hält« und Abschriften machen lassen wollte, falls es 3u dem Umsturz kommen sollte. Darm sollte das Büro des ZD. die Listenabschriften an di« republikanischen Organisationen versenden. Dem ZD. seien di« Funktionen zugedacht gewesen, wie sie jefit die SA. habe. Man macht Mührdel darauf ausmerk- sam, daß er früher die Uebergabe des Materials bestritten hat, während er sie heut« zuaibt. Beii den weiteren Erörterungen wird di« Oessentlichkeit wegen Gefährdung der Staatssicherheit ausgeschlossen.
Oberbeffen.
Landkreis Gießen.
XWieseck, 13. Okt. Rentner Heinrich L ö m exv stein I., «in treues Glied unserer evangelischen Gemeinde, kann am Sonntag, 15. Oktober, i körperlicher und geistiger Frische seinen 8 0. G e b u r t s t a g begehen.
00 Kletn-Linden, 13. Okt. Dieser Tage weilte der hessische Denkmalspsleger Gehe'mer Baurat Professor Dr. Walde (Darmst(U)t) als Vertreter der Landes-Kirchenbaubehorde h>er. um den Plan für das geplante Ehrenmal einer Besichtigung zu ünterziehen Pros. Walde sprach sich gegen die vorgesehene Errichtung des Denk- mal. vor dem «irchenportal aus gab allerdings seiner Meinung Ausbruch daß sich Anlage eines Ehrenzeichens für di« Gefallenen doch an dieser Seite der Kirche ermöglichen ließe aller- dings in anderer als in der vorgesehenen Form. Seine Vorschläge sollen besprochen und dem Archi- letten zur Ausarbeitung eines neuen Planes vor- gelegt werden. —
0 Klein-Linden, 13. Okt. Der hiesige Mannergesangverein „21 r i o n" hielt die- fer Tage unter dem Vorsitz seines Führers, Loko- motioführer Mülln, in seinem Dereinslokal, dem Gasthaus „Zur deutschen Eiche" eine außerordent- liche Generalversammlung ab. Es wurde beschlossen, die Summe von 150 Mark für gemeinnützig« Zwecke zur Verfügung zu stellen und zwar kommen 50 Mk. der Förderung der nationalen Arbeitsbeschaffung zugute,, 50 Mark werden der deutschen Winternot- Hilfe überwiesen, und weitere 50 Mark werden für das zu errichtende Kriegerdenkmal gestiftet.
4£ Lauter, 12. Okt. Bei den Ausschachtung»- arbeiten am Lautertalweg begruben beute ab ftür- ^ende Lrd- und Steinmassen einen Arbeiter aus Münster unter sich Es ist wie ein Wunder anzusehen, daß der Verunglückte mit leichten Verletzungen am Kops, Armen und Beinen und einigen Quetschungen davonkam. Dr. P h i l i p p (Laubach) brachte ihn nach Anlegung eines Rotoer- bandes in seine Wohnung nach Münster.
Schwerer ZRaubüberfaU in Frankfurt.
WSR. Frankfurt a. M., 13. Okt. Heute kurz vor 20.30 Uhr wurde der Apotheker Brandl in einer Drogerie in der Schweizerstraße nach Ge- chöftsschluß beim Zeitungslesen von hinten über- allen und durch einen Schuß verletzt. Brandl setzte ich zur Wehr und konnte dadurch verhindern, daß ler Räuber die Ladenkasse raubte. Bei dem sich entspinnenden kurzen Kampf gingen einige Glasscheiben in Trümmer. Der Täter verlieh bann fluchtartig das Lokal und rannte in der Richtung Gustav.illdolf-Platz davon. Einige Passanten nahmen die Verfolgung auf, doch gelang es dem Räuber zu entkommen. Am Tatort fand man die Pistole und eine schwarze Maske. Die Verletzung des Apothekers ist trotz starken Blutverlustes nicht lebensgefährlich.
Amtsgericht Giehen.
Der Reisende H. R. von Beltershausen kaufte im März d. I. von einem Landwirt in Watzenborn- Steinberg einen Bestrahlungsapparat mit der Ab- machung, ratenweise seinen Verpflichtungen aus dem Kauf nachkommen zu wollen. Die Leistungen blieben jedoch aus. Durch die gestrige Beweisaufnahme konnte dem Angeklagten ein Betrugsoorsatz nicht nachgewiesen werden. Das Gericht sprach den Angeklagten deshalb von Kosten und Strafe frei.
In einem anderen Falle stand der Arbeiter Hans He n s e l von hier vor Gericht. Es wurde ihm vorgeworfen, Sachen im Werte von etwa 11 RM. aus dem hiesigen Braunstein-Bergwerk entwendet zu haben. Der Amtsanwalt beantragte wegen Dieb- stahls im Rückfall — der Angeklagte ist schon er« hedlich vorbestraft — vier Monate Gefängnis. Das Urteil lautete entsprechend dem Anträge des Amtsanwalts.
Kundgebung der Meiler öffentlicher Betriebe.
Bei starker Beteiligung fand gestern, unmittelbar nach Feierabend eine Kundgebung der Deutschen Arbeitsfront statt. Viele Arbeiter, so rote sie von der Arbeitsstätte kamen, hatten sich eingefunden. Schneidige Musik leitete die Kundgebung ein. Unter den Klängen des Badenroeller Marsches wurden die Fahnen der NSBO-Betriebszellen einge- bracht.
Der Leiter der Versammlung erteilte sofort dem Intendanten des hiesigen Stadttheaters, pg. Könia
das Wort zu einigen Ausführungen über die „Deutsche Bühne".
Die „Deutsche Bühne" solle, wolle und müsse jedem Volksgenossen die Möglichkeit verschaffen, teilzunehmen an dem, was das Theater zu bieten habe.
Der deutsche Arbeiter habe nach Stunden angestrengter Arbeit immer wieder die Sehnsucht, ein Buch zu lesen, ein Bild zu betrachten, kurzum, aus- zuspannen Ausgleich in diesem höheren Sinn wolle auch das Theater geben. Das Theater schaffe unmittelbaren Kontakt vom Menschen Aum Menschen. Das Theater, der Schauspieler, der Dichter, sie alle brauchten den lebendigen Menschen vor sich, der Zuschauer aber sehe auf der Bühne den lebenden Mensä)«n, dem er persönlich danken oder nicht danken könne für seine Leistung. Die „Deutsche Bühne" biete viel. Der Arbeiter werde dabei nicht mit schweren geistigen Problemen belastet, sondern gut unterhalten.
L» bedürfe zum Besuch des Theaters auch nicht der Feiertagskleider; der Arbeiter könne In das Theater gehen, wie er von der Arbeitsftäi e komme. Lr könne sich dem Theater widmen, ganz wie er sei.
Das Theater brauche nicht der Schauplatz neuester Moden zu fein. Es komme immer vielmehr auf das ?«öffnete Herz und auf die geöffnete Seele an. (Ein- achhcit solle auch auf der Bühne gepflegt werden.
Der Arbeiter werde das Dolksstück, die gute deutsche Operette zu hören bekommen. Das Gebotene solle Äiir deutschen Seele sprechen, well nur dann allein ber Theaterbesucher gut unterhalten sei. Das Theater wolle auch nicht schulmeistern. Wer der „Deutschen Bühne" beitreten wolle, habe eine Mark Beitrag im Jahre zu bezahlen. Dafür könne er dann jeweils zum Preise von 70 Pf. pro Vorstellung, zum Preise von 1,40 Mark also zwei Vorstellungen im Monat besuchen. Dem Erwerbslosen koste ber Beitrag nur 25 Pfennig. Es sollten recht viele Arbeiter kommen, damit recht viele Abende mit den Vorstellungen der „Deutschen Bühne" belegt werden könnten. Die „Deutsche Bühne" müsse den Grundstock d»r Theaterbesucher stellen, dann werde eines Tages auch das Abonnement überflüssig werden.
Das Theater müsse Theater aller Deutschen und aller Volksgenossen werden.
(Lebhafter Beifall!)
Sodann sprach der Bezirksleiter der deutschen Arbeitsfront
pg Goebel'Frankfuri
Di« Arbeiter seien, so führte er u. a. au«, am heutigen Abend zusammengerufen worden, um mit den Zielen der Deutschen Arbeitsfront und der Ge- roerkschosten vertraut gemacht zu werden. Lang« Zelt habe die Arbeiterschaft führerlos zwischen ver- j(Siebenen Gruppen der Gesellschaft geschwankt. Sie habe sich zusammengesunden, um gemeinsam ihre Interessen zu verfechten. Leider habe die Entwick- hing der Arbeiterbewegung andere Wege, al» die erhofften, eingeschlagen. Daran feien aber die Führer schuld gewesen. Der Kampf der Ration.,I- lozlalisttiN habe sich nur gegen jene Bonzen In den luxuriösen Verwaltungsgebäuden gerichtet. Der Ra- tionalsoziallsmu» habe die Gewerkschaften übernehmen müssen, habe Defizite in Ordnung gebracht, sparsam gewirtschaftet und bereite Aktiven geschaffen. Der Schroeihgroschen de« deutschen Ardei- terv werd« wertbeständig angelegt, damit er später für die Unterstützung der Arbeiter Im Alter bereit stj. Zum Teil aber würden die Gelder für di« Ar- beltsbesck)affiing dienstbar gemacht Adolf Hitler habe nicht nur geredet, sondern gehandelt beute leien bereit« 2 Millionen Arbeiter wieder in den Arbeitsprozeß eingegliebert In vier Jahren werde
es keinen Arbeitslosen mehr geben. Wer aber in Zukunft Rechte beanspruchen wolle, müsie jetzt Pflichten übernehmen. Was hinter uns liege, müsse begraben sein. Jetzt sei Neues im Entstehen, ein Neues, das den Arbeiter wieder zum freien Deut- fchen machen solle. Da werde keiner abseits stehen wollen. Klassenkamvf und lachende Dritte dürfe es nicht mehr geben. Wenn Adolf Hitler nicht gekommen wäre, würde heute der Kommunismus in Deutschland herrschen.
DI« Mehrzahl der deutschen Arbeiter denke heute nicht mehr an den Marxismus, sondern sehe alle» vertrauen auf Adolf Hitler. Die Rechte de» Arbeiter» seien heute durch Ihn mehr denn je gewahrt.
Der Nationalsozialismus habe auch hier den richtigen Weg beschritten. Im neuen Staat werde das Lebensrecht des deutschen Arbeiters durch ihn selbst gesichert, well er den Weg zu Volk und Vaterland gefunden habe.
Die ehemaligen Arbeiterführer machten sich heute kein Gewissen mehr daraus, wie es dem deutschen Arbeiter heute gehe. Sie versetzten, vom Ausland her. ihrer ehemaligen Gefolgschaft einen Schlag nach dem anderen ins Gesicht. Die Sozialdemokratie habe den „Unverstand der Massen" nicht etwa beseitigt, sondern gefordert, denn sonst wäre der Arbeiter ja gar nicht willenlos gefolgt. Heute aber sei der Arbeiter frei, er lebe auf — und doch stehe man noch im Anfang einer Entwicklung. Schon jetzt seien in den verschiedenen Berufsorganisationen 19 Millionen organisiert. Der Arbeiter sei kein Prolet mehr. Er dürfe nicht recht- und besitzlos sein, sondern müsse teilhaben an allen Gütern der Nation. So werde auch der letzte Volksgenosse in die Volksgemeinschaft eingefügt.
Dem berufsständischen Fundament werde man den wirffchaftsständifchen Aufbau folgen lassen. Dann werde jeder Gelegenheit erhalten, von seiner Hände Arbeit zu leben. Dann werde der Staat völlig von der Volksgemeinschaft getragen sein. Aber: diese Riesenarbeit könne nicht von Einzelnen geleistet werden. Jeder Einzelne muss« zur Mitarbeit bereit fein. Ueber kurz oder lang werde hie ganieSo- zialversicherung eine völlige Umge- ftaltung erfahren. Im NS.-Staat werde der Arbeiter alle feine Rechte erhalten, ohne daß er sie erst zu fordern brauche. Wer aber nicht säe, dürfe auch nicht ernten. In den Betrieben dürfe es keine Unorganisierten mehr geben. Der Arbeiter werde in Zukunft kein „Minderwertiger" mehr, sondern erster im Staate. Die Arbeit werde geadelt. Dann werde der Arbeiter auch wieder stolz auf sich selbst sein dürfen. Dann gebe es nicht mehr Unterschiede der Klassen, sondern nur noch Wirtschaftsführer und Wirtschaftsgefolgschast.
Der Nationalsozialismus werde die errungene Position auf keinen Fall mehr preisgeben. Den Feinden des Volke, werd« der Fuß im Nacken . gehalten, der deutsche Arbeiter aber heraus- gerisfen au« dem Sumpfe de» Proletariats und hingeführt zum Deutschen Arbeitertum.
Besonder» nahe werde man ober denjenigen treten, die unter dem Nationalsozialismus lediglich Ihre Geschäftspolitik vertreten wollen. Der Kampf gelte auch jenen, deren Nationalsozialismus am Geldbeutel aufhöre. Wahrer Sozialismus fei es, dem anderen Volksgenossen auch das Lebensrecht zu gönnen. Wahrer Sozialismus sei es aber auch, den Nachkommen bessere Lebensbedingunaen zu schaffen Immer müsse uns der Wahlspruch gelten: „Einer für alle, alle für Einen!" Das Volk müsie in seiner Gesamtheit le- benskräftig gemacht werden. Schulter an Schulter müsie der Kampf um diese» Ziel ausgefallen wer- den. Dann werd« auch der Arbeiter im Staate seine Heimat finden. E» gelte da» Letzte daran zu setzen^ daß Kind und Kindeskinder nicht als Heloten durch das Leben gehen, sondern als freie Menschen auf freier deutscher Scholle. (Lebhafter Beifall)
MU einem dreifachen „Sieg-Heii!" auf den Volks- kanzler Adolf Hitler, mit dem 1. Vers des Deutsch- land und dem ersten Ver» de« Horst-Wessel-Liedes fand bk eindrucksvolle Kundgebung ihren Abschluß.
Zehn Richtsätze ans dem Lnlschuldungsgesetz.
angemeffenen Lebensführung erforderlichen Hausrat und in die aus der Betriebsführung entstandenen
Zeugung, vergleich gericht Di
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Neues für den Büchertisch
verlauf foroie mit der Kalkulation in her Kris«
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heißt es über die Anzeige als wicht'nstes WerbM mittel: „Unter diesen Werb-m'tteln zcich"et sich n 'M wie vor die Anzeiae al» Rückgrat aller ReklamM träaer au»; ihre Elastizität, Eindringlichkeit tri Reichweite gestatten es die notwendige finanjiftu Konzentration durchzuführen, ohne auf Massenwit*
3. Die Entschuldung» ft eile wird
i« 1” 1930 U|,*'=4ulb
t-aut. Auch die neuzeitlichen Fragen über die Wertung in der Bilanz und im Steuerwesen sind mit behandelt.
— Ala . Zeitungskatalog 1933.
neue 58 Ausgabe des Zeitungskataloges der Bla« K Anzeigen-Aktiengesellschaft für das Jahr 1933 berücke I h sichtigt mit Sorgfalt unb Sachkunde hie Im rer<" gangenen Jahre erfolgten besonder» zahlreichen Ber« änherunaen auf dem Gebiete des Zeitunas- unb Zeitlchrlftenwesens im In- und Auslande Di« üben sichtliche Anordnung Des reichhaltigen Inhalts er« leichtert den Gebrauch diese« unentbehrlichen 3tal| gebers, der auch äußerlich durch geschmackvolle Auf« machung anspricht. Der Ala-Katalog enthält Hfl L< Verzeichnis derjenigen deutschen Zeitunaen. au« berr Titel der Erscheinungsort nicht zu ersehen ist aui
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»ei kleinen Un r.tiae Tendenz, V feW» um Lanne ein, ohne fahren ha" - i u t i e r m i t t e »reise um ttwa L'cich da- W6 LA Beütnfitit 8,10. vonopotzufchlag r n 14, Erdnußl giauhf Utter i kreise, und zwo, i.-üen- und W. d- gebündelt 1,60
.tartoffelne itca» niedriger, •. l>0 Mark (in bei
hing zu verzichten." — <3)
— OttoHauserrRasfeunbRrotestan« tismus 75 Seiten. Verlag „Der Mensch", Dan» Zig 63 — Leiv,st, CI. — 216) —
— Otto Heuschel«: Schiller und bH Iugenddieser Zelt. 40 Seiten. Preis 1 Ttcjr Verlag von W. Kohlhammer, Stuttgart 1933 — (1Y
— Wolfgang Uwe: Die soziale Dir tatur Verlag W. G. Korn, Breslau, ftartonnleo 2,50 Mark. — (54)
Amtsgericht ausgewählt. Bringt her Schulbner hie schriftliche Erklärung einer geeigneten Entschul- bungsfteUe, so muß blefe bestimmt werben. Geeignet sinh in Hessen hie Bezirkssparkassen, hie Can- besgenossenschaftsbank unb hie Lanhesbank in Darmstadt.
4. Die Eröffnung des Entfchulbungsverfah- rens hat die Wirkung, daß während der Dauer des Verfahrens die rechtsgeschäftliche oder zwangsweise erfolgende Belastung ber zum Betrieb gehörigen Grundstücke mit Hypotheken, Grund- unb Rentenschulden oder Reallasten unzulässig ist.
5. Am Entschuldunhsverfahren sind alle Gläubiger beteiligt, hie zur Zeit her (Eröffnung bes Verfahrens einen bmglichen ober persönlichen Anspruch gegen ben Schuldner haben. Die Gläubiger haben diese Ansprüche innerhalb ber im Eröffnungsbeschluß bestimmten Frist hem Amtsgericht an,zu- melden und etwaige in ihren Händen befindliche Schulhurkunden einzureichen. Die Nichtanmelhung hat nur hie Wirkung, haß wegen Forherungen, hie nicht aus dem Grunhduch ersichtlich sind, hie Zwangsvollstreckung in die Grundstücke des Betriebsinhabers nebst Inventar, sowie in ben zur
rungen gehen von Prebigten Luther» unb Ealoin« aus. — Jeder dieser fünf Vorträge enthält aeist- volle geschichtliche Feststellungen und treffliche Winke zum Verständnis der gegenwärtigen Lage. B.
— Dr. I. E. Wenter: Sind bie Ena« länber Menschen w i e wir? Union Deutsche Verlags-Gesellschaft in Stuttgart. — (263.) — Ein holländischer Arzt, der seit einem halben Menschenalter in England lebt, Land unb Beute so genau kennt wie kaum ein zweiter, unb ber bennoch t>ox« urteilslos unb ohne jebe Tenbenz Kritik zu ubeit vermag an seiner Wahlheimat, plaubert hier üb« Engländer und englisches Wesen. Alle Erscheinung»« formen englischen Lebens — Staatsverfassung, Parlament, Kirche, Gesellschaft, Presse, Bildung»« wesen, Denken und Moralaufsassung — werden unter die Lupe genommen unb beurteilt. (Er er« arünbet bie seelischen Grunblagen be« englischen Volkscharakters und weist neue Wege zum Verständnis des Inselvolke». Ein Buch, das durch seine Vielseitigkeit und seinen sicheren Blick für jeden, der bie politische Haltung Englands in den großen Weltfragen verstehen will, aufschlußreich ist.
— Dr Richard Euchenwirth: Zwölf Schicksalsge st alten ber deutschen G e - schichte. 80 Selten. Kart. 1,40 Mark. R. Voigt« länders Verlag, Leipzig. — (257) — Auf gedrängtem Raum zeichnet der Verfasser eine Entwicklung der deutschen Geschichte aus dem Glauben an bie Macht der Persönlichkeit. Von Karl hem Großen , bis Hitler ziehen in knapper einbrucksooller Schi!« berung bie großen Führerpersönlichkeiten ber Nation am Leser vorüber.
— Dr. IuliusGreifzu: Die Kalkulation in ber 9 n b u ft r l e. Kart. 3,80 Mk. Hanlea- tisch« Berlaasanftalt Hamburg. — (186.) — Das Buch ist völlig auf bi« praktisch« Arbeit unb für hie Verwendung im kaufmännischen Bildung»- unt> Unterricftsroekn abgestellt: es berücksichtigt höbet bie heutige Entwicklung vom Großbetrieb zu kleineren unb mittleren Betrieben, bei her sich her Produktionsweg wieder mehr von her Maschine zur Landarbeit wenden wird. U*ber bie allgemein« Kosten-B«rechnung und bi« Kalkulation bet normalen Betriehsbebingungen hinaus macht es den Lesern klar und anschaulich mit der verfeinerten Unkostenberechnung, nut schwierigen Unterneh« mungsfragen über Be'diäftigungsgrab unb floffen« ]
dem Betriebsinhaber unter Zugundeleguna bes Reinertrages bei orbnungsmäfjiger Wirtschaftsführung bie Bestreitung ber Kosten einfacher Lebens- Haltung unb bie Verzinsung unb Tilgung her nach dem Vergleichsoorschlag verbleibenden Schulden ermöglicht wird. Kapitalforderungen, welche nicht mündelsicher dinglich gedeckt sind, können ohne Zustimmung der Gläubiger bis zu 50 v. f). gekürzt werden. Bei einigen besonderen Forderungen ist ein derartige Kürzung unzulässig, z. B. bei Löhnen, Kostgeld ufro.
8. Der Vergleichsvorschlag bedarf ber 3uft Im« mung von mehr als her Hälfte ber in Frage fommenben ©läubigerforberun« gen, hoch läßt bas Gesetz einen Weg, unter befon« beren Umftänben auch ohne Zustimmung bieser Mehrheit zum Ziel zu kommen. Er bebarf auch ber Bestätigung burch bas Amtsgericht. Diese» bat sowohl eine formelle al» auch ein« matt- riefle Ueberprüfung eintreten lassen. Der bestätigte Vergleich wirkt wie ber bestätigte Entschulbung» plan (oben 6). , _ ,
9. Auf Antrag bes Schulbners kann eine Ent- fchu 1 bung burch fianbgabe ftattfinben (Entschulbung burch Verkleinerung bes Betriebs).
10. Der Betriebsinhaber kann auch ohne Ent- | fchulbungs- ober Zwangsvergleichsoerfahren seinen Betrieb zum Entschuldungsbetrieb machen, wenn
1 er außerhalb her münbelsicheren Grenze nur Fvr- I berungen hat, bie nicht höher als 4 Prozent zu ver- 1 zinsen unb lünbbare lilgungsforberungen sind.
— Richard Hamann: Geschichte der Kunst. Von ber altchristlichen Zeit bis zur Gegen- wart. Malerei — Plastik — Architektur — Kunst- Scroerbe — Graphische Künste. 968 Seiten. Lerikon- ormat. Halbleder, 5,60 Mark. Volksverbano ber jücherfreunde, Wegweiser-Verlag GmbH., Berlin- Charlottenburg 2. — (62) — 1110 Abbildungen, überwiegend nach Aufnahmen des Verfassers und des von ihm geleiteten Kunstgeschichtlichen Instituts an der Universität Marburg, größtenteils eigens für dieses Werk photographiert. 12 vielfarbige Kunstdrucktafeln. Ein Verzeichnis der wichtigsten Künstler und Werke mit den Lebensdaten der Meister, Standorten der wichtigsten Kunstwerke, Angabe ber Schulen unb Stil- richtungen in Malerei, Plastik, Architektur, Kunstgewerbe ufro. Eine chronologische Gesamtübersicht mit einer Zusammenfassung des gesamten Verlaufs ber Kunstgeschichte. (Eine Erklärung kunstgeschicht- sicher Fachausdrücke in leichtfaßlicher, jedem Laren verständlicher Form. Ein ausführliches Register der Namen, Orte unb Kunstwerke. — Zum ersten Male ist mit dieser Kunstgeschichte ein Werk geschaffen morden, das ben gesamten Verlauf unserer abendländischen Kunst von ihren Anfängen in der frühchristlichen Zeit bis zur unmittelbaren Gegenwart in Wort unb Bill) einheitlich barftellt. Professor Ho- mann, den man mit Recht „einen ber Lebendigsten auf dem kunstwissenschaftlichen Katheder" (Kunst- blatt) genannt hat, sieht diese ganze Entwicklung völlig neu, mit den Augen bes Menschen von heute, dem sich auch bie Vergangenheit grunblegervb ge- wanbeit hat. Kunstgeschichte sit hier keine bloße Auf- zählung von Stilen ober Meisternamen, sondern eigentlich eine Geistes- und Kulturgeschichte ber Menschheit, wie sie sich in ben Denkmälern her Kunst widerspiegelt. Zugleich mit hem Text eigens für bie. ses Werk neu geschaffen wurde bas Bildmaterial. Besonderer Hervorhebung bedarf ber im Verhältnis zur Leistung geringe Prers bes Werkes.
— Volk, Staat, Kirche. Ein Lehrgang ber Theologischen Fakultät Gießen. Verlag von Alfreh Töpelmann in Gießen. 2,80 Mark. — (300) — Es war ein glücklicher Gebaute her Gießener Theologischen Fakultät, einen Lehrgang für Pfarrer zur Besinnung auf bie brennenden Gegenwartsfragen zu veranstalten. Dieser Lehrgang fand im 3uni bei starker Beteiligung in Darmstadt und in Gießen statt: bie babei gehaltenen Borträge sinb nun im Druck erschienen. Professor Bornkamin verbreitet sich über „Volk unb Rasse bei Martin Luther", er weist nach, hab Luther biefe beiben Begriffe im heutigen Sinne nicht gekannt hat, roenn es für ihn auch Erscheinungen gegeben hat, bie mit diesen Begriffen zusammenhängen. Professor R u - bolph erörtert „Volk und Staat im Alten Testa- ment". Nach seinen Ausführungen sah sich Israel als das von Gott erwählte Volk an, weniger trat bei ihm der Staatsgebanfe hervor. In seinem Bortrage Bott und Staat Im Neuen Testament" führt Professor Bertram biefe Linie weiter. Er stellt fest, daß bie Bevölkerung Palästinas zur Zeit Jesu eine Mischbevölkerung war, bie nicht nur verschie- bene Bötter, fonhern auch verschiedene Rassen umfaßte und in bie große Kulturbewegung der Helle- nifierung hingezogen worben war. Das Neue Testa- ment kennt nur ben heidnischen Obriakeitsstaat, dem auch der Christ Gehorsam schuldet, aber keinen nationalen Staat. Der Systematiker Professor Haenchen macht In seinem Bortrage „Volk und Staat in der Lehre ber Kirche" geltend, daß bie Bekenntnisie ber Kirche nicht ben Anspruch erheben, alle Fragen, die bie Christenheit bewegen, er- schöpfend zu beantworten, sondern nur bas in bas Auge fassen, bas in ber Zeit, in ber sie entstanden sind, bie Seelen bewegte. Im Anschluß hieran be- spricht er hie Begriffe „Gesetz", „Beruf", „Staat", „Volk", „Bottstum" unb .Rasie". Professor Cordier, ber Vertreter ber praktischen Theologie, bespricht bie Frage „Bott unb Staat in ber Prebigt her Kirche", indem er von Prebigten ausgeht, die Schleiermacher zum Frieden von Tilsit und dann am 28. März 1813. ol» die Volkserhebung begonnen hatte, gehalten hat. Die folgenden Erörte-
oom Sronffi
Um Frankfurt» «Haltung unregt (aiebungen inner mr in engen @n In gingen etwas aal bie Auftrieb Duren, bemerken erhallende gute b-.rtn auch in dies peetn 467) lebhai blieben unveränd Schale 25 bis Y. tv. 20 Mark.
3m Rinder f/'.T(?4#re Seidjid 1 ynWwningtn i lr> Qualität des 2 hinbtl iMt ber Vs U a2) U bi- r 3i, bm bis 24, c) 17 bis bi- 33. b) 27 bis dagegen bliebe Preise konnten si ßtgen 1265) nur »•T oren 2 Mark. * M bis 40, b) b s 24 Mark
I seither let ®13 r 11 biflt nie " <h feiten Sd)m muri l^iw/ne mtiterbii Fje gaben bei । «’iBrf nach, Wot Schweine von Er:“'2« *44 bis 4« M PW per Üuftrie "her als in .
$ranf| r mii Franlfuti 0 2 hal,< für L;b,nL da von
roa' & ? ®ef<f)äh U^^nhlungen
Der Landesbauernführer gibt bie nachstehenben zehn Richtsätze aus dem Entschul- hungsgesetz bekannt, bie der bäuerlichen Bevölkerung zur aufmerksamen Beachtung empfohlen seien:
1. Den Antrag auf (Eröffnung bes Entschuldungsverfahrens können alle Inhaber eines landwirtschaftlichen, forstwirtschaftlichen ober gärtnerischen Betriebs stellen, wenn si« sich aus eigenen Mitteln nicht zu entschulden vermögen, andererseits die Verschuldung des Betriebs nicht so groß ist, daß eine Entschuldung aussichtslos erscheint. Der Antrag, der nur vom Schuldner, niemals von einem Gläubiger gestellt werden kann, wird beim Amtsgericht bes belegenen Betriebs gestellt. Dabei ist eine Darstellung ber Vermögenslage, sowie ein Verzeichnis ber Aktiven unb ber Passiven einzureichen. (Es empfiehlt sich, gleichzeitia eine eibesstattliche Versicherung einzureichen, baß die gemachten Angaben richtig sind.
2. Das Amtsgericht muß hem Eröffnungsantrag ftattgeben, es fei benn, baß einer ber vom Gesetz ausbrücklich erwähnten Ablehnungsgrünbe oorlieat. Von ber Leistung eines Vorschusses kann bie (Eröffnung nicht abhängig gemacht werben. Der E r • öffnungsbelchluh wirb öffentlich b e • kanntgemacyt: er muß hem Schulbner unb ber Entschulbungsstelle zugestellt werben.
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sind bie deutschen Fachzeitschriften in einem na ment eame-u«.,
sichen Verzeichnis zusammengefaßt Hm Geleitwor Ajutubat wsÄ'ä'
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Forderungen be« Betriebsinhaber« unzulässig ift
6. Die oom Gericht bestellte Entschulbungsstelle teilt einen E n t s ch u l d u n a « p l a n auf, falls ie bie Entschulbuna ohne Zwangsoergleich für burth’ührbar hält. Der (Entldjulbungsplan bebarf ber Bestätigung he» Amtsgericht». Ist er bestätigt, o wirkt er für unb gegen alle a u f g e • ührten beteiligten Gläubiger ober h r e Rechtsnachfolger, auch wenn im Rahmen bes Gesetzes Wiberfpruch erhoben ift
7. Kommt bie Enlschuldungsstelle zu ber Ueber- zeuguna, baß eine Entschulbung ohne Zwangs- vergleich nicht möglich ist, fo hat sie beim Amtsgericht Die Ermächtigung zum Abschluß eines Zwanasvergleichs nachzusuchen. Hierzu ist bie Zustimmung bes Betriebsinhabers notroenbig. Die Entschulbungsstelle stellt einen Berroenbungs- plan für bie Betriebsmittel auf unb macht einen Vergleichsvorschlag. Hierbei hat sie eine Regeluna ber Verbinblichkeiten in ber Weise zu erstreben, baß


