nung unter moralischen Druck gesetzt hätte, müsse doch angenommen werden, daß Die absolute Mehrheit des deutschen Volkes hinter der Regierung stehe. Die nationaldemokratische Gazeta War- szowska spricht von einem imponierenden Sieg Hillers. Die ganze Nation stehe hinter der Politik der Regierung.
Holland.
Amsterdam, 13. Nov. (WTB.) „Nieuws van den Dag" schreibt, das Wahlergebnis werde auf die Erfüllung der deutschen Forderung noch Gleichberechtigung von erheblichem Einfluß sein. Es sei zugleich aber auch von größter Bedeutung für die Innenpolitik der Nationalsozialisten. Diese Partei, die eine legale Revolution durchgeführt Habe, könne jetzt in Uebereinstimmung mit ihrer Alleinherrschaft auf legale Weise einen neuen Reichstag zusammenstellen, ein Parlament, das in jeglicher Hinsicht den zustandegekommenen totalen Staat zum Ausdruck bringen und allen Maßnahmen der Regierung den Stempel der Gesetzlichkeit aufdrücken werde. Auch das sozialdemokratische „V o l k" hebt in den Ueberschriften hervor, daß die Nationalsozialisten mehr als 90 Prozent der abgegebenen Stimmen erhalten haben und versucht
dieses Ergebnis lediglich mit der Behauptung abzuschwächen, daß auf vielen Wählern ein starker moralischer Druck gelegen habe. Der Berliner Korrespondent des Blattes muh aber zugeben, daß von einem „Wahlterror" keine Rede sein könne. Niemand habe den Wählern in den Wahllokalen über die Schulter gesehen um zu kontrollieren, wie sie ihre Stimmscheine aussüllten. Er muß ferner zugeben, daß diejenigen, die mit Nein stimmten, keinerlei unangenehme Folgen davon gehabt hätten.
Oänemaik.
Kopenhagen, 13. Nov. (WTB.) Das Ergebnis der Wahlen in Deutschland hat einen tiefen Eindruck gemacht. Berlingske Tidende führt aus, daß das Führerprinzip, nach den Zahlen zu urteilen, gestern vom deutschen Volk in so überwältigendem Maße anerkannt worden sei, daß die Regierung Hitlers darin recht bekommen habe, wenn sie erkläre, sie sei mehr demokratisch verankert als irgendein anderes Regierungssnflem der Welt. Es habe zwar niemand daran zweifeln können, aber die Zahlen hätten sicher doch viele aufs höchste überrascht.
Stimmen aus dem Reich.
Berlin, 13. Nov. Der überwältigende Wahlsieg der Reichsregierung wird von der gesamten Presse im Deutschen Reiche einmütig in seiner vollen Bedeutung gewürdigt. So schreibt u. a. die „Kölnische Zeitung": Das Ergebnis ist eine Erklärung zum wahren Frieden und eine Absage an die Gewaltanwendung, an den „Krieg als Mittel der nationalen Politik", ein Rus nach einem neuen, echten Völkerbund, allerdings auch ein Verdammungsurteil gegen das Gebilde, dem in D. failles jener Wahn beigelegt wurde. Die „M ü n ch e n e r Neuesten Nachrichten" schreiben u. a.: Der 12. November 1933 hat den entscheidenden Durchbruch zum neuen Reich gebracht. Er hat mdgültig und siir immer die letzten Reste der November- Republik zertrümmert. Der „Bayerische Kurier" spricht von einem einzig dastehenden Vertrauensvotum. Der „Völkische Beobachter" (Süddeutsche Ausgabe), bemerkt u. a., Adolf Hitler hat mit dem Ergebnis vom 12. November so unumschränkte Vollmachten erhalten, wie sie kaum ein anderer Staatsmann auf der ganzen Welt zur Zeit besitzt. Die „Frankfurter Zeitung" erklärt: Es ist gar kein Zweifel, daß diese innerpolitische Entscheidung, die von manchem bestandenen Gewissenskamps zeugt, nur möglich war, weil diese Entscheidung zugleich die Anerkennung enthielt der schicksalhaften Bedeutung, die der Persönlichkeit Adolf Hitlers innewohnt. Ihm haben die Ziffern des 12. November bestätigt, daß er der Führer der Nation in ihrer Gesamtheit geworden ist. Die „Leipziger Neue st en Nachrichten" sagen: Das deutsche Volk hat gesprochen. Ob die Völker dieser Erde einschlagen werden, in die ihnen darge
botene Hand? Wir zweifeln nicht daran, daß der 12. November ein Tag sein wird, der das Gewissen der Welt weckt. Das Ja der Nation hat das Nein des Führers in Genf bestätigt, und dieses Wort steht wie ein Flammenzeichen im Nebelmond. Das „Hamburg er .Fremdenblatt" stellt fest: Der 12. November 1933 hat den Schandfleck des 9. November 1918 ausgetilgt. Das „Hamburger Tageblatt" bemerkt: Das Ziel unseres Kampfes ist nicht nur ein freies, gleichberechtigtes Deutschland, sondern eine Völkerfamilie, die aus freien, gleichberechtigten Mitgliedern besteht, und weiter: Die Kraft unserer Idee hat den Rahmen der Partei gesprengt. So kann der 12. November nicht nur als würdiger Abschluß einer Kampfepoche unserer Bewegung gelten, sondern auch als der verheißungsvolle Anfang eines neuen Zeitabschnittes. — Der „Deutsch e , das Blatt der Deutschen Arbeitsfront bezeichnet den 12. November nicht als das Ziel, sondern als die Voraussetzung. „Alles was wir Schönes gesehen hätten seit dem 30. Januar, das müsse jetzt wiederkehren doppelt und dreifach vom Volk selbst aus. Oeffentlich gebrandmarkt werden solle derjenige, der jetzt den Versuch macht, seines Profits wegen Löhne zu senken. Unter gar keinen Umständen dürften jetzt Arbeiter entlassen werden. Jetzt halle doppelt und dreifach der Ruf: „Keiner solle hungern und keiner solle frieren! Heraus mit den Spenden für die Volksgenossen, die von dem früheren System von den Maschinen vertrieben wurden, und die auch die gigantischsten Anstrengungen dieses Jahres nicht mehr in Arbeit bringen konnten."
Der neue Reichstag. - Ein Spiegelbild der Volksgemeinschaft.
Berlin, 13. Nov. (TU.) Wenn auch die Zutei- hing der Mandate des neuen Reichstags noch einige Zeil in Anspruch nehmen wird, so steht doch schon jetzt fest, daß fast sämtliche Kandidaten des Einheits- wahloorschlages der NSDAP, in den Reichstag ein- ziehen werden. Damit wird die deutsche Volksvertretung zum erstenmal ein wahresSpiegelbild der Volksgemeinschaft sein. Da sind zu- nächst neben dem Führer und Volkskanzler fernst etwa 50 Reichs- und Staatsminister, Reichsstatthal- ter und andere hohe Beamte. Als Vor- und Mitkämpfer für die deutsche Revolution schließen sich an etwa 100 Vertreter der Parteiorganisation der NSDAP, mit den Gauleitern an der Spitze, der SA., der SS. und des Stahlhelm sowie der wirtschaftlichen Organisationen der NSDAP. Die B e» amtenschaft wird, abgesehen von den höchsten und hohen Beamten, weiter durch rund 40 höhere, mittlere und untere Beamte vertreten sein.
Entsprechend der Bedeutung der Landwirtschaft werden dem neuen Reichstag auch zahlreiche Bauern und andere in der und für die Landwirt- schaf tätigen Personen, so auch Landarbeiter, angeboren, nämlich mehr als 80. Selbstverständlich sind auch die Arbeiter überhaupt in starkem Umfange berücksichtigt. Rund 40 Kandidaten sind als Arbeiter im Wahlvorschlag gekennzeichnet. In dieser Zahl kommt aber die wahre Vertretung der Arbeiterschaft im neuen Reichstag bei weitem noch nicht zum Ausdruck, da ja zahlreiche Vertreter der politischen und wirtschaftlichen Organisationen der NSDAP., der SA. usw. gleichfalls dem Arbeiterstande angehören. Neben der Landwirtschaft stellt die gewerbliche Wirtschaft in allen ihren Gliederungen ein- schließlich Handel und Industrie im neuen Reichstag eine große Zahl von Abgeordneten, die etwa auf 200 geschätzt werden kann. Unter ihnen werden etwa 40 Handwerker vertreten sein. Der Rest der Abgeordneten verteilt sich auf die übrigen Stände und Berufe.
Da in allen Wahlkreisen nur eine Einheitsliste gewählt worden ist, so wird die Mrteilung der Mandate auf die einzelnen Wahlkreise etwas mehr Mühe machen als bei früheren Wahlen. Trotzdem rechnet man aber damit, daß die Vorbereitungen für den ZusammentrittdesneuenReichstages etwa 16 Tage dauern wird. Der neue Reichstag würde demnach schon Ende November oder Anfang Dezember zu seiner ersten Sitzung einberufen werden können. Die Unterbringung der Abgeordneten in Dem Kroll Gebäude am Königsplatz wird keine Schwierigkeiten bereiten. Der ehemalige Theatersaal hatte 1200 Sitzplatze Durch den Einbau von Gängen ist zwar ein Teil dieser Sitze fortgefallen, immerhin waren aber nach dem Umbau 670 Plätze für Abgeordnete vorhanden, von denen bann ein Teil wieder entfernt wurde, weil die Kommunisten ausfielen Jetzt wird es nötig sein, die drei letzten Sitzreihen wieder einzubauen, eine Arbeit, die in wenigen Tagen erledigt werden kann.
Bis auf werteres keine rein politischen (Sendungen im Jhinitfunf.
Berlin, 13. Nov. (TU.) Reichsminister Dr. Goebbels hat an die Intendanten des Deutschen Rundfunks folgende Aufforderung gerichtet:
Die Vorbereitungen zu dem 12. November haben eine außerordentliche Inanspruch, nähme des deutschen Rundfunk» durch die Wahlkampagne nötig gemacht. Um einen
gewissen Ausgleich zu schaffen, ordne ich hiermit an, daß bis auf weiteres alle rein politischen Sendungen im Rundfunk zu unterbleiben haben. Uebertragen tperben demgemäß nur solche Kundgebungen rein st a a ts- politischen Charakters, die ein allgemeines öffentliches Interesse voraussetzen und deren lieber- tragung einer besonderen Anweisung durch das Reichspropagandaministerium bedarf.
Der Reichspräsident beglückwünscht den Führer. Berlin, 13. Nov. (TU.) Amtlich wird mil- geteilf: „Reichskanzler Adolf Hitler begab sich heute (Montag) zum Reichspräsidenten von Hindenburg, um ihm das amtliche Wahlergebnis zu melden und im Anschluß hieran politische Fragen zu besprechen. Der Reichspräsident sprach dem Herrn Reichskanzler in sehr herzlichen Worten seinen tief empfundenen Dank und seine aufrichtige Anerkennung für die nun durchgeführte politische (Einigung desdeutschen Volkes aus, und gab der sicheren Hoffnung Ausdruck, daß auf der nunmehr geschaffenen Grundlage die Arbeiten im Innern und nach außen mit Erfolg f o r t g e s e tz t werden können, zum Segen des Vaterlands und des deutschen Volkes."
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Der Reichskanzler wurde auf der Rückfahrt vom Hause des Reichspräsidenten zur Reichskanzlei von einer großen Menschenmenge begeiffert b e - grüßt.
Or.Lky an die Amtswalter der PO. und an die Arbeitsfront.
Berlin, 12. Nov. (TU.) Der S t a b s l e i t e r der PO. und Führer der Deutschen Ar- beitsfront, Dr. Robert Ley, hat folgen^ den Aufruf an d i e Amtswalter der Politischen Organisation der NSDAP, erlassen:
„Amtswalter der PO.! Wie immer habt Ihr Eure Pflicht getan. Der Sieg, größer als selbst von uns erwartet, ist errungen. Wie in allen den früheren Kämpfen standet Ihr auch diesmal wiederum in vorderster Linie der Partei. Unermüdlich war Euer Eifer und unerhört waren die Opfer. Landauf und landab habt Ihr in Tausenden und Abertausenden von Der- sammlungen gepredigt. Spät nachts kamt Ihr nach Hause, um frühmorgens neue Anordnungen und Befehle für den Kampf zu geben. Aber was am meisten die Welt bewundert:
Ihr seid ein so einheitliches Korps von gleichem Fühlen und Denken geworden und so mit dem Führer, unserem Adolf Hitler, verwachsen, daß Ä)r befähigt seid, die Gedanken des Führers in vollendeter Weife dem Volk zu vermitteln. Führer und Volk sind eins geworden und Ihr seid die besten Prediger und oolbaten zugleich. Vorwärts mit . Hitler für Deutschland!"
Weiter hat Dr. Ley folgenden Ausruf an bit s Arbeitsfront erlassen: Kameraden der Ar- | beitsfront! Ihr habt das Vertrauen, das der Füh- I rer in den deutschen Arbeiter setzte, mehr als
gerechtfertigt. Ihr habt chrn, Adolf Hitler, Die Jahre Eurer marxistischen Verirrung abbinen wollen. Habt Dank'für Eure Treue und Anständigkeit. Die Arbeitsfront, noch vor Monaten ein Wagnis und Experiment, ist heute bereits neben der Partei das stärkste Fundament des neuen Staates. Volk marschiere, marschiere für Hitler!
Der Reichsinnenminister dankt den Wahlhelfern.
Berlin, 13. Nov. (WTB.) Der Reichsinnen- Minister gibt folgendes bekannt:
„Reichstagswahl und Volksabstimmung haben über 43,5 Millionen deutscher Männer und Frauen an die Wahlurne geführt. Vorbereitung und Durch- führung, sowie die Feststellung des Endergebnisses von Wahl und Abstimmung haben an das O r - g a n i s a t i o n s a e s ch i ck und die Arbeits- traft der Behörden in Stabt und ßanb, so- wie an die Arbeitsfreudigkeit der W a h 1- Vorstände, denen die Entgegennahme des geschichtlich einzigartigen Volksbekenntnisses oblag, b e - sonders hohe Anforderungen gestellt.
Den zahlreichen Männern und Frauen, die in den Wahloorständen oder sonst bei Durchführung der Wahl ehrenamtlich tätig gewesen sind, spreche ich Dank und Anerkennung aus. In diesem Dank schließe ich neben sämtlichen beteiligten Reichs-, Landes- und Kommunalbehörden die Deutsche Reichsbahngesellschaft, die deutschen Schiffahrtsgesellschaften wie alle übrigen Derkehrsunternehmungen ein, die zur Erleichterung der Stimmabgabe wesentlich beigetragen haben."
Wie wählte die polnische Minderheit?
M e s e r i tz, 13. Nov. (CNB.) Während i n W e st- preußen die Polen fast durchweg mit „Nein" gestimmt und zur Reichstagswahl ungültige Stimmen abgegeben haben, hat die polnische Minderheit in der mittleren Grenzmark Posen- West preußen sich mit ganz geringen Ausnah. men bei der Volksabstimmung mit „I a" eingesetzt und bei der Reichstagswahl für d i e Liste der NSDAP, gestimmt. In mehreren polnischen Min- derheitendörfern in den Kreisen Meseritz und Bomst, so u. a. in Groß-Posemukel, hat die polnische Wäh- lerschaft sogar hunderprozentig für Volksabstimmung und Reichstagswahl gestimmt. Die Polen in der mittleren Grenzmark haben also die von den polnischen Minderheitenführern in der polnischen Presse in Deutschland ausgegebene Parole der Wahlenthaltung nicht befolgt.
Kommunistischer Flugblativerteiler erschossen.
Berlin, 13. Nov. (WTB.) (Amtlich.) Der Er- laß des preußischen Ministerpräsidenten vom 4. Oktober d. I., in dem alle Polizeibeamte angewiesen wurden, gegenüber Flugblattoerteilern, die sich Polizeibeamten auf Anruf nicht stellen, sofort rücksichtslos von der Schußwaffe Gebrauch zu machen, ist von Beamten der Staatspolizeistelle Dortmund in der Nacht zum Wahlsonntag mit Erfolg anaemenbet worden. In' Dortmund wurde der 47jährige Konrad Dwo- ratzek, der 28mal wegen schwerer Einbruchs- Delikte und Widerstands gegen die Staatsgewalt mit hohen Gefängnis- und Zuchthaus stra- fen vorbestraft ist, von Beamten erschossen, nachdem er, beim Verteilen kommunistischer Flugblätter ertappt, auf Anruf nicht st e h e n geblieben war.
Neue marxistische Korruptions- Affäre.
B e r I i n , 11. Nov. (CNB.) Bei der Deutschen Beamte n-Versicherung, einer öffentlich- lich-rechtlichen Lebens- und Rentenoerficherungsan- ftalt, ist eine Korruptionsaffäre größten Ausmaßes aufgedeckt worden. Das frühere, aus Sozialdemokraten bestehende Direktorium Stuckmann, Steinbrecher und Kofanke bezog ungeheuerliche Einkünfte, die zur Vertuschung in Grundbezüge, Dienstaufwandsentschädigungen, Repräsentationszulagen und Gewinnbeteiligungen untergeteilt wurden. Um der Kürzung ihrer Gehälter zu entgehen, haben die Direktoren ihre Beamte ,- st eilen in Ange st eilten st eilen u m gern a n ö e 11. Außerdem haben sie sich hohe Pensionen von 20000 RM. jährlich bewilligt und diese zur Vertuschung in Leibrenten- Versicherungen umgewandelt. Als man den damaligen Ministerialdirigenten des preußischen Innenministers Seoering Steinbrecher in der Gesellschaft unterbringen wollte, wurde ein früherer Oberst durch Bewilligung erheblicher Abfindungssummen zum Rücktritt veranlaßt. Eine auf seinem Grundstück eingetragene Hypothek von 120 000 RM. wurde ohne Gegenleistung gelöscht. Außerdem wurden ihm beroiUiqt für drei Jahre eine Leibrente von je 36 000 RM. bis zu seinem Tode jährlich 30 000 RM. und ein Betrag von 10 000 RM. Schließlich erhielt der Verlag Mosse statutenwidrig einen Kredit von 500000 R M., als er 1932 in finanzielle Schwierigkeiten geriet. Auch den „ehrenamtlichen" Verwaltungsratsmitgliedern wurden Aufwandsentschädigungen gezahlt.
Trotz dieser Vorkommnisse steht das Unternehmen vollkommen sicher da. Das neue Direktorium wird außerdem Sorge tragen, daß die der Anstalt entzogenen Vermögenswerte ihr wieder zugeführt werden. Für ihre Sicherstellung ist bereits in weitem Umfang gesorgt.
Oie deutsche Beamtenversicherung finanziell gesund.
Berlin, 13. Nov. (TU.) Die in der Meldung über Den Korruptionsskandal bei der Deutschen De- amten-Versicherung mitgeteilten Vorkommnisse reichen, wie von unterrichteter Seite verlautet, b i s in das Jahr 1927 zurück. Sie sind bereits s e i t d e m M a i d. I. auf Veranlassung des Preußischen Justizministeriums im Einvernehmen mit dem preußischen Wirtschaftsministerium zum Gegenstand eines staatsanwaltslbaftlichen Ermittlungsverfahrens gemacht worden. Bei den Vorwürfen handelt es sich in erster Linie nicht um Maßnahmen der Direktion der Beamtenoersicherung, sondern um politische U e b e r g r i f f e des alten Regimes. Im übrigen betreffen sämtliche Vorfälle in keiner Weise die Sicherheit der Anstalt. Die Deutsche Beamtenversicherung steht vielmehr nach Auffassung der Aufsichtsbehörde f i - n a n 3 i e ll völlig gesund und leistungsfähig da. Der gegen die Mitglieder des Dermal- tungsrats erhobene Vorwurf, satzungswidrig lau
fende Zuwendungen erhalten zu haben, beruht auf unrichtigen Angaben ehemaliger Angestellter der Anstalt, denen gegenüber hieraus auch die notwendigen Konsequenzen gezogen worden sind.
Die Aufgabe einer deutschen Reichskirche.
Eine Entschließung her (MaubcnSbcroegung Deutsche Christen.
Berlin, 13. Noo. (TU.) Auf einer Generalmitr gliederverfammlung des Gaues Groh-Berlin-Bran- benburg der Deutschen C h r i st e n sprach der Reichslester Bischof Hossenfelder über den Kampf für die evangelische deutsche Kirche. Diese werde nicht eine Kirche des Herrschens und der Politik, lonbern des Dienstes sein. Kyfshauser und Wartburg seien die Inbegriffe deutschen Ehristen- tums. Gauobmann Dr. Krause sprach über die Aufgabe einer deutschen Reichskirche im Geiste Dr. Martin Luthers. Inmitten der VolkswerdunG dieser Tage werde jetzt die völkische Sendung des Refvr- mators klar. Dem deutschen evangelischen Volk sei es nicht um eine neue Verfassung der Kirche und Kirchenämter zu tun gewesen, sondern um die Vollendung der völkischen Sendung Martin Luthers in einer deutschen Reforma- tion deren Ergebnis eine deutsche Dolkskirche sein werbe.
Nachdem Pfarrer Tausch 70 Fahnen der Belegung geweiht hatte, wurde eine -i l i e - ßung angenommen, in der betont wird, daß ein dauernder Friede zwischen Gemeinden und Geist- sichen nur geschaffen werden könne durch Berte 6 u n g ober Amtsenthebung aller ber Pfarrer, die entweder nicht willens ober nicht fähig feien, bei ber religiösen Erneuerung unseres Volkes unb der Vollendung der deutschen Reformation aus dem Geiste des Nationalsozialismus führend mitzuwirken. Es wird von ber Lanbeskirche erwartet, baß sie die A r i e r Paragraphen schleunigst ohne Abschwächung durch- führt, daß sie darüber hinaus alle frembblütigen evangelischen Christen in besonderen Gerne inben ihrer Art zusammenfaßt und für die Begründung einer judenchristlichen Kirche sorgt, baß die Landeskirche als eine deutsche Volkskirche sich von allem Undeutschen im Gottes- öienft und Bekenntnis freimacht und daß die deutsche Volkskirche Ernst macht mit der Verkündung einer heldischen Jesus- g e ft a 11 als Grundlage eines artgemäßen Christentums, in dem an die Stelle der zerbrochenen Knechtsseele der stolze Mensch tritt. Die Bewegung betont schließlich, daß der einzige wirkliche Gottes- dienst für sie der Dienst am Volkstum sei.
Eine Reichsorganisation der deutschen Hochschulen.
Berlin, 13. Nov. Der Verband ber Deutschen Hochschulen, bie Deutsche Rektorenkonferenz, bie Kulturpolitische Arbeitsgemeinschaft beutscher Hochschule lehrer, der Bayerische Hochschullehrerbund unb bie - Gesellschaft „Deutscher Staat" haben sich freiwillig zur Schaffung einer umfaffenben Reichsorganisation der gesamten deutschen Hochschulen unb ber deutschen Hochschullehrerschaft zusammengeschlossen. Die neue Organisation soll unter ber Aufsicht des Reichsinnenminifteriums bie gemeinsamen kulturellen Belange ber deutschen Hochschulen auch gegenüber dem Auslände wahren und bei der Erneuerung des deutschen Hochschulwesens im Sinne der natio- nalsozialtstischen Weltanschauung wie bei ber organischen (Einfügung ber Hochschulen in die deutsche Volksgemeinschaft Mitwirken. Zu diesem Zwecke ist eine enge Zusammenarbeit in die Wege geleitet. Auf Anregung der beteiligten Hochschullehreroerbände hat der Reichsminister des Inneren den Pg. Pros. Dr. Herwart Fischer, Rektor der Universität Würzburg, zum Führer der neuen Einheitsorgani- ation bestellt und ihn beauftragt, umgehend bie er- orberlichen Vorschläge in organisatorischer unb per- oneUer Hinsicht vorzulegen. Entsprechend dem Der- hältnis von Studentenschaft und NSDStB. bleibt die „Reichsfachschaft Hochschullehrer und Wissenschaftler" im NS Lehrerbund als Glied der natio nalsozialistischen Bewegung selbständig neben ber neuen Reichsorganisation ber Hochschulen bestehen.
Bevorzugung der Werkabiturienten.
Berlin, 13. Nov. (TU.) Reichsinnenminister Dr. Frick hat an bie obersten Reichsbehörden unb Lanbesregierungen ein Schreiben gerichtet, in bem er ausführt, baß die Abiturienten, die ihr Werk- Halbjahr hinter sich haben, eine besonders aufgeschlossene Haltung gegenüber den nationalen und sozialistischen Aufgaben in Volk unb Staat bekundet und sich in der Erziehung des Arbeitsdienstes für diese Ausgaben besonders geschult haben. Infolgedessen hat der Minister im Einvernehmen mit dem Reichsarbeitsminister und ber Reichsleitung des Arbeitsdienstes die beteiligten Stellen ersucht, bie Werkabiturienten beider B e - Werbung von Stellen im öffentlichen Dienst bevorzugt zu berücksichtigen. Insbesondere soll bie Sperre vo,« Laufbahnen, soweit sie seit dem 1 April 1933 verhängt ist, für Werksabiturienten außer Kraft gesetzt werden, damit diese nicht gegenüber ihren Mitabiturienten, bie am Werkshalbjahr teilgenommen haben, benachteiligt werben.
Sachleistungen an Hilfsbedürftige.
Berlin, 11. Nov. (TU.) Das Gesetz zur Ver- Minderung der Arbeitslosigkeit vom 1. Juni 1933 (Reinhardt-Programm) sieht bekanntlich u. a. die Gewährung von Sachleistungen an Hilfsbedürftige vor. Die Bezirksfürsorgeoerbände erhalten danach durch Zuteilung von Bcdarfsdeckungs- s ch e i n e n (B) die Möglichkeit, neben ihren bisherigen Regellei st ungen den Hilfsbedürftigen — deren Kreis möglichst weit gezogen werden soll — durch Zuweisung von Kleidern, Wäsche unb Haushalts- gegenständen zusätzliche Hilfe zuteil werden zu lassen.
Wie ber Reichsminister der Finanzen mitteilt, sind die Vorarbeiten für die Aufgabe dieser Bedarfsdeckungsscheine soweit gefördert, baß die Durch- lührung ber Hilfsaktion, für die 50 Millionen Mark ausgeworfen sind unb die nicht zuletzt auch bem Zweck ber Arbeitsbeschaffung dient, Anfang Dezember beginnen kann. Die Bebarfsdeckungsscheine B werben nur an D e - zirksfürsorgeoerbänbe gegeben unb zwar durch die Länderregierungen, denen die entsprechen- den Beträge vom Reich zugewiesen werden. Mit Rücksicht daraus bittet der Reichsminister ber Finan- zen alle sonstigen mit Fürsorgeaufgaben betrauten -teilen von Anträgen auf Zuteilung solcher Be- darfsdeckungsscheine abzusehen.


