Ausgabe 
15.9.1933 Zweites Blatt
 
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Kollegen diesen Weg zu versperren hat Grey die Tatsachen vorsätzlich gefälscht und zugleich mit seinem Rücktritt gedroht, wenn das Kabinett in dem angeblich unvermeidlichen Kriege neutral blei­ben wolle. Ebenso hat er nachweisbar den Ko - nig Georg falsch unterrichtet, und natur- llch seinen Kollegen, mit Ausnahme weniger Ern- ^weihten wie Asquith und Haldcme, tem Wort von seinen Mahnungen und Versprechungen an Rußland vom 25. Juli gesagt. Erst lange nach dem Kriege haben die englische Aktenpublikation und Morleys Aufzeichnungen Greys Handlungsweise ans Licht gebracht, aber die Konsequenzen für die Beurteilung Greys und seiner engeren Freunde sind drüben in der Oeffentlichkeit noch nicht gezogen worden. , , , _

Also, mit den unlautersten Mitteln hat Grey sein Land bewußt in den Krieg Hin­ei nge führt, vieleicht den Krieg erst unver­meidlich gemacht. Die Schlußfolgerung für die Versailler These liegt auf der Hand.

Aus der provtnzialhauptstadt.

Herbstfäden.

Einmal, an jenem Sommerlagern Herbst, die Spinneweben banden alle stoppeln, von fernen Wäldern schimmert blau herüber ein hold Geheimnis ..

heißt es in Lilie ncro ns dämonischem Gedicht von der Hasenhetze^ ehe der Tod als mageres, hämisch lachendes Männchen aus dem gebrochenen Auge des Windhundes tritt. Dämonisch sind auch, in dieser unheimlichen Vertauschung der Zeiten, solche späten Sommertage im Herbst und dämonisch diese Gewebe, echte Geisterfäden, die ein Wesen und Tun entfalten, die, wie es der Dichter darum mit einem Tätigkeitswort sagt, das kahle, tote Land binden". Sie rühren von kleinen, jungen Feld­spinnen her, den Krabbenspinnen, die an schönen Tagen bis in den Spätherbst ihren Faden quellen lassen, am Boden befestigen und, wenn er lang genug ist, abbeißen, um mit ihm auf den leisen,., unmerklichen Luftströmen dahinzuschiffen.,

Mädchensommer" nennt der Volksmund das Ge­spinst, meint damit aber nicht blutlebende Mädchen­jugend der Menschenwelt, sondern das zwergige elbische Werk vom Rocken der Schicksalsspinne­rinnen. Wenn die Geisterbeziehung vergessen wird und die Vermenschlichung der Natur eintritt, kommt der NameAltweibersommer" auf, Name für späte Jugend und späte Liebe mit weißen Fäden im Haar, für tödlichen, wehmütig-schönen Nachsommer, der sich noch nicht in den Herbst und Winter er­geben will und sehnsüchtig nach den anderen schielt, die erst Frühling und Sommer haben.

Jedoch es gibt eine Stufenfolge vom Elbischen über das Menschliche zum Göttlichen, und auf die­ser höchsten Staffel finden wir auch für Flugsommer und Graswebe eine dritte Namengebung und Deu­tung: nämlich Frauensommer, Mariensäden, Ma- riengarn. Da hört der Dämonenzauber auf, da wird auch die Herbstblume, da wird auch das Un­kraut gut, Saat, die niemand säte und niemand einführt, die nutzlos sich selbst genug ist, Ernte für Gottes Scheuer. Ueber das Feld wie über einen See geht in Glitzerbahnen die Sonne von jedem unserer Schritte bis zum Horizont, sie sitzt als Himmelsspinne in tausendfachen Lichtnetzen wie die Weihnachtskerze im gläsernen Engelshaar. Von dem allen singt E i ch e n d o r f f:

Durch die Felder sieht man fahren eine wunderschöne Frau, und von ihren langen Haaren aoldne Fäden auf der Au spinnet sie und singt im Gehen:

' Eia, meine Blümelein, nicht nach andern immer sehen, eia, schlafet, schlafet ein." H. B.

N2D21P.

Zum Gau-Parteitag 1933 erläßt der Kreisleiter Dr. Harth an alle Ortsgruppen- und Zellenleiter folgende Anordnung:

1. Mit der Vorbereitung des Gauparteitaaes ist Pg. Arthur Michel in Gießen beauftragt. Alle Zu­schriften, die den Gauparteitag betreffen, sind an ihn, Dammstraße 24, zu richten.

2. Alle Ortsgruppen- und Zellenleiter sammeln sofort die Meldungen für die Teilnahmen am Gau­parteitag. Ich weise ausdrücklich darauf hin, daß nicht nur Parteigenossen, sondern auch die Mit- alieder aller übrigen nationalsozialistischen Organi­sationen und Sympathisierende zur Teilnahme be­rechtigt sind.

3. Die Fahrt nach Frankfurt a. M. erfolgt im Sonderzug. Die Sonderzüge sind in derOberhessi­schen Tageszeitung" am Donnerstag, den 14. Sep­tember 1933, angegeben.

4. Die Zellenleiter geben ihre Meldung bis Don­nerstag, den 19. September, an die Ortsgruppen­leiter. Die Ortsgruppenleiter melden am 19. Sep­tember die Teilnehmer ihrer Ortsgruppe der Zahl nach gesondert nach Einsteigestationen an Hand der angegebenen Sonderzüge.

5. Zugleich ist anzugeben, wieviel Parteigenossen an den Sonderzügen der einzelnen Abteilungen teilnehmen wollen.

6. Die Fahrtermäßiaung beträgt 75 Prozent. Nähere Angaben folgen.

In der Ortsgruppe Gießen-Nord findet für die Zelle 6, Block 4 (Schützenstraße, Zu den Mühlen, Bootshausstraße, Wißmarer Weg) am kommenden Montag, 20.30 Uhr, bei Pg. Schmitt,Fischerhof", Schützenstraße, ein B l o ck a b e n d statt. Wegen der Wichtigkeit des Abends ist das Erscheinen aller Par­teigenossen unbedingt erforderlich. Mitglieder, der NSBO., der Frauenschaft, HI. und BDM. sind will­kommen. Am 20. September findet für die Zellen 6 und 7 im Kaufmännischen Dereinshaus um 20.30 Uhr Zellenabend statt. Redner ist Pg. B u l l - mann.

In derOrtsgruppeGießen-Ost findet am Montag, 20.30 Uhr. in derStadt Lich" Amts­waltersitzung statt.

DieOrtsgruppeGießen-Süd veranstaltet am Dienstag, 19. September, 20.15 Uhr, im Physio­logischen Institut den zweiten Luftschutzabend für die Zellen Liebigstraße (1) und Wilhelmstraße (2). Pg. Dr. Eichler spricht überAbwehr von Gaskampf­stoffen". Alle Parteigenossen und auch die übrigen Volksgenossen dieser Straßen werden zu dem Abend erwartet.

An die Vereine unserer Stadt.

Zum Zwecke der rechtzeitigen und umfassenden Verkehrswerbung ist es erforderlich, daß die Ver­eine unserer Stadt die für den kommenden Winter und für das Jahr 1934 geplanten Veranstaltungen umgehend dem Verkehrs- bund Oberhessen, Sitz Gießen, Stadt­haus, zur Kenntnis bringen. Der Verkehrsbund Oberhessen wird im Auftrage des Herrn Sonder­kommissars für den Fremdenverkehr in Hessen und

des Hessischen Verkehrsverbandes die Meldungen sammeln und das Material an den Herrn Sonder­kommissar bzw. an den Hessischen Verkehrsoerband zur Verwertung bei den W e r b e m a ß n a h m e n für unsere hessische Heimat weiterleiten. Damit die Werbearbeit ungesäumt auf breiter Grundlage in Gang gesetzt werden kann, ist es er­forderlich, die Meldungen der Vereine bis zum 2 5. September an den Verkehrsbund Oberhessen, Sitz Gießen, Stadthaus, einzureichen. Kein Vereinsvorstand versäume diese Mitarbeit, die sowohl im Interesse der Veranstal­ter, wie auch ihrer Heimatstadt und unseres schönen Hessenlandes dringend erforderlich istl

Mittwochs-Abonnement im Gießener Stadttheater.

Die Intendanz kann wie man uns schreibt allen Theaterfreunden die erfreuliche Mitteilung machen, daß auf Grund der sehr regen Nachfrage nach Abonnements und zahlreicher Neumeldungen von der Theaterdeputation beschlossen wurde, den Mittwoch als dritten Aboxmements-Tag beizu­behalten. Anmeldungen bzw.'Neumeldungen wer­

den von der Theaterkasse täglich mündlich und schriftlich zu allen drei Abonnements-Tagen noch entgegengenommen.

Bunter Abend im Stadttheater.

Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Unter dem Motto:Wir stellen uns vor und werben!" veranstaltet die Intendanz des Stadttheaters am Dienstag, 19. September, 20 Uhr, im Stadttheater einen Bunten Abend. Alle Theater­freunde, Abonnenten und Nicht-Abonnenten (damit sie es doch noch werden), laden wir zu dieser Ver­anstaltung ein. Sie sollen Gelegenheit haben, unsere Neuen kennenzulernen; aber auch unsere Neuen möchten das Gießener Publikum kennenlernen. Wir wollen doch alle auf dem Weg über das National- theater zu wahrer Volksgemeinschaft kommen. Und wir erwarten alle Gießener am Dienstag! In buntem Reigen: Musik, Gesang, Rezitationen und Tanz, Scherz, Ernst und Humor, alles soll zu Wort kommen. Damit wir alle bei uns wissen, gilt der Einheitspreis von 20 Pf. auf allen Plätzen. Verkauf ab Montag nur an der Theaterkasse von 10 bis 12.30 und 14 bis 17 Uhr. Telefonische Vorbestellungen werden auf keinen Fall berücksichtigt.

Polizeiberichte.

Die Staatspolizeistelle bei der Polizei- direktion Gießen berichtet:

Ueber die Angehörigen eines Arbeitsdienstlagers im Kreise Friedberg waren Gerüchte im Umlauf, die das Einschreiten der Staatspolizei erforderlich machten. Nach eingehenden Ermittlungen durch die Staatspolizeistelle in Gießen stellte es sich heraus, daß ein K o m m u n i st aus Ober-Flor st adt die Gerüchte wissentlich falsch verbreitet hat. Er wurde deshalb am Donnerstag in Ober-Florstadt estgenommen und, nachdem er am späten Abend ün Geständnis abgelegt hatte, nach Gießen über- ührt und dort am kommenden Tage der Staats« mwaltschaft vorgeführt, die Haftbefehl beantragte, der auch vom Richter erlassen wurde. Die Verhaf­tung erfolgte wegen Vergehens gegen die Verord­nung des Reichspräsidenten zur Abwehr heimtücki­scher Angriffe gegen die Regierung der nationalen Erhebung vom 21. März 1933.

Zwei durchreisende Männer wurden festgenom­men, weil sie beim Vorbeimarsch eines SA.-Stur- mes mit entrollter Fahne diese nicht grüßten und durch ihr Verhalten Anlaß zu Aergernis gaben. Ein Strafverfahren wurde eingeleitet.

*

Die Kriminalpolizei stelle bei der Poli­zeidirektion Gießen berichtet:

Wegen Abtreibung wurde am Mittwoch ein 37 Jahre alter Kaufmann von Gießen festgenommen. Er unterhielt mit einigen Mädchen intime Bezie­hungen. Durch unerlaubte Eingriffe suchte er die eingetretenen Folgen au beseitigen. In einigen Fällen konnte er überführt werden. Bei der vor- genommenen Durchsuchung wurde außer allerlei Instrumenten auch eine Pistole vorgefunden. Er wurde in Untersuchungshaft genommen.

Am Dienstag wurde in der Marktlaubenstraße ein Fahrrad gestohlen. Ein Anwohner beobachtete den 22 Jahre alten Schuhmacher Hans Hohl von Gießen, als er sich an dem Rade zu schaffen machte. Der Verdacht lenkte sich daher auf Hohl. Bei der am folgenden Morgen bei ihm vorgenom­menen Durchsuchung wurde das abhanden gekom­mene Fahrrad in vollständig auseinandergenom­menem und neu gestrichenem Zustand oorgefunden. Hohl wurde dem Amtsgericht zugesührt und kam in Untersuchungshaft.

Auf Grund eines Ausschreibens wurde am Mit- woch der 31jährige Händler Ernst Hausmann aus Röthges wegen Betrugs festgenommen und dem Amtsgericht zugeführt.

Am Donnerstag gegen 23.30 Uhr versuchte ein junger Mensch in der Marburger Straße einem allein nach Hause gehenden Mädchen die Handtasche zu entreißen. Auf die Hilferufe des Mädchens er­griff der Täter die Flucht. Er wird wie folgt be­schrieben: 20 bis 22 Jahre alt, 1,65 Meter groß, schmal, blasses Gesicht, blonde Haare, trug dunklen

Anzug. Kragen und Kopfbedeckung trug der Un­bekannte nicht. Sachdienliche Mitteilungen erbittet die Kriminalpolizei.

Opferfreudigkeit der Eisenbahner.

Das Ergebnis der bisher von den Bediensteten im Reichsbahndirektionsbezirk Frankfurt a. M. lau­fend gespendeten Beträge für die Nationale Arbeit beträgt für die Monate Juli, August und September insgesamt 60 000 Mark. Im Geschäftsgebäude der Neichsbahndirektion Frankfurt a. M. wurden für die Zwecke der Arbeitsbeschaffung allein 1500 Lose ver- kauft. Auch die Eisenbahnerschaft hat damit den Beweis ihrer Opferfreudigkeit und ihrer Verbunden­heit mit der nationalen Regierung in reichem Maße erbracht.

Nationale Spenden.

Man berichtet uns: Die dem Verband südwest­deutscher Konsumvereine angeschlossenen Konsum­genossenschaften haben für die Adolf- Hitler-Spende einen Betrag von 20166,50 Mark gezeichnet. Für die Spende zur Förde­rung der nationalen Arbeit wurden von

Verwaltung und Personal dieser Genossenschaften zusammen 13 472,70 Mark an die Finanzämter ab- aeliefert. Außerdem haben die Angestellten und Ar­beiter in den Genossenschaften sich bereiterklärt, sich monatlich 4269,80 Mark für diese Spende vom Lohn abziehen zu lassen, was einen Jahresbetrag von 51237,60 Mark ergibt.

Der Konsumverein Gießen hat sich daran wie folgt beteiligt: Für die Adolf-Hit- ler-Spende wurden 200 Mark gezeichnet, für die Spende zur Förderung der natio­nalen Arbeit wurden von Verwaltung und Personal 100 Mark aufgebracht und an das Fi­nanzamt abgeführt. Außerdem werden für die Spende zur Förderung der nationalen Arbeit mo­natlich 140 Mark vom Lohn einbehalten, was einen Jahresbetrag von 1680 Mark ergibt.

Es ist auch dies ein Zeichen dafür, daß mit der Gleichschaltung ein neuer Geist in die Konsum­genossenschaftsbewegung eingezogen ist.

Daten für Samstag, 16. Teptember.

1736: der Glasbläser Daniel Fahrenheit im Haag gestorben (geboren 1686); 1809: Erschießung der Schillschen Offiziere in Wesel; 1858: der englische Politiker Sonar Law in Neu-Braunschweig geboren (gestorben 1923); 1877: der Volkswirtschaftler Walter van der Bleek in Berlin geboren; 1927: der Hygieniker Max von Gruber in Berchtesgaden gestorben (geboren 1853).

Taten für Sonntag, 17. September.

1631: Sieg Gustav Adolfs von Schweden über Tilly bei Breitenfeld; 1739: der russische Feld- marschall Gregor Alexandrowitsch Potemkin in Tschi­schowa geboren (gestorben 1791); 1805: der preu­ßische Staatsmann Karl Otto von Raumer in Star­gard gestorben (geboren 1859); 1915: WilNa von den Deutschen erobert; 1917: der Landschaftsmaler Toni von Stadler in München gestorben (geboren 1850).

Gießener Wochenmarktpreise.

* Gießen, 16. Sept. Auf dem heutigen Wochen- markt kosteten: Landbutter, das Pfund 1,30 bis 1,35 Mark, Kochbutter 1,10 Mark, Matte 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier (inländische) 11, Wirsing (gelb), das Pfund 8 bis 10, Weißkraut 6 bis 8, Rot­kraut 10 bis 12, Gelbe Rüben 10, Rote Rüben 10, Spinat 15 bis 20, Römischkohl 10, Bohnen (grün) 15, (gelb) 18 bis 20, Unterkohlrabi 8, Tomaten 12, Zwie­beln 10, Kürbis 6, Kartoffeln 3 Pf., der Zentner 2,20 bis 2,50 Mark, Frühäpfel, das Pfund 8 bis 12, Fall­äpfel 4, Pfirsiche 30 bis 35, Brombeeren 30 bis 35, Preißelbeeren 25 bis 30, Aepfel 8 bis 10, Birnen 8 bis 12, Zwetschen 5 bis 8, Mirabellen 12 bis 15, junge Hähne 70, Suppenhühner 65 bis 70, Enten 80, Tauben das Stück 50, Salat 8 bis 10, Salatgurken 10 bis 25, Einmachgurken 1% bis 4, Endivien 5 bis 15, Lauch 10, Rettich 5 bis 20, Sellerie 10 bis 25, Radieschen, das Bund 10 Pf.

L^ornottzen.

Tageskalender für Samstag: Turn­verein von 1846, 20.30 Uhr,Bayerischer Hof", Monatsversammlung. Palast-Lichtspiele, 9 bis 21 Uhr, Zinnsoldaten-Truppenschau. Lichtspiel­haus, Bahnhofstraße:Ein Lied geht um die Welt" mit Joseph Schmidt.

Tageskalender für Sonntag: Na­tionalsozialistische Frauenschaft, Kreisleitung Gie- ßen, Volkshalle, 11 Uhr Festgottesdienst, 14 Uhr Kundgebung. Provinzial-Sängertag, 14 Uhr, Ge- werkschastshaus. Fachverband der Wäschereien und Plättereien Oberhessen/Lahn, Ortsgruppe Gie­ßen, 10 Uhr, Gastwirtschaft Rausch am Oswalds- garten, Mitglieder-Versarnrnlung. Wandervogel Höhenflug" Gießen, 20 Uhr, Cafö Leib, Familien­abend. Kraftpost-Gesellschaftsfahrt nach Mar­burg, Abfahrt 8 Uhr. 224er, 15 Uhr, ab Lud- wigsplatz, Familienspaziergang. Waldeslust, Schallplattenkonzert. Palast-Lichtspiele, 9 bis 21 Uhr, Zinnsoldaten-Truppenschau. Lichtspiel­haus, Bahnhofstraße:Ein Lied geht um die Welt".

* * Besuchszeiten der Museen. Die Museen und Sammlungen im Alten und Neuen Schloß sind am Sonntag zwischen 11 und 13 Uhr geöffnet t.

** Sonderhalte stelle Li ch er Straße. Aus Anlaß der Kreisfrauentagung der NS.-Frauen- schäft hält der Personenzug FuldaGießen (Als­feld ab 7.56, (Brünberg ab 8.46, Gießen an 9.21 Uhr) ausnahmsweise (etwa gegen 9.16 Uhr) am Bahnübergang an der Licher Straße.

** Die Ob ft oer ft eigerungen der Stadt Gießen betrifft eine Bekanntmachung im heu­tigen Anzeigenteil. Interessenten, die sich über Zei­ten und Treffpunkte für die Versteigerungen in­formieren wollen, seien besonders darauf aufmerk­sam gemacht.

** Die Steuersätze für Umlagen und Sondergebäude st euer in der Stadt Gie­ßen für das Rechnungsjahr 1933 find in einer Be­kanntmachung im heutigen Anzeigenteil veröffent­licht. Es fei besonders darauf aufmerksam gemacht.

** Die Vergebung der Düngemittel» l i e f e r u ng betrifft eine städtische Bekanntmachung im heutigen Anzeigenteil. Angebote sind bis zum 1. Oktober beim Städtischen Vermessungsamt, Berg­straße 20, Zimmer 3, einzureichen. Näheres ist aus der Bekanntmachung ersichtlich.

** Der näch ste Rindvieh-(Nutzvieh-) Markt findet am Dienstag, 19. September, der nächste Schweinemarkt am Mittwoch, 4. Oktober, statt. Auf die heutiae Bekanntmachung sei besonders aufmerksam gemacht.

** 2) i e Gewerbeschule Gießen, die in diesem Jahre auf ein 95jähriges Bestehen zurück­blickt, eröffnet am 2. November ihr Winter­semester. Sie hat in dieser langen Zeit Tausenden von Handwerkern und Handwerksmeistern das geistige Rüstzeug für einen erfolgreichen Lebens­kampf mitgegeben. Es ist heute mehr denn je für jeden Handwerker notwendig, sich die erforderlichen theoretischen und fachlichen Kenntnisse anzueignen, um den gewaltig gestiegenen Anforderungen der heutigen Zeit genügen zu können. An der Anstalt ist Gelegenheit vorhanden, sich in fast allen Ge­werben aus- und fortzubilden, die staatliche Ab­gangsprüfung und gemäß den Bestimmungen der Hessischen Handwerkskammer die Meisterprüfung abzulegen. Man beachte die heutige Anzeige.

** Der Alice-Schul verein eröffnet das Winterhalbjahr am 30. Oktober. Die Kurse in Weißnähen, Schneidern, Sticken und Bügeln be­ginnen an diesem Tage wieder, ferner die halbjäh­rige Haushaltungsschule und Kochkurse von kürzerer Dauer. Auch Die hauswirtschaftliche Fachschule nimmt noch Schülerinnen auf. Die Schulen des Alice-Vereins geben, wie wohl bekannt, die Ge­währ für eine tüchtige Ausbildung in allen weib­lichen Arbeiten in Haus, Familie und Beruf. (Siehe heutige Anzeige.)

** Werbepreisangeln an der Lahn. Der Angelfportverein Gießen und Umgebung (Mit­glied des Reichsverbandes Deutscher Sportangler) veranstaltet an seinen Vereinsgewässern bei Duten­hofen und Atzbach am morgigen Sonntag ein Propaganda- und Werbepreisangeln. Sportfreunde können sich gegen Entrichtung von einer Mark Startgeld daran beteiligen. Das Angeln beginnt x morgens um 7 Uhr am Vereinshaus bei Atzbach. Weidgerechte Sportangler werden vom Angelsport­verein noch als Mitglieder aufgenommen. Da ab 1. Januar 1934 ein neues Fifchereigefetz gelten wird, nach dem nur noch solche Personen einen Reichsfischereischein erhalten, die dem Reichsverband deutscher Sportangler angeschlossen sind, empfiehlt es sich, diesen Anschluß alsbald herzustellcn. An­meldungen sind an den 1. Vorsitzenden Ludwig Fischer, Riegelpfad 20, zu richten.

Die Hessische Höhere Bausch ule Bingen, eine höhere technische Lehranstalt für Hoch- und Tiefbau, bezweckt die Ausbildung von Bauhandwerkern zu Gewerbetreibenden, Bau- gewerksmeistern oder Unternehmern und berechtigt nach fünffemeftrigem Besuch zum Eintritt in die mittlere technische Laufbahn. Die Absolventen er­halten dieMittlere Reife" und werden zur Bau- Meisterprüfung zugelassen. Das Wintersemester be­ginnt am 3. Oktober. Die Aufnahmebedingungen sind die der Höheren Technischen Lehranstalten des Deutschen Reiches. Auf die heutige Anzeige sei hingewiesen.

** Eine Fünfundachtzigjährige. Frau Margarete Thomas, geborene Rudolph, Schif- fenberger Weg 5 wohnhaft, begeht am kommenden Montag, 18. September, ihren 85. Geburtstag.

Neuorganisation der hessischen Photopraphen.

Frankfurt a.M., 14.Sept. Der Hessische Photograp Hen-Bund hielt kürzlich in Frank­furt feine Mitgliederversammlung ab, in der nach einem einstimmigen Beschluß die Innung aufgelöst wurde und in drei Innungen für die Provinzen Starkenburg, Rheinhessen und Oberhessen überführt wird. Gleichzeitig wurde in Anwesenheit der Ver­treter vom Kreisamt und der Handwerkskammer Darmstadt ein Landesverband für das Photo­graphenhandwerk gegründet. Zum Verbandsführer wurde Hans Schramm (Darmstadt) bestellt, der seinerseits die Jnnungsführer ernannte. Als Jn- nungsführer für Oberhessen wurde der Photogra- phenmeister Zimmer (Gießen) bestimmt. Sodann hielt Herr Dr. Kollbach, Syndikus der Hand­werkskammer, einen längeren, interessanten Vor­trag über die neue Bewegung im Handwerk und die damit verbundene Neugestaltung der Gewerbe­ordnung. Allgemeinen Beifall fanden die Neuerun­gen, die in Aussicht gestellt wurden: insbesondere die Einführung derBeschränkten Gewerbefreiheit", der Handwerkerrolle, Beseitigung der Schwarzarbeit und Doppelverdiener. Nach der kommenden Ver­fügung kann nur derjenige einen Beruf ausüben, für den er den Nachweis führen kann, daß er dis Dorgefthrtebene Lehrzeit durchgemacht, und die Mei­sterprüfung bestanden hat. Mit dieser Maßnahme kommt Ordnung und Sauberkeit auch in das Hand­werk, und kann nicht jeder Unberufene, zum Nach­teil der Allgemeinheit, sich betätigen. Gerade für den Photographenberuf sind diese Bestimmungen von großer Bedeutung. In keinem anderen Beruf wird so viel gepfuscht wie hier. So sehr die Lieb­haberphotographie zu begrüßen sei, so hat dieselbe aber einen Umfang angenommen, der sich zum Schaden der Berufsphotographen auswirkt, wie ein Fernstehender fick keine Vorstellung machen kann. Es ist deshalb freudig zu begrüßen, daß hierin Klarheit und Ordnung geschaffen wird, nicht zum Nachteil für die Allgemeinheit. Reicher Beiiall lohnte den Redner für feine Ausführungen. Eine allgemeine Aussprache brachte manche Wünsche und Beschwerden zum Ausdruck. Mit dem Gesang des Horst-Wessel-Liedes und einem dreifachenSieg* Heil" auf unseren Volkskanzler Adolf Hitler, wurde die Versammlung geschlossen.___

Sprcmitttuden Der Redaktion.

11.30 bis 12.30 Uhr 16 bie 17 Uhr Samstag nadjmittao qeichlosien

Anzeigenausträge sind lediglich an die Geschäftsstelle zu richten.

In der heutigen Nummer des Gießener Anzeigers beginnt ein neuer Noman von Anny von panhuys unter dem Titel

Gin Lied vom GMB

Zugleich nimmt in der wahlfrei bezogenen Samstagsbeilage Die Illustrierte des Gießener Anzeigers" ein neues Werk seinen Anfang, ein Gutsroman von Olaf Bouterweck, betitelt

Die Heimat ruft!

Man bezieht den Gießener Anzeiger mit seinen Beilagen für die zweite Septemberhälfte in Gießen durch die Austräger, auswärts durch die örtlichen Dertriebsstellen und die Post