IInnh Fttebel Gaupartcitaöl ttc.'
I 1933 !
Oie NG.-Volkswohlfahrt
ahrt und Fürsorge zustän-
V 0 lkswoh
Arbeit und Friede
Aus der Provinzialhaupistadt
Buntes Allerlei
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ihrem eigenen Interesse während der Fahrt durch den Tunnel die Wagenfen ft er der Abteile geschlossen zu halten, da durch Einbau eine* Schutzgerüstcs an der Baustelle das lichte Raumprofil im Tunnel eingeschränkt ist und die Reisenden beim Hinauslehnen sich gesährden. Nachdem nun die 40 Meter Tunnelstrecke freigelegt ist, besteht jetzt mehr wie früher bei den Reisenden der Anreiz, beim Besahren der Baustelle die Woaenfenstcr zu öffnen, um sich den ungewohnten Anblick nicht entgehen zu lassen. Die Reisenden werden deshalb nochmals auf die Gefahren aufmerksam gemacht, die mit dem Hinauslehnen aus den Wagenfenstern verbunden sind.
lllter m Hamburg, Lübeck und i Senatspräsidenten am hansea- jericht Dr. Arnold Engel zmn les hanseatischen Ober- s ernannt. >
schäftsstelle Frankfurt a. M., zu Händen von Fi
L. Gramm- Frankfurt a. M, Humbrachtstr. 3
wird es künstitz neben dem regle- ter mir noch sünf statt bir-^ atoren geben, die sämtlich von ll werden.
r Leitung JZtftrablabti' timen Staaispolijeiomt bis auf i. Das Blatt hat sich nicht ze- es Ministerpräsidenten Törin; eKUgendrn und a DtxWTi.
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br. DvNfutz hat den unga- Menten Gömb äs, den unflo- mister und den 3nnenmini]"ter jur zur Jagd nach Mürzzuschlag
Dom Gau - Presse- FO5
emt Hessen • Nassau in \w J<A
Zranksurt a. M. wird mitgeteilt:
Unter diese Parole
hat Gauleiter Spren-
M a i ni s ch e n N a -
ti o n a l s o z ialisteu !Rpras&g k
i gestellt. Das hier wie- i
; k>ergegebene Abzeichen
’ des großen Gautages
s ymbolisiert plastisch
6 dte vier Jahre des nationalsozialistischen Aiederausbauplanes, dessen nicht geringster Anteil hier im Gebiet des Gaues in der Hafraba begonnen wird. Das Zeichen wird am 23. und 24. September von über 100 000 Besuchern des Gautages getragen werden, die sich in Frank- | surt a. M. zusammenfinden. Die an Frankfurts deutsche Einwohnerschaft ergangene Bitte der Gauleitung um reichliche Quartierbereitstellung kann daher auch an dieser Stelle nicht dringlich genug wiederholt werden. Darüber hinaus wird eine f außergewöhnlich zahlreiche Beteiligung der Beoölke- runfl an den öffentlichen Veranstaltungen erwartet.
Die große Kundgebung im Stadion am 1 2 3. September soll ihren Höhepunkt in einer Rede des Reichskanzlers finden, welcher an diesem Tage den ersten Spaten st ich zum Baubeginn der Reichsautobahn aus- führen wird. Diese Handlung wird als feierlicher Staatsakt des Reiches vom Ministerium für Dolks- aufklärung forgfäUig vorbereitet. Der 24. soll die
Was alte Llhren erzählen
Aus der Geschichte eines ehrwürdigen Handwerks.
Von Kranz Steggemann, Berlin.
gestellt werden. In diesem besonderen Falle werden keine Prüfungsgebühren erhoben.
Oie Aulschlitzung des Mainzer Tunnels
Mainz, 14. Sept. (WSN.) Die Arbeiten zur teilweisen Aufschlitzung des Tunnels zwischen dem Mainzer Hauptbahnhof und Mainz-Süd sind, wie die Reichsbahndirektion Mainz mitteUt, letzt soweit fortgeschritten, daß bereits eine Strecke von 40 Metern vollständig freigelegt ist. Die Reisenden sind seinerzeit bei Beginn der Arbeiten schon daraus hingewiesen worden, in
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Wn UHb wurde von der einst'. : ?ne*n EvanpelischenKilhe Äre’" Empfang bei dem Dr. Frick und bet dem Reichs- lherrnvonReurathstatt ar von dem Mitglied der Lei-' Evangelischen Kirche, Professor begfeüef.
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Oer Vater des Glühlichts.
Unter den Bahnbrechern der modernen Beleuchtungstechnik steht Karl Auer von Welsbach, der vor 75 Jahren geboren wurde, mit an erster Stelle. Auer studierte bei dem Altmeister der chemischen Technik, Robert Bunsen, der in seinem „Bunsenbrenner" eine zwar nicht leuchtende, dafür aber sehr heiße Gasflamme geliefert hatte. Bunsen wies den jungen Studenten auf das Studium der „felienen Erden" hin, und als Auer nun eines Tages in die Flamme des Bunsenbrenners ein klein wenig von einer dieser seltenen Erden, dem sog. „Lanthanoxyd" brachte — da erstrahlte plötzlich die vorher nicht leuchtende Flamme in blendendem Glanz! Diese überraschende Beobachtung gab Auers Leben die Richtung. Er kam auf den Gedanken, ein Baumwollgewebe mit den gelösten Salzen seltener Erde zu tränken und es in der Flamme verbrennen zu lassen. Die Erde blieb in der Gestalt des Gewebes zurück: Der „Strumpf" der neuen Beleuchtung war gefunden. Aber das „Erdgewebe" zerfiel nach kurzer Zeit, und so mußten weitere Versuche angestellt werden. Durch das fortwährende Hineinsehen in die blendenden Lichterscheinungen der Flamme litten Auers Augen, so daß er sich der Gefahr des Erblindens aussetzte. Aber schließlich war das neue Licht praktisch verwertbar, wurde öffentlich bekanntgemacht, und ein Wiener Zeitungsmann war es, der ihm den Namen „Gas- glühlicht" gab, den es beibehalten hat. Auer hatte von seiner wichtigen Erfindung nur geringen materiellen Gewinn, denn die Fachleute wehrten sich zunächst dagegen wie gegen alles Neue und schreckten die Geldgeber ab, ohne die die Fabrikation im Großen nicht durchgeführt werden konnte. Als dann das Gasglühlicht zu einer Weltindustrie wurde, hatte Auer die Patente längst billig verkauft. Er wandte sich dann der elektrischen Beleuchtung zu und schuf in der Dsmium-ßampe, die einen Foden aus Osmium hatte, das Vorbild für alle späteren elektrischen Metallfaden-Lampen. Auch hier also war er bahnbrechend. Schließlich hat er auch mit feinen „Pyrophorfeuerzeugen" die ersten wirklich prak- tischen Taschenfeuerzeuge und Gasanzünder geschaffen, die z. T. noch heute in Gebrauch sind.
Dom Wiener Kaffeehaus.
Wien feiert das 250jährige Bestehen des Kaffeehauses in seinen Mauern, nicht nur mit einer interessanten Ausstellung, sondern auch mit einer Festschrift des Wiener Kaffeehauses Für Wien ist das Kaffeehaus eine Art Symbol geworden, lieber seine Entstehung werden anschauliche Einzelheiten mitgeteilt. Der Gründer des Wiener Kaffeehauses ist ein polnischer Kaufmann namens Kolschitzky gewesen, der als Dolmetscher der „Orientalischen Handelsgesellschaft" viel im Orient gereift war und daher die Türken genau kannte. In türkischer Kleidung ritt er aus der belagerten Stadt mit seinem polnischen Diener und fang fromme türkische Lieder, als er die feindlichen Linien passierte. Es glückte ihm, wichtige Meldungen an den Herzog von Lothringen nach Korneuburg zu bringen und Befehle an den Grasen Starhemberg, den Leiter der Verteidigung, zu übermitteln. Für diese guten Dienste, durch die er viel zu dem glücklichen Zusammenwirken des Entfatzheeres mit den Belagerten beitrug, wurde er mit dem großen Kaffeevorrat beschenkt, der sich nach der Schlacht im türkischen Lager vorfand. Bevor Kolschitzky das erste Kaffeehaus einrichtete, bürgerte er den neuen Trank zuerst als herumziehender Händler ein. In ein phantastisches Turkenkoftürn gekleidet, bot er den Vorübergehenden seine .^schwarze Suppe" mit dem lauten Ruf an: „Allah ist Allah! Echter, schwarzer türkischer Kaffee für einen Kreuzer"! Als etwas Syrup aus Versehen in feinen Kessel geriet, machte er die Bemerkung, daß die Wiener den neuen Trank gesüßt bevorzugten, und später servierte er ihn auch mit Milch, und wurde dadurch der Erfinder der „Melange". Kolschitzkys Kaffeehaus, bas unter der besonderen Gunst Star- Hembergs stand, erhielt bald einen besonders gemütlichen Ton, denn der Pole begrüßte seine Gäste mit dem biederen Anruf „Bruderherz". Er erzählte auch viel von seinen Reisen und Abenteuern, wußte sich die neuesten Nachrichten zu verschaffen, schickt« sogar einige Leute von Stadt zu Stadt, um rasch Neuigkeiten au erfahren; so machte er bas Caf6 zum Nachrichten-Mittelpunkt, wie dies auch anderwärts sich allmählich ausbildete.
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Nach der Verfügung des Führers ist die N S. - Volkswohlfahrt für _al (e Srage n ber
** Don der Landesunioersität. Don der Pressestelle der Universität wird uns mitgeteilt: Der planm. a. o. Professor für Psychologie und Pädagogik Dr. Friedrich Sander hat den an ihn ergangenen Ruf als ordentlicher Professor an die Universität Jena angenommen.
** Goldene Hochzeit. Morgen, 16. Sept., können die Eheleute Schmiedemeister Ernst D ö 11 und seine Gemahlin, Liebigstrahe 57, bei bester Gesundheit das Fest der goldenen Hochzeit feiern.
** Prüfungen für engagementslofe Bühnenangehörige. Im Laufe des Monats Oktober finden in Frankfurt a. M. Prüfungen für engagementslofe Bühnenangehörige statt. Die Termine werden noch bekanntgegeben. Anträge um Prüfung können inzwischen schriftlich an die Ge- 1
erziehung und Jugendpflege, der Rasieerneue- rung, der Volksernährung führend vorangehen wird, so wird sie das ungeheuer machtvolle Instrument der gesamten privaten Initiative, dessen sich der Staat zur Durchführung feiner Idee bedienen kann, werden.
Hier werden sich die Erfordernisse und Mögsichkeiten künftiger Gesetze kristallisieren und, vom Führer geformt, ihre Verwirklichung finden.
Die Organisation ist in unserem Gau bereits fertig- gestellt. Sie baut sich ähnlich wie die politische Leitung der NSDAP, auf.
Jeder Volksgenosse, der arischer Abstammung ist, wird nicht beiseite stehen, sondern sich tatkräftig dem großen Werk zur Verfügung stellen.
Die Ausnahmeformulare werden von den Zellenverwaltern der NS.-Dolkswohlfahrt jedem Volks- genoffen zugestellt werden. Die Aufnahmegebühr beträgt 50 Pf., der Mindestbeitrag für Mitglieder 50 Pf., für Nichtmitglieder 1 Mark. Die Mitglieder werden durch die Presse und durch chre Ortsver- walter über Wege und Ziele der Organisation auf- geklärt und, soweit sie aktiv tätig sind, entsprechend geschult werden. Die Verhandlungen mit den de- stehenden privaten Organisationen über die Gleich- richtung und Zielsetzung der gemeinsamen Tätigkeit werden von der Gauleitung der NS.-Dolkswohlfahrt in Kürze aufgenommen werden.
Weihe des „Adolf-Hitler-Hauses" der Partei in der Gutleutstraße 8/12 bringen, ferner die Weihe der Gau-Führerfchule am Oderforsthaus, sowie ein großes SA. -Sport- Treff e n im Stadion. Zahlreiche Einzeloeranftal- tungen sollen außerdem den Vormittag verschönen. Am Nachmittag des 24. findet am N i e d e r w a l d - bentmal eine großzügige F r i e d e n s k u n d - g e b u n g statt, bei welcher ein hervorragender Führer der Partei spricht. Zu gleicher Zeit wird sich das hessische und nassauische Landvolk am Taunushang unweit Wiesbadens um feinen verehrten Reichsbauernführer, den Ernährungsminister D a r r 6 , sammeln zur Weihe des Rudolf-Walter- Darrs-Steines. Der Minister ist als Nationalsozialist aus den Reihen der NSDAP, des ehemaligen Gaues Hessen-Nassau-Süd hervorgegangen und hat seine Zusage des Erscheinens zu dieser ihm vor einigen Wochen anläßlich des Nassauischen Bauerntages ganz überraschend zutell gewordenen Ehrung mit Freude gegeben.
Es läßt sich zur Zeit noch gar nicht übersehen, welche führenden Persönlichkeiten des neuen Reiches am 23. und 24. September noch den Gau beehren werden. Jedenfalls wird sowohl der Bevölkerung gerade der Frankfurter Umgebung, als auch den zum Gautag kommenden Mitgliedern und Angehörigen der NSDAP, ein Tag tiefer Eindrücke und reichen Erlebens beoorstehen. So ist es begreiflich, daß schon jetzt überall im Land und noch mehr in den Frankfurter Parteizentralen zu diesem Tage fieberhaft gerüstet und vorbereitet wird. Wir wünschen nur, daß den nach Frankfurt kommenden Massen eine würdige Bleibe und ein gnädiger Wettergott gesichert wird.
Das Gaupresseamt Hessen-Nassau teilt mit: In dem unaufhaltsamen Zuge der Entwicklung zum Dotalftaat ersteht zur Zeit im ganzen Reiche eüft Organisation, der große Aufgaben übertragen wurden. Die gesamte private Wohlfahrtspflege, ? welche bisher die Hilfe von Mensch zu Mensch ver- I mitten hat, soll unter eine zentrale Leitung, der der Nationalsozialistischen Dolkswohl- s«hrt, gebracht werden. Die Devise ist:
IJort vom Wohlfahrtsstaat, hin ,um helfen aus der Gemeinschaft heraus.
So wirb die NS. -Dolkswohlfahrt auch die Trägerin des großen Winterhilfswerkes sein, wel- ches in den nächsten Tagen seine Tätigkeit beginnen
Dem Uhrmachermeister Steggemann ist es gelungen, eine 1918 im Berliner Schloß von aufttändischen Matrosen zerstörte astronomische Kunstuhr aus dem Jahre 1791 wiederherzustellen, von der selbst Fachleute angenommen hatten, daß sie nicht wieder in Gang zu bringen märe.
Wenn man heute von einem Uhrmacher spricht, so meint man eigentlich immer einen Uhren- „reparateur". Die Kunst, eine Uhr in der eigenen kleinen Werkstatt größtenteils mit der Hand zu machen, ist in unserem Zeitalter, wo Uhren in großen Fabriken aus lauter maschinell heraestellten und leicht auswechselbaren Einzelteilchen zusammengesetzt werden, fast ganz verloren gegangen. Aber bei Sammlern und Kunstliebhabern finden sich noch in allen Ländern mittelalterliche Uhren mit fein gehämmertem oder geschmiedetem Werk und wundervollen, handgearbeiteten Verzierungen am Gehäuse. Wenn bei einem solchen Kunstwerk einmal ein Teilchen verlorengeht oder zerbricht, dann kann die Uhr nicht an eine Fabrik geschickt werden, und dem gewöhnlichen Uhrmacher fehlt die Gebrauchs- anroeifung und das Werkzeug zu ihrer Reparatur — in solchen Fällen kommt das gute, alte Uhrmacherhandwerk wieder zur Geltung.
Seit meinem 9. Lebensjahr habe ich mich hauptsächlich mit solchen alten Uhren beschäftigt, und manches seltsame Stück ist dabei durch meine Hände gegangen. Schon mein Urgroßvater war Uhrmacher. Stets gingen vom Vater auf den Sohn wertvolle Ratschläge und Kenntnisse, aber auch wertvolles altes Handwerkszeug über, das heute nicht mehr zu erhalten ist. Die Handwerkskunst eines richtigen Kunft-Uhr„machers" muß ziemlich viele Gebiete umfassen: er muß hobeln und leimen können, um die Gehäuse selbst herzustellen; er muß aber auch ein Schmied sein, wenn er Räder und Triebe für alte Uhrwerke anzufertigen hat. Dafür gibt es zwar moderne elektrische Maschinen; aber zu einem großen Teil der Arbeit ist doch das alte Handwerkszeug nicht entbehrlich.
Bei solcher Arbeit muß man sich in den Geist der verstorbenen Künstler zurückzuversetzen suchen und lernt allmählich die einzelnen berühmten Uhrmacher noch Jahrhunderte nach ihrem Tode kennen, von den Mönchen und den Nürnberger Meistern nach Peter Henlein aus dem 16. Jahrhundert bis zu den englischen und französischen Künstlern des 17. und 18. Jahrhunderts und den großen deutschen Meistern wie Röntgen aus Neuwied, der sich einen eigenen, in allen Ländern bekannten Stil geschaffen hat. In dem spanischen Kloster San Geronimo de Puste, worin Kaiser Karl V. in den letzten Jahren seines Lebens die Uhren feiner Uhren- fammlung in völlig gleichen Takt zu bringen suchte, wurden von den Mönchen Uhren hergestellt; eine davon, ganz aus handgeschmiedetem Eisen, steht jetzt in meiner Werkstatt — es ist ein eigentümliches Gefühl, sich oorzustellen, daß einst der alternde Weltherrscher selbst bei ihrer Herstellung mit Hand angelegt hat. Eine andere wunderbare Standuhr aus dem 16. Jahrhundert hatte ich einst für einen Danziger Kunstfreund zu reparieren. Diese Uhr hatte an Stelle der Rückwand ein vollständiges Harfenspiel, das nach dem Stundenschlag ein hübsches altes Menuett ertönen ließ. Ich habe bann das Werk in zwei Handkoffern selbst über die Grenze schaffen müssen, damit es nicht durch die
polnischen Zollbeamten zerstört werden konnte; daß dabei auch das Handwerkszeug mit einem extra hohen Zoll belegt wurde, sei nur nebenbei erwähnt.
Leider gab es in den früheren Jahrhunderten zwar berühmte Uhrmachermeister, aber wenige geschickte Uhrreparateure, während es heute umgekehrt ist. Intelligente Schlosser, Schneider ober Leineweber nahmen sich früher zerbrochener Uhren an. Daß dabei meist kleine Rädchen „übrigblieben" und wcggeworfen wurden, ist zu verstehen. Dadurch wird die Wiederherstellung solcher Uhren heute oft sehr schwierig, zumal die alten Uhrmacher ihren Kunden nicht bloß einen seelenlosen Zeitzeiger für Sekunden, Minuten und Stunden liefern durften, sondern auch Zeiger für den Kalendertag, den Mondwechsel oder den Sonnenaufgang einbauten — Dinge, für die der heutige Geschäftsmann wenig Verständnis haben würde! Außerdem wurden die alten Uhren häufig mit sinnreichen mechanischen Nebeneinrichtungen versehen, so besonders die französischen Uhren aus der Zeit Ludwigs XVI. Ich entsinne mich an eine Uhr mit zwei a u s geköpften Kanarienvögeln, die nach dem letzten Stundenschlag aus schwellenden Kehlen zu trillern begannen und Kopf und Flügel bewegten. Eine andere, noch ältere Uhr — eine Tischuhr mit Weckervorrichtung — hatte folgenden Mechanismus: Die oberen Wand war wie ein Sprungdeckel aufklappbar; darunter befanden sich zwei alte Pfannen- gewehrschlösfer, und neben diese Schlösser wurden Wachskerzen gesteckt. Abends wurden die Wecker gestellt, bann Pulver auf bie Pfannen gestreut und die Gewehrhähne gespannt. Wenn dann die Uhr morgens weckte, sprang der Deckel hoch, dabei schlug das Schlageisen der Gewehrschlösser auf den Feuer- stein, das Pulver entzündete sich und zischte am Kerzendocht vorbei — die Kerzen brannten und fliegen allmählich bis zur Höhe des Deckels, fo daß fünf Minuten nach dem Wecken das Zimmer erhellt war.
Von den zierlichen Goldfchmiebearbeiten, dem schweren getriebenen Silber und den kostbaren Edelsteinen an den Gehäusen mancher „Nürnberger Eier" und anderen Uhren ist in Worten ein schwerer Begriff zu geben. Für zwei Uhren von Röntgen mit Harfenspiel und Flätenwerk wurden noch vor wenigen Jahren 48 0 0 0 Mark gezahlt; dabei waren beide Uhren ganz zerlegt, die Flöten unvollständig und zerbrochen, die Harfe entzwei, und es war keine Kleinigkeit, sie wieder in Gang zu bringen.
Es wäre zuviel gesagt, wenn man von einem völligen Verschwinden des Uhrmacherhandwerks reden will. Noch heute gibt es handwerkliche Kunstarbeiten auf diesem Gebiet, wie z. B. eine Uhr mit Repetition, bei der die viertel, halben und vollen Stunden nicht durch ein Schlagwerk, sondern durch eine menschliche Stimme angesagt werden — eine Konstruktion, bie in fehlerhafter Form schon in ber Vorkriegszeit entftanb unb bie jetzt für ben Tonfilm umgebaut werben soll. Aber bie Zeit, wo jebe Uhr ein kleines Kunstwerk darstellte und wo ber Besitzer bei jebem Blick barauf nicht nur an den nächsten „Termin", die kommende „Konferenz" dachte, sondern sich zugleich eine besinnliche Betrach, tung über den Ablauf der Zeit, über bie Vergäng- lichkeit bes Lebens erlaubte — diese Zeiten sind vorbei.
b j g. Die Reichsrichtlinien setzen den Rahmen dieser Organisation so weit, daß alle Gebiete unseres öffentlichen Lebens, welche unter den Begriff „Wohl- fahrt" fallen, eingeschlossen werden. Es ist unmäg- ltd), daß eine nationalsozialistisHe Wohlfahrtspflege ? nur ein Teilgebiet dieser Ausgaben durchführen
kann. Ebenso unmöglich wird es fein, daß diese Dr- t penifation auf bie Vereinheitlichung aller ber viel
gestaltigen Aufgaben der privaten Fürsorge verzichten kann, sie muß darin die Führung übernehmen.
wenn bie 71 L.-volkswohlfahrt in ber HJiri- schaflsfürsorge, der Volksgesundheit, der Jugend-
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bas unvergängliche Gut der deutschen Sprache, des deutschen Dramas, der deutschen Schauspielkunst uns und unseren Kindern lebendig mitgeteilt wird.
Oer gemeine Wert von Bauland bei der Einheitsbewertung.
Wir lesen in den vorn Wirtschaftsprüfer und Volkswirt Hermann Will zu Gießen herausgegebenen „Aktuellen Steuerfragen" (Rundschreiben Nr. 18) folgendes:
Die Ermittlung des gemeinen Wertes von Bauland Aum Zwecke der Einheitsfeststellung macht nicht selten große Schwierigkeiten. In der Regel helfen sich die Finanzämter dadurch, daß sie als Vergleichsgrundstücke solches Bauland heranziehen, das kurz vor oder kurz nach dem Stichtag verkauft worden ist. Dabei ist alsdann besonders zu beachten, ob und inwieweit bas als Vergleichs- grunbftürf herangezogene Baulanb bereits im Zeitpunkt bes Verkaufs unb bas zu bewertenbe Grundstück am Stichtag baureif gewesen ist, ob insbesondere bereits die Flächenpläne genehmigt waren; denn es liegt auf der Hand, daß für baureifes Bauland ganz andere Preise gezahlt werden als für solches Bauland, das erst in einigen Jahren erschlossen wird. Ist das Dergleichsgrundstück sofort ausnutzbar gewesen, während das zu bewertende Grundstück erst in einigen Jahren bebaut werden kann, so muß zur Ermittlung eines zutreffenden gemeinen Wertes für letzteres ein Zinsabschlag gemacht werden. (Vgl. RFH. Urteil vom 9. März 1933 — IIIA 409/32 — RStBl. 1933, S. 793.)
Daten für Freitag, 15. September.
1834: ber Geschichtsschreiber Heinrich von Treitschkc in Dresben geboren (gestorben 1896); — 1869: ber Maler Fritz Overbeck in Bremen geboren (gestorben 1909); — 1882: ber Unterseebootführer Otto Webbigen in Herforb geboren (gestorben 1915); — 1926: ber Philosoph Rubolf Eucken in Jena gestorben (geboren 1846).
Vornotizen.
— Tageskalender für Freitag. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Ein Lied geht um die Welt" mit Joseph Schmidt.
Unser neuer 2Romon
In ber morgigen Ausgabe des „Gießener Anzeigers" werben wir mit bem Abbruck eines groß- argelegten neuen Romanwerkes beginnen. Wir glauben biesmal ben Wünschen unserer Leserschaft in Stabt unb Lanb in ganz besonderem Maße enlgegenjutommen, wenn wir ihnen bie Be- lonntjchaft mit dem jüngsten Werk einer Autorin oermitteln, beren früher bei uns erschienene Romane wir zu unseren schönsten unb nachhaltigsten Bablikumsersolgen zählen bürfen. Wer die in den letzten Jahren im „Gießener Anzeiger" und in unserer Illustrierten zum Abbruck gelangten Romane „Der Dreizehnte", „Frauenwege", „Lüge um £'iebe", „Durch frembe Schuld" gelesen hat, der wird bie Lektüre unseres neuen Romans
„Ein Lied vom Glück" v?n Anny von panhuys
mit ganz besonderer Lesefreude und Spannung be- ginnen; und wir sind gewiß, daß niemand in (einen Erwartungen enttäuscht werben wirb. Hier hoben wir einen mit packenber Einbringlichkeit geschriebenen, zu Herzen gehenben Liebesroman, dem her kriminelle Einschlag eine befonbers interessante 3lote unb eine bis zum allerletzten Kapitel burch- gLhaltene Hochspannung verleiht. Wir freuen uns, diese jüngste Arbeit ber allgemein beliebten Verfasserin erworben zu haben, benn wir wissen, baß er wie seine Vorgänger sich bie Herzen unserer Leserinnen unb Leser im Sturm erobern wirb.
Wozu Theater?
Aus bem Stabttheaterbüro wirb uns geschrieben: Ist diese ernste Zeit geeignet für Theater? Soll man sein Geld für Vergnügen ausgeben, wo man es bitter nötig hat, um nur das Notwendigste zu b<forgen?
W i r abonnieren nicht, wird man sagen. Hewiß, es ist billiger geworden; aber wir gehen t lieber mal sonst irgendwie aus, da sind wir nicht ?<bunben unb haben auch unsere Unterhaltung.
I st bas richtig? Sollen wir aus bem Einerlei Di’fer Zeit gar nicht mehr herauskommen? Sollen idt Tag und Nacht an unser Geschäft denken? Sollen wir vertrotteln?
Nein! Es ist grundfalsch! Denn wir muffen wenigstens einmal in ber Woche aus dem giauen Alltag heraus in eine ganz anbere Welt ersetzt werben. Wir müssen einmal einen lieber- bltf unb einen Ausblick gewinnen, wie bie bichte- nchen Geister unsere Zeit sehen unb wie Jie sich m früheren Zeiten spiegelt. Anbere Menschen, andere Zeiten, anbere ßänber: unb alles eingefangen im bie Spannung eines Abenbs, in bas Erlebnis weniger Stunben, im Tragischen wie im Heiteren nen bichterischer Hanb gebildet.
Erst recht abonnieren wir! Denn wir Pillen nicht mitschuldig sein am Untergang beut- |f)’r Kultur. Jeber von uns will sein Teil bei- I trogen, baß beutsches Theater seine Geltung be- i^ält, baß beutsche Schauspieler wirken können, daß


