Aus der Provinzialhauptstadt
genossen gesl. zu
Buntes Allerlei
Hochachtungsvoll, ergeben
Dr. Werner.
an der Versorgung der Truppen. So flogen ^a- schinen etwa 30 Meter über dem Boden h'n und liehen verschiedene Kisten fallen, kreisten umher und kehrten wieder zurück, bis etwa zwölf Kisten abgeworfen waren. Diese enthielten Proviant für die Truppen, 'der dann durch Autokolonnen noch vorn gebracht wurde. Jede Kiste wog etwa 50 Pfund und war aus Holz mit Zinnverstärkung. In ihnen befanden sich Täfelchen, von denen ein jedes genug Nährwerte enthielt, um einem Mann für einen Tag die nötigen Kalorien zuzuführen.
Italien feiert Ariosto.
Die nationalen Festlichkeiten für die Feier bc* 400. Todestages des großen Dichters Lodovico Ariosto, der in den Juli dieses Jahres fallt, hoben in Ferrara, wo er den größten Teil seines Lebens verbrachte und gestorben ist, schon jetzt begonnen und sollen bis zum Oktober dauern. Tie einleitende Feierlichkeit galt der Eröffnung der verschiedenen Ausstellungen, die ein anschauliches Bild von der Kunst und Kultur seiner Zeit darbietcn sollen. Die wichtigste Veranstaltung ilt ein ileberblid über die Malerei von Ferrara in der Zeit der Renaissance, die -im Palazzo dei Diamant! gezeigt wird und so vollständig zusammen» gebracht ist, wie das bei den weithin zerstreuteir Kunstwerken vorher noch nie gelungen ist. Eine Bücherschau findet im Palazzo del Paradiso statt, wo besonders die Erstausgaben und anderen ältesten Drucke seines Hauptwerkes, des „Rasender» Roland", vereinigt sind. Bronzen und Medaillen sind im Palazzo Schifanoia vereinigt, und e-.ne ikonographische Schau findet im Hause des Ariosto statt. Festzüge in den Kostümen der Zeit, die Veranstaltung eines Wettrennens, des ..Palio das in Ferrara einst so berühmt war wie jetzt noch in Siena. Kongresse und Konzerte sollen sich cmschließen.
GA.-Lastwagen im Taunus verunglückt.
Zwei LA.-Leute tot.—Elf verletzte.
WSR. Königstein i. T.. 14. Mai. Sonntag gegen 5 Uhr ereignete sich auf der steil abfallenden Limburger Chaussee am Eingang nach Königstein eine folgenschweres L a st w a g e n u n g l ü ck. Der SA.-Trupp 3 vom Sturm 10/81 aus Frankfurt o. M. hatte mit einem Lastkraftwagen mit Anhänger eine Fahrt zu einer nächtlichen Hebung in den Taunus unternommen und befand sich in den frühen Morgenstunden auf der heimfahr«. Auf den beiden wagen waren insgesamt 93 Mann untergebracht, während der Talfahrt entstand auf dem Motorwagen auf bis fehl ungeklärte weife ein kleiner Brand, der die wageninsossen in große Hnruhe brachte, zumal die Geschwindigkeit der Fahrt zu- nohm und hierdurch der Anhänger, der überdies ohne jede Brems- und Sicherungsvorrichtung war. ins Schleudern geriet. Die SA.-Leute versuchten sich durch Abspringen zu retten. Dabei kam der 24jährige Willi vürkert aus Frankfurt a. 217., Kölner Straße 3. unter die Räder des Anhängers und wurde sofort gelötet. Ferner wurden noch zwei Mann schwer und zehn leichter verletzt. Die sofort alarmierten Aerzle Dr. Steib und Dr. Herrmann jun. und die Königsteiner und höchster Sa- nitätskolonnen leisteten die erste Hilfe und sorgten für die Heberführung der verletzten in die Krankenhäuser Königstein und höchst. Der Anhängcrwagen hatte sich durch die Schleuderbewegungen vom Motorwagen losgcrissen und fuhr mit großer Wucht gegen einen Telegraphenmost, der völlig zersplitterte. Der SA.-Trupp trat den Heimweg mit der Bahn an.
Leider hat das Hnglück noch ein zweites Todesopfer gefordert. Der in das höchster Kranken- Haus eingelieserte schwerverletzte SA.-Mann Fritz R e x r o t h aus Frankfurt a. 217., Schneidhainer Straße 13, ist im Lause des Sonntags g e st o r b e n.
Einführung des kommissarischen Bürgermeisters in Lauterbach.
A Lauterbach, 13. Mai. Am Donnerstag wurde unter Anteilnahme der ganzen Bevölkerung der von der Regierung ernannte kommistarlsche Bürgermeister Dr. M a h r aus Darmstadt von Kreisleiter Dr. Lang feierlich in sein Amt ein- geführt und die neu bestimmten Beigeordneten und Gemeinderäte verpflichtet. Unter Dorantritt der Musikkapelle marschierte ein stattlicher Zug vom Nordbahnhof zum Marktplatz, dort schloß sich der im Rathaussaal versammelte Stadtvorstand und die Beamten der Stadt dem Zug an; begrüßt von einer großen Menschenmenge ging es zur Turnhalle, die mit den Symbolen des neuen Staates unb nut einem Bild des Volkskanzlers geschmückt war. Roch nie war der große Turnhallesaal so überfüllt. Ein Zeichen für die innere Verbundenheit der Bevölkerung in den Ideen des Nationalsozialismus. Nach dem Einmarsch der SA. und HI. sprach der Ortsgruppenführer Dr. Kissel herzliche Worte der Begrüßung; er feierte in seinen Ausführungen den Ausbruch der Nation und bat zum Schluß die Be oölferung, sich einmütig hinter das neue Stadtober. Haupt zu stellen, damit auch in Lauterbach die Volksgemeinschaft bis zur letzten Konseguenz durch- geführt werde. Kreisleiter Dr. Lang sprach über die Entwicklung des Nationalsozialismus, kam dann auf die Amtsperiode des gewesenen Bürgermeisters zu sprechen, die nicht im Sinne des wahren Sozialismus gewesen sei, und führte zum Schluß den neuen Bürgermeister durch Handschlag in sein neues Amt ein mit dem Wunsche, daß er den alten, verlorenen Lauterbacher Frohsinn wieder wecken möge und getreu dem obersten Führer seine Pflicht erfülle. In das dreifache heil stimmte die Bevölkerung begeistert ein. Dann wurde die feierliche Verpflichtung der Beigeordneten und der Gemeinderäte von Bur- qcrnicifter Dr. Mahr vorgenommen. Alle gelobten, nach bestem Wissen und Gewissen für die Belange der Stadt einzutreten, getreu dem Wahllpruch des" Führers ..Gemeinnutz geht vor Eigennutz!' Selbst die drei SPD.-Räte, die sich bei all der Se geiftcrung nicht so recht wohl fühlen konnten sprachen das vom Bürgermeister vorgesprochene Gelöbnis nach. Worte echter deutscher Art, die von einem Willensstärken Charakter zeugten, sprach bann der neue Bürgermeister Seine Rede, durchdrungen non wahrem hitlergeist ließ er ausklingen in die Worte: Alle«; für Deutschland und nur für Deutschland., woraus das Deutschlandlied und das Horst-Wessel Lied begeistert gesungen wurde. Die feierliche 23er- pflichtung war ein Treubekenntnis der ganzen Bevölkerung zu den neuen Männern, die für die Zu funft berufen sind, die Geschicke Lauterbachs zu lenken. Verschönt wurde die Feier noch durch den Vortrag des nationalsozialistischen Männerchor, der den Chor ..Wir richten Deulsd)land wieder am" schön zu Gehör brachte: außerdem wirkte die vereinigte Stabtkapelle mit
gegangen:
Gerne nahm und nehme ich Kenntnis von Gruß und Gelöbnis der Gemeindebeamten des Kreises Gießen und danke Ihnen dafür. Ich bitte Sie, diesen Gruß und Dank Ihren Berufs- übermitteln.
angehören, in ihr Amt eingeführt und durch Hand» schlag verpflichtet.
> Bettenhausen, 13. Mai Der neue G e m e i n d c r a t setzt sich aus folgenden sieben Mitgliedern der NSDAP, zusammen Maurer- meister Johann Balser. Landwirt Adolf Ulrich. Reichsbahnjekretär i. R Hans streck. Landwirt Edmund B o m m c r s h e i m . Landwirt Hermann Stark. Landwirt Karl SV a m m c r c r und Landwirt Heinrich Müller. Die vier ersten ge hörten bereits dem früheren Gemeinderat an. Am Antrag des Bürgermeisters Lcidncr wurden tu der ersten Sitzung des Gemeindcrats Rcichsprali dent von Hindenburg, Reichskanzler -ldol' Hitler, Staatspräsident Pros. Dr. Werner und Staatsminister Dr. Muller einstimmig zu Ehrenbürgern der Gemeinde Bettenhausen er nannt.
Landkreis Gieren.
z Großen-Linden, 13 Mai. In der letzten Gemeinderatssitzung wurde u. a. das Walzen der oberen Iunkcrgasse, und die Instandsetzung der Obergasse beschlossen. Der Antrag über die kom munalc Sonbergcbäubcfteucr 1932 unb 1933, die Durchführung ihrer Erhöhung nach Art. 13a des Sondergcbaudesleuergesetzes wurde einstimmig angenommen. Der Anbau an ein Gemeindewohnhaus wurde nach einiger Diskussion genehmigt unter der Bedingung, daß vorher ein Kostenvoranschlag vor- gelegt und mit dem Mieter ein Mietvertrag ein- gegangen wird. Nichtöffentlich waren Unterstützun- gen.
0 Eberstadt, 11 Mal. Dieser Tage wurde nach einleitenden Worten des Bürgermeisters über bie Pflichten unb Aufgaben sowie über bas Arbeitsgebiet des Gemeinderats die neuen Gemeinderatsmitglieder, bie sämtlich der NSDAP.
*• Umtauschgutscheine des -stabt- theaters unb Spielzeit! Die Intenbanz bes Stabttheaters macht nochmals darauf aufmerk (am, daß die Gültigkeit der für nichtbesuchte Abon nement&DorfteUungen ausgegebenen Gutscheine mit Ende der Spielzeit am 31. Mai erlischt.
•• Alicefrauenoerein vom Roten Kreuz. Man berichtet uns: Am Donnerstag fand im Durgerhos-Casö im Namen des Hauptvereins, vom Roten Kreuz Darmstadt, bie Auszeichnung von 5 Hausangestellten statt, die 20 Jahre und mehr in einem Hause gedient hatten. Es waren dies: Frau- lein Scanne Nußbaum bei Frau Proseffor Leu- tert, Frau Emma Wallbot bei Herrn Professor Markert, Fräulein Helene S a n n i s ch bei Herrn Fabrikant Senner, Fräulein Christine Kurz bei Herrn Oberingenieur Kurz, Frau Marie Lohn, Hausverwalterin im Adelphia-haus. Die Vorsitzende überreichte die Geschenke: eine schöne silberne Brosche unb ein Diplom. Mit ihren Glückwünschen betonte sie mit Genugtuung eine Gleichschaltung ber 1. Mai- Ziele (Ehrung ber Arbeit) mit ben Zielen bes Roten Kreuzes, baß man bie Hochschätzung ber Arbeit unb Arbeitnehmer für seldstoerstänblich angesehen habe, eine schöne Pflicht, Ehrung und Anerkennung, wie heute, feierlich .zu gestalten. Der Vorsitzende des Zweigvereins vom Roten Kreuz. Herr Oberstubien- direktor Dr. Baur sprach liebenswürdige, geistvolle unb anerfennenbe Worte zu ben Jubilarinnen unb ein vergnügter Kasseetisch sprach bas Schlußwort. "•
Was ist Kulturbolschewismus ?
Oie Aufgaben der deutschen Bühne.
Don Hanns J<M dem Dichter des „Schlageler".
Oie Klagenfurter pfingsttagung des DOA.
Vom Verein für das Deutschtum im Ausland, Landesverband Hessen, wird uns nutgetedt:
Die große Kundgebung für den deutschen Volkstumsaedanken in Kl a - genf ur t in Kärnten findet nach Ueberwindung aller entstandenen Hemmungen nunmehr e n d - g ü 1 t i g ft a t t. Der Reichssührer des VDA., Dr. Steinacher, der ehemalige Führer des Karnt- ncr Freihcitskampfcs. hat angeordnet, daß die Vorbereitungen mit Hochdruck betrieben wer dem Das Hessische Kultusministerium erteilt allen Teilnehmern aus den Schulen. Lehrern und Schulern auch solchen Lehrern, die nicht Gruppenführer sind, 2 rlaubzu der Tagung. Der h e s s i - sche Sonderzug wird am Donnerstag vor Pfingsten gegen Abend die Hinfahrt antreten und zu Anfang der Woche nach dem Fest zurückkehren. -Sy auch verschiedentlich jugendliche V D A. - L e u t e . die schon in der Derussaus. bilbung bzw. Lehre begriffen sind, an der Pfingst- tagung des deutschen Volkes teilnehmen wollen, werden die Arbeitgeber und Lehrher- ren hiermit herzlichst gebeten, den erforderlichen Urlaub zu erteilen. Rachmeldung en von Teilnehmern müssen raschestens an den Suotcr der hessischen Teilnehmer. Dr. Simon, Offen- bach, Kaiserstr. 31. erfolgen.
Bornotizcn.
— Tagcskalendcr für M o n t a g. 8id)b spielhaus (Bahnhofstraße): „Ein Lieb siir dich
- Aus dem Stadttheater-Bureau wird uiis geschrieben: Morgen. Dienstag, bleibt das Theater geschlossen. — Mittwoch. 17. Mai. vorletzte Aufführung des neu inszenierten Lun- spiels ..Die deutschen Kleinstädter'. von Kotzebue unter der Spielleitung von Peter F a s s o 11 und mit Frau Auguste Prasch-Grev end erg als Gast. 30. Vorstellung im Mittwoch-Abonnement. Gewöhnliche Preise. Spieldauer von -0 bis 22 Ahr. — Freitag. 19. Mai. als 31. Vorstellung im Freitag-Abonnement zum letzten Mal das Lustspiel: ..Die deutschen Kleinstädter", von Kotzebue. Gewöhnliche Preise. Spieldauer von 20 bis 22 Ahr. — In Vorbereitung ist das Schauspiel „Schlageter". von Hanns Jost, dessen Erstaufführung am Dienstag, 23. Mai, stattfindet unter der Spielleitung ton Generalintendant Dr. Rolf P r a s ch.
stänblichen Nutzen ab. Die heroische Idee unb (amtliche Versuche ihrer Gestaltung begegnen dem gemäß nur seiner überheblich lächelnden Ablehnung Wie für ben Naturalismus gibt cs für hin keine Hel ben, sondern nur ein Milieu
Selbstverständlich tritt der Kulturbolschewisrnus nicht allein im Gewände des Autors auf. Nicht mm ber gefährlich zeigt er fick) in der Eigenschaft al - Regisseur, wo er mit spielerischen Exzessen die Wirkung des dichterischen Wortes in den Hintergrund drängt unb banach trachtet, mit Einfällen eines mehr ober weniger geschickt arbeitenben Verstände.' jede dichterische Substanz zu vergewaltigen Tradilion Du lieber Himmel: in die Ecke mit solch verstaubten, Plunder! Er Übersicht ihre ewige blutvolle Attuali tat, weil er sie nämlid) harmlos mit Konvention verwechselt.
Was also ist nötig, um eine (Erneuerung ber deutschen Bühnenkun st zu bewirken ' Vieles. Born Autor verlangen wir den W i l l e n z u r H a l tung, zur klaren, im Religiösen und sittlichen wurzelnden menschlichen Haltung, nicht den zur lln terhaltung. Wir lehnen jede doktrinäre Bindung an irgendeine Schablone ab, auch an eine Schablone politischer Art, Aber wir sind der Ansicht, daß int Raum des Theaters das repräsentative Moment der Tradition unb bes heutigen erwachten Deutschlands gewürdigt werden muß. Bei der Gestaltung des Spielplans haben wir uns unbedingt auf das E r b - gut unferer Klassik zu besinnen Das Aus land wird ebenfalls von uns berücksichtigt werden. Aber es wird keine Gelegenheit mehr finden, uns feine schlechtesten Stücke herüberzuschicken Was wir bei uns selber suchen, suchen wir auch bei ihm: das Wesenhafte, das Gestalthafte, Dichtungen, die ihre Kraft aus dem Volkstum unb (einer Geschichte zic hen. (Shakespeare, Mokiere, Calberon.)
Das Star-Unwesen muß gebrochen werden. Jeder Schauspieler hat sich mit seinem ganzen Können (ur den Dienst an der Dichtung einzujetzen. gleichgültig, auf welchem Platz er jeweils steht Ausgabe des ’Hc giffeurs wird es (ein, mit den modernsten Mitteln den Geist der jeweils ihm überantworteten Dichtung darzustellen, das Instrument des Theaters allen ewigen Werten der Menschheit, unseres D o I k s - tum 5 vor allem, dienstbar zu machen mit der leidenschaftlichen Hingabe des Verantwortungs- bewußten. , ,
Das Bühnenbild darf sich künftig nicht so hervor drängen, wie es in letzter Zeit üblich wurde Cingc ordnet in den Kreis der künstlerischen Gejamtleisiung, ist es zur Wahrung der gleichen geistigen Linie ver pflichtet.
Durch große Bejucherorganisationen im ganzen Reiche wird man versuchen, bas Publikum wieder in bie Theater zu bringen. Wir hassen, daß unsere Absicht gelingt, denn der Mensch, den man im Theater nicht mehr ironisiert und bagatellisieri, sondern der sich dort ernstgenommen siihlt, der wird auch von neuem Vertrauen zum Theater bekommen.
Nietzsche schrieb einmal an Wagner, daß - Deutschland zu einer neuen großen Kultur berufen sein könne, wenn es sich zum tragischen Optimismus der Szene bekennen mürbe. Wir stehen jetzt im .pichen eine solchen tragischen Optimismus. Wir toifim um das Tragische unseres Schicksals, um bas Tic I gische aller religiösen unb sittlichen Bezüge unserer Existenz. Aber wir stellen bicser Notlage trotzdem unseren unerschütterlichen, unseren heroischen Optimismus entgegen.
Heeresversorgung aus der Lust.
Die Offensive gegen Ehina, die von den Japanern südlich ber Großen Mauer begonnen worben ist, lenkt die Augen wieder auf diesen Kriegs- Schauplatz. auf dem die Japaner durch die Besetzung der Provinz Dschehol erst kürzlich so große Erfolge errungen haben. Die unbekannten Helden dieses denkwürdigen Feldzuges waren der chinesische Esel, das Dschehol-Maultier und der mon- gotische Pony. Als die Divisionen des japanischen Heeres zum Vorstoß ongeseht wurden, war das Transport-Problem am schwierigsten zu lösen. Die Heeresleitung erließ einen Aufruf, in dem Tausende von Mauleseln. Eseln, Ponys und Karren gefordert wurden, und zwar wurde jedem Karren- besiher für einen Tagesdienst die Summe von 3' q)en. also etwa 7 Mark, versprochen. Die Einwohner wollten diesem Versprechen zunächst nicht glauben, denn eine solche Summe ist in diesen Gegenden eine sehr hohe Bezahlung, und so rollten denn die mit allen möglichen Tieren bespannten' Karren zu Tausenden heran. Die Japaner sorgten für die Ernährung von Menschen und Tieren. Die Folge war. daß Kilometer Über Kilometer von Karren in unübersehbaren Reihen die japanischen Heere begleiteten, als sie durch Dschehol zogen. Einträchtig fuhren neben ihnen Hunderte der modernsten Kraftwagen und Lastkraftwagen. unb hoch über den Karren sausten Flug- zeuge dahin, die Nachrichten brachten, verwundete Soldaten zurückführten oder die vordersten Truppen mit Ausrüstung und M^izin versorgten. Der uralte Orient und der modernste Okzident begegneten hier einander auf Schritt und Tritt. Die Heere hingen ober zum größten Teil von ben Vorräten ab. die die Karren von hinten heranbrachten. Erst in den späteren Stadien des Feldzuges traten die Flugzeuge immer mehr hervor. Diese beteiligten sich in sehr bedeutsamer Weise
Der Verfall der deutschen Bühne ist im Laufe ber letzten Jahre erschreckend deutlich geworden. Wollen wir die Ursachen hierfür erkennen, so müssen wir uns zuerst einmal die seelische Situation vor Augen führen, in der sich Deutschland zu Ende des Jahres 1918 befand.
Deutschland, erschöpft und entnervt, von ehrlichem Friedenswillen befedt, glaubte damals noch an das Vorhandensein des Friedenswillens auch bei den ehemaligen Kriegsgegnern, wollte so gerne daran glauben, trotzdem deren durch keinerlei ethische Bedenken gehemmte Gewaltpolitik es eigentlich eines anderen belehrt haben sollte. Von den Regierenden dieser Länder bekamen wir keine freundlichen Worte zu hören, noch weniger freundliche Taten zu sehen, aber auf dem Gebiete der internationalen Literatur, da gab es der freundlichen Worte viele, da schwelgte man nur so in Menschenliebe. Das war es ja gerade, was das ewig mißverstandene deutsche Volk entbehrte. Sein Wunder also, daß es die Tore feiner Seele brüderlich der fremden Kunst öffnete.
Der fremden „Kunst?" — War es wirklich Kunst, all jenes, das nun breit in den deutschen Geistesraum hineinströmte? Oberstes Gesetz der Kunst ist Wahrhaftigkeit. Zu spät entdeckten wir, daß es um die Wahrhaftigkeit hierbei schlecht bestellt war, daß die edlen Gefühle maschinenschnell hervorge- bracht wurden, um als Markenware ihren Absatz aus dem deutschen Literaturmarkte zu suchen unb — leider — jahrelang auch zu finden.
Aber auch mit Literatur anderer Art bedachten uns die ehemals und zum Teil nicht nur ehemals feindlichen Länder auf das Großzügigste, nämlich mit jener Literatur, die nur den Sensationshun gc r, die Stoffgicr des Ausnehmenden befriedigen will, mit UnterhaltungsUteratur also. Frankreich exportierte nach Deutschland in Massen seine Boulevard-Nichtigkeiten, England und Amerika führten bei uns ihre Kriminalreißer ein. Der Schaden, den die deutsche Seele dabei nehmen mußte, ist ohne weiteres ersichtlich. Sofern es sich jedoch um Bühnenerzeugnisse handelte, machte sich noch ein anderer Nachteil fühlbar: Die seichte Unterhaltungsliteratur züchtete zwangsläufig bas S t a r ro e f e n hoch, wo durch, wiederum zwangsläufig, das Ensemble zerstört wurde. Aus der künstlerischen Ebene genau so wie, infolge der asozialen Gagenverteilung, auf der wirtschaftlichen. Der Star aber wußte, welchen „gei fügen" Mächten er seinen Aufstieg zu verdanken hatte. Er hätschelte diese Mächte, indem er es durch setzte, daß der Spielplan weiter von ihnen abhängig blieb. Eine schauderhafte Wechselwirkung. Ihr Ergebnis: der K u l t u r b o l s ch e w i s m u s.
Unter dem Begriff „Kulturbolfchewismus" verstehen wir im Bezirk der Bühnenkunst vor allem die Auflösung jener dramatischen Form, die in Deutschland durch die Klassiker bisher am reinsten vertreten wurde. Der Kulturbolschewismus überschätzt ben Wert materieller Gegebenheiten. Zeigt er deshalb auf der einen Seite, im Unterhaltungsstück, ben Glanz bes Reichtums, bas Wohlleben als bie schönste Entfaltung menschlichen Seins, so holt er auf' ber anberen Seite, etwa im sowjetrussischen Ten- benzbrama, bie schwärzesten Farben von ber Palette seiner Phantasie, um ben Hörer von ber Hoffnungslosigkeit zu überzeugen, in bie wirtschaftliche Armut ben Menschen angeblich stürzen muß. Daß Straft oft erst am Wiberstanb wächst, ahnt er nicht. Eine onbere Wirklichkeit als die sichtbare und greifbare, kennt er ja nicht. Sein Wollen zielt auf den gegen--
Seneralversammlung der hessischen Gemeindebeamten.
Dieser Tage sand die Generalversammlung der Areisgruppe Gießen des Landes- ; verbandes Hess. G e m e i n d e b e a m t e n in Gießen statt. Die sehr gut besuchte Versammlung wurde durch den 1. Vorsitzenden, Gemeinde- cechner Pein. Rieder-Bessingen. eröffnet. Er gedachte zunächst ber in dem abgelausenen Jahre verstorbenen Kollegen, deren Andenken die Anwesenden durch Erheben von den Sitzen ehrten. Der 1. Vorsitzende gab in seinem RechenschastS- bericht einen Ileberblid über seine Tätigkeit als 1. Vorsitzender der Kreisgruppe und über die im abgelaufenen Jahre abgehaltenen Dersammlun- ?tn und Vorstandssihungen. Weiter brachte er ic in der Sitzung des Gesamtvorstandes des Landesverbandes am 9. April 1933 in Frankfurt a. M. gefaßten Beschlüsse zur Kenntnis und teilte u. a. mit. daß der Gesamtvorstand beschlossen hat. mit sofortiger Wirkung den Hamen der Gewerkschaft in »Landesverband Hess. Eemeindebeamten und -angestellten c V." abzuändern, er erinnerte ferner an die von den Vertretern des Landesverbandes mit dem Herrn Staatsminister Dr. Müller. Darmstadt. gehabte Aussprache und brachte zum Schluß s ein „Sieg-Heil" auf den Reichspräsidenten, den Reichskanzler und die Hessische Staatsregierung aus. in das die anwesenden Kollegen begeistert einstimmten.
Der Abschluß der Rechnung für 1931 ergab einen Ueberfchuß von 502 Mark. Die Rechnung wurde von den Rechnungsprüfern Stumpf und Formhals geprüft,und für richtig befunden. Das vorläufige Ergebnis der noch nicht abgeschlossenen Rechnung für 1932 ist ein Heberschuh von 321 Mark. Bei der folgenden Vorstands- Wahl übergab der seitherige 1. Vorsitzende die Leitung der Versammlung dem Kollegen Form- Hals. Allendorf. welcher den Antrag stellte, den Vorstand durch Akklamation zu wählen. Dieser Antrag wurde ohne Widerspruch angenommen. Die Wahl hatte folgendes Ergebnis: 1. Vorsitzender : Gemeinderechner Stumps. Reiskirchen 2. Vorsitzender: Bürgermeistereisekretar Ru- dois Jung. Klein-Linden. 3. Rechner: Gemeinderechner Schneider, Bersrod. 4. 1 Schrift- sichrer Bürgermeistereisekretär Jockel, Hungen 5. 2. Schriftführer: Flurschütz A Ibach. Heuchelheim. 6. Beisitzer: Polizeidiener Hahn. Beuern, und Gemeinderechner Jakobi. Langsdorf. Sämtliche Gewählten nehmen die Wahl an.
Der neugewählte 1- Vorsitzende Stumpf, Reiskirchen, dankte dem seitherigen Vorsitzenden Herrn Pein für seine langjährige im Interesse der Gemeindebeamten geleistete Arbeit, ebenso dankte er dem aus Gesundheitsrücksichten ausgeschiedenen Rechner der Kreisgruppe, Kollegen C m e r i d), Röthges. Auf Anregung des Äol- Icqen Rudolf Jung. Klein-Linden. wurde beschlossen. dem Herrn Staatspräsidenten Professor Dr. Werner folgendes Treugelöbnis zu übermitteln:
Die heute hier in Gießen herfammelten Gemeindebeamten der Kreisgruppe Gießen entbieten der Hessischen Staatsregierung treudeutschen cbrerbicligftcn Gruß mit dem Gelöbnis der treuesten Mitarbeit und Gefolgschaft.
Heil Hitler!
Landesverband Hess. Gemeindebeamten und .angestellten, Kreisgruppe Gießen aez. Philipp Stumps, Reiskirchen, 1. Vors. gez. Rudolf Jung, Klein-Linden, 2. Vorf.
Hieraus ist von dem Herrn Staatspräsidenten folgende eigenhändig geschriebene Antwort em-


