Ausgabe 
14.10.1933 Viertes Blatt
 
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Zwingt die Arbeitslosigkeit nieder!

Das neue Abzeichen, das für die Mitglieder des Reichsluftschutzbunoes geschaffen wurde.

Der Vestechungsprozeß Mhrdel - Mrr

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Reklame!

N.d.R. Rudolf Schmeer, der bisherige Leiter bes Führeramts der Deutschen Arbeits- front, wurde von Staatsrat Dr. Ley zu seinem btelloertreter als Führer der Riesenorgani­sation ernannt.

links abgeschnitten. Man übersah aber, daß sich auch ein Stempel rechts auf einer Seite befunden hat und dieser wurde nicht vernichtet.

Um die Jahreswende 1932/33 wurde im Polizei­präsidium eine geheime Liste der Führer der NSDAP. ausgestellt und vervielfältigt. Man rechnete mit einem Umsturz und einer Verhaf­tung dieser Führer.

Mührdel will diese Liste Dr. M. aus dem Grunde gegeben haben, da er ihn als Mitarbeiter benötigt

Die Ueberführung des Finowkanals über eine Eisenbahnstrecke bei Eberswalde. Die Wassermassen werden also gleichsam auf einer Riesenbrücke über das Land geführt und finden dann den Niveauausgleich zu der 36 m tiefer gelegenen Oder an dem Riesen-Schiffshebewerk bei Niederfinow, das demnächst in Betrieb genommen wird.

Das Gericht und die Angeklagten vor dem Fenster (X), durch das van der Lübbe in den Reichstag einstieg.

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Das ebenso künstlerische wie wirksame Plakat, das sich an alle Volksgenossen wendet, um sie zu der Arbeitsspende aufzurufen, an der sich jeder und sei die Gabe noch so klein beteiligen muß, um die furchtbare Geißel der Arbeitslosigkeit zu beseitigen.

F r a n k s u r t a. M., 13. Okt. (WSN.) Am o i e r° te n Verhandlungstage wurde die Verneh­mung der Angeklagten fortgesetzt, und es wurden weiter Fällb erörtert, in denen Mührdel sich zu ßegenleiftungen bereitgefunden haben soll. Am 1. Dezember 1932 wurde ein nationalsozialistisches ylokat an den Litfaßsäulen angeschlagen, das die lieberschrift trug:Die Partei der sozialdemokrati- shen Judenknechte". Das Plakat rief, wie Dr. Marx äußert, große Erregung hervor, und die Geschäfts- [itlle des ZV. bekam zahlreiche Anrufe. Dr. Marx begab sich zu Mührdel, der sich mit der Staatsan. waltschaft in Verbindung setzte und die Beschlag- mhme des Plakats zu erreichen suchte. Der Staats- onroalt lehnte die Beschlagnahme ab. Es wurde ober ein Teil des Plakats beschlagnahmt bzw. über­lebt, weil eine Verächtlichung der Regierung von Papen vorliege, während der Gesichtspunkt einer lyliektivbeleidigung der Juden nicht durchdrang. Mührdel bestreitet, auf Veranlassung von Dr. Marx in dieser Sache tätig geworden zu sein.

Gelegentlich der Besprechung eines anderen Fslles kommt zur Sprache, daß die National­sozialisten, die bei irgendwelchen Gelegenheiten sestgenommen wurden, erkennungsdienstlich be­handelt worden seien.

!se erste Anordnung nach dieser Richtung erging, die Mührdel sagt, vom Polizeipräsidenten Zim -

Ein Teil des Materials war auf Dienstpapier ge­schrieben. Dr. Marx erklärt, daß er nie die gering­sten Bedenken hatte, dieses Material zu empfangen, und daß er fest überzeugt war, daß ihm der Mit­angeklagte das Material mit vollem Recht aus- hänbigte. Es fei gerichtsbekannt, daß von allen Behörden im Reich mitden republika­nischen Organisationen und dem ZV. Verbindung unterhalten worden sei. Es habe sich um ein gegenseitiges Geben und Neh­men gehandelt. In bezug auf Materialaustausch hätten die Behörden geradezu die Mitarbeit des ZV. verlangt. Im Büro des ZV. sei viel­fach das von Mührdel gelieferte Material abge­schrieben und sieben Durchschläge davon gemacht worden, die an die verschiedensten Behörden gingen. Dr. Marx sagt: Es mar so, daß eigentlich wir der Behörde das Material lieferten. Den Gliederungs­plan hat Dr. Marx von Mührdel erhalten. Es wird festgestellt, daß Mührdel früher überhaupt bestritten hat, den Plan übergeben zu haben. Mührdel ver­weist auf seine schlechte Verfassung zur Zeit seiner polizeilichen Vernehmung durch Kriminalkommissar Wien und den Beamten Eilers. Er gibt aber weiter zu, auch die Mitgliederliste der NSDAP, geliefert zu haben, desgleichen die Liste der Wirtschaften.

In der Nachmittagssitzung wird das Kapitel M aterialaushändigung" fortgesetzt unk das Gericht prüft in jedem Einzelfall, ob das In­teresse des Dr. Marx an der Erlangung des Ma­terials berechtigt oder nicht berechtigt war.

Es ergibt sich, daß in mehreren Fällen an dem von Mührdel überwiesenen Aktenmaterial die Ecken oder die Stellen abgeschnitten sind, auf denen sich Amtsstempel befanden.

In einem Teil will Mührdel gesehen haben, daß Dr. Marx das Stück abschnitt. Im Juli 1930 unter- richtete das preußische Ministerium die Ober- und Regierungspräsidenten über eine in scharfem Gegen­satz zur NSDÄP. stehenden im Aufbau begriffenen Gruppe sozialreoolutionärer Nationalsozialisten, die in nationalbolschewistischem Sinn auf einen Um­sturz hinarbeiteten. Es sollten die politischen Sach­berater unterrichtet werden. Dr. M. bekam hiervon eine Abschrift. Ferner empfing er von Mührdel xroei phototastiscye Abzüge über die Gliederung Der NSDAP, im Gau Hessen-Nassau, Süd und Nord, die 1930 vom Erkennungsdienst der Polizei hergestellt wurden.

Zu dem empfangenen Material gehörte auch eine Anweisung der sogenannten Stennesgruppe. Der StempelStaat Preußen" ist auf sämtlichen Seiten

m e r m a n n. Auch die Kommunisten wurden so be­handelt. Polizeipräsident S t e i n b e r g hat sich dann bei Mührdel erkundigt, ob die Nationalsozia­listen noch so behandelt würden, und als ihm dies bejaht wurde, erklärte Steinberg sein Einverständ­nis. Der Vorsitzende erwähnt, es werde behauptet, daß bei einer Unterredung Dr. Marx dem Krimi­nalrat Mührdel gesagt habe, daß die Leute von der NSDAP, nicht scharf genug angefaßt würden. Mührdel soll gesagt haben:Die Nazis, die sistiert werden, lasse ich noch Klavier spielen (Fingerabdrücke nehmen)". Mührdel erklärt, daß diese Behauptungen alberne Geschichten seien. Es wurde ferner behauptet, daß Mührdel die sistierten Nationalsozialisten bis zum Mittag des anderen Tages festgehalten habe, damit sie ihre Stellung verlieren sollten. Mührdel bezeich­net dies als Unsinn.

Die Verhandlung wandte sich dann dem Kapitel Materialaushändigung zu. Es handelt sich nach der Anklage um 14 verschiedene Nummern.

Unter dem bei dem Zv. beschlagnahmten Ma­terial befanden sich u. a. ein Eingliederungs­plan der Standarte 81, eine Mitgliederliste der NSDAP., Anordnungen des Gruppenführers Nordwest, ein Verzeichnis nationalsozialistischer wirtschaften usw

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Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oderhessen)

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Silber vom nächtlichen Lokaliemin am Reichstag

Die Sedenkseieni an die Leipziger VWeWachi

Auf dem Wege zum Lokaltermin. Vorn links zwischen den Polizisten der Angeklagte P o p o f f, hinter ihm, den Kopf gesenkt, van der Lubde.

An diesen beiden Stätten werden die großen Feiern der Reichsregierung zur Erinnerung an die Volker- schlacht von Leipzig stattfikden, in der vor 120 Jahren Preußen gemeinsam mit Oesterreich und Ruß- land das napoleonische Joch zerbrach. Links: Das Leipziger Völkerschlacht-Denkmal, erbaut nach Plänen von Bruno Schmitz mit Monumental-Skulpturen von Franz M e tz n e r. Rechts: Die Befreiunas- Halle bei Kehlheim a. d. D., die vor 70 Jahren zur Erinnerung an die Völkerschlacht eingeweiht wurde.

Eine seltsame Verkehrskreuzung.