen Brauchbarkeit für das Volk letzten Endes der prak­tische Wert unserer ganzen Prioatrechtsordnung ab­hänge.

Das neue Gesetz schließt sich in dem Bestreben, das Verfahren zu beschleunigen, lebensnäher und volks­tümlicher zu gestalten, in der Hauptsache dem Ent- rourf 1931 an. Das wird man billigen müssen. Hier liegen die Hauptmängel des geltenden Rechts. Auch Rosenberg, Leipzig (früher Gießen), der in der Zeit- schrift für Zivilprozeh sonst ziemlich scharf Kritik

am Entwurf 1931 übt, erkennt an, daß der Entwurf im Erkenntnisverfahren viel Gutes und manchen Fortschritt im einzelnen bringe; insbesondere lobt er die Energie, mit der der Entwurf die Unmittelbar­feit der Beweisaufnahme durchsetzt - und die Be­schleunigung des Verfahrens erstrebt.

Die alte ZPO. kennt zwar auch die Grundsätze der Mündlichkeit und Unmittelbarkeit des Verfah­rens, auch sie geht grundsätzlich davon aus, daß die Verhandlung vor dem Gericht eine mündliche sein und die Beweisaufnahme sich vor dem erkennenden Richter selbst abspielen soll, damit dieser einen un­mittelbaren Eindruck aus ihr gewinnen und sich sein Urteil auf Grund dieses Eindrucks bilden soll. In der Praxis hat sich dieser Grundsatz nach und nach in das Gegenteil verwandelt. Die Gründe hier­für näher zu erörtern, würde zu weit führen. Sie sind meines Erachtens sowohl bei den Gerichten wie bei den Parteivertretern zu suchen. Alle bis­herigen Novellen haben keine wirksame Abhilfe ge­bracht. Einer der schlimmsten Mißstände im bis­herigen Verfahren ist die Prozeßverschleppung. Auch hier muß die Schuld allen Prozeßbeteiligten beige­messen werden. Sie ist eine Folge der Grundein- stellung der ZPO., die von dem (Grundsatz ausgeht, daß der Zioilprozeß dem Parteibetrieb unterliege. Daraus resultiert bann die Einflusslosigkeit des Ge­richts auf den Weitergang des Rechtsstreits. Sie führt weiter dazu, daß immer neue Behauptungen und Beweise bis in die zweite Instanz nachgebracht werden und so das Verfahren ins Unendliche ver- schleppt und kompliziert wird, eine Möglichkeit, die namentlich von böswilligen Schuldnern bis ins Letzte ausgenutzt zu werden pflegt. Dabei werden häufig auch ins Blaue hinein Angriffs- und Verteidigungs- Mittel vorgebracht und Behauptungen aufgestellt, selbst solche, von denen man weiß, daß sie nicht der Wahrheit entsprechen.

Die Novelle 1924 hat in dieser Hinsicht schon eine Besserung angestrebt, doch der Erfolg war gering. Volkmar weist a. a. O. in diesem Zusammenhang mit Recht darauf hin, daß die Grundeinstellung dieser Novelle ihr mancherlei Mißtrauen, ja Feind­schaft zuzog und daß namentlich große Teile der Anwaltschaft, in ihreine Verkümmerung geheilig, ter Partei- und Anwaltsrechte, Rückfälle in ver­altetem Polizeigeist" erblickten. Bei dieser Einstel­lung war es natürlich auch für die Richter nicht leicht, rücksichtslos von den neuen Rechtsbehelfen der Novelle zur Beschleunigung des Verfahrens Gebrauch zu machen.

Man wird Volkmar zustimmen müssen, wenn er meint, jetzt sei die Zeit der halben Lösungen überwunden und daß man das als notwendig Er- kannte auch ganz tun müsse. Deshalb fei es Zeit, die alten Vorschriften in dem Sinne zu ergänzen, daß die dem Gericht gegebene Möglichkeit, durch straffe ÄonAentrierung des Streitstoffes das Ver­fahren zu beschleunigen, soviel als irgend möglich verstärkt und gleichzeitig durch die damit verbun­dene Steigerung der Unmittelbarfeit und Lebendig­keit des Verfahrens die Garantie für die Wahr­heitsfindung und damit für die Güte der Entschei­dung erhöht werden.

Nun wird es Sache der Gerichte und der An­wälte sein, an dieser großen Ausgabe gemeinsam und in gegenseitigem Verständnis mitzuarbeiten. Manch einer wird sich umstellen und umlernen müssen.

(Fortsetzung folgt.)

Urteile, die schwere Zuchthaus st rasen aus- sprachen, wurden bestätigt. Lediglich ein der Hehle­rei Angeklagter wurde amnestiert.

Ein weiteres Opfer des Fuhlsbütteler Flugzeug­unglücks.

Die Zahl der Opfer des schweren Flugzeug­unglücks im Flughafen Fuhlsbüttel hat sich auf sieben erhöht. Der schwer verletzt ins Barn­becker Krankenhaus eingelieferte zweite Flugzeug­führer Gabbert ist in der vergangenen Nacht verstorben.

Autobusunglück in Dresden.

In Dresden ereignete sich ein Autobusunglück, bei dem elf Personen leicht und drei schwer ver­letzt wurden. Trotzdem der Führer des mit 22 Personen besetzten Autobusses die abschüssige Straße mit äußerster Vorsicht passierte, verlor er infolge der Glätte die Gewalt über das Fahrzeug, das gegen einen Stahlmast der Straßenbahnleitung stieß. Von den Fahrgästen wurden einige durch die Fensterscheiben ins Freie geschleudert. Lebensgefahr besteht bei keinem der Verletzten. Der Führer kam unverletzt davon.

Autounglück bei Wilhelmshaven. Ein Toter, sechs verletzte.

In der Nähe von Wilhelmshaven ereignete sich bei dem Ort Sengwarten ein schweres Autoun­glück. Ein Kraftwagen, der mit sieben Fahrgästen besetzt war und durch Die Glätte der Straße aus der Bahn geschleudert wurde, geriet in einen Stra­ßengraben. Dabei wurde einer der Insassen namens Helmerich sofort getötet und ein anderer namens R e m m e r mußte mit schweren Verletzun­gen Ins Krankenhaus geschafft werden; an seinem Aufkommen wird gezweifelt. Die übrigen fünf In­sassen kamen mit leichteren Verletzungen davon.

Sieben Todesopfer eines Eifenbahnunglücks in Frankreich.

Auf der französischen Eisenbahnstrecke Pontarlier Mouchard ist ein Zug in eine Streckenarbeiter­kolonne gefahren. Dr-i Arbeiter wurden sofort Setötet und acht verletzt. Vier weitere Str­eiter find an den Folgen ihrer Verletzungen bald darauf g e ft o r b e n.

Drei Schiffe im Stürm gesunken. 26 Menschen ertrunken.

Der englische 500-Tonnen-DampferPulmore" ist in den schweren Stürmen, die in den letzten zwei Tagen über der Nordsee und dem englischen Kanal wüteten, gesunken. Die neunköpfige Be­satzung fand den Tod in den Wellen.

Bei den Alands-Inseln hat sich in der Nacht Aum Donnerstag ein Schiffsunglück ereignet, dem 12 Menschen zum Opfer fielen. Die fin­nische SegelbarkPlus" stieß in der Nähe von Mariehamn im Sturm auf Grund und sank in­nerhalb weniger Sekunden. Nur vier Angehörige der Besatzung konnten sich retten, während die übri­gen 12 ertrunken sind. Von dem Wrack sind

nur noch die Mastspitzen über dem Wasserspiegel sichtbar.

Fünf Matrosen des DampfersDiet", der bei Calais im Sturm gesunken ist, sind als Lei- chen an der französischen Küste angetrieben wor­den. Drei Mann der Besatzung des untergegangenen Dampfers konnten gerettet werden.

*

Auf der Höhe von Dünkirchen wurde ein Feuer­schiff v on seiner Ankerkette gerissen. Von der siebenköpfigen Besatzung konnten sich vier auf eine Leuchtboje retten, doch konnte den vier Schiffbrüchigen bisher keine Hilfe gebracht werden und man ist um ihr Schicksal sehr besorgt.

Als blinde Passagiere zum Südpol.

Admiral Byrd, der jetzt von Neuseeland aus eine neue Forschungsreise nach dem Südpol angetreten hat, hat, wie eine englische Nachrichten­agentur erfährt, an Bord seines SchiffesJakob Ruppert" drei blinde Passagiere entdeckt. Es handelt sich um junge Leute aus Auckland aus Neuseeland.

Sportflieger Schwabe In Kairo.

Sportflieger Karl Schwabe startete in Beng- hast zum Weiterflug nach Kairo, wo er nach sechs­stündigem Flug, teilweise über Wüstengelände, glatt landete. Nach Teilnahme als einziger deutscher Flie- ger am Oasenwettbewerb wird Schwabe bann den eigentlichen Afrikaf 1 ug, der ihn-zunächst nach Kapstadt führen soll, durchführen.

Räuber überfallen den Transsibirien-Expreh. Sieben Reisende getötet.

Der transsibirische Expreß ist bei Tsitsikar um Mitternacht von Banditen zur Entglei­sung gebracht und angegriffen worden. Sieben Reisende wurden getötet und acht verletzt. Japa- nische Truppenabteilungen trieben die Banditen mit Maschinengewehren nach kurzem Gefecht aus­einander.

Acht Kinder

bei einem Verkehrsunglück in USA. getötet.

In der Nähe von Palatka (Florida) rasten ein Güterzug und ein mit Schulkindern besetzter Last- fraftroagen zusammen. Acht Kinder wurden auf der Stelle getötet, mehrere schwer- und zahlreiche leichtverletzte Kinder wurden ins Krankenhaus ge­schafft-

Riesiger Fabrikbrand m Holland.

Von einer gewaltigen Feuersbrunst wurde in einer der vergangenen Nächte die Kakaofabrik W. I. Boon & Co. zu Wormesveer in Holland heim- gefucht. Man schätzt den Schaden auf etwa eine halbe Million Gulden.

Einbruch bei den Eltern des erschossenen Sturm­führers Maikowski.

Einbrecher drangen in die Wohnung der Eltern des erschossenen Sturmführers Hans Mai­kowski in Berlin ein. Sie entwendeten silberne

Schalen, Messer, Gabeln und Löffel. Die Sachen sind meistenteils Preise, die sich der verstorbene Sturmsührer in Sportwettkämpfen erworben hat. Außerdem wurden auch Bekleidungsstücke und einige goldene Schmucksachen wie Ringe und Ketten ge­stohlen. Da es sich vornehmlich um die Preise han­delt, an denen die Eltern besonders hingen, und der Einbruch an sich eine grenzenlose Roheit dem verstorbenen Sturmführer gegenüber darstellt, wird von der Polizei die Oeffentkichkeit um Mit- fahndung ersucht.

Ausbruch des Vulkans Merapi.

Nach einer AmsterdamerTelegraaf"-Meldung aus Bandeeng ereignete sich in einer der vergangenen Nächte ein heftiger Ausbruch des javani­schen Vulkans Merapi, der etwa zwölf Mi­nuten dauerte. Der Vulkankegel ist auf allen Sei­ten mit glühenden Felsbrocken bedeckt. In den Ort­schaften Babadan und Djokdjakarta ging ein hefti­ger Aschenregen nieder. Dem Vulkanausbruch gin­gen heftige Erdstöße voraus. Bisher fei jedoch kein nennenswerter Schaden zu verzeichnen,

Raubmord an einem Schäfer.

In einem Graben zwischen Lutzingen und Ober- glauheim an der Donau wurde die Leiche des seit dem 19. November vermißten 42 Jahre alten lebigen Schäfers Josef B u n z aus Reinhartshaufen bei Grossaitingen mit furchtbaren Hiebwunden am Kopf aufgefunben. Als der Tat dringend verdäch­tig wurde der Schäfer M. Körle von Lutzingen feftgenommen. Verschiedene Anzeichen deuten darauf hin, daß Körle den Bunz im Schäferkarren er­mordet hat, um in den Besitz von dessen Bar­schaft zu gelangen.

Kunst und Wissenschaft.

Bücher unter dem Weihnachtsbaum. Ein Aufruf der Reichsschriftlumskammer.

Der Präsident der Reichsschrifttumkam­me r hat einen Aufruf erlassen, in dem es heißt: Die Nation rüstet sich, das deutsche Weihnachten in einer Einmütigkeit und mit einer so starken Zuver­sicht zu begehen, wie es uns in den dunklen Jahren, die hinter uns liegen, nie vergönnt gewesen ist. Wenn wir unter dem Weihnachtsbaum stehen, dank­bar für das, was uns das Jahr gebracht hat, so sollen auch unsere Geschenke einen neuen Sinn tra­gen. Denken wir daran, welche Kraft und weich' hoffnungsvollen Trost uns die Werke des guten deutschen Schrifttums in der vergangenen nieder- drückenden Zeit gespendet, wie uns gute Bücher innerlich geholfen haben. Laßt die reiche Fülle un­teres deutschen Schrifttums auch unter dem Weih­nachtsbaum zu Wort kommen und lebendig werden. Professor Gaede, Karlsruhe, erhalt den Siemensring.

Der Stiftungsrat der Siemensring-Stif- tung, die im Jahre 1916 von führenden technisch- wissenschaftlichen Organisationen Deutschlands ge­gründet wurde, um hervorragende Verdienste um Wissenschaft und Technik zu ehren, hat in seiner Sitzung vom 13. Dezember beschlossen, seine höchste Auszeichnung, den Siemensring, Prof. Dr. Wolf­gang Gaede (Karlsruhe i. B.) zu verlechen. Gaede hat sich um die Entwicklung der Luftpumpe zur Erzeugung luftleerer Räume große Verdienste er­worben.

Lin neue» Deutsche» Theater in Berlin.

Die Verhandlungen über die Wiederinbetrieb­nahme des Deutschen Theaters in Berlin sind zum Abschluß gekommen. Die von Bankier Hamel gegründeteNeue Deutsche Theater G. m. b. H." hat als künstlerischen Leiter Dr. Karl Lud­wig Duisberg-Achaz in den Vorstand beru­fen. Ihm steht beratend der Leiter der Dortmunder Westfalenhalle, F. O h r t m a n n , zur Seite, da eine Zusammenarbeit der Gesellschaft mit der West- falenhalle beabsichtigt ist.

Gründung eines Reichserftnderamtes.

Im Rahmen des Sozialamtes der Arbeitsfront ist ein Reichserfinderamt gegründet wor­den. Mit der Leitung wurde Pg. Direktor I e b e n s beauftragt. Das neue Amt befindet sich in Berlin, Alexandrinenstraße 137, und wird zu Beginn des neuen Jahres eröffnet. Jeder Volksgenosse kann sich fortan mit seinen Erfindungen und Neuerun- gen vor der Anmeldung zum Patent und Ge­brauchsmuster und insbesondere vor der Vornahme von Auslandspatentanmeldungen an diese Stelle wenden, um sich gründlich beraten zu lassen, ob seine Sache Aussicht auf wirtschaftlichen Erfolg hat.

Wettervoraussage.

Der Kaltluftherd über dem östlichen Teil Deutsch­lands und Polens hat sich weiter verschärft und hatte heute morgen Temperaturen von mehr als minus 25 Grad aufzuweisen. Das kalte Winter­wetter bleibt daher bestehen, doch wird durch das Mittelmeertief und die über der Ostsee lagernden flachen Störungen mehr Bewölkung aufkommen, wobei vereinzelt auch Schneefälle niedergehen können.

Aussichten für Samstag: Wolkig mit Aufklaren, strenger Frost, meist trocken.

Aussichten für Sonntag: Fortdauer des kalten Winterwetters.

Lufttemperaturen am 14. Dezember: mittags 6,7 Grad Celsius, abends11 Grad; am 15. Dezember: morgens12,8 Grad. Maximum6,3 Grad, Mi­nimum14,1 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 14. Dezember: abends6,6 Grad; am 15. Dezember: morgens7,8 Grad Celsius. Sonnenscheindauer 7 Stunden.

Amtliche Wintersportnachrichten.

Vogelsberg. Hoherodskopf: Klar, minus 13 Grad, 20 Zentimeter Pulverschnee; Sport im Walde noch gut.

Sauerland. Winterberg: Wolkig, minus 10 Grad, 14 Zentimeter Schnee, verweht; Sport­möglichkeit für Ski mäßig, für Rodel gut.

Zugspitze. Schneetreiben, minus 10 Grad, 135 Zentimeter Schnee, 6 bis 10 Zentimeter Pul­verschnee ; Sportmöglichkeit sehr gut.

Bei schlechtem Wetter die Haut besser schützen!

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