Ausgabe 
15.12.1933 Drittes Blatt
 
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völkerung Rombergs unb ber TTrngtgenb wirb Ihn in dankbarer Erinnerung behallen. Als Nachfolger har Gendarmeriehauptwachrmeister Krebühl, der von Dieburg hierher versetzt wurde, bereits seinen Dienst ongetrelen.

st. Airtors, 13. Dez. Die Gerneindever- tretuna hat beschlossen, für die hungernden Vögel in diesem Winter sog. Futterrohren, die mit Talg und Sonnenblumen fernen gefüllt werden, in den Obstbaumanlagen aufzuhängen und ähnliche Dogel-Futterplätze zu errichten. Gleichzeitig sollen Nistkästen für die Singvögel angebracht werden, damit diese schon für Öen kommenden Frühling zum Nestbau bereit sind. Die Arbeiten erfolgen im ^>ih- men einer planmäßigen Vorbereitung für den Vogelschutz und im Interesse des Obstbaues. Aus diesem Grunde wurden bereits im Herbst olle Hecken alls Strauchwer an Böschungen unb Hohlwegen auf Gemeindegelände zu V o g e l s ch u tz g e h ö l - z e n beschnitten. Seit einigen Togen sind die Holzfällerarbeiten in den staatlichen und von Schenkschen Waldungen, sowie im hiesigen Stadtwalde in vollem Gange. Nach Beendigung der Waldarbeiten werden die Leute dem Arbeitsprozeß im Straßenbau zugeführt, so daß diesen Volksge­nossen während des ganzm Winters Arbeitsmog, lichfeit geboten ist. Nachdem der hiesige M a n nergefangoerein ,L i e d e r k r a n z" dem Hessischen Sängerbund beigetreten war. wurde die- (er Tage die Gleichschaltung des Dereinsoorstandes durch den hiesigen Ortsgruppenleiter der NSDAP. Bürgermeister Lather norgenommen. Er be- stimmte folgende Herren in den Vorstand. 1. Vor­sitzer Wilhelm Lather - Stellvertreter Karl G l e i h n e r . Geschäftsführer Heinrich Köhler II. Dem erweiterten Vorstand gehören an: Ludwig Sattler, Wilhelm Sommer. Ludwig Schorn- b e r t und Heinrich Sprankel jr. Dank gebührt dem seitherigen Präsidenten Ludwig Maar für seine langjährigen treuen Dienste.

ss. Grebenau, 13 Dez. Die Sammlung vorn Eintopfgericht innerhalb der Orts­gruppe Grebenau ergab den Betrag von 110 Mark. Da der frühere Dirigent des GesangvereinsEin- tracht" Grebenau Iohs. Noll aus Gefundheits- rücksichten den Dirigentenstab niederlegen mußte, hat sich Lehrer S ch ö n als Dirigent zur Verfügung ge- stellt. In einer gutbesuchten Versammlung in der Gastwirtschaft Reibt hielt Forstmeister Dr. B a r t h , der vom Roichsluftschutzbund zum kommst- sorischen Ortsgruppenleiter ernannt wurde, einen Vortrag über Zweck, Ziele und Bedeutung des Reichsluftschutzbundes. Anschließend wurde eine Ortsgruppe gegründet. Eine große Anzahl der Gemeindemitglieder hat ihren Eintritt erklärt. Der Vortrag wurde auch in den Nachbargemeinden Wal­lersdorf, Bieben, Reimenrod, Eulersdorf, Schwarz unb Udenhausen gehalten und dort Ortsgrup­pen gebildet, die der Ortsgruppe Grebenau ange- schloffen sind.

100 Güterwagen Sekt in einer Nacht.

WSN. Mainz, 14. Dez. Infolge Fortfalls der Schaumweinsteuer wurden in ber Nacht auf 1. De­zember auf fünf Bahnhöfen der Reichsbahndirek- tion Mainz nicht weniger als 300 000 Fla­schen Schaumwein, bas sind etwa 100 G ü - t e r w a g e n voll, verladen, die mit den ersten

Frühzügen abrollten. So konnte schon am 2. De­zember fakt überall im Reich jteuerfreierSekt getrunken werden.

G.-oße Kundgebung des hessischen SaststättengewerbeS. DSN. Frankfurt a. TO., 14. Dez. Der Gau 10 im Reichseinheitsoerband des Gast- ftättengeroerbes, der Hessen-Nassau und Helfen umfaßt, hatte zu einer großen Kundgebung in Frankfurt a. TO. eingeladen.

Der Lerbondsgauverwalter Döring- Darm­stadt behandelte Organisationsfragen. Nach den Zahlen, die aus dem Gaustaat Hessen oorliegen.

Das Kind ist die Zukunft der Ration nimm dich seiner an, werbe Mnlerhilfspale?

sind von 6000 Gaststätteninhabern 5500 berufsständisch erfaßt, so daß nur noch etwa 500 außen stehen, die den Weg zum REV. noth finden müssen. Die Sperrverfügung in der Konzessionserteilung sei nicht ausreichend. Ver­schwinden könnten unb müßten viele der Gaststätten, die in ber Inflationszeit wie Pilze aus der Erde schossen. Ein weiteres Mittel zur Steuerung der Not fei eine gesündere Preiskalkula t i o n. Die Preise mühten so sein, daß der Gaststätten­besitzer seinen Verpflichtungen nachkommen könne. Witer müsse gefordert werden, daß für Turnhal­len usw. die Konzession verweigert oder zurückge­zogen wirb.

Nach Begrüßungsworten des Vertreters des Reichsstatthalters und des Frankfurter Dberbürger- meisters sprach Direktor G e i st h o r d t - Berlin überDie Zukunft des Gaststättengewerbes". Jeder Gastwirt sei verpflichtet, dem RED. beizutreten. Wer das nicht tue, riskiere nach der Mitglieder- sperre doppelt scharf unter die Lupe genommen zu werden. Der Redner teilte mit, daß eine No­velle zum Gaststättengesetz in Vorbereitung sei, die besonders die Frage der Konzessionen, der Strauß- wirtschaften, der unberechtigten Zimmervermietung usw. regeln werde. Die Verhandlungen mit dem Brauereiverband hätten schon gute Resultate gelie­fert. Nur eine gesunde unb gerechte Preispolitik könne dem Gewerbe helfen unb die Existenzen sichern. In der Tonsetzerangelegenheit schwebten zur Zeit Verhandlungen in und mit der Reichskulturkammer. Auch in der Frage der L u st - barteitsfteuer seien Verhandlungen im Gange. Die gesamten Steuerfragen seien dem Reichsfinanz­minister unterbreitet worden. Das nächste Ziel werde die Aufhebung der ©emeinbebier- unb ber Gemeindegetränke st euer fein. Diese Steuer werde im neuen Steuerprogramm nicht mehr vorhanden sein. Mit den Arbeitnehmern sei vereinbart worden, baß am We ihnachtsheilig- abend die Gaststättenbetriebe um 17 Uhr geschlossen werden. Ausnahmen sind zu­lässig. Der Redner schloß mit der Versicherung, daß der REV. nach wie vor bestrebt fein werde, die In­

teressen de- Gewerbes nach Straften zu vertreten, im Zusammenarbeiten mit den verwandten Berufen.

Die Hunbgebung schloß mit einem dreifachen Sieg-Heil!" auf den Führer und mit dem Gesang des Deutschland- und des Horst-Wessel-Liedes.

Preußen.

Gn Augenzeuge von Napoleons Gefangennahme gestorben.

WSN. Kirchhain, 14. Dez. Im nahen Dorfe Niederwald starb der letzte Altveteran aus dem deutsch-französischen Kriege 1870'71, Landwirt Heinrich S t a u b i tz, im Alter von 89 Jahren. Der Verblichene, ein Soldat von altem Schrot und Korn, nahm noch bis in feine letzten Tage regsten Anteil an dem gegenwärtigen Wiederaufstieg der deutschen Nation und intereflierte sich besonders für Schilde- rungen von Kampfhandlungen des Weltkrieges, welche er noch ohne Brille lesen konnte. Er machte den Krieg 1870/71 bei dem 14. Husaren-Regiment mit unb war in ber Schlacht bei Sedan an eine Stelle kommandiert, von welcher er die Degen- Übergabe und bic Gefangennahme Na­poleons III. beobachten konnte.

Kreis Biedenkopf.

0 Schlierbach, 13. Dez. Das Fällen des Gemeindeholzes wurde vergeben. Es sollen 550 Festmeter gefällt werden. Die Unternehmer erklärten sich bereit, bas Holz für die vorgesehenen Richtlöhne zu fällen.

Buntes Allerlei.

Ein neues Bier.

In den heiligen Veden der Inder nimmt die Dar- stelluna ber Bräuche bei der Bereitung des Soma- geträntes einen ebenso breiten Raum ein, wie die Lobpreisung seiner heilsamen Wirkung. Es fällt da­bei auf, «bafj nirgends die Hefegärung ermähnt wird, und daß das Somagetränft im Zustand der frischen, trüben Gärung genossen wurde. Beobach­tungen von Prof. Dr. P. Lindner, über die er in ber ZeitschriftDer Naturforscher" berich­tet, haben ihn auf den Gedanken gebracht, daß bas Soma, wie es bei den allen Indern hergesttllt wurde, durch das im Agavensaft in Mexiko gefun­dene Termobacterium mobile gebildet worden ist, also durch einen Spaltpilz, der in Zuckerlösungen besonders rasch gärt und bis 10 v. H. Alkohol ahne Fuselöl erzeugt. Dabei bildet sich reichlich Kohlen­säure, die das Getränk prickelnd und erfrischend macht. Die inzwischen ausprobierte Reinkultur die­ses neuen Gärungserregers hat die Möglichkeit seiner Fortzüchtung auch in nördlichen Gebieten ge­geben, so daß dieses heilkräftige Somagetränk mm auch bei uns herzustellen ist. Eine Brauerei bei Wien hat diese Herstellung jetzt praktisch durchge- führt unb bic Heilwirkung bes Neosoma benannten Getränks bestätigt gesunden. Neosoma hat durch- aus Biercharakter unb ist wohlschmeckenb. Das mit bem Spaltpilz reichlich versehene trübe Bier ist ein vorzügliches Heilmittel gegen Darmstörungen, währenb bas burch einen Filler gebrachte, also t on ben Spaltpilzen befreite klare Bier diese Wirkung nicht hat, sich aber als ein besonders erfrischendes, kräftigendes und bekömmliches Getränk auszeichnet.

Oie Llnfall-Siunden des Taoes.

Manche Einzelheiten einer vom Englischen Ver- kehrsministerium veröffenttichlen Unfallstatistik sind als Vergleichsgrundlaae auch für die deutschen Vcr- hällnisie von Interesse. Diese neuesten amttichen Erhebungen über die im Straßenverkehr eingetre­tenen Unfälle in Großbritanien erstreckten sich auf die ersten 6 Monate dieses Jahres, während welcher Zeit über 3000 Personen tödlich verunglückt sind. Die Mitteilungen über die Unfallstunden geben wertvolle Ausschlüße über den Verlauf der Ge- fahrenkuroe wahrend eines durchschnittlichen53tr- kehrstages". In ben ersten Morgenstunden, in denen der Verkehr noch seht spärlich ist, treten natur­gemäß nur eronig Unfälle ein; sic werben mit 0,4 Prozent angegeben. Diese Zahl jteigt jeboch in ber Zeit von 7 bis 9 Uhr vormittags, wahrend die meisten Menschen ihre Arbeitsstätten aufsuchen, auf 3,4 Prozent, sie beträgt zwischen 9 unb 10 Uhr 2,6 Prozent unb wachst bann in ber wieder sehr Der- kehrsreichen Zeit von 12 bis 1 Uhr auf 7 Prozent. Den höchsten Stand bes Tages erreicht die Unfall- Häufigkeit mit 9,4 Prozent in ben Nachmittags- stunden von 5 bis 6 Uhr, während welcher Zeit dec Engländer von ber Arbeit nach Haufe zuruckkehrt. Es wirb gewiß mit Recht vermutet, daß ein ge­wisser Ermübungszustanb nach Beenbigung ber Tagesarbeit an diesem hohen Unfalfftonb mit Schuld trägt. In ben Abenbstunden von 10 bis 11 Uhr, also wenn bas Publikum von ben Vergnü­gungsstätten heimkommt, erreicht ber Prozentsatz mit 73 ben zweithöchstten Stand des Tages. Der Einfluß bes Alters auf die Unfallhäufigkeit ist deut­lich aus dieser Statistik abzulesen. Die meisten Unglücksfälle geschehen bei Kindern unter 10 Jah­ren und in noch stärkerem Maße bei alten Leuten, über 60 Jahren Es ist übrigens bemerkenswert, daß sich die Mehrzahl der Unfälle bei klarem 'Set­ter ereignete unb nicht bei bem gerobe in bestimm ten Teilen Englanbs nicht feiten en hiesigen Wetter mit starker Nebelbilbung Damit erfährt die schon schon häufig gemachte Feststellung, daß die geringe Sicht die Fahrer zu überdurchschnittlicher Vorsicht anspornt, eine Bestätigung. M. W.

Taten für Samstag, 16.Dezember

1742: Gebhard Leberecht Fürst Blücher von Wahl­statt in Rostock geboren (gestorben 1819); 1770: Ludwig van Beethoven in Bonn geboren (gestorben 1827); 1836: ber Chirurg Ernst von Bergmann in Rujen (Livland) geboren (gestorben 1907).

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