eine zersplitterten Gießener Sänger haben sich nunmehr in vier Chören zusammengefunden: außer den drei Vereinigungen besteht noch der „Bauersche Gesangverein" unter Prof. Dr. Stefan T e m e s - 0 a r y. Vorsitzender Heinrich Ley. Daneben hat Gießen noch einen „Gemischten Chor", den Gesangverein „Sängerkranz", Leitung Musiklehrer Albert K a st e n, Vorsitzender Fritz Flimm.
Stiftungsfest
des Artillerie-Vereins (Ziehen.
Der Artillerie-Verein vereinigte am vergangenen Samstagabend im CafS Leib viele Mitglieder und Gäste zur Feier des 38jährigen Bestehens des Vereins. Unter den Gästen sah man auch Standartenführer Lutter, Standartenführer Münker, den Führer des Stahlhelms, Dr, Dehner, und den Vorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft der Militär- und Regimentsoereine, Landgerichtsrat T r ü m- p e r t. Mitglieder des Musikkorps des hiesigen Bataillons leiteten den Abend mit schneidig wieder- aegebenen Märschen und Konzertstücken ein. Der Führer des Artillerieoereins, Kamerad Müller hielt die Begrüßungsansprache, in der er besonders die Gäste aus den Reihen der SA., des Stahlhelms und der Kriegeroereine willkommen hieß. In seinen Ausführungen erinnerte er an die Zeiten des Krieges, an Not und Tod, an Kampf und Opfer, an Hunger und Strapazen während der Kriegsjahre vor dem Feind, an die unbesiegte Rückkehr der deutschen Truppen und die Fremdheit, die sie in der Heimat empfangen habe, weil andere die Herrschaft an sich rissen, die darauf keinen Anspruch hatten. In jener Zeit habe der Soldat den Soldaten wieder gesucht. In den Militär- und Regimentsoer- einen habe der vaterländische Geist ernste Pflege erfahren. Zwar seien die in diesen Vereinen zusammengeschlossenen Soldaten bei den früheren Regierungen nicht beliebt gewesen, nun habe aber Adolf Hitler den Mächten der Finsternis das Zeichen des Hakenkreuzes, des Lichts entgegengesetzt und der alte Soldat komme wieder mehr zu Ehren. Der Kampf sei hart gewesen, aber der Angriff härter. Heute gedenke man dankbar des Tages, da Generalfeldmarschall von Hindenburg dem Gefrei- ten Adolf Hitler die Hand gereicht habe zur Rettung des Vaterlandes. Schon fei im Inneren des Landes Gewaltiges geleistet worden, darüber hinaus aber werde man unablässig einen Frieden des Rech- tes und der Gleichberechtigung fordern. Zum Ge- denken der Gefallenen, deren Opfer der Redner in eindrucksvollen Worten würdigte, erhoben sich alle Anwesenden von den Plätzen. Die Musik spielte das Lied vom guten Kameraden. Kamerad Müller beschloß seine Ansprache mit einem dreifachen „Sieg- Heil!" auf den Führer und Reichskanzler Adolf Hitler. Gemeinsam wurden sodann der erste Vers des Deutschland- und des Horft-Weffel-Liedes gesungen.
Landgerichtsrat Trümpert übermittelle die Glückwünsche und Grüße der Arbeitsgemeinschaft der Militär- und Regimentsvereine und betonte, daß innerhalb dieser Vereine stets wertvolle Arbeit geleistet worden sei, um den Sinn und die Bereitschaft zur Hingabe für das Vaterland wachzuhalten. Er schloß mit den Wünschen für den weiteren Fortbestand des Artillerievereins.
Standartenführer L u t t e r hielt ebenfalls eine kurze Ansprache, in der er besonders die Aufgabe der SA. im Dienste des Vaterlandes umriß.
Im weiteren Verlaufe des Abends wurde einer stattlichen Reihe von Mitgliedern als Anerkennung für über 25jährige treue Mitgliedschaft im Artillerie- verein eine besondere Auszeichnung zuteil. Die Ehrennadel des Vereins erhielten folgende Herren: Ludw. Bernhardt, Gg. Euler, Iohs. Euler, Iohs. Friedrich, Heinr. Faber, Heinr. Förster, Eduard Kondner, Georg Götz, Richard Habicht, G. Herpel, Heinrich Krauskopf, Wilhelm Lyncker, Philipp Müller, Georg Piek, Jakob Rau, Wilhelm Reu sch, Heinrich R u h l, K. W. R o h r b a ch , Johann Schmandt, Heinrich Schneider, Erich Stutzen st ein, Karl Schwan, Karl Weinhold, Leonhardt Treusch, Leicht, Schweitzer und Heinrich Siebert. Dem Ehrenvorsitzenden Bernhardt ist das Ehrenkreuz der Artillerie zugedacht.
Gute musikalische und gesangliche Darbietungen, sowie verschiedene lustige Aufführungen ließen die Stunden des Abends rasch vergehen.
(tiicficncr WodiciimarUprcik.
* Gießen, 14. Roo. Auf dem heutigen Wochen- markt kosteten: Süßrahmbutter, das Pfund 1,55 Mk., Landbutter 1,40, Kochbutter 1,20 Mk., Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier (inländische) 14, Wirsing, das Pfund 8 bis 10, Weißkraut 5 bis 7 Pf., der Zentner 3 Mk. Rotkraut 8 bis 10, Gelbe Rüben 8 bis 10, Rote Rüben 10, Spinat 15, Unter- kohlrabi 5 bis 7, Grünkohl 15 bis 18, Rosenkohl 20 bis 25, Feldsalat 80 Pf. bis 1 Mk., Tomaten 20 Pf^ Zwiebeln 8 bis 10, Meerrettich 30 bis 50, Schwarzwurzeln 20 bis 30, Kürbis 5 bis 7, Kartoffeln 3 bis 313 Pf., der Zentner 2,50 bis 2,80 Mk., Aepfel, das Pfund 10 bis 18 Pf., Dirnen 10 bis 15, Nüsse 40 bis 50, Honig 45, junge Hähne 70, Suppenhühner 60 bis 70, Gänse 60 bis 70, Blumenkohl, das Stück 15 bis 50, Salat 8 bis 10, Endivien 5 bis 15, Lauch 5 bis 10, Rettich 10, Sellerie 10 bis 25, Radieschen, das Bund 10 Pf.
Vornotizen.
— Tage skalender für Dienstag: Stadttheater, 20 bis 22.15 Uhr „Am Himmel Europas". — Volkshochschule, 21.15 Uhr, Beginn der Lehrgänge: Kunstwissensck-aftliches Institut „Von deutschem Formen, Bilden, Bauen und Gestalten", (Prof. Rauch). Universität, Hörsaal 34, „Englischer Oderkurs", (Graf). — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Unsichtbare Gegner". — „Postkeller": 16 und 20 Uhr, Vortrag über „Wie bleibe ich schlank und schön?".
— Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Heute 20 Uhr 7. Vorstellung im Dienstag-Abonnement, das Segelfliegerstück: „Ain Himmel Europas" von Schwenzen-Malina: Spielleitung: Anton Neuhaus Ende 22.15 Uhr. — Mittwoch, 15. Nov., Erstaufführung der Gesellschaftskomödie: „Der Traum der Vilma Kelemen" von Franz Molnar. Spielleitung: der Intendant. Gewöhnliche Preise. Spieldauer von 19.30 bis nach 22 Uhr. — Wir verweisen heute schon auf die tiuttjer feier am Samstag, 18. Nov, 20 Uhr. Im Programm u. a. Vortrag des bekannten Luther- forscher» Prof W. G. F r e y t a g, München, und Darbietungen des Bauerschen Gesangvereins.
— Die Volkshochschule beginnt am heutigen Dienstag mit ihren Lehrgängen, und zwar mit dem Kursus von Professor Rauch „Von deutschem Formen, Bilden, Bauen und Gestalten", ferner mit dem Englischen Oberkurs unter Leitung von Herrn Graf. (Siehe heutige Anzeige.)
— Deutsche Arbeitsfront (DHD.). Der für den 15. November vorgesehene Vortrag des Dich- fers W e h n e r fällt an diesem Tage aus und folgt spater. Nächsten Donnerstag Hausjrauen-NachmlUag. (Siehe heutige Anzeige.)
— Die Dortragsveretnigung Goethe- Bund, Kaufmännischer Verein und Ge- werbeoerein teilt uns mit: Der zweite gemeinsame Vortagsabend findet am kommenden Donnerstag statt. Musikdirektor H a l l w a ch s und Konzertsängerin Elisabech Pennrich werden eine musikalische Abendstunde geben unter dem Titel: „Das deutsche Volkslied als Spiegel deutschen Lebens." Musikdirektor H a l l w a ch s, der schon mehrere Male mit großem Erfolg unser Gast gewesen, ist ein ausgezeichneter Redner, der durch seine tief- durchdachten und klargegliederten Ausführungen seine Zuhörer schnell in seinen Bann zieht. Seine musikalischen Vortragsabende bedeuten für jeden einen hohen Genuß. In besonderem Maße sind gerade solche musikalischen Dortragsdardietungen geeignet, nicht nur Stunden hohen künstlerischen Musikerlebens zu vermitteln, sondern vor allem auch an breitere Schichten das Verstehen und Erfühlen eines Musikwerkes heranzutragcn. Kann es für eine solche Aufgabe ein schöneres und wertvolleres Arbeitsgebiet geben, als die Erschließung des deutschen Volksliedes? Dies zu einer Stunde, wo unser Volk sich wieder auf feine eigenen Kulturgüter besinnt und zur Achtung bringt! Musikdirektor Hall- wachs wird seinen Einführungsvortrag durch Kon- zertoorträge am Flügel erläutern, und Konzertsän- gerin Elisabech Pennrich, deren wundervolle Sopranstimme hier auch schon mehrmals erfreut hat, wird eine Reihe der schönsten deutschen Volkslieder singen. Es ist ein reizvoller und besinnlicher Vortragsabend zu erwarten, der allseits Beachtung verdient. (Siehe heutige Anzeige.)
— MitgliederoersammlungdesHaus- besitzerverein s. Am Donnerstag, 16. Novem- der, 20 Uhr, hält der Hausbesitzerverein e. V Gießen im Hotel Hindenburg eine Mitgliederversammlung ab. Lerr Dr. List, Direktor des Arbeitsamtes Gie- ßen, hält einen Vortrag über „Instandsetzungsorbei- ten des Hausbesitzes und deren Finanzierung". Da dieses Thema gegenwärtig für alle Hausbesitzer von großem Interesse ist, steht ein zahlreicher Besuch zu erwarten. (Siehe heutige Anzeige.)
— Verein ehemaliger 118er. Nächsten Montag im „Postkeller" Herbst-Generaloersarnmlung. (Siehe heutige Anzeige.)
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** Erdbeben in der Gießener Gegend verspürt. Zu unserem Bericht über „Erdstöße in Tirol und Süddeutschland" (Gieß. Anz. Nr. 263 1 Bl. 3. S.) wird uns aus dem Schulhause eines Nachbarortes von Gießen von einem dortigen Lehrer das Folgende mitgeteilt: „Ich war Dienstag auf Mittwoch spät zu Bett geangen und schlief noch nicht fest, als ich — es mag gegen 2 Uhr gewesen fein — durch ein eigentümliches Erzittern des Schulhaufes aufwachte. Ich spürte ganz deutlich zweimal kurz hintereinander, daß das Brett erzitterte. Auch ein schwaches, dumpfes Geräusch war bemerkbar. Am anderen (Mittwoch) Morgen fragte ich sowohl meine Angehörigen als auch die Kinder meiner Schulklasse, ob sie in der vorherigen Nacht ein Erdbeben wahrgenommen hätten. Es war von niemand beobachtet worden. Nachdem ich nun den Bericht Ihrer Zeitung las, bin ich der Meinung, daß ich das gleiche Erdbeben in Oberhessen wahrnahm."
" Die Beitragserstattung aus der Angestelltenoersicherung bei Heirat. Von der Reichsversicherung für Angestellte wird mit- geteilt: Die Gerüchte, es bestehe die Absicht, die Vorschriften über die Beitragserstattung aus der Angestelltenversicherung an weibliche Versicherte bei Heirat (§ 62 des Angestelltenversicherungsgesetzes) oufzuheben, entbehren jeder Grundlage. Die Beitragserstattung nach § 62 des Angestelltenversicherungsgesetzes ist aber nur zulässig, wenn bei der Heirat die Wartezeit bereits erfüllt ist. Die Wartezeit beträgt 60 Beitragsmonate. Sind aber weniger als 60 Beitragsmonate auf Grund der Verficherungs pflicht erfüllt, so beträgt die Wartezeit 120 Beitragsmonate.
** Wintersportvorbereitung im Trockenskikursus. Man schreibt uns: Den Skiläufern, die in den letzten Jahren sehr stiefmütterlich mit Schnee bedacht wurden, scheinen sich in diesem Winter bessere Möglichkeiten zur Ausübung dieses königlichen Sportes zu bieten. Im Schwarzwald, im Allgäu und im Riesengebirge ist die Schneehöhe bereits ausreichend, um dem Skilauf huldigen zu können. Die Wettervoraussagen kündigen auch für unsere Gegend für den kommenden Winter genügende Schneehöhe an. Um allen Ski- sportlern und solchen, die es werden wollen, schon vor dem ersten Schneefall die ersten Begriffe im Skilauf und der damit verbundenen Muskeltätigkeit beizubringen, veranstaltet der Skiklub Gießen unter Leitung geprüfter DSV.-Skilehrer (deren Bezeichnung neuerdings Skilehrwarte ist) einen Trocken- skikursus in der Reithalle am Brandplatz. Die Teilnahme ist vollständig kostenlos. Der Skilauf wird im kommenden Winter besonders stark in den Vordergrund treten, da bereits Verhandlungen zwischen dem Deutschen Skioerband und den obersten Lei- tungen von SA., SS., ST., HI. usw. zustandgekommen sind, die die Skitechnilche Ausbildung durch ausgebildete Lehrer des DSV. bezwecken. (Siehe heutige Anzeige.)
Vrieflaften öer Heöaffion.
('Jted)teguta(hfen sind ohne Verbindlichkeit bei Sdjriftleltung )
3- in G. Die Ledigensteuer als solche ist seit 1. Juli 1933 weggefallen. An ihre Stelle tritt die Ehestandshilfe, von der aber Personen über 55 Jahre befreit find. Jedoch hat ab 1. Juli 1933 die Einkommensteuer bei Personen, denen Familien- ermäßigungen nach dem Einkommensteuergefetz nicht zu gewähren find, insoweit eine Erhöhung erfahren, als der Abschlag in Höhe von 25 Prozent der Lohnsteuer (höchstens 3 Mark monatlich) in Wegfall gekommen ist. (§ 20 des Gesetzes zur Verminderung der Arbeitslosigkeit vom 1.6. 1933.)
ID. v. III in A. Der von Ihnen im vorigen Jahre abgeschlossene Pachtvertrag mit den darin bestimmten Pachtpreisen ist noch heute in Gültigkeit: eine gesetzliche Regelung der Höhe der Pachtpreise ist zwischenzeitlich nicht erfolgt. Falls jedoch in der dortigen Gegend die heutigen Pachtpreise gegen die im früheren Jahre gültigen wesentlich zurückgegon- gen sein sollten, hat der Pächter die Möglichkeit, durch Anrufung des Pachteinigungsamtes eine entsprechende Herabietzung des Pachtzinses zu erreichen
7!ach Nidda. Grundsätzlich hindert die Gewährung von Invalidenrente nicht das Zustandekommen eines versicherungspflichtigen Beschaftigungsoerhält- nifses. Beträgt die Entlohnung (Barlohn einschl. Sachwerte, also auch Beköstigung) mehr als ein Drittel des am Beschäftigungsart maßgebenden Ortslohnes, so ist *bie Anmeldung zur zuständigen Krankenkasse zu machen. Beträgt das Einkommen weniger als ein Drittel des Ortslohnes, so ist die Frage der Versicherungspflicht im allgemeinen zu verneinen. Im Falle von Krankheiten usw. trifft, wenn Bersicherungspflicht nicht vorliegt, den Arbeit- gebet keine Haftung.
Winterhilfswerk in
Der Große Kurfürst an die Deutschen!
Gedenke eine jeder, was er für die Ehre des deutschen Namens zu tun habe, um sich gegen sein eigenes Blut und sein Vaterland nicht zu versündigen. Gedenke, daß du ein Deutscher bist!
Spendet für das VNnlerhilfswerk!
Postscheckkonto Nr. 28100 Frankfurt am Main.
Girokonto 6200 der Nassauischen Landesbank Frankfurt am Main.
Kleider- und Waschesommlunq.
Ab Donnerstag wird in der Stadt Gießen die bereits angekündigte Kleidersammlung durchgeführt. Die Volksgenossen, welche dem winterhilfs- werk Kleider- und Däschestücke zu/ Verfügung stellen, werden gebeten, die Kleidungsstücke usw. als Paket
der Stadt Gießen.
zusammenzupacken. Freiwillige Helfer werden, mit einem Ausweis versehen, an den Tüten ootsprechen und die gestifteten Sachen abholen. Ich erwarte, daß nur solche Kleidung»- und Wäschestücke gegeben werden, die sich noch verwenden oder umändem losten.
heil Hitler!
Kloß, Kreisführer de, whw.
Winterhilfswerk
des Deutschen Volkes 1933/34.
Gauführung Hessen-Nassau.
Frankfurt a. M„ Taunusstrahe 111, Telephon 32288. Postscheckkonto: Frankfurt a. M. 28100.
vanttonto. Nassauische Landesbank, Frankfurt a. HL, Girokonto 6200.
Die oberhessische Hitlerjugend wirbt.
Aufhebung der Mitgliedersperre wahrend der Werbewoche.
Dom Oberbann IV Obethessen der Hitlerjugend wird uns geschrieben:
3n dieser Woche wird in ganz Oberhessen ein großer Werbe feldzug von der Hitlerjugend und dem Jungvolk durchgeführt. Wer nach Schluß dieser Werbewoche sich nicht über Bedenken, die ihn etwa bisher noch der HI. ferngehalten haben, hat hinwegsetzen können, der wird vermutlich lange warten müssen, bis die Hitlerjugend und das Jungvolk noch einmal geöffnet werden.
UeberaU in Oberhessen werden in diesen Tagen die Kameradschaften und Scharen werben, werden mit Sprechchören durch die Straßen der Stadt ziehen, werden durch ihre Spielmannszüge und Lands- knechtstrommelzüge und durch die Fanfaren die Lauen wachtrommeln und nicht zur Ruhe kommen lassen, bis das einige Volk der Jugend da ist. Denn nur eine einige Jugend wird einmal ein ganz einiges und vor allem ein dauernd einiges deutsches Volk schaffen können.
In der Woche vom 12. bis 19. November wirbt die Hitlerjugend für das Winterhilfswerk des deutschen Volkes. In dieser einen Woche soll noch einmal die Aufnahmesperre für die Hitlerjugend und das Jungvolk aufgehoben werden. Diese Möglichkeit ruft auch die Letzten auf, sich e i n z u r e i h e n in die große Front der deut- schen Jugend!
Darum rufen wir auch die Letzten! Her zu uns!
Werbewoche für das W nterhilsswerk.
Hitlerjugend ist Dienst am Volke. Hitlerjugend setzt sich für das Volk ein. Hitlerjugend ist das Volk. Jeder ist Glied desselben Volkes, jeder lebt in diesem
Volke, jeder ist an bas Volk, in dem er lebt, gebunden.
Die Hitlerjugend hat sich im Kampf um die Macht durch ihre Leistungen und Opfer bewährt. Im nationalsozialistischen Staat ist sie redlich bemüht, im Zeichen des Aufbaues ihren Pflichten nach, zukommen. In dem gewaltigen Kamps gegen Hun- ger und Kälte steht die Hitler-Jugend nicht zurück.
Das Soziale Amt der Reichsjugendsührung hat angeregt, daß ab 6. November in allen deutschen Schulen und am 19. November auf allen Plätzen ein Wappenschild, das Abzeichen der Hitlerjugend, zugunsten des Winterhilfswerkes genagelt wird. Der Reinertrag wird dem Winterhilfswerk des deutschen Volkes zugeführt.
Für die Benagelung des Wappens sind 425 schwarze und 1036 Silbernagel erforderlich, hieran den vorgelochten Stellen einzuschlagen finb. Jeber Nagel wirb mit 5 Pfennigen bewertet.
Die Nagelung ergibt somit eine Einnahme von 73,05 Mk. Die Herstellungskosten für Schild und Nägel betragen 11,75 Mk. Für jedes Abzeichen werden also der zuständigen Einheit des Winterhilfswerkes 61,30 Mk. abgerechnet.
Diese Aktion erfolgt im Einvernehmen mit dem Reichsministerium für Dolksaufklärung und Propaganda und ist vom Reichsministerium des Innern genehmigt worden.
Das genagelte Wappen soll wegen seiner künstlerischen Wirkung in jeder Schule als Andenken verbleiben. Die deutsche Jugend soll sich stets daran er- Innern, daß unter dem Symbol der Hitlerjugend die gesamte deutsche Jugend in Zeiten tiefster Rot mit dem deutschen Volk beispiellos gegen Hunger und Kälte geopfert und gekämpft hat.
Eröffnung öer Volkshochschule.
Im Saale des Studentenhauses fand gestern abend die Eröffnungs - Versammlung der Volkshochschule Gießen statt. Der Einladung des ehrenamtlichen Leiters der Volkshochschule, Rektors N e b e l i n g , waren zahlreiche Interessenten gefolgt, es hätten aber im Hinblick auf die Wichtigkeit der Volkshochschularbeit im Dritten Reich zweifellos noch mehr Besucher dieser Veranstaltung beiwohnen müssen.
Rektor Jlebding
wies in seiner grundlegenden Ansprache einleitend darauf hin, daß in der heutigen Zeit täglich neue Geschichte wird und das große Geschehen jeden einzelnen deutschen Volksgenossen in Anspruch nehmen muß. Als den größten Tag der gewaltigen Ereignisse feit 1914 bezeichnete er den vorgestrigen 12. November 1933, der eine in Deutschland und auch in den anderen Ländern noch nie dagewesene Vertrauenskundgebung für die Regierung brachte. Diese überwältigende Einheit der Willensäußerung bekunde, daß Deutschland eins geworden sei, ein Staat, in dem es nur eine Partei, infolgedessen aber im eigentlichen Sinne des Wortes überhaupt keine Partei mehr gebe, öer über Parteien hinausgewachsen fei zum geeinten Volk. Die seit Jahrtausenden erstrebte Volkwerdung, die Einheit des deutschen Volkes, habe sich am 12. November vollzogen.
Der Redner wies dann kurz auf die gewaltigen Aufgaben im neuen Staate hin.
Die heutige Generation habe über die Gegenwart hinaus an die Zukunft unseres Volkes zu denken, dafür das (Erbe und die Kräfte der Vergangenheit in vollem Umfange nutzbar zu machen, beide durch eigene rege Mitarbeit selbstschöpferisch zu erweitern und zu vertiefen, den Erfolg des Mühens von Generationen und der Gegenwart gut ,u verwalten, damit das Merk zum Vesten un eres Volkes an die Kommenden weitergereicht werde.
In diesem Sinne wolle auch die Volkshochschule Gießen an der Sicherstellung der Zukunft unseres Volkes tatfroh mitarbeiten. Die Volkshochschule werde sich besonders bemühen, durch Führer- schulung geeignete Führerpersönlichkeiten für die Arbeiten und Ausgaben des öffentlichen Ledens heranzubilden, indem sie ihnen das geistige Rüstzeug für ein fruchtbares Wirken als Führer im Dienste der Allgemeinheit darbiete. Aus diese Weise hoffe sie, dem otaat und dem Volk wertvolle Mitarbeit zu leisten.
Anschließend besprach der Redner den für das Wintersemester 1933 34 aufgestellten
Arbeitsplan,
der folgende Lehrgänge aufweist: 1. „Die Weltanschauung des Nationalsostalismus", Leiter des Lehrgangs: Rektor Nebeling. 2 „(Erbgefunb- heits- und Rassenpflege", Leiter des Lehrgangs: NS.-Aerztebund Dr. med. Kranz. 3. „Volk und Gott", Leiter des Lehrgangs: Studentenpfarrer S u ck e r. 4. „Heimat und Volkstum", Leiter des Lehrgangs: Dr. Glöckner 5. „Volk und Vaterland, deutsche Geschichte", Leiter de» Lehrgangs: Dr. S t e ig e r. 6. „Von deutschem Denken und Dichten" (Literaturgeschichte), Leiter des Lehrgangs: Dr. B u ß. 7. „Was finget und klinget! Deutsche Musik", Leiter des Lehrgangs: der Dirigent des Gießener Kammerorchesters, Musiklehrer Franz Bauer jun. 8. „Von deutschem Formen, Bilden, Bauen und Oeftallen", Letter des Lehrgangs: Prof. Rauch. Außerdem stnden noch Sprachkurse in
Englisch und Französisch unter Leitung von Gg. Graf statt.
Rektor Nebeling skizzierte bei der Bekanntgabe dieses Planes die grundlegenden Gedanken und Erwägungen, die bei der Auswahl des Arbeitsstoffes richtunggebend gewesen sind und die darauf abzielen, den Kursusteiinehmern unbehinderte und weite Erkenntnisse zu ermöglichen, damit sie selbst und durch sie wiederum die Volksgemeinschaft wertvollen Gewinn für die deutsche Gegenwart und Zukunft erlangen. Aus den Darlegungen des Redners war überzeugend zu entnehmen, daß
die Volkshochschule sich die ernsteste und schönste Arbeitsausgabe gestellt hat, die deutschen Volksgenossen im Gefühl ihrer Verbundenheit mit dem Volke und im Bewußtsein ihrer Mitverantwortung für das Gestalten der deutschen
Gegenwart und Zukunft erwachsen kann.
Jjn Verlaufe des Abends machte Rektor Nebeling die Versammlung noch mit den 'JR i t arbeit e r n öer Volkshochschularbeit bekannt, öie ebenso wie öer Leiter selbst ihre Tätigkeit in anerkennens- werter Weise rein ehrenamtlich ausüben. Weiterhin würbe mitgeteilt, daß Ministerialrat Ringshausen Rektor Nebeling zum Leiter öer Volkshochschule bestimmt hat, der seine Mitarbeiter im Vorstand wie folgt ernannte: Dr. Steiger, Stellvertreter des Leiters: Frl. Balser, Geschäftsführerin und Schriftführerin: Herr Wellhausen, Rechner. Das Führerprinzip ist selbstverständlich auch in der Volkshochschule maß- ge.bend.
Mit kurzen Worten herzlichen und dankbaren Gedenkens des Leiters der Volkshochschule an den Mann, dem unser deutsches Volk so unendlich viel w verdanken hat, den Führer und Volkskanzler Adolf Hitler, und mit freudig aufgenommenen dreimaligen Sieg-Heil-Rufen auf ihn fand die Versammlung ihren Abschluß.
tfinaefanöt.
(Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion bem
Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Neuhaus- und Allhausbesih.
In Nr. 260 3. Bl. bringen Sie unter „Wirtschaft" einen Aussatz betitelt: „Der Neuh^usbesitz im Neuen R e i ch" von Heinz Sprengel (Bad-Nauheim), in welchem einmal klar die Divergenz der wirtschaftlichen Interessen des Neu- und des Althausbesitzes erwähnt werben. Man erfährt, daß ein „Reichsverbanb deutscher Neuhausbesitzer und Eigenheimsiedler" sich gebildet hat. Es wäre nun für die Althausbesitzer von großem Jntereste, tu erfahren, wo der in bem Aussatz erwähnte „Alt- yausbesitzer-Verbanb" existiert.
Wenn der (Einfenber biefen letzteren mit .^Haus- desitzer-Derein" gleichsetzt so irrt er. Denn hier in Gießen sind im Hausbesitzer-Verein Alt- und Neu- Hausbesitzer m W. vereinigt unter einem Vorstand, der zwar aus Althausbesitzern besteht, aber zufolge des Berufs feiner Mitglieder mindestens das gleiche Jntereste am Neubesitz hat.
Ein Zusammenschluß der Althausbesitzer ist eine zwingende Notwendigkeit. Mögen diese Zeilen ihn ins Leben rufen, damit einer weiteren Entwertung di ries Dells des deutschen Volksoermögens In letzter Stunde porgebeugt werden kann__________.... r.


