Ausgabe 
15.8.1933 Erstes Blatt
 
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Nichts als Entgegenkommen und Hilfsbereitschaft."

Ein Engländer über die Sicherheit der Ausländer in Deutschland.

London, 14. August. (CAD. Funkspruch.) 3n einem Briefe an dieTime s" berichtet der englische Brigadegeneral Aspinall-Og- l a n d e r über eine Autofahrt, die er mit seinen Angehörigen von Dänemark aus über Westdeutsch­land nach Holland unternommen hat. Er sagt darin, die Zollbeamten und die SA.-Hilfspoli- zisten, Nie überhaupt alle Deutschen, mit denen er in Berührung gekommen sei, hätten st e t s die größte Höflichkeit an den Tag ge­legt. Die nationalsozialistische Polizei sei überall auf dem Posten getvesen, aber man habe ihn nirgends behelligt und habe nichts als Ent­gegenkommen und Hilfsbereitschaft gezeigt.

Dieser Brief wurde ausgelöst durch eilte Erörte­rung, die dieTimes" der Sicherheit von Aus­ländern zugedacht hatte und in der von einer angeblich schikanösen Behandlung der Ausländer durch deutsche Beamte und Hilfspolizisten die Rede war.

Oer angebliche Anschlag auf Gtarhemberg.

Eine erdichtete Erzählung.

Linz, 14. Aug. (WTB. Funkspruch.) Bei der hiesigen Polizeidirektion hatte ein gewisser W o l f in der vorigen Woche die Anzeige erstattet, er sei von dem ehemaligen Linzer Gauleiter der ASDAP. B o l e k gedungen worden, gemeinsam mit dem Bezirksleiter dieser Partei Mohel und dem Adjutanten der SA.-Standarte 14, Brun­ner, auf den Bundesführer der österreichischen Heimwehren, Fürsten S t a r h e m b e r g, ein Attentat zu verüben. Er hat jetzt vor dem hiesigen Landesgericht bei einer Gegenüberstellung mit Mohel und Brunner zugegeben, daß seine Erzählung erdichtet gewesen sei. Mohel wurde darauf auf freien Fuß gesetzt, während Brunner, bei dem anläßlich einer Haussuchung eine Pistole und Munition gefunden wurde, noch weiter in Haft gehalten wird. Wolf, der gegen­wärtig arbeitslos ist, hatte Eingang in die vater­ländischen Kreise gesucht, um eine Existenz zu finden, und geglaubt, mit Märchen von dem geplanten Attentat leichter zum Ziele zu kommen. Englische Aufrüstung zur Lust

in Sicht.

London, 15. Aug. (WTB.-Funkspruch.) Das Statt der ArbeiterparteiDaily Herold" be­richtet, die britische Regierung plane, lOOKampf- slugzeuge von großer Schnelligkeit zu bauen und diese in die britischen Luststreit­kräfte einzustellen, wenn die Abrüstungskon- ferenz keine Vereinbarung zu Gunsten einer Beschränkung der Weltflugstreitkräfte erzielen könnte. Auch ein neues Geschwader von Seeflugzeugen sei in Aussicht genommen und werde im kommenden Etat vorgesehen werden. Das Blatt, das seine Meldung in großer Aufmachung bringt, ist der Auffassung, da die britische Delegation in Genf auf ausdrückliche Anweisung des britischen Kabinetts keinem Weltabkommen über Luftrüstun­gen beitreten wolle, sei es ä u ß e r st unwahr­scheinlich, daß ein Vertrag über Luft» streitkräfte zustande kommen werde. In einem Leitartikel kritisiert das Arbeiterblatt die Maßnah­men der britischen Regierung, die es als Anleitung zu einem Wettrüsten in der Luft ansieht, für das die britische Regierung eine furchtbare Verantwor­tung tragen würde.

Bergarbeiterstreik in England

London, 15. Aug. (WTB. Funkspruch.) Wie hie Blätter aus Swansea melden, haben 12 OOO Arbeiter in 22 den Bereinigten An­thrazitzechen gehörenden Zechen die Arbeit e i n g e st e l l t. Bis zum Donnerstag werden, wenn inzwischen nichts unternommen wird, 15000 Mann feiern.

Fahnenflucht bedeutet Verlust der Staatsangehörigkeit.

Berlin, 14. Aug. (ERB.) Wie der Preußische Minister des Innern in einem Runderlaß an die untergeordneten Behörden feststellt, unterscheidet sich das Dienstverhältnis in der früheren Wehrmacht von dem in der Reichswehr zwar in der Art der Entstehung und Beendigung, aber kaum in sei­nem eigentlichen Wesensinhalt. Dementsprechend hat der Minister, nach einer Meldung des Amtlichen Preußischen Pressedienstes, bestimmt, daß die Vor­schrift des Reichs- und Staatsangehörigkeitsgesetzes von 1913, wonach ein fahnenflüchtiger Deutscher seine Staatsangehörigkeit mit dem Ablauf von zwei Jahren nach Bekannt- machung des Beschlusses, durch den er für fahnen­flüchtig erklärt worden ist, verliert, auch auf fahnenflüchtige Angehörige der Reichswehr an­zuwenden ist.

diesige Korruptionsaffäre in Baden ausgedeckt.

Karlsruhe, 14. Aug. (CAD.) DerZei­tungsdienst" meldet: 3n Baden wurde heute eine große Korruptionsaffäre aufge- deckt, in die 22 badische Bürgermeister, zwei Derwaltungsdirektoren von Ortskrankenkas­sen, sowie der nach Frankreich geflüchtete Marxist K l u m p P und zwei Berwaltungsbeamte der ba­dischen Dersicherungsanstalt für Gemeinde- und Körperschaftsbeamte verwickelt sind. Es handelt sich um große Llnterschlagungen, sowie um zu Anrecht gebuchte Beträge für Heilverfah­ren, die in die Zehntausende gehen. Der insge­samt von den 22 badischen Bürgermeistern zu An­recht entnommene Betrag beläuft sich mindestens auf 6 4 0 0 0 Mark. Bei der genannten Ver» sicherungsgesellschaft sind außerdem große Grund st ücksschiebungen gemacht worden, aus denen sich eine Anzahl der Beteiligten eben­falls große Beträge zukommen liehen.

Zu der Korruptionsafsäre meldet die national­sozialistische ZeitungDer Führer" ergänzend, daß der frühere Regierungsrat Klump p vor allem den Grundbesitz der Versicherungsanstalt für Ge­meindebeamte verwaltete. Rach den bisherigen Fest­stellungen hat Klumpp einen großen Teil der Mietbeträge, die er einzuziehen hatte, in seine eigene Tasche gesteckt. Für seine Woh­nung hat er in den letzten vier Jahren für ungefähr 9000 Mark Reparaturen ausführen lassen.

Ferner hat sich herausgestellt, daß eine Anzahl der von der Anstalt bezahlten Reparaturen und Instand- setzungsarbeiten in der Anstalt überhaupt nicht aus- geführt worden sind. Klumpp hat sich nicht nur der Amtsunterschlagung, sondern auch des Betruges, der passiven Bestechung und der Untreue schuldig gemacht. Hand tn Hand mit Klumpp arbeitete der Zentrumsmann P e r s o n, Durlach der seine Stellung als GrundstucksmaAer dazu benutzte, Vermittlungsgebühren von der Ge- genseite einzustecken. Auf diese Weise verdiente Per­son etwa 1 0 0 0 0 R e i ch s m a r k. Der frühere Vor- jhenbe des Verwaltungsrats der Versicherungsan­stalt Gramm, hat Schriftstücke und Belege besei­tigt'die ihn belasteten. Gramm verordnete Heilver­fahren für 22 Bürgermeister und zwei Kranken- ka senbeamte. Einer der Bügermeister z. B. ließ sich eine Kur von 35 Tagen mit 12 Mark je Tag be­zahlen. Die Gesamtsumme an unberechtigten Zu­schüssen beträgt 60 000 Mark. Gegen sämtliche in die Angelegenheit verwickelten Personen ist ein Er­mittlungsverfahren eingeleitet worden. Direktor Gramm und die am stärksten belasteten Bürger­meister wurden in Haft genommen. Im Interesse der Untersuchung wurden die Namen nicht bekannt- gegeben. Gegen Klumpp, der sich in Frankreich auf­hält, ist ein Auslieferungsverfahren beantragt worden.

Grenzverletzung durch schweizerische Kommunisten.

Lörrach, 14. Aug. (CNB.) lieber eine Grenz­verletzung durch kommunistische Was­sersportler, die auf deutschem Boden kommu­nistische Propaganda betrieben, erfahren wir von zuständiger amtlicher Stelle u. a. folgendes: Aus einer kleinen Insel oberhalb des Kraftwerkes Äugt- wyhlen auf badischer Seite landeten am Sonntag 35 bis 40 Baseler Kommunisten. Die Leute erregten dadurch Aergernis der Uferbewohner, daß sie komunistische Lieder fangen und kommu­nistische Flugblätter verteilten. Deutsche Poli­zei b e a m t e nahmen eine Durchsuchung vor. Hier­bei wurden sie bedroht, so daß schließlich ein Be­amter seine Pistole ziehen muhte, um sich gegen Angriffe wehren zu können. Bei fünf der Sport­ler wurde kommunistisches Flugblatt- material feftgefteUt. Fünf Personen wurden festgenommen, von denen aber drei wieder ent­weichen konnten. Die beiden anderen wurden ins Gefängnis nach Lörrach eingeliefert.

Kleine politische Nachrichten.

Anläßlich der Ostland-Treuefahrt findet am Mon­tag, 28. August, eine große Kundgebung im Königs­berger Schloß statt. Bei dieser Gelegenheit wird Reichsminister Dr. Goebbels eine Ansprache halten.

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Der Reichsstatthalter in Hamburg hat im Einver­nehmen mit dem Hamburger Senat veranlaßt, daß auf dem Wege des freiwilligen Verzichtes die 12 000 Mark überschreitenden Gehaltsteile der Mitglieder des Hamburger Senates sozialen Zwecken zugeführt werden. Zu dem verbleibenden Gehalt tritt lebig- liche eine abgeftufte Repräsentationszulage.

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Nachdem schon seit längerer Zeit Bemühungen im Gange waren, in Bad Reichenhall eine national» sozialistische Reichsführerschule unterzubringen, ha­ben diese Bestrebungen nun dazu geführt, diese Schule in der Villa Continental, die von der ober­sten SA.-Führung angekauft wurde, zu errichten.

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Die Beauftragten der Reichsleitung der NSDAP. Dr. Stäbel als Bundesführer des NSDStB., Gerhard Krüger als Führer der Deutschen Stu­dentenschaft und Dipl. ing. Hederich als Ver­bandsreferent lösen nach Rücksprache mit dem Vor­ort des Allgemeinen Deutschen Waffenringes, den Akademischen Turnbund, den bisherigen vorläufi­gen Bundesrat des Allgemeinen Deutschen Waffen­ringes auf. An feine Stelle tritt ein Arbeitskreis, für den die Beauftragten als Mitglieder ernennen: Rechtsanwalt Behrens, Dipl. ing. Hederich, Direktor Langhoff, Dr. Sauermann und Dr. Stäbel. Die Leitung dieses Arbeitskreises übernimmt verantwortlich Direktor Langhoff.

Ans aller Welt.

Zwei Flugzeuge abgestürzl.

Bei dem Versuch, eine Uebungslanbuna vorzu­nehmen, ist ber Schweizer Militärflieger Oberleut­nant U r f e r aus etwa 100 Meter Höhe über dem Genfer See abgestürzt. Er würbe bei dem Auf­prall auf das Wasser getötet.

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Ein zweimotoriges englisches Touristenflugzeug, bas auf bem südfranzösischen Flugplatz Marignane einen Versuchsflug aussührte, stürzte aus bisher ungeklärten Gründen ab. Der englische Flugzeug­führer wurde mit einem schweren Nervenzu­sammenbruch aus den Trümmern geborgen.

Förstcrmord in Thüringen.

Der Förster S e b e r aus Neustadt am Rennstieg wurde, wie aus Arnftadt gemeldet wird, 2 Km. vom Schobsee entfernt mit mehreren Schußwunden t o t aufgefunden. Wenig später fand man auch den Mörder als Leiche auf. Es handelt sich um den seit einigen Tagen vermißten Förster Meyer vom Forsthaus Geiersthal im Kreise Saalfeld, der seit längerer Zeit mit Seber in Feindschaft lebte und schließlich, als sich ihr Verhältnis zuspitzte, versetzt werden mußte. Wegen dieser Versetzung hat der Forster Meyer aus Rache Seber erschossen. Der Mörder und Selbstmörder war 46 Jahre alt und hinterläßt eine Frau und fünf Kinder, von denen vier noch schulpflichtig sind.

3m Gerichtssaal unter Mordverdacht verhaftet.

Dor dem Gemeindegericht in Mannheim beschul­digte der Privatbeklagte in einem Zivilprozeh den Privatkläger, seinen Schwiegervater am 13. Ja­nuar 1931 mit einem Riemen erwürgt und, um einen Selbstmord vorzutäuschen, am Fenster­kreuz seines Schlafzimmers aufgehängt zu haben. Da der Privatkläger in seiner Darstellung des Falles sich in Widersprüche verwickelte, wurde er durch anwesende Kriminalbeamte verhaftet. Es wird untersucht, ob Selbstmord d.s Schwieger­vaters oder tatsächlich ein Verbrechen des Schwie­gersohnes vorliegt.

Neuer Erfolg 2Harconis.

Die Klasse für Physik der Königlichen Akademie von Italien hielt in Rom eine außerordentliche Sitzung ab, in der der Präsident der Akademie, der weltbekannte Physiker M a r c o n i über seine letzten Versuche berichtete, die er an Bord seines Schiffes im Golf von Genua gemacht hat. Er teilte mit, daß es ihm gelungen sei, ultrakurze Wellen von 60 Zentimeter Länge auf eine Ent­kernung von 150 Kilometer zu übertragen.

Aus der provinzialhauptstabt.

Der grüne Knollenblätterpilz gefährlichster Giftpilz.

Von der Deutschen Gesellschaft für Pilzkunde, Darmstadt, und ber Hessischen Lanbesstelle für Pilz- unb Hausschwammberatung wird uns geschrieben:

Die Kenntnis dieses gefährlichsten Giftpilzes ist leider noch viel zu wenig verbreitet, was durch die alljährlich wiederkehrenden Pilzvergiftungen bewie­sen wirb. Der grüne Knollenblätterpilz ist babei ber Hauptübeltäter. Auf sein Schulbkonto sind bie mei­sten töblich ausgehenben Pilzvergiftungen zu ver­buchen, in manchen Jahren ungefähr 100 Tobes- fälle in Deutschlanb.

Sein Hut ist gelblich bis grünlich, meist etwas faserig geflammt; er kann aber auch ganz weißlich Vorkommen unb somit Anlaß geben zu einer leicht-

Mittagstisch für GA.-Männer am nächsten Sonntag!

Die SA.- Standarte 116 veranstaltet am nächsten Sonntag anläßlich bes 120jährigen Be­ffchens des Infanterieregiments Kaiser Wilhelm Nr. 116 in Giehen einen großen Aufmarsch. Dazu werben mehrere taufend SA. - Män­ner von auswärts hier erscheinen. Für den weitaus größten Teil dieser Männer im Braun­hemd muß in unseren Bürgerfamilien Gelegenheit zum Mittagessen beschafft werben, nicht etwa Quartier zum Uebernadjten. Alle Mitbürger werben dringend gebeten, nach beften Kräften Mit­tag s f l s ch für diese Gäffe zur Verfügung zu stellen. Die SA.-Männer werden voraussichtlich um 13.30 Ahr überall zum Essen erscheinen. Anmel­dungen von Miftagstischgelegenheifen werden an Slurmführer S o l d a n, Seltersweg 50, Fern­sprecher 3786, erbeten.

finnigen Verwechslung mit bem Champignon. Blät­ter, Fleisch und Stiel bes Knollenblätterschwammes sind weißlich. Der Stiel ist zuweilen etwas gelb­grünlich getönt. Das wichtigste Merkmal des Knol­lenblätterpilzes ist ber Knollen am Stielgrunb, oft allerdings ganz unsichtbar, weil er mehr ober weni­ger in ben Boben eingesenkt ist. Die weißlichen Hautfetzen am Ranbe bes Knollens umschließen in ber Jugenb ben ganzen Pilz. Diese Jugenbformen bes Knollenblätterpilzes finb ganz weiß unb kom­men ähnlich wie Boviste aus bem Boben. In seinem oberen Teil trägt ber Stiel einen herabhängeirben weißen Ring, welcher als Schleier bie Blätter in ber Jugenb schützenb überspannt. Der ganze Pilz wirb gewöhnlich ungefähr 10 bis 12 Zentimeter breit unb ebenso hoch. Der Geruch tiefes gefähr­lichsten Giftpilzes ist honigartig-süßlich, bisweilen widerlich-süßlich, aber nicht unangenehm kartoffel­keimartig, wie das meistens angegeben wirb. Der grüne Knollenblätterpilz wächst im Laubwalb, be» sonbers unter Eichen.

Eine Verwechslung des grünen Knollenblätter­pilzes z. B. mit dem Champignon, dem Grünling ober mit grünen Täublingen kann nur burch gröb­lichen Leichtsinn entstehen. Der Champignon ist leicht an ben anfangs rosa, zuletzt bunkel-schoko- labebraun roerbenben Blättern auf ber Hutunter­seite zu erkennen. Eine knollige Scheibe am Stiel­grunb fehlt ihm; ber Geruch ber Champignonarten ist angenehm würzig, öfters anisartig. Der im Kiefernwalb vorkommenbe Grünling ist sofort kennt­lich an seiner mehr ober weniger -gelben Farbe in allen Teilen; knollige Scheide unb Ring fehlen ihm gänzlich, wie bies auch bei ben Täublingen ber Fall ist. Eßbare grüne Täublinge sollte nur ber Kenner sammeln.

Nach bem Bericht ber mebizinischen Fachkommis­sion der Deutschen Gesellschaft für Pilzkunde kann eine Gabelspitze voll vom grünen Knollenblätter­schwamm ben Tob herbeiführen. Die Gefährlichkeit ist beshald so auherorbentlich, weil bie Giftwirkung sich erst nach 6 dis 40 Stunden, meist mit Erbrechen unb Durchfall, äußert. Bei ben geringsten Anzeichen einer Pilzvergiftung sollte man für sofortige grünb- liche Entleerung von Magen unb Darm burch Brech- unb Abführmittel sorgen, wie auch für so­fortige ärztliche Hilfe.

Man hüte sich vor allen ähnlichen Pilzen, bie eine Knollenscheibe am Stielgrunb besitzen. Es gibt bei uns noch eine ganze Reihe von anberen Knollen­blätterpilzarten, bie zum Teil ebenfalls sehr giftig finb (Fliegenpilz, Pantherpilz usw ).

Nur solche Pilze b a r f man essen, bie man ganz genau unb als unschädlich kennt. Im Zweifelsfalle wende man sich an bie nächste Pilzberatungsstelle ober an die Deutsche Gesellschaft für Pilzkunde, Darmstadt (Hessische Lanbesstelle für Pilz- unb Haussckwamm-Beratung).

Um bie Kenntnis bes grünen Knollenblätterpilzes weitgehenbst zu verbreiten, hat bie Schriftleitung ber Zeitschrift für Pilzkunde" in Darmstadt eine reichs- behordlich empfohlene bunte Wandtafel dieses ge­fährlichsten Giftpilzes herausgebracht und für den Aushang in vielen deutschen Bahnhöfen gesorgt.

Alle vorkommenden Pilzvergiftungen wolle man bitte sofort an die medizinische Fachkommission der Deutschen Gesellschaft für Pilzkunde (Dr. med. üßelsmann, Pelkum bei Hamm in Westfalen) ober an bie Deutsche Gesellschaft für Pilzkunde in Darmstabt mitteilen, da alle solche Fälle von ber- selben mit Unterstützung durch bas Reichsgesunb- heitsamt gesammelt unb wissenschaftlich bearbeitet werben.

Gießener Wochenmarktpreise.

* Gießen, 15. Aug. Auf bem heutigen Wochen­markt kosteten: ßanbbutter, bas Pfunb 1,25 Mark, Kochbutter 1, Mark, Matte 25 Pf., Käse, bas Stück 4 bis 10 Pf., Wirsing (grün) bas Pfund 8 P., Weiß­kraut 7, Rotkraut 10 bis 12, Gelbe Rüben 10, Rote Rüben 10, Spinat 15, Römischkohl 10, Bohnen (grün) 10 bis 20, Bohnen (gelb) 10 bis 20, Erbsen 15 bis 20, Mischgemüse 10, Tomaten 20 bis 25, Zwiebeln 10, Kartossein 3 Pf., ber Zentner 2,40 bis 2,60 Mark, Frühäpfel, bas Pfunb 20 bis 35 Pf., Pfirsiche 35 bis 40, Birnen 15 bis 30, Pflaumen 15, Zwetschen 25, Mirabellen 20 bis 25, junge Hähne 80 bis 90, Suppenhühner 70 bis 80, Tauben, das Stück 50 bis 60, Gier (inländische) 8%, Blumenkohl 10 bis 40, Salat 6 bis 10, Salatgurken 5 bis 25, Einmachgurlen 1 bis 3, Endivien 7 bis 15, Oberkohlrabi 5, Rettich 5 bis 10, Sellerie 15 bis 20, Radieschen, das Bund

25 Jahre VfB. Gießen.

Die Jubiläumsfeier.

Bei guter Beteiligung beging am Samstagabend der Verein für Bewegungsspiele 08 Gießen mit einer Jubiläumsfeier im Cafs Leib fein 25jähriges Bestehen. Die Feier nahm einen sehr harmonischen Verlauf. Die Kapelle Seitz leitete ben Abend ein unb trug burch ausgezeichnete Darbietungen zum guten Verlauf ber Veranstaltung bei. Der Führer bes Vereins, Herr Overbeck, hieß bie Gäste, bie Mitglieber, insbesonbere aber ben Vertreter ber Stabt unb bie Vertreter ber be­freundeten Vereine herzlich willkommen. Im VfB. sei, so führte er u. a. aus, der Wille zur Samm­lung, zur Aufbauarbeit im Vaterlanbe lebendig. Der Verein wolle allezeit den Sport fordern. Er habe sich aus eigener Kraft einen prächtigen Sport­platz geschaffen, ben es mit allen Mitteln zu er­halten gelte. Bei aller Arbeit wolle man aber nichts für sich selbst, sonbern alles für bas Saterlanb.

Die Festrebe hielt ber Bezirksoorsitzenbe bes Be­zirkes Hessen-Hannover, Herr Happ (Gießen), ber in seiner Ansprache auf bie Geschichte bes Vereins einging. 25 Jahre seien, so führte er u. a. aus, im Leben eines Volkes wenig, viel aber im Leben eines Sportvereins. Man habe allen Anlaß, bas Jubiläum festlich zu begehen. Der Verein sei ge- grünbet worben zu einer Zeit, ba der Rasensport noch sehr um seine Behauptung zu kämpfen gehabt habe. Das Auskommen unb ber Siegeszug des Rasensports, ben ber Verein jeberzeit zu fordern sich angelegen sein ließ, sei eine Absage gewesen an jene Form des überbilbeten geistigen Menschen, ber sich imEinjährigen" bofumentiert habe. Der Ver­ein sei gegrünbet worben aus ben Reihen von Schülern bes Realgymnasiums, habe sich schnell ent­wickelt unb konnte wenige Jahre nach feiner Grün» bung bereits zum Kamps um bie Westbeutsche Mei­sterschaft antreten. Der Verein sei in weiterer bester Entwicklung begriffen gewesen, als ber Krieg aus» brach. Im Laufe ber Kriegsjahre seien 24 Sport» tameraben gefallen. Zu ihrem Anbeuten erhob sich bie Festoersammlung unb währenb ber Rebner bie Namen ber Gefallenen verlas, spielte bie Musik bas Lieb vom guten Kameraben.

Nach bem Kriege habe sich bas beutsche Volk bem Sport ergeben. Auch ber VfB. sei neu aufgeblüht, habe sich einen Sportplatz auf bem Trieb geschaffen, bann aber den Walbsportplatz in Angriff genom­men unb mustergültig ausgebaut. Besonberer Dank um ben Ausbau bes Sportplatzes gebühre habet Herrn Ploch, ber bie gesamte Anlage nach eigenen Plänen unb mit viel eigener Arbeit geschaffen habe. Der Verein sei in seiner Entwicklung fortgeschritten. Verschiebene Male habe bie 1. Mannschaft in ber Bezirksliga gespielt unb in ber vergangenen Saison auch bie Meisterschaft in ber 1. Bezirksklasse er­ringen können. Nachbem ber Rebner noch auf bie Verbienste bes Reichskanzlers Abolf Hitler um bie Erweckung unseres Volkes hingewiesen hatte, fanb bie Ansprache mit dem ersten Vers bes Deutsch- (anbliebes ihren Abschluß.

Als Vertreter ber Stabt Gießen unb der Stabt» ratsfraftion ber NSDAP, sprach Herr Bartho­lomäus. Er übermittelte Glückwünsche unb ging in feinen Ausführungen auf bie Gleichartigkeit bes Sinnes innerhalb ber Bewegung ber nationalen Erhebung unb bes Fußballsportes ein. Seihen sei bas Kämpferische gemeinsam. Der Fußballspoct habe um bie Jahrhundertwenbe ben Kampf auf- nehmen müssen gegen bie Meinung ber Weiteren, bie gegen ben Fußballsport gerichtet gewesen sei. In ber heutigen Zeit schätze man ben kämpferischen Einsatz, ben gerabe bas Fußballspiel erforbere, in hohem Maße, benn her Draufgänger im Sport werbe auch Draufgänger sein, wenn es bas Wohl bes Vaterlanbes erfordere. Der Sport habe nicht als Aufgabe unb Ziel bie Pflege körperlicher Schön­heit, sonbern bie Aufgabe, bie Jugenb zu kraft­vollen Männern zu machen, bie es burch ihre Tat­kraft möglich werben lassen, ben Kinbern einst ein Vaterlanb zu hinterlassen, bas ihnen ben Lebens­raum sichere.

Der Führer bes Gaues Gießen-Wetzlar, Herr Hugo Henkel, beglückwünschte ben Verein eben­falls zu seinem Jubiläum unb machte bavon Mit­teilung, baß bem Führer bes feftgebenben Vereins, Herrn Overbeck, hie Ehrennabel bes Westbeut- scheu Spieloerbanhes verliehen werbe. Herr Tetz­ner sprach für bie Schiebsrichtervereinigung Gie­ßen, Herr R e i n i n g für ben Turnverein 1846, ferner würben Glückwünsche übermittelt burch ben Vertreter ber Stanbarte 116, burch ben Ruberklub Hassia", Gießen, burch ben Fußballsportverein Nau­born unb ben Verein WanbervogelHöhenflug". Der Vereinsführer konnte außerbem noch eine Reihe von Glückwunschtelegrammen verlesen. Gleichzeitig würben bem Verein verschiebene Geschenke aus An­laß seines Jubiläums zuteil.

Der weitere Verlauf bes Festabenbs brachte hie Ehrung einer stattlichen Anzahl oerbienter Mitglie- ber. Zu Ehrenmitgliebern würben bie Herren Bir­kenbeul, Herbt, Hofmann, Möller, Knöppler unb Aldolb ernannt. Gleichzeitig bekamen sie bie golbene Ehrennabel bes Vereins ausgehänbigt.

Die silberne Ehrennadel erhielten bie Herren: Bergener, Euler, Gemmer, Henrich, Kleinke, Rubolf Kreß, Artur Kreß, W. Mißler, R. Mißler, Poft, Schenk, Philipp, Simon, Tränkner, Trenker, Schmibt, H. Schäfer, Urigsharb, Karl Krämer fen., Rahn, Cawein, Happ, K. Schmibt unb Schäfer. Die golbene Vereinsnabel mürbe Herrn Heinrich Schneiber übermittelt, ber für ben Festabenb ein schönes Lieb verfaßt hatte. Herr Malier sprach im Namen ber Ehrenmitglieber unayber mit ben Ehrennadeln ausgezeichneten Herren, bem Verein ben herzlichsten Dank aus. Eine befonbere Ehrung würbe auch ber Ligamannschaft zuteil, bie in ber vergangenen Saison bie Meisterschaft ber 1. Be­zirksklasse erringen konnte. Die beteiligten Mitglie­der würben mit her golhenen Vereinsnahei ausge­zeichnet. Der Spielführer W. Singel hantle bem Vorfitzenben in einer kurzen Ansprache für bie ber Mannschaft zuteil geworbene Ehrung.

Die Veranstaltung würbe verschönt burch treffliche gesangliche Darbietungen bes Gesangvereins Froh­sinn unb bes Quartettoereins 1927, bie beifällige Aufnahme fanhen. Sehr schöneßebenbe Silber" zeigten Szenen aus bem Fußballsport. Ein Soll be­schloß ben Abenb. lieber ben sportlichen Teil ber Iublläurnsoeranstaltung berichten wir an anberer

Das Ehetauglichkeitszeugnis.

Eine der Voraussetzungen für die Gewährung von Ehestandsdarlehen ist die Vorlegung von Ehetauglichkeits-Zeugnisfen, für deren Ausstellung die beamteten Aerzte zu­ständig find. Wie das VDZ.-Vureau meldet, führt der Reichsfinanzminister in einem Erlaß an die Landesregierungen aus, daß es Sache der