Ausgabe 
15.8.1933 Frühausgabe
 
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Aus der Provinzialhaupistadi

ur- wir an­

widerlegten Greuelmärchen wieder aufleben, so dah uns Selbstachtung und die Ehre unserer ge­fallenen Kameraden verbieten, auf den an sich begrüßenswerten Dorschlag einzugehen. Eine ge­meinsame Arbeit an den Gräbern der Toten deS 22. August 1914, ohne Rücksicht auf die Rationali­tät der Gefallenen, setzt unseres Erachtens neben der Unterlassung von böswilligen Entstellungen auch den Willen voraus, jedem Dersuch zu der­artigen Entgleisungen in den eigenen Reihen mit Energie entgcgenzutreten. (Schluß folgt.)

Das Los zu einer Mar..

3n den nüchternen Alltag fällt ein Hoffnungs­strahl; es kann Dir das Glück die Zukunft mit Geld vergolden. Der Schlüssel dazu ist ein Arbeitsbeschaffungslos zu einer Mark.

Das deutsche Wunder.

Notizen auf einer Fahrt über die deutschen Landstraßen Von Heinrich Hauser.

Tode des Ertrinkens dasEhrenzeichen", die höchste Auszeichnung, die die DLRG. verleihen kann. Der Führer des Bezirks Oberhessen der DLRG. über­reichte ihm die Auszeichnung vor der Front des

mal und die seitwärts aufgestellten Hochkreuze wei­sen mehrfach schadhafte Stellen auf. hier bedarf es alsbald der Ausbesserung, damit die außerordent- lich eindrucksvoll wirkende Anlage in ihrem sprünglichen Charakter erhalten bleibt. Gerade 116er sollten uns dieses Friedhofes besonders

Von den Gräbern der Gefallenen von Anloy

Von Oberleutnant a. O. Or. W. Lmey, Oaimstadi (ehemals Adjutant des 11/116).

Kunst und Wissenschaft.

Lin deutsches Buch vor den Augen der Dell.

Auf der Weltausstellung in Chikago steht neben den Spitzenleistungen der deutschen Technik, dem Riesendampfer, dem Riesenluftschiff und den Rie­senflugzeugen, neben den augenfälligsten Zeug­nissen der deutschen Arbeit ein Buch: Hans Grimms aufrüttelnder Roman »Volk ohne Raum". Es hätte der Welt nicht anschaulicher gezeigt werden können, wes Geistes das neue Deutschland ist. Tut in dieser Ehrung des deut­schen Ruches sich doch unmißverständlich der feste Wille des Deutschen Reiches tund, das geistige Leben, dns dichterisch« und künstlerische Schassen machtvoll zu fördern. Ein besonders glücklicher Gedanke war es, nicht eine allgemeine Dücher- ausstellung zu zeigen, sondern aus dem gesam­ten deutschen Schrifttum ein Duch als den Re­präsentanten herauszuheben. Und wahrhaftig, welches Duch wäre besser geeignet, als eben Hans Grimms »Volk ohne Raum", mit dem das deutsche Reichsministerium für Dolksaufklärung und Propaganda und damit die deutsche Reichs­regierung die Augen der Welt auf die Kern­frage des deutschen Lebens lenkt. Graphische und statrstische Darstellungen unterstützen die Wirkung des ausgestellten Buches. Sie zeigen den Raum- verlust Deutschlands durch das Versailler Dik­tat und die räumliche,Enge des heutigen Deutsch- i land, verglichen mit der Weite des Lebensraumes anderer Völker. 1

Gegen die Verunreinigung der Lahn.

Die Polizeidirektion hat schon mehrfach darauf .-hingewiesen, daß vorsätzliche und fahr- lässige Verunreinigung des Lahn- wassers strafbar ist. Das Wersen von Un­kraut, Kadavern und Gegenständen, sowie das Gie­ßen von verunreinigenden Flüssigkeiten aller Art in die Lahn stellt eine strafbare Verunreinigung des Fluhwassers dar. Die Polizei- und Feldfchutz- beamten werden in der Folge auf die Verunreini- gung des Lahnwassers ein besonderes Augenmerk richten und verkommendenfalls unnachsichllich An­zeige erstatten.

Daten für Dienstag, 15.August.

1686: König Friedrich Wilhelm I. von Preußen in Berlin geboren (gestorben 1740). 1740: der Dichter Matthias Claudius in Rheinfeld geboren (gestorben 1815). 17t0: Sieg Fried­richs des Großen über die Oesterreicher unter Laudon bei Liegnih. 1769: Rapoleon I. in Ajaccio geboren (gestorben 1821).

Vornotizen.

Tageskalender für Dienstag. Licht- Wffp (Bahnhofstraße):Das Abenteuer der Thea

daß der Friedhof am 17. Juni 1918 feierlich geweiht und von der Gemeinde Anloy zur dauernden Er- hallung und Pflege übernommen wurde. Gleich bei dem Rundbau, noch vor dem großen Gräberfeld, sind die Grabstätten der gefallenen Offiziere des 2. und 3. Bataillons unseres Regiments, Oberleut­nant Ebel 6/116, Hauptmann v. Weltzien 10/116, Hauptmann Mattel 11/116. Von hier hat man den besten Ueberblick über die gesamte, in den Wald eingebettete Friedhofsanlage. Das Gelände steigt nach dem anderen Ende zu leicht an. Kreuz­reihen hinter Kreuzreihen werden sichtbar, sich nach beiden Seiten immer mehr verlängernd. Insgesamt 642 deutsche und 411 französische Soldaten ruhen auf diesem Friedhof, von unserem Reglment nicht weniger als 277 Kameraden, ausschließlich Ange­hörige des 2. und 3. Bataillons. Vom Leibgarde- regiment sind hier 102 Gefallene beigesetzt. Im An­schluß an die Reihen der deutschen Gräber ziehen sich diejenigen der Franzosen. Eigentümlicherweise ist vor jedes Steinkreuz, das genau wie bei Den deutschen Gräbern die Angaben über den Toten aufweist, ein weißes hölzernes Kreuz gestellt, wo­durch der ruhige Gesamteindruck empfindlich gestört wird.

Das Mauerwerk am Eingang, das Rundbaudenk-

Alljährlich am 22. August wird in hessischen Städten und Dörfern der Gefallenen der ersten und blutigsten aller Schlachten des Weltkrieges, der Toten von Anloy-Maissin gedacht. Unsere Regimentsge­schichte meldet, dah an diesem Tage 13 Offiziere und 340 Unteroffiziere und Mannschaften, aljo 353 brave und tapfere Kameraden, im sieghaften Vorwärts- |türmen für das Vaterland ihr Leben gaben.Der Rame Anloy sollte einen schrecklichen Kiang in Der hessischen Heimat erhalten. Da war kein Städtchen unD Dörfchen, in das nicht die Nachricht gedrungen wäre: »Bei Anloy gefallen!' Aber darum ist Der Name auch zum Ehrennamen der Kämpfer des 22. August geworden. Von allen Kränzen, die sich das Regiment in diesem großen Krieg errungen, ist der Kranz von Anloy der schönste. Er wird nie welken." Mit diesen Worten schließt der Bericht der Rcgimentsgejchichte über den 22. August 1914.

Während das Regiment am 23. August dem ib» zieycnden Gegner nach Westen nachstietz, wurden an diesem Tage und den folgenden die Toten bestattet. Die 7. und ein Teil der 8. Kompanie waren hierzu abkommandiert. Ueberall auf dem Schlachtfeld lagen die toten Kämpfer. Sie wurden, wie Berichte und Bilder aus jener Zeit ergeben, meist an den Stellen zur Ruhe gebettet, wo sie gefallen waren. Groß war die Zahl der weithin üocr das ganze Kampfgeiände zerstreuten Gräber. An die Schaffung größerer ge­meinsamer Friedhofsanlagen dachte man in den Ta­gen des Vormarsches natürlich nicht. Erst später ist von der deutschen Zioilverwaltung in der belgischen Provinz Luxemburg die Zusammenlegung der Dielen Einzel- und Sammelgräber angeregt und im Einver­nehmen mit den beteiligten Bürgermeistereien unter Heranziehung von besonders bewährten künstlerischen Kräften durchgeführt worden. Es entstanden in Süd- bclgien in den Jahren 1917 und 1918 Kriegerfried- höfe, auf denen die Toten der verlustreichen Schlach­ten, Deutsche und Franzosen, ihre gemeinsame letzte Ruhestätte finden sollten. Im Jahre 1918 wurden sie, nach Vollendung des Ausbaus, von der deutschen Verwaltung den Gemeinden zur Pflege und Unter­haltung übergeben. .

Vier Friedhöfe sind es, für die die hessische Heimat und die noch lebenden Kameraden der ehemaligen 25. Ins.-Division sich mehr interessieren sollten, als sie es seither getan haben. Es sind die Friedhöfe bei Anloy und Maissin. Nur wenige im Hessen­land kennen ihre Lage und ihr Aussehen, wissen etwas von ihren Gräbern und deren voraussicht­lichem Schicksal. Auf diesen Friedhöfen liegen die Toten der Hessischen Division, fast 1000 wackere Kämpfer, 175 Gefallene des Leibgarderegiments, 348 vom Jnf.-Rgt. 116, 113 vom Jnf.-Rgt. 117 und 316 vom Regiment 118. Zu Ostern 1931 besuchten wir die Friedhöfe zum erstenmal, und seit jener Zeit beschäftigen wir uns näher mit ihren Angelegen­heiten.

Der Waldsriedhof bei Anloy

ist etwa 2 Kilometer südwestlich des Dorfes, un­mittelbar an der Straße nach Jehonville gelegen, am Saume des Waldes, der vom I./116 gestürmt wurde. Nach der doppelsprachigen Inschrift auf dem Gedenk­stein am Eingang wurden im Jahre 1918 dort 103 Deutsche und 373 Franzosen deigesetzt. Heute sind noch die Gräber von 111 Deutschen und 147 Fran­zosen vorhanden. Die Anlage ist in drei Abteilungen eingeteilt, ein lang gestrecktes im Grundriß recht­eckiges Grundlinienfeld mit Gräbern von Franzosen und zwei in sich geschlossenen, von immergrünen Wänden eingefaßten Seitenabschnitten, der eine mit den Gräbern der deutschen, der andere wiederum mit Gräbern französischer Soldaten.

In diesen Seitenabschnitten ziehen sich zur Rechten und zur Linken des Besuchers die einzelnen Gräber in zwei Reihen hintereinander zum anderen Ende hin, wo sie sich hinter einem Hochkreuz in einem Bogen vereinigen. Auf jedem Grab erhebt sich ein niedriges graues Steinkreuz. Man lieft Namen, Dienstgrad und Truppenteil vielfach auch nurEin tapferer deutscher Soldat". Mehr als die Hälfte der Hl Gräber trägt die Regimentsnummer 116: es find die Toten des 1. Bataillons, die hier ruhen un­ter ihnen Oberleutnant d. R. Meinberg, Leut- nant v. Ehrhardt, Leutnant d. R. M u h l b e r - ger, sämtlich 1/116 und Hauptmann v. Nor- mann 4/116.

Der Heidefriedhof von Anloy auch Anloy-Bruyöres bezeichnet, ist von An- loy aus auf der Straße nach Framont zu erreichen. Auch er ist etwa 2 Kilometer vom Dorfausgang ent- fernt am Waldrand angelegt. Sein.Grundriß gleicht dem Sektor eines Kreises, in dessen Mittelpunkt, gleich am Eingang, sich ein Denkmal in Gestalt eines Rundbaues erhebt. An seinen Innenwänden sind Gedenktafeln angebracht, auf denen zu lesen ist,

angetretenen Sturmes mit Worten hoher Anerken­nung. Nach einer Ansprache Des Sturmführers ehrte der Sturm seinen Kameraden mit einem dreifachen Sieg-Heil. Es ist seit Bestehen des Bezirks Ober- kessen der DLRG. (8 Jahre) das erstemal, daß diese Auszeichnung verliehen wurde.

** Die ArbeitsgemeinschaftderMili- t ä r und Reaiments-Vereine Gießen veranstaltet zur Erinnerung an Die Feuertaufe Der hessischen Regimenter im Weltkriege am Sonntag, 20. August, 16 Uhr, auf DerLiebigshöhe" ein großes Militärkonzert, ausgeführt vom gesamten Musikkorps Des hiesigen Reichswehr-Bataillons unter Leitung Des Obermufikmeifter Krau (je. Oberst­leutnant a. D. Wegeli wirb Dabei einen kurzen Vortrag über Diesen großen Tag Der hessischen Trup- pen halten. Da Der Eintritt für Die MitglieDer mit Familien der angeschlossenen Vereine frei ist, ist mit einem großen Besuch zu rechnen. Auf Die heutige Anzeige sei besonDers hingewiesen.

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** Verleihung Des Ehrenzeichens der Deutschen Lebens-Rettungs-Ge­sellschaft (DLRG.). Der Sturmmann ß i b a u vorn SS.-Motorsturm Gießen erhielt von der Deut­schen Lebens-Rettunas-Gesellschaft (DLRG.) für die mit Mut und Entschlossenheit unter eigener Lebens- gesahr ausgeführte Rettung eines Mannes vom

nehmen.

Der Terraffenfr edhof Maissin (Maissin I-Transinne)

etwa 800 Meter nördlich von Maissin an der großen Straße nach Villayce gelegen, erhielt diesen Namen wegen des stufenförmigen Aufbaus der Gräberfelder. Während auf den Friedhöfen bei Anloy nur Einzel­gräber angelegt sind, überwiegend hier die Sammel­gräber mit durchschnittlich 6 bis 8 Toten. Sie sind mit kurzgcschorenem Rasen überzogen und mit einem dreieckigen Gedenkstein bestanden, den ein Kreuz aus Eisen krönt. Auch dieser Friedhof flächen» mäßig der kleinste ist in seiner Raumgestaltung äußerst zweckvoll angelegt und in einem verhältnis­mäßig guten Zustand. Zwar ist der massig wirkende, kapellenartige Torbogen, mit Der Inschrift:Ehre Den tapferen Kriegern, Die ihr Leben für Das Dater- lanD opferten, Den man früher gleich nach Betre­ten des Friedhofs durchschreiten mußte, heute nicht mehr vorhanden (die Einwohner von Maissin be­richteten, er fei baufällig geworden und zusammen- gestürzt), aber der Daum- und Sträucherbestand, die Wege und Gräber verraten Ordnung und Pflege. Insgesamt 329 deutsche Soldaten und 91 Franzosen ruhen hier, davon 7 vorn Leibgarderegiment, 41 vom Jnf.-Rgt. 117 und 121 vom Jnf.-Rgt. 118.

Hundbaufriedhof Massin (Ma sfin onale).

Der weitaus größte Friedhof, auf dem die mei­sten Gefallenen des 22. August 1914 beigesetzt sind allein etwa 3000 Franzosen, ist der Rund- bausriedhof, am Wege von Maissin nach Redu. Sein Boden deckt außer der bereits genannten Zahl französischer Soldaten die Gebeine von 429 Deutschen, davon 65 vom Leibgarderegiment, 3 vom IR. 116, 63 vom 2R. 117, und 182 vom 2R. 118. Dieser Friedhof ist seiner großen Be­deutung wegen das Wallfahrtsziel vieler Fran­zosen. 3a man hat im 3ahre 1932 unter gro­ben Feierlichkeiten ein altes bretonisches Stein­kreuz aus der Dendee, der Heimat eines Groß­teils der gefallenen Franzosen, dorthin trans­portiert und es unter Anteilnahme der Bevölke­rung, der Abordnungen Der Kämpfer der fran­zösischen 21. Divifion, der offiziellen Vertreter Frankreichs und Belgiens, als Wahrzeichen auf diesem Friedhof am 21. August 1932 aufgerich­tet. Die Vereinigung Der Angehörigen Des fran­zösischen Infanterie-Regiments Rr. 19 hat aus Diesem Anlaß ihre Rachrichtenblätter, Die in Wort unD Bild ausführlich über diese Vorgänge unD ihre Vorgeschichte berichten, Den hessischen Regimentsvereinen zuleiten lassen und zur Zusammenarbeit bei Der Gräberpflege auf- geforDert. BeDauerlicherweise enthalten jeDoch manche Der in Den Heften abgedruckten ReDen, insbesonDere Die Des Vertreters Der ehemaligen Mitkämpfer des französischen XL Korps, Des Oberstleutnants Laurent, auf dem FrieDhvs von Rossignol ungerechtfertigte und beleiDi- genDe Angriffe auf Den Deutschen Soldaten und Die deutsche Kriegsführung und lassen die längst

Gast sein im Auto kann für Den Selbstfahrer ein reiner Genuß fein wenn Der Mann am Steuer ein guter Fahrer ist. Schlechte Fahrer machen ner­vös, wenn einer selbstvom Fach" ist. Diesmal ftimmts; Der Fahrer steuert wie ein alter Lotse, Der Wagen läuft wie Die Feuerwehr endlich ein­mal Fann man entspannen, Die LanDschaft sehen, Die Menschen am Wegrand, endlich kann man ungestört seinen Gedanken nachhängen: Kein Telephon, kein Besuch herrlich.

Herrlich besondes, seit wir in einem ebenmäßigen Tempo zwischen 90 und 100 Kilometer dahinsausen, begleitet von einem unzufriedenen tiefen Motor­brummen.

Habe ich überhaupt jemals die Heide so gesehen wie heute? Ein Dutzend Mal bin ich Die Strecke gefahren, immer am Steuer, immer Das Straften- vanD im Auge, immer gespannt, gehetzt. Zum ersten Male kann ich mich freuen an Den strengen Formen Der Wacholderbüsche, an ihrem tiefen, bei­nahe schwarzem Grün. An den gedämpften Farb­tönen der Heide von Braun ins Lila, an dem wun­dervoll zarten Grau des regnerischen Himmels, an Den blauen Tupfen Der Wolkenlöcher, an Dem schil- lernDen Moir6 Der vorbeihulchenDen Kiefernstämme.

Es ist sehr wahr, leiDer seyr wahr. Daß jedes Ver­kehrsmittel uns von der Erde trennt je schneller es ist, um so mehr trennt. Wie schön wäre es, jetzt auf Pferderücken querfeldein zu traben! Ich beneide selbst die Radler, die, den Tornister über das Hin­terrad geschnallt, mit wippenden Rücken Die Chaus­see abhaspeln: ich beneibe sie, genau so wie sie wahr­scheinlich mich beneiDen. J«y beneiDe Die junge WanDeroogelmannschaft, Die da im Straßengraben lagert. Der Rauch ihres Kochfeuers weht über die Straße: man sieht Den berußten Aluminiumtopf über Den hellen Flammen: man bekommt einen an­genehmen Hauch von Erbsensuppe in Die Nase einer winkt uns mit einem Brotlaib zu vorbei.

Es ist lange her, feit ich LanDstraßen richtig beob- achten konnte. Sie haben sich verschlechtert, seit ich zum letzten Male hier fuhr. Stark verschlechtert in Der Krisenzeit. Die Armut kommt von Der Powerteh, meint Reuter. Recht hat Der Mann.

Die Vernachlässigung Der kleinen Reparaturen müssen wir jetzt mit vollständigem Neu-Aufbau teuer bezahlen. Ein Gutes aber hat Die Sache: Die neuen Straßen werden von Leuten gebaut werden, die im Zeitalter Des Autos groß geworden sind. Die eine Ahnung haben von überhöhten Kurven, Die wissen, wie ihre Reisen von Der zu starken Wölbung ruf» jchen, Die selbst einmal in DenSommerweg" ge­raten find. Schon liegen Die Steine unD Die Teer­fässer am StrafjenranD. Es kann losgehen, es soll losgehen, es roirD losgehen, Mangel an Arbeit in Deutschland? In Deutschland, für Deutschland gibt es Arbeit, daß einem Die Augen über­geben können.

Arbeit: In beinahe allen Dörfern begegnet man kleinen Trupps von jungen Menschen in der tleiD- {amen unD vor allem brauchbaren Uniform Des FAD. Wie gut sieht diese Jugend aus.joie gesund, wie braun, wie sicher in Der Haltung. Sind das Die gleichen Menschen, Die wir noch vor Jahresfrist als zerlumpte WanDerburschen mit müden Füßen und gesenkten Köpfen über Den harten Asphalt wandern sahen? Sind Das Die gleichen Menschen, Die in Düste­ren Klumpen vor Den Toren der Stempelstellen standen?

Sie sind es. Ein Wunder ist geschehen ein Wunder für Die Zuschauer, eine planmäßig erreichte Stellung, ein mit absoluter Sicherheit vorausberech- netes Ziel für die Führer. Das Wunder wird da­durch nicht verringert. Daß eine vierzehn Jahre lang gehegte Vision Gestalt gewinnt, Wirklichkeit wird, das ist Das größte WunDer, Das man sich denken kann.

Der Abend sinkt. Die Sonnenstrahlen treffen schräg Die Felder, deren Frucht von Sturm und Regen gebeugt DarnieDerliegt. Die Dauern werden schwere Arbeit haben. Man wird Das GetreiDe mit der Hand mähen müssen, die Maschine versagt hier. Wir leben wieder wie im Krieg, wo Der StäDter mit prüfender Sorge Die FelDer betrachtete, ob sie wohl Brot hergeben würben für Das ganze Volk. Nur so: Durch AufeinanDerangewiesensein von S t a D t unD Land kann Die Volksgemeinschaft roieDererftetjen, Die mir im Kriege nur gewonnen hatten, um sie gleich wieder zu verlieren.

Die Landschaft ändert den Charakter. Die Dörfer zeigen sich aus Der Ferne wie Schachbretter. Weiß-

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gekalkte Felder Des Mauerwerks in Fachwerk ein­geschlossen. JeDcs Haus, ieDer Hof steht an feinem selbstgewählten Ort. Die Landstraße kam später. Es gibt keinen Bauplan, keineFluchtlinien!" Eigen­willigkeit, organisches Wachstum, Hang am alten, Formgefühl, Das ist es, was diese Dörfer kennzeich­net. Die Bauten Des neunzehnten Jahrhunderts, be­sonders in den Städten, bilden einen bösen Gegen­satz. Wo liegt Die Dauer? Ich möchte wetten, Daß die alten Fachwerkhäuser weiterleben werden, wenn Der Mörtel Des neunzehnten IahrhunDerts längst zerbröckelt ist.

Für Die Wiederbelebung Des Heimat- g e f ü h 1 s, für Die Erhaltung DerArt", hat Die nationale Erhebung Größeres bewirkt als alle Kunst­historiker. Denn es geht nicht Darum, Das Alte, Schöne zu erhalten als Museumswert, fonDcrn I e b e n D i g muß es erhalten roerDen, wenn sein BestanD Sinn haben soll. Allen, Die Die Vision Der technisierten Landschaften Der Zukunft gehabt Haden es waren nur Die Dichter, Den JnDustriellen er­mangelte die Phantasie, hat vor dieser Vision ge- Ö. Nicht in Der Einsamkeit Der Heide geht Der

. ) zugrunde, fonDern in Den Revieren einer übersteigerten JnDustrie.

Panne: Das BanD eines Stoßdämpfers ist gerissen. Nichts Schlimmes, aber eine Sache, Die man besser repariert, ehe in Der nächsten Wasser­rinne eine FeDer bricht. Dörfliche Werkstatt. Im Schuppen stehen lanDwirtschaftliche Maschinen. So ein Dorfmechaniker muß mehr verstehen als Der alte HufschmieD. Mit primitiven Hilfsmitteln roirD Die Reparatur schnell unD sachgemäß ausgeführt.

Der grauhaarige Meister sagt:Wenn Sie wieder mal was haben: zu jeder Tages- und Nachtzeit und wenn es nachts um eins ist ich stehe auf und arbeite." Sein Geschäft geht gut. Ein solcher Arbeits- geift spricht sich herum. Hier liegt Die Ueberlegenheit, Die handwerkliche Betriebe vor großen Fabriken haben.

Weiter: Feierabend. Der Verkehr der heim- kehrenden Radfahrer und Der Bauernwagen hat auf­gehört. In Dörfern und Städten aber trifft man Die Trupps Der SA. zu Hebungen oder Appell ver­sammelt. Deutschlands Jugend die beste Jugend irgendeines Volkes. Eine Jugend, Die aus ihrer Not eine TugenD gemacht hat, Die sie vor allen Völkern auszeichnet. Verantwortlich kann das nur einer sagen. Der anDere Völker kennt, ich scheue nicht Davor zurück. Man muß Diese JugenD in Der Not ihrer Ziellosigkeit, ihrer Arbeitslosigkeit, in Dem verzweifelten Gefühl ihres Ueberflüffigfeins gekannt haben, um zu begreifen, was es für sie beDeutcL ein großes Ziel zu Haden, eine Aufgabe unD eine Ehre.

Der Mann neben mir am Steuer kann aus einer reichen Erfahrung sprechen. Er hat Die große Dreißig-Tage-Fahrt auf Dem Nürburgring organi­siert, zu Der sich Menschen aller Schichten unD aller Berufe zusammenfanDen.Der Querschnitt Durch Die Anschauungen aller Dieser Menschen ergab Den na­tionalen Sozialismus. Seit Dieser Zeit ftanD Der Erfolg Der Bewegung für mich fest", fugt er.

Toller Sonnenuntergang hinter vulkanischen Bergkuppen. Gewitterstimmung, graue Wvlken- bänre, von roter Glut Durchleuchtet. Das Asphalt- banD Der LanDstraße leuchtet naß in tieflila Tönen. Wir roerDen langsam müDe nach fast oierhunDert Kilometer Fahrt.

Zeit, Nachtquartier zu suchen. Aber wir wollen nicht in Die Stadt. Es sollte einen neuen Reiseführer für Autofahrer geben. Die Der wunDervollen Quar­tiermöglichkeiten zwischen Den StäDten enthält. Der Mann am Steuer neben mir hat Diesen BaeDeker im Kopf. Eine Burg liegt ganz in Der Nähe. Machen wir einen kleinen Abstecher.

Es ist Dunkel geworden, die Scheinwerfer sind ein­geschaltet. Junghäschen hoppeln, hypnotisiert vom Licht, vor uns her, bis wir abblenDen und sie ins Feld entkommen lassen.

Vorbei an einem lichtstrahlenden Elektrizitätswerk. Einen Serpentinenweg hinauf Dringen wir ein in das Schneckengehäuse uralten Mauerwerks. Der Motor verstummt. Stille umfängt uns Wind- faufen und Mondlicht zwischen eilenden Wolken, lieber Den Söller Der Burg gebeugt, blicken wir auf Den silbernen Schild des Stausees. Gut schmeckt Das Abendbrot in weichem Nachtwind auf offener Ter­rasse. Gut ist das breite, altmodische Feldbett. Gut ist es, Die SeitenpfaDe der großen LanDstraßen zu kennen.

NG.-LehrerbunD.

Kreis Gießen.

Petr.: Die Bildung eines Mannerchors im RS.-Lehrerbund.

Stimmlich gut begabte MitglieDer des NS-Leh- rerdundes fordere ich auf, unter Angabe Der Stimme, Die sie fingen, ihre Bereitwilligkeit zur Mitwirkung in einem Männerchor schriftlich bei mir zu erklären.

Betr.: Uebersührung des Dermögcnsbeftanbes

Der aufgelösten Ccbrerorganifatlonen an Deo RS.cehrerbunD

Ich ersuche die Bezirksobleutc, mir umgehend, so­weit das noch nicht geschehen ist, ihre Berichte zu obigem Betreff einzusenden. Fehlanzeige ist zu erstatten.

Betr.: Blifglicbcrbciträgc

für 3. Quartal (Juli bis September) 1933.

Ich ersuche, die noch rückständigen Mitgliederbei« träge für Das 3. Quartal umgehend abzuführen. (Postscheckkonto Nr. 35110 Frankfurt a. M.)

Betr.: Lrziehertagung in Darmstadt.

Alle Philologen, Lehrer und Erzieher des Kreises Gießen (auch die Nichtmitglieder Des NS -Lehrer­bundes) melden mir bis zum 20. August, ob sie an Der Erziehertagung in Darmstadt am 8. und 9. Juli teilgenommen haben. Nichtteilnehmer melden Den Grund ihres Fernbleibens.

Betr.: Mitarbeit im Aufbau Der Organisation.

MitglieDer Des NS.-LehrerbunDcs aus Dem Be- zirk StaDt-Gießen, die gut stenographieren und Schreibmaschine schreiben können (auch eine solche besitzen), fordere ich auf, sich schriftlich bei mir zu melden.

Betr.: Bezirksfamilienkonferenzen.

Am kommenden Samstag, dem 19. August, oder übernächsten Samstag, Dem 26. August, find in sämtlichen Bezirken Des Kreises Gießen Familien­konferenzen abzuhalten. Für ein wirkungsvolles Programm haben die Bezirksobleute Sorge zu tragen. Der Kreisobmann: Dr. Hen h.

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Wissenschaft.

für Schillings jen Oper Berlin.

per in Berlin sand eine j r Deren verstorbenen In- | Max von Schilling; itoe Des Heimgegangenen KeichswefemWer von ie sowie Dbetpräfibenl lern hatten sich das f 1 der Oper, Mt W« erbürgerMistrr «ahm urde die Feierstunde, in itbenen großen Meist«- jonijdjen Prolog zu So> gespielt vom Drdjejter

ter der Ltabsührung von er. Als Solisten roirlten rach und Gerhard Hüsch.

wirkte das von Ludwig terbegleitung vorgetragene eb" von Ernst von W>1> e- Gedenkstunde sand ihm iel zum dritten Auszug der