Ausgabe 
14.11.1933 Erstes Blatt
 
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van

OSRAM

Van der Lubbe wird gesprächig

sind Sie nach Henningsborf gegangen und haben

Aus aller Welt

die

mit

Der Wandergenoffe van der Lübbes.

Zwei SA.-INänner erschossen.

In Hochneukirch bei Gladbach-Rheydt kam es in einer der letzten Rächte zu einer Schießerei. Der 22jährige SA.-Mann Heinrich Esser aus Otzenrath wurde durch einen Bauchschuß so schwer ver­letzt, daß er in der Nacht im Krankenhaus st a r b. Der Ortsgruppenleiter der NSDAP, in Hochneu- kirch, Abels, wurde durch einen Schuß an der Hand verletzt. Der Täter, ein Mann aus Otzen- rat, wurde verhaftet. Er ist geständig.

*

In der letzten Zeit waren verschiedene Ortscha-f- ten Oberbayerns häufig von Einbrechern heim- gesucht worden. Zum Schutz wurden von der SA. Wachdienste eingerichtet. Als in einer der letzten Nächte eine dreiköpfige Patrouille von SA.-Män- nern bei Mühlhausen Dienst hatte, kamen ihnen auf der Straße zwei verdächtige Radfahrer ent­gegen. Auf Anruf sprangen sie von ihren Rädern und flüchteten hinter einen Zaun, von wo sie drei Schüsse abfeuerten. Der 25jährige SA.-Mann Cle­mens Df finger wurde tödlich getroffen. Die Täter find entkommen.

Ein Sterbender stimmte mit3a.

Leistung der Zahlungen nach dem Ausland ab­hängig ist. *

Bei dem Welfenfonds handelt es sich um die Ausgleichsentschädigung, die dem K ö n i g Georg von Hannover für seinen -b h r o nver- zicht vom preußischen Staat gewährt, von Bis­marck aber beschlagnahmt worden war, um die Verwendung der Gelder zur Wiederaufrichtung der Welfenherrschaft in Hannover zu verhindern. Der rund 40 Millionen Friedensmark ausmachende Be­trag war zunächst in Preußischen Konsols ange­legt, dann aber aus verwaltungstechnischen Grün­den in das Preußische Staatsschuldenbuch einge­tragen worden und so der Entwertung durch die Inflation anheimgefallen.

OerReichsbund der deutschenBeamten, d e amtlich anerlannte Beamten emheitSor^amsaiion.

B e r I i n, 11. Nov. (VDZ.) Reichsinnenminister Dr. Frick hat die Satzung des neugegründeten Reichs­bundes der deutschen Beamten geneh­migt und ihn zu der amtlich anerkannten B e - arnteneinheitsorganisation im natio­nalsozialistischen Volksstaat bestimmt. An der Spitze des Reichsbundes steht als Führer Hermann Neef. In einem Aufruf spricht Neef dem Reichsinnen­minister den Dank für die Neuordnung der Be- amtenorganisationsverhältnisse aus. Er betont, daß

Im Stimmbezirk 98 Berlin-Hermsdorf ereignete sich am Sonntag eine erschütternde Wahlepisode. Ein Schwerkranker, seit langem erwerbslos und Wohlfahrtsempfänger, der im Sterben liegt, wollte aufgrund eines Stimmscheines durch seine Frau seine Stimme fürAdolfHitler ab­geben. Als diesem Wunsche nicht entsprochen und der Stimmschein auch an seinem Sterbelager nicht entgegengenommen werden konnte, verlangte er, ins Wahllokal getragen zu werden, da er vor seinem Tode seine Stimme noch dem Führer geben müsse. Seinem Wunsche wurde entsprochen. Auf einer Krankenbahre brachte man ihn ins Wahllokal. Das Erscheinen des Sterbenden wirkte erschütternd. Un­ter Totenstille gab er seine Stimme ab. Als die Bahre wieder hinausgetragen wurde, erhoben sich alle Anwesenden und ehrten den berbenden ir.it

lief) beigewohnt hat?

Die Brandstiftung.

B e r l i n, 13. Nov. (WTB.) In der heutigen Ver­handlung des Reichstagsbrandprozesses erregt das Aussehen des Angeklagten van der Lübbe all­gemeines Aufsehen. Zum ersten Male wahrend ganzen Hauptverhandlung hält van der Lübbe Kops aufrecht. Er blickt auch zum ersten Male die Zeugen im Saal.

Der Friseurmeister Grawe aus Hennigsdorf er klärt, Hennigsdorf fei immer eine Hochburg der Kommunisten gewesen, ihr geistiger Führer em ge- wisser Schmidt, der in der letzten Woche erneut verhaftet worden sei. Am Morgen des 27. oder 26. Februar hat der Zeuge im Flur seines Hauses van der Lubbe im Gespräch mit der Schwester des Schmidt und drei anderen, I dem Zeugen unbekannten Männern gesehen.

Dan der Lubbe erklärt, er sei in das Haus ge­gangen, weil er Essen haben wollte. Er habe auch Essen bekommen. Er sei nach Hennigsdorf von Spandau her gewandert, wo er einer öffentlichen Demonstration der Nationalsozialisten beigewohnt hatte. Warum er nach Hennigsdorf gegangen ist, kann der Angeklagte nicht angeben.

Oberreichsanwalt: Wie sind Sie mit der S ch w e - ft er des Schmidt zusammengekommen? Van der Lubbe: Die habe ich auf einem Hof gesehen. Oberreichsanwalt: Hat Sie jemand zu dieser Frau geschickt? Van der Lubbe: Nein. Dr. Teichert: Wo hat van der Lubbe das Essen von der Frau in Henningsdorf bekommen. In der Wohnung ober auf dem Hof? Van der Lubbe: An der Tur. Rechtsanwalt Dr. Pelkmann: Er hat gesagt, daß er auch Geld bekommen bat. Van der Lubbe: Ich habe kein Geld bekommen. Vorsitzender: Haben Sie irgendetwas von den Mannern bekommen? Van der Lubbe: Nein. Dr. Pelk­mann: Haben Sie Empfehlungen an andere Leute bekommen? Dan der Lubbe: Nein. Dr. Pelkmann: Wie lange hat er sich mit den Mannern unterhalten? Van der Lubbe: F ü n f M i n u t e n. Der Zeuge Grawe erklärt, daß könne stimmen, denn er habe ihn höchstens ein paar Minuten beobachtet. Vorsitzender zu van der Lubbe: Nehmen Sie an, daß die Männer Kommunisten waren? Van der Lubbe: N e i n , das kann ich nicht sagen.

Dann stellt der Angeklagte Dimitroff Fragen an van der Lubbe, die Lubbe prompt beantwortet. Seine Antwort erfolgt manchmal noch ehe die Frage beendet ist. Dimitroff: Haben damals im Februar 1933 in Henningsdorf nicht auch viele National­sozialisten gewohnt? Van der Lubbe: Es sind dort schon Nationalsozialisten gewesen. Vorsitzender: Woher wissen Sie denn das? Lubbe: Weil ich sie dort gesehen habe in Uniform.

Dimitroff: Meiner Uebergeugung nach ist die Brücke zwischen van der Lubbe und dem Plenar­saal des Reichstages über Hennigsdorf gegangen ... Vorsitzender unterbrechend: Das sollen Sie nicht sagen, denn dadurch könnte die objektive Aussage des Angeklagten van der Lubbe beeinflußt werden.

Dimitroff: Ich frage den Angeklagten van der Lubbe, ist es richtig, daß es kein Zufall ist, daß er am 26. Februar in Henningsdorf übernachtet hat? Vorsitzender: Sie fr'len keine 'solche Fragen stel-

Kabinetiskrisiö in Auman en.

Bukarest, 12. Nov. (TU.) Sonntag um 12 Uhr überreichte Ministerpräsident Vajda dem König im Stadtschloß das Rücktrittsgesuch des Kabinetts, das angenommen wurde. Der Prä­sident der Altliberalen Partei, Duca, wurde mit der Regierungsbildung betraut. Der König legte allerdings Duca nahe, die Regierungsbildung ge­meinsam mit Ooga und der Neuliberalen Dissi- bentenpartei Georg Bratianus vorzunehmen. Es handelt sich offenbar darum, der Neuliberalen Dissidentenpartei Georg Bratianus, der sich zur Be­kundung der besonderen Loyalität gegenüber dem König seinerzeit von Duca getrennt hatte, Genug­tuung zu geben, während Goga als besonderer Vertrauensmann des Königs ihm bei der Regie­rungsbildung besonders genehm wäre. Es ist schwerlich anzunehmen, daß die gemeinsame Re­gierungsbildung zwischen Duca und Georg Bra- tianu, die sich in scharfem Gegensatz gegenüber« ftchen und von denen jeder sich Führer der Libe­ralen Partei nennt, zustande kommen könnte. Hin­gegen erscheint eine Zusammenarbeit zwischen Duca und Goga eher möglich.

Oer Welfenfonds muß mit 20 Prozent aufgewertet werden.

Leipzig 10. Nov. (WTB.) Das Reichs­gericht verwarf im Welfenfonds-Prvzeß die Re­visionen beider Klageparteien, des Gesamthauses Braun chweig-Lüneburg, sowohl wie des preußi­schen Staats. Auch das Reichsgericht erachtet die bereits vom Kammergericht zugesprochene Auf­wertung von 20 v. H. das entspricht nach früheren Berechnungen einer Summe von rund 8 Millionen Mark - für gerechtfertigt. Weiter wurde die über den Sah von 4 v, H. hm- ausgehende M e h r f o r d e r u n g a n Z i n s e n abgewiesen. Soweit jedoch eine ^.Abzah­lung des Aufwertungsbetrags berührt wird, mußte die Sache ausgesetzt werden, bis die E n t schei - düng der D e v i s e n b e w i r ts ch a f t u n g s- u «r t - nnn hsrprt fflenehmiauna die

Als QeUge wird der Hilfsgärtner Müller, der Wanderkollege des bereits vernommenen Zeugen Oraanistka, vernommen. Dem Zeugen wird die Aus- faae Dranniftfas vorgehalten, wonach Mitte Okto- ! Snr ST> n h o nnn ff n ti ft n n j p i n i

flut die Fruchtfarmer um 40 000 Pfund Sterling. Ferner wurden hier zwei Eingeborene durch den Blitz getötet. In Lichtenburg tötete der Hagel Tausende von Schafen, Rindern und Eseln. In Natal stehen viele Dörfer und Straßen unter Wasser. Zahlreiche Brücken wurden von den Fluten hinweggeschwemmt.

Lin Notizbuch Amundsens gefunden.

Die Akademie der Wissenschaft in Moskau teilt mit, daß eine russische Polar-Expedition in der Nähe der Alexei-Insel ein N o t i z b u ch des Polarforschers A m u n d s e n mit dem Datum vom 20. Mai 1919 aufgefunden hat. Das Notizbuch ist in norwegische^ Sprache geschrieben und schildert feine Forschungen in der Arktis.

Das Winterlager des Polarforschers Willem Barents aus dem 3ahre 1597 entdeckt.

Wie die Telegraphenagentur der Sowjetunion in Moskau drahtet, wurden in der Nähe von Eis­hafen an der Nordostküste von Nowaja Semlja U e b e r r e ft e des Winterlagers gefunden, das der holländische Seefahrer Willem Barents im Jahre 1597 nach der ersten arktischen lieber« Winterung aufgeschlagen hatte. Die Forschungs­fahrten von Barents gehören zu den ersten Groß­taten der arktischen Entdeckungsgeschichte. Auf drei Polarfahrten in den Jahren 1594 bis 1596 suchte er die nordwestliche Durchfahrt und entdeckte 1596 Spitzbergen und die Bäreninsel. Nach ihm sind die Barents-Jnsel Östlich von Spitzbergen und die Ba° rents-See, ein Teil des Nördlichen Eismeeres, be­nannt. Gefunden wurde eine acht Meter lange und fünf Meter breite Hütte. Daneben lagen Eisen­reifen und Dauben eines Fasses, das Barents und seine Gefährten wohl als Waschgelegenheit benutz­ten. Ferner sand man Geschirrscherben und Reste von ledernen Ausrüstungsstücken, sowie eiserne und hölzerne Gebrauchsgegenstände. Unmittelbar an der Küste entdeckte man die Ueberrefte eines Bootes, ein zerbrochenes Ruder und eine Eisenharpune nebst un­versehrtem Holzstiel. Sämtliche Fundstücke wurden nach Leningrad verfrachtet, um dem dortigen ark­tischen Museum überwiesen zu werden. Nach An­sicht des Polarforschers P i n e g i n muß sich in der Nähe der entdeckten Hütte auch das Grab des ver­unglückten holländischen Seefahrers befinden. Das Arktis-Institut wird im nächsten Jahre eingehende Nachforschungen anstellen, um das tragische Schick­sal dieses Pioniers der Arktisforschung nun nach über 300 Jahren restlos aufzuklären.

Rechtskräftiges Todesurteil.

Das Reichsgericht verwarf die Revision des frü­heren Reichsbannerangehörigen Fick, der zusam­men mit seinem Gesinnungsgenossen Kaehding in der Nacht zum 31. Juli 1932 in Lübeck den SA.« Mann Willy Meinen erstochen hatte: die Reichsbannerleute waren deswegen zum Tode ver­urteilt worden. Das Todesurteil ist damit rechtskräftig. Kaehding hatte sich zwei Tage nach der Urteilsverkündung in seiner Zelle erhängt.

Die Berolina wird wieder ausgestellt.

Im Zuge der Arbeiten zum Umbau der Alexan- derplatzes in Berlin war damals die Berolina, seit Jahrzehnten ein Wahrzeich en der Reichs- h a u p t st a d t, von ihrem Standplatz entfernt und in einem Schuppen untergebracht worden. In den letzten Tagen wurde das mächtige Erzstandbild von einem Riesenlastwagen wieder abgeholt, um auf dem Alexanderplatz neu aufgestellt zu werden. Die­sem Akt wohne eine große Menschenmenge bei.

Wettervoraussage.

Während aus dem sich weiter aufbauenden Finn­landhoch kontinentale Kaltlustmassen ausfließen, treibt die Jslandstörung ozeanische Luft östlich vor. Das Zusammentreffen der verschiedenartigen Luft führt weiterhin zu einer nebligen Wolkendecke, ohne daß dabei stärkere Niederschläge auftreten. Die Temperaturen kommen nachts in Gefrierpunktsnähe zu liegen.

Aussichten für Mittwoch: Neblig-wolkig, Temperaturen nachts um den Gefrierpunkt, meist , trocken.

Aussichten für Donnerstag: Keine i wesentliche Aenderung der Wetterlage.

i Lufttemperaturen am 13. November: mittags 1,9 Grad Celsius, abends 3,9 Grad: am 14. November:

! morgens 3,3 Grad. Maximum 4 Grad, Minimum 1,9 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am : 13. November: abends 3,7 Grad: am 14. November: morgens 3,4 Grad Celsius. Niederschlag 0,1 mm.

der Reichsbund feinGegenspieler der Verwaltung fein könne, sondern daß es sich von vornherein ausschließlich und vorbehaltlos um freudige verständnisvolle Mitarbeit an den Ausgaben und Zielen der Reichsregierung handeln soll und muß. Als Mitglieder des Bundes form der Führer Neef jeden aktiven und inaktiven Be­amten aufnehmen. Ausgenommen sind nur die Be­amten der kasernierten Polizei, eine Regelung, die sich aus der besonderen Stellung und den beson­deren Aufgaben dieser Beamtengruppe ergibt.

Oie O.enstgebäude flaggen am Aeu- jahrStageunöamAeichsgründungökage

Berlin, 11. Nov. (TU.) Vor dem Kriege bestand für die Behörden des Reichs die Anordnung, am Neujahrstage zu flaggen. Diese Anordnung ist von den zivilen Behörden seit dem Kriege nicht mehr befolgt worden. Die Reichsregierung läßt den alten Brauch aufleben und hat angeordnet, daß a m 1. Januar jedcnJahres auf allen Reichsdienst- qebäuden die Flaggen zu setzen sind. Ferner sind nach Anordnung der Reichsregierung alle Reichs- bienftgebäube in jedem Jahre am Reichsgrun- dungstage (18. Januar) zu beflaggen. Der Reichsminister des Innern hat die Landesre­gierungen gebeten, für die Landes- und Kommu­nalbehörden eine entsprechende Anweisung zu er­lassen.

beigerm^en6tro« Asten gM.

dort übernachtet?

Van der Lubbe schweigt zunächst, und der Dol- der I metscher übersetzt dann seine Antwort dahin: Weil den ich dort gut schlafen konnte (Heiterkeit). Di= auf mitroff: Dort konnte man also gut schlafen. Ist es richtig, daß er von dort nach Berlin gefahren ist, I daß an diesem Abend ein Brand im Reichstage ge­wesen ist und daß er dieser Brandlegung person-

dem Hitlergruß.

Burg Mindelheim als Bauernführerfchule.

Die auf Burg Mindelheim im nördlichen Allgäu errichtete Bauernführerschule wurde vom Reichsbauernführer und Reichsminister R. Walther D a r r 6 geweiht. Hier lebte einst Georg von Frundsberg, derVater der Landsknechte", dessen Name als kaiserlicher Kriegsrat und oberster Feldhauptmann im ganzen Heiligen Römischen Reich und weit über dessen Grenzen hinaus be­kannt war.

Deutschlands größte Kautabakfabrik baut um.

Deutschlands größte Kautabakfabrik Grimm & Tripel in Nordhausen erfährt in diesen Tagen große bauliche Veränderungen. Die alten Räume sind für die 1200 Arbeiter und Angestellten zu eng geworden. Ein gewaltiger 6 Schosse hoher Eisenbetonbau schießt neben dem alten Bau in die Hohe. Hoch in der Luft werden zwei Brücken die Verbindung zwischen den Gebäuden Herstellen. Bis zur Fertigstellung, die Weihnachten erfolgt sein soll, haben 60 Bauarbeiter Brot und Arbeit und werden dem gerade im Winter belasteten Ar­beitsmarkt eine nicht unbedeutende Erleichterung schassen. Eine soziale Tat der Fabriksleitung ist es, daß das abgerissene Lagerbauholz kostenlos a n Werkangehörige als Brennholz ver­teilt wird. Zur Materialunterstellung ist vor kur­zem ein großer Lagerschuppen gebaut worden, an dem 12 Zimmerleute beschäftigt waren. Geplant ist ferner eine große Heizungsanlage, die die ganze Fabrik mit Wärme versorgen soll. Aus alle­dem ergibt sich, daß die Firma ihr Teil zum Kampf gegen die Arbeitslosigkeit beiträgt.

Verheerende Unwetter in Südafrika.

Mindestens 20 Personen wurden durch ver­heerende Gewitterstürme getötet, die die südafrikanische Union nach mehrmonatiger Trocken­heit heimsuchten. In Nustenburg, einem Bezirk in Transvaal, wurden sechs Eingeborene aus der Stelle durch einen Blitz getötet. Die Flüsse, die bisher teilweise ausgetrocknet waren, sind plötz­lich zu reißenden Strömen angeschwollen, die Tiere und Menschen mit sich sortreißen. In verschiedenen Bezirken gingen ungeheure Hagelstürme nieder. Teilweise wurden Hagelkörner von Apfelsinengröße beobachtet, die einen ungeheuren Schaden anrichte­ten und selbst starke Decken durchschlugen. In einer Johannisburger Vorstadt schädigte die Sturm-

Vorsitzender: Ich will noch einmal fragen. Van der Lubbe, haben Sie die Brandstiftung ausge­führt? Lubbe: Ja. Vorsitzender: Das ist die Quint« b^ 1932 "in "d7 r "N a'h e"v o n C"o"n stanz eine I essenz der ganzen Untersuchung. muß es aber B e a e g n u n g m i t v a n d e r L u b b e und einem ablehnen, Dimitroff, nun gewissermaßen unter Ihrer anderen Wanderburschen stattgefunden hat, bei der I Direktive nochmals das ganze De f h Z

ÄÄSÄ& r°*k-

Der Angeklagte van der Lubbe wird nun vor Lubbe. Ja. Borsitzenoer. -w den Richtertisch geführt. Er steht auch hier aufrecht, Lubbe: Nein, ^o^chender. Und h

hÄen?ZeL7^e7e ^TnÄ d7r Nb fi ZS^r g lt: Ich bitte die Frage an w7 d°:"D-°r«°rsitz-nd7r>L°

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ler will van der Lubbe nicht kennen. Auch in Con- tagt. ________

stanz will er zu der angegebenen Zeit nicht ge- - z»

"L" Ä hierauf her nationalem«.!!* Reich-' AvIoNl«"- VerfaffUNgS- tagsabgeorbnete ßanb= und Volkswirt Dr. Al- ttl lettlanD.

brecht vernommen. , ,,.r, r

Vorsitzender: Der Zeuge Pförtner Wendt hat Riga, 11. Nov. (WTB.) Das lettische Parla- schon bekundet, daß während des Reichstagsbrandes ment| die Seima, beschloß mit 60 gegen 30 noch jemand aus dem Portal 5 gelau- Stimmen den von der Bauernpartei emge= f en und von der Polizei zurückgeholt brad)ten Antrag auf Aenderung der Ber- toorben ist. Sie haben schon früher gesagt, baß Sie fai ung den zuständigen Ausschüssen zu uver- bieser Mann gewesen sinb. Was können Sie bazu weisen. In der Aussprache mies ber Führer oer noch sagen? Bauernpartei, ber ehemalige Ministerpräsident Karl

Zeuge Dr. Albrecht: Ich lag damals in einer uimanis, die Behauptung zurück daß die bean« Pension, nur etwa 50 Meter vom Portal 5 des trQqte Verfassungsänderung den freiheitlichen Joe- Reichstages entfernt, wegen einer Grippe alen ber Demokratie feindlich sei uni) unterstrich im Bett. Das Hausmädchen rief durch die Tür: öie Notwendigkeit, b i e Fehler wie Vergüt-

Der Reichstag brennt!" Darauf bin ich , umachen, die feiner Zeit bei der Ausarbeitung sofort aus dem Bett gesprungen, weil in meinem bsr gegenwärtigen Verfassung nach der Unab- Wandschrank im unteren Umgang neben dem Pie- hängigkeitserklärung Lettlands gemacht rooroen narsaal wichtige F a m i l i e n p a p i e r e von feienDie Volker sind im Begriff, zu verstehen, m i r aufbewahrt waren, die ich unbedingt retten ber Sinn ihres Daseins nicht bas Wohlergehen wollte. Am Portal 5 rief man mir zwar zu:Halt, einzelner ober einiger Klaffen ist, sonbern bte Ber- hier kommt niemanb mehr herein!", aber als id) b e H e r u n g ber ße b e n s b e b i n g u n g e njur meine Abgeorbnetenkarte vorzeigte, würbe id) ein« bas ganze Volk als Einheit. Wir erblicken g e l a s s e n. Ich riß schnell bie Papiere heraus und überall einen instinktiven Widerstand gegen stürmte in größter Eile denselben Weg zurück und bie Auswüchse des P a r l a m e n t a r i s- aus dem Reichstag heraus. So habe ich tatsächlich, mu5i und daher bedeutet unser Plan den ersten wie es nachher in der Zeitung hieß, fluchtartig den Schritt auf dem Wege zu einer wahren Demokra- WS'K|;"' Ä . EbBtiE%6rd)6 ba ? »Jt? ,e U«:

Der Besuch in Henmngsdors -un^d°r^°fu,*n°

' Parlamentsarbeit auf das Gebiet der Gesetzgebung sind bie Hauptgrunbsätze, bie verwirklicht werden müssen. Wir als Urheber des Planes erstreben die Verfassungsresorm nur auf ber Grundlage ber De­mokratie, aber wir sinb entschlossen, biesen Weg mit unerschütterlichem Willen bis zum Ziele zu ver­folgen." Alle bürgerlichen Gruppen bes Par­laments anerkannten bie Notwenbigkeit einer Ver- faffungsreform, brachten jedoch verschiedene Aenbe» rungswünsche zu bem Plan ber Bauernpartei vor. Die Sozialbemokraten unb Juden nahmen eine entschieden ablehnende Stellung ein.