Ausgabe 
14.10.1933 Frühausgabe
 
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| Die Erziehung der Landfrau im neuen Staat.

Frankreich und die vereinigten Staaten auf der einen, Deutschland. Italien und Japan auf der an- deren Seite, eine Losung, die niemand wolle.

Lin neues französisches Giftgas.

Pari», 13. Oft. (TU.) Zwei Professoren In Clermont-Ferrand haben angeblich ein neue» Gift- gas entdeckt, das alle bisherigen Entdeckungen auf diesem Gebiet in den Schotten stellen soll. Gegen dieses Gas sott nach ihrer Ansicht kein Schutz bestehen, da es durch die Kleidung direkt I n die Haut etndringt und unbedingt töd»

Wien, 13. Oft Au» Rom kommende Nachrich­ten über ein« Massenaudienz ö st erreich«- scher Adliger bei der Exkaiserin Zita erregen in Wien und Budapest größte» Aufsehen. Unter Führung des Herzogs Max von Hohenberg, des Sohnes Erzherzog Franz Ferdinands, erschie- nen die Fürsten und Fürstinnen Montenuooo, Thun- Hohenstein, Troutmannsdorff, Lobkowltz, Walden- bürg, Fürstenberg, Odescalchi, die Grasen und Gräfinnen Nostiz, Wimpsfen, Kinsky, Kalnoky usw, zusammen 75, die sich an einer Wallfahrt der Ver­einigung katholischer Edelleute Oesterreichs beteilig- ten. Erkaiserin Zita fuhr schwarz gekleidet beim Hotel Imperial vor wo im Saal ein oom Malthe- serorden gesandter Thronseisel autycftellt «vor.

Zwei Stunden lang hielt die Exkatserin (Tour ob. Zito, die mit ihren Hofdamen an einer vom Papst zelebrierten Messe in der Kirche Santa Ma­rio Maggiore an ausgezeichneter Stelle teilnahm, wohnt in einem Kloster bei Via Reggio. Sie soll dem italienischen Königspaar einen Besuch abgestat­tet und danach mitMussolinieine Begeg­nung gehabt hoben. In Budapest wird versichert, es sei wieder von der Heirat ihres öllesten Sohne» Otto mit der jüngsten königlichen Prinzessin M a - r i a die Rede, wofür Mussolini elntrete, während der König selbst noch zögere, angeblich mit Rücksicht auf England, wo man wegen der Lag« in Mittel- europa der Rückkehr der Habsburger ablehnend gegenüberstehe.

Ein Mitglied der großösterreichischen Adelsdele­gation hat demgegenüber in Rom erklärt: ,Lhre Majestät hat den ausdrücklichen Wunsch ausgespro­chen, daß von der Audienz, di« wir bei ihr hatten und die privaten Charakter trug, so wenig als möglich gesprochen wird. Weder die öfter- reichtsche noch die ungarische Gesandtschaft waren von dem Besuch der Exkaiserin verständigt worden. Daß di« österreichischen Aristokraten, die 75 an der Zahl versammelt nxircn, die Gelegenheit benutzten, der Exkaiserin Zita zu huldigen, kann nur jedermann natürlich finden, ebenso, daß wir sie über die in Oesterreich herrschenden Verhältnisse und über die dem legitim! st ischen Gedanken günstigere Stimmung unterrichteten." Weitergechende Kombi-

klch wirkt, versuche, die mit ganz geringen Men- oen flüssigen Gases der gleichen Zusammensetzung an Tieren gemacht worden seien, hätten in dieser Hinsicht entscheidende Ergebnisse gezeiat. Die txv> den Erfinder des neuen Gases sollen sich weigern, feine Zusammensetzung bekamHuaeben. St« be- tonten, daß a u ch d a s f r o n z 5 s < s ch e K r, e g s- mintst-rium erst dann etwas davon er- fahren würde, wenn Frankreich angegriffen werden sollte und sich verteidigen mutzte. Acht Tage würden genügen, um große Mengen dieses neuen Giftgases herzustellen.

Nationen, insbesondere Heiratsplän« des Thronerben Otto" mit der königlichen Prinzessin Maria von Italien werden von demselben Delegier­ten a l s unzeitgemäß und jedes tatsächlichen Hintergrundes entbehrend bezeichnet.

In Budapest verweist man im Zusammenhang mit den Nachrichten aus Rom auf die letzte Kund­gebung des Reichsoerwesers Horthy, der in einer Rede verlangte,alle heute unlösbaren Fra­gen auszuschalten , und des Ministerpräsidenten Gömbös, der den 6. Oktober, den Tag der Hinrich- tung von elf ungarischen Freiheitsgeneralen, die 1848 gegen Habsburg gekämpft hatten, zum na­tionalen Trauertag dekretierte.

Preffeempfang der österreichischen Legitimisten. Wien, 13. Okt. (WTB.) Die Vertreter der legi- timistischen Bewegung in Oesterreich haben zum ersten Male seit dem Umsturz einen Empfang der in- und ausländischen Presse veranstaltet. Ihr Wort­führer Oberst a. D. Wolff erklärte, daß die legi- timiltiscke Bewegung in Oesterreich schon sehr weit fortgeschritten lei, weiter als in Un­garn, und daß die österreichischen Legitimisten hoff­ten, den Kaiser in Wien früher begrü­ßen z u können, als den Ungarn der Empfang ihres König» gegönnt fein werde. In Wien sei die Stimmung so, dah von der Regierung nur ein Schritt gemacht §u werden brauchte, und die koiser- liche Familie könnte anstandslos nach Oesterreich zurückkehren.

Die programmatischen Forderungen der kaiser­treuen Volkspartei wurden in einem den Presse­vertretern mitgeteilten Schreiben an Bun­deskanzler D r. Dollfuß niedergelegt. Der Bundeskanzler wird erfocht, auch nach außen hin die Stellungnahme Der Legitimisten zu ver- treten, die es als unvereinbar mit der Würde eines souveränen Staates betrachten, sich einem Ausland­diktat über die Anerkennung oder Ablehnung der vom Volk gewünschten Dynastie fügen zu müssen.

Berlin, 13. Okt. (Ddz.) Heber di« Ausbildung der Landfrau im neuen Staat äußert sich die '.Refe­rentin der Landfrauenorganisation, Frau O. G. Fo erster. Eie bezeichnet die Landschul- Erneuerung als das Kernstück des neuen Schul- und Erzichungsprogramms. Drei Formen des neuen Landschullebens seien vor allem von ausschlaggeben­der Bedeutung für die Mädchenbildung: Schalkin- öergarten, Schulküche und Schülergarten. Im K i n vergärten lerne das Landmädchen unter Lei­tung des Lehrers ober der Lehrerin zum ersten Mal seine späteren Aufgaben als Mutter kennen und bewältigen. Dazu kamen noch besondere Unter­richtsstunden über Fragen der Säuglingshygiene und Kleinkindpflege. Rassenhygienische und erbge- sundheitliche Zusammenhänge würden auch in der männlichen Volksschule ausführlich behandelt.

In vielen Landschulen bestände bereits eine Schulküche, worin die werdende Hausfrau die Geheimnisse der Kochkunst kennen lerne. Die Grund- lagen einer gesunden, einfachen Ernährung und die Kunst, auch in beschränkten wirtschaftlichen Ver­hältnissen nahrhafte Kost zu bereiten, werde dort gelehrt. Der Nadel- und Handarbeits­unterricht in der Landschule gewinne ebenfalls an Bedeutung in einer Zeit, in der es gelle, auch

Eisenach, 14. Okt. (TU.) Auf der Eisenacher Lutherwoche setzte sich R e i ch s bischof Ludwig Müller in einer längeren Rede mit den Freunden einer germanischen Religion und Erneue­rung der völkischen Religiosität auseinander. Dabei sagte er u. a.: Es ist unverständlich, daß heute in manchen Kreise^ unserer deutschen Freiheitsbewe- flung von Gefährdung des Staates durch kirchliche Aktivität gesprochen wird. Man malt sogar da» Gespenst kirchlicher Bekämpfung der völkischen Erneuerung an die Wand und spricht von einer Germanenverfolgung. Solche Nach- richten sind irreführend, unwahr und gefährlich. Der Staat Adolf Hitlers steht auf d e m B ob e n posi­tiven C h r i st e n t u m s. Er hat den Kirchen fei­nen Schutz versprochen, aber auch selbstverständlich verlangt, daß die Kirchen mithelfen am Aufbau von Volk und Vaterland. Wer der Ansicht ist, den Boden positiven Christentumes nicht betreten zu können, wird von unserer Kirche auch dann sicher nicht belästigt und bestimmt nichtverfolgt" werden. Wenn jemand sich eine christuslose Weltanschauung zurechllegt, wird er auf seine Weise erleben, wohin das innerlich führt.

Positives Christentum arbeitet durch Verkün­dung, nicht durch Gewalt. Wer die Mission der Kirche aber so hinstellt, als fei sie der völkischen Erneuerung hinderlich, der entstellt die Wahrheit. Durch solche Unwahrhafttgke-it wird in die Reihen

in der Kleidung Sparsamkeit und Einfachhell wal­ten zu lasten. Haussleitz und volkstümliche Woh­nungskultur sollten im deutschen Dorf wieder zu» Gellung gelangen Die Landschule wolle den tünftb gen Hausfrauen die Fertigkeiten hierzu vermitteln. Die Landfrau müste heute jedoch mehr als je auch landwirtschaftliche Kenntnisse und Fähigkeiten be­sitzen als Bäuerin, Siedlersfrau, Frau des männ­lichen Arbeiters und Handwerkers usw.

Im Schulgarten sollten die Landmädchen für diese Schaffensgebiete ertüchtigt werden durch planmäßige Naturbeobachtung und Bodenarbeit. Jeder Junge und jedes Mädchen fall« in den Schülergärten fein eigenes Beet, feine eigene Scholl« erhallen, auf der jeder allein schaffen und ernten dürfe. Daneben sei Gemeinschaftsarbeit an Gemein- schaftsbttten vorzusehen, damit die Werte der länd­lichen Schassensgemeinschast offenbar würden. Di« planmäßige Durchführung dieser Aufgaben neuer ländlicher Mädchenbildung erfordere organisatorisch« Maßnahmen, die nach Auslassungen maßgebender Stellen in_ naher Zukunft zu erwarten seien. E» müste ermöglicht werden, daß an allen Landschulen eine Lehrerin tätig fei, die sich den beförderen Aus­gaben der Mädchenbildung widme.

der deutschen Freiheitsbewegung Unruh« f>i ne in­getragen, die überflüssig und sicher nicht nützlich ist. Die deutsche evangelische Kirche hat die Aufgabe, das Evangelium Christi so im deulschn Lande zu verkünden, daß der deutsche Mensch unserer Tag« die Lebensnähe dieser frohen, innerlich befreiten Gemeinschaft verspürt und erlebt. Manch« unserer Kameraden der deutschen Freiheitsbewegung sehen die Dinge de» Kirchlichen und Religiösen deshalb falsch, weil sie zu sehr verstandesmäßig an die Fragen und das Geheimnis des Innen­lebens Herangehen. So sagen sie, Christus mar ein Jude, darum ist auch das Christentum oerjubet Wir wollen nichts davon wissen.

Diese Denkungsart ist deswegen irreführend und innerlich unrichtig, als sie den schnellen und ober­flächlich Denkenden eine objektiv unwahr« Linie zeigt, denn nach seiner Gedankenführung- sieht es so aus, als ob das Christentum aus dem Judentum h e r a u s g e w a ch s e n wäre. Ich muß meinen Kameraden der Freiheits­bewegung, die so denken, herzlich empfehlen: Nehmt einmal d i e Evangelien zur Hand und lest das, was Christus gesagt hat. Lest es aber m i t demHerzen und mit innerlich ehrlichem Suchen. Ihr werdet es selbst erleben: Das Christentum ist im Kampf gegen das Judentum gewor­den, das alle feine Wahrheitszeugen und auch Christus vernichtet hat.

Exkaiserin Zita macht von sich reden.

Oesterreichische Legitimisten huldigen der Kaiserin in Rom.- Avlehnende (Stimmung in Lingam.

Kirche und völkische Erneuerung.

Eine Hede des Reichsbischofs auf der Eisenacher Luiherwoche.

Auftakt zum Tag der deutschen Kunst.

Alfred Bosenberg spricht über die Wiedergeburt deutschen Kulturwillens.

München, 13. Okt. (TU.) Der Tag der Deut­schen Kunst fand einen eindrucksvollen Auftakt durch eine feierliche Kundgebung des Kampfbundes für deutsche Kultur Im Odeon. Das selten gehörte Con­certo Grosso von Händel, mit prächtigem Schwung vorgetragen vom Reichssinsonie-Orchester, dem Kapellmeister Franz Adam seine meisterhafte Führung lieh, leitete den Abend ein. Der Reichs- sührer des Kampfbundes, Alfred Rosenberg, hielt die Festrede. Da» deutsche Volk kämpft einen schweren Kampf um die Einheit seines Wesens, Gebilde, die für Jahrhunderte gegründet schienen, zerschmolzen vor dem Hauch einer neuen Zeit. Reue Lebensformen regen sich überall. Die kommunistische Bewegung und der Marxismus sind nicht durch Gewalt niedergerungen worden, sondern durch die Macht einer neuen Wella nsckjauung. Millionen Menschen, die mutlos geworden waren, haben wiederMutgeschöpst. Die heroische Haltung de» Millens, die Schicksalsbejahung und das Blut- beroußflein sind bi« drei Punkt«, bi« bas Funda­ment des nationalsozialistischen Staates abgeben. Der Nationalsozialismus will nicht die Frei­heit der Forschung vernichten. Wir ha­ben manche Professoren davongejagt, weil sie die Freiheit der Forschung mit der Freiheit der Be- schimpfung des deutschen Menschen verwechselt ha­ben. Die SA -Männer hoben mehr für die deutsche Kultur getan, als mancher Hochschulprofessor. Heute vollzieht sich nicht nur eine Wiedergeburt des Deutschtumes, sondern eine Wiedergeburt der Antik«. Die Kunst ist in großen Zeiten eine

elementare Lebensnotwendigkeit gewesen. Das Kunstwerk ist die lebendig dargestellte Religion. Wir hatten den Tag der Arbeit und den Tag des deut­schen Bauern, den Tag von Potsdam und den Nürnberger Parteitag. Dazu tritt der Tag der Deutschen Kun st. Wir haben nach 14jähriger Schmach da» Recht, zu feiern. Diese großen Tage waren notwendig. Deshalb ist auch der Tag der Deutschen Kunst notwendig. Er soll zeigen, daß dieses Deutschland sich bewußt ist, nicht nur einen politischen und sozialen Kampf zu kämpfen, son- dem auch einen seelischen und kultu­rellen Kampf. Es ist unser Bestreben, dem DrUten Reich weltanschaulich ein unerschütterliches Fundament zu geben. Dieser erste deutsche natio­nale Staat soll e i ne echte große Volks- lultur als die Erfüllung des Traumes von Jahrhunderten, als eine Verpflichtung für uns und für die kommenden Geschlechter gestalten. Dann erst glauben wir, unsere Pflicht auf dieser Welt erfüllt zu haben, wenn wir diesem höchsten Werke dienen.

Das Presseamt des Tages der deutschen Kunst teilt mit: Die (9 e ft c [ l u n g der Ehrenwache der Reichswehr zum Empfang des Führers anläßlich der Feier der Grundstein- legung zum Hause der deutschen Kunst am 15. Ok­tober unterbleibt auf ausdrücklichen Wunsch de» Führers, da er diese hohe militärische Ehrung nur dem Herrn Reichspräsidenten und den hohen militärischen Vorgesetzten Vorbehalten roiffen will.

Sie Vereinigung beider Mecklenburg.

R o st o ck, 13. Okt. (TU.) Am Freitag, den 13. Ok- lober, wurden die beiden Länder Mecklenburg- Schwerin und M e ck l e n b u r g - S t r e l i tz noch über NOjährlger Trennung wieder ver­eint. Am Donnerstag bereit» trafen die Spitzen ber Behörden und die Vertreter beider Länder- regierungen in der festlich geschmückten alten See- ßabt R o st o ck ein, die als die größte Stadt Meck­lenburgs den Anspruch daraus erheben kann, al» treftort für den feierlichen Staatsakt gewählt zu werden. Dieser Ehre ist sich Rostock wohl bewußt. E» gibt wohl kaum ein Haus, da» nicht die Fahnen und Farben des neuen Deutschlands ober der enge­ren Heimat Aeigt. Der Donnerstagabend vereinigte alle Ehrengäste darunter den Reichsstatthal­te r, den G r o ß h « r z o g, Herzog A d o l s F r i e d- rich und die Minister zu einer Fest Vorstel­lung Im Stabltbeater, wo der .^Fliegende Hol- känder" zur Ausführung gelangte. Am Freitagvor­mittag fanden von acht bi» neun Uhr an ver- ichiedenen Plätzen der Stabt S t o n d k o n z e r t e der Reichswehr-, Lanbespolizei-, SS- und SA.- KapeUen statt. Gegen neun Uhr sammelt« sich auf dem Marktplatz ein« große Menschenmenge, ba ber Verlauf ber beiben historischen Sitzungen im Rat- haus durch Lautsprecher aus den Markt übertragen wurde.

Pünktlich um 9 Uhr versammelten sich die Ab­geordneten des Mecklenburg -Strelitzer Landtag«» Im Fürstensaal be» Rathaul.-s zur Landtagssitzung, bie al» einzigen Punkt ber läge» Ordnung da» Gesetz über bk Seremigung derber

Mecklenburg zu erledigen hatte. Landtagspräsident Schernau eröffnete die Sitzung und führte u. a. aus, daß es der Iniiiattve des Reichsstatthalters Hildebrandt zu verdanken fei. wenn in richtiger Er­kenntnis der Lage der Zusammenschluß beider Mecklenburg vollzogen würbe. Die Regierung sei sich bewußt, daß es mancherlei Schwierigkeiten rech- nischer Einzelheiten zu überwinden gebe. Diese müßten zurückstehen gegenüber dem großen Gan- zen. Dann wurde das von der Staatsregierung eingebrachte Gesek verlesen, worauf zur Begrün- düng Staatsmini ter Stichtenot erklärte, der einzige und wicht gste Punkt ber nationalsozialisti­schen Weltanschauung besage: Gemeinnutz geht vor Eigennutz. Auch bei dem heutigen Werk müßten Eirmelwüniche vor Volk und Reich zu- rückstehen. Das Gesetz wird in allen drei gefun­den einstimmig angenommen, was die Ab­geordneten zweimal durch Erheben von ihren Plätzen bekunden. Darauf schloß der Präsident die bedeutungsvoll« Sitzung.

Gegen 10 Uhr trat im Stabtoerorbnetenfaal des Rathauses der Landtag von Mecklen- bürg-Schwerin Mifammen, um ebenfalls das (besetz über die Bereinigung der beiden Mecklen- bürg zu verabschieden. Die «itzung. bie kaum zehn Minuten dauerte, wurde vom ßonbtagspräfibeuten Krüger eröffnet, der u. a. ausführt«: Was vor Iahrhunberten aus bynastifch«n (Brünben geprägt worden fei, solle aus dem freien Willen des Volk«» heraus wieder zusammen. I gefügt werden. Er sprech« dem Relcysstatthatter *

den Dank aller dafür aus, baß er sofort nach sei­nem Amtsantritt die enDgültige Vereinigung der beiden Länder in Angriff genommen habe. Die Abgeordneten handelten im Sinne Adolf Hitlers, wenn sie mit der Annahme des Gesetzes ihre Pflicht erfüllten. Ministervräsident Engel! betonte, die Regierung glaube in Anbettacht dieser Feierstunde, auf eine Begründung des Gesetzes verzichten zu können. Er fordere die Abgeordneten auf, in die dargereichte Hand einzufchlagen. Die drei Lesungen wurden geschlossen behandelt und das Gesetz ein­stimmig angenommen.

Die Abgeordneten beider Landtage begaben sich sodann zum Ständehaus zum feierlichen Staatsakt. Vor dem Ständehaus hatten Ehren- fompagnien der Reichswehr, der Landespolizei, der SA. und SS. Aufstellung genommen. Eine un­übersehbare Menschenmenge hatte sich um das Ständehaus eingefunden. Kurz vor 11 Uhr erschien Reichs st atthalter Friedrich Hildebrand. Der Reichsstatthalter schritt unter den Klängen des Präsentiermarsches mit dem Wehrkreiskommandeur aus Stettin, dem Infanterieführer Generalmajor Schwandtner aus Schwerin, und den Stäben die Front der Ehrenkompagnien ab und begab sich in das Ständehaus, wo die Abgeordneten und Ehren­gäste bereits versammelt waren. Unter den Ehren­gästen bemerkte man neben den Angehörigen der Regierungen und den Spitzen der Behörden u. a. noch Großherzo g Friedrich Franz IV. von Mecklenburg-Schwerin, Herzog Adolf Fried- rich zu Mecklenburg, SA.-Gruppenführer Fust, den regierenden Bürgermeister von Lübeck, Dr. Drechs­ler und General d. I. a. D. Graf von der Schulen­burg.

Reichöstaiihalier Hildebrand

wies auf die Bedeutung dieser geschichtlichen Stunde hin, die bestimmt sei, die Vereinigung von Meck­lenburg-Schwerin und Mecklenburg-Sttelitz feierlich zu verkünden. Dabei zieme es sich wohl, einen Rück­blick zu werfen auf bie Jahrhunderte, die beide Länder gemeinsam durchmessen haben, bald staats­rechtlich zusammengefaßt, bald getrennt und dennoch immer ein Mecklenburg bildend. Der große Leitgedanke bei dem Zusammenschluß der beiden Länder waren die Worte unseres Führers Adolf Hitler:Deutschlands Kraft liegt in den Ständen und Stämmen". Es kam mir daher dar­auf an, Im nationalsozialistischen Deutschland die Stände in den mir unterstellten Gebieten auch wirk­lich innerlich zu einen. Darüber hinaus aber war es unsere Pflicht, das Kulturgebiet, das wir zu verwalten haben, wieder zur vollen Geltung zu bringen. Von verschiedenen Seiten ist der Gedanke vertreten worden, das vereinigte Land in Re- gierungsbezirke «inzuteilen und diese als Landesmittelbehörden zwischen Landratsämter und Regierung einzubauen. Der Vorschlag ging da- hin, drei Regierungsbezirke einzurichten. Rach reich­licher Prüfung hab« ich diesen Gedanken ablehnen müssen. Unsere ßanbratsämter sind heute so ge- stattet, baß sie den Erfordernissen des Landes ge­nügen. Die Vereinfachung und Verbilli. gung der Verwaltung wird nach einigen Uebergangsjabren erst voll zur Auswirkung kom­men und bann bem Lande Ersparnisse bringen, die es in bie Lage versetzen, bie Canbesabgaben auf allen Gebieten zu senken. Wir haben geglaubt, ber mecklenburgischen Wirtschaft durch unsere Verwattungsmaßnahmcn eine wesent­liche Erleichterung verschallen zu müßen, um den wirtschattlichen Aufstieg nicht durch unnötige Latten der Verwaltung zu hemmen Zum Schluß erklärte der Reichsttotthotter: Unserem Volke ist «in großer Führer erftanben. ein Bau­

rn elfter, wie ihn bie Weltgeschichte bisher nicht ge­sehen hat. Stehen alle Stänoe, alle Menschen deut» scheu Blutes in unseren Stämmen fest und cut- mütig hinter diesem Mann, bann wird aus der Nacht der letzten Jahre ein leuchtendes, stolzes Deutschland erstehen. Ich für meine Person und mit mir alle Nationalsozialisten bekennen freudig und offen, wir wollen in unermüdlichem Fleiß und steter Aufopferung unsere Pflicht tun unter der Führung Adolf Hitlers für Volk und Vaterland.

Zer Zusammenschluß der mecklenburgischen Landeskirchen.

R o st o ck, 13. Okt. (TU.) Während die beiden Cairbtaae im Rathause ihre Tagungen abhielten, tra­ten nach vorangegangenem Gottesdienst in ber Ma­rienkirche die Mecklenburg-Schwerinsche Landessynode und anschließend der Meck­lenburg-Strelitzer Kirchentag nachein­ander zusammen um Beschluß zu fassen, über bas Kirchengefetz über bie evangelisch-lutherische Landes­kirche Mecklenburg", da» von beiden Institutionen angenommen wurde. Auf Anordnung de» Can- desktrchenführers Schultz wurden in ganz Mecklen­burg aus Anlaß des feierlichen Zusammenschlusses die Glocken geläutet. Um 15 Uhr versammelten sich die Vertreter der beiden Landeskirchen, sowi» die Oberkirchenräte zur feierlichen Verkündung des Zu- fammenschlusses im Ständehaus.

Hindenburgs Wünsche für das deutsche Handwerk. Berlin, 13. Okt. (DDZ.) Reichspräsident von Hindenburg hat telegraphisch dem Reich»- ftanb des deutschen Handwerks anläßlich ber am 15. Oktober beginnenden Werberoodje für da» deutsch« Handwerk seine wünsche wie folgt ausgesprochen:

Die am 15. Oktober 1933 beginnend« Reich»- Handwerkswoche begleiten meine herzlich­sten wünsche. Ich begrüße, daß nach Zäh­ren de» Darnleberllegen» das deutsche Handwerk seine Kräfte regt und In enger Volksverbundenheit den weg zu neuer Geltung befchreilel. Möge biefem Unternehmen ein (Erfolg befchieden fein, würdig der altüberlie­ferten Bedeutung des Handwerk» Im deutschen Wirtschaft»- und ftulfurleben!

ge;.: von Hindenburg, Lhrenmeister de» deutschen Handwerk».'

Zusammenarbeit zwischen Industrie und Handwerk.

Berlin, 13. Oft. (TU.) Anläßlich der Hand- werkerwoche sind bem Präsidenten des Reichs- ftanbes Dr. v. 9t e n t e I n aus allen Teilen de» Reiches und von allen Berussgruppen Begrüßungs­schreiben zugesandt worden. Der Präsident des Reichsstandcs der Deutschen Industrie, Krupp v. Bohlen-Halbach hat ebenfalls in einem Schreiben den Wunsch nach engster Zusammen­arbeit zwischen den beiden Ständen zum Ausdruck gebracht. In diesem Schreiben heißt es u. a.:Dem Reichsstand des Deutschen Handwerk» übermitteln wir zu ber beoorstehenben Hanbwerkerwoche unser» besten Wünsche. Der Reichsstanb der Deutsche« Inbusttie ist sich bes hohen Wertes bes Deutsche» Hanbwerks für unser gesamtes Volkstum immer bewußt gewesen und fühlt sich mit ihm auch