Ausgabe 
15.9.1933 Frühausgabe
 
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Aus aller Welt

Aus-,

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end I setzte eine stürmische Heiterkeit ein, während der die i richtige König infolge dec Ueberfeierung schon tot»

ger Stelle wird deshalb mitgeteilt, daß vor Errichtung des Werberats alles beim AI t en bleiben werde. Zugleich mit der Ver­öffentlichung des Gesetzes über den Werberat im Reichsanzeiger erscheint eine Verordnung, in der dies erklärt werden wird.

Oie Säuberung

-es Krantenkaffenweserrs.

B e r I i n, 14. Sept. (WTB.) Laut Mitteilung der Justizpressestelle hat jetzt der Sonderstaats- a n w a l t für die Untersuchung bei den Kranken­kassen die strafrechtlichen Ermittlungen im wesent­lichen abgeschlossen und bis jetzt g e tz e n insgesamt 21 Personen Anklage er« hoben. Gegenstand aller Verfahren ist die ge­wissenlose Verschleuderung öffent­licher Geldmittel und das skrupellose Stre­ben der Angeklagten, ihrePrivatkassen auf Kosten der Versicherungsträger und damit auch der versicherten Arbeitnehmer zu füllen. Besonders schwerwiegend sind die Vorwürfe, die gegen die früheren verantwortlichen Leiter des Hauptoerbandes deutscher Kranken­kassen e. D. und des Verbandes der Kranken- kassen im Bezirk des Oberversicherungsamtes Ber - l i n (Krankenkassenverband) erhoben werden.

Aeue preußische Staatsräte.

Berlin, 14. Sept. (WTB.) Der preußische Mi­nisterpräsident Göring hat den Ministerialrat im preußischen Justizministerium Gustav Wage- mann gleichzeitig mit seiner Ernennung zum

Luftgrafen. Und als Zeppelin in der Uniform des Württembergischen Ulanen und König am Abend zum Volksfest aus dem Marktplatz fuhren, wo i

Sochschulnachrichten.

In Frankfurt a. M. ist der seit Frühjahr dieses Jahres im Ruhestand lebende Geheimrat Professor Dr. Heimberger im Alter von 68 Jahren nach kurzer Krankheit g e st o r b e n. Ge­heimrat Heimberger war ein bekannter Straf­rechtslehrer an der Frankfurter Universität; er war 1925 von Bonn nach Frankfurt berufen worden.

Der ao. Professor Dr. Otto Mangold an der Universität Berlin, Abteilungsleiter am Kaiser- Wilhelm-Institut für Biologie, hat einen Ruf auf den ordentlichen Lehrstuhl für Zoologie und ver­gleichende Anatomie an der Universität Erl an« gen angenommen.

flnrn Gau'Presse-

hat Gauleiter Spren­ger den großen Par- teitagderNht'N. ff Mainischen !h tionalsozlallsten^ gestellt. Das hier w:e- W deraegebene Wzeichen [J des großen Gautages symbolisiert plastisch die vier Jahre des natu Wiederaufbauplan ster Anteil hier im Get -asraba begonnen wird.

23. und 24. September voi des Gautages getragen m furt a. M. zusammenfin! deutsche Einwohnerschaft ei leitung um reichliche Qu daher auch an dieser Stel wiederholt werden. Darül außergewöhnlich zahlreiche 2 rung an ben öffentlidjen De.

Die große ftunbgebung 23. September soll ihre Fede des Reichskanz an diesem Tage den ersten ^andeginn der Reiü führen wird. Diese handinn Staatsakt des Reiches vom' aufklärung sorgfältig norde

schwarzen Frau zusammenlebte, von anderen schwarzen Frauen Kinder hatte, sich vollkommen als Mitglied des Stammes, unter dem er lebte, fühlte und selbst das Eingeborenengericht gegen sich beantragt hatte. Er war tatsächlich von dem Häupt­ling zum Auspeitschen verurteilt worden und hatte, als er um Gnade bat, unzulässigerweise eine An- zahl von Schlägen durch Eingeborene erhalten, die sehr erregt waren. Der Häuptling hat ihn dann aber laufen lassen, so daß Mac Intosh auf jede Be- schwerde verzichtete. Der Häuptling hatte sich schon an die englischen Behörden mit der Bitte gewandt, Mac Intosh des Landes zu verweisen, worauf aber keine Antwort eingegangen war. Der englische Ad­miral entschied zunächst, daß Mac Intosh wegen seines beklagenswerten Verhaltens aus dem Ein­geborenenterritorium verbannt werden soll. Wei­tere Entscheidungen sollen bekanntgegeben werden.

Sühne für einen Mord.

Die Justizpressestelle Kiel teilt mit: An dem Ar­beiter Friedrich P o h l m a n n ist im Hof des Ge­richtsgefängnisses zu Kiel die T o d e s st r a f e durch Enthaupten vollzogen worden. Pohlmann war wegen des an dem landwirtschaftlichen Gehilfen Antzen am 29. Juni o. I. verübten Mordes zum Tode verurteilt worden.

Kleine politische Nachrichten.

Der Stellvertreter des Führers Rudolf Heß weist in einer parteiamtlichen Anordnung nochmals darauf hin, daß das Tragen von Braun­hemden für vorüberg e^end im Aus- lande befindliche Nationalsozialisten ohne Genehmigung der Reichsleitung verboten ist-

Dem Wunsche des Führers Rechnung tragend, der die Arbeit der Parteidienststellen auf wirt­schaftspolitischem Gebiet vereinfacht und verein­heitlicht sehen will, hebt der Stellvertreter des Führers Rudolf Heß in einer Bekanntmachung im Völkischen Beobachter" die Einrichtung der Wirtschaftsbeauftragten auf.

Präsidenten des E r b h o f g e r i ch t e s in Celle zum preußischen Staatsrat ernannt. Präsiden Wagemann hat als Sachbearbeiter maß­gebend an der Schaffung des bäuerlichen Erbhof- rechtes in Preußen mitgewirkt. Ferner hat der preußische Ministerpräsident den Gruppenführer Seidel-Dittmarfch, den Chef des Füh« rungsstabes der gesamten SS., zum preußischen Staatsrat ernannt.

$ür eineEvangelische Kirche Niedersachsens"?

Rendsburg, 14. Sept. (TU.) Auf der Tagung der Landessynode der Evangelisch-lutherischen Kirche Schleswig-Holsteins in Rendsburg gab der Präsident des Landeskirchenamtes, D. Freiherr von Heintze, eine Darstellung über den Auf­bau der geplanten evangelischen Kirche Niedersach­sens. Der Grundgedanke ist der, die Landeskirchen von Hannover, Schleswig-Holstein, Hamburg, beide Mecklenburg, Braun­schweig, Oldenburg, Bremen, Eutin, Lübeck und Schaumburg-Lippe zu verein- gen und dadurch ein Gebiet von etwa sieben Millio­nen evangelischer Seelen zu umfassen. Die Verfas­sung dieser werdenden Kirche ist dem Grundgedan­ken der Verfassung der Deutschen evangelischen Kirche nachgebildet. Das Führerprinzip ist in allen Instanzen durchgeführt. Die Mecklenburg - Schwe» rinsche Landessynode bestellte Pastor Schultz- Badendiek zum Landeskirchenführer, der zum Erlaß aller Anordnungen für den im Rahmen der Reichskirchenreform durchzuführenden Neubau der mecklenburgischen Landeskirche ermächtigt wird.

9. Deutscher Diakoneniag in Hamburg

Gleichzeitig mit dem Rauhen Hause feiert die männliche Diakonie in Hamburg ihr hundertjähriges Jubiläum. Der Reichspräsi­dent hatte ein herzlich gehaltenes Glückwunsch­telegramm gesandt. Landesbischof Ludwig Muller sprach über die Aufgaben der Diakonie und der deutschen evangelischen Kirche. Soweit es an ihm liege, die zukünftige Arbeit niemals im Aktenstaub stecken bleiben zu lassen, würde er alles tun, daß auch in der kirchlichen Arbeit ein frischer Wind durch die Amtsstuben wehe. Wir müssen das Volk wieder verstehen lernen, damit das Volk auch uns verstehe, und ich werde dafür foraen, daß niemand Geistlicher wird, der das nicht gelernt hat, sei es im Arbeitsdienst oder sonstwo, der nicht ge­lernt hat, sich nicht nur äußerlich, sondern auch innerlich zusammenzureißen. Es werden neue Wege gegangen, und in den zu schaffenden Kammern werden Leute zu Wort kommen, die wirklich etwas geleistet haben. Jede Arbeit ist ihres Lohnes wert, und ich werde dafür sorgen, daß jeder an die Stelle kommt, die ihm nach seiner Leistung gebührt. Wir müssen mit unserer Arbeit in die Offensive gehen dann ist der Sieg unser. Weitere Be­grüßungsansprachen hielten Oberregierungsrat Dr. Conrad für die Reichsregierung, Pastor F o r ck für die Hamburgische Landeskirche und die weib­liche Diakonie, Dberfonfiftorialrat Peter (Berlin) für die Kirche der Altpreußischen Union, ferner Vertreter zahlreicher ausländischer Diakonen-Ver- bänbe und Pastor D. Engelke für das Rauhe Haus. HeberDiakonie im' Angriff" hielt sodann Pastor Schirrnacher vom Zentralausschuß für innere Mission, Berlin, den Festvortrag.

Raubmord am eigenen Vater.

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Der unter Leitung von Kriminalpolizeirat T r e t- t i n stehenden Berliner Mordkommission ist es ge­lungen, den an dem Markthändler Friedrich Splinter aus Berlin - Wilmersdorf verübten Raubmord aufzuklären. Der Täter ist der mehr­fach vorbestrafte 23jährige Sohn des Markt- Händlers, der feinen Vater auf einem einsamen Kohlenplatz aufgelauert hatte, als dieser im Begriff war, nach der Markthalle zu fahren. In der Absicht, seinem Vater die Barschaft, die dieser für den Markthandel stets bei sich trug, zu rauben, schlug er ihn von hinten mit einer Flasche nieder. Als der UeberfaUene dann hilferufend sich zu wehren | gepeitschte

Schultern gehoben. Mein Protest:Ich bin ja gar nicht Köni g!" ernüchterten die Enthusia­sten, und als sie ihres Irrtums gewahr wurden.

begann, erschoß ihn der entmenschte Sohn mit einer Pistole und entfloh, ohne die Barschaft mit­zunehmen. Bei einer großangelegten Razzia der Berliner Polizei konnte der Täter nun verhaftet werden. Er ist geständig und zeigt keinerlei Reue.

König Fuad Ehrendoktor von Berlin.

Die medizinische Fakultät der Unioerfität Berlin hat Seiner Majestät dem König Fuad von Aegyp­ten den Titel eines Ehrendoktors verliehen, um damit die großen Verdienste anzuerkennen, die sich der König um die ärztliche Wissenschaft und um die Hebung der hygienischen Verhältnisse, sowie um die Bekämpfung von Volksseuchen in feinem Lande erworben hat. Der deutsche Gesandte in Kairo, Herr von S t o h r e r, hat die Ehrenurkunde in feier­licher Prioataudienz überreicht.

Derpolarf(ern-Dlamanf im werte von 400 000 Reichsmark gestohlen.

Aus dem Schaufenster einer Diamantenhandlung in der Hatton-Straße, dem Zentrum des Londoner Diamantenhandels, wurde der b e r ü h m t e 3 3'/«- karätige DiamantPolarstern", der einen Wert von 4 0 0 0 0 0 Mark hat, geftoh - l e n. Bei hellichtem Tag fuhr ein Kraftwagen vor, ein Mann sprang heraus, warf das Fenster mit einem Ziegelstein ein, riß den Diamanten an sich und fuhr blitzschnell wieder fort. Zahlreiche Men­schen haben den Diebstahl beobachtet, ihn aber nicht verhindern können.

Englisches Militärgericht in Südafrika.

müde, durch eine Seitentür entschlüpfte, um sich weiteren Ovationen zu entziehen.

Nach dem Kriege wurde König Leiter der Nau­tischen Abteilung des Norddeutschen Lloyd, aus dem er Ende 1932 schied, nachdem er (Oktober 1932) noch eine Reise durch die Vereinigten Staaten un­ternommen und in dreißig Städten gegen hundert Vorträge und Ansprachen gehalten hatte. Er wurde drüben mit Ehrungen von offizieller und privater Seite geradezu überhäuft Tausende und aber Tausende wollten den ehemaligen Führer des Han­dels-UnterseebootesDeutschland" sehen und hören. Kapitän König brachte von dieser Reise die U-Deutschland-Kreuze" mit in Form des Eiser­nen Kreuzes gehaltene und mit Flachbildern ge­schmückte Kreuze die aus dem Eisen hergestellt wurden, das dieDeutschland" auf ihrer 1916-Fahrt als Ballast benutzte. Die Kreuze blieben in Ame­rika und mußten nach der amerikanischen Kriegs­erklärung versteckt gehalten werden. König schenkte die Kreuze der Ortsgruppe des VDA. in Bremen.

Unlängst erklärte der in Gnadau Heimgegängene: Das Einzige, was mich noch mit der großen Welt verbindet, sind die Briefe aus allen Weltteilen, die mir erzählen, daß man mich draußen noch nicht vergessen t)at" Auch nach seinem Tode wird man den schlichten Seehelden nicht vergessen.

Besatzung derDeutschland" das Willkommen der alten Hansastadt geboten wurde, da hätte man sie am liebsten aus dem Wagen gehoben und auf die Schultern genommen.

Der Höhepunkt der Begeisterung vor dem im Lichterglanze prangenden Rathause als König und Zeppelin Arm in Arm auf dem Balkon er­schienen. König sprach von dem festen Willen, durch- zichakten und schloß mit einem Hoch auf den Kai­ser. Der Bürgermeister wies daraus hin, daß Zep­pelin die englische Blockade von oben, König die von unten durchbrochen habe. Und tosender Jubel, als zwei Offiziere den Balkon betraten, von denen ihr Begleiter verkündete, daß sie in der vorher­gehenden Nacht über London und Dover gewesen seien.

In den folgenden Tagen hatte ich öfters Gelegen­heit, mich mit Kapitän König eingehender über seine Ozeanfahrt zu unterhalten. Einmal traf ich ihn, als er sich feine Fleisch- und Brotkarten be­sorgte.Auf dem AUantischen hatte ich keine Nah­rungsschwierigkeiten", meinte er humorvoll,aber hier gibts Magenvorschriften. Draußen haben wir oft unter Wasser essen müssen, denn sichteten wir einen Ozeannachbarn, so tauchten wir unter und aßen unten. Nach einer Weile ging's wieder hoch, herrschte noch dicke Luft, so gings wieder runter, aber den Appetit haben wir uns nie verderben lassen Immerhin es war keine Lust- oder Ver­gnügungsfahrt, so stundenlang unter Wasser xu fein, uns wurde doch manchmal ernst zumute. Als wir endlich an der Färbung des Wassers merkten, daß wir unserem Ziele nahe, und am 8. Juli gegen Mitternacht in die amerikanische Hoheitsgrenze ein­liefen, da war von uns ein Alb genommen. Der Lotse, der auf unser Blaufeuer an Bord kam, war ganz baff." Und König erzählte von dem Jubel, mit dem er drüben empfangen wurde damals noch eine ehrliche, aufrichtige amerikanische Be­geisterung.

Einmal ein heiteres Intermezzo. Kapitän König hatte mir imBörsenhof" eine längere Unterredung gewährt. Draußen stand fein Wagen, und trotz des strömenden Regens harrte eine dichte Menge auf fein Erscheinen. Als ich nach meiner Verabschiedung, mit hochgeschlagenem Mantelkragen, und, wegen des Regens, mit tief heruntergezogener Seemannsmütze im Portal auflauchte, schallten mir brausende Hoch- und Hurrarufe entgegen, die begeisterte Menge stürzte auf mich zu uno hätte mich beinahe auf die

lerischen Gestaltung im Wandel der Zeiten am meisten Freiheit gestattet und mit der ritterlichen Erscheinung heldischer Vergangenheit so eng ver­knüpft ist, wird heute am meisten begehrt. Eine stattliche Anzahl vollständiger Harnische aus der Zeit der Gotik bis zum Barock beherrschte die Aus­stellung, und zwar nahm die deutsche Früh­renaissance einen bevorzugten Platz ein. Diese Epoche der deutschen Plattner-Kunst, die wegen ihrer schlichten Typen bisher wenig beachtet wurde, ist jetzt immer mehr als eine Blütezeit erkannt worden, in der sich der gewaltige künstlerische Auf­schwung des deutschen Schaffens auch im Waffen­werk eigenartig spiegelt. Da zeigt z. B. ein pracht­voller Torso um 1500 in der wuchtig gebogenen Helmglocke, in der Modellierung von Brust und Rücken denselben hochgesteigerten Ausdruckswillen, von dem Peter V i s ch e r , der junge Dürer und Cranach in ihrem Ringen mit der menschlichen Gestalt beseelt waren. Bei einer köstlich getriebenen und geätzten Harnischbrust, die derzerhauenen" Landsknechts-Tracht nachgebildet ist und von dem Augsburger Coloman Colman stammt, dürfen wir annehmen, daß sie von einem Hohenzollern- fürsten getragen wurde, denn sie stammt aus der Sammlung Radziwill, in die zu Beginn des 19. Jahrhunderts beim Anrücken Napoleons die Rüst­kammer der Herzoge von Preußen aus Königsberg flüchtete. Als glänzendster Vertreter der deutschen Hochrenaissance darf die Sturmhaube von 1550 aus Schloß Hohenaschau gelten; die schönen Schwarz­ätzungen im Stil des Peter von Speyer, die durch eine Einfassung mit schwarzem Samt ein besonders vornehmes Gepräge erhalten, besitzen einen hohen Kunstwert. Eine Arbeit des berühmten Nürnberger Plattners Kunz L o ch n e r dürfte eine vergitterte Sturmhaube sein, die reiches Rankenwerk und das Meerweibchen aus dem Nürnberger Stadtwappen auf der schwungvollen Helmglocke zeigt.

Der Leiter der europäischen Zentralstelle für kirch­liche Hilfsaktionen, Professor D. Dr. Adolf Kelle r, ist in Berlin eingetroffen und wurde von der einst­weiligen Leitung der Deutschen Evangelischen Kirche empfangen. Ferner fand ein Empfang bei dem Reichsinnenminister Dr. Frick und bei dem Reichs­außenminister Freiherrn von Neurath statt, Professor Keller war von dem Mitglied der Lei­tung der Deutschen Evangelischen Kirche, Professor D. Schumann, begleitet.

Die Reichsstallhalter in Hamburg, Lübeck und Bremen haben den Senatspräsidenten am Hansea­tischen Oberlandesgericht Dr. Arnold Engel zum Präsidenten des Hanseatischen Ober­landesgerichts ernannt. >

In Hamburg wird es künftig neben dem regie­renden Bürgermeister nur noch f ü nf statt bis­her zwölf Senatoren geben, die sämtlich von der NSDAP, gestellt werden.

Die Kopenhagener ZeitungE k st r a b l ad e t" wurde von dem Geheimen Staatspolizeiamt bis auf weiteres verboten. Das Blatt hat sich nicht ge­schämt, ein Photo des Ministerpräsidenten Göring mit einer unerhört beleidigenden und ehrabschneide- rischen Unterschrift zu versehen.

Bundeskanzler Dr. Dollfuß hat den unga- rischen Ministerpräsidenten Gömbös, den unga­rischen Ackerbauminister und den Innenminister für Anfang Oktober zur Jagd nach Mürzzuschlag eingeladen.

Koki H i r o t a, der ehemalige japanische Bot­schafter in Moskau, wurde zum Außenmini- fte r ernannt. Gleichzeitig wird amtlich bekannt- gegeben, daß der bisherige Außenminister U t - schida wegen seines schlechten Gesundheitszustan­des von seinem Amt zurückgetreten ist. Gerüchtweise verlautet aber, daß zwischen Utschida und einersehr hohen Stelle" Meinungsverschieden, heilen über die japanische Außenpolitik beständen.

Schöne atte Rüstungen.

Die schöne Waffe ist ein Lieblingsgegenstand des deutschen Kunstgewerbes gewesen, und für deutsche Rüstungen und andere Kunstwerke der Waffenkunst wurden oft die höchsten Preise bezahlt. Das Pro­gramm des Berliner Zeughauses besteht in erster Linie in der Erwähnung von Erzeugnissen solcher deutschen Waffen-Kunstwerke, wie Paul P o st in der Bruckmannschen KunstzeitschriftPantheon" ausführt, und die Ausstellung der Haupterwerbun­gen des Museums, die vor einiger Zeit stattfand, hat gezeigt, mit wie großem Erfola diese Aufgabe irt den letzten 15 Jahren gelöst wurde. Die Schmie- rigteiten dabei waren sehr groß. Denn bei dem riesigenAusverkauf", von dem europäisches Kunst­gut in der Nachkriegszeit betroffen wurde, stand die Waffe an erster Stelle. Kostbarer Besitz der Für­sten und großen Herren wurde zu schwindelerregen­den Preisen aus der Alten nach der Neuen Welt verkauft, und bas Zeughaus mit seinen bescheidenen Mitteln konnte nur durch sehr geschickte Maß- nahmen wichtige Neuerwerbungen machen. Doch ist es gelungen, eine bedeutende Anzahl bedeutender Werke der Waffenschmiedekunst zu erringen, von denen Post einige besonders wichtige Stücke näher beschreibt. Der ritterliche Harnisch, der der fünft»

Der Reichskanzler hat sich nach feinem Besuch in Oeschelbronn vom Flugplatz Böblingen tm Flug­zeug nach Essen begeben und von dort im Kraft­wagen nach Solingen, wo er den bei dem Un­glück verletzten 21 SA. - Männern im Kran­kenhause einen Besuch abstattete.

Der Reichskanzler begrüßte einen jeden der Verunglückten und wünschte ihnen bal­dige Genesung. Der Anregung des gleichfalls im Krankenhaus liegenden SA.-Führers, jedem der 20 Verunglückten ein Bild des Reichskanz­lers mit eigenhändiger Unterschrift zu übermitteln, wird vom Reichskanzler Hitler ent­sprochen werden. Nach der Überreichung zahlreicher Blumensträuße verabschiedete sich der Kanzler von jedem der Verunglückten mit herzlichem Händedruck.

Der Reichskanzler besichtigt das abgebrannteOefchelbronn

Karlsruhe, 14. Sept. (WTB.) Reichskanzler Adolf Hitler traf am Donnerstag um 12 Uhr auf dem hiesigen Flugplatz mit dem großen Junkers­flugzeugJmmelmann" ein. Zu seiner Begrüßung hatte sich die gesamte badische Regie­rung, an ihrer Spitze Reichsstatthalter Robert Wagner, sowie die Vertreter der sonstigen Be­hörden, eingefunden. Nach einer kurzen Begrüßung schritt der Führer die Front der Ehren- fompagnie der Schupo und eines Ehrensturmes der SA. ab. Dann begab er sich zum Staatsmini­sterium. Im Nu hatte sich eine riesenhafte Menschenmenge eingefunden, die die Strafen umsäumte und dem Führer zujubelte. Von Karls­ruhe aus fuhr der Reichskanzler mit feiner Be­gleitung und mit der badischen Regierung sofort im Kraftwagen nach dem am Sonntag abgebrannten Dorf Oeschelbronn bei Pforzheim. Die Durch­fahrt in Pforzheim gestaltete sich zu einem wahren Triumphzuge. Um 13.45 Uhr traf der Führer in Oeschelbronn ein, von einer riesigen Men­schenmenge begrüßt, die aus der gesamten Umgebung zu Rad, mit Autos usw. zusammenge- fommen war. Der Kanzler besichtigte dann mit seinem Gefolge d i e Brandstätte.

Er nahm hier die Gelegenheit wahr, dem Bürger­meister sein herzlichstes Beileid für die vom Brand­unglück betroffenen auszusprechen. Außerdem sicherte der Reichskanzler auch die Hilfe des Reiches bei der Fürsorge und beim Wiederaufbau des nieder- gebrannten Ortsteiles zu. Nach fast einstündigem Aufenthalt verließ der Reichskanzler Oeschelbronn. DieUrsache-esOeschelbronner

Brandunglücks.

Pforzheim, 14. Sept. (WTB.) Die von der Staatsanwaltschaft mit der Kriminalpolizei aufge­nommenen Ermtttlungen über die Entstehung des Brandes haben zur Perhaftung der Witwe breiten ft ein und ihres Sohnes Wil­helm geführt. In der Scheuer der Witwe Breiten­stein ist der Brand ausgebrochen. Ihr in einem anderen Hause wohnender Sohn Wilhelm Breiten­stein war kurz vor Ausbruch des Brandes bei feiner Mutter, um das Vieh zu versorgen. Er hatte sich im Hause seiner Mutter auch eine Pfeife Tabak angezündet, will mit dieser aber nicht in der Scheuer gewesen sein. Eine elek­trische Leitung war nicht in der Scheuer. Wie der zugezogene Sachverständige festgestellt hat, liegt nach dem objektiven Befund Selbstent­zündung des Futters nicht vor. Es muß als festgestellt angesehen werden, daß der in dem Schutt vorgefundene Kopf einer Tabakspfeife sich in der Tasche eines Rockes befunden hat, den Wilhelm Breitenstein am Tage vor dem Brand in der Scheuer hat hän­gen l a f f e n. Die Pfeife, aus der Breitenstein kurz vor dem Brandausbruch geraucht hat, befand sich noch in seinem Besitz. Da die Ermittlungen gegen die Witwe Breitenstein keine weite­ren Verdachtsgründe ergeben haben, ist sie heute aus der Haft entlassen worden.

Das Gesetz über -en Werberai.

Berlin, 14. Sept. (TU.) Es sind in der Öffent­lichkeit Zweifel entstanden wegen der Auswirkung des Gesetzes über den Werberat. Von zuständi-

Mit großem militärischem Zeremoniell begann unter Vorsitz des englischen Admirals Evans in Betfchuanaland (Südafrika) die Untersu­chung über die angebliche Auspeitschung eines Engländers durch Eingeborene. Trompeten­stöße und drei Schüsse aus den Feldgeschützen der Marineabteilung, die den Admiral nach Betschuana- land begleitet hatten, leiteten den Beginn des Ver­hörs ein. Die Seesoldaten pflanzten ihre Seiten­gewehre auf und sperrten das Gebiet um das Ge­richtszelt ab. Der Häuptling Tschekedi, der für die Dauer der Verhandlungen seines Amtes als Stammeshäuptling enthoben ist, war mit den übri­gen Stammeshäuptlingen anwesend. 15 000 Ein­geborene waren zusammengeströmt und lagerten sich um die militärische Absperrung herum. Es I stellte sich gleich zu Anfang heraus, daß der aus- | gepeitschte Engländer Mac Intosh mit einer

Erinnerungen an Kapitän König.

Äon Felix Baumann.

Der aus dem Weltkrieg als Führer des U-BootesDeutschland" bekannte Kapitän Paul König ist, wie gemeldet, dieser Tage gestorben.

In den ersten Märztagen des Jahres 1907 lernte ich ihn kennen, den nunmehr Heimgegangenen Unterwasserkönig auf der Fahrt von Schanghai nach Yokohama. Damals war Kapitän König Erster Offizier des Norddeutschen Lloyddampfers Prinz Ludwig". Im Jahre 1914 traf ich ihn wie­der als Kapitän des DampfersSchleswig", auf dem ich eine Reise nach Norwegen unternahm, es war die letzte Vergnügungsfahrt des Lloyd vor dem Kriege. Acht Tage nach der Rückkehr nach Bremer­haven stand die Welt in Flammen.

Die nächste Begegnung mit Kapitän König fand am 25. August 1916 in Bremen statt bei feiner Rückkehr von der ersten Fahrt des Handels-Unter­seebootesDeutschland" nach den Vereinigten Staaten. Während der Triumphfahrt weserauf­wärts wir Presseleute waren derDeutschland" auf einem Dampfer entgegengefahren konnte ich König nur von weitem zuwinken, als er jedoch am Nachmittage für eine kurze Zeit im Bremer Essig­hause erschien und er mich in der Nähe der Ein- gangstür erblickte, streckte er mir sofort die Hand entgegen:Wir kennen uns ja!" Dann trennte uns der Ansturm der Kollegen das Verlangen nach einem Autogramm auf Post- und Speisekarten. Oho, oho!" rief der belagerte König,das ist bei­nahe so wie in Amerika!" Nach der Begrüßungs­rede erwiderte er schlicht:Ich bin fein Mann des Wortes, sondern nur Kapitän". Und den Wunsch nach Interviews wehrte er mit der Begründung ab:Ich darf über meine Reise nichts sagen". Als das Autogramm-Schreiben von neuem begann: Nur langsam, langsam, meine Herren, ich schreibe für jeden meinen Namen hin, ich tue es gerne nur langsam."

Bot schon die Triumphfahrt auf der Weser un­vergeßliche Augenblicke, so spielten sich auf dem Lande, vor Hillmanns Hotel, wo König und Graf Zeppelin Quartier bezogen, überwältigende Ovationen ab: die Erde grüßte die Beherrscher an­derer Elemente den Unterwasserkönig und den

Unser neue

In der morgigen Ausg Nigers werben mir mit i angelegten neuen Roma! glauben diesmal ben ffiüi in Stobt unb Land in entgegenzukommen, wenn kanntschaft mit dem iüncl vermitteln, deren früher inane wir zu unseren schc KfU?5herf°l9-n *n , v/en Jahren imQie6£ unserer Illustrierten zum - maneDer Dreizehnte q bi^" hr2ur^ ^möe he L-ktme unseres nS

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