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15.11.1933 Zweites Blatt
 
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Ur. 268 Zweites Blatt______________Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Vberhessen)__________Mittwochs 5 Novrmder 1955

Aus der Provinzialhauptstadt

vermissen.

Letztes Laub. Der Himmel hat nur noch Nebel und ab und zu einen kühlen Glanz. Der Wind geigt auf einigen kahlen Aesten eine schwermütige Weise. Als die Blüten fielen, hörten wir bieje Melodie nicht. Und doch hatten sie uns mehr entzückt an ©e»

geboren Aber bei ihrem Tode jauchzten die Sögel Liebesstrophen und das Land stand im Ueberfluß und

Letztes Laub.

Don Peter Bauer.

Nasch sind die Blätter der Bäume abgestorben. Sic verloren ihre Farbe, schrumpften und welkten. Manche begannen vom Rande her zu zerfallen, sahen wie von Rost zerfressen aus und raschelten bei jedem Windstoß wie die vertrocknete Haut eines Insekts, aus der das Leben entschlüpfte. Andere wurden schöner im Todeskampf und leuchteten auf wie von einem inneren Feuer durchglüht. Ihr matt und stumpf gewordenes Grün verloderte zu neuen Farben. Zitronengelb und purpurn prangten die Wipfel. In ihnen fieberte etwas wie in den Unter- gangsfarben der scheidenden Sonne und des Abend-

Erste Sitzung des Landesbauern standes Hessen-Nassau.

Der Siedlungsgedanke habe in Hessen-Nassau in zweierlei Hinsicht den Weg zur Neubildung deut­schen Bauerntums eingeschlagen. Bei der Durch­führung der Landesplanung in den drei Provinzen Starkenburg, Rheinhessen, Oberhessen werden wir 2 3 100 Hektar Neuland zur Besied­lung gewinnen. 3 9 neue Dörfer mit ca. 4 0 0 0 Bauern können entstehen. Die Ordnung des Milchmarktes habe weite Kreise der Be­völkerung am einschneidendsten berührt. Die Gesun­dung könne nur gelingen, wenn der Markt nach jeder Richtung der bäuerlichen Erzeugung geordnet und grundsätzlich umgestaltet wird. Die national­sozialistische Regierung habe die Umgestaltung be­reits in Angriff genommen und die Härten so weit wie möglich gemildert. Der Landesbauernführer schloß seine Rede mit einem Appell an die Bauern, alle Kräfte für die Neugestaltung des Standes ein­zusetzen und einem begeistert ausgenommenen Heil auf den Reichskanzler Adolf Hitler, den Reichs- ernährungsminister Walter Darrt* und den Reichs- stattyalter Sprenger.

der Bewegung ist. Ich glaube, daß es not­wendig ist in dieser Stunde, gerade dieses Be­kenntnis des Bauerntums herauszustellen, das Be­kenntnis zu dem gesamten deutschen Volk. Der hes­sische Bauernstand hat in dem großen Wirtschafts­gebiet Hessen, nicht bloß in den engen Grenzen des ehemaligen Großherzogtums, seine beste Füh­rung in dem Landesbauernsührer Dr. Wagner, der in enger Zusammenarbeit mit dem Herrn Reichsstatthalter und Gauleiter das Werk der Eini­gung in unserm Wirtschaftsgebiet vollenden will.

Landesbaueruführe« Or. VZaqner

führte dann, nachdem er dem Gauleiter Reichsstatt- Halter Sprenger für seine tatkräftige Förderung des Bauernstandes gedankt hatte und kurz auf die geschichtliche Entwicklung des Bauernstandes ein­gegangen war, etwa aus: Unsere Arbeit müsse auf die Erkämpfung folgender Forderungen gerichtet ein: Die bedingungslose Erhaltung der noch vorhandenen echten Bauernsamilien auf ihrer angestammten Scholle, lieber- sührung des Siedlungsgedankens in den Grund­gedanken, daß Siedlung nur einen völkischen Sinn hat, wenn sie Neubildung deutschen Bauerntums bedeutet. Der Erbhof müsse vor Teilung und Der-

mende Decke im Winterfrost umkommen würden Und es rettet überdies noch vielem kleinen Getier das Leben, das in seinem dichten Schutt geborgen und gebettet überwintert. Selbst kleine, zusammen­gekringelte und verpuppte Raupen, die den Sommer über wüst in den Wipfeln hausten, finden unter dem Blätterteppich eine Schlafstätte.

Unter den Straßen- und Alleebäumen wird das Laub zumeist auf Haufen gekehrt und fortgefahren, um zwischen Müll und Erde irgendwo zu verwesen oder zu Asche verbrannt zu werden. Auf beide Weifen gehen dis abgestorbenen Blätter in die aroße Werkstatt der Natur ein, wo nebeneinander Tod und Leben gewirkt werden.Eine Hand voll Erde ist eine Hand voll Welt" sagt ein Wort von Hippel. Verwesung, Verbrennung muß sein, da- mit Licht und Leben werde.

Zwecklos ist jede Geste, die diesen Kreislauf aufhalten möchte oder sich ihm gar entgegen- stemmte. Was will das welke Blatt, das sich noch krampfhaft an feinen Zweig klammert? Warum folgt es nicht freiwillig dem Weg der unzähligen andern Blätter, die mit ihm das grüne Haus der Wipfel gebaut und sich an Sonne und Volgelfang berauscht, warum raschelt es häßlich im Winde wie ein Fetzen zerknülltes Papier? Was tot ist, ge­hört der Erde. Kein Frühling wird aus dem ver­knitterten Wimpel noch einmal ein saftvolles, le­benstrotzendes Blatt erwecken. Aber an feiner Stelle wird ein neues aus der Rinde ersprießen, in der gleichen Jugendform, und sich zu derselben reifen Gestalt entwickeln, mit der vor Monaten noch das verschrumpfte Ding prunkte. Niemand wird in der künftigen Laubkugel des Baumes auch nur ein Blatt

Himmels. .

Nun flattern und kreiseln die Blätter, vom Winde losgezerrt, in der Lust. Es ist trotz des langsamen Gleitens kein Flug, sondern ein Fallen. Wie jedes Wesen, dem Gottes Wille das Ende geschehen läßt, so suchen die niederwehenden Blätter den mütter­lichen Schoß der Erde, die sie gebar. Sie können den Bäumen nichts mehr nützen. Eher würden sie in den kalten Monaten des Winters deren Leben gefährden, als es zu neuer Entfaltung führen. Sie wären nur lästige Mitzehrer an dem bißchen Feuch­tigkeit, das die Wurzeln mühsam der hart und frostig werdenden Erde entsaugen, und würden schließlich den Zweigen und Aesten, ja dem ganzen Stamm ihr eigenes Schicksal bereiten, das sich un- aufhaltsam erfüllte.

So sterben sie den Opfertod für die Erhaltung der Art, wie wir es zu gewissen Zeiten auch im Tierreich sinden. Heroisch ist beispielsweise der To- deszug der hamstergroßen Lemminge, die in Jahren des Nahrungsmangels ihre Berghöhlen in den skandinavischen Gebirgen verlassen und in ungeheu- ren Scharen und tagelangen Märschen nach dem Meere wandern, in dessen Fluten sie sich wie von einer magischen Gewalt gezogen hineinstürzen, um den wenigen Zurückgebliebenen das Durchhalten

aus dem heutigen Durcheinander langsam und or­ganisch auf Grund natürlicher Auslese ein echtes deutsches Bauerntum erstehen. Er schilderte sodann die durch die Bewegung getragene Organisation des hessen-nassauischen Bauernstandes und kündigte die in nächster Zeit stattfindende Weihe eines eigenen Heimes für den gesamten Land st and durch den Reichsbauernsuhrer an.

i statt, Farbe und Duft und tausendmal mehr für zu'ermö'gttch'cn.'Das fallende Laub deckt aber auch das Fortleben ihrer Art getan: sie hatten die Früchte gleichzeitig die auf dem Boden verwehten Früchte und Samen zu, die ohne feine schützende und war- I

WEN. Frankfurt a M., 14 Nov. Im Bür- gerfaal des Frankfurter Rathauses fand Dienstag­nachmittag die erste Sitzung des Landes­bauernstandes Hessen - Nassau statt. Nach einer musikalischen Einleitung begrüßte der Oberbürgermeister der Stadt Frankfurt a. M. Dr Krebs die aus dem ganzen Rhein-Maingebiet zahlreich erschienenen Bauernführer.

Reichsstatthalter uni) Gauleiter Sprenger

wies sodann darauf hin, daß das Werden des Reichsnährstandes in dem Werden der National- fozialistischen Deutschen Arbeiterpartei ihren Grund und Ursprung gefunden habe. Mit dem Eintritt des heutigen Reichsministers für Volksernahrung, Darre in die Reichsleitung habe allmählich auch für das gesamte Bauernvolk ein neues Werden von Grund auf begonnen. Bei der Machtübernahme fei wohl feine Vorbereitung besser getroffen ge­wesen als die Vorbereitung Walter Darres zur Eingliederung des 'Bauernooltes in den Staat zunächst und als Vorbereitung zur Gründung des Standes der deutschen Bauern, dem Reichsnährstand. In der weiteren Fortent­wicklung nun sei es eine Freude festzustellen, daß gerade der Reichsnährstand immer stiel- und folge­richtig der Zeit gefolgt fei. Auch hier in unserem Gebiet sei es zunächst einmal symbolisch, daß die Partei s i ch über Main und Rhein hin­weg er st recke, daß die Gegensätze vordem und die Zerrisienhett überbrückt seien durch einen einheitlichen Gau Hessen-Nassau. Und als einer der ersten Stände, die praktisch die poli­tische Linie der Partei in die Tat umgesetzt haben, ist der Reichsnährstand gefolgt Die Entwicklung werde zweifelsohne inbezug auf die Zusammen­legung dessen, was zusammengehört, ihr Ende noch nicht gesunden haben. Dem Führer und der Reichs­regierung müsse es Vorbehalten bleiben, d i e end­gültige Regelung, d. h. die Reichsreform, zu treffen. Er habe wiederholt betont, daß er nie­mals 3 u I a f f e n werde, daß von irgend einer Seite vorgegriffen wird, ober auch nur Forderungen gestellt werden. Am letzten Sonn­tag habe Jugend in Begeisterung die Grenzen zu überbrücken versucht, wie es sich eben nur die Jugend denken könne, unbekümmert und unbedenk­lich, wem diese Grenzpfähle gehören, ob sie hessisch oder preußisch seien. Die Jugend habe sie ver­schwinden lassen in jenem revolutionären Anflug, der immer das Recht der Ju­gend sei. Wie oft war jugendlicher Ueberschwang Ausgangspunkt historischer Dinge. So wollen wir nicht richten darüber, sondern wir wollen ver- st e h e n , und das Volk selbst hat uns den Weg zu diesem Verstehen gegebne!. Der Reichsstatthalter bat dann den Landesbauernführer Dr. Wagner, die Führung des Reichsnährstandes Rhein-Main- Neckar durch alle Zukunft zu tragen, , fie fo zu tragen, daß er sie getrost unserer Jugend, unserer Zukunft übergeben könne

Der hessische G^aatsminister Iuna

führte darauf u. a. aus: Zum erstenmal wohl in Der tausendjährigen Geschichte des Deutschen Reichs ist der Bauern st and eins, einig durch dir NSDAP. Und Has Erhebende und Wunderbare da­bei ist. daß der Bauer, der heute zum National­sozialismus gekommen ist, weiß, daß er nicht etwa hoffen darf, nur feine eigenen I n - t e r e H e n in der großen Bewegung durchsetzen und vertreten zu bürten, jonbern er weiß, baß er mit feinem Eintritt in biete Bewegung nur ein kleines Rab in bem großen Räderwerk

chuldung, aber auch vor landwirtfchaftlichen ich- üchtigen Gewinnwünschen seines jeweiligen Be­ißers grundsätzlich geschützt sein. Dadurch werde

Zum 75. Geburtstage von Selma Lagerlö

Selma L a g e r l ö f, die weltberühmte Dichterin Der RomaneGösta Herling" undDie Herrenhofsage", begeht am 20. November ihren 75. Geburtstag. Selma Lagerlöf, die auf ihrem Gute Marbacka in Südschweben ein sehr zurückgezogenes Leben führt, würbe im Jahre 1909 mit Dem Nobelpreis gekrönt und 1914 als erste Frau in die schwedische Akademie berufen.

Ueberschwang der Frühlingstage. Und immer neue Blüten- und Laubwunder wurden und wuchsen

Aber nun fällt das letzte Laub und nichts tommt mehr noch. Da hören wir b>e melancholische Weise im Wind lind werden nachdenklich Der kaiserliche Philosoph Marc Aurel dichtete ihr folgenden Zwei­zeiler:

Bald und du hast alles vergessen Bald und alles hat dein vergessen."

AS'OAP G ii

Die NS. -Frauenschaft G i e ß e n - O st hat Zellenabend der Zelle 2 am heutigen Mittwoch, 20.30 Uhr, im Schützenhaus. Die Mitgliedskarten sind mitzubringen.

ASLB. Gießm-Land

Eine Bezirkskonferenz des NSLB. Gießcn-Land findet am kommenden Samstag, 15 Uhr, im Hotel Köhler zu Gießen statt. Einem Vortrag überLand­schule und Landschulreform" werden Bekannt­machungen folgen.

Der Bezirk Lollar hält am kommenden Sams­tag, 15 Uhr, in Lollar bei Petrasch eine Bezirks­versammlung ab, die einen Vortrag überDas Führerproblem in der Erziehung" bringen wird.

Tagung der NG>-Heiipraktiker.

Am Sonntag, 19. November, wird die erste Gaufachschaftstagung der NS. - Heil­praktiker des Gaues Hessen-Nassau in Frank­furt stattfinden. Die erste Tagung findet um 10 U.'.r im Volksbildungsheim, die zweite um 15 Uhr un großen Saal des Saalbaues statt. Es werden pro­minente Herren sowohl der Aerzttschaft, wie der Heilpraktiker bas Wort ergreifen Die Tagung roU ein Grunbstein für eine zukünftige Zusammenarb it werben.

Unsichtbare Gegner/'

Das Lichtspielhaus brachte ben Pan-Film Unsichtbare Gegner" (Verleih ber Märkischen Film GmbH.) zur sübwestbeutschen Uraufführung. Das ist ein Kriminalfall nach einer Ibee von Ludwig v o n Wohl, der sich durch eine phantastische Fabel, bedeutende Spannung und den Einsatz sowohl namhafter Schauspielkräfte als auch der raffinierten Errungenschaften neuzeitlicher Technik auszeichnet.

Wmke, wmkeDred§r?ehn!

Von Peter Mattheus

Jettepohis hatten ein nettes schwarzes Klavier; das beinahe wie Ebenholz aussah. Es war zwar nicht mehr ganz neu, und wenn darauf gespielt wurde, verhedderten sich manchmal die Saiten, so daß ganz merkwürdige Töne herauskamen. Immer­hin es war ein hübsches Klavier, dem man das Atter nicht, ansah. Jettepohis hätten es ja vielleicht nicht gebraucht, denn Frau Icttepohl spielte nicht, und Iettepohl selbst machte sich nichts aus Musik. Aber es war nun einmal da, und außerdem sah es vornehm aus.

Jettepohis und das Klavier lebten in Frieden, bis eines Tages ein musikbeslissener Bekannter kam und zu spielen versuchte Jawohl, versuchte! Denn schon nach den ersten Tönen schlug er den Deckel zu, und Jettepohis vernahmen staunend, wieviel Fehler ein einzelnes Klavier in sich vereinigen kann Die bescheidene Bemerkung, daß es doch bisher usw. . . wurde im Keim erstickt, und Jettepohis beugten sich dem Urteil des Fachmanns und beschlossen unter dem Druck der Autorität, das Klavier reparieren zu lassen.

Am nächsten Tag kam ber Stimme!. Er ruckte das Klavier ab und klappte vorn und hinten die schwarze Holzbekleidung auseinander. Und nach ein­gehender Untersuchung des Innenlebens stellte er fest, daß es im ganzen einen halb-m Ton zu tief sei und auf den Kammerton gebracht werden müsse. Er zückte einen ins Mammuthaftc vergrößerten Ofenschlüssel und begann, die Saiten hochzuziehen. Als er dreiviertel fertig war, gab es einen gewal­tigen Knall mit verschiedenen pfeifenden und ras­selnden Nachwirkm ;en Der Rohmen war geplatzt. Auch Klaviere wollen ihre Ruhe haben'

Als nach zwei Tagen der Rahmen genietet und geschient vom Klempner kam, erschien auch der Stimmer wieder und machte sich von neuem ans Werk Der Rahmen wurde eingesetzt die Saiten aufgezogen. Und als sie auf bem Kammerton waren, unb bas Klavier fix unb fertig an ber Wcmb ftanb, gab es roieber einen Knall, unb der Rahmen war wieder kaputt.

Diesmal nahm ber Klempner eine bickere Schiene unb stärkere Nieten, was sich auch im Preis aus- drückte Das Mißtrauen bes Stimmers war jebach nicht mehr zu besiegen. Er riet beschwörenb vom Kammerton ab unb stimmte bie Sotten einen Hal- ben Ton tiefer.

Man weiß bei solchen Dingen nie mie man dran ist. Diesmal hielt ber Rahmen Unb ber Stim­mer bewerkstelligte einen überstürzten Ruckzug, um noch vor bem Knall braußen zu sein.

Die nächsten Tage waren für Jettepohis aufrei- benb. Sogar im Schlaf glaubten fie es knallen zu hören, unb in ber Nähe bes Klaviers gingen sie nur auf Zehenspitzen. Es blieb aber ziemlich ruhig. Allerbings konnte man es im Gehäuse arbeiten hören. Es knarrte unb flirrte manchmal beängsti­gen!), unb blecherne Seufzer lösten sich. Erst als auch das vorüber war, wagte es Iettepohl, ein paar Töne anzuschlagen.

Er hätte es nicht tun sollen, beim bteje Tone waren leibst für (ein ungeschultes Ohr zu schl'mm. Ein schwerer Fluch würbe auf bas Haupt bes musik- bellissenen B kannten herabbeschworm und ein Hönbier gesucht unb qefunbm, ber Jettepohis von dem Klavier befreite. Er zahlte einhunbertunb<unf- ,3chn Mark All-rdinn-- auch n:thf intel­ligent aus ui ,

Ein halbes ahr (pater bereitete Iettcvohl seiner Frau ein- finnige Ueberraldpmg Er mar zufällig in ein Mob lauktton gerat n in b^r -in bunM- braunes Nußbaumklavi-'r zu einem S"0ttpreis aus­geboten rourb' IettepoR mnn-'rfr ' ch bes leeren Flecks an der Wand, bot kurz entschloss N mit und bekam den Zuschlag. Das Klavier sah prachtvoll aus, als es in der Wohnung ftanb nur schien es auf bem Transport etwas gelitten zu hoben, beni bie Töne klangen ein bißchen burcheinanber Nun es war so billig gewesen, daß man es als beschenkt be- trachten konnte, unb einem geschenkten Gaul

Jettepohis telefonierten um einen Stimmer. Er kam sah unb siegte. Das heißt: seine Kraft trium- phierte über bie Materie Als er bie Satten spannte, gab es einen Knall, unb bie Eingewe.be des Kla­viers schepperten durcheinander. Dunkler Ahnungen voll rückten Jettepohis das Klavier ab, und als die Rückwand gelätt mar. konnten fie em Wiedersehen feiern

Iettepohl ist im allgemeinen ein umgänglicher Mensch. Aber natürlich kann er unter gewissen Um­ständen auch eklig werden. Der Auktionator beab­sichtigt, Iettepohl wegen Beleidigung zu verklagen. Hingegen ist der Stimmer mit einer Geldbuße ab- gesunden. , e . m .

Kurz unb gut: ein Klavier ist zu verkaufen. Bei Iettepohl, Mauerstraße 12, zwei Treppen. Sie kon- nen es billig haben

Im Kampf zweier mächtigen Interessentengruppen um ben Besitz großer sübamerikanischer Petroleum­gruben werben nicht nur alle durchschnittlichen Re­quisiten unb Tricks bes mobernen Kriminalstückes angeroenbet, fonbern es wirb auch z. B. mit Bilb- unk, Katapultflugzeug unb automatischer Tresor- icherung gearbeitet. Zwar muß man im Verlause )er Hanblung einige allzu romanhaften Einfälle bes Manuskriptes mit in Kauf nehmen, boch wickelt sich alles unter ber umsichtigen unb großzügigen Re­gie von Rubolf Kätscher so schnell unb stellenweise überraschen!) ab, baß einem nicht viel Zeit bleibt, über Einzelheiten nachzubenkcn, wenn man nicht den Zusammenhang verlieren will, zumal sich gegen Ende die Ereignisse in eimm verwirrenden T-mpo zusvißen. ber Kcttostrovhe unb anschließend h"m 'rmnrfpfen hannv end zutreiben Lttder macht bi Kr'm'nalvolizei, bie ohnehin reichlich spät auf bie richtige Fährte kommt, ein-n offensichtlich schwe­ren Fehler, was oflerbmos nicht zu Lasten ber Re­ale sondern des Drehbuches geht Mit Vergnügen b-geanet man seit langem roieber einmal ber sym- naWMrn und männlich energischen Erscheinung von Paul Hartmann wir laben ihn wenn wir nicht irren, zulettt inF P 1" Auf der ©'g-mfeite H v- molfa finster, entschlossi'n gewalttätig: Peter Lorre. aeschm»ldig. hinterhältig und gefährlich: Leonhard Stecke! mit wilden Temperamentsaus­brüchen. Gerda Maurus, die (ich auf Greta Garbo frisiert hat. kommt erst verbältnismäßia spät, aber in einer ihr sehr angemessenen, zweideutig schillernden Rolle zwischen den gegnerischen Fron­ten, zum Zug. Paul Kemp mit einigen flüchtig entlastenden heiteren Episoden unb Raoul Aslan sind ferner vom Ensemble zu nennen. Das unter­haltsame Programm wirb burch einen hübsch m Tierfilm unb bie neue Tonwoche bereichert

Uraufführung in Frankfurt.

Hutten" von Klinisch

Das Frankfurter Schauspielhaus hat sich immer als Exponent ber Zeitströmungen betrachtet. Begreif­lich, daß es sich gewissermaßen traditionsgemäß für das SchauspielHutten" von Uli K1 imsch inter­essierte. Der Gedanke, das Erichen Huttens mit un­terer Zeit in Vergleich zu stellen, ist eine reizvolle Aufgabe. Das Ziel, Hutten in einem großen Wurf als Vorahner unserer Zeiten zu zeigen, hat Klirnsch nicht erreicht. Wohl offenbart er sich als geschickter, büynensicherer Former von Einzelszenen. Die Fi­guren, bie er darin auf bie Bretter stellt, finb voll saftigen Lebens, menschlich verstänblich, aber die Handlung ist skizzenhaft, es fehlt der Zusammen­hang, die lebenbige Verbindung, die uns den Lei­densweg Huttens als den des deutschen Volkes be­

greiflich macht. Wir sind gezwunaen, uns den Gang der Ereignisse aus unseren Gesch chtskenntnisscn vm - zuhatten, um bas uns Gegebene zur Illustrativ'- zu nehmen. So wirb, obwohl m.mche Bilder s packen und bewegen, der lebendige große Sch'vu g nicht erzeugt, ber uns hinreißt unb uns zwingt, b wir wollen ober nicht, aus dem Geschehen ber Ver­gangenheit auf die Gegenwart zu exemplifizieren und darüber aufzuatmen, daß bic(er furchtbare Lei­densweg innerer Zerklüftung unb äußerer Ohnm cht burch bas Erwachen unseres Volkes zur Tat beer.' t ist So interessiert bas Spiel, aber es ergreif! richt. Die Aufführung, sorgfältig von Richard S a l r mann durchgefeilt unb von Ludwig o i c m e r i s ausgezeichneten Bühnenbildnern wesentlich unter­stützt, entsprach allen Anforderungen. Im Mittel­punkt ber Hutten von Otto Graf, packend, glaub­haft, ein vom inneren Feuer Verzehrter Neben ihm wirken die anderen, entsprechend ber Absicht >cs Dichters, nur episodenhaft, was aber bie Güte ihrer Leistung nicht minberte Der Sorgfalt ber Inszen e- rung unb Darstellung galt vorwiegend ber herzliche Beifall, der alle Beteiligten wiederholt hervorrief.

Dr W.

Wertschriften

D i e K u n st (Verlag F. Bruckmann AG. Nisin- chen) gibt im Nvvemberheft dem künstlerischen Sch. s' fen Bernhard Bleekers breiten R.<um In miitui.g vollen Abbildungen sehen wir 'Bieder-.- Po'i..ctt° düsten des Reichspräsidenten, von Abt Schachleitner, Franz von Stuck, Olas Guldransson und andere.» Persönlichkeiten. Dann folgen aus Bieters Wei n, die ihn als einen der stolzesten Repräsentanten b' r Münchener Kunst von heute erscheinen lassen, ias Grabmal Franz von Stucks, der tote Soldat in ber Gruft vor dem Münchner Armeemuseum, die Rosse­bändiger vor ber Technischen Hochschute unb der Löwe vor dem Polizeigebäude in München, zusam- mengenommen eine Schau von wesentlichem Niveau und starker künstlerischer Eigenwilligkeit. Zum 150. Todestag wird des deutschen Meisters Peter Corne­lius gedacht Dann folgen landschaftliche Gemälde von Theo von Brockhusen, einem 1919 aus hoff­nungsvollstem Schossen abberufenen jungen Künst­ler. Im Bereich ber Wohnungskunst folgen wir einer Führung durch die mit seltenem Geschick gestaltete Neueinrichtung des Hauses W in Weiden, -sach­kundige Erörterungen über Wohngärten, über Blu­men auf dem gedeckten Tisch, über Technik und Kul­tur und andere Dinge schließen sich an. Der nach der praktischen Seite hinneigende AufsatzMehr Ver­ständnis für den Grundriß" geht jeden zukünftigen Bauherrn an.