Bürgerpflicht und Gtadtcheater.
Von Wilhelm Hahn, Fraltionsführer des NS. Gießener Stadirates.
Heber unferm Theater steht das stolze Wort: „Ein Denkmal bürgerlichen Gcmeinsinnes". — Heute gilt es. dieses Denkmal zu erhalten. Der von Stadt und Staat dem Theater bewilligte Zuschuß ist nämlich schon zum größten Teil verbraucht. Unter keinen Umständen darf aber der Etat überschritten werden.
Infolge der politisch aufgeregten Zeit im vorigen Herbst und noch mehr in diesem Frühjahr war der Theaterbesuch bei uns wie in sämtlichen andern Städten ganz erheblich zurückgegangen. Ungünstig wirkte sich für unser Theater noch die durch die plötzliche Abberufung P r a s ch s entstandene in- tendantenlose Zeit aus. Auch die von uns während des Sommers in Darmstadt im Kleinen Haus und in Bad-Nauheim gegebenen Gastspiele bedeuteten einen herben Verlust, der in erster Linie wohl eben- falls durch die Zeilverhältnisse bedingt war.
Um die Stadt vor weiteren Einbußen zu schützen, — unser Theater ist nämlich ein städtisches Institut, für die, die es nicht wissen sollten — ist es erforderlich, daß die Besucher- und insbesondere die Adon- nentenzahl sich in der Kommenden Winterspielzeit erheblich steigert.
Von Seiten der Theatei.'eitung ist alles getan, um die Theaterbesucher zufriedenzustellen. Der sorgfältig ausgestellte Spielplan verspricht nicht nur Den Besucher zu unterhalten und zu ergötzen, sondern ihn auch weiterzubilden. Daneben wurde eine Reihe neuer Kräfte verpflichtet, denn das Publikum sieht mit Recht gerne wieder unbekannte Schauspieler, die die Rollen schon früher gesehener Stücke nach anderer Auffassung bringen. Außerdem liegt die Leitung unseres Theaters in der Hand eines neuen, jungen und tatkräftigen Intendanten, dem Theaterblut feines Vaters in den Adern steckt und dessen bisherige erfolgreiche Tätigkeit an seinem früheren Wirkungsort Gewähr dafür bietet, daß er nur beste und in erster Linie deutsche Kunst bringt. Die Nachkriegszeit, in der der alles zersetzende jüdische Einfluß auf unser Theater gewaltig war, das flache Gesellschaftsstück eine beherrschende Rolle spielte und die dreckigsten Zoten und übelste Erotik dem Publikum vorgesetzt wurden, ist durch die na- tionalsozialistische Revolution überwunden.
Unter nationalsozialistischer Führung sollen die Theater wieder kunststälten des Dohren, Edlen, Guten und Schönen werden.
Es liegt jetzt an Dir, Bürger, nachdem der Ein- fluß des fremdrassigen Elementes ausgescholtet ist, an unferm Werk mitzuhelsen. Gar manche Stadt
wird uns wegen unsres schönen Theaters beneiden. Mit Stolz können wir es jedem Besucher Gießens zeigen. Er ist um so berechtigter, als der Bau durch den Opfersinn der Gießener Bürger im Wege der freiwilligen Svende zustande kam. Was früher aber auf diesem Wege geleistet wurde, das muß der Bürger eines nationalsozialistischen Staates auch fertig bringen. Derjenige, der eine auskömmliche Einnahme hat, muß sich verpflichtet fühlen, ein Abonnement zu nehmen. Es ist bekannt, daß heute in finanzieller Hinsicht von dem Beamten viel verlangt wird, und daß der Geschäftsmann ebenfalls
Das Stadttheater wirbt!
Bist Ou schon Abonnent? Oer Werber kommt auch zu Dir!
zu kämpfen hat, und trotzdem geht es immer noch vielen schlechter als diesen beiden Kategorien. Der nationalsozialistische Volksgenosse — und dieses ist doch heute jeder — hat, wenn er eine Geldleistung erbringt, immer nur auf den zu sehen, dem es schlechter geht, und der dennoch opfert sonst ist er keiner. Im übrigen ist hier das Opfer insofern nicht groß, da eine wirkliche Gegenleistung gewährt wird. Die Ausgabe, die getätigt wird, ist aber auch nicht unnötig, denn der Mensch, der arbeitet, muß Entspannung und Erholung haben, um neue Arbeitsfreude und Schaffenskraft zu gewinnen.
Vergesse daher keiner, der dazu in der Lage ist — und dies sind die meisten — das Gute mit dem Nützlichen zu verbinden und sich ein Theaterabonne- ment zu nehmen. Je größer die Zahl der Abonnenten ist, desto billiger kann die Platzmiete gestaltet werden. Nichts wäre bedauerlicher, als wenn wir gezwungen wären, die Pforten unseres schönen Theaters zu schließen. Ein jeder helfe und trage nach seinen Kräften dazu bei, für den Fortbestand unsrer Kunststätte zu sorgen. Es geht um die Erhaltung eines
„Denkmales bürgerlichen Gemeinsinnes".
Oer Gießener Haushalt für 1933.
I.
Der Gießener Stadtrat hat sich bei der Feststellung des Gießener Haushaltsvoranschlags für das Rechnungsjahr 19 3 3 in bester Weise bemüht, dem Erfordernis der größten Sparsamkeit in der städtischen Haushaltsführung soweit wie nur möglich Geltung zu verschaffen. Die Arbeit der nationalsozialistischen Stadtratsfraktion des maßgebenden Faktors unserer Kommunalpolitik, hat denn auch zu dem erfreulichen Ergebnis geführt, daß der Voranschlag in feiner Gesamtsumme von 6873 143,34 Mark im Vorjahre auf 5 942 624,16 Mark für 1933 gesenkt wurde. Davon entfallen auf die Betriebsrechnung im Vorjahre 5 981762,81 Mark, in diesem Jahre 5 474 211,85 Mark, in der Vermögensrechnung im Vorjahre 891 380,53 Mark, in diesem Jahre 468 412,31 Mark. Die Senkung der städtischen Haushaltskosten wird von der Bürgerschaft zweifellos begrüßt werden.
Bei einer Betrachtung der Einzelheiten der verschiedenen Haushaltskapitel bemerkt man mancherlei interessante Veränderungen in den Positionen, die dem Kenner der Haushaltswirtschaft unseres Gemeinwesens offenbaren, wie sorgsam und zielklar bei der Gestaltung des Haushalts von den verantwortlichen Männern gearbeitet worden ist. Dabei ist man sowohl den personellen Kosten, wie auch den sachlichen Ausgaben gründlich nachgegangen; man hat an den geeigneten Positionen abgestrichen, zum Teil aber auch in der erforderlichen Weise gegenüber dem Vorjahre erhöht, im ganzen jedoch den Grundsatz einer gesunden und sachlich vertretbaren Sparsamkeit als oberstes Gesetz des Handelns strikt eingehalten. Als bemerkenswerte Einzelheiten möchten wir aus dem neuen Haushaltsplan folgendes hervorheben:
Allgemeine Verwaltung.
Titel 1 Stadtverwaltung schließt nach dem Haushaltsplan in der Endsumme mit einem Zuschußbedarf von 259 722,39 Mark gegen 267 494,81 Mkrk im Vorjahre ab. Dabei sind die Aufwendungen für persönliche K o st e n in der Hauptsache Besoldungen, auf 211 629,33 Mark in diesem 2ahre gegen 217 990,25 Mark im Vorjahre bei nahezu unveränderter Höhe der Einnahme (für dieses Haushaltsjahr 24 418 Mark gegen 24 570 Mark im Vorjahre) festgesetzt. In diesen Zahlen nach dem gedruckten Voranschlag für 1933 kommen jedoch die vom Stadtrat nach dem Abschluß des Voranschlags- entwurfs beschlossene Herabstufung der Gehälter einer Reihe von Beamten, sowie die für diese erfolgten prozentualen Kürzungen noch nicht zum Ausdruck; die Endsummme dieser Position wird sich also noch wesentlich ermäßigen. Die Höhe der sachlichen Verwaltungskosten beläuft sich im neuen Haushaltsjahr auf 53 530,34 Mark gegen 54 600,04 Mark im Vorjahre. Für verschiedene Verwaltungsausgaben find 18455,65 Mark (im Vorjahre 23 541,18 Mark) vorgesehen, denen auf der Einnahmeseite 23 397,35 Mark (im Vorjahr 28 354,38 Mark) gegenüberstehen. Der Abschnitt Verkehr schließt im neuen Haushalt auf der Ausgabenseite mit 27112,76 Mark gegen 28 562,76 Mark im Vorjahre, auf der Einnahmeseite mit 2000 Mark gegen 3030 Mark im Vorjahre ab. Besonders interessant ist hier, daß der Stadtrat den voraussichtlichen Zuschuß zu den Betriebskosten der Volkshalle von 15 000 Mark im Vorjahre auf 12 000
Mark für das neue Haushaltsjahr gesenkt hat. Bei einer häufigeren Inanspruchnahme Der Volkshalle durch Veranstaltungen mancherlei Art Dürfte Die Ersparnismaßnahme der Stadt durch vermehrte Einnahmen des Volkshalleoereins sicherlich ausgewogen werden. Erfreulich ist hier weiterhin, daß Der Stadtrat an den Aufwendungen für Die Verkehrs- Werbearbeit nichts gestrichen hat. Mit Recht rft man babei von der Ansicht ausgegangen, daß die Mittel für Verkehrszwecke als eine durchaus produktive Ausgabe für die Gesamtwirtschüft anzusehen sind.
Titel 2 Versicherungsamt, Standesamt, Drtsgeridjt schließt für Das neue Jahr mit einem Zuschuß von 26 739,85 Mark gegen 27 695,07 Mk. im Vorjahr, auf Der Einnahmeseite mit 2525,65 Mk. gegen 2333,65 Mk. im Vorjahr ab. Dabei erscheinen im einzelnen das V e r s i ch e - rungsamt mit 12 567,82 Mark (im Vorjahr 13120,60 Mk.) Ausgaben und mit 190 (270) Mk. Einnahmen, Das StanDesamt mit 16 297,68 Mk. (16 408,12 Mk.) Ausgaben und 2335,65 Mark (2063,65 Mk.) Einnahmen, das O r t s g e r i ch t mit 400 Mark Zuschußkosten wie im Vorjahre.
Titel 3 Wohnungsamt, Mieteinigung s- amt und Instandsetzungsstelle, Die im vorigen Jahre noch einen städtischen Zuschuß in Höhe von 8537,16 Mark erforderten, sind im neuen Haushaltsplan verschwunden. Das Wohnungsamt ist aufgelöst, die Geschäfte des Mieteinigungsamts find auf das Amtsgericht übergegangen, die Kosten der Instandsetzungsstelle sind bei den Aufwendungen für die Stadtverwaltung mit verrechnet.
Beim Titel 4 Ruhegehalte, Witwen- und Waisengelder beziffert sich der städtische Zuschuß im neuen Haushaltsjahre auf 111616,05 Mark gegen 118 635,08 Mark im Vorjahre. Die Einnahmen sind auf 3200 Mark gegen 3500 Mark im Vorjahre veranschlagt.
Beim Titel 5 Beiträge zu sozialen Versicherungen ist der Zuschuß aus städtischen Mitteln mit 4300 Mark für Das laufenDe Haushaltsjahr gegenüber Dem Vorjahr, in Dem er auf 4500 Mark veranschlagt war, nahezu unverändert geblieben.
Polizeioerwallung.
Im Titel 1 Baupolizei beläuft sich der städtische Zuschuß auf 21 192,55 Mark gegen 20 855,72 Mark im Vorjahr. In der Hauptsache handelt es sich hier um Besoldung und sachliche Bürokosten.
Titel 2 Feldpolizei schließt mit einem Zuschuß in Höhe von 11 894,04 Mark gegen 13 925,72 Mark ab. Auch hier dreht es sich fast ausschließlich um Besoldungskosten.
Titel 3 Staatliche Polizei weist einen städtischen Zuschuß in Höhe von 114 071 Mk. gegen 114 080 Mk. im Vorjahre auf. Davon entfallen auf den städtischen Beitrag zu den Kosten Der Ortspolizei 114 000 Mk. wie im Vorjahre (95 Polizeistellen je 1200 Mk ). Einnahmen stehen dieser Ausgabe nicht gegenüber.
Titel 4 Beiträge z u sozialen Versicherungen macht als städtischen Zuschuß eine Ausgabe von 570 Mk. gegen 475 Mk. im Vorjahr erforderlich, der eine Einnahme von 350 Mk. (125 Mk. im Vorjahr) gegenübersteht.
Grundbesitz, Land- und Forstwirtschaft.
Im Titel 1 Gebäude erscheinen die Gebäude mit Alt-Wohnungen (vor 1919 erbaut) in Ausgabe mit 60 066,92 Mk. gegen 64 117,92 Mk.
im Vorjahr, In Einnahme mit 110992,82 Mk. gegen 116 540,92 Mk. im Jahre 1932. Die Gebäude mit Neu-Wohnungen (seit 1919 erbaut) sind in Einnahme und Ausgabe je mit 228 824,26 Mk. gegen 231 163,96 Mk. im Vorjahre veranschlagt. Die Kleinwohnungsbauten Schott- straße sind für 1933 in Ausgabe mit 9774,38 Mk. gegen 8912,63 Mk. im Vorjahr, in Einnahme mit 10 512 Mk. gegen 10 362 Mk. im Vorjahr verzeichnet. Die Gesamtrechnung der Oe- bäube schließt in Einnahmen mit 350329,08 Mk. (im Vorjahr 358 066,88 Mk.), in Ausgabe mit 298 665,56 Mk. (im Vorjahr 304 194,51 Mk.) ab, so daß nach dem Voranschlag ein Ueberschuß von 51 663,52 Mk. (im Vorjahr 53 872,37 Mk.) verbleibt.
Titel 2 Grund st ücke schließt mit einem Zuschuß von 8673,56 Mark gegen 5458,79 Mark im Vorjahre ab. Die größte Ausgabe dieses Titels entfällt auf Grundsteuern und Straßenreinigungsgebühren, für die im neuen Haushalt 29 500 Mark gegen 31500 Mark im Vorjahr vorgesehen sind.
Im Titel 3 Waldungen ergibt sich für den städtischen Haushalt des neuen Wirtschaftsjahres ein Einnahmeüberschuß in Höhe von 23 010 Mark gegen 50 235 Mark im Vorjahr. Die erhebliche Minderung des Ueberschusses findet darin ihre Erklärung, daß
in diesem Jahre, angesichts des Standes der Holz- preise, keine Entnahme aus dem Forstbetriebsstock gemäß dessen Verwaltungsvorschrijt gestattet ist, während im vorigen Jahre eine solche Entnahm? in Höhe von 24 660 Mark möglich war. Bemerkenswert an diesem Titel ist noch, daß die Werbungskosten der Holzfällung für das neue Haushaltsjahr auf 26 100 Mark gegen 23 200 Mark im Vorjahre veranschlagt sind, während die Einnahme aus Dem Holzoerkauf auf 98 100 Mark gegen 98 640 Mark im Vorjahr geschätzt ist.
Titel 4 Jagden erbringt bei einer Ausgabe von 729,50 Mark (im Vorjahre 654,56 Mark) und einer Einnahme von 3465 Mark (3365 Mark) einen lieber- schuß von 2735,50 Mark (2710,50 Mark).
Im Titel 5 Faselhaltung ist eine Ausgab» von 1400 Mark wie im Vorjahr vorgesehen, im Tit. 6 Vertilgung schädlicher Tiere wird mit einer Ausgabe von 1000 Mk. wie im Vorjahre, im'Titel 7 Beiträge an Vereine wird mit 20 Mark Ausgabe gerechnet; Einnahmen sind hier nicht verzeichnet.
Titel 8 Beiträge zu sozialen Versiche- r u n g e n macht, wie im Vorjahre einen städtischen Zuschuß von 10 700 Mark erforderlich.
Erster Sprechabend der Mr-Jugend.
Der Bann 116 der Hitler-Jugend hielt gestern abend im CafS Leib seinen ersten öffentlichen Sprechabend ab, zu Dem besonders auch die Eltern und Erzieher eingeladen und zahlreich erschienen waren. Der Bannführer begrüßte die Gäste, nachdem ein Vorspruch den Abend eröffnet hatte und die Fahne eingebracht worden war. Als erster Redner sprach
Oberbannschulungsleiier Silber.
Das Volk in der Not habe sich wiedergefunden, so führte er u. a. aus, Menschen seien hervorgetreten, herausgewachsen aus dem Volke, Menschen, die einen Leidensweg gegangen seien und wußten, was dem Volke nottue. Die Idee des Nationalsozialismus sei besonders von der Jugend stürmisch aufgenommen und vom Wort zur Tat gemacht worden. Der Führer habe die Jugend gerufen, und sie fei gefolgt. Immer wieder in der deutschen Geschichte sei es die Jugend gewesen, die stürmte, sie habe die Banner getragen und neuen Ideen zum Durchbruch verhalfen. In seinen -weiteren Aussüh- rungen ging der Redner Dann auf die Geschichte der Jugendbewegung ein, um den Weg aufzuzeigen, der zur Hitler-Jugend geführt hat. Im Kriege habe das Volk seine Besten verloren. Die Jugend sei führerlos gewesen, aber sie habe sich nicht der roten Fahne ergeben, sondern sich, in kleinen Kreisen zusammengefunden, sei gewandert und habe die Heimat lieben gelernt. Sie sei aber in all dem Haß und Streit der Parteien kämpferisch geworden, habe neue, härtere Form gefunden, wurde Stoßtrupp, während jede der ehemaligen politischen Parteien um die Jugend warb, ohne sie zu einigen. Aber die deutsche Jugend habe sich ausgemacht, habe die Ausländsdeutschen aufgesucht und gelernt, was wahrhaft und was nicht deutsch sei. Deshalb habe sie auch jahrelang gegen Den Staat leben müssen. Erst Adolf Hitler habe der Jugend den klaren Weg gewiesen. Die Jugend sei hinter ihn getreten, habe seine Persönlichkeit erfühlt, ihn als den Führer erkannt und ihm treue Gefolgschaft geschworen. In der SA. sei aus der Jugend Der Typ Des neuen Menschen geroorDen, denn der Führer habe ein neues Ethos gelehrt und durch feine eigene Energie ein großes Vorbild gegeben. Die Hitler-Jugend habe sich deshalb aus allen Schichten bilden können. Die anfänglich Abfeitsstehenden seien durch Tat und Vorleben überzeugt worden. Es gebe jetzt nur noch Den aroßen, einenden nationalsozialistischen Gedanken. Aus innerer Freiheit im nationalsozialistischen Staat werde eines Tages die äußere Freiheit erwachsen. Das Heute sei nur Anfang. Deshalb gelte es, nicht müde zu werden im Kampf. Das Wirken der nationalsozialistischen Jugend werde immer notwendig sein. Die Jugend müsse aber auch immer zum Opfer bereit sein. Aus dem Jungvolk heraus solle der Junge zum Hitler-Jungen werden, aus dem Hitler-Jungen solle ein guter Staatsbürger werden. Im Jungvolk solle der Junge leben, wie es feiner Art entspreche, in der Hitler-Jugend solle ihm der Geist wahrer völkischer Gemeinschaft gelehrt werden. Dabei werde aber die Jugend nie
als „Masse" zu betrachten sein, denn jeder sei ureigen tätiges Mitglied in der Volksgemeinschaft nach seinen Fähigkeiten. Die deutsche Familie solle erhalten bleiben. Der Junge solle nicht aus ihr heraus- gerissen werden. Die Familie aber müsse sich in den Dienst der Volksgemeinschaft stellen. Der Junge solle um Das Erbe seiner Familie wissen und sich Dessen bewußt sein, was an Schweiß mit ihm oer- bunDen ist; aber immer solle vermieden werden, daß vom Besitz her Klüfte aufgerissen würden zwischen Arm und Reich. Zwischen der Hitler-Juaend und Der Familie müsse enge Gemeinschaft gepflegt werden. Jeder Jugendliche müsse ein ganzer Kerl sein, der immer seine Pflichten erfülle, Darüber hinaus aber immer noch Zeit habe, feinem Vaterlande zu bienen. (Lebhafter Beifall!)
Als zweiter Redner sprach der Sozialreferent im Oberbannstab
Pfarrer Rühl.
Der Glaube an sich selbst habe Das Volk gerettet. Gott habe gewollt, daß das deutsche Volk lebe. Durch Rasse und Sprache werde ein Volk nicht allein geschaffen, sondern nur durch den heißen Glauben an die gemeinsame Kraft. Er (Redner) glaube unerschütterlich an das Volk und an Deutschlands Jugend ; deshalb stehe er inmitten der Hitler- Jugend. Es sei ein Glück, glauben zu dürfen, es sei aber auch große Aufgabe und ebenso große Verantwortung. Die Jugend müsse zeigen, daß sie der Hilfe Gottes, die in der Sendung des Führers bestand, wert sei. Die Hitler-Jugend wolle wieder Volksgemeinschaft. Die foß. „Gesellschaft" müsse ausgerottet werden, wenn sie die Volksgemeinschaft nicht verstehen wolle. Man wolle auch nicht „Gebildete", die sich mit den Gebildeten aller Welt verstehen könnten, wenn sie nicht vermöchten, Den eigenen Volksgenossen zu verstehen. BilDung sei nur Dort, wo sie nicht trennenD zwischen Dem gemeinsamen Blut stehe. GebilDet sei Der, welcher Den Weg zu des Volkes Art gefunden habe. Diese Bildung allein wolle die Hitler-Jugend. Der Name Hitler-Jugend bedeute für die Jugend eine besondere Ehre, die mehr verpflichte, als irgend etwas anderes. Die Hitler-Jugend müsse Schule des Gehorsams sein. Der Hitler-Junge müsse in Der Unter- orDnung Größe beweisen. In Der Hitler-Jugend sei eine neue Gläubigkeit. Es roerbe wie selbstverständlich von Gott geredet. Deshalb gehöre zu dieser Jugend auch der Geistliche. Deshalb werde auch die Zukunft andere Gestalt haben, als die Vergangenheit. In der Zukunft trete anstelle des Materialismus die Gläubigkeit. So wie die Größten unseres Volkes immer in innigster Verbundenheit mit Gott gestanden haben, so solle unser ganzes Volk mit Gott verbunden sein und in Gläubigkeit zu Gott streben.
Nachdem der Oberbannschulungsleiter Ruder noch ein kurzes Schlußwort gesprochen hatte, der erste Vers des Horst-Wessel-Liedes gesungen und das dreimalige „Sieg-Heil!" auf Führer und Vaterland verklungen war, wurde der erste Sprechabend geschlossen.
Geschichten aus aller Well.
(Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.)
Revolution in Hemdsärmeln.
(vk) Neuyork.
An Der Kreuzung der 6. unD Der 43. Straße befinDet sich ein Mammut-Theater, das über 3000 Zuschauer faßt. In diesem „Hippodrom" gastiert jetzt ein Kollektiv Der kürzlich in Konkurs gegangenen Opern-Gesellschaft von Chikago unD spielt vor- wiegenD deutsche Opern-Werke. Anläßlich Der jüngsten „Lohengrin'-Äufführung fand nun eine im Neuyorker Theaterleben bisher noch nie dagewesene Revolte statt. Allerdings nicht künstlerischer Art. Vielmehr war es eine Revolution in Hemdsärmeln. Sämtliche Männer im Zuschauerraum zogen nämlich wie auf Kommando ihre Ueberröcke aus, unD kaum wurde Dies von Den Orchesker-MitglieDern bemerkt, so folgten sie rasch dem Beispiel. Die Damenwelt war entsetzt. Demonstrativ klatschte sie — noch vor Beginn der Oper — Dem einzigen „Gentleman" im Hause zu, nämlich Dem Kapellmeister, der, schwitzenD, aber mit einem tadellosen Frack bekleidet, am Dirigentenpult stand. Da kam das dritte Glockenzeichen. Der Kapellmeister greift — nein, nicht zum Dirigentenstab, sondern zu seinem gutsitzenden Frack. Zieht das lästige Stück mit einem kühnen Ruck aus und gibt in Hemdsärmeln den Einsatz. Und in der Folge schwitzten nur noch die Schauspieler.
Dänemarks „großer alter Mann".
(E. v. M.) ft o p e n f) a g e n.
3n diesem Jahre starb auf feinem mittelalter« l'chen Schlosse Aalholm, Der letzte dänische Magnat,
Lehnsgraf Frederik von Naben-Leoetzau, aus dem uralten Geschlecht der mecklenburgischen Raben. Sein Werk als Außenminister in den Jahren 1905 bis 1908 liegt in den diplomatischen Akten vergraben, lieber den Politiker mußte man sich aus den Nachrufen unterrichten, aber den Menschen Raben-Levetzau kannte jedes Kind. Unzählig die Anekdoten, die über ihn verbreitet werden. Als er Außenminister wurde, sprach ganz Dänemark von den „sieben vollausgerüsteten Schlössern", die Der Alte von Christiansholm Dem „Ansturm Der Feinde" entgegenzusetzen hatte. Sein sagenhafter Reichtum trug ihm trotz seiner schlichten Ritterlichkeit viele Angriffe ein, unD einmal seufzte er auf: „Es ist Doch schauDerhaft, wie Die Zeitungen mich zum Idioten stempeln. Bald glaube ich es beinahe selbst". — Da sich Der Graf nur schwer von seinem treuen Kammerdiener trennen konnte, wollte er ihn gern ins Außenministerium mitnehmen; der langjährige dortige Amtsdiener widersprach. Raben versuchte den Alten zu überreden mit dem Hinweis, dak er, Raben, doch schließlich der Minister sei. Worauf der Amtsdiener ftettinge seelenruhig erwiderte: „Gewiß, Eure Exzellenz, aber wie lange?* — Das Argument war schlagend, und lachend verzichtete der Außenminister auf seinen Wunsch.
Kleine Liebesgeschichte.
_. Stockholm.
Eine junge Dame, Tochter wohlhabender Eltern, liebte einen jungen Rechtsanwalt. Der war noch ziemlich unbekannt und seine Praxis noch nicht allzu groß. Und deshalb sagte der Papa zu seinem
laiauBpdimtS
ä Motorwagen-Verkaufsgesellschaft m.b.H. SXSS


