Ausgabe 
15.11.1933 Zweites Blatt
 
Einzelbild herunterladen

Keine unzulässigen Anfinnen an die Aerzte!

Immer wieder wird die Beobachtung gemacht, ooh Patienten, die in Prioattajsen versichert sind, an den behandelnden Arzt herantreten mit der '-bitte, das Dalum der Prioatrechnung oorzudatie, ren, oder einen höheren Betrog zu fingieren. Die meisten Patienten sind sich sicherlich rncyt darüber klar, daß eine derartige Bille legten Endes nichts anderes bedeutet, als eine Aufforderung zum Betrug.

Der überwiegend größte und wertvoll,te Teil der deutschen Aerzkejchaft lehnt es ab, sich in einer derartig unmoralischen Weise eigennützige Borteile zu oer,chaffen. Er hat in der Geschichte schon ort Beweise für sein soziales Verständnis gebracht Ich erinnere nur daran, daß seinerzeit die Sozialoer- sichcrung lediglich durch die großen wirtschaftlichen Op,er der Aerzleschast vor der Katastrophe bewahrt wurde. Die deutschen Aerzte werden auch weiter­hin, trotzdem ihre Einkünfte bei gleichbleibenden

lufho)ufc ist od&ftfd uy

Unkosten und gleicher Arbeit z. T. um mehr als die Hälfte zuruckgegangen sind, uneigennützig, ver- aiitwortungvbcwu,;t und mit gewohnter Sorgfalt den deutschen Volksgenossen als Berater und Helfer zur Seite liehen und hierbei weitgehendste Rücksicht auf die wirtschaftliche Lage des einzelnen Patienten nehmen

Als verantwortlicher ärztlicher Führer werde ich das Ein reißen der obenerwähnten händlerischen Geschafts- pratti.en in Dem mir unterstellten Bezirk nicht dulden und sie dort, wo sie Vorkommen, ohne Rück­sicht auf Name und Stand verfolgen Ich habe die Aerzte meines Bezirks angewiesen, mir zukünftig alle derartigen .fälle zu melden. Wenn ein Privat Patient ein derartiges Ansinnen an seinen beham delnden Arzt stellt und gleichzeitig bemerkt, daß der ober ,ener Arzt seine Bitte um Dordatierung ober Fingieren einer höheren Rechnung schon öfter erfüllt Hobe, so muß er auch den Namen bes be- schuldiaien Arztes angeben, da er sich andernfalls dem Verdacht einer böswilligen Verleumdung aus« letzt.

gez. Dr. Kranz, Lezirlsobmann des RS.-Aerzlebundes und Vorsitzender des wirtschaftlichen Verbandes, Bezirk Gießen.

LlUfbüua te.f im Oau Hessen -Nastau.

*' eingartnec, Sllenqiebler, Kleintierzucht und Gar te-.c-uu, ehetnaiv ^eyrine, die garmchts oder nur wenig miteinander zu tun hatten, ihren eigenen Weg gingen und den Nachbar nicht rannten; so war es i.och vor wenigen Monaten. Der agrar« l en.v.ii;n|. oei der Gauleitung der NSDAP, im Gau Hegen Nassau ist es allgemein zuzuschrei- ben, daß nunmehr alles geeint unter der Führung un(eres Volksianzlers Adolf Hitler marschiert. Mit aller Energie setzte sich die agrarpolitische Abteilung bei der Bauleitung in Frankfurt a. M. für den Zusammenschluß und den Neuaufbau der Organi­sation ein, und es gelang ihr sehr schnell, die dr i ao,schäften zusammenzuführen. Heute vertreten die Gaiisachbearbeiier für Geflügelwirtschast und Klein- iierzua-i, Kleingärtner, .Kleinsiedler und für Garten­bau, aufs engste verbunden durch die Mitarbeit der agrarpolitischen Abteilung, nicht nur die eige­nen, sondern ebenso gut die Interessen der anderen Fachschaiten. Das Gesetz vonBlut und Boden", das unser Reichsminister und Reichsbauernführer Pg. !>i Walther Darr6 geprägt hat, ist von gleichgroßer Bedeiitung für die Weiterentwicklung ber eii.zelnen ,hv.i,.e. Die Führer der Kleingärtner si.'iien dem Kleinsiedler bei der Beratung in Obst- 11J t'i.imiicbau ebenso willig zur Verfügung, als *'c Kleinsiedler den Gedanken ber eigenen Heim- fta'ie in die Reihen ber Kleingärtner tragen. Die« jelbe lli.terstiitzung durch die Kleintierzüchter und Geflügelhalier Der Reichsbund ber Kleingärtner unb Kleinsiedler Deittschlands e. V., Berlin, hat gelegentlich einer Führerringbesprechung in Berlin bcrc.is iestgestellt, » die Aufbauarbeit unb ber ,mi»mim iichluß im Gau Hessen-Nassau im ganzen Reiche mit an erster Stelle steht. Es bars beshalb i o.1i einmal bi -ont werben, daß bieser enge Bunb suchen den einzelnen Fachschaften bas Verbienst ber Gauleitung ber NSDAP. Frankfurt a. M. ist.

^cutfche Christen un? Luthertag

Tu GlaubensbewegungDeutsche Ü l) r i ft e n", Wau Hessen-Darm st abt (Gau- Obmann Sattle. - Wieseck», erwartet von ihren Mitgliedern, bie 'Hunbfuntgeäte besitzen, baß sie ihreguten Freunde unb getreuen Nachbarn", bie bekanntlich Martin Luther in der Auslegung der vierten Bitte des Vaterunseres mit zum täglichen Brot rechnet, am Ü u t b e r t a g, 19. Novern« b e r. bei den liebertragungen aus Berlin zu sich lad-n Wo es die örtlichen Verhältnisse gestatten, soll um 16.30 Uhr ber offizielle Festakt aus ber Philharmonie in Berlin In die Kirchen unb ge­eignete Säle übertragen werben Bei ihm sprechen der Reichsbischos Ludwig Müller unb der Reichsminisler Dr. Frick, die Festrede hält der De« kan ber Berliner Theologischen Fakultät, Professor D- Erich S e e b e r g.

England, Z on smus und Arabertum^

Vortrag im (Bau Ausland des JISCB.

Der Gau Ausland im Nationalsozialistischen Leh« rerbunb hielt am Montag in der Pestalozzischule eine Versammlung ab.

Pfarrer Dr Kaufmann sprach über bas ^hema;England, Zionismus und Arabertum". Der Vortragende ging von der englischen Politik in Palästina aus Nach dem Kriege sei ber Orient verteilt worben unb Palästina unter englische Man- datsherrschast gekommen; verschiebene andere Lan­der wuiden Vasallenstaaten. Palästina zu beherr- scheu sei ein altes Ziel englischer Politik mit dem Öroerf, den Suezkanal unb damit den Landweg nach Indien zu sichern. England beherrsche gegen- ivartig in Vorderasien riesige Gebiete von großer wirtschaftlicher Bedeutung (Del in Mesopotamien) Palästina sei, geographisch betrachtet, einBrücken- lanb", dienend dem Austausch kultureller unb wirt- schaftlicher Werte seit Iahrtausenben. DasIQanb.U Palästina sei aber für England durch zwei verspre- chungen schwer belastet. Den Arabern sei ein groß- arabisches Reich versprochen worben als Anerken­nung für den Aufstand gegen die türkisch-deutsche Armee während bes Weltkrieges Den Iuben var bie Errichtung einer Nationalheimstätte in Pala­tina zugesagt. Das sei geschehen, um die Juden währenb bes Weltkriegs für bie englische Kriegs­anleihe zu interessieren. Ans beiben nicht gehalte­

nen Versprechungen refidtiere alle Unruhe in Pa­lästina.

Sobann wandte sich ber Redner dem Zionismus zu. Zionismus bedeute bie völkische Auffassung bes Judentums. Bisher habe bas Mische Volk bie Vor­aussetzungen für einVolk" nicht erfüllt. Der Zio­nismus wolle aber nach 2000jähriger Zerstreu­ung bie Iuben völkisch roieber vereinigen. Dem Zionismus stehe bas Prinzip der Assimilation gegen­über, das m Deutschland, getragen vom Zentral- verein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens, viele Anhänger gehabt habe. Der Zionismus gehe auf den Wiener Journalisten H e r z l zurück, der ein leidenschaftlicher, idealgesinnter Kämpfer der völkischen Idee des Judentums gewesen sei. An bie Verwirklichung ber zionistischen Idee sei lange nicht geglaubt worben. Verwirklichung fand sie aber doch burch bie bekannte Balfour-Erklärung vom 2. No­vember 1917. Don 1920 bis 1932 feien baraufhin etwa 80 000 Juden nach dem Land Israel einge- wandert, so daß bas Land mit den vorher dort ansässigen Juden jetzt von 160 000 Juden bewohnt werbe. Mit außerorbentlicher Energie sei nun Pa- lästina aus türkischer Verwahrlosung herausaerissen worben, allerbinas unter Angleichung an bie vor- bildliche Arbeit der deutschen Schwaben. Siedlun- §en und Orangenoflanzungen entstanden in frucht- aren Ebenen. Arader schlossen sich ber Aufbau­arbeit an. Allerdings fei den Juden, im Gegensatz zu den aus religiösen Gründen eingeroanberten Deutschen, manche große pekuniäre Hilfe zuteil ge­worben. Das Lanb gehöre ihnen in Erbpacht. In­dustrie habe sich angesiedelt upb sei zu einiger Be­deutung gelangt. Das Judentum habe eigene Ver­waltung, es sei Staat im Staate. In der Schule werde die Jugend völkisch und auch religiös er­zogen. Hebräisch werde als Umgangssprache gepflegt. Interessant fei, daß sich eine bestimmte Form einer Gemeinfchaftswirtschaft entwickelt habe

Innerhalb bes Zionismus seien verschiedene po­litische Richtungen entstanden, bie sich aber als große Schwäche auswirkten. Unter Den Zionisten gebe es außerdem nicht wenige Atheisten unb Kom­munisten. Die schwierigste Stellung habe ber Zio­nismus aber dem Arabertum gegenüber. Der Eng- länber stehe zwischen beiben. Die Araber verlangten von ben Engländern bas Verbot weiterer Jubenein- roanberungen unb bas Verbot bes Landkaufs durch Juden. England könne diese Forderung mit Rück­sicht auf die feierliche Verpflichtung in ber Balfour- Ertlörung nicht erfüllen. Der Araber jeboch fürchte, von ben europäisch gebildeten Juden aufgejogen zu werden. Der Zionist in Palästina sehe ber Einwan­derung ber beutschen Iuben mit Mißtrauen ent­gegen, denn für den beutschen Iuben gebe es außer in ber Landwirtschaft keine Betätigungsmöglichteit. Die Gegnerschaft bes Arabertums bedeute für ben Zionismus eine schwere Gefahr. Die Gestaltung des Verhältnisse zwischen beiden sei bie Kernfrage. Es gebe keine anbere Möglichkeit, als bie Verständi- gütig von Volk zu Volk. Der Zionismus habe in bieser Hinsicht bisher viel versäumt. Wenn bas 23er- ffänbnis nicht hergestellt werde, bleibe Palästina ein ständiger Unruheherd. Im Interesse des Heiligen Landes sei es wünschenswert, daß Friede an den ehrwürdigen Stätten ber christlichen Geschichte ein­kehre.

In seinen abschließenben Ausführungen beschäf­tigte sich ber Rebner mit bem Verhältnis Deutsch- lanbs zu Palästina und wies besonders auf Vinen vorbereiteten Hanbelsvertrag, einen Austauschver­trag hin, ber für Deutschland bedeutungsvoll fein könne.

Dem Redner wurde für seine Ausführungen star­ker Beifall zuteil. Im Verlaufe einer kurzen Aus­sprache wurden noch einige spezielle Fragen be­handelt. Schulrat Dr. H e n ß schloß die Versamm­lung mit einigen organisatorischen Mitteilungen.

Gaarkmber kommen nach HessenAaffau

Am heutigen Mittwoch kommen um 13.20 Uhr 900 Saarkinder im Frankfurter Hauptbahn­hof an, die von ber Hitler-Jugend zur Erholung im Gebiet Hessen-Nassau untergebracht werden.

-Vor notigen.

Tageskalender für Mittwoch: Stabttheater, 19.30 Uhr bis 22 Uhr,Der Traum der Wilma Kelemen". Lichtspielhaus, Bahnhof­straße:Unsichtbare Gegner".

Aus bem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Heute 19.30 Uhr 7. Vorstellung im Mittwoch-Abonnement, Erstaufführung ber Ge- sellschaftskomödie:Der Traum ber Volma Stele» men von Franz Molnar unter ber Spielleitung bes Jntenbanten. Gewöhnliche Preise. Enbe nach 22 Uhr. Am Freitag, 17. November, als 7. Dorstel- lung im Freitag Abonnement nicht:Wenn der Hahn kräht" s o n b e r n bie Operette:Wiener Blut" von Johann Strauß. Operetten-Preise. Spielbauer von 20 bis 22.30 Uhr. Am Sams­tag, 18. November, Luther-Gebenkfeier mit einem Vortrag bes Pg. Prof. W. G. Freytag: Luther, ber Führer, der Stampfer, ber deutsche Mensch"; fer­ner wirken u. a. mit ber Bauersche Gesangverein unb ber Akabernische Gesanaverein, beide unter Leitung von Universitäts-Musikdirektor Pros. Dr. t e m e 5 d a r i). Dauer der Veranstaltung von 20 bis 22 Uhr. Preise der Plätze von 0,50 bis 1,50 Mk. Sonntag, 19. November, außer Abonnement bas Schauspiel:Am Himmel Europas" von Schwen- zen-Malina, Spielleitung: Anton Neuhaus Er­mäßigte Sd)aufplelpreifc Spielbauer von 19.30 bis 21.45 Uhr

Volkshochschule. Der Lehrgang über Die Weltanschauung des Nationalsozialismus" von Rektor N e b e l i n a beginnt heute Der Beginn des Kursus überDeutsche Musik" muß wegen Erkran- kuna des Musiklehrers Bauer leider verschoben werden. Näheres siehe heutige Anzeige.

Jtunbaebung im Studentenhaus. Heute um 20.30 Uhr findet im Studentenhaus (kleiner Speisesaal) eine Kundgebung statt, bei ber die ANSt.-Kreisleiterin Eva N e ß l e r (Freiburg) über bas Thema:Die Aufgaben unb Pflichten ber deutschen Stubentin sprechen wirb

Oberhessischer Geschichtsverein. Die Winterarbeit bes Oberhessischen Geschichtsvereins ist biesmal ganz auf bas Rhein-Main-Ge- biet abgestellt. In dieser Vortragsreihe spricht am Donnerstag, 16. Nov, Dr. Hävernick vom Museum für Hamburgische Geschichte überDas mittelalterliche Münz- unb Geldwesen im Rhein- Main-Gebiet" Der Dortrag, ber im Hörsaal bes kunstwissenschaftlichen Instituts ftattfinbet, wirb durch eine Anzahl Lichtbilder unterstützt sein. (Man ver- gleiche die gestrige Anzeige.)

Der D W A , Verband der weiblichen A n g e ft e (11 e n, veranstaltet am Donnerstag, 16. November, 2015 Uhr, im Singfaal bes Realgym­nasiums, Ludwiasiraße 11. einen Deutschen Abend, zu ''em alle Mitglieder herzlich eingeladen sind' Gäste kernen eingefflhrt werden Es wird ein Dor- trag gehalten überDie Frau im nationalsoziali- HHdjen Staat" Lieder unb Gedichte vervollständigen

bas Programm bes Abends. Es wird erwartet, daß die Mitglieder es als Ehrenpflicht betrachten, diese Veranstaltung zu besuchen. Auf die heutige Anzeige fei besonders hingewiesen

Der erite Schnee. Nachdem heute früh vor 6 Uhr bereits ganz leichter Schneefall eingetre» len war, wirbelten gegen 9 Uhr größere Flocken, allerdings noch vereinzelt, herab und kündeten da­mit den Beginn der Herrschaft des Winters an. Die Flocken blieben aber noch nicht auf den Straßen liegen. Auf dem Hoherodskopf liegt der Schnee, wie wir heute früh auf Anfrage hörten, etwa 1 Zentimeter hoch; bei Rauhreif sank in der letzten Nacht die Temperatur auf 6/« Grad minus.

Heute keine Sparkaffen-Kundge- bung. Eine für heute nachmittag nach Darmstadt einberufene Kundgebung der Sparkassen bes Wirt- schastsgebiets Hessen ist auf den 2 4. November verschoben worden.

Kurzschriftlehrerprüfung in Hef - s e n. Das Staatspresseamt teilt mit: Die nächste (zehnte) staatliche Prüfung für Kurzschriftlehrer sin- bet Mittwoch, 24. Januar 1934 unb folgenbe Tage in Darmstadt statt. Meldungen sind mit ben durch Punkt 5 der Prüfungsordnung vom 1. März 1930 vorgeschriebenen Nachweisen unb ben Stempelmar­ken im Betrage von 1,50 RMk bis 20. Dezember b I. bei bem geschäftsführenden Vorsitzenden des Prüfungsamtes, Kammerftenograph Winkler, Darmstadt, Landtag, einzureichen.

Winterhilfe im

An a le Ortsgruppen und Zer en- walter der 7lGV. des Kreises Gießen.

Es sind sofort die rückständigen Meldungen bett, fiartoffdlieferung nach Offenbach unb Gießen nach­zuholen. Die Meldungen müssen enthalten Nummer unb heimatstalion des verladenen waggosts, Lade­gewicht unb Absender der Waggons. Letzter Termin 16. November 1933.

äarwffelversorgung

Die Ortsgruppen- und Zellenwalter werden er­sucht. bis zum 16. November 1933 zu berichten, welche Mengen an Kartoffeln nach den Richtlinien des Landesbauernführers pg. Wagner in ihrer Zelle dzw. Ortsgruppe aufzubringen waren. Gleich­zeitig ist zu berichten, welche Mengen bereits ab- geliefert wurden und welche Mengen noch nachzu­erheben sind.

heil Hitler!

Klöß, Kreisführer des whw.

Sprechstunden ber Furforaestekki für Lungenkranke in ber Mcbinniichen Po« liklinik finden für bie Besucher aus den Landge» meinben des Kreises Gießen jeden Montag von 16 bis 17 Uhr statt. Lungenkranke und Krank» heitsgefährdete, die in ärztlicher Behandlung sind, bedürfen einer Uebenncifung des Arztes tn die SungenfürforgefteQe. Unbemittelte werden unent­geltlich beraten.

* Erledigte Lehrer st eilen. Erledigt sind eine Lehrerftelle für einen katholischen Lehrer an der Volksschule in Mühlheim, Kreis Offenbach, eine Lehrerftelle für einen evangelischen Lehrer an der Volksschule in Wölfersheim, Kreis Fried­berg, (hier ist Dienstwohnung vorhanden und wird demnächst frei), eine Lehrerstelle für einen evangeli­schen Lehrer an der Volksschule in B a u s ch h e i in Kreis Groß-Gerau, (geräumige 5-Zimmerwohnung steht zur Verfügung).

Mehr als 4,6 Millionen Rundfunk­hörer. Die Gesamtzahl der Rundfunkteilnehmer im Deutschen Reich betrug am 1. November 4 635 537, gegenüber 4 524 M3 am 1 Oktober. Hier- nach ist im Lause des Monats Oktober eine Zu­nahme von 110 894 Teilnehmern (= 2,45 o. H.) eingetreten. Unter ber Gesamtzahl befinden sich 503 420 Runbfunkteilnehmer, denen die Gebühren erlösten sind, gegenüber 515 693 am 1. Oktober. Die Zahl ber gebührenfreien Teilnehmer (Hauptfach- sich Arbeitslose) ist mithin um 12 273 zurückge­gangen.

Kreise Gießen.

Die Kleider» und AZäschesammlung in Gießen-Süd.

Die Ortsgruppe Gießen-Süd der NS.« Volkswohlfahrt sammelt am Donnerstag Kleider und Wäschestücke in folgenden Straßen: Am Riegelpfad, Am Steg, An den Bahnhöfen, An der Kläranlage, An der Margarethenhütte, Auf der Weißerde, Aulweg, Buchnerstraße, Budbestrahe, Bergwerk, Deethooenstraße, Crednerstraße, Edel» straße, Erdkauterweg, Frankfurter Straße, Freiligrath» straße, Gaffkystraße, Glaubrechtstraße, Günthers» graben, Händelstraße, Heegstrauchweg, Hillebrand» straße, Hofmannstraße, Hollerweg, Jheringstrahe, Klinikstraße, Körnerstraße, Ccigefterner Weg, Liebig- straße, Mittelweg, Richarb-Wagner-Straße, Röntgen- strahe, Rodhohl, Sandkauterweg, Schiffenberger Weg, Schlangenzahl, Schubertstraße, Studentensteg, Thea- terstraße, Uhlandstraße, Wartweg, Welkerstraße, Wetzlarer Weg, Wilhelmstraße, Wilsostraße.

m

Die Mineralquellen Oberhessens und deren Nutzung.

Vortrag im Kampfbund der Architekten und Ingenieure.

In einer Versammlung bes Kampfbundes der Architekten unb Ingenieure, bie gestern abenb bei gutem Besuch im Easä Ebel stattfand, sprach

Oberbaurat Berck, Bad-Nauheim

über das ThemaDie Mineralquellen Oberhes- fens unb deren wirtschaftliche Nutzung". Es gebe, so führte der Redner u. a. aus, wohl kaum ein zweites Gebiet in Deutschland, das so reich an Bodenschätzen sei, wie unsere engere Heimat. Fruchtbarster Ackerboden, fischreiche Bäche, mächtige Lager an Braunkohlen unb Eisenerzen, Basalt-, Kalkstein- unb Quarzitbrüche seien vorhanden, viele Mineralquellen, Solequellen treten zutage, Kochsalz werde gewonnen, unb ben Quellen wohne heilenbe Kraft inne. Ergiebige Süßwasserquellen bei Jnheiben, Queckdorn unb Lauter versorgen bas Land mit bestem Wasser. So verfüge unsere Heimat über viele wertvollste Naturgeschenke. Diese für bas Volksganze zu schützen unb zu erhalten, sei unsere große Ausgabe.

Besonders reich an natürlichen unb künstlichen Austrittsstellen von Mineralwässern unb Kohlen­säure sei bie Dctlerauer Senke.

Der Rebner charakterisierte die Unterschiede zwi- scheu Mineralwässern unb Sauerbrunnen. Eine be­sondere Gruppe bildeten die Sauerbrunnen. Mine­ralwasser, bas mindestens 15 Gramm Natrium­chlorid enthalte, bezeichne man als Sole. Im Wet- teraucr Becken treten oft dicht beieinander bie ver- schiebensten Quellen auf. Ein wesentlicher Faktor unserer Mineralquellen sei bie Kohlensäure. Für bas Vorkommen ber Sprubel unb bereu Ergiebig- feit sei sie bie Treibkraft. Die Tatsache, baß Kohlen­säure auftrete, zwinge im Interesse ber Sprudel unb Quellen zur sorgfältigsten Ueberwachung auch der geringsten Austrittsstelle. Die gegenwärtigen Funbpunkte liegen durchweg in ben Tiefenlimen ber Bachtäler ber Nibba, Wetter, Ufa, Nibber und der Horloff. Die Bab-Nauheimer Quellen traten ursprünglich bei rund 145 Meter Meereshöhe aus. Grohauischlüsse von Kohlensäure seien aber nur durch Tiefenbohrungen erzielt worden

Dir Quellgebiete unb die Heilquellen bebürsten im öffentlichen Interesse eines verständigen Schuhes.

Die Gefahr, die den Quellen durch unrechtmäßige Eingriffe im Quellgebiet, z. B. durch Raubbau, drohen könne, habe man rechtzeitig erkannt. In feinen weiteren Ausführungen kam der Redner auf die rechtlichen Grundlagen des hessischen Heilquel- lenschutzes zu sprechen unb umriß die Schutzgebiete nach räumlicher Ausdehnung und liefe In ihrer gegenwärtig bestehenden Form. Eine letzte '.Rege­lung des befischen Quellenschutzrechtes gliedere Die freie, chemisch nicht gebundene jtohlmiaure bem Berggesetz als ein bem Staate vorbehaltenes Mi­neral ein. Damit sei ein besonderes unb wesentlich verstärktes Interesse des hessischen Staates an Um­fang und Art ber schon vorher bestehenben Kohlen- saure-Nutzungen gegeben. 3m volkswirtschaftlichen Interesse habe der Staat weitgehende Vorkehrun­gen getroffen, um die oberhessilchen Mineralquellen zu schützen und zu erhalten Trotz umfangreicher Forschungen sei es bisher nicht gelungen, bie zwei­fellos vorhandene gegenseitige 'Beeinfluffung der Quellen und Brunnen untereinander völlig zu klären.

Die gesamte »ohlensäuremenge, die jährlich in Oberhesten dem (Erblnnern entströme, könne man auf etwa 2 bis 2,5 Millionen Kubikmeter, also etwa 4 bis 5 Millionen Kilogramm schätzen.

Die Quellenkohlensäure werde tn Oberhesten zum Teil am Fundort zur Mineralwasserfabri- k a t i o n verwendet und dabei nur wenig kompri­miert. Für ben Transport werde sie in Werken bei 60 bis 70 Atmosphären verflüssigt unb in Stahl­flaschen oersanbt. Der müßte Teil der in ben Handel gebrachten flüssigen Kohlensäure werde für ben Bierausschank oerwanbt; kleinere Mengen für Eisenwerke unb Kühlanlagen. Kür die Wirtschaft- lichkeit der Kohlensäure seien die Frachtkosten von überwiegender Bedeutung. Entsprechend diesen Ko­ten sei der Aktionsradius einer solchen Verslüssi- jungsanlage begrenzt. Die Verarbeitung der Qutl- enkohlensäure sei an die örtliche Lage gebundsn. Durch die Häufigkeit des Vorkommens bzw ber Erzeugung sei ber Wert ber Kohlensäure nicht über- ragenb. Unter den bestehenden Verhältnissen könne die Nutzung des Kohlensäureoorkommens in Ober- Hessen keinen allzu großen wirtschaftlichen Faktor bilden. Die Gesamtproduktion an flüssiger Kohlensäure in Oberhessen betrage pro Jahr etwa 800 000 Kilogramm. Gin Werk, das einen jährlichen Kohlensäure Umsatz im Betrage von 200 000 Mark habe, komme mit 6 bis 7 Arbeitern aus. Dabei sei aber die Unterhaltung eines um­fangreichen Flaschenparks notwendig

Größere Bedeutung für unsere engere Heimat sei ber Mineralwasser-Industrie zuzumessen.

Am stärksten sei diese Industrie in Vilbel vertre­ten. Dort gebe es 30 Brunnenbetriebe. Die Gesamt­produktion der hessischen Mineralwaster-Jndustrie schätze er auf jährlich 30 bis 35 Millionen Füllun­gen, ben Wert derselben am Quellort auf 2*/t Mil­lionen Mark. Viele Volksgenossen fänden in der Mineralwasierindufkrie Beschäftigung Es sei aller­dings auf bem Minerolwasiermarkt ein scharfer Kon­kurrenzkampf entstanden. Ohne Rücksicht auf die Ge­stehungskosten sei die Ware oerschleubert worden

Zu ben wichtigsten Mineralwässern zählten die Solewässer. Don ben bekannten Solquellen gehör­ten mit zu ben ältesten die im Ufatal bei Bad- Nauheim zutage getretenen Quellen, mit denen sich der Redner ausführlich beschäftigte. Er schilderte besonders den Aufschwung, den die Bad-Nauheimer Saline unter Waiy von Eschen unb Mainhard nahm, wobei er befonbers die Geschichte der tief- bobrungen berücksichtigte. Daß man die ersten Bohr- löcher an ben richtigen Stellen angesetzt habe, sei ein reiner Zufall gewesen Mit besonderem Inter­esse hörte man von dem Durchbruch eines mäch­tigen Sprudels, der in der Nacht zum 22. Dezem­ber 1846 zutage trat

weit bedeutungsvoller als die Nutzbarmachung der Sole zur Salzgewinnung sei die verwer- lung jur Bäderbereltung.

Die Verschiedenartigkeit der Solequellen sei außer- ordeuttich, unb es sei zu betonen, daß jede bestehen und zu Nutzen gebracht werden könne, ohne baß begründeter Anlaß zu Neid und Eifersucht bestehe. Der Redner schilderte nun die Bedeutung der ein­zelnen Quellen und ihre Heilwirkungen. Von über­ragender Bedeutung sei bas Weltbad Bad-Nouheim mit feinen vielen unb mannigfaltigen Quellen und Eigenschaften. Bis nahezu 500 000 Bäder würden jährlich verabreicht Die Ergiebigkeit der drei große« Sprudel sei so groß, baß schon bis zu 4800 Bäd« täglich verabreicht werden konnten.

^Nachdem der Vortragende Aufschluß über die Frequenz des Weltbades gegeben hatte, wandte ek sich noch verschiedenen rein wissenschaftlichen (Er­örterungen über physikalische Zusammenhänge der Sprudel und Quellen zu.