vielmehr der einheitliche, einsatzbereite Dille der Ttafloo, aus allen (Bauen Deutschlands die beffen Kämpfer auszuwählen und sie zu schulen und zu stählen, damit wir bei dem bevorstehenden Wettspiel io Ehren bestehen.
Eine nicht weniger wichtige Mufgabe ist die dauernde und nachhaltige Pflege der Leibesübungen Im ganzen deutschen Volke als eines der wichtigsten Kulturgüter im ualiouai- fozialistischen Staat, wir werden dadurch dem Geist des neuen Deutschlands in der Kraft feines Volkes eine dauernde Grundlage schaffen.
Jür die erfolgreiche Durchführung dieser beiden Ausgaben ist der Reichssportsührer mir und dem zuständigen Reichsminister des Innern allein uerantworflich. 3d) ersuche alle Organisationen. vehörden usw^ ihm jede mögliche Unterstützung und Förderung zuteil werden zu lassen.
Berlin, den 14. Dezember 1933.
(gej.) Adolf Hitler.-
Kriegsblinde und Arbeitsopfer beim Führer.
WcihnachtsqabcndcrTankbarteitundrrcue
Berlin, 14. Dez. (VdZ.) Der Leiter des Amts für Kriegsopseroersorgung bei der NsDAP. Reichs« tagsabgeordneter Oberlindober und der Leiter des Bundes erblindeter Krieger Amtsgerichtsrat Dr.
Klein begaben sich am Donnerstag zum Führer, um ihm als Weihnachtsgabe der Kriegsblinden eine ctatuette zu überreichen, die von dem kriegsblinden Kameraden Jak e4mtbt aus Mainz hergeftellt worden war. Die 3000 deutschen Kriegsblinden wollen mit der Ueberreichuna dieser Gabe dem Führer Ihre besondere Treue undDerehrung bekunden. Zur Herstellung der dem Führer überreichten Figur haben die deutschen Kriegsblinden unter brionberer Beteiligung der Kriegsblinden von der oaar und aus Danzig gemeinschaftlich beiaestcuert, und durch dieses ^Zu- lammenwirken erst die Gabe ermöglicht. Dem ouh- rer wurde gleichzeitig eine Mappe überreicht, m dem alle Kunstwerke abgebildet sind, die bisher von deutschen Kriegsblinden verfertigt wurden.
Eine Abordnung des Gesamtverbandes der beut- schen arbeit so pf er in der DAF., konnte am Donnerstag dem Führer eine Weihnachtsbotschaft in Form einer Ruhrsteinkohle durch einen 72jährigen Bergmann überreichen, der 51 Jahre lang die Kohle zutage gefordert hat. Boller Ergnf- senheit übernahm der Führer das Geschenk und sprach dann längere Zeit mit der Abordnung über die jetzige Lage der Arbeilsopser. U. a. wurde der Wunsch der deutschen Arbeitsopfer: Gleichste!« lung der Arbeitsopser mit den Kriegs, opfern und Anerkennung der Schirmherrschaft des Verbandes der deutschen Arbeitsopfer dadurch bestätigt, daß der Führer der Abordnung mitteille, es gebe für ihn keinen Unterschied zwischen Arbeitsopfern und Kriegsopfern.
Heue Klippen für das Kabinett Lhantemps
Ötr (Senat fordert Abänderung der zinanzvoriage.-Oie Regierung protestiert.
Paris, 14. Dez. (TU.) Der Finanzausschuß des Senats hat die Finanzvorlage der Regierung, die von der Kammer bereits angenommen worden war, in einigen entscheidenden Punkten wesentlich geändert, so daß das Schicksal der Vorlage und damit der Regierung wieder in Frage gestellt ist. Zwar wird die Beratung der Finanzvorlage im Plenum des Senats erst am Montag beginnen können, und man hofft noch auf eine Verständigung. Doch verhehlt man sich in par- lamentarischen Kreisen nicht, daß der Widerstand des Finanzausschusses des Senats unter Umständen sehr hartnäckig fein wird. Die Lage spitzt sich außerdem dadurch zu, daß die D e a m t e n o r g a n i« lalionen bereits zum Gegenstoß angesetzt haben, sobald bekannt wurde, daß der Senatsausschuh die den Beamten von der Kammer auferlegten Opfer als zu gering erachte und die gesamten Einsparungen auf Kosten der Beamten erhöhte, der Finanzausschuß des Senats hat nämlich im Gegensatz zur Kammer, die eine Gehaltskürzung von etwa 2 v. Sy verabschiedete und diese Maßnahme nur auf die Gehälter über 12 000 Franken angewandt hat, einen neuen Artikel 6 angenommen, die eine Gehalts- kürzu ng von 6 v. f). vorsieht. Diese Kürzung soll allerdings für Gehälter unter 9000 Franken nur 3 v. Sy betragen, dafür aber um 2 v. Sy bzw. um 4 o. Sy für Gehälter über 50 000 bzw. 100 000 Franken erhöht werden. Der Senatsausschuh hat auch die geplante Kürzung der Aufwandsentschädigung erhöht.
Mittwoch abend fand eine Versammlung des All-
gemeinen Beamtenvereins statt, auf der heftig gegen die Haltung des Senatsausschusses protestiert wurde, um so mehr, als dadurch 4OU 000 Beamte mehr von der geplanten Kürzung betroffen werden, als nach dem Wortlaut, der von der Kammer verabschiedet wurde. Auf der Protestversammlung wurde eine Entschließung angenommen, in der der Beschluß des Finanzausschusses des Senats als Her- ausforterunfl bezeichnet wird und der Wille bekundet wird, auf diese Herausforderung mit aller Energie zu antworten. Verschiedene Blätter werfen die Frage auf, ob der Senat eine neue R e - gierungskrise heraufbeschwören wolle. Von vielen Kreisen wird der Beschluß der Finanzkommission des Senates als ein hinterhältiger Schachzug bezeichnet, durch den ,^er Reaktion der Weg gebahnt" werde.
Ministerpräsident C h a u t e m p s hat vor dem Senatsausschuh gegen die Weiterungen protestiert und erklärt, daß dadurch nicht nur die Lage des Schatzamtes und der öffentlichen Finanzen, sondern auch die politische Ordnung und die allgemeine Wirt- schäft des Landes gefährdet würde. Er befürchte, wenn der Senat sich dem Standpunkt des Ausschusses anschliehen sollte, einen ernsten Konflikt zwischen Senat und Kammer. Auch die radikale Senatsfraktion, die stärkste Gruppe im Senat, hat Bedenken wegen der Ausschuhbeschlüsse geäußert. Es bleibt abzu warten, wie der Finanzausschuß, der heute auch den Budget« und Finanzminister gehört hat, nunmehr Stellung nehmen wird.
Heimwehr-Vorstoß gegen Dollfuß.
Christlich-soziale Führer der Steiermark warnen den Bundeskanzler.
Wien, 14. Dez. (WTB.) Unter Vorsitz des Für« Em Starhemberg, der nach Rückkehr von iner Auslandsreise längere Besprechungen mit izekcmzler Fey und dann mit Bundeskanzler Dr. Dollfuß hatte, begann die mit Spannung erwartete Führertagung des ö st erreicht- fchen H e i m a t s ch u tz e s. Zn der Sitzung kam eine sehr radikale Stimmung zum Ausdruck, die in ultimativen Forderungen an die Regierung gipfelte: Ausschaltung des Einflusses aller Parteipolitiker, also auch der Ehristllch-Sozlalen, ?änzliches Verbot der Sozialdemo- ratischen Partei, Einsetzung eines Regierungskommissars für die Stadt Wien, als welcher der gegenwärtige Handelsminister Stockinger in Vorschlag gebracht wurde. Auherdem wurde gefordert, das Handelsministerium dem Mitglied der Heimwehr, Iakoncig, zu übertragen, Vizekanzler Fey mit dem Sicherheitswesen und außerdem mit dem Ministerium für Landesverteidigung bzw des Bundesheeres zu betrauen, Gleichschaltung der Landesregierungen mit der Bundesregierung in dem Sinne, daß der Heimwehr in den Ländern der gleiche Einfluß gugeftanben würde wie in der Zen« tralrcgierung in Wien, und daß besonders die Sicherheitsdirektoren in den Ländern freie Hand hoben sollten.
Wie verlautet, neigt man beim Helmatschutz der Ansicht zu, daß Dr. Dollfuß sich den Forderun- ?en nicht oerschliehen werde. Sollte Dr. Doll- uh jedoch nickt daraus eingehen, so droht der Heimatschutz mit dem Austritt aus her Regierung und dem Sturz des Kabinetts Dollfuß, angeblich auch mit einer Verständigung mit den Ra- tionalsozialisten zur Aufrichtung eines „braun-
grün-weißen Regimes" in Oesterreich im Wege eines kalten Putsches. Rach Mitteilung aus christlich- sozialen Kreisen scheint man den Vorstoß, der [id) offenbar gegen die Christlich-Sozialen richtet, ruhig aufzufassen. Bundeskanzler Dr. Dollfuß sei Herr seiner Entschließungen. Rach keiner Seite gebunden, könne er vielleicht den Forderungen des Heimatschutzes Rechnung tragen, wenn dieser ihm wirklich stark genug erscheint, er könne aber ebenso ablehnen und sich auf die politischen Parteien, besonders die Cyrlstlich-Sozialen, stützen.
Drei christlich-soziale Führer der Steiermark haben an die Wiener christlich-soziale „Reichspost" einen Brief gerichtet, in dem es u. a. heißt: „Wir schreiben Ihnen, damit Sie den Herrn Bundeskanzler persönlich darauf aufmerksam machen, daß ehester und energischster Wandel von aller- höchster Dringlichkeit ist. Wir find der Meinung, daß der Nationalsozialismus zunimmt, daß er stärker denn |e ist. Demgegenüber steht eine vollkommen aktionsunfähige V a - terländische Front. Ihre Schwäche ist den Nationalsozialisten so gut wie den Sozialdemokra- ten bekannt. Niemand hat vor ihr Respekt. Allen Ernstes rechnet man hier, daß sich das gegenwärtige Regime nicht bis zum Frühjahr wird halten können. Die Christlich-Soziale Partei ist schwer geschwächt. Man führt Dr. Dollfuß P o - temkinsche Dörfer vor, und darum die Verbitterung und Depression. Man rechnet ganz ernstlich mit dem Sieg des Nationalsozialismus. Auf wirtschaftlichem Gebiete ist gar keine Erleichterung zu konstatieren. Wir wissen, daß es keinen Sinn hat, dem Herrn Bundeskanzler Dr. Dollfuß direkt zu schreiben, da er d i e Briefe nicht erhält."
Die Schweiz und die deutschen Auslandsschulden.
Dr. Schachts Grundsätze werden anerkannt.
Bern, 14. Dez. (WTB.) Aus eine im Zusammenhang mit der Rede des Rcichsbankpräsidenten Dr Schacht In Basel im Nationalrat eingereichte Interpellation hat der Vorsteher des Eidgenössischen Volkswlrtschastsdepartemenis, Bundespräsident S ch u l t h c ß. u. a. folgendes geantwortet:
Wir sind bemüht, mit Deutschland gute und freundschaftliche Beziehungen zu unterbauen, und bereit, auch in Zukunft Warenmengen zu beziehen, deren Wert die Summe, die Deutschland uns für unseren Export und im Touristen- und Zahlungsverkehr zu leisten hat, sehr erheblich übersteigt. Wir stehen auch der Boykottbewegung, die In einzelnen Kreisen gegen deutsche Waren in die Dege geleitet worden Ist, a b- lehnend gegenüber und billigen sie nicht. Aus meiner Besprechung mit Dr Schacht hab« Ith den Eindruck gewonnen, daß dieser für die Schwierigkeiten der Schweiz volles Verständnis hat. unserem Lande wohlgesinnt und auch bemüht ist. zu einer Verständigung die Hand zu Dielen. Was une betrifft, so wünschen wir, mit der gegen- rtige? deutschen Regierung in politischer und wirtschaft
licher Hinsicht die gleichen freundschaftlichen Beziehungen zu unterhatten, die von jeher mit dem Deutschen Reich bestanden haben. Die Verhandlungen über ein neues Handelsabkommen dürften in den nächsten Tagen beendet werden und zu einer annehmbaren Lösung führen. Die deutsche Regierung hat sich denn auch mit einer Lösung auf Basis des bisherigen Transferabkommens einverstanden erklärt und die Be- reitschast zu diesbezüglichen Verhandlungen aus- gedrückt.
Zum Schluß betonte der Bundespräsident, dah man keinen Grund habe, am guten Willen der deutschen Regierung zu zweifeln. Die Versammlung dankte dem Bundespräsidenten mit lautem Beifall und lehnte einen kommunistischen Antrag, in eine Diskussion einzutreten, ab.
In Zürich kam auch Minister Dr. Stucki, der Chef der Handelsabteilung des eidgenössischen Volksdepartemenls in einem Vortrag über Gegenwart und Zukunft der schweizerischen Auhenhandels- polittk auf die Ausführungen des Relchsbankoräsi- benten Dr. Schacht In Bafel zu sprechen, wobei er
u.0. erklärte, die Frage Dr. Schachts an die Well habe in der Schwei; eine ziemlich starke Beunruhigung ausgelöft. Wenn man auch annehmen wolle, daß das starre Recht nicht unter allen Umständen dominieren dürfte, muffe man doch das von fo vielen Konferenzen betonte Vertrauen an die Spitze stellen. Der Redner hielt -war an dem schweizerischen Gläubigerstandpunkt fest, erkannte aber an, daß eine gewisse Auflockerung des S ch u l d e n p r o b l e m s unumgänglich fei. Es fei wohl bester, freiwillig auf einen Teil einer Forderung zu verzichten als 100- prozentige Erfüllung zu fordern. Es gebe aber wohl
niemand, der auf alle feine Rechte verzichte, bevor nicht der Schuldner nachgewiefen habe, dah es ihm beim besten Willen unmöglich jei, feinen Derpfüch- tungen nachzukommen. Als Gläubiger Deutschlands erkenne die Schwei.; an, daß sie keinen Sn« sprach auf 100 p r o 3 e n 11 g e Befriedigung habe, wenn sie nicht Waren dafür nehme. Sie fei hier;u bereit, wolle also bedeutend mehr Waren abnehmen, als sie exportieren könne. Die Schwei; sei aber nicht berechtigt zu glauben, mehr deutsche Touristen und größere Warenausfuhr fordern zu können.
beitsbeschaffungslotterie zu
Heil Hillert
Hallo,Hallo!-Haben Sie schon ein Los?
Oie schönste Weihnachlssreude für eine einzige Mark.
nur die Armen in Ihrer Straße fein, sondern in allen deutschen Stadien und Dörfern? Und besonders Sie würden sich über den flott elnsetzenden Ge- schäftsgang freuen, d. h. wenn Sie ein Geschäftsmann sind. Und darauf wartet doch sicher fchon lange Ihre große Familie.
Aber das ist noch nicht alles. Dieses 1 Mk.-Los birgt noch eine besondere Ueberraschung: Sie können etwas darauf gewinnen.
Geld? Ja, viel Geld! Einer kann sogar 200 000 Mk. gewinnen. Vielleicht sind Eie derjenige! Außerdem stehen im Ganzen f a ft 300 000 Gewinne in Aussicht. 1,5 Millionen werden ausgelöft. Und da wollen Sie noch zögern?
Ach, da habe ich ja ganz vergessen. Ihnen zu sagen, wo sie die blauen Lose der „NSDAP -Geldlotterie für Arbeitsbeschaffung und nationale und kulturelle Zwecke" kaufen konnten. Natürlich in allen Lotteriegeschästen, Sparkasten, Banken und — auch in Zigarrengefchäften, Papierläden! Also fast überall. Sie müssen sich aber ein bißchen beeilen, denn am 29./30. Dezember findet schon die Ziehung statt.
Und wenn Sie jetzt noch vor Weihnachten Lose kaufen, da ist es sehr leicht möglich, daß dem FomUienoater im Hause schräg gegenüber zur Weihnacht gerade das langersehnte Stellenangebot zu- fommt. Also, Sie machen bann mit einer Mark indirekt einer großen Familie das größte Weihnachtsgeschenk, Die höchste Deihnachtsfreude
Was lagen Sie nun zu meinem Tip? Großartig, gelt?!
,Lch freue mich aufrichtig^ durch „Fernsehen" wahrnehmen zu können, daß Sie sich schon für die Straße fertig machen, den Mantel anziehen, um — in dem nächsten Lotteriegeschäft Lose der Ar-
Von der Landesftelle für Bolfsaufflärung und Propaganda, Frankfurt am Main, wird Folgendes geschrieben:
Achtung! Achtung! Hallo! Haben Sie schon mit Ihren Weihnachtseinkäufen begonnen’
Für Liesel das Täschchen — für Fritz die Arm- banduhr — für Gertrud den Kleiderstoff — für Ludwig die Sportmütze — für Vater und Mutter den Rundfunkapoarat? Sie haben schon alles besorgt, sagen Sie?
Na, ich fürchte. Sie haben noch etwas sehr Wich- tiges vergessen! Darf ich mir noch eine kleine Frage erlauben?
Haben Sie schon einmal an die Familie in dem Haus schräg gegenüber gedacht? Da ist der Mann nämlich immer noch arbeitslos, und am Ende der Straße wohnt auch noch so eine kinderreiche Familie ohne richtigen Ernährer.
Vorläufig werden sie ja von dem Wohlfahrtsamt betreut, werden Sie mir erwidern. Und da Ihr eigener Familienkreis schon ziemlich groß ist, können Sie nicht noch daran denken, große Geschenke unbekannten anderen zu machen. Aoer — ist denn — überhaupt eine große Geldausgabe nötig?
Ich werde Ihnen jetzt einen Tip neben, wie Sie mit nur einer Mark das wertvollste Weihnachtsgeschenk Ihrem armen Nachbarn auf den Tisch legen können. Sie haben sicherlich von der NSDAP.'Arbeitsbeschaffungslotterie gehört!
„Noch nicht viel", sagen Sie! Na, sehen Sie, das ist noch ein Grund mehr, mich anzuhören. Diese Lotterie gibt nämlich 1 Mk.-Lose heraus. Und jedes kleine Los verschafft neue Arbeitsmöglichkeiten Ihren noch arbeitslosen Nachbarn. Und wenn die endlich Arbeit finden sollten, würde auch Ihr Geschäft besser gehen, denn bann geben die anderen auch mehr aus. Das wandernde Geld läßt überall Wohlstand aufblühen. Wie glücklich würden da nicht
Strenger Winter in aller Welt
Das Meineis steht.
Das TreibeisdesRheinshatstcham Donnerstag um 17 Uhr an der Loreley f e ft g e [ e tz t. Der Strom ist in feiner ganzen Breite vereist. Ein holländisches Frachtboot ist im Este eingeschlos- [en. Die Koblenzer Schiffsbrücke, die vor zwei lagen wieder eingefahren worden war, mußte erneut abgeschleppt werden. Der Koblenzer Sicherheitshafen ist überfüllt.
Nachdem auf den Nebenflüssen feit Tagen schon jede Schiffahrt so gut wie unterbunden ist, ist auch der Schiffsverkehr auf dem Rhein fast vollkommen eingestellt. Nur noch vereinzelt fahren Güterboote zu Tal. Sämtliche Häfen des Mittelrheingebiets find von Schiffen und Booten, die vor dem Eistreiben Schutz suchen, stark in Anspruch genommen. An der U n t e r m 0 se l bei Winningen und Lay bat sich das Cis weiter verdichtet, so dah hier von einet einzigen Eisfläche gesprochen werden kann. Die Lahn ist fast an allen Stellen zugefroren. Die Temperaturen am Mittelrhein schwankten zwischen 7 und 12 Grad unter Null.
Scharfer Frost und Neuschnee.
In der Donnerstagnacht erreichte das Thermometer in Berlin den tiefsten Stand dieses Iahces. In der Innenstadt wurden 15 Grad, in den Außenbezirken sogar bis zu 18 Grad Kälte gemeh'en. Glücklicherweise hat der ungewöhnlich scharfe Ostwind, der in den letzten beiden Tagen wehte, jetzt nachgelassen, so daß die Kälte etwas weniger fühlbar wird.
Wie aus Breslau berichtet wird, hat sich in Schlesien nach Schneefällen gleichfalls wieder er- hebliche Fro st Verschärfung eingestellt. In Breslau wurden 26, in Sprottau sogar 28 Grad Kälte gemessen. Im Riesengebirge herrscht lern- peraturumkehr, das heißt, es ist in den höheren Lagen erheblich milder als im Tal. Heute früh wurden an der tiefsten Stelle des Hirschberger Tales 29 Grad Kälte fcftgeftellt, wahrend auf der Schneekoppe nur 15 Grad gemessen wurden.
In München fällt feit Mittwochnachmittag ununterbrochen Schnee Die Stadt zeigte am Donnerstagfrüh ein tiefwinterliches Bild. Bereits um Mitternacht wurden rund 40 Schneepflüge im Kampf gegen die Schneemasien eingesetzt. Auch aus dem Gebirge werden ergiebige Schneefalle gemeldet.
Selbst die deutschen Küstengebiete verzeichnen ungewöhnliche Kältegrade, so Hamburg 13,2 urab unter Null, in den Außenbezirken sank die Temperatur sogar bis auf 18,3 Grad Bremen hatte eine tiefste Nachttemperatur von 16,9 Grad Kalte auszuweisen. Auch dort ist der eisige Ostwind nunmehr abgeflaut. Dagegen wird vom Kanal schwerer Sturm gemeldet.
3m Gilden, im Osten, im ^oden.
Der in den Abendstunden des Mittwoch in ganz Oe st erreich eingetretene ausgiebige « chnee- fall dauerte fast die ganze Nacht hindurch an. Er brachte vor allem für Wien Schwierigkeiten im Straßenbahn» und Autobusverkehr. Infolge des vereisten Bodens, auf den der Schnee fiel, ereigneten sich auf den Straßen vielfach Unfälle, darunter mehrere mit schweren Knochenbrüchen und schweren Gehirnerschütterungen. Auch hatte der Schneefall vor allem auf der Westbahn. und Sud- bahnstrecke betrachlliche Zugverspatungen zur Folge.
Die Schnee stürme über Italien rührten vielfach zu starken Verkehrsstörungen. Der Schiffs- verkehr auf der Adria mußte zum größten Teil eingestellt werden. Venedig und Triest sind völlig 0 e r- e i ft Wiederholt gerieten Schiffe in Seenot In Norditalien stt das Thermometer an vielen Stellen bis auf 10 Grad unter Null gefallen. In den Dolomiten sind über zwei Meter Neuschnee gefallen. Genua hatte den stärksten Schneefall seit Jahrzehnten zu verzeichnen.
In großen Teilen Rußlands toben schwere Schneestürme. Zur Freilegung der Eisenbahnschienen muhte vielfach Militär eingesetzt werden. Im Finnischen Meerbusen liegen 120 Fahrzeuge, darunter zahlreiche Dampfer, im Eise fest.
Eine außergewöhnliche Kälte herrscht zur Zeit in Südengland. In London war es am Donnerstag um 3 Grad kälter als in Nordschottland.
Drei Todesopfer der Kälte.
In Freienwalde (Oder) wurde ein Arbeiter im Hausflur vor seiner Wohnunastür liegend 101 aufgefunden. Die Polizei stellte fest, daß der Tod durch (Erfrieren eingetreten war. Die Leiche wurde beschlagnahmt, ebenso eine Flasche mit Schnaps, die der Tote bei sich trug. Man nimmt an, daß der Verunglückte infolge zu starken Genusses von Alkohol nicht mehr imstande war, seine Wohnung aufzusuchen.
Dem harten F r 0 st sind ein alter Mann in Brüssel und ein Ingenieur in der Nähe von Urions (Belgien) zum Opfer gefallen.
Konzefsionsfperre für Gast» wirtschaften in Preußen.
Berlin, 14. Dez. (CNB) Der preußische Innenminister hat auf Grund des Gaststättenschank- gesetzcs vom 28. April 1930 verordnet, daß bis zum 1. Oktober 1934 Erlaubnisse für neu zu er- richtende Gast- oder Schankwirtschaften grundsätz- sich nicht erteilt und bestehende Schankerlaub, nisse auf nicht zugelassene Arten von Getränken nicht ausgedehnt werden dürfen. Die zuständigen Behörden sollen bei Anträgen auf Aus- nahmegenehmigungen besonders beachten, bah die Verordnung im allgemeinen volkswirtschaftlichen Interesse ergangen ist, um öle Im Gaststä11enge w e r b e angelegten Kapitalien sowohl den Inhabern als vor allem auch der deutschen Volkswirtschaft tu erhalten. Bei der Lage des Gewerbes muß damit gerechnet werden, dah durch die Neuerrichtung von Gaststätten nicht nur die in neuen Unternehmungen angelegten Anlagewerte und Betriebsvermögen gefährdet sind, sondern darüber hinaus auch d i e vorhandenen Betriebe in ihrem Bestand bedroht werden. Es muß der halb unter allen Umftänben auf eine planmäßige Verminderung d e r bestehen- den Betriebe hinaewirkt werden. Ausnahmen sind daher nur zuzulassen. wenn die nach strengsten Grundlätzen durchpiführende Prüfung überzeugend zur Bejahung der Bedürfnisfrage führt. Persönliche Interessen der Antragsteller oder anderer an der Erlaubnis beteiligter Personen dürfen unterteilten Umstanden berücksichtigt werden.
Der Prozeß gegen Professor Dessauer.
München-Gladbach, 14. Dez. (DTB) In der Donnerstagverhandlung äußert sich als erster Zeuge der Gladbacher Dberpfarrer Sönen sehr günstig über Prof. Dessauer. Er hatte stets einen sehr guten Eindruck von dem Angeklagten und war überzeugt, daß Prof. Dessauer stets für die katholische Sache tätig gewesen sei. Prof. Muth, der Herausgeber der katholischen Zeitschrift ,F)ochland", ist seit über 25 Jahren mit Pros. Dessauer befreundet. Er schildert Prof. Dessauer als lauteren Charakter, dem auch in finanziellen Dingen unbedingtes Vertrauen entgegengebracht werden könne. In seiner Zeitschrift .Hochland" seien wiederholt Artikel von Prof. Dessauer erschienen, aus denen sich unzweideuttg seine patriotische Einstellung ergebe. Der Zeuge weist daraus hin. daß sich Prof.


