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Aus aller Welt
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verantwortlich für Politik: i. 93.: Ernst Blumschein
Das Luftschiff „Graf Zeppelin" überflog der letzten Nacht auf seiner Heimfahrt Sevilla.
Auflösung des Balbo Geschwaders.
Ganz Ostpreußen von Arbeitslosen frei.
Berlin, 15.Aug. (TU.) Der „Völkische
mieden werden konnte. Die Besetzung ist ganz auf Kontrastwirkung gestellt: Lil Dagover, sehr zart und fast auf die jugendliche Rcnve hin spielend, neben Hans R e h m a n n, der als Boxer und englischer „Bobby" ausgiebig Gelegenheit hat, einen etwas ungeschickten, kraftstrotzenden Naturburschen, nicht ohne Humor übrigens, auf die Beine zu bringen. Dom Ensemble: Paul Bildt, Margarete Kupfer, Ernst Senesch, Heidemann und Steinke ck. — 2m Beiprogramm sieht man u. a. einen Kabarett-Film der Äafa und die neue Wochenschau.
..Graf Zeppelin"
legt eine weitere Südamerikasahrt ein.
Die günstige Entwicklung des Luftverkehrs zwischen Deutschland und Südamerika hat zu dem Entschluß geführt, jetzt eine in dem 2ahres- plan nicht vorgesehene Fahrt einzuschalten. Am 19. August wirb das Luftschiff „Gras Zeppelin" zu einer weiteren Südamerikafahrt starten.
„Das Abenteuer der Thea CRolanb.*
Aach dem Borspann hatte man den Eindruck, daß dieses „Abenteuer der Thea Roland" (Aafa- Film: seit gestern im Lichtspielhaus) eine kriminalistische Angelegenheit sei. Aber der Szenenausschnitt war irreführend: es handelt sich vielmehr um eine Licbesgesch.chte nicht ganz alltäglicher Art, um die Erlebnisse einer Bito- hauerin, die auf der Suche nach einem männlichen Modell an einen Boxer gerät. Infolge einer Fülle höchst sonderbarer Mißverständnisse und Verwicklungen findet sich die junge Frau alsbald im Mittelpunkt einer halb heiteren, halb rührenden Geschichte, wobei zuletzt ein Kinderwagen und ein rundliches Baby die Hauptrolle spielen. Der Regisseur Hermann K o st e r l i tz hat die Abwicklung der im Drehbuch (nach einem Roman von S- de C a l l i a s) festgelegten Begebenheiten ein wenig in die Länge gezogen. Am besten gelangen ihm einige ungetrübt heitere Episoden wie die Kinderszene am Anfang, wobei jeder Beigeschmack von Peinlichkeit zwanglos ver-
Der wrhige Maler.
Der große amerikanische Maler Whistler, seit dessen Tode jetzt drei Jahrzehnte vergangen sind, war bei Lebzeiten durch seine originelle Persönlichkeit noch berühmter als durch seine Werke. Durch sein exzen! risches Auftreten erregte er überall Aussehen und ebenso durch seine überaus witzigen Bemerkungen. Er zeigte sich stels in der gepflegtesten Toilette, m einer weihen Locke in seiner kunstvollen Frisur, oer er des Morgens ebenso lange Zeit widmete wie dem Binden der Krawatte, die ein Farbenwunder war. Seine Modelle brachte er dadurch zur Verzweiflung, daß er ihnen stundenlang nicht die geringste Bewegung gestattete. Carlyle, von dem er ein berühmtes Bildnis geschaffen hat, erklärte ihn für die „absurdeste Kreatur auf Gottes Erdboden". Während seines Aufenthaltes in London verkehrte er viel mit Oskar Wilde und übertraf diesen Meister des Epigramms oft an scharf pointierten Bemerkungen. Er behauptete nicht mit Tlnrecht, daß der Schriftsteller eine Menge der Apercus, durch die er berühmt wurde, von ihm bezogen habe. Eines Tages sitzen die beiden beieinander, und Whistler sagt ein gei -sprühendes Paradoxon. „Schade," meint Wilde traurig, „daß ich das nickt gesagt habe." Whistler sieht ihn scharf an und bemerkt trocken: „Trösten Sie sich. Sie werden es noch sagen." Whistler hielt den großen Künstler für einen Schöpfer, der der Ratur überlegen sei, und dieser Anschauung gab er öfters grotesken Ausdruck. Als ihn der Forschungsreifende Sooage Landor zu einem Spaziergang im Hyde-Park aufforderte, wo das Gras so schön grün sei, sah er ihn mitleidig an und sagte: „Gehen Sie alleinl Ich brauche kein Grünfutter." Eine Dame, die ihn mit den Worten begrüßte: „Heute früh sah ich eine herrliche Rebellandschaft, die mich an ihre Bilder erinnerte," blickte er sie spöttisch an und meinte dann in seiner langsamen pointierenden Sprechweise: „Ja ja, die Ratur macht sich; sie kommt mir so allmählich nach!"
obachter" meldet aus Königsberg: Wie wir erfahren, sind die Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen in Ostpreußen nunmehr soweit fortgeschritten, daß im Laufe des Dienstag auch der letzte Arbeitslose Ostpreußens aus den Listen des Königsberger Arbeitsamtes verschwinden und seinen Arbeitsplatz zugewiesen erhalten wird. Damit wird also heute, wie angekündigt, die ganze ProvinzO st Preußen frei von Arbeitslosen. Roch in den letzten Tagen wurden alle Kräfte zusammengefaßt, um die Unterbringung der letzten Erwerbslosen zu ermöglichen. Die ostvreuhischeWirtschaft hat freudig das Ihrige dazu beigetragen, neue Arbeitsplätze zu schaffen. Ganz Ostpreußen rüstet sich nun am Mittwoch, wenn die sieghaften Fahnen von allen Giebeln wehen, einen Festtag zu begehen, an dem nicht ein erwerbsfähiger Ostpreuhe „feiern" wird.
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Rumänien stellt die Schu dzah'ung an das Ausland ein.
Bukarest, 14. Aug. (TU.) In dem am Montagnachmittag abgehaltenen Ministerrat wurde beschlossen, die rumänischen Schuldenzahlungen an das Ausland, also die Zahlung der Auslandkupons, ab 15. August einzustellen. Dieser Beschluß wird Dienstag der Presse amtlich bekanntgegeb^r.
wichtiges Geschäftsgeheimnis nicht verraten wollte, so daß also immer nur er selber Bescheid um seinen Most wußte.
Ganz weitab und ausschließlich in nüchternes Sprachgebiet hinüber lenkt eine andere Deutung des alten Dolksworles, nach dem sich das Wort Barthel nicht auf einen Menschen namens Bartholomäus, sondern vielmehr einfach darauf beziehen soll, daß „Barthel" ursprünglich dem internationalen Verbrecheridiom, dem Rotwelsch der Diebe und Einbrecher, entstammt. In dieser aus allen erdenk.ichen Zungen zusammrngebrau- ten Sprache soll nämlich die Bezeichnung „Barthel" so viel wie ein Einbruchswerkzeug, also wohl ein Brecheisen, bedeuten, und das Wort „Most" soviel wie Geld. Diesem Sinne nach hieße somit das Sprüchlein, daß das Brecheisen wohl wisse, wo es Geld finde. Aber an diese Deutung läßt sich dennoch schwer glauben. Um so weniger, als die deutsche Volkssage ja noch ein paar Barthel kennt, die wußten, wo sie ihren Most holten.
Wunderlicherweise hat der Barthel, von dem die folgende Geschichte berichtet, auch wieder In der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts gelebt. Rur der Schauplatz ist diesmal ein anderer. In Küstrin wer es und zur Zeit, als Markgraf Johann, Hans von Küstrin genannt, der zweite Sohn des Kurfürsten Joachim von Brandenburg sein Land ebenso sparsam wie musterhaft verwaltete. Und in feiner Sparsamkeit auch stets die billigsten und dementsprechend wenig verführerische Wein! trank. Da hatte denn eines Tages sein Geheimer Rat, der Herr Barthel von Mandelsloh, ein graßes Gastmahl gegeben und dazu natürlich feiren hohen Herrn eingeladen und ihm zu Ehren eiten süßen Wein in die Gläser füllen lassen, der cklen wie Feuer durch die Adern floß. Jeder war entzückt von dem feurigen Tropfen, nur dem Vark- grasen, der die nicht glänzenden Geldverhälmisse seines Geheimrats wohl kennen mochte, kan das Ding nicht geheuer vor, weshalb er dem gefragt haben soll, woher Barthel den „süßenMost" habe. Da gestand der Geheimrat, daß den Wein zum Geschenk erhalten hätte. Gin französischer Diplomat, der beim Markgraser vorgelassen werden wollte, habe ihm das Fäßchen gespendet, damit er die Audienz vermittln solle. Aber es fei, weil der Markgraf den Franzosen durchaus nicht habe empfangen wollen, doch nichts daraus geworden. Den Wein habe er jedoch auch nicht mehr zurückgeben wollen, weil er gar so gut schmecke. Und siehe dal Der Mackgraf wurde nicht böfe, sondern lachte nur hellaul .,Run weiß ich also, wo mein Barthel seinen Most holte. Der soll mir nun doppelt munbenl"
Montag früh sind die italienischen Ozeanflieger in ihre eigentliche „Heimat" DrbeteUo zurückgekehrt. Um 7 Uhr wurde der Apparat B a l - b o s gesichtet, und eine halbe Stunde später war das Geschwader gelandet. In der Nacht war König Viktor Emanuel im Sonderzug einaetroffen, und kurz nachdem die Besatzungen an Land gegangen waren, nahm er selbst die Parade ab. Anschließend begaben sich die Flieger in feierlichem
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z. D in Stettin um fast ein Drittel, in Greifswald von 7900 auf 1500, in Stargard von 6500 auf 1250.
Cs ist selbstverständüa), bah die Arbei.sbeschaf- fung verbunden wurde mit einer Hilfe für die Arbeitslosenangehörigen der alten Garde. In Pommern haben alle Parteigenossen bis zur Mitglieds rummer 100 000, die in den Jahren des Kampfes infolge von politischer Schikane ihre Stellung verloren hatten, heute wieder Arbeit.
Grenzmark Posen-Westpreußen.
Berlin, 14. Aug. (WTB.) Als erstes Arbeitsamt des Landesarbeitsamtbezirks Brandenburg meldet das Arbeitsamt Schlochau (Grenzmark Posen-We st Preußen) die Einstellung des letzten Arbeitslosen. Im Laufe der letzten zwölf Tage wurden in diesem Ar- bcitsamtsbezirk 1300 Arbeitslose in den Wirtschaftsprozeß wieder eingegliedert.
dem ersten Einbruch entkommen konnte, nachts erneut in das Juweliergeschäft eingedrungen und hat nicht nur die dem Arnold abgenommene Beute im Werte von 20 700 Mark gestohlen, sondern noch für weitere 20 000 Mark Schmucksachen geraubt. Von dem zweiten Einbrecher fehlt bisher jede Spur.
Schweres Unwetter über Oftthüringen.
Bei einem schweren Gewitter trat in Pößneck eine heftige, etwa eine Viertelstunde dauernde Windhose auf, die große Verwüstungen anrichtete. Im Park des alten Oppurger Schlosses wurden mehrere über 103 Jahre alte Bäume umgebrochen oder entwurzelt. Die umstürzenden Bäume zerschlugen die elektrische Leitung, so daß verschiedene Ortsteile ohne Beleuchtung waren. Am Ortseingang von Kolba wurden die mächtigen alten Kaiserllnden vom Sturm umgelegt und sperrten die Landstraße für längere Zeit. Bei Oppurg traf das Unwetter eine Schafherde. Mehrere Tiere wurden emporgewirbelt, verschiedene verletzt und ein Schaf getötet.
Grauenhaster Raubmord eines Achtzehnjährigen.
Unweit von Dresden sand ein Spaziergänger in einem Kartoffelfeld bei Klotzsche eine männliche Leiche. Es ergab sich, daß es sich um den kaufmännischen Angestellten Kurze aus Dresden handelte. Er hatte sich dieser Tage mit mehreren Freunden und Freundinnen in einem Lokal in Klotzsche aufgehalten und war dann mit dem 18jährigen Bäckerlehrling Karlheinz Graf aus Klotzsche ein Stück spazieren gegangen. Graf wurde von der Polizei vernommen und legte schließlich ein Geständnis ab. Er gab an, daß er von einer Baustelle einen schweren Schlüssel mitgenommen habe-, auf einem Kartoffelfeld forderte er Kurze auf, zu sehen, ob die Kartoffeln reif seien. Dabei schlug er ihn mit voller Wucht über den Kopf, so daß Kurze zusammenbrach. Er versetzte ihm später noch einiae Schläge und raubte ihm bann aus seiner Geldtasche 20 Mark. Graf wurde festgenommen.
Abenteuer blinder Passagiere.
Küstenwächter und Polizei an der englischen Südküste wurden benachrichtigt, daß von dem deutschen Dampfer „Rorbenham" zwei blinde Passagiere im Aermel-Kanal verschwunden sind. Die Beiden wurden bald darauf von dem britischen Dampfer „E. Rose" gesichtet und geborgen. In Rewhaven wurden sie an Land gesetzt. Einer soll Kanadier fein, der andere Brasilianer. Sie berichteten, daß sie sich an Bord eines deutschen Dampfers in Bremerhaven verborgen hatten, um womöglich Amerika zu erreichen. Sie seien aber auf der Höhe der Azoren entdeckt und auf den auf der Heimreise nach Deutschland befindlichen Dampfer „Rordenham" gebracht worden. Sie haben sich dort, als sich das Schiff zwischen Beachy Head und Dungeneh befand, ins Wasser hinabgelassen, sind die ganze Rächt umhergetrieben und wurden am andern morgen vom Wachtposten des britischen Schiffes entdeckt.
Die letzte Erklärung des Wortes ist weniger heiter. Das Vorkommnis, auf das es sich bezieht, soll sich auch erst im Verlauf des dreißigjährigen Krieges begeben haben, also wohl mehr als ein Jahrhundert später. Eines Tages, so erzählt die Syge, sei ein bereits völlig ausgeplündertes Dorf in der Rheinpfalz von neuem von einer Schar beutegieriger Feinde Überfällen worden, die, Erschöpft und durstig, von den Bauern Wein oder Most verlangten. 2iun soll da ein Bauer namens Barthel gewesen sein, ter in einem Keller versteckt, wirklich noch ein Fäßchen Most gerettet, hat, es aber nicht zugeben wollte, bis ihn die/Feinde mit der vor geyalte:.en Pistole dazu zwangen. Als er nun das Fäßchen mit Zornes- tränen in den Augen aus dem Keller brachte, da soll es denn auch wieder geheißen haben: „Run weiß-man doch, wo Bgrthel seinen Most holteI"
An alle diese alten Geschichten denkt der Dauer, der am Bartheltag sein letztes Grummet eirholt, weil das Gras nunmeyr „rückwärts wichst", seinen Hafer schneidet, damit er nicht „ip. die Knie finkt" und seine Aepfel und Dirnen syüttelt, weil St. Dartholomäus seinen Ehrentag besonders segnet, längst nicht mehr. Sie sind vergessen und haben ja auch mit dem Jünger Christi, dem der Tag geweiht ist, nicht das mindeste zu tun. Aber sie sind und bleiben altes deutsches Volksgut, und deshalb soll die Erinnerung wieder aufleben an den Darthel, der so gut wußte, wo er seinen Most holte.
Ser Kampf gegen die Arbeitslosigkeit Guter Fortgang in Pommern.
geht das Blatt auf das kürzlich zwischen Polen und der Freien Stadt Danzig abgeschlossene Abkommen ein. „Temps" gibt zu, daß die B e f ü r ch t u n- g e n, die gelegentlich der Machtübernahme der Nationalsozialisten in Danzig über die Beziehungen Danzigs zu Polen geäußert worden seien, nichteingetroffen sind. Jin Gegenteil habe die n a t i o n a l s o z i a l i st, s ch e R e g i e- rung in Danzig in ganz kurzer Zeit jahrelange Streitigkeiten mit Polen m ü h e l o s geregelt und damit eine Lage geklärt, die in den letzten Jahren stets einen beunruhigenden Charakter gehabt habe. Bei der Regelung der Streitigkeiten seien von beiden Seiten Opfer gebracht worden. »Temps schließt seine Betrachtungen mit folgender Feststellung: Dieses Abkommen ist von aller» größterBedeutung. Alle zwischen Polen und Danzig seit Jahren schwebenden Schwierigkeiten sind geregelt. Diese Tatsache wird nicht verfehlen, zur Beruhigung im Nordosten Europas beizutragen „Das unheilvolle Problem." Englische Beklemmung wegen der deutsch
polnischen Grenze.
London, 13. Aug. (CAD.) 2n einem Aufsatz des „Obf erb er" führt Sisley Hudle- st o n aus, bei der europäischen älnruhe handele es sich tatsächlich um eine deuts ch -o l n 11 ch e Spannung. Frankreich gelte als einer der Kämpfer, aber in Wahrheit spiele es eher die Rolle eines mächtigen Sekundanten. Alles wogegen sich Deutschland wende - Verlust der Kolonien und der militärischen Gleichberechtigung und Zurücksetzung in wirtschaftlicher, finanzieller und politischer Deziehung —, lasse sich schnell in Ordnung bringen. Das unheilvolle P r o - b l e m sei die Frage der d e u t s ch - p o l n i s ch e n Grenze. Wenn England es mit ferner zur Schau getragenen Friedensliebe ernst meine, so müsse es sich bemühen, einen deutsch-polnischen mockus vivencki zu entdecken. Solange dieser nicht erreicht sei, werde Pie europäische Spannung anhalten.
Die Geheimniskrämerei in Rußland.
S t o ck h o l m, 14. Aug. (CNB.) Unter der lieber» fdjrift „Voller Aufruhr in Rußland. — Ukraine und die südlichen Teile Unruhezentren" berichtet „Aston blad et": ... .
„Die sehr mystische Maßnahme gegenüber den ausländischen Zeitungskorrespondenten in Moskau, sich innerhalb des Weichbildes der Hauptstadt aufzuhalten, steht jetzt vor ihrer Aufklärung. Es herrscht voller Aufruhr in der Ukraine und den angrenzenden Teilen Südrußlands. Die Arbeiter und die Bauern gehen dgs Militär an, das s ch a r f s ch i e ß t. Alle Eisenbahnlinien sind von Militär besetzt worden, und Die Züge sind mit Soldaten überfüllt, welche in die bedrohten Gebiete befördert werden.
Alle näheren Nachrichten fehlen im Moment noch. Aber man behauptet, großen Ereignissen gegenüberzustehen."
nn russisches Dementi.
Moskau, 14.August. (TU.) Von hiesiger amtlicher Seite werden die Meldungen über einen Aufstand in der Ukraine als frei erfunden bezeichnet. In der Ukraine herrsche Ruhe.
Amerika
w il te ne deutschen „E rgranten".
Berlin, 14. Aug. (TA.) Das amerikanische Konsulat in Paris verlangt neuer» dings von Deutschen, die das Einreisevisum für die Vereinigten Staaten beantragen, den ftrif.cn Nachweis, daß sie ihren ständigen Wohnsitz in Deutschland haben. Eine Ausnahme von dieser Regel soll nur dann gemacht werden, w:nn der Antragsteller eine von einer deutschen Behörde ausgestellte Bescheinigung beibringt, daß er nicht politischer Flüchtling ist. Es ist bezeichnend, daß auch die Vereinigten Staaten sich bedanken, die deutschen „Emigranten" bei sich aufzunehmen.
Stettin, 14. Aug. (TU.) In der pom- merschen A r b e i t s s ch l a ch t ist eine°neue Etappe erreicht. Soeben angestellte Zahlungen haben ergeben, daß die A r b e it s losig - kei t gegenüber dem Höchststand im Winter auf ein Drittel herabgedrückt worden ist. Geaen 150 000 Arbeitslose im Winter sind es im Augenblick nur noch rund 55 000 — und diese QaM ist weiter im Sinken! Das Tempo der Arbeitsbeschaffung hat sich gegenüber dem Monat Juli verdoppelt! Heute meldet der Kreis Schlawe, daß dort der letzte Arbeitslose wieder eingereiht worden ist. Damit ist der zwölfte pommersche Kreis völlig frei!
Am 2. August berief der Gauleiter von Pommern, Staatsrat Karpenstein, die Landräte und Kreisleiter der Provinz zü einer Wirtschaftskonferenz nach Stettin. Aus Grund der dort von ihm ausgegebenen Richtlinien wurde als das nächste Ziel erklärt, innerhalb von zwei Wochen zunächst sechs Kreise frei zu machen.
Erreicht ist das Doppelte! In zwölf Tagen mürben zwölf kreise frei! Darüber hinaus ist schon jetzt gesichert, baß in dieser Woche drei neue kreise alle ihre Erwerbslosen wieder in Arbeit und Brot bringen.
Ferner gibt es schon jetzt im Gebiet von drei weiteren Kreisen nur noch in einzelnen Städten Arbeitslose, während das Land frei ist, und auch der Kreis Franzburg-Barth wird noch in dieser Woche frei, zunächst mit Ausnahme der Stadt Barth. Dem Arbeitsbeschaffungsplan nach sollte Rügen seine Erwerbslosen beim Bau des Rügendammes einsetzen. Auch hier sind die Erwartungen übertroffen worden. Rügen hat schon jetzt vor Beginn des Baues keine Arbeitslosen mehr.
Der pommersche Wiederaufbau ist vor allem durch eins gekennzeichnet: Alle N e u e i n st e l l u n g e n erfolgen ausnahmslos zum vollen Tariflohn. Die dadurch entstehende echte Kaufkrafterhöhung wird auf alle Zweige der Wirtschaft befruchtend einwirken und die natürlichen Auftriebstendenzen, die sich bemerkbar machen, weiter fördern.
Der bisherige Terraingewinn ist durch enges Zusammenwirken der privaten Initiative mit der öffentlichen Arbeitsbeschaffung erzielt worden. Man hat überall dafür Sorge getragen, daß ein Rückströmen der eben untergebrachten Erwerbslosen nicht erfolgen wird.
Roch nicht befreit von bet Arbeitslosigkeit sind u. a. die kreisfreien Städte Stettin, Stargard, Stralsund und Kolberg. Aber auch dort ist eine erhebliche Senkung der Arbeiisl fenyffe«: erreicht.
Kunst und Wiffenschast.
Gedenkfeier für Schillings in der Städtischen Oper Berlin.
In der Städtischen Oper in Berlin fand eine Gedächtnisfeier für deren verstorbenen Intendanten Professor Dr. Max von Schillings statt, an der außer der Witwe des Heimgegangenen und deren Tochter u. a. Reichswehrminister von Blomberg und Familie sowie Oberpräsident Kube teilnahmen. Außerdem hatten sich das ge- sainte künstlerische Personal der Oper, viele Akademiemitglieder sowie Oberbürgermeister S a h m eingefunden. Eingeleitet wurde die Feierstunde, in der nur Musik des verstorbenen großen Meisters erklang, mit dem Symphonischen Prolog zu Sophokles „König Oedipus", gespielt vom Orchester der Städtischen Oper unter der Stabführung von Professor Hans P f i tz n e r. Als Solisten wirkten mit Rosalind von Schirach und Gerhard H ü s ch. Wuchtig und ergreifend wirkte das von Ludwig SB ü ll n e r mit Orchesterbegleitung vorgetragene Melodram „Das Hexenlied" von Ernst von Wilde n d r u ch. Die schlickte Gedenkstunde fand ihren Abschluß mit dem Vorspiel zum dritten Auszug der Oper „Der Pfeifertag".
„WoBarcheldrnMosihoit.. /'
Von M. A v Lü gensorff
Jeder kennt das alte deutsche Wort. Wenn einer mehr weih, als er zeigt und wissen lassen möchte und dazu gewandt und findig ist, wo es gilt, etwas zu erreichen, so heißt es: „2a, der Barthel weih, wo er den Most holt!" Wer aber der Barthel ist, wo und warum er seinen Most holt, darüber wissen wohl die Wenigsten Bescheid. Tlnd das ist denn auch nicht erstaunlich. Gibt es im alten deutschen Sagenlcben doch seltsamerweise nicht nur einen, sonvern mehrere Barthel, die allesamt wußten, wo sie ihren „Most holten", und von keinem von ihnen wissen wir, ob er der rechte war.
Eine dieser Sagen führt nach der sächsischen Stadt Meißen, wo es zu Beginn des 16. Jahrhunderts einen Weinw.rt namens Bartholomäus Zimmer gegeben haben soll, der, aus Heidelberg stammend, ein vorzüglicher Weinkenn.r war und daher seine Weine nicht nur gut zu behandeln verstand, sondern sie wohl auch stets aus den berühmtesten Weinkellern bezog. Fragte man ihn aber, woher er denn seine blumigen Weine und den Most, der den Meißenern ganz besonders gut schmeckte, her habe, so lächelte er immer und meinte: „Laßt's Euch gesagt sein, wo der Wein wächst, den ich ausschenke, das ist meine Sache. Euch braucht er nur zu munden!" ilnb da kam dann bald das Wort auf: „Barthel weih schon, wo er seinen Most holt", wenn einer nicht damit herausrücken wollte, wie er zu einem Erfolg gekommen war.
Run soll es aber in Meißen noch einen Barthel ?legeben haben, auf den sich das Wort beziehen ieße. Schon vor dem Barthel Zimmer soll sich nämlich ein Weinwirt, ein gewisser Peter Knoll, den seine Freunde „Partei" nannten, in Meißen dadurch verdient gemacht haben, daß er seine Gäste mit besonders guten Weinen und Most versorgte. Dieser Partei soll sogar den kühnen Versuch gemacht haben, echte Burgunderreben in seiner Heimat anzupflanzen. Da er aber niemand in seinen Weingarten hineinlieh, ja, wo es anging, ihn überhaupt verschwieg, sagte man auch von ihm: „Rur Partei weih, wo er seinen Most holt!" Run liegt hier allerdings der Gedanke nahe, daß es sich bei Knoll und Zimmer schließlich doch nur um ein und dieselbe Person gehandelt haben mag. Der Ursprung der Sage wäre dann jedenfalls so zu erklären, dah ein Weinw.rt, der guten Wein ausschenkte, seiner Konkurrenz ein
Alljährlich am Stäöten unD Dorf blutigsten aller Sä von Anloy'Mai,,i schichte meldet, das 340 Unteroffiziere und tapfere Kam «türmen für dos ! Name Anloy sollt hessischen Heimat und Dorschen, in wäre: ,Vei Anloi Name auch zum 22. August gewori bas Regiment in ist der Kranz vor welken." Mik bief Regimenksgejchich während das ' ziehenden Gegner die,em Tage und Die 7. und ein D abkommandiert. Ui die toten Kämpfer Bilder aus jener Z M Ruhe gebettet, tiw M dn weich zeijkreuüu Mim meinsamn FcM gen des Doimaif von der deutscher Provinz Luxemb Einzel- und San nehmen mit den Heranziehung vo Kräften durchgefi belgien in den I Höfe, auf denen d ten, Deutsche uni Ruhestätte finden nach Vollendung Verwaltung den Haltung übergebe
Bier Friedhöfe und die noch lel 25. Inf.-Division sie es seither geh Anloy und M land kennen ihr etwas von ihrer lrchem Schicksal. Toten der fieffi Kämpfer, 175 ß * °°°> M'Sgl 316 vom Regime:
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Zug, eingerahmt von den faschistischen Verbänden der gesamten Umgebung, in den Ort selbst, wo sie vom Bürgermeister empfangen wurden. Zum Schluß fand ein feierliches Tedeum in der alten zur Feier des Tages besonders geschmückten Kathedrale statt. Damit hat der italienische Ozeanflug seinen Abschluß gefunden. Das zweite transatlantische Luftgeschwa- der ist nach der Parade vom Luftmarschall Balbo im Namen des Königs aufgelöst worden. Die Mitglieder des Geschwaders haben einen kurzen Erholungsurlaub angetreten. Die ganze italienische Presse widmet der Rückkehr der Transatlantikflieger lange Spalten und veröffentlicht mit besonderer Ge- nungtuung die Anerkennung der fliegerischen Leistung und der italienischen Luftfahrt überhaupt durch die gesamte Weltpresse.
Frecher 3uroelenraub in Mannheim.
In einer der letzten Nächte ist einer der gefährlichsten Juwelenräuber Deutschlands, der 34jährige Erich Arnold beim Einbruch in ein Juweliergeschäft in Mannheim gefaßt worden. Nach dieser Verhaftung ist der Komplize des Arnold, der nach


