Ausgabe 
15.9.1933 Erstes Blatt
 
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Aus der Provinzialhauptstadt

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Ziegenmarkt in Gießen

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Diese Cigaretten werden h den Feg betnebee in Altona Bahrenfeld nac

S p i I b u r g , auf dem Höhenrücken vor Wetzlar, Biwak beziehen, zu dem auch der Herr Reichs­statthalter und Gauleiter Sprenger sein Er­scheinen gegen 20 Uhr zugesagt hat.

Anläßlich dieses Biwaks gibt die Reichsbahn Sonntags-Rückfahrkarten u. a. auf den Strecken WetzlarGießen, FriedbergGießen. Gie­ßen Marb'.irg, GießenHungen, GießenMücke, LollarGrünberg, LollarWetzlar und Herborn Bischoffen aus. Die SonntagsRückfahrkarten gelten zur Hinfahrt vom 16. September 0 Uhr bis 17. September 24 Uhr, zur Rückfahrt vom 16. Sevtember 12 Uhr bis 18. September 12 Uhr (spätester Antritt der Rückfahrt). Anläßlich des Bi­waks wird mit Rücksicht auf den auch aus G i e - ß c n erwarteten starken Besuch der sonst nur in trr Nacht vom Sonntag zum Montag verkehrende Bersonenrug von Limburg über Wetzlar nach Gie- ß"n, ab Wetzlar 0.16 Uhr, an Gießen 0.32 Uhr, auch in der Nacht vom Samstag zum Sonntag verkehren, so daß also die Biwak- bcsucher noch in der Nacht zum Sonntag um 0.16 Uhr von Wetzlar nach Gießen mit der Bahn zurück- fahren können. Unsere Leser seien auf diese günstige Gelegenheit zum Besuche des Biwaks besonders aufmerksam gemacht.

ASOAP. Kreis Gießen.

Nach einer Anordnung der Kreisleituna an sämt- liche Ortsgruppen der NSDAP, des Streifes Gießen sind sämtliche Parteigenossen, die sich zur Zeit in Arbeitsdienstlagern befinden, der zuständigen Orts­gruppe, in deren Bereich sich das Lager befindet, zu- zuweisen. Für die Ortsgruppe Gießen ist die Mel-

Unser Bataillon wird, wie bereits berichtet, morgigen Samstag eine Uebung zwischen Gießen und W.'tzlar in der Nähe von Dorlar abhalten, der um 15 Uhr der Einmarsch in Wetzlar folgen wird. Am Abend wird das Bataillon bei der

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Sie gerung des Ausfuhrüberschusses.

Die deutsche Außenhandelsbilanz im Monat August zeigt eine Steigerung des Ausfuhrüberschusses von 25 Millionen Mk. im Vormonat auf 66 Millionen Mark.

Die Einfuhr ist von 360,2 Millionen auf 346,8 Millionen zurückgegangen. Der Rückgang entfällt in der Hauptsache aufRohstoffe und halbfertige Waren, der sich um acht Mill. Mk. ermäßigte. Daneben ist auch die Fertigwareneinfuhr zurückgegangen, und zwar um 4,5 Mill. Mk. Die Lebensmitteleinfuhr hat sich im ganzen kaum vermindert.

Die Ausfuhr stieg von 385,3 auf 412,5 Mill. Mark, d. h-, um 28 Mill. Mk. bzw. rund 7 v. H. Zu einem Teil beruht diese Steigerung, die aus­schließlich mengenmäßiger Natur ist, auf Sammel- anschreibungen von bereits früher getätigten Ma­schinenlieferungen im Rußlandgeschäft. Aber auch wenn man dieses Moment ausschaltet, verbleibt eine Zunahme um mehr als 5 o. H. An der Ausfuhr­steigerung sind im wesentlichen Fertigwaren betei­ligt, die um rund 22 Millionen höher waren als im Vormonat. Daneben ist die Ausfuhr von Roh­stoffen um 2,2 Mill. Mk. gestiegen, und zwar haupt­sächlich infolge einer Zunahme der Ausfuhr von Textilrohstoffen und Kalisalzen. Verhältnismäßig stark hat sich außerdem die Ausfuhr von Lebens. Mitteln und Getränken erhöht (plus 3,4 Mill. Mk.). Die Zunahme liegt hier ausschließlich bei (Betreibe, dessen Ausfuhr nach der Einbringung der Ernte wieder eingesetzt hat. Neben Rußland (Sammelliefe- rungen) sind an der Ausfuhrsteigerung vor allem Dänemark, die Niederlande, Großbritannien, Schwe­den und Argentinien beteiligt. Abgenommen hat die Ausfuhr nach Frankreich, der Schweiz und Ru­mänien.

Mutterlämmer: Es erhielten 1. Preise: Heinrich Münster (Hattenrod), Ludwig Scheid V. (Großen-Buseck), Karl Philipp IV. (Steinberg), Otto Weiß (Großen-Buseck), Karl Görlach III. (Eber- ftabt), Ludwig Fink (Steinberg), Johann Cnriar (Großen-Linben); 2. Preise: Heinrich Harbach VIII. (Großen-Buseck), Valentin Röhria (Gießen), Karl Wilhelm Balser (Rödgen), Heinrich Hoffmann (Wieseck), Adam Zinn (Gießen), Hch. Waaner VI. (Großen-Buseck), Christoph Scheid VI. (Großen. Buseck) und Ludwig Fink (Steinberg); 3. Preise: Wilh. Scheid IV. (Großen-Buseck), Lubw. Scheid V. (Großen-Buseck), Heinrich Vogel (Gießen), Joh. Dörnis (Laubach), Karl Peter (Laubach), Heinrich Pitz (Laubach), Ferd. Düringen (Wieseck), Heinrich Scheid III. (Harbach), Karl Schoch (Gießen), Karl Schmandt V. (Steinberg), Heinrich Scheid III. (Har­bach) und Ludwig Weigand (Großen-Linden).

Einer raffinierten Diebin das Hand­werk gelegt.

WSN. Frankfurt a. M., 14. Sept. Dieser Tage konnte die hiesige Polizei eine grauens« person festnehmen, die in Frankfurt a. M., Mainz, Karlsruhe und Mannheim sich als H aus - a n g e st e l l t e engagieren ließ, während der Ab- Wesenheit ihrer Herrschaft Diebstähle ausführte und bann verschwanb. Sie bebiente sich in allen Fällen eines falschen Namens. Wie bie weiteren Ermittlungen ergeoen haben, ist die diebische Haus« angestellte auch in Essen, Köln, Krefeld und Düssel­dorf erfolgreich aufgetreten. Sie stahl auch dort Geld, Schmucksachen und in einem Falle einen Pelz. In Köln hat sie diese Diebstähle an drei Stellen durchgeführt. In Pforzheim war sie ebenfalls tätig, konnte dort aber ihre Absichten nicht durchführen, da ihr eine passende Gelegenheit nicht geboten wurde und sie vorzeitig aus dem Dienst entlassen wurde.

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Zranzosen siich bem. allerdings verhält. 3°Ni$e9 3lut ist, bas fließt, »n Sßlutopfern trägt natürlich i o n und bei ihr, wie überall ,a- befinden sich ungezählte ann gefagt werden, daß ein to nicht einmal das schlimmste men Fremdenlegionär treffen tftens noch foldalifche Aufgaben man zwar den Tod im Feld, icht auf der Strotze an lieber- und Erschöpfung. Der Nach, and Nahrungsmitteln ist schon ärischen Gründen einigermaßen die aemeinfame Gefahr, in die >n Gegners zu fallen, bringt doch enger zusammen, als es ilegion ber Fall ift. Uber es eiben, bie erbulbct werben ,'ße am läge ftefjt eine non Mas herabwehende Eifer' -nüber. In den höheren Te- ödjlupfointel bet Berber in LM Meier aufaefpüti und ib übertafchenbe vchneestürme >ei ist lein Daum, lein n, bet etwas Sckutz gäbe, lares Gut. Ganze französische le von 50 und 60 Mann wer- saelände aufgerieben, ahne daß icrhaupt zu Gestchl bekommen ihrt Frankreich diesen ind nackte Felsen fort. Und kein Maischen Welt, oder gar da r Saziolistenpresse vermag di tschlüsie zu andern. Blu et z Ansehen Frankreichs ist durch Ä während Mers and und |o lange es nach T im ofjen Alas gibt,'st - blänca nad) »°»

** Ernennung In der NSDAP. Gau­leiter Sprenger hat den Pg. Staatssekretär Jung mit Wirkung vom 1. September ab zum Gaukommissar des Gaues Hessen-Nassau ernannt und ihm die Bearbeitung der Provinz Rheinhessen im Volksstaat Hessen übertragen.

"Erwerbslose! Staotrandsiedlungl Am kommenden Montag, 20 Uhr, findet im Gast- hausZum Lamm" (Horst-Wessel-Wall) eine Ver­sammlung statt, in der man sich besonders mit der Frage der Stadtrandsiedlung beschäftigen wird. Erwerbslose, Wohlfahrts-Unterstützungsempfänger, Bauhandwerker, die sich mit Lust und Liebe ernst­haft dem Gedanken der Stadtrandsiedlung widmen wollen, werden aebeten, sich einzufinden. Die Stadtrandsiedlung soll lediglich von und für Gieße­ner Einwohner geschaffen werden. Es werden be­reits Skizzen oorliegen, aus denen sich der ernst­hafte Interessent informieren kann. Die Zusammen­kunft findet nur einmal statt.

**Das lier in der deutschen Kun st". Die Ministerialabteilung für Bildungwefen, Kultus, Kunst und Volkstum weist in einer Bekannt­machung an die Direktionen und Leiter der höheren Schulen und an die Stadt- und Kreisschulämter dar­auf hin, daß der Heimatbund für Hessen im Lause des Monats Oktober im Landesmuseum zu Darm­stadt eine Ausstellung unter dem TitelDas Tier in der Kunst" veranstaltet. Es ist geplant, bei dieser Ausstellung auch einige Kinderzeichnungen zu zei­gen. Wer solche Kinderzeichnungen besitzt, oder noch anfertigen lassen kann, wird ersucht, diese baldigst an Herrn Direktor Feigel in Darmstccht, Landes­museum, einzusenden. Jede Zeichnung ist mit dem Namen der Schule und des Schülers, sowie mit der Angabe des Alters zu versehen.

** Sonntagsrückfahrkarten zur M o - belmeffe in Frankfurt. Zu der vom 17. bis 20. September in Frankfurt a. M. ftattfmben- den Südwestdeutfchen Möbelmeffe werden von allen Bahnhöfen der Strecken FrankfurtGießen, Frank­furtGießenLollar, FriedbergSchotten, Fried- bergLaubacher Wald, Vilbel-NordOber-Seemen, FriedbergHanau und GelnhausenHungen Sonn­tagsrückfahrkarten nach Frankfurt a. M. ausge­geben. Die Karten gelten zur Hinfahrt vom 16. September 12 Uhr bis 20. September 12 Uhr, zur Rückfahrt vom 16. September 12 Uhr bis 20. Sep­tember 24 Uhr. Bis zum letztgenannten Zeitpunkt muß die Rückreise angetreten fein.

Starker Pilgerzustrom nach Limburg.

Limburg, 14. Sept. (WSN.) Der Pilger» Zustrom zur Verehrung des Hl. Kreuzes im Limburger Dom hält unvermindert an. Am Mittwoch wurden 7000 Pilger gezählt, 50 Kranken war die Genehmigung zur Berührung des Kreuz­partikels erteilt worden. Da der Dom die Menschen­massen bei den Pontifikialämtern und Predigten nicht alle zu fassen vermag, trotzdem 5000 Personen in ihm Platz finden, hat man am Dom Lautsprecher angebracht und überträgt die Predigten und Aernter an die Pilger vor dem Dome. Der Ordnungsdienst wird von SA. und SS. versehen. Stahlhelmleute stellen die Ehrenwache neben SA. und SS. am ausgestellten Dvmschatz in der Stadtkirche.

Der Kreisziegenzuchtverein Gießen veranstaltete in Gemeinschaft mit dem Ziegenzuchtverein Gießen und mit Unterstützung der Stadt Gießen seinen seit einigen Jahren eingeführten Ziegenmarkt. Die Be­schickung des Marktes kann mit über 160 Tieren als sehr gut bezeichnet werden und ist ein Zeichen, daß die Ziegenzucht in der heutigen Zeit wieder an Bedeutung gewinnt. Als Vertreter des Tierzucht- amtes in Gießen wohnte Direktor Dr. Wagner der Veranstaltung bei. Auch der Vertreter der Stabt Gießen, Bürgermeister Dr. Selb, stattete dem Markt einen Besuch ab, ein Zeichen dafür, daß seitens der Stadt den Bestrebungen der Ziegen­züchter mehr Interesse als in früheren Jahren ent- gegengebrad)l wird.

Der Verkauf war recht rege. Eine größere An- zahl Tiere konnte abgesetzt werden. Die Preise be­trugen durchschnittlich für Lämmer 25 Mark und für Jungböcke 50 Mark. Als Preisrichter waren Oberreallehrer Ringshaufen (Friedberg) und Zuchtwart Martin (Angenrod) tätig. Das auf­getriebene Material war in Bezug auf Qualität als erstklassig zu bezeichnen.

Das Ergebnis der Prämiierung.

Bocke, 2 Jahre und älter: 1. Preise er- hielten bie Gemeinbe Großen-Buseck unb bie ©e- meinbe Laubach: 2. Preise konnten an bie ©emein» ben Alten-Buseck, Watzenborn-Steinberg, Großen- Buseck unb Klein-Linden vergeben werden, 3. Preise errangen noch ber Ziegenzuchtverein Gießen unb bie Gemeinbe Laubach.

Böcke, 1 Jahr alt: Hier erhielt bie Ge­meinbe Watzenborn-Steinberg einen zweiten Preis.

Ziegen, 3 Jahre unb älter: In biefer Klasse siegte mieber bie Ziege Meta bes Kreisziegen- zuchloereins Gießen, bie in Pflege bei Heinrich Munster (Hattenrob) steht unb erhielt einen Ia-Preis. Weiter erhielten noch erste Preise: Balth. Pfeiffer VII. (Großen-Buseck), Heinr. Doael (Gie- ßen) unb Heinr. Becker (Gießen); 2. Preise erhiel­ten: Wich. Wagner I. (Großen-Buseck), Abam Zinn (Gießen), Herm. Degenharbt (Gießen) und Johs. Cyriax (Großen-Linden); 3. Preise erhielten: Val. Röhrig (Gießen), Fritz Esau (Großen-Buseck), Hch. Holz (Steinberg), Karl Trechsler (Gießen) zweimal unb Lubw. Fink (Steinberg).

Ziegen (2 Jahre alt): Hier siegte eine Ziege von Christoph Scheib VI. (Großen-Bufeck), bie be­reits auf ber D. L. ©.-Ausstellung Berlin einen 2. Preis erhielt unb wurde mit bem Is-Preis aus­gezeichnet. Weiler konnten noch 1. Preise erhalten: Heinrich Münster (Hattenrob) unb Karl Hühner» munb (Gießen); 2. Preise erhielten: Karl Stark (Wieseck), ßubroig Scheib V. (Großen-Buseck) unb Heinrich Maui (Hattenrob); 3. Preise erhielten: Heinrich Harbach VIII. (Großen-Buseck), Joh. Dör­nis (Laubach), Heinrich Bernharbt (Großen-Linben), Phil. Zimmermann (Großen-Linben), Karl Gör­lach III. (Eberstadt) unb Karl Peter (Laubach).

Ziegen (1 Jahr alt): Hier siegten zwei Ziegen von Heinrich Münster (Hattenrob) unb würben mit einem la- unb Id-Preis ausgezeichnet. 2. Preise erhielten: Christoph Schelb vl. (Großen-Buseck), Heinrich Stengel I. (Laubach) unb Heinrich Panz (Gießen); 3. Preise erhielten: Karl Görlach III. (Eberstabt), Heinrich Höbel (Gießen), Heinrich Bern­harbt (Großen-Linben), Wilh. Wagner I. (Großen- Buseck) und Ludwig Magnus (Großen-Linden).

Z e i t - Z i e g e n : 2. Preise erhielten: Joh. Hein- rich Veite (Lang-Göns) und Kari Rock (Hattenrod); Einen 3. Preis erhielt (3g. Stengel (Laubach).

Bocklämmer: Es wurden vergeben drei 1. Preise an Gemeinde Klein-Linden. Hch- Münster (Hattenrod) und Adam Zinn (Gießen); drei 2. Preise an Heinrich Münster (Hattenrod), Wilh. Hettche II. (Treis), Wilhelm ©orr (Lieh); fünf 3. Preise an Karl Stark (Wieseck), zweimal, Heinr. Müller IV. (Lang-Göns), Hermann Wedemann (Eberstabt) unb Theobor Philipp (Steinberg).

düng an die Kreisleitung bis zum 25. September zu erstatten.

Am heutigen Freitag veranstaltet bie Orts­gruppe Gießen-Norb für Zelle 6 Block 2 (Gabelsbergerstraße, Hammstraße, Lahnstraße) um 20.45 Uhr einen Blockabenb bei Heinrich Bönsel, ©abelsbergerftraße 5.

AS.-Lehrerbund, Kreis Gießen.

Die auf ben morgigen Samstag angesetzte Sing- ftunbe. bes Männerchors fällt aus. Die nächste Chor­probe wirb eine Stunbe vor Beginn ber nächsten Kreis-Lehrerbundsoersarnrnlung im Tagungslokal abgehalten.

Sonderzüge zum Kreiöfrauentreffcn der AS.-Frauemchasten.

Der sonst nur werktags oerkehrenbe Personen­zug ©rünbergGießen (©rünberg ab 8.21 Uhr, Lonborf ab 8.51 Uhr, Gießen an 9.32 Uhr) ver- kehrt aus Anlaß bes Äreisfrauentreffens in Gießen ausnahmsweise auch am lommenben Sonntag. Rückfahrgelegenheit ist mit einem Sonberzug ge­geben, ber um 19.54 Uhr Gießen verläßt unb an ben einzelnen Stationen zu folgenben Zeiten hält: Lollar 20.03, Daubringen 20.10, Mainzlar 20.13, Treis-Lumba 20.20, Allenborf 20.27, Lonborf 20.34, Kesselbach 20.40, Obenhausen 20.45, Geilshausen 20.55, Lurnba 20.56, Beltershain 21.00, Grünberg an 21.06 Uhr.

Ein weiterer Sonberzug fährt von F r i e b berg nach Gießen. Der Zug verläßt Frieb- berg um 9.51 Uhr unb hält auf ben einzelnen Stationen zu folgenben Zeiten: Bab-Nauheim 9.58, Ostheim 10.07, Butzbach 10.12, Kirchgöns 10.21, Lang-Göns 10.26 unb Großen-Linben 10.32 Uhr. Der Zug trifft um 10.42 Uhr in Gießen ein. Die Rückfahrt kann mit bem fahrplanmäßi­gen Personenzug, ber um 19.52 Uhr Gießen verläßt unb um 20.37 Uhr in Friebberg ankommt, angetreten werben. Die gelösten Sonberzugskarten haben Gültigkeit. Der Zug hält auf allen Stationen.

Die Benutzer biefer Sonberzugverbinbungen ge­nießen eine 60prozentige Fahrpreisminberung.

Bei ber Äunbgebung ber NS.-Frauenfchaft in ber Volkshalle, bie am Sonntag pünktlich um 14 Uhr beginnen wirb, werben bie Reichsleiterin Lhbia Gotschewfki (Berlin), bie (Bauleiterin Bruck- mann (Darmftabt) unb Bürgermeister Haug (Darmftabt) sprechen.

Bornotizen.

Tageskalenber für Freitag: Dann 116 ber HI., 20.15 Uhr, Caf6 Leib, öffentlicher Sprechabend, Thema: .Lügend im nationalfoziali- stifchen Staat", Redner: Sozialreferent im Ober- bannftab Pfarrer Rühl, Oberbannfchulungsleiter Ruder. Palaft-Lichtfpiele, 9 bis 21 Uhr, Zinn- folbaten-Truppenfchau. Lichtspielhaus, Bahnhof­straße:Ein Lied geht um die Welt" mit Joseph Schmidt.

Der Fachverband der Wäschereien und Plättereien O b e r h e s s e n - L a h n, Ortsgruppe Gießen, hält am Sonntag, 10 Uhr, in ber Gastwirtschaft Rausch am Oswaldsgarten eine Mitgliederversammlung ab, zu ber auch bie bem Verbanb nicht angesthlossenen Wäschereien unb Plättereien im Kreise Gießen eingelaben werben. Im Interesse jebes einzelnen ist das Er- scheinen nicht nur erwünscht, sondern bringend er» forderlich, worauf hiermit nochmals ausdrücklich hingewiesen ist. (Siehe heutige Anzeige.)

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Oie Angst.

Don Dr. meb. Günter F'ebig.

Du gehst auf belebter Straße, willst den Fahr- dämm überschreiten unb stockst an ber Porbschwelle. . pltzlich überfallt es bich, übermächtig unb unent­rinnbar. Aber sogleich 'st es mieber verflüchtigt denn du hast setzt Stellung genommen, losgelost vom Geschiebe ber Pasfantenmenge prüfst bu mit wachem, aufmerksamem Blick bie Möglichkeit, ben Damm zu überqueren, wartest vielleicht ober gehst nun, furchtsam ober mutig, zwischen zwei entgegen- gesetzt fommenben Straßenbahnen hinburch, bist im Schreiten schon roieber eingefügt in ben allgemeinen Rhythmus der Straße.

Aus bem Schlafe läßt es bich sah ausschrecken; tm nächsten Augenblick jedoch ist es schon wieder vor- über: indem bu nämlich,zur Besinnung" kommenb, bemerkst, baß bu eine atembetlemmenbe unb bie Herztätigkeit ftörenbe Körperlage innehattest unb inbem bir vielleicht zugleich noch bie Erinnerung an ein kurzes, wilbgehetztes Traumerlebnis ein­fällt. . . .

Den roartenben fianbibaten packt es vlotzlich im Vorzimmer der Prüfungskommission; so mancher Schauspieler bleibt sein Öebenlang vor Jebem Auf­treten mit bem Angstgefühl vertraut. Aber auch ben feit langem an verzehrcnber Krankheit Hinsiechcnben überfällt es unoermittelt unb verläßt ihn nicht, jagt ihn in immer wilbere Erregung, in ber sich die Sinne verwirren, Visionen unb brohenbe Ver- olgerstimmen näher unb näher heranbrängen, so laß er aus bem Bette springt unb mit unmöglich theinenber Gewalt Türen einrennt, Fenster zer- chlägt, nur von bem Impuls beherrscht, zu fliehen.

Aus ben jämmerlichen Zügen ber aufkreischenben Säuglinge blickt uns bie Angst an unb wir ent­decken als ihre harmlose Ursache irgend einen neuen Gegenstand, der sich in die Nähe bes ftinbes ver­irrt hat.

Das Winseln bes Hunbes zeiat uns bie Angst an, dessen Augen wir gebannt sehen von einer bem Tiere unbekannten Stoffpuppe, bem Penbeln einer Schnur. Unb ber Nervenarzt weiß von so manchem Kranken zu berichten, bem es in mühsamster Selbst­disziplin gelungen ist, die feit Jahrzehnten unver- mlttelt unb ohne erkennbaren Anlaß bei ihm auf- tretenben seelischen Erschütterungen nach außen durch ein steinernes Gesicht zu verbergen mit dem Preise allerdings, baß ber Organismus sich ganz andere Ventile zur Entladung Der übermäch­tigen Inneren Spannung geschaffen hat: irgend welche zwanghaften, vom Willen nicht beeinfluß­baren Antriebe, Gedanken ober anberes.

Angstgefühle nennen wir alle biefe verschieben- artig bestimmten Erscheinungen. Ihre Mannigfaltig­keit kann wohl jeher noch aus eigenen Erfahrungen erweitern. Gibt es eine gemeinsame Erklärung für sie alle?

Die Tatsache, baß zweifellos auch bas Tier, unb offenbar nicht nur bas höchst entwickelte, bas Säugetier, bie Angst kennt, anberfeits bas Beispiel bes Kranken, bei Dem bie Angst plötzlich auftaucht im Zusammenhang mit irgenb einer plötzlichen Ver- änberung feines körperlichen Gesamtzustanbes (zum Beispiel Fieberabfall ober plötzliche Ausscheibung von Flüssigkeit aus allen Geweben): biese Beispiele weisen schon barauf hin, baß nicht bloß innerhalb des Seelischen die Ursachen für den Ausbruch von Angst zu suchen sind. Zudem weiß jeder von uns aus Erfahrung, daß bas Angstgefühl nur eine Seite der gesamten Erschütterung der Persönlichkeit ist, neben den vielerlei anderen körperlichen Verän­derungen, der Beschleunigung bes Herzschlags, ber Bannung aller Bewegungen, ber Vergrößerung ber Pupillen usw. Es läßt sich sagen, baß bie seelisch- körperliche Erscheinung der Angst eintritt bei jedem drohenden Verlust bes Gleichgewichtszustanbes, in dem sich jeder Mensch normalerweise befindet. Tie­fer eingebrungen in unsere Frage ist man bisher allein von ber seelischen Seite her. Da beantwortet sie sich ganz allgemein: Angst ist bie Begegnung mit dem Unbekannten. Angst ist aber nicht eine aktive Stellungnahme zur Umwelt. Man hat nicht Angst, man wird ergriffen von ihr. Der Angsterfüllte suhlt sich im gleichen Augenblick seiner Persönlichkeit beraubt. Da dieser Verlust des Ich aber ein aus tiefstem Naturgesetz unmöglicher Zustand ist, drangt es ben Angstergriffenen bazu, entroeber einzu-au- chen in ben breiten Strom einer Menschenmasse, in ber feine Seele nun nicht als Selbftänbiges, son­dern als Teil, ohne Verantwortlichkeit, Entschei- bungsnotroenbigfeit, mitflutet, ober aber es Zwingt ihn, eine Stellung, Gegenüberstellung, einen Ab- stanb zu gewinnen: sei es, baß bie Angst sich in Furcht verwanbelt, ober in Flucht, in Abwehr usw.

Das Biwak unseres Bataillons bei Wehlar.

Ausgabe von Sonnlagsrückfahrkarlen ber Reichsbahn.

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