Zreitag, 15. September 1955
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhefsen)
Nr. 216 Zweites Blatt
GusiavAdotferoberiTangermünde
'r'
Kirche und Schule
luftlltt#
1 " idfhar-
Wege zur Neugestaltung kirchlicher Jugendarbeit.
Die evangelischen Gemeinden Friedberg und Friedberg-Fauerbach haben mit einer neuartigen Gestaltung männlicher kirchlicher Fugendarbeil begonnen. Die evangelischen Gemeinden von Friedberg und Fauerbach halten zweimal im Monat einen Jugendabend für erwachsene Jugendliche bis zu 18 Jahren und einmal im Monat einen Jungmännerabend für Jugendliche über 18 Jahre. Den Stamm der Jung- männerabende bilden die evangelischen Jugendlichen der SA., den Stamm der Jugendabende die evange- lsichen Jugendlichen der HI. Darüber hinaus ist auch jeder andere evangelische Jugendliche, der nicht in HI. oder SA. organisiert ist, willkommen.
Jungmänner- und Jugendabende wurden am Mittwoch, 13. September, eröffnet. Der große Hörsaal des Adolf-Hitler-Polytechnikums war voll besetzt, vor allem von der HI., die mit frohem Landsknechtssang anmarschiert war. Der Saal wurde geschmückt mit den Fahnen des neuen Reiches und der Evangelischen Kirche. Erwartungsfrohe Gesichter überall. Prof. Lic. Stroh, der Leiter des Jugendabends, eröffnete mit dreimaligem Sieg-Heil auf den Führer. Er begrüßte den Kirchenvorstand, die HJ.-Führung, Landesjugendpsarrer von der Au, die Presse und alle Erschienenen. Er wertete den Abend als ein Zeichen, daß es Schluß sei mit der marxistischen und gleichgültigen Haltung gegenüber Religion und Kirche.
Als Vertreter der Oberbannführung der HI. stellte Pfarrer Rühl-Reichelsheim der Jugend Manner wie Martin Luther und Kant als Wegweiser zur rechten deutschen Freiheit vor die Seele. Letztes Ziel ist, Deutschland zu retten. Deutschland aber muß um tergehen ohne den Glauben an seinen Herrgott und unseren Herrn Jesus Christus. Wie für Adolf H i t - ler das Neue Testament die Quelle seiner Kraft ist, so wird auch der Jugend der Weg zum Glauben geschenkt werden.
Landesjugendpfarrer von der Au sprach nun
„Hiüerjunge Quex."
jronbpM): t nfl
pM* r«250
Men ® ’
Das Hitlennädel Ulla und der Hitlerjunge Qu ex, die Träger der Hauptrollen in dem Film „Hitler- junge Que$", der in München in Anwesenheit des Führers uraufgefuhrt wurde. (Photo: Ufa.)
Feierliche Aeberfiihrung König Mals nach seiner Heimat
aus «
Urten <
Wn5
SortKiiber
rillte
gelischen, zum Gegenstand hatte.
zu der immer aufmerksamer aufhorchenden Jugend über feine fünfjährige Kriegsgefangenschaft in Sibirien. Er führte seine Hörer von der Westfront zur Ostfront Als Schwerverwundeter kam er in russische Gefangenschaft, nach Petersburg, Sibirien, auf der Flucht vor Hunger und Tod nach Nord- asien, bis hinein nach China. Der beherrschende Klang war das Bekenntnis: Trotz unsäglicher Leiden kann unser Glaube und die Liebe zur Heimat nicht erstickt werden. „Die deutsche Treue lebt noch", das haben selbst unsere Feinde damals anerkennen m<prof Sie. Stroh schloß den Abend mit dem Appell, daß wir uns denen, die so gelitten haben, und denen, die für uns gestorben sind, mit einem Leben der Tat dankbar erweisen. Nach dem Gesang eines Abendliedes und dreimaligem Sieg Heil ging man auseinander.
Der Abend war ein verheißungsvoller Anfang der neuen Form evangelischer Jugendarbeit.
Landkreis Gretzen.
8. Trais-Horloff, 14. Sept. Die Einführung der nächstjährigen Konfirmanden unseres Kirchspiels fand in einem besonderen Gottesdienst statt, zu welchem die Eltern und Verwandten der Kinder sowie die Gemeindemitglieder zahlreich erschienen waren. Pfarer C r u l l richtete ernste Mahnworte an Eltern und Kinder. Die Gesamtzahl der Konfirmanden des Kirchspiels beträgt 24. In Trais-Horloff find es 4 Knaben und 4 Mädchen, in den Filialen Utphe 3 Knaben und 4 Mädchen, in Inheiden 3 Knaben und 6 Mädchen.
Kunst und Wissenschaft.
Vorbereitungen zum „Tag der deutschen Kunst".
Aus Anlaß der am 15. Oktober erfolgenden Grund st einlegung des .^Hauses de? deutschen K u n st" veranstaltet der Gau Mun- chen-Oberbayern mit Genehmigung des Führereinen „Tag der deutschen Kunst". In einer Presse- besprechung gaben der stellvertretende Gauleiter N i p p o l d und Propagandaleiter W e n z l einen
den Gemeinden zur Selbsthilfe durch Aussetzung der planmäßigen Tilgung und teilweise sogar auch durch Herabsetzung der Zinsen bei den lang- und kurzfristigen Verbindlichkeiten. Es bedarf keiner weiteren Ausführung, daß derartige einseitige Maßnahmen einzelner Gemeinden geeignet waren, den letzten Rest von Vertrauen zu zerstören. Bei diesen Gemeinden liegt ein Notstand vor, der ihnen die weitere Erfüllung ihres Tilgungsdienstes und des Zinsendienstes unmöglich macht, und den die Gemeinden aus eigener Kraft nicht beheben können. Es ist aber eine nicht zu bestreitende Tatsache, daß von den in Zahlungsschwierigkeiten geratenen Gemeinden eine lähmende Wirkung auf erhebliche und wichtige Gebiete der Volkswirtschaft ausging. Man kann mit Bestimmtheit behaupten, daß die Wiederherstellung einer geordneten Haushaltsführung in den Kommunen nicht nur dazu beitragen wird, die Gemeinden selbst wieder in stärkerem Maße als seither in den Gang der Wirtschaft ein- zuschalten, sondern daß sie auch den von ihnen in besonderem Maße abhängigen Wirtschaftszweigen die dringend erwünschte und wichtige Belebung für den Arbeitsmarkt wiedergeben könnte. Mit Recht wird 'daher die Sanierung der Gemeindefinanzen als eine Angelegenheit von größtmöglichster Beschleunigung aufgefaßt. ...
Wie kann sie erreicht werden? Unter der früheren Reichsregierung wurde die U m s ch u l d u n g 5- frage hierfür in den Vordergrund gestellt, c> y. die gesetzliche oder vertragliche Hinausschiebmig oer Fälligkeit der bisherigen kurzfristigen Schulden. Diese Lösung ist aber vollständig ins Stocken geraten und über vorbereitende Anfänge chcht hinaus- getommen. Man hat sich auf der Gläubigerseite damit abgefunden, daß die kurzfristigen Gemeinde- schulden tatsächlich eingefroren sind. Die ©laubiger- inftitute sehen die Unmöglichkeit einer gegenwärtigen Zurückzahlung ein und gehen nunmehr dazu über, von den Gemeinden zur Sicherung ihrer kurzfristigen Darlehen die Stellung von Sicherheiten dinglicher Art zu verlangen und bringen dadurch die beteiligten Gemeinden gegenüber anderen Gläubigern in erhebliche Schwierigkeiten. Von besonderer Bedeutung sind für die Lösung ber präge die programmatischen Ausführungen, die Staats- kommiffar Dr. Lippert auf dem Reichsparteitag in Nürnberg hierzu gemacht hat. Dr. Lippert richtete an die Regierung den Wunsch, sich zu entschließen, so wie sie dies bereits für die deittsche
I Landwirtschaft getan habe, für d i e deutschen
w** Zevt.'
plab.„-.ranS'^JL
Italienische Matrosen tragen in Brindisi den Sarg zu dem englischen Kriegsschiff „Despatch , das die Leiche des Königs vom Irak nach seiner Heimat Bagdad befördern wird. Hinter dem Sarge in orien- talischer Kleidung der Bruder des Königs, Ali Ibn Hussein, der frühere König des Hedschas.
Das Gchuwenproblem der Gemeinden im neuen Reich.
Von Bürgermeister Or. Dölsing.
leiftungen und die Höhe des Zinssatzes der tatsach- i lichen Leistungsfähigkeit jeder einzelnen Gemeinde angepaßt wird und im übrigen den wirtschaftlich ' jeweils angemessenen Satz nicht übersteigt. 2n Zins- I sätze, die unter Würdigung der allgemeinen Markt-
® emeinben unb © e m e t n b e d e r b ä n b e eine allgemeine Zinssenkung auf burchweg 4 v. H. durchzuführen. Dabei soll benjemgen Ärebitinftituten, beren Liquibitat ober Rentabilität infolge bieser Zinssenkung tat- sächlich gefährbet werben sollte, von Rechs wegen etwa in Form von veräußerlichen ober lombarbier- ten Reichsschatzanweisungen geholfen werben. Sollte sich bie Reichsregierung zu einer allgemeinen Zinssenkung für bie Gemeindeschulden nicht entschließen können, so wirb vorgeschlagen, im Wege ber Reichsgesetzgebung ein georbnetes Verfahren bereitzustel- len, in bem für bie einzelnen notleibenben Gemeinden unb Oemeinbeoerbänbe Entlastungsmaßnahmen bei ihrem Schulbenbienst burchgeführt werben können. Hierbei müßte ein Normalzinsfuß von höchstens 4,5 o. H. einschließlich aller Neben- unb Derwaltungskostenbeiträge für die langfristigen unb von höchstens 5,5 v. H. für bie mittel- unb kurzfristigen Gemeinbeschulben herbeigefuhrt werben können. Für biejenigen ©emeinben, bie auch diese Zinslast infolge ihrer Haushaltslage nicht zahlen können, müßte eine vollftänbiae ober teilweise Stunbung zum Kapital — notfalls durch ftaathdjen Machtspruch — herbeigeführt werden. Im Rahmen eines solchen individualisierenden Verfahrens auf reichsrechtlicber Grundlage würde bann auch die Umschuldungsfrage eine Regelung erfahren
Im Zusammenhang mit diesen beachtlichen Vorschlägen eines führenden Kommunalpolitikers inter- effiert auch die amtliche Stellung des Deutschen Gemeindetags zu dieser Frage. Dieser hat in den letzten Wochen Verhandlungen eingeleitet, tue eine Bereinigung des gesamten Schuldenproblems einschließlich der Zinsfrage für die Gemeindeschulden zum Ziel haben. Der Deutsche Gemeindetag Hot bei diesen Verhandlungen von vornherein tein-m Zweifel darüber gelassen, daß ein Kapitalabstrich für die Kommunalschulden unter keinen Umständen eine geeignete Hilfsmaßnahme ist. Vielmehr muß in einem individualisierenden Verfahren sichergestellt werden, daß die Höhe der jährlichen Tilgungs-
Eine ber wichtigsten Aufgaben in kommunalpoli- tischer Hinsicht im neuen Reich ist bie Lösung des Schulbenproblems ber deutschen Gemeinden nach der Richtung hin, daß endlich wieder die Haushalte der Gemeinden in Einnahme und Ausgabe ausgeglichen werden. Das Gesamtbild der Entwicklung der Gemeindefinanzen war in den letzten, besonders schweren Krisenjahren durch eine dauernd größer werdende Spanne zwischen Bedarf und Deckung gekennzeichnet, die zu einer immer stärkeren Verschuldung führen mußte, an der allerdings die nach der Stabilisierung der Wahrung einsetzende, vom Reich geförderte, auf einer ungesunden Kreditwirtschaft beruhende, gänzlich unrichtige Ausgabenwirtschaft der öffentlichen Hand die Hauptschuld trägt, die mit zum Teil sogar kurzfristigen Auslandskrediten ihre Finanzwirtschaft aufbaute, ein Fehler, der sich im Krisenjahr 1931 bitter rächte, und unter 'Lessen Auswirkungen auch heute noch die deutschen Gemeinden schwer zu leiden haben. Die Gesamtverschuldung der deutschen Gemeinden beträgt, wie der Staatskommissar der Reichshauptstadt, Dr. Lippert, aus der kommunalpolitischen Tagung des Reichsparteitages in Nürnberg ausführte, rund 11,3 Milliarden Mark, der Zinlendienst für diese Schulden insgesamt rund 720 Millionen Mark, wobei zu berücksichtigen ist, daß ber durchschnittliche Zinssatz rund 6,3 x. H. für die langfristigen Schulden und für die kurzfristigen sogar 7,5 v. H. bis 8 v. H. beträgt. Der gesamte Zinsendienst der Gemeinden liegt damit über der ftöbe der Eigenlast der Gemeinden und Gemeindeverbände aus der Arbeitslosenhilfe. Mit Recht bezeichnete Dr. Lippert daher die Regelung der gemeindlichen Schuldenfrage als eine dringliche Gegenwartsaufgabe.
6m letzten Jahre waren nun viele deutsche Gemeinden, namentlich die größeren Städte, in Hes- j e n aber auch die kleineren Gemeinden, insbeson- bere die Jndustrievorortgemeinden, die mit ihren Dielen Wohlfahrtserwerbslosen zu einem besonders notleidenden Industriegebiet gehören, vor die Not- roenbigteit gestellt, mit einseitigen Maßnahmen eine Verringerung ihres Schuldendienstes vorzunehmen angesichts der immer bedrohlicher anwachsenden Zinsrückstänoe. Um die Auszahlung der Fürsorgeunterstützungen einigermaßen sicherzustellen, mußce bie Auszahlung verschiedener anderer Verpflichtungen darunter auch der Zinsen- und Tilgungsdienst, zurücktreten. Um einen vollständigen finanziellen Zusammenbruch zu verhüten, griffen die notierten-
Verhältnisse wie auch der besonderen Lage von Gläubiger und Schuldner als ungerechtfertigt hoch er- scheinen, muß mit staatlichem Machtspruch einge- griffen werden können. Andererseits sollte den akuten Zahlungsschwierigkeiten der Gemeinden beim Zm- sendienst im übrigen zunächst dadurch abgehoben werden, daß die Zinsen nicht erlassen, sondern ge- stundet werden, und daß für Zahlungsrückstände beim Zinsendienst eine mäßige Verzinsung vorgesehen wird. Der Deutsche Gemeindetag hat deshalb erneut an die Reichsregierung die Bitte gerichtet, der Frage der Gemeindeschulden ihre besondere Aufmerksamkeit zuzuwenden. l ra
Nun noch ein Wort zu der Frage, ob die Ge- meinben neue Schulden machen sollen ober nicht. Die Durchführung des großzügigen Arbeits- befchaffungsprogramms der Reichsregierung, in welches sich auch die deutschen Gemeinden pflicht- bewußt eingliedern, bedingt für die Träger der Arbeit zweifellos neue finanzielle Belastungen. Die Richtlinien für die Gemeinden gibt hier der Ersatz des preußischen Ministers für Arbeit und Wirt- schäft. In diesem Erlaß wird gefordert, daß eine sehr eingehende Prüfung darüber ftattfinbet, ob der Träger der Arbeit auch wirklich geeignet erscheint, bie zukünftige Mehrbelastung zu tragen. Storun- gen der Haushalte der Gemeinden durch neue untragbare Belastungen müssen unter allen Um- ständen zu neuen Steuererhöhungen führen.
Die deutschen Gemeinden haben das unbedingte Vertrauen zu der nationalsozialistischen Staatssüh- rung, daß diese endlich den schon seit Jahren von ihnen erhobenen Ruf nach Beseitigung der unseligen Erzbergerschen Finanz- r e f o r m , die die Gemeinden und Gemeindeverbände zu Kostgängern des Reiches und der Länder gemacht hat, erhören wird. Es muß immer wieder barauf hingewiesen werden, wie dies auch der frühere Deutsche Landgemeindetag schon immer betont hat, daß gerade eine lebensfähige, ländliche Selbstverwaltung eine wesentliche Garantie geordneter staatlicher Verhältnisse gibt. Dazu gehört ein geregter Finanzausgleich zugunsten der leistungsschwächeren Gemeinden und Gemeindever- bände, auf den die deutschen Gemeinden im früheren Staat leider vergeblich gehofft haben.
t *5 uNüri!n. ,
h°ch" j!'4 Wt b!t s. £*•
rten mar u, r und ber &?ie Cve of)
r Hörweite w Der9e®'^rt
■«Menmült"?6*"'”- ? ^nn. ®>r f- ,)tDQr ' id>;
", °us Gnad' °^en ober QUÄ S.t0Qnn man h-m' M
"** °b'- nit
**'Als*
abtoa J °°llen wir
ZZM moUle' schickte
S femer arbeit fertig E f.er’9' pachte die Eve Ant- «nmer fo wie so an einem rt, nun war ihm alle Straft Z? ?PP ®Qr’s fein ein. e egt und rauschte es nur sc •tte er s unterhalb ber Mühle es sich nur (o faul durch bl9 es zur Wiesemnühle kam. chlutz folgt.)
em neues sofort wirkendes Mittel, haben
Tlelenwirkoiigundtref- fen das Hühnerauge mit der Wurzel direkt in der M Unterbaut. Der Schmerz \ hört sofort ani; das la>ti>.e 4/\ Hühnerauge wird weich ' und so lose, daß Sie es trar ;n einigen Tagen nut den Jägern herausheben kon- , nirnhaut). Vollständig.un-
ragepipettekosm uJg|B11|l|. ,r09erihDah?nP E n Apotbekenbe- feiner langjährigen
ebraueht äb^'^^hren rW' i einen Er,° fh?fi diese daher in Ich ffienten. der ApOthäendwirksanien Mittel wem guten
Achtung! i auf dem Wochenmarkt IlnnMU
Pink »!°
id v. d. neuen Markthalle.
tal'rW
»M nag


