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14.10.1933 Drittes Blatt
 
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Der Ruf des deutschen Handwerks.

Das ehrbare Handwerk wirbt durch eine Jieichs-Werbewoche um Arbeit und Anerkennung.

Das deutsche Handwerk hat viele Jahre lang im Schatten unserer wirtschaftspolitischenEntwicklung ge­standen. Schon vor dem Weltkriege war zahlreichen Handwerksmeistern der sprichwörtliche goldene Bo­den des Handwerks ohne eigenes Verschulden ver­loren gegangen. In den Kriegsjahren wurde den Meistern, die lange im Felde standen und daheim keinen geeigneten Ersatz hatten, die Existenzgrund­lage sehr erheblich oder sogar völlig zerstört. Die bit­terste Enttäuschung erlebte unser Handwerk aber in den Nachkriegsjahren, als eine grundfalsch orientierte Wirtschaftspolitik in ein« se'tlger Weise die großmdustrielle Entwicklung und $!.e fabrikmäßige Herstellung von Serienartikeln be­günstigte, die handwerkliche Qualitäts­arbeit, sowie die berechtigten Wirtschaftsinteressen des Handwerks außer Acht ließ und hierdurch den handwerklichen Mittelstand in gro- tzem Umfange zum wirtschaftlichen ß 'rx iC.fi.?5a^e' Die steigenden Zahlen der Konkursstatlstlk der letzten Jahre, aber auch die not­gedrungene Inanspruchnahme der Hilfe der Wohl­fahrtsämter durch Handwerksmeister reden nach die- fer' Richtung hin eine sehr deutliche Sprache. Diese bedauerliche Entwicklung ist auch in Gießen und in Oberhessen in vielen Fällen in Erscheinung getreten. Zahlreiche Handwerksmeister, die mit Recht auf ihre beruflichen Leistungen stolz sein konnten, und die niemals daran gedacht hotten, ihren Betrieb zusammenbrechen zu sehen, oder die Wohlfahrtshilfe in Anspruch nehmen zu müssen, blieben als bedauer­liche Opfer einer verständnislosen Staatsführunq auf der Strecke. Erft der Durchbruch der nationalsozia- lytischen Revolution und die damit verbundene grundsätzliche Neuordnung der deutschen Wirtschafts­politik, die auch dem Handwerksmeister den gebührenden Schutz und die gebo­tene Forderung durch den Staat ver- kündete, brachte dem Handwerk eine erfreuliche Wen- Lung zum Besseren. Die ersten bedeutsamen Ergeb­nisse dieser Wandlung brachten die großzügigen Ar- ^^Ä^offungsmaßnahmen der nationalsozialisti­schen Regierung. Das Handwerk fand durch die um­fangreiche Finanzierung von Jnstandsetzungsarbeiten an privaten und öffentlichen Gebäuden lang ent­behrte Arbeitsgelegenheiten, andere an diesen Ar­beiten nicht unmittelbar beteiligte Handwerks- und Gewerbezweige konnten durch gesteigerten Verbrauch der Bevölkerung besseren Absatz und lohnenden Er­trag ihrer Arbeit gewinnen. Reue Hoffnung und tatfrohe Schaffensfreude haben infolgedessen in weiten Kreisen des Handwerks wieder Platz ge­griffen, und wenn auch noch viel zu tun übrig bleibt, bis das Handwerk wieder völlig frei aufatmen kann, so ist doch schon jetzt die feste Zuversicht be­gründet, Laß die Regierung des Volkskanzlers Hit­ler auch weiterhin tatkräftig für das Handwerk sorgen wird.

Man ist sich in Handwerkskreisen natürlich dar­über klar, daß man sich nicht mit verschränkten Armen nur auf die Hilfe der Regierung verlassen darf, sondern in emsiger Weise auch die eigenen Kräste und alle handwerklichen Fä­hig k e it e n r e g e n muß, um aus der Tiefe der bisherigen Not wieder herauszukommen. Von dieser Erkenntnis geleitet und von der verständnisvollen Förderung durch die nationalsozialistische Regierung getragen, tritt nun das deutsche Handwerk mit einer W e r b e w o ch e auf den Plan, die den Zweck ver­folgt, alle deutschen Volksgenossen stärker als bisher auf die Güte d e r h a n d w e r k l i ch e n Arbeit hinzuweisen und damit den Rus nach neuer Ar- beitsbeschaffung für d i e Handwerks­meister und ihre Gesellen zu verbinden. Jeder aufrichtige Freund Les handwerklichen Mittelstandes wird mit uns den Wunsch hegen, daß dieser Wer­bung des Handwerks ein voller und dauernder Er­folg beschieden sein möchte. Das Handwerk fördern heißt Mitarbeit am Wieder­aufbau unseres Volkes lei st en. Denn durch das Handwerk und mit ihm gemeinsam kann für viele weitere deutsche Volksgenossen Ar- bei und Brot beschafft werden, zugleich kann man aber auch die großen ideellen Kräfte im Handwerk zum Nutzen der deutschen Volksgesamtheit stärken, aus die von der nationalsozialistischen Staatsführung mit Recht ebenso großes Gewicht gelegt wird, wie auf die Beschaffung ausreichender materieller Exi­stenzgrundlagen für alle Glieder der großen deutschen Volksfamilie.

Erfreulicherweise ist in den letzten Monaten auch in Gießen viel getan worden, um dem Handwerk Arbeit und Absatzsteigerung zu verschaffen. Wer auf­merksam beobachtend durch die Straßen unserer Stadt ging, konnte ein so erhebliches Ausmaß von Jnstandsetzungsarbeiten an privaten und öffentlichen '

Gebäuden feststellen, wie man es vorher Jahre lang nicht wahrnehmen konnte. Hier haben sich die von der Reichsregierung zur Verfügung gestellten glln- stlgen Darlehen für die Instandsetzung von Häusern und Wohnungen in segensreicher Weise ausgewirkt. Wir glauben gut unterichtet zu sein, wenn wir die Höhe der auf diesem Wege in die Gießener Hand­werkswirtschaft geleiteten Darlehensmittel des Rei­ches auf rund 100 000 Mark veranschlagen. Hinzu kommt noch die Aufwendung von Eigenkapital des privaten Hausbesitzes, Las man nach Maßgabe der Darlehensrichtlinien des Reiches wohl nicht zu hoch mit 400 000 Mark veranschlagen kann, so daß ins­gesamt im Verlaufe der letzten Monate die ansehn­liche Summe von rund 500 000 Mark zur Arbeits­beschaffung in Gießen mobilisiert wurde. Den Nutzen dieser anerkennenswerten Anstrengungen hat nicht allein das unmittelbar beteiligte Handwerk, sondern durch die Wiedereinstellung von Arbeitskräften und durch verstärkte Kaufkraft eines erheblichen Teils der Bevölkerung die Gesamtwirtschaft unserer Stadt.

Der erfreuliche Erfolg der bisherigen Arbeits­beschaffungsmaßnahmen wird und muß allent­halben den Entschluß zeitigen, auf diesem Wege weiter voranzuschreiten. In jedem Haushalt sollte Umschau nach Arbeitsmöglichkeit für das Handwerk gehalten werden. Zweifellos wird sich dabei in vielen Wohnungen zeigen, daß durch Reparaturen oder Erneuerungen, die vielfach an sich den einzelnen Haushalt nicht allzu sehr belasten dürften, dem Handwerk Gelegenheit zu verdienst­voller Tätigkeit geboten werden kann. Wenn es sich dabei häufig auch nur um verhältnismäßig geringe Arbeitsmöglichkeit handeln wird, so ist doch nicht zu bestreiten, daß die Gesamtheit derartiger Auf­träge im Rahmen einer Gemeinde dem ortsansässi­gen Handwerk zu einer bedeutsamen wirtschaftlichen Belebung verhelfen kann. Besonders ist dabei zu fordern, daß jede Schwarzarbeit ver­mieden wird. Wenn unser Handwerk wieder ge­sunden und der Gesamtwirtschaft erneut eine starke Stütze werden soll, dann ist es notwendig, alle handwerkliche Arbeit nur den Hand- werksmeistern zuzuweisen, niemals aber einen Schwarzarbeiter heranzuziehen, für dessen Versorgung mit den notwendigsten Dingen des Lebens die Allgemeinheit bereits einzustehen hat.

Die Arbeitsbeschaffung muß aber auch in um­fassender Weise von der öffentlichen Hand vorgenommen werden. Mit Genugtuung hat man in der Gießener Bürgerschaft von der Rede des nationalsozialistischen Fraktionsführers H a h y im Gießener Stadtrat vom 29. August Kenntnis ge­nommen, aus der hervorging, daß die maßgebenden Stellen unserer Stadt eifrig um die Erschließung

neuer Arbeitsmöglichkeiten bemüht sind, aus denen auch das Handwerk beachtenswerten Nutzen ziehen kann. U. a. handelt es sich dabei um die Fertig- stellung der Schule in den Eichgärten, um die Er­weiterung und Erneuerung unserer Kläranlage, um Kleinwohnungsbauten, Rohrverlegungsarbeiten usw. Die hessische Staatsregierung hat in dankenswerter Weise die Vorschläge des Gießener Stadtrats und der Stadtverwaltung bei der für die Finanzierung öffentlicher Arbeiten zuständigen Stelle in Berlin befürwortet. Eine Entscheidung aus Berlin liegt bis jetzt zwar noch nicht vor, man darf aber die Hoffnung hegen, daß auch auf dem von den Gieße­ner zuständigen Stellen gewiesenen Wege bedeut­same Arbeitsbeschaffungsmöglichkeiten erschlossen werden. Von dem G l e i ch k l a n g der verständnis­vollen privaten Bereitschaft zur Förde- rung des heimischen Handwerks und der verant­wortungsbewußten Initiative der kommunalen Körperschaften werden unsere Handwerks­meister jedenfalls jetzt, unter der Vorherrschaft der auf das Gemeinwohl besser als früher einge­stellten Grundhaltung der Bevölkerung, erwarten können, daß ihnen in Zukunft vielfältige Arbeits- Möglichkeiten an die Hand gegeben werden.

Die W e r b e w o ch e des deutschen Handwerks zur Arbeitsbeschaffung auch im Kleinen muß von der Gesamtheit der Mitbürger in Stadt und Land dahin verstanden werden, daß hier das Handwerk an das staatsbürgerliche Gewissen und an das Gefühl der Volksverbunden­heit aller deutschen Menschen einen dringenden Appell zur nationalen und völkischen Pflichterfüllung gegen­über dem deutschen Handwerksmeister und seinen Mitarbeitern richtet. Es darf nach diesem Appell auf Seiten derer, die Arbeitsmöglichkeiten, auch in kleinem Ausmaß, erschließen können, kein ängst­liches Zagen und fein Feilschen um den gerechten Lohn einer guten Handwerksarbeit geben. Der private Auftraggeber darf ebenso wie die öffent­liche Hand auch vor dem Opfer nicht zurückschrecken, erst für einen späteren Zeitpunkt geplante Aufträge schon früher zu erteilen, wenn es dadurch ermög­licht wird, den deutschen Volksgenossen im Hand­werk beschleunigt neue und verstärkte wirt­schaftliche Kraft zuzuführen und damit zu­gleich der Kardinalforderung unserer Zeit zu ent- svrechen: Beschaffung von Arbeit und Brot für alle deutschen Volksgenossen! Möchte der Appell des Handwerks mit dieser Ziel­setzung, den wir unseren Mitbürgern in Stadt und Land angelegentlichst zur Beherziaung empfehlen, überall Verständnis und Bereitschaft zur helfenden Tat finden!

Deine Hand dem Handwerk!

Von H. SieinhÄtser, Zftefennt der NS-Hago, Kreis Gießen.

Das deutsche Volk ist aus jahrzehntelangem Traum erwacht, aus tausend Wunden blutend, die es in unseliger Verblendung während dieser Zeit sich selbst geschlagen hat. Wie zersetzendes Gift hatten sich die Irrlehren ausgewirkt, die das deutsche Volk bewußt vernichten sollten. Jene Leh­ren internationaler Schädlinge, denen das deutsche Volk in seiner stolzen Eigenart, seinen kernhaften deutschen Sitten, seinem Arbeitsfleiß, seinem Volks­wohlstand und seinem Wehrwillen gegen fremde Unterdrückung schon lange ein Dorn im Auge war.

Als die Flammen aus der Kuppel des Reichs- tagsgebaudes zum nächtlichen Himmel emporloder­ten, da mag manchem zum Bewußtsein gekommen sein, wie Haarschars wir am Rande des Abgrundes standen. Noch nicht zum Bewußtsein gekommen ist hingegen großen Teilen des deutschen Volkes, welch tief beklagenswerte Verwüstungen der fremde Zer- fetzungswille in der Seele des deutschen Volkes an­gerichtet hat und die hauptsächlich darin bestehen, daß man, urdeutschem Empfinden zuwider, den Individualismus zu ungunften des Gemeinschafts­gedankens propagierte, volkstümlich ausgedrückt, indem man dem Einzelnen zugestand, für s i ch die größtmöglichen Vorteile herauszuholen, selbst wenn andere Volksgenossen dadurch geschädigt wurden, verkümmerten ober ganz zugrunde gingen. Ferner sind sich viele deutsche Volksgenossen noch nicht bewußt, daß der Wiederaufbau von Staat und Wirtschaft von uns die Ueberwindung der eigennützigen I ch - Sucht und Opfer allergrößten Ausmaßes verlangt, und daß diese Opfer gern und freudig getragen werden müssen, wenn Staat und

Wirtschaft bestehen und wieder zu früherer Blüte kommen sollen. Das deutsche Volk als großes Volk auf kleinem Raum ist auf Gedeih und Verderb auf sich selbst angewiesen. Keine fremde Macht, kein Gesetz und kein Mensch kann und wird uns helfen, wenn wir uns nicht gegenseitig f e I b ft helfen. Solange wir dem deutschen Bauern nicht zuaestehen, daß er auf eigner Scholle sich selbst er­nähren und darüber hinaus durch Steuern zu den Lasten des Staates beitragen kann, solange wir nicht begreifen lernen, daß wir die Verpflichtung haben, 3 u e r ft d e n deutschen Menschen zu beschäftigen und dann erst die kapita­listische Maschine, solange wir nicht bewußt alle fremden Erzeugnisse ablehnen, deren Herstellung im Jnlande und von deutschen Volksgenossen möglich ist, so lange werden wir vergeblich darauf warten, daß es auch uns wieder besser geht.

Der Nationalsozialismus verkündet als eines feiner ersten Gebote, daß der G e m e i n n u tz vor dem Eigennutz zu stehen hat. Im Zeichen der Reichs-Handwerkerwoche sollte dieses Wort zu be- sonderem Nachdenken anregen, damit wir nicht nur gemeinnützig denken, sondern auch gemein­nützig handeln fernen. Sinn und Zweck der Reichs-Handwerkerwoche ist die Arbeitsbeschaffung. Noch sind Millionen deutscher Volksgenossen, darunter viele Handwerker, ohne Arbeit und Brot. Ihnen Arbeit zu geben, sie aus Almosenempfängern wieder zu tragfähigen Gliedern der Volksgemeinschaft zu machen, ist das dringendste Gebot der Stunde. Darum ergeht heute durch alle deutschen Gaue der Ruf: Deine Hand

dem Handwerk! Nur durch Zuweisung von zlrbeitsaufträgen wird das Handwerk in der Lage sein, seine Gesellen wieder zu beschäftigen. Wir sollen nicht sagen, daß die Erzeugnisse des Hand­werkers vielleicht etwas höher im Preis sind als das Massenerzeugnis der Maschine. Wo dies der Fall ist, wird auch bestimmt die höhere Qualität den Ausgleich für den höheren Preis bilden. Eben- sowenig sollte für uns die Erwägung maßgebend sein, ob eine Anfertigung oder eine Reparatur nicht noch hinausgeschoben oder gar ganz entbehrt wer- den könne. Denn wir vollbringen mit jedem Auftrag, auch dem kleinsten, den wir dem Handwerk geben, eine gemeinnützige s 0 - z i a l e Tat. Wir werden damit auch im edelsten Sinne des Wortes eigennützig handeln. Denn im gleichen Maße, wie wir die Arbeitslosigkeit bekämp­fen helfen, werden die Opfer, die heute noch von uns verlangt werden müssen, geringer werden. Darüber hinaus wird, wenn erst aus vielen Hun- derttausenden heute verarmter, weil systematisch bekämpfter Handwerksmeister wieder steuerkräftige deutsche Volksgenossen geworden sind, weitgehende steuerliche Entlastung eintreten, weil sich die Lasten des Staates dann auf eine größere Zahl tragfähi­ger Schultern verteilen.

Deswegen lehnt der Nationalsozialismus auch die städtischen und staatlichen Regiebetriebe ab, da diese einerseits selbständige Einzelexistenzen ver­nichten, andererseits nicht zu den Lasten des Staates beitragen und weil bei ihnen der Wettbewerb fehlt, die Voraussetzung jeglicher Aufwärtsbewegung der qualitativen Leistung. Der Nationalsozialismus be­kennt sich zu einem straff organisierten Handwerk, in dem Führerprinzip und Leistungsprinzip wieder Geltung erlangen sollen. Wettbewerb muß zu allen Zeiten sein, wenn nicht die Kultur stillstehen, ober ^urückgehen soll. Nur darf der Wettbewerb nicht dahin zielen, daß an Stelle der tüchtigen Leistung die minderwertige Leistung tritt und an Stelle des angemessenen Preises der bewußt unterbotene Preis. Der Nationalsozialismus lehnt deswegen auch die Submissionen auf bas entschiebenste ab. Denn jegliche auf Preisunterbietung a b g e ft eilte Erwerbsentlohnung muß notroenbig zur Verschlechterung ber qualitativen Leistung unb zum Ver­fall ber Sitten eines Berufs stanbes unb bamit eines Teiles ber Volks­gemeinschaft führen. Das Hanbwerk fordert eine angemessene, vom Staate kontrollierte, aber unabdingbare Preisstellung. Es fordert da­mit nichts anderes als das, was an­dere Berufs stände in bezug auf sich als richtig und selbstverständlich an- sehen. Wettbewerf darf nur erfolgen durch die höhere Leistung, beim Handwerk also durch die sorgfältigere und geschmacklich bessere Arbeit. Der Handwerker, der dies nicht kann ober nicht will, darf sich nicht rounbern, wenn er im künftigen Wettbewerb unterliegt.

Man sollte bem deutschen Hanbwerk auch zuqe- stehen, baß es seine einstige volkswirtschaftliche Be- beutung wiebererlangt. Der ungewöhnliche Zustrom zu den akademischen Berufen war nichts Zufälliges. Er entstand in fast allen Fällen aus der harten Tatsache, daß die heimische Scholle, oder der väter­liche Handwerksbetrieb das bescheidenste Eristenz- Minimum vermissen ließ. Im gleichen Maße, wie der Handwerkersohn im väterlichen Betrieb wieder ein sicheres Auskommen findet, wird auch ber un­natürliche Slnbrang zum Stubium zurllckqehen. Andererseits wirb bas Hanbwerk, wenn es roieber Zukunstsmöglichkeiten bieten kann, auch Söhnen aus Nichthanbwerkerkreisen, sofern diese Neigung und Berufsveranlaquna zum Handwerk haben', ge­sicherte Erwerbsmöglichkeiten eröffnen können.

Es ist unbestreitbar, daß im gewerblichen Mittel­stand heute unendlich viel nationalsozialistische Er­ziehungsarbeit zu leisten ist. Jahrzehntelange lihera- listische Volksvergiftung hat viel kostbares deutsches Volkstum in ihm vernichtet. Es ist dies um fo beklagenswerter, als das Handwerk in vergangenen Zeiten ein wertvoller Volksbestandteil war, aus dessen Schoße einst eine hohe Kultur hervorginq. (Es muh eines her vornehmsten Ziele der national­sozialistischen Bewegung fein, das deutsche Hand­werk, bas neben bem beutschen Bauernstand stets eine gesunde Quelle deutscher Dolkserneueruna war, zu seiner ehemaligen Bedeutung z>"-ückzuluhren. Dazu bedarf es der bewußten Mitarbeit iedes deutschen Volksgenossen. Ein Weg zu diesem ."Riel, den wir uns immer vor Augen halten müssen, ist zum Ausdruck gebracht in dem Ruf der Reichsregierung:

Deine Hand dem Handwerk!"

Handwerk Werk der Hände

Zfton Theodor Riegler

In dieser Zeit, da in Deutschland ein neuer Geist seinen Einzug hält, da sich überall neue Hoffnung und neues Leben regt, da ein neuer Glaube die Menschen zu neuen Taten aufrüttelt, verdient bas deutsche Handwerk besonders gewürdigt zu werden. Der Nationalsozialismus hat mit allem aufgeräumt, was einer gefunden Entwicklung des deutschen Men­schen im Wege stand. Er hat die Werte der Ver­gangenheit wieder lebendig gemacht, soweit sie für die Gegenwart fruchtbar sind, und den alten deut­schen Lebensformen neuen Atem eingehaucht. Die alten Ueberlieferungen, die von den Männern des vergangenen Systems verachtet wurden, sind neu erstanden. Aus ihren unerschöpflichen Kraftquellen soll der deutsche Mensch neu geformt werden. Zu diesen Kraftquellen deutschen Lebens unb deutscher Kultur gehört nicht zule' . das deutsche Handwerk.

Als bas deutsche Handwerk in feiner höchsten Blüte stand, ist es der Inbegriff ber schönsten Tu­genden gewesen, die sich ein deutscher Volksgenosse für fein Volk nur wünschen kann. Alles, was den schaffenden Menschen ziert und ihn zum Träger eines Kulturgedankens macht, alle Werte, die eine mit Fleiß unb Liebe ausgeführte Arbeit besitzt, waren in ber Jbee bes beutschen Hanbwerks ent­halten. Das Hanbwerk war immer ein treuer unb zuverlässiger Hort bes Familienlebens, ber Gesellig­leit unb ber Pflichterfüllung. Gerabe jene Eigen­schaften, burch bie sich bas deutsche Volk von enberen Nationen unterscheidet und die ihm ein ßepräge besonderer Art verleihen, sind nicht zmetzt Durch das Handwerk maßgebend bestimmt worden.

Der biedere Handwerker war in gewissem Sinne Las Idealbild des schaffenden deutschen Bürgers.

In der Art und in dem Wesen dieser Berufschicht ist alles enthalten, was den Menschen zu einem nützlichen Glied ber völkischen Gemeinschaft macht. Was heute ber Nationalsozialismus vom deutschen Menschen fordert, hat das Handwerk, als es noch ein lebenswichtiger Bestandteil der Nation war, er­füllt. Hitler und die Seinen loben die Arbeit ber Hänbe, sie bekämpfen ben Bilbungswahn, ber zwi­schen bie Schichten bes Volkes einen trennenden Keil schiebt, und sie verkünden den Wert ber hand- werklichen Arbeit, bie um nichts geringer ist als bie Sebeutung der geistigen. Sie setzen bem überlegenen Dünkel bes Weltbürgers, ber innerhalb seiner Na­tion ein ge-fonbertes Scheinleben führt, bie schaf- fenbe Gemeinschaft entgegen, bie keine Arbeit scheut, wo sie dem Volke und seinen Interessen dienen kann.

Der Zukunftsgedanke mit seiner Gliederung in Lehrlinge, Gesellen und Meister muß wieder stär­ker lebendig werden, als bisher. Diese Gliederung allein verbürgt eine gesunde, natürliche Entwick­lung. Der anonyme Unternehmer, ber meist unsicht­bar ist unb von seinem Schreibtisch aus bas Kom- manbo gibt, muß roieber abgelöst werben von ber verantwortungsbewußten, aufrechten Persönlichkeit, die für bie Erhaltung bes von ihr Geschaffenen ihr Leben einsetzt unb zu ben Arbeitern in einem patriarchalischen Verhältnis steht.

Der ethische Wert bes Hanbwerks liegt in" ber starken, persönlichen Beziehung, bie ber Meister zu seiner Arbeit hat:Was bu ererbt von beinen Vätern hast, erwirb es, um es zu besitzen!" Jene fegenbringenbe, unlösbare Verbunbenheit mit bem geschaffenen Werk gehörte von jeher zu den ebel- sten Vorzügen deutschen Wesens. Aus dieser Ver- Ibunbenheit sinb bie besten Werte entstauben: üßerte bes Willens unb ber Erziehung. Es war das höchste Streben jedes Meisters, sein Werk, dem er sein

ganzes Leben in aufopfernder Tätigkeit widmete und mit dem er sich verwachsen fühlte, seinen Erben rein und makellos zu erhalten unb ihnen zu treuen Hauben zu überlassen. So war oft das Verhältnis Zwischen Meister und Gesellen ein durchaus fami­liäres, und für die Zusammenarbeit war einzig unb allein bie innere Autorität maßgebenb, bie burch Erfahrungen, Gebensreife und Leistungen bedingt war. Ausschlaggebend waren eigener Fleiß, eigene Zähigkeit, eigne Tüchtigkeit. So war in der Blüte­zeit des Handwerks der echte soziale Gedanke stär­ker begründet, als es im Zeitalter des sogenannten Sozialismus ber Marxisten jemals der Fall sein konnte. Auch hier zeitigte ber Führergebanke im Kleinen bie schönsten Früchte.

Wenn dieser schöpferische Sozialismus, der auf dem Wert und der Leistung des Einzelnen beruht, roiebergeroeeft werden soll, muß das Handwerk wieder entscheidenben Einfluß auf unsere Kultur gewinnen. Vor allem bebarf ber Kulturgebanke einer grünblichen Erneuerung. Anstelle eines über- pikten Tempos muß roieber jene fruchtbare Be­schaulichkeit Raum gewinnen, bie allein eine mora­lisch wertvolle Arbeit garantiert. Die fragroürbige Mobemisievung bes öffentlichen Lebens unb bes beutschen Haushaltes ist nicht zuletzt fchulb nm Ver­fall bes beutschen Hanbwerks. Haus unb Familie müssen roieber die Träger völkischer Entwicklung werben. In biesem Zusammenhang ist bie Wahrung ber alten beutschen Heim- unb Wohnkultur beson­ders wichtig. Auf diesem Gebiete haben vor allem die modernenpraktischen" Erfindungen großen Schaden angerichtet. Eine öbe Sachlichkeit ver­nichtete ben Sinn für bas Gemütliche. Der archi­tektonische Stil, ber in ben letzten Jahren modern wurde, war ber Ausbruck einer nüchternen, seelen- | losen Zeit, die sich in ber reizlosen Erfinbung ber I Stahlmöbel befonbers charakteristisch ausprägte. 1 Dieser neue Geist, ben man zu Unrecht fortschrittlich

I nannte, zeigte sich auch im Häuserbau in einer Wir» | kung, welche die Arbeit des Handwerks stark be» einträchtigte. Wenn auch manchmal hygienische Ge­sichtspunkte maßgebend waren, so spürte man doch hinter allen diesen Experimenten die Sucht, alles zu verwischen, was irgendwie mit der guten alten Tradition zusammenhing. Das ganze öffentliche Le- den stand im Zeichen dieses phantasielosen Erneue- rungswahnes. Der Handwerker, der für die Ge- ftaltung deutschen Familienlebens von größter Wichtigkeit ist, wurde immer mehr in den Hinter- grunö gedrängt und fristete schlecht unb recht sein Dasein. Man roanbte sich nur an ihn, wenn man ihn unbebingt brauchte, unb bie Aufträge, bie er erhielt, waren klein unb nichtssagend) unb trugen ihm höchstens ein paar Groschen ein. Lehrlinge und Gesellen mußten entlassen werben, und ber Meister selbst saß einsam in feiner Werkstatt unb wartete vergeblich auf bie Kunben. Die Warenhäuser ver­nichteten bie Werkstätten, das laufende Band war schneller als die Arbeit der Hände, die Suggestion derkleinen" Preise verfehlte nicht ihre Wirkung. An Stelle der soliden, handgefertiqten Ware wur­den Serienerzeugnisse gekauft. Es ist kein Wunder, wenn das deutsche Handwerk auf diese Weise immer mehr verkümmerte.

Es war hoch an der Zeit, daß die nationalsozia­listische Bewegung dem Treiben gewissenloser Kon» lunfturunternehmer Einhalt gebot. Der geistige Ge­halt des Nationalsozialismus, seine Moral und die Durchschlagskraft seiner schöpferischen Energien sind die stärksten Bürgen für bie Rettung bes beut­schen Handwerks vor dem endgültigen Zusammen­bruch. Dies um so mehr, als schon im Handwerks­gedanken an sich die schönsten und reinsten Absichten jeder echten nationalen Bewegung verkörpert sind: Ehrfurcht vor bem Erbe ber Väter unb ber voll- erhaltenben Arbeit ehrlich schaffender Hände!